Latest / Schwarze Akte - True Crime / #10 Einfach in Luft aufgelöst - Wo ist Flug MH370?
Transcript
- Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Musik, Die Luft an diesem Abend ist feucht und stickig. Sie liegt bleischwer über den Straßen und Häusern von Petaling Jaya, einem ruhigen Vorort der Millionenmetropole Kuala Lumpur. Selbst im März sinken die Temperaturen hier nachts selten unter 25 Grad. Aber nach der Hitze des Tages, dem flirrenden Asphalt und der staubigen Luft erscheint das wie eine Erleichterung. Aus den geöffneten Fenstern der Holzbungalows dringen Stimmen und das Klappern von Geschirr. Es duftet nach Curry, gebratenem Reis und einem Hauch von Kokos und Chili. Es ist eine Mischung aus malayischen, chinesischen und indischen Gewürzen, die durch die Straßen zieht. Wenn Patrick einen Nachtflug übernehmen muss, dann genießt er das Abendessen davor mit seiner Familie ganz besonders. Er wird jetzt zwei Tage von ihnen getrennt sein, von seinen drei Töchtern, seinem Sohn, dem kleinen Enkel und seiner Jugendliebe Jakwita. Seit 35 Jahren schon kennt er diese Abschiede auf Zeit. Als leitender Flugbegleiter bei Malaysia Airlines lebt Patrick eine Art Nomadenleben zwischen Flugzeugen, Hotels und seinem Zuhause. Die Momente inmitten seiner Familie sind besonders wertvoll für ihn. Und deswegen hat er beschlossen, kürzer zu treten. Er will in Zukunft weniger Langstreckenflüge übernehmen, um öfter zu Hause zu sein. Für den Flug nach Peking später braucht er zum Glück nur Handgepäck. Seinen großen blauen Koffer lässt er dieses Mal zu Hause. Patrick fällt die Trennung von seiner Familie heute besonders schwer. Vielleicht kann er sie noch ein bisschen hinauszögern. Vielleicht möchte ihn ja jemand zum Flughafen fahren. Seine Frau Jacqueta aber lehnt ab, sie sei zu müde. Und selbst mit dem Versprechen, ihnen das volle Taxigeld zu bezahlen, lassen sich die drei erwachsenen Töchter nicht überreden. Es ist eine Entscheidung, die sie für immer bereuen werden. Und so umarmt Patrick seine Familie ein letztes Mal. Übermorgen wird er wieder zu Hause sein. Er steigt in ein Taxi und macht sich auf den 50 Minuten langen Weg zum Kuala Lumpur International Airport. Um 0.41 Uhr soll seine Boeing 777 planmäßig nach Peking starten. Ein sechs Stunden langer Routineflug, den er schon unzählige Male begleitet hat. Doch heute kommt alles anders. Sein Flugzeug mit der Nummer MH370 hebt zwar pünktlich ab, aber es wird Peking niemals erreichen. Schwarze Akte Und damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge Schwarze Akte Paranormal mit Patrick Strohbusch und mit Anne Lippmann. Hello! Und den Fall unserer heutigen Paranormal-Folge, den kennen die meisten von euch vielleicht schon aus den Nachrichten. Doch das Verschwinden von MH370 ist nicht nur eine unfassbare Geschichte, es ist bis heute eines der größten Rätsel der Luftfahrt. Und genau darum soll es heute gehen. Welche Erklärungen kann es dafür geben, dass ein Flugzeug scheinbar einfach so verschwindet? Von jetzt auf gleich. Einige Theorien klingen plausibel, andere wiederum fast unglaublich. Und wieder andere bewegen sich irgendwo zwischen Überirdischem und Übernatürlichem. Werbung. Werbung Ende. Die Geschichte beginnt in Kuala Lumpur. Genauer gesagt auf dem internationalen Flughafen der malaysischen Hauptstadt. Malaysia liegt in Südostasien, rund 10.000 Kilometer und knapp 12 Flugstunden von Deutschland entfernt. Der Start verteilt sich auf die malaysische Halbinsel und den nördlichen Teil der Insel Borneo. Und dazwischen liegt das südchinesische Meer. Flächenmäßig ist Malaysia fast so groß wie Deutschland, nämlich knapp 330.000 Quadratkilometer. Um die 34 Millionen Menschen leben hier. Im Vergleich zu Deutschland ist es also ziemlich dünn besiedelt. Gleichzeitig ist das Land total multikulturell. Malayan, Inder, Chinesen, alle kommen hier zusammen. Moscheen, chinesische Tempel und hinduistische Schreine stehen oft direkt nebeneinander. Und genau diese Mischung merkt man auch beim Essen, das sehr aromatisch und abwechslungsreich ist. Kuala Lumpur ist die Hauptstadt Malaysias. Sie hat 1,9 Millionen Einwohner, also ungefähr so viele wie Hamburg. Allerdings ist die Fläche Kuala Lumpurs nur ein Drittel so groß. Hochhäuser prägen hier die Silhouette, aus der die Petronas Tower mit ihren 452 Metern und 88 Stockwerken herausragen. Seit 28 Jahren sind sie die höchsten Zwillingstürme der Welt. 2014, also das Jahr, in dem unser heutiger Fall beginnt, ist auch das Jahr, in dem Ferry Williams die Welt mit Happy zum Tanzen bringt. Kein anderes Lied wird häufiger gespielt als dieser fröhliche Song. In Deutschland zieht Helene Fischer atemlos durch die Nacht und das schafft einen Ohrwurm, der alleine auf Spotify bisher über 195 Millionen Mal gestreamt wurde. Und am 8. Juli sehen 32 Millionen Fußballfans in Deutschland auf Fernsehern und Leinwänden Unfassbares. Jogi Löws Nationalmannschaft besiegt Brasilien nämlich mit 7 zu 1 und zieht damit ins Finale der Fußball-WM ein. Während die Brasilianer danach monatelang in einer nationalen Depression versinken, feiert Deutschland fünf Tage später seine Weltmeister. Auch in Malaysia ist Fußball die beliebteste Sportart des Landes. Vielleicht fiebert Patrick, der Flugbegleiter, schon der WM entgegen. Aber spät an jenem Abend des 7. März gehen ihm vermutlich andere Dinge durch den Kopf. Der Abschiedsschmerz von seiner Familie, die Aussicht auf eine Nacht ohne Schlaf, Mit 239 Menschen auf engstem Raum in einem Flugzeug. Als Kabinenchef leitet der 54-Jährige die Kabinenbesatzung, steht im Austausch mit dem Cockpit und sorgt für die Sicherheit an Bord. Wir haben euch Fotos von ihm und seiner Familie in den Shownotes verlinkt. Während Patrick im Taxi durch die Nacht Kuala Lumpus fährt, ahnt er nicht, dass er seine Passagiere heute nicht sicher ans Ziel bringen wird. Seit 35 Jahren schon arbeitet er für Malaysia Airlines, die nationale Fluggesellschaft des Landes. Sie gehört zu den wichtigsten Airlines in Südostasien, mit einem weit verzweigten Streckennetz zwischen Asien, Australien und Europa. Die Flotte gilt als modern und gut gewartet. Und vor allem ist die Airline für ihren freundlichen, aufmerksamen Service an Bord bekannt. Patrick ist ein erfahrener Stuart, der auch in schwierigen Situationen die Ruhe bewahrt. Und er weiß, dass heute Nacht im Cockpit ein Mann sitzt, auf den er sich zu 100% verlassen kann. Saharie ist seit 33 Jahren Pilot bei Malaysia Airlines. Mehr als 18.000 Flugstunden hat er inzwischen gesammelt. Er gilt also als extrem erfahren. Kolleginnen und Kollegen beschreiben den 53-Jährigen als gutmütig, großzügig, humorvoll und hilfsbereit. Und auch die Flugbegleiter arbeiten gern mit ihm. Denn mit Zaharie im Cockpit wird es in der Regel ein ruhiger und angenehmer Flug. Um 22.50 Uhr meldet er sich zum Dienst. Und wie jeder Passagier an Bord muss auch er die Sicherheitskontrolle passieren. Eine Überwachungskamera hält diesen Moment fest. Ein Foto davon findet ihr auch in den Shownotes. Zaharie wirkt entspannt. Schließlich ist der Flug Routine in einem Flugzeug, das er seit 16 Jahren kennt. Die Boeing 777-200ER gilt als eines der modernsten und zuverlässigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Sie schafft über 14.000 Kilometer Reichweite, hat eine Spannweite von rund 60 Metern und bietet Platz für bis zu 370 Passagiere. Selbst wenn beide Triebwerke ausfallen, gleitet sie noch bis zu 180 Kilometer und lässt sich kontrolliert zu Bolten bringen. Eine Maschine also, die für den Extremfall gebaut wurde. Da stellt sich fast zwangsläufig die Frage, welche Kräfte müssten wirken, um ihr überhaupt etwas anhaben zu können. Denn man könnte meinen, dass der Maschine nichts Irdisches etwas anhaben könnte. Um dieses Flugzeug fliegen zu dürfen, absolvieren selbst erfahrene Pilotinnen und Piloten eine aufwendige Schulung. Die Lizenz für eine 777 zu bekommen, gilt deshalb als echter Karriereschritt. Für den ersten Offizier Farik steht diese kurz bevor. Heute, am Abend des 7. März. Es ist sein letzter Trainingsflug auf der Boeing 777. Danach fehlt nur noch die Abschlussprüfung. Und dann bekommt er seine Lizenz als Pilot auf diesem Langstreckenflugzeug. Damit geht für den 27-Jährigen ein Traum in Erfüllung. Um 23.15 Uhr meldet auch er sich zum Dienst. Wie immer gehen Pilot und Co-Pilot gemeinsam den Flugplan durch und checken die Wetterbedingungen auf der Route. Alles spricht dafür, dass es ein ruhiger Flug nach Peking wird. Kein Sturm, kein Regen, kein Unwetter, klarer Himmel weit und breit. Um 0.41 Uhr soll MH370 planmäßig abheben. Der Kuala Lumpur International Airport ist einer der größten Flughäfen Südostasiens. Wer hier abfliegt oder ankommt, der fühlt sich weniger wie in einem Flughafengebäude, sondern eher wie in einer lichten, tropischen Landschaft. Geschwungene Dächer schweben wie leichte Segel über die Hallen, getragen von schlanken Säulen, die fast wie Baumstämme wirken. Viel Glas lässt das Tageslicht weich hereinfallen, sodass die Grenzen zwischen innen und außen beinahe verschwinden. Anne schwankt zwischen Müdigkeit und Vorfreude, als sie die Sicherheitskontrolle passiert. Seit zwei Monaten hat sie ihren Mann nicht gesehen. Er ist ein erfahrener Fluglotse bei der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation für den Asien-Pazifik-Raum und wurde vorübergehend nach Peking versetzt. Sie ist mit ihrer jüngeren Tochter in Kuala Lumpur geblieben. Das Haus fühlt sich seitdem noch leerer an. Vor allem, weil auch die älteste Tochter inzwischen tausende Kilometer entfernt lebt. Für ihr Jurastudium ist sie nach England gezogen. Anne und ihr Mann Nathan waren zuletzt vor drei Monaten zusammen, an Weihnachten. Jetzt liegen sieben gemeinsame Tage in Peking vor ihnen. Eigentlich wollte die 56-Jährige schon vor einer Woche fliegen, doch ihre kranke Mutter brauchte sie noch. Jetzt, endlich, steht das Wiedersehen kurz bevor. Vom Flughafen schreibt Anne ihrem Mann eine kurze Nachricht, dass alles in Ordnung sei. Und sie telefoniert mit ihrer Tochter Grace in England. Die beiden stehen sich sehr nah. Umso wichtiger sind ihnen die regelmäßigen Gespräche, die die räumliche Distanz für einen Moment verschwinden lassen. Trotzdem. Sentimental wird es zwischen Mutter und Tochter selten. Gefühle offen auszusprechen ist in der malaysischen Kultur eher unüblich. Doch am Ende dieses Gesprächs sagt Anne plötzlich, ich liebe dich. Für einen kurzen Moment ist ihre Tochter sprachlos. Diese Worte hat sie von ihrer Mutter noch nie gehört. Dann antwortet sie, ich liebe dich auch. Es ist das letzte Mal, dass sie die Stimme und das ansteckende Lachen ihrer Mutter hört. Und fast scheint es so, als hätte Anne in diesem Moment genau das gespürt, wie eine Art mütterlicher Instinkt, dass schon bald etwas Schlimmes passieren wird. Die Boeing 777 ist nicht ausgebucht. Kurz vor Mitternacht besteigen zwölf Crewmitglieder und 227 Passagiere die Maschine. Unter ihnen sind Patrick, der Kabinenchef, und Anne. Eine Überwachungskamera hält diese Momente fest. Es sind banale und gleichzeitig beklemmende Szenen, Denn es sind die letzten Bilder dieser 239 Menschen. Die meisten von ihnen, 153, kommen aus China, 50 stammen aus Malaysia, die übrigen aus Indonesien, Australien, Indien, Frankreich, den USA, Neuseeland, der Ukraine, Kanada, Russland, den Niederlanden, dem Iran und Taiwan. Unter den Reisenden befinden sich drei Kleinkinder. Der zweijährige Wong fliegt zum Beispiel von einem Urlaub mit seinen Eltern und Großeltern zurück nach Hause. Der älteste Passagier ist ein 76-jähriger Mann aus China. Ein Pärchen ist auf dem Weg in die Flitterwochen und ein Mann hat heute Geburtstag. Um 0.27 Uhr beantragt Kapitän Saharie die Freigabe zum Start. 15 Minuten später, um 0.42 Uhr, hebt Flug MH370 ab. Die Route ist eigentlich relativ unspektakulär, denn sie verläuft in einer fast geraden Nordostlinie von Kuala Lumpur über das südchinesische Meer, durch den vietnamesischen Luftraum über Südchina nach Peking. Schnell lässt MH370 die erleuchtete Skyline der Hauptstadt hinter sich. Unter dem Flugzeug breitet sich nun die schwarze Weite des Meeres aus. Nach gut 25 Minuten hat Kapitän Sahariel die Reiseflughöhe auf etwa 10.700 Meter erreicht. Alles läuft nach Plan. An Bord beginnen Patrick und seine neuen Kolleginnen und Kollegen damit, die Ausgabe von Essen und Getränken vorzubereiten. In den 50 Minuten nach Abflug bestätigen Saharie und sein Co-Pilot Farik noch zweimal ihre Flughöhe bei der malaysischen Flugsicherung. Dann, um 1.19 Uhr, meldet das Kontrollzentrum in Kuala Lumpur die Übergabe von MH370 an den vietnamesischen Luftraum. Das Cockpit verabschiedet sich von den malaysischen Kollegen mit der üblichen Formulierung, nämlich Doch was dann passiert, ist der Beginn eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Denn Sahariel und Farik melden sich nie im Kontrollzentrum von Ho Chi Minh City in Vietnam. Eine Minute später, um 1.20 Uhr, mitten über dem südchinesischen Meer. Verschwindet Flug MH370 einfach vom Radar, wie ein Licht, das plötzlich erlischt. Dem Kontrolleur in Kuala Lumpur fällt das nicht auf. Er muss sich um andere Flugzeuge kümmern. Und schließlich hat die Maschine eben den malaysischen Luftraum und damit seinen Zuständigkeitsbereich verlassen. In Ho Chi Minh City wartet die Flugsicherung währenddessen darauf, dass MH370 auf ihren Radarschirm erscheint und sich das Cockpit im vietnamesischen Luftraum anmeldet. Aber das Radar bleibt dunkel. Der Funk bleibt stumm. Die Kontrolleure sind beunruhigt. Sie versuchen, das Cockpit anzufunken. Malaysia 370, hier Ho Chi Minh-Kontrolle, bitte antworten. Sie bitten andere Flugzeuge in der Nähe, den Kontakt herzustellen, aber auch die bekommen keine Antwort. Eigentlich müssten die Kontrolleure nach spätestens fünf Minuten ihre Kollegen in Kuala Lumpur informieren. Stattdessen versuchen sie 20 Minuten lang vergeblich MH370 zu erreichen. Erst um 1.41 Uhr melden sie Malaysia, dass sie keinen Funkkontakt mit dem Cockpit haben. Und die Maschine nicht auf ihrem Radar erschienen ist. Weitere 60 Minuten versuchen nun beide Flugsicherungen, die Boeing per Funk zu kontaktieren. Um 2.39 Uhr probiert die Fluggesellschaft dann, das Cockpit über ein Satellitentelefon anzurufen. Das Signal kommt durch, aber es hebt niemand ab. Zumindest scheint das eine Bestätigung dafür zu sein, dass die Boeing noch in der Luft ist. An einen Absturz glaubt niemand. Vielleicht ist das Flugzeug nun nicht mehr in der Lage zu kommunizieren. In der Luftfahrt gibt es drei Stufen der Eskalation. Die Uncertainty Phase, die Phase der Ungewissheit. Zum Beispiel, wenn der Funkkontakt abbricht oder sich das Cockpit nicht wie erwartet meldet. Erstmal kein Grund, Alarm auszulösen. Wenn es nicht gelingt, den Kontakt wiederherzustellen, dann folgt die Alert-Phase, die Alarmbereitschaft. Es gibt also offensichtlich ein schwerwiegendes Problem an Bord. Die Behörden werden informiert, die ihrerseits die Rettungsleitstellen einbeziehen. Es wird alles Mögliche für Rettungsmaßnahmen vorbereitet. Um drei Uhr morgens, über eineinhalb Stunden nach dem Verschwinden der Boeing, löst der Krisenmanager von Malaysia Airlines diese zweite Alarmstufe aus und kontaktiert die Behörden. Aber die Mitarbeiter der dünn besetzten Nachtschicht zögern, einen Notfall auszurufen. Schließlich könnte es sich nur um ein technisches Problem handeln. Und eine Sache ist besonders mysteriös. Die Mitarbeitenden der Bodenkontrolle informieren weder die zivilen noch die militärischen Radarsysteme darüber, dass MH370 verschwunden ist. Obwohl das ihre Pflicht gewesen wäre. Und weil die malaysischen Behörden weiter zögern, steht zwischen 3.30 Uhr und 6.30 Uhr morgens alles still. Erst dann, über fünf Stunden nachdem der Kontakt zum Flugzeug abgebrochen ist, wird die dritte Phase ausgelöst. Die Distress-Phase, der akute Notfall. Als Annes Ehemann Nathan eine Stunde später am International Airport in Peking ankommt, sehnt er sich danach, seine Frau zum ersten Mal seit drei Monaten wieder in die Arme zu schließen. Gegen 6.30 Uhr soll ihre Maschine ankommen. Als er auf die Anzeigetafel blickt, steht neben ihrem Flug MH370 aus Kuala Lumpur delayed, also verspätet. Das ist ja erstmal nichts Ungewöhnliches. Er wartet in der Ankunftshalle zusammen mit anderen Angehörigen. Die Minuten vergehen. Der Text auf der Anzeige verändert sich aber nicht. Verspätet. Aber um wie viel? Minuten? Stunden? Nathan fragt beim Schalter von Malaysia Airlines nach, aber die Mitarbeitenden dort haben keine Information. Sie wirken ratlos und Nathan wird langsam unruhig. Er weiß nicht, dass die Fluggesellschaft zur selben Zeit, um 7.24 Uhr malaysischer Ortszeit, eine öffentliche Erklärung abgibt. Wir zitieren mal daraus. Wir bedauern zutiefst mitteilen zu müssen, dass wir jeglichen Kontakt zu Flug MH370 verloren haben, der heute früh um 0.41 Uhr von Kuala Lumpur in Richtung Peking gestartet ist. Malaysia Airlines arbeitet derzeit mit den Behörden zusammen, die Such- und Rettungsmaßnahmen zur Lokalisierung des Flugzeugs eingeleitet haben. Unser Team ist aktuell dabei, die Angehörigen der Passagiere und der Besatzung zu kontaktieren. Unsere Gedanken und Gebete sind bei allen betroffenen Passagieren, Besatzungsmitgliedern und deren Familien. Das ist wirklich unvorstellbar, wie es sich für die Angehörigen anfühlen muss, diese Zeilen zu lesen. Und es ist völlig unklar, was sie eigentlich bedeuten. Selbst die Airline scheint ja nicht zu wissen, was eigentlich passiert ist. Und es fällt auf, dass in diesem Statement nicht die Worte Absturz, Notfall, Vermisst oder Unglück fallen. Es ist sehr vage und vorsichtig formuliert und klingt fast harmlos, wahrscheinlich um Panik zu vermeiden. Am Flughafen Peking klingelt derweil Nathans Handy. Am anderen Ende ist ein Freund, der sagt, ein Flugzeug ist verschwunden, der Kontakt ist abgebrochen. Und Nathan wird klar, in diesem Flugzeug sitzt seine Frau Anne. Panik steigt in ihm auf. Was heißt verschwunden? Wie kann ein Flugzeug einfach so verschwinden? Als erfahrener Fluglotse weiß er, dass das unmöglich ist. Mit zitternden Händen sucht er auf dem Handy die Nummer seiner Tochter Grace. Grace ist über 8000 Kilometer entfernt und verlässt gerade die Bibliothek auf ihrem Campus im englischen Bristol. Sie hat bis spät in die Nacht gelernt, Bücher gewälzt und Urteile gelesen, denn die entscheidenden Jura-Abschlussprüfungen stehen kurz bevor. Und sie will ihre Mutter stolz machen. Als ihr Handy klingelt, rechnet sie erst damit, Annes Stimme zu hören, die sagt, dass sie gut angekommen sei. Aber es ist ihr Vater Nathan. Seine Stimme zittert, er klingt ängstlich und panisch. Er sagt, dass die Maschine ihrer Mutter verschwunden ist. Sie solle den ersten Flieger nehmen und nach Hause kommen. Grace bricht in Tränen aus. Ohne eine Tasche zu packen, macht sie sich auf den Weg zum Londoner Flughafen Heathrow. Sie kauft ein Ticket für den ersten Direktflug nach Kuala Lumpur. Was folgt, sind die längsten 14 Stunden ihres Lebens. Ohne Internet, ohne Information. Vielleicht haben sie das Flugzeug ja inzwischen gefunden. Vielleicht lebt ihre Mutter noch. Doch als sie in ihrer Heimat ankommt, gibt es keine Neuigkeiten. Und Grace spürt ein Gefühl der Erleichterung. Denn vielleicht ist MH370 doch irgendwo sicher gelandet. Der US-amerikanische Fernsehsender CNN ist der erste, der über das Verschwinden der Maschine von Malaysia Airlines berichtet. Danach verbreitet sich die Nachricht weltweit wie ein Lauffeuer. Sofort beginnen in den Medien die ersten Spekulationen. Wurde das Flugzeug entführt? Ist es ins Meer gestürzt? Malaysia, Vietnam, Singapur, die Philippinen und die USA entsenden Rettungsboote, Hubschrauber und Flugzeuge in das Gebiet im südchinesischen Meer, in dem die Kommunikation mit MH370 und seinen Piloten abgebrochen ist. Sie suchen nach Trümmerteilen oder nach einem Ölteppich, nach Rettungsinseln mit Überlebenden oder Toten im Meer. Nach Spuren, die belegen, dass das Flugzeug tatsächlich abgestürzt ist. Normalerweise liegt dann ein riesiger Trümmer-Teppich auf dem Meer. Bloß, der taucht nicht auf. Immer wieder glauben die Experten zwar, auf Satellitenbildern Teile einer Maschine entdeckt zu haben, aber die Flugzeuge und Boote vor Ort können dies nicht bestätigen. Ein Ölteppich wird gesichtet, aber Proben ergeben, dass der Treibstoff von einem Schiff stammt. Wie ist es möglich, dass sich die Boeing 777 einfach so in Luft auflöst? Es scheint fast so, als hätte sie jemand einfach aus dem Himmel gelöscht, ohne dass eine Spur von ihr auf der Erde zurückgeblieben ist. Früh am Morgen klingelt in einem Vorort von Kuala Lumpur das Handy von Chakwita, der Ehefrau von Flugbegleiter Patrick. Eine Freundin fragt, ob sie schon gehört habe, dass die Maschine MH370 vermisst sei, ob es Patrick gutgehe. Chakwita aber weiß es nicht. Seit er das Haus nach dem gemeinsamen Abendessen verlassen hat, hat sie nichts mehr von ihm gehört. Sie kontrolliert seinen Dienstplan. Patrick war als Kabinenchef eingeteilt, an Bord der MH370 von Kuala Lumpur nach Peking. Sofort macht sie sich auf den Weg zum Flughafen. Das Samasama Hotel liegt nur wenige Meter vom Tower des Kuala Lumpur International Airport entfernt. Normalerweise hallen im Eingangsbereich Schritte, rollende Koffer und leisige Spräche durch die hohen Decken und über glänzende Marmorböden. Eigentlich ist es ein Ort des Übergangs. Die meisten Reisenden bleiben nur eine Nacht, voller Vorfreude auf einen Urlaub oder auf die Rückkehr nach Hause. Doch am 8. März 2014 wird das Samasama Hotel zum Krisenzentrum und zum Ort von unendlichem Schmerz. Immer wieder zucken Kamerablitze durch die Eingangshalle. Die lauten Fragen von Journalisten vermischen sich mit den verzweifelten Rufen und den Tränen der Angehörigen. Eine eilig zusammengerufene Kommission aus Regierungsmitgliedern, Mitarbeitern der Malaysia Airlines und einer wachsenden Gruppe von Experten versucht, Antworten zu finden und Ordnung ins Chaos zu bringen. Um 11.14 Uhr gibt es eine erste Pressekonferenz. Man habe den Kontakt zu MH370 über dem südchinesischen Meer verloren. Man gehe verschiedenen Hinweisen nach, aber bisher wisse man nicht, was passiert ist. Die Verzweiflung von Jakwita und den anderen Angehörigen wächst. Denn sie verstehen zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht, was genau passiert ist. Es gibt ja offenbar keine Spuren, kein Wrack und keine Leichen. Also kein Beweis dafür, dass MH370 wirklich abgestürzt ist. Und so bleibt in Familien ein Gefühl der Hoffnung. Irgendwo muss das Flugzeug doch sein. Und selbst bei Abstürzen kann es schließlich Überlebende geben. Jetzt drängt die Zeit, sie so schnell wie möglich zu finden. Inzwischen beteiligen sich 26 Staaten an der Suche im südchinesischen Meer. Immer wieder werden mögliche Wrackteile gesichtet. Aber alle Meldungen stellen sich als falsch heraus. Und dann gibt es plötzlich Hinweise darauf, dass die Maschine vielleicht gar nicht da verschwunden ist, wo alle suchen. Am 12. März, vier Tage später, meldet sich die Flugsicherung des malaysischen Militärs. Sie berichtet, dass sie in der Nacht vom 8. März ein unbekanntes Flugzeug auf ihrem Primärradar gesehen hat. Und ihre Schlussfolgerung ist beunruhigend. Dieses Flugzeug muss MH370 gewesen sein. Und jetzt wird es noch mysteriöser. Denn auf dem Radar zeigt sich etwas, womit niemand gerechnet hat. Kurz nach dem letzten Funkkontakt macht die Maschine plötzlich eine scharfe Linkskurve. Sie dreht um, fliegt zurück über Malaysia und nimmt dann Kurs nach Nordwesten, hinaus über das offene Meer. Um 2.22 Uhr verschwindet sie dann auch von den Radarschirmen des Militärs. Wir haben euch ein Foto der Flugroute in die Schaunorts gepackt. Aber warum hat sich das Militär nicht über dieses unbekannte Flugzeug gewundert? Eine Maschine, die so eine ungewöhnliche Route fliegt, mitten in der Nacht. Warum wurde nicht sofort die zivile Luftfahrt informiert? Warum sind keine Kampfjets gestartet, um zu klären, was da eigentlich am Himmel unterwegs ist? Und warum hat das Militär vier Tage lang geschwiegen, während die Suche möglicherweise am völlig falschen Ort lief? Ist das Zufall oder Fahrlässigkeit? Oder wusste man vielleicht mehr, als man zugeben wollte? Antworten darauf gibt es bis heute nicht. Jetzt ist aber klar, dass das Suchgebiet deutlich ausgeweitet werden muss. Auf die Straße von Malacca und Teile des anamanischen Meers nördlich davon. Das sind zwischen 600.000 und 700.000 Quadratkilometer. Eine Fläche so groß wie Frankreich. Es ist die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und es stellt sich eine weitere Frage. Warum flog das Flugzeug plötzlich diese scharfe Linkskurve und wich vom Kurs ab? Genau in dem Moment, in dem der Transponder, der die Flugdaten an das Radar schickt, ausgefallen ist. Eine Erklärung wäre, dass eine Explosion an Bord wichtige Kommunikationssysteme zerstört hat. Vielleicht versuchte Kapitän Sahari in einem verzweifelten Manöver, die Maschine zurück zum Flughafen zu steuern. Doch dann könnte im Cockpit der Druck abgefallen sein. Und vielleicht verloren er und sein Co-Pilot Farig kurz darauf durch Sauerstoffmangel das Bewusstsein. Ab diesem Moment hätte der Autopilot übernommen. Die Maschine wäre einfach weiter geflogen, so wie ein Geisterflug. Das ist eine erste plausible Theorie. Doch im Moment kann sie keiner überprüfen. Und es bleibt die entscheidende Frage, was ist mit dem Flugzeug passiert, nachdem es vom Militärradar verschwunden ist? Wenn ein Flugzeug in der Luft ist, sendet es verschiedene Signale. Über den Transponder, über den wir ja schon gesprochen haben, werden Daten wie Flugnummer, Position, Flughöhe, Geschwindigkeit und technische Informationen an die Flugsicherung übermittelt. Genau dieser Transponder an Bord von MH370 hat aber plötzlich aufgehört zu senden. Daneben gibt es noch eine andere Art von Signal. Jede Maschine meldet sich in regelmäßigen Abständen bei einem Satelliten, zum Beispiel für Telefonverbindungen oder Datenübertragungen. Diese kurzen Kontaktaufnahmen nennt man Handshakes oder Pings. Das sind keine genauen Positionsdaten, sondern nur kurze Impulse, die im Grunde sagen, hey, ich bin noch da. In den Tagen nach dem Verschwinden von MH370 analysieren Experten aus den USA genau diese Daten. Und dabei finden sie etwas Erstaunliches heraus. Denn nachdem das Flugzeug vom Radar verschwunden ist, hat es noch etwa sieben Stunden lang Handshake-Signale ausgesendet. Das bedeutet, es ist nach dem letzten Kontakt um 1.20 Uhr sieben Stunden lang weitergeflogen, unbemerkt und unsichtbar. Vermutlich bis der Treibstoff ausging oder es irgendwo gelandet ist. Es befindet sich also wahrscheinlich gar nicht da, wo man im Moment nach ihr sucht, sondern irgendwo in einem Radius von unfassbaren 50 Millionen Quadratkilometern. Das sind knapp 10 Prozent der Erdoberfläche. Ein Gebiet, das fünfmal so groß ist wie Europa. Wo soll man da anfangen? Am 13. März 2014, fünf Tage nach dem Verschwinden, erfahren die Angehörigen von dieser dramatischen Wendung. Und sie schöpfen neue Hoffnung. Vielleicht leben ihre Familienmitglieder ja noch. Vielleicht ist ihr Flugzeug an einem unbekannten Ort gelandet. Einem Ort, an dem bisher niemand nach ihnen gesucht hat. Die Experten stehen jetzt vor einer riesigen Herausforderung. Sie müssen es schaffen, aus den Satelliten-Handshakes die Position von MH370 zu rekonstruieren. Sie berechnen dazu den Abstand des Flugzeugs zum Satelliten. Und zwar in dem Moment, als es ein Signal gesendet hat. Werbung Ende, Dadurch ergeben sich zwei mögliche Routen. Eine nach Nordwesten über Indien und Zentralasien und eine in den Süden, bis weit über den Indischen Ozean. Auch davon haben wir euch ein Foto verlinkt. Im Laufe der nächsten Tage können die Experten die nördliche Route ausschließen. MH370 hätte dabei diverse Flugräume durchquert, und das wäre aufgefallen. Somit bleibt nur noch die Strecke in den Süden, auf der es nichts gibt als das offene Meer. Die Angehörigen ahnen davon nichts. Am 24. März 2014, fast zwei Wochen nach dem Verschwinden des Flugzeugs, sind Nathan und seine Tochter gerade auf dem Weg in den Supermarkt, als sein Handy klingelt. Es ist eine SMS von Malaysia Airlines. Darin steht, mit großem Bedauern müssen wir annehmen, dass MH370 verloren ist und niemand überlebt hat. Passungslos blickt Nathan auf die Nachricht, die aus dem Nichts kommt, und das verkündet, was er niemals glauben wollte. Anne, seine Frau, ist tot. Die Töchter fragen, was passiert sei, aber ihr Vater wendet wortlos das Auto und fährt zurück nach Hause. Dort schaltet er den Fernseher ein. In diesem Moment tritt der malaysische Premierminister vor die Presse. Fassungslos hören Nathan und seine Töchter Jakwita, die Frau des Kabinenschefs an Bord, und weitere hunderte Angehörige rund um die Welt seinen Worten zu. Die einzig mögliche Flugroute habe in den südlichen Indischen Ozean geführt und dort sei die Maschine, gemessen an der letzten berechneten Position, ins Meer gestürzt. Alle Passagiere seien tot. Für die Familien der Opfer ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Mit einem Mal scheint alle Hoffnung zu erlöschen. Im Lido Hotel in Peking spielen sich dramatische Szenen ab. Angehörige schreien, andere beginnen damit Stühle zu zertrümmern, die Trauer schlägt in Wut um. Denn die Menschen haben das Gefühl, dass die Regierung Malaysias ihnen nicht die ganze Wahrheit sagt. Wie kann sie behaupten, das Flugzeug sei abgestürzt, wenn auch zwei Wochen später kein einziges Trümmerteil aufgetaucht ist, um das zu belegen? Wo sind die ganzen Beweise? Am selben Tag beginnen Malaysia, Australien und China mit der Suche im Indischen Ozean. Zwei Ziele stehen dabei im Mittelpunkt. Zum einen Trümmer finden. Der vermutete Absturz liegt inzwischen 16 Tage zurück. Durch Wind- und Meereströmungen könnten sich die Überreste der Maschine längst über ein riesiges Gebiet verteilt haben. Die Suche wird dadurch extrem schwierig. Genauso entscheidend ist die Blackbox, also der Flugdatenschreiber und Stimmrekorder. Nur sie kann Aufschluss darüber geben, was in den letzten Stunden an Bord von MH370 passiert ist. Dort sind technische Daten wie Geschwindigkeit, Höhe, Kurs und Systemzustände gespeichert, aber auch die Gespräche im Cockpit. Sobald die Blackbox mit Wasser in Berührung kommt, sendet sie Ortungssignale aus. Sie läuft über Batterien, und die halten nur 30 Tage. Die Hälfte der Zeit ist bereits abgelaufen, als die Suche im südindischen Ozean beginnt. Und diese umspannt ein Gebiet von fast 60.000 Quadratkilometern Wasseroberfläche, also knapp so groß wie Frankreich, und einen Meeresgrund, der zwischen 4.000 und 6.000 Meter tief ist. Flugzeuge, Schiffe und U-Boote helfen bei der Suche. Doch sie finden nichts. Viermal wird das Suchgebiet in den folgenden Wochen verlagert. Aber keine Spur, kein Trümmerteil und auch kein Signal. Als hätte sich die Boeing 777 mit ihren 239 Menschen an Bord einfach in Luft aufgelöst. Und das wirkt auf viele so unbegreiflich, dass die ersten Spekulationen entstehen. Manche sprechen von einer Art zweitem Bermuda-Dreieck, diesem sagenumwobenen Gebiet zwischen Bermuda, Puerto Rico und Miami, in dem angeblich Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwinden. Könnte so etwas auch hier passiert sein? Die kurze Antwort, eher nicht. Denn das Phänomen Bermuda-Dreieck gilt heute als wissenschaftlich widerlegt. Trotzdem bleibt dieses Gefühl, dass hier irgendwas nicht zusammenpasst. Und neben der Suche nach dem Flugzeug beschäftigt die Angehörigen und die Öffentlichkeit eine zweite Frage. Warum endete der Malaysia Airlines-Flug MH370 statt in Peking vermutlich hier, mitten im südindischen Ozean? Schon wenige Tage nach dem Verschwinden der Maschine werden in den Medien und unter Experten verschiedene Theorien diskutiert. Eine davon ist eine mögliche Entführung. Terroristen könnten das Flugzeug in ihre Gewalt gebracht und es an einem abgelegenen Ort gelandet haben. Allerdings gibt es kein Bekennerschreiben und keine Forderung nach Lösegeld. Das lässt diese Theorie schnell ins Wanken geraten. Und dann gerät der Mann unter Verdacht, der in jener Nacht am Steuer saß. Saharie, der Pilot der Maschine, der hatte sich mit diesem Beruf einen Traum erfüllt. Schon als Kind gab es für ihn nur ein Ziel, nämlich zu fliegen. Er schaffte es an eine Flugschule auf den Philippinen und bekam einen Job bei Malaysia Airlines. Bis März 2014 sammelte er mehr als 18.000 Flugstunden. Saharie war also extrem erfahren. Und selbst seine Freizeit verbrachte er am liebsten über den Wolken, zumindest virtuell. In seinem Keller hat er nämlich einen Flugsimulator gebaut, aus drei Monitoren und einem Instrumentenbrett. Ein Foto davon könnt ihr euch auch in den Shownotes anschauen. Und genau dieser Simulator gerät jetzt ins Visier der Ermittler. Experten des FBI werten die Daten darauf aus. Und sie finden Hinweise, dass Sahari eine Route im Indischen Ozean abgeflogen ist, die der von MH370 ziemlich ähnelt. Ein Zufall? Oder ein Hinweis darauf, dass der Kapitän selbst etwas mit dem Verschwinden zu tun hat? Die Theorie, die daraus entsteht, ist verstörend. Könnte er seinen Co-Piloten Farig unter einem Vorwand aus dem Cockpit geschickt haben, nur um dann die Tür von innen zu verriegeln? Hat er vielleicht selbst den Transponder abgeschaltet, genau in dem Moment, als das Flugzeug den Flugraum wechselte? In einer Phase, in der er wusste, dass nicht sofort klar sein würde, wo die Maschine eigentlich ist? Ist er dann aufs offene Meer geflogen, immer weiter, bis der Treibstoff ausging und das Flugzeug ins Meer gestürzt ist? Wollte Kapitän Sahari 238 Menschen mit sich in den Tod reißen? So wie knapp ein Jahr später, im März 2015, der Pilot der Germanwings-Maschine 9525, der sein Flugzeug mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen zum Absturz gebracht hat. Die Ermittler untersuchen jetzt Saharias Privatleben, befragen sein Umfeld und werten die Aufnahmen der Überwachungskameras am Flughafen aus, auf denen der 53-Jährige zum letzten Mal zu sehen ist. Und sie kommen zu einem Ergebnis. Es gäbe keinerlei Hinweise darauf, dass er persönliche Schwierigkeiten, Geldprobleme oder eine psychische Erkrankung hatte. Doch in den Medien tauchen auch andere Darstellungen auf. Saharias Ehe sei am Ende gewesen. Zuletzt habe er sich sehr von seinem Umfeld zurückgezogen. Also was stimmt davon wirklich? Ein klares Motiv für einen Suizid wird jedenfalls nie gefunden. Trotzdem bleibt der Kapitän in den Augen vieler der Hauptverdächtige. Und zwar so lange, bis klar ist, was mit MH370 wirklich geschehen ist. Und dazu gibt es auch knapp ein Jahr später keine neuen Erkenntnisse. Noch immer suchen Australien, Malaysia und China auf und unter Wasser nach Spuren des Flugzeugs. Zwischen 100 und 150 Millionen Dollar, also knapp 75 bis 110 Millionen Euro, hat diese aufwendige Suchaktion bisher gekostet. Im April 2015 beschließen die Länder dann, das Gebiet von 60.000 auf knapp 120.000 Quadratkilometer auszuweiten. Aber MH370 bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Für die Familien der Passagiere ist diese Situation unerträglich. Es macht sie traurig und wütend, nicht zu wissen, wo ihre Angehörigen sind und was ihnen zugestoßen ist. Auch wenn inzwischen kaum noch Hoffnung besteht, sie lebend wiederzusehen, bleibt da immer dieser letzte Zweifel. Denn es gibt keinen Körper, den man begraben kann, keine Möglichkeit, Abschied zu nehmen und abzuschließen. Die Angehörigen sind in ihrer Trauer gefangen. Und viele von ihnen glauben inzwischen, dass die malaysische Regierung ihnen nicht die ganze Wahrheit sagt. Wie kann eine Boeing 777 einfach im Nichts verschwinden? Und dann, knapp ein Jahr nach dem Verschwinden des Flugzeugs, geschieht etwas, dass der Geschichte wieder eine völlig neue Wendung gibt. Etwas, das den letzten Funken Hoffnung auslöscht, die Menschen an Bord von MH370 lebend wiederzufinden. Dafür machen wir jetzt einen Ortswechsel. Die Vulkangipfel von La Reunion ragen wie grüne, zerklüftete Silhouetten aus dem tiefblauen Indischen Ozean. Die Insel, sie ist etwa so groß wie das Saarland, liegt östlich von Madagaskar und gehört zu Frankreich. Damit ist sie der südlichste Außenposten der EU. An der Westküste finden sich geschützte Lagunen mit hellem Sand und schimmerndem türkisfarbenem Wasser. An vielen Stränden aber liegt schwarzer Sand, geformt von vulkanischem Gestein. Am Strand von Sankt André im Nordosten der Insel gibt es nichts als Felsen, Vulkangesteine und schwarz-grauem Kies. Doch am 29. Juli 2015 liegt hier etwas, das hellgrau und glatt aus der Landschaft heraussticht. Etwas, das hier nicht hingehört. Ein Teil eines Flugzeugflügels einer Boeing 777. Er ist übersät mit Muscheln und muss monatelang im Wasser gelegen haben. Ein Foto davon haben wir euch auch wieder in die Shownotes gepackt. Ist es vielleicht der erste Beweis dafür, dass MH370 wirklich im Indischen Ozean abgestürzt ist? Die französischen Behörden bringen die Flügelklappe nach Toulouse, wo sie von internationalen Experten untersucht wird. Sie entdecken darauf eine Seriennummer und die beweist eindeutig, das Wrackteil gehört tatsächlich zur vermissten Malaysia Airlines-Maschine. Als die Angehörigen davon erfahren, stirbt in diesem Moment jedes Gefühl der Hoffnung. Denn sie wissen jetzt, ihre Partner, Kinder, Geschwister oder Großeltern sind tot. Auch Jakwita hatte bis zuletzt daran geglaubt, ihren Ehemann Patrick lebend wiederzusehen. Schließlich gab es immer noch die Möglichkeit, dass er und die anderen Passagiere irgendwo als Geiseln gehalten werden. Aber jetzt ist klar, ihr Flugzeug ist auf der Meeresoberfläche des Indischen Ozeans zerschellt. Die 239 Menschen an Bord hatten keine Überlebenschance. Aber trotzdem bleiben so viele Fragen offen. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Was hat die Maschine in diese abgelegene Gegend geführt? Und was genau ist in ihren letzten Stunden passiert? Vielleicht gibt es eine Erklärung, wenn genug Wrackteile gefunden werden, um anhand von Spuren die Ursache des Unglücks zu rekonstruieren. Laut den Experten für Meeresströmungen könnten diese nicht nur auf La Réunion, sondern auch an den Stränden von Madagaskar oder der Küste Afrikas angespült worden sein. Und tatsächlich sind bis heute knapp 30 Flugzeugtrümmer aufgetaucht, von denen drei eindeutig und andere sehr wahrscheinlich MH370 zugeordnet werden konnten. Aber auch sie liefern keine eindeutigen Antworten auf die Frage, was an Bord des Malaysia Airline-Flugs wirklich passiert ist. Im Januar 2017, fast drei Jahre nach dem Verschwinden der Maschine, bleibt das Hauptwrack des Flugzeugs und die Blackbox verschollen. Und die Suche nach MH370 wird vorübergehend eingestellt. Jakuta, Grace, ihr Vater Nathan und die hunderten Hinterbliebenen sind enttäuscht, verzweifelt und wütend darüber, dass sie jetzt womöglich niemals Gewissheit über das Schicksal ihrer Familienmitglieder haben werden. Umso größer ist die Erleichterung, als sich im Januar 2018 das private britisch-US-amerikanische Forschungsunternehmen Ocean Infinity mit der malaysischen Regierung darauf einigt, weiter nach dem Wrack zu suchen. Die Prämie von umgerechnet knapp 60 Millionen Euro gibt es erst, wenn tatsächlich etwas gefunden wird. Jetzt durchsuchen auch autonome Tauchroboter ein bisher unerforschtes Gebiet von 25.000 Quadratkilometern. Also ungefähr so groß wie Belgien. Die Zuversicht ist groß, nun endlich den entscheidenden Fund zu machen. Doch sie hält nicht lange. Fünf Monate später, im Juni 2018, verkündet Ocean Infinity, dass die Mission gescheitert ist. Es stellt die Suche ein. Also, was jetzt? Die Tatsache, dass ein Flugzeug in der heutigen Zeit einfach so von der Erdoberfläche verschwinden kann, löst in der Öffentlichkeit eine Welle von Spekulationen aus. Eine der meistdiskutierten Theorien lautet, die USA hätten die Maschine entführt und an die Militärbasis Diego Garcia gebracht. Sie liegt auf einer abgelegenen Insel im Indischen Ozean, südlich der Malediven. Ein Ort, über den seit Jahren die unterschiedlichsten Gerüchte kursieren. Denn der Stützpunkt liegt extrem isoliert und ist für Zivilisten komplett gesperrt. Kaum jemand weiß, was dort wirklich passiert. Immer wieder ist von geheimen Atomwaffen die Rede, von versteckten Gefängnissen oder sogar von Forschungseinrichtungen für medizinische Experimente. Und jetzt soll ausgerechnet ein ziviles Passagierflugzeug dorthin entführt worden sein? Tatsächlich melden sich kurz nach dem Verschwinden von MH370 Bewohner einer Insel auf den Malediven zu Wort. Sie berichten, dass sie am Morgen des 8. März 2014 ein Flugzeug gesehen haben. Und zwar eine Boeing, die ungewöhnlich tief flog. Sie kam von Norden und flog in Richtung Südwesten. Die Bemalung habe ausgesehen wie die einer Maschine von Malaysia Airlines. Radaraufzeichnungen davon gibt es zwar keine, aber ein Flugzeug kann tatsächlich zeitweise vom Radar verschwinden, wenn es sehr niedrig fliegt. Warum hätten die USA MH370 entführen sollen? Journalisten, Autoren und Verschwörungstheoretiker spekulieren, dass wichtige Wissenschaftler oder Technologien an Bord gewesen sein könnten, die die USA in ihre Gewalt bringen wollten. Und dann ist da noch die viel düsterere Frage. Was wäre in so einem Szenario mit den 239 Menschen an Bord passiert? Wurden sie getötet? Oder, wie einige der radikalsten Theoretiker vermuten, für medizinische Experimente missbraucht? Manche Theorien gehen sogar noch weiter, bis ins Übernatürliche. Im Internet kursiert 2014 ein Video, das angeblich zeigt, wie mehrere kleine Flugobjekte die Boeing umzingeln und plötzlich zusammen mit ihr verschwinden. Die Erklärung, die dazu geliefert wird, klingt wie aus einem Science-Fiction-Film. Aliens hätten MH370 entführt und durch eine Art Wurmloch oder Portal in eine andere Dimension gebracht. die Flugobjekte seien eindeutig UFOs. Das Video stellt sich später aber als Fake heraus. Und auch für alle anderen Theorien gibt es keine Beweise. Es bleiben reine Spekulationen und Versuche, das Unbegreifliche greifbar zu machen. Im April 2021 kommt dann eine weitere angebliche Erklärung hinzu. Sie ist das Ergebnis einer jahrelangen Recherche einer französischen Investigativjournalistin namens Florence. Sieben Jahre lang hat sie mit Beteiligten gesprochen, Akten gesichtet und Informationen gesammelt. Und nun ist sie überzeugt, eine Erklärung für das Schicksal von MH370 gefunden zu haben. Für sie ist entscheidend, was sich noch neben den Koffern der Passagiere im Frachtraum der Boeing befunden hat. Denn bei jedem Linienflug ist es üblich, dass neben Gepäck auch Luftfracht transportiert wird. Im Fall von MH370 waren das laut Papieren. 4000 Kilogramm Mangostane, das sind extrem wertvolle Früchte, und Kisten mit insgesamt knapp 2500 Kilo Lithium-Ionen-Batterien. Eigentlich muss jedes Fracht- und Gepäckstück, die Sicherheitskontrolle und einen Röntgenscanner durchlaufen, bevor es an Bord darf. Am Flughafen der malaysischen Hauptstadt gab es aber 2014 keinen Scanner, der groß genug für diese Kisten war. Also wurde die Ladung von den Mitarbeitern per Augenschein überprüft. Das behauptet zumindest Doch dann stößt die Journalistin auf merkwürdige Details. Angeblich sei die Lieferung bis zum Flughafen von einer bewaffneten Eskorte begleitet worden. Warum dieser Aufwand, wenn es doch nur um Batterien ging? Die Journalistin beginnt zu zweifeln. Vielleicht befand sich in den Kisten ja etwas ganz anderes. Möglicherweise eine besonders wertvolle Fracht, wie Drohnen oder Militär- und Spionagetechnik, die über Kuala Lumpur an Bord von MH370 nach China gebracht werden sollte. Und ausgehend davon entwickelt sie folgendes Szenario. Amerikanische Geheimdienste könnten von der brisanten Fracht Wind bekommen haben und wollten um jeden Preis verhindern, dass die Ladung chinesischen Boden erreicht. Ihr angeblicher Plan? Zwei Aufklärungsflugzeuge des US-Militärs, die sich in jener Nacht zwischen dem malaysischen und vietnamesischen Luftraum befanden, haben sich über und unter der Boeing positioniert. Sie schirmten also von oben und unten ab. So konnten sie das Transponder-Signal der Maschine stören. Und MH370 verschwand vom Radar. Anschließend, so die Annahme, wollte man Kapitän Sahari zu einer Zwischenlandung zwingen, um die Ladung zu sichern. Danach sollte der Flug ganz normal in Richtung Peking weitergehen. Doch der Plan scheiterte. Der Kapitän verweigerte den erzwungenen Zwischenstopp und blieb auf Kurs. Kurz bevor die Maschine den chinesischen Luftraum erreichte, kam es dann zu einem fatalen Ereignis. Entweder kollidierten zwei Flugzeuge in der Luft oder MH370 wurde abgeschossen, so die Annahme. Echte Beweise für diese Theorie kann die Journalistin allerdings nicht vorlegen. Zwar liefert sie eine mögliche Erklärung, aber wichtige Fragen bleiben dabei unbeantwortet. Allen voran, wenn die Maschine im südchinesischen Meer abgestürzt ist, wie kommen die Trümmerteile dann in den südindischen Ozean? Und was ist mit der Flugroute, die ja über das Militärradar und Satellitendaten bis vor die Westküste Australiens nachverfolgt werden konnte? Ist die auch gefälscht? Steckt hinter dem Verschwinden von MH370 also eine gigantische internationale Verschwörung? Vielleicht werden wir das nie erfahren. Es sei denn, das Wrack der Maschine liefert irgendwann doch noch Antworten. Am 30. Dezember 2025, zwölf Jahre nach dem Unglück, beginnt das private Forschungsunternehmen Ocean Infinity eine erneute Suche nach dem verscholdenen Flugzeug. Doch auch die bleibt ohne Erfolg. Am Ende gibt es immerhin eine Erkenntnis. Man wisse nun ziemlich genau, wo sich das Wrack nicht befindet. MH370 bleibt bis heute verschollen. Fast zwölf Jahre sind seit dem Absturz vergangen. Zwölf Jahre, in denen die Familien der Opfer vergeblich auf Antworten und Erklärung warten. Und zwölf Jahre, in denen sie keinen Frieden finden, kein Ende ihrer Trauer und keine Möglichkeit, sich endgültig von ihren geliebten Menschen zu verabschieden. Viele der Angehörigen wollen weiter an die Vermissten erinnern und sich dafür einsetzen, dass die Suche nach ihnen nicht aufgegeben wird. Nathan und seine Tochter Grace haben den Tod ihrer Ehefrau und Mutter Anne nie überwunden. Sie sagen bis heute nicht, dass sie tot ist. Sie werde vermisst und sie sprechen von ihr niemals in der Vergangenheitsform. Grace hat nur zwei Wochen nach dem Unglück erfolgreich ihr juristisches Staatsexamen abgelegt. Sie wollte ihre Mutter stolz machen. Als sie 2020 geheiratet hat, trug sie ein Bild von Anne in einem Blumenbouquet mit sich zum Altar. Es vergeht kein Tag, an dem Jaquita nicht an ihren Mann Patrick denkt. Sie hat akzeptiert, dass sie ihn nie wieder sehen wird. Doch die Frage nach dem Warum lässt sie einfach nicht los. Könnte sie die Zeit zurückdrehen, würde sie ihn an jenem Abend des 7. März 2014 selbst zum Flughafen fahren, nur um diese letzten Minuten mit ihm zu haben. In ihrem Haus hängen noch immer sauber gebügelt Patricks Uniform. Und im Schlafzimmer steht sein blauer Koffer, der nie wieder auf Reisen gehen wird. Der Flug MH370 ist bis heute eines der größten Mysterien der Luftfahrtgeschichte. Vielleicht wird es sich eines Tages auflösen, vielleicht bleiben die Antworten für immer im Dunkeln. Aber eines darf niemals in Vergessenheit geraten. Die 239 Menschen, die niemals zu ihren Familien zurückgekehrt sind. Wollen wir direkt in die Theorien springen, Anna? Ja, lass uns darüber sprechen. Ich habe sehr viele Fragezeichen in meinem Kopf, vor meinem Kopf, überall. Ja, hau raus. Also lass uns einfach mal damit anfangen, wie krass das eigentlich sein muss, wenn du weißt, jemand von meinen Angehörigen saß an diesem Flugzeug und du weißt einfach nicht, was passiert ist. Du kannst nichts machen, du bist so hilflos. Niemand kann sich ja an der Suche beteiligen. Da kann ja jetzt niemand mit einem Boot aufs Meer hinausfahren und nach Trümmerteilen suchen. Ich meine, wenn eine Person irgendwo in der Stadt verschwindet, ist das genauso scheiße, aber zumindest kann man selber auf die Suche gehen und Plakate aufhängen, weißt du, man kann irgendwas machen, um sich zu beschäftigen und vielleicht auch das Gefühl zu bekommen, hey, ich sitze nicht zu Hause und warte darauf, dass andere etwas machen, sondern ich kann mich selber an der Suche beteiligen und das können hier die Angehörigen natürlich nicht. Und das muss so furchtbar sein, wenn du auf andere, auf Länder, auf was weiß ich wen angewiesen bist, die eben da für dich hinterher sein müssen und du das Gefühl hast, die tun vielleicht auch einfach nicht genug. Ja, also ich meine, ich gebe dir recht, dass du natürlich bei diesen aktiven Suchaktionen vor Ort sehr angewiesen bist auf die Länder, die das jetzt durchführen. Aber wir haben ja auch heute schon darüber gesprochen, dass dann auch im Internet dafür sehr viel, ja, dass da halt einfach sehr viel Aufmerksamkeit dann drauf gezogen wird. Das ist, glaube ich, das meiste, was man dann machen kann und dann halt... Nur hoffen kann, dass man durch irgendwelche Fundraiser-Aktionen oder so genügend Geld zusammenkratzen kann, um doch was Eigenes zu starten. Also ich glaube, es ist schon möglich. Das Problem ist halt einfach nur auch dadurch, dass es so eine riesige Area ist, dass es auch so sündhaft teuer ist, da Aktionen, Suchaktionen durchzuführen. Ja, und das hat sich ja auch dann wieder geändert. Plötzlich wurde das Flugzeug nicht mehr in der Region gesucht, sondern in einer ganz anderen. Also auch das muss ja den Leuten damals total vor den Kopf gestoßen sein, dass man sich denkt, okay, ihr habt jetzt voll lange in dem Gebiet gesucht und plötzlich sprechen wir über ein ganz anderes Gebiet im Meer. Also auch das ist ja alles so ein bisschen merkwürdig. Gibt es eine Theorie, über die wir gesprochen haben, die für dich am plausibelsten klingt, warum das Flugzeug abgestürzt ist? Ja, also ich schwank so ein bisschen zwischen zwei Theorien. Einmal der Suizidtheorie, dass der Pilot das Flugzeug mit sich gerissen hat. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass er weiß, wie man ein Flugzeug... Oder wo man ein Flugzeug abstürzen lassen kann, dass es nicht gefunden wird. Andererseits, und da sind wir so ein bisschen, paranormal ist da jetzt vielleicht ein bisschen dehnbarer Begriff, sagen wir eher mysteriös, bin ich aber auch nicht ganz abgeneigt, was dieses Militärische angeht. Also, dass wirklich dieser Flug abgeschirmt worden ist, vom US-Militär beispielsweise, da wichtige Fracht drauf war, Darüber haben wir auch gesprochen, wichtige Personen an Bord waren, die da rausgeholt werden sollten, die irgendwo zwischengelandet worden sind und dann die Hinweise verstreut worden sind. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, das hört sich nach so einer riesigen internationalen Verschwörung an, dass das wiederum eigentlich nicht haltbar ist, dass das nicht auffliegt. Wie siehst du das? Ich muss sagen, diese Militärtheorie überzeugt mich überhaupt nicht. Beide nicht. Es gibt ja die eine, dass das Flugzeug abgeschirmt wurde von oben und unten aufgrund wichtiger Fracht. Und die andere ist ja, dass das Flugzeug entführt wurde und auf diese Militärstützpunktinsel da gebracht wurde, wo dann Experimente durchgeführt wurden oder was auch immer. Niemand weiß das ja so genau. Ich finde halt, der Aufwand wäre irgendwie viel zu groß, diese Aktion durchzuführen. Also mal davon abgesehen, dass eben ganz viele Menschen verschwunden sind und ja wahrscheinlich auch dann gestorben sind, finde ich, warum sollte man sich den Aufwand machen, Leute auf so eine Insel zu bringen, indem man ein Flugzeug entführt, was ja auffällt und riesige Wellen schlagen wird. Da denke ich mir, das kann man ja auch irgendwie anders lösen, wenn man unbedingt irgendwelche Experimente auf einer Insel durchführen will, sage ich jetzt mal so flapsig. Also ich weiß nicht, ich finde, der Aufwand ist viel zu groß dafür, dass das ja krass auffallen wird. Die ganze Welt hat ja darüber berichtet. Deswegen, ja, ich weiß nicht, ich finde die... Diese Theorien nicht ganz so schlüssig. Deswegen würde mich ehrlich gesagt auch so ein bisschen interessieren. Wir testen ja auch immer so ein bisschen bei den paranormalen Fällen aus. Was könnten wir machen, was ihr da draußen von dem Fall jetzt heute haltet? Inwiefern der für euch auch überhaupt paranormal ist, ob der in die Kategorie für euch fällt oder nicht. Wie gesagt, wir testen uns da selbst noch so ein bisschen heran. Dann können wir das nämlich in Zukunft auch so ein bisschen berücksichtigen. Ja, ich meine, grundsätzlich gebe ich dir recht, wenn da wirklich Personen an Bord sind, die so ultra wichtig sind, dass sie entführt werden, dann machst du das nicht in einem Flugzeug, wo hunderte andere Leute auch noch dabei sind, ne, also... Stellt es mir auch schwer vor, mir echt zu sagen. Ach, es ist super schwierig. Also mein erster Gedanke war, okay, da wird irgendeine Art von Technik versagt haben. Und deswegen ist das Flugzeug abgestürzt. Aber ob das jetzt wirklich so war, niemand weiß das. Sodass das halt von diesem Radar verschwunden ist und dann erst mal nicht gefunden werden konnte nirgends. Das ist halt einfach schon super merkwürdig. Also keine Ahnung, ob da doch irgendwelche anderen Kräfte gewirkt haben. Ob das Wetter eine Rolle gespielt hat oder in Kombination mit Technikversagen oder menschlichem Versagen. Wir werden es leider nicht erfahren und das macht das Ganze halt irgendwie nochmal trauriger und mysteriöser und es wäre halt schön, wenn es eine Art Abschluss gegeben hätte und zumindest einen Grund, warum das Ganze passiert ist. Was es ja nicht einfacher macht für die Angehörigen und Hinterbliebenen. Aber ja, vielleicht zumindest ein bisschen einfacher, wenn man gewusst hätte, warum. Das haben wir ja häufig so, dass es das nicht besser macht grundsätzlich. Aber solange die hinterbliebenen Antworten richtige Antworten bekommen, sie damit selbst auch abschließen können. Weil bis heute, denke ich, wird niemand von denen richtig abschließen können. Ja, also das ist ja heute, glaube ich, eine Folge, wo es einfach in so viele Richtungen viele Gedanken und Theorien geben kann. Deswegen sind wir super gespannt, was ihr davon haltet. Also vielleicht habt ihr euch ja damals, als das passiert ist, schon damit auseinandergesetzt und euch dafür interessiert und ganz viel gelesen oder so. Deswegen schreibt uns das super gerne in die Kommentare, was eure Gedanken sind, an welche Theorie ihr glaubt oder welche ihr für wahrscheinlich haltet. Da sind wir ganz gespannt, was da von euch kommt. Vielleicht haben wir auch ein paar Piloten bei uns in der Community, die das hören und die da auch noch ein paar neue Perspektiven haben. Und damit würde ich sagen, wollen wir so ein bisschen wieder über das quatschen, was bei uns aktuell abläuft. Wie gesagt, ich habe noch keinen richtigen Namen für dieses Segment. Ich bin mit Real Talk wirklich nicht so zufrieden. Ich weiß es nicht. Aber was läuft bei dir aktuell so im Leben? Im Leben. Also großes To-Do für die nächsten Tage ist, endlich den Balkon schön zu machen. Der sieht aktuell nämlich gar nicht schön aus, deswegen ist der Plan, ganz, ganz viele Blumen zu besorgen, um endlich den Balkon sommerfit zu machen. Das steht erstmal in den nächsten Tagen bei mir auf dem Plan. Wie sieht's bei dir aus? Also an dem Tag, wo wir heute aufnehmen, ich bin richtig fertig, um ehrlich zu sein. Ich bin jetzt die letzten drei Tage auf der Kaktus gewesen in Leipzig und erstmal Shoutout an alle, die in Leipzig wohnen. Leipzig ist richtig, richtig schön. Ich war jetzt das erste Mal so, ja, um auch einmal da normal durchzulaufen in Leipzig, sonst bin ich da nur mal, als ich ganz klein gewesen bin, hab aber nie was von Leipzig gesehen. Wir haben auch direkt da so einen Stream gemacht und es war wonderful. Ich habe noch wirklich lange nicht alles so leipzig gesehen. Deswegen meinte ich auch schon zu den Leuten, ich hätte Bock auch generell mal in Deutschland so ein bisschen rumzufahren und dann das so zu streamen. Aber ich werde jetzt erst mal, nachdem wir hier die Aufnahme beenden, mich auf die Couch legen, einfach nur pennen. Dann geht es heute Abend auch weiter ins Stream. Aber ich bin richtig, richtig fertig nach deinem Besse. So geil die auch war. So viele Leute, so viele coole Leute, wie ich da auch getroffen habe. Aber ich weiß nicht, wie es bei dir ist, so nach Messen, es ist so viel Laufen, so viel Quatschen, die Nächte sind lang, du kommst kaum zum Schlafen, ich bin richtig fertig einfach. Ja, vor allem so der viele Austausch, das Netzwerken, ich finde, das lässt mich am Ende eines Tages dann immer sehr müde sein, weil man ist so präsent, man redet so viel, man tauscht sich aus, das kostet ja auch einfach Energie und das hattest du jetzt mehrere Tage am Stück, deswegen würde ich sagen, kommen wir auch zum Ende dieser Folge. Sie ist ja lang genug geworden für eine paranormale Folge, damit Patrick endlich auf die Couch kann. Und dann freuen wir uns doch, wenn ihr uns hier weiterhin so fleißig zuhört. Und das haben wir schon ganz lange nicht mehr gesagt und das fände ich sehr schön, wenn ihr uns doch vielleicht mal eine kleine Bewertung gebt auf der Podcast-Plattform, auf der ihr gerade hört. Wir würden uns da natürlich sehr über fünf Sterne freuen. Und ansonsten hören wir uns nächste Woche Dienstag zu einer regulären Folge der Schwarzen Akte. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strobusch. Redaktion Lisa Nielsen und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.