Latest / ntv Wirtschaft / Der Einkommens-Check: Wo stehe ich im Vergleich – und was ist bei der nächsten Gehaltsverhandlung drin?
Transcript
- 0:05Mit welchem Einkommen gehöre ich eigentlich zur Mittelschicht?
- 0:08Und ab wann bin ich vielleicht sogar reich?
- 0:11Ein neuer Rechner verrät es
- 0:12uns. Und wir sprechen drüber, wie wir beim Gehalt mehr rausholen können.
- 0:17Außerdem, die Sparkassen öffnen ihre Apps für Bitcoin und Co.
- 0:22Und Chinas Wirtschaft legt an Tempo zu, auch wenn die Probleme im eigenen Land bleiben.
- 0:28In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:33die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:38Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:43Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:47geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:53Ihr habt euch das sicher alle schon mal gefragt. Wie stehe ich mit meinem Gehalt im Vergleich da?
- 0:59Und wie wohlhabend bin ich damit eigentlich in Deutschland?
- 1:03Antworten liefert jetzt der neue Einkommensrechner vom Institut der Deutschen Wirtschaft.
- 1:08Da kann jeder mit ein paar Klicks seinen persönlichen Vergleich erstellen.
- 1:12Entscheidend sind dafür das Nettoeinkommen und die Größe des Haushalts.
- 1:17Die Berechnung basiert auf den jüngsten verfügbaren Daten. Die sind aus 2024. Schon neugierig?
- 1:24Dann sind hier die wichtigsten Zahlen für euch. Das mittlere Einkommen in Deutschland,
- 1:28das liegt laut dem Institut bei genau 2419 Euro. Heißt, die Hälfte von uns verdient
- 1:35mehr, die Hälfte weniger.
- 1:38Ein Single ist mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1450 Euro laut IW relativ arm.
- 1:46Bis rund 3.600 Euro reicht der Statistik zufolge die Mittelschicht.
- 1:52Und wer sogar mehr als 6.000 Euro netto verdient, ist verhältnismäßig reich.
- 1:57Wichtig, bei Paaren und Familien liegen die Grenzen entsprechend höher.
- 2:02Und schon angesammeltes Vermögen oder Wohneigentum kann der Rechner natürlich
- 2:07nicht berücksichtigen.
- 2:08Es geht hier also eher um einen groben Überblick. Warum der trotzdem helfen
- 2:13kann, v.a. vor dem nächsten Gehaltsgespräch, darüber hat Mara Bergmann mit dem
- 2:18Karriereexperten Jochen May gesprochen.
- 2:21Er hat außerdem ein paar Tipps für die Verhandlungen. Welcher Fehler kostet
- 2:25eigentlich bei Gehaltsverhandlungen am meisten Geld?
- 2:28Da gibt es ganz viele. Der 1. ist natürlich überhaupt nicht über seinen Gehalt zu verhandeln.
- 2:32Der 2. ist, seinen Marktwert nicht zu erkennen. Gute Vorbereitungen sind ungefähr
- 2:3680% des Erfolgs. Sie haben ja gerade schon den Gehaltsrechner vorgestellt.
- 2:39Das ist ganz, ganz wichtig, dass man vorab einen Gehaltscheck macht und einfach
- 2:43mal ermittelt, was ist mein realistischer, aktueller Marktwert.
- 2:47Wenn man den nicht kennt, kann man auch nicht gut verhandeln.
- 2:49Wenn man den aber kennt, dann hat man tatsächlich auch ein hartes Argument.
- 2:53Und ansonsten würde ich auf jeden Fall das, was ich gerade gesagt habe,
- 2:56weglassen, nämlich den Konjunktiv. Ich würde gerne mehr Gehalt verhandeln.
- 2:59Nein, falsch. Immer selbstbewusst verhandeln, sagen...
- 3:02Aufgrund meiner Qualifikation, meiner Leistung halte ich ein Gehalt von XY für angemessen.
- 3:08Viele finden das Thema einfach erstmal unangenehm, haben vielleicht nicht den
- 3:11Mut, den Chef oder die Chefin darauf anzusprechen.
- 3:13Wann ist denn der beste Zeitpunkt für ein Gehaltsgespräch und wie machen Sie Menschen Mut?
- 3:19Also der beste Zeitpunkt für ein Gehaltsgespräch ist eigentlich immer dann,
- 3:22wenn Sie ein Projekt erfolgreich abgeschlossen haben, weil dann klassischerweise
- 3:27die Stimmung gut ist, wenn der Chef selber guter Laune ist und wenn Budget dafür da ist.
- 3:31Also idealerweise fragen Sie an einem günstigen Tag, gute Tage sind so roundabout,
- 3:37Dienstag, Mittwoch, also nicht unbedingt der Montag, nicht unbedingt der Freitag
- 3:40und vor allen Dingen, wenn Sie tatsächlich mehr Leistungen haben,
- 3:43die Sie nachweisen können.
- 3:44Ist es also besser mit Leistungen zu argumentieren als vielleicht zum Beispiel
- 3:48mit gestiegenen Lebenshaltungskosten oder kann man das auch mit in die Waagschale werfen?
- 3:52Nein, also immer mit Leistung argumentieren, mit harten Fakten.
- 3:56Sie haben Kosten gesenkt, Umsatz gesteigert, Kunden zufriedener gemacht, was auch immer.
- 4:01Inflation ist kein gutes Argument, weil das trifft natürlich das Unternehmen
- 4:05ganz genauso. Da steigen dann auch die Kosten.
- 4:07Und natürlich ist der Arbeitgeber nicht unbedingt für ihre Lebensqualität verantwortlich,
- 4:12sondern der hat einfach nur den Preis gegen ihre Arbeitsleistung und die muss gestiegen sein.
- 4:17Deswegen Inflation oder was ich hätte gerne in Porsche zu Hause in der Garage
- 4:22stehen, sind halt keine starken Argumente.
- 4:24Sie haben eben das Budget des Unternehmens angesprochen. Was,
- 4:27wenn das Unternehmen jetzt schon seit Jahren im Sparmodus ist,
- 4:30sollte ich trotzdem mal anmerken, dass ich mir eigentlich eine Perspektive wünsche
- 4:34oder doch abwarten? Dann warte ich ja möglicherweise ewig.
- 4:39Also das ist eine Situation, die natürlich viele Arbeitnehmer gerade haben,
- 4:42weil viele Unternehmen gerade keine Budgets haben. Wir sind ja jetzt schon seit
- 4:46einigen Jahren in Deutschland so ein bisschen in der Dauerkrise.
- 4:49Aber wenn Sie gute Argumente haben, dann können Sie auf jeden Fall etwas verhandeln
- 4:53und das sollten Sie auch selbstbewusst machen, wenn das absolut nicht möglich ist.
- 4:58Also in der Regel haben Sie ja einen Marktwert und können sagen,
- 5:00hier gibt es eine Anpassung, die ist dringend erforderlich.
- 5:02Sollte der Chef das abbügeln, haben Sie immer noch Alternativen und auch die
- 5:06gehören zur Vorbereitung, die sollte man kennen.
- 5:08Das können dann sein, ein, zwei Tage mehr Urlaub, Jobticket,
- 5:12Zuschüsse oder Homeoffice-Regelungen, mehr Tage im Homeoffice verbringen können,
- 5:18Arbeitszeitverkürzungen, was auch immer.
- 5:20Also es gibt immer meistens noch Alternativen, die man verhandeln kann und die
- 5:24für den Arbeitgeber oft steuerlich günstiger sind.
- 5:27Also praktisch nicht viel kosten, ihn selber aber unterm Strich durchaus mehr
- 5:31bringen. Also auf jeden Fall verhandeln und im Zweifelsfall auch die Alternativen
- 5:35können, auch die gehören zur Vorbereitung.
- 5:37Wenn ihr mehr über euer eigenes Einkommen wissen und euch zum Beispiel auch
- 5:41mit anderen Altersgruppen vergleichen wollt, den Einkommensrechner findet ihr
- 5:45auf den Seiten des IW Köln oder auch bei uns unter ntv.de.
- 5:51Ja, aber bei Volkswagen, da könnten Gehaltsverhandlungen für viele erstmal keinen Sinn mehr machen.
- 5:57Der Konzern will nämlich wohl weltweit viele Gehälter bis 2030 einfrieren, um weiter zu sparen.
- 6:04Das geht aus internen Unterlagen hervor, aus denen die Süddeutsche Zeitung berichtet.
- 6:09Auch variable Vergütungen und Sonderleistungen könnten runtergeschraubt werden.
- 6:13Volkswagen will sich dazu nicht äußern und spricht nur von Spekulationen.
- 6:18Naja, aber unabhängig davon, ob das Einkommen wächst, bleibt ja auch wichtig,
- 6:23wie wir unser vorhandenes Geld möglichst lohnend anlegen können.
- 6:28Kryptowährungen gelten da
- 6:29ja als eher risikoreich, locken aber auch immer wieder mit hohen Gewinnen.
- 6:34Jetzt steigen auch die Sparkassen ein.
- 6:36Erste Kunden können damit schon heute Krypto direkt über die Sparkassen-App handeln.
- 6:42Zum Start stehen da unter anderem die Währungen Bitcoin, Ethereum und Polygon zur Verfügung.
- 6:48Ist das jetzt ein neuer Kurs der bislang eher vorsichtigen Sparkassen?
- 6:52So ordnet das unsere Börsenreporterin Nancy Lanzendörfer ein.
- 6:57Ja, aber man könnte meinen, nach dem Motto, wer fährt die Sparkasse?
- 7:01Die Sparkassen starten ab dem heutigen Montag mit dem Kryptohandel.
- 7:05Also nicht alle auf einmal, aber zumindest schrittweise. Die Gründe?
- 7:09Vielfältig. Zum einen nimmt der Wettbewerb im Kryptohandel immer weiter zu.
- 7:14Und zum anderen will die Sparkasse sicherlich nicht das Geld oder Kunden abwandern
- 7:20an Neo- oder Kryptobroker.
- 7:22In Deutschland, Umfragen zufolge,
- 7:23halten inzwischen rund 13 Prozent der erwachsenen Kryptowährungen.
- 7:28Vor allem junge Leute sind daran interessiert. Das Angebot der Sparkasse richtet
- 7:33sich jetzt auch an Eigenentscheider.
- 7:35Also eine Beratung oder aktive Werbung sei nicht vorgesehen.
- 7:40Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband betont, Kryptowährungen bleiben aus
- 7:45Sicht der Sparkassen hoch spekulative Anlagen.
- 7:48Kunden werden ausdrücklich auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines
- 7:52Totalverlusts hingewiesen.
- 7:54Also neues Angebot, ja, haben die Volksbanken teilweise ja auch schon.
- 7:59Aber zum Schluss noch mit wahren Hinweis nach dem Motto, sicher ist sicher.
- 8:04Schwankungen wie bei den Kryptokursen – die sehen wir beim Blick auf die chinesische
- 8:08Wirtschaft gerade nicht.
- 8:10Die hat im Sommer nämlich weiter zugelegt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der
- 8:14Welt ist im dritten Quartal um 4,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum gewachsen,
- 8:19so die offiziellen Angaben aus Peking.
- 8:22Während vor allem das Auslandsgeschäft boomt, bleibt die Lage im eigenen Land
- 8:26aber schwierig. Der Konsum ist weiter schwach.
- 8:29In der Industrie gehen die Investitionen zurück.
- 8:32Was heißt das für China und für uns? Darüber hat Nancy mit David Kohl gesprochen,
- 8:38dem Chefvolkswirt von Julius Bär Deutschland.
- 8:41Vielleicht sollten wir an dieser Stelle auch mal klären, warum schauen wir eigentlich
- 8:44so gespannt aufs BIP-Wachstum in China?
- 8:46Naja, es ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt und insbesondere in
- 8:49dem Bereich Produktion. Also was dort hergestellt wird, kommt sehr, sehr viel aus China.
- 8:55Wir waren natürlich daran gewohnt, dass es niedrig margige Produkte sind oder
- 8:58mit niedriger Wertschöpfung.
- 8:59Aber mehr und mehr ist natürlich im Hightech-Bereich. Das kommt alles aus China
- 9:03und aufgrund dessen ist das natürlich eine Frage, wie läuft es da und wie dynamisch
- 9:08wächst diese Wirtschaft, dann auch ist wichtig für Europa.
- 9:12Und was lesen Sie dann heute aus den heute Morgen vorgelegten Zahlen?
- 9:16Ja, es ist ungefähr das gleiche Schema, was wir schon seit geraumer Zeit in
- 9:19China beobachten. Inländische Nachfrage relativ schwach, das haben wir gesehen.
- 9:24Und die Produktion sehr, sehr stark, sehr, sehr stark in dem Bereich.
- 9:28Und zwar so stark, dass man es gar nicht schafft, hier wirklich die Preise zu
- 9:31erhöhen. Das heißt, man produziert sehr, sehr viel in China,
- 9:34man verdient sehr, sehr wenig.
- 9:36Man hat jetzt ein bisschen Rückenwind durch die Halbleiterindustrie durchgeführt.
- 9:42Dort steigen die Preise weltweit. Also da kann man von profitieren.
- 9:45Alle anderen Produkte, die China exportiert, tut man sich sehr,
- 9:48sehr schwer, hier wirklich höhere Preise auch durchzusetzen.
- 9:51Und heißt das jetzt, China muss für die Inlandsnachfrage mehr tun?
- 9:56Also besteht da Druck, dass sie mehr tun müssen?
- 9:59Beziehungsweise was wird man tun?
- 10:01Das ist natürlich immer die Frage, wer kann diesen Druck aufbauen?
- 10:03In der Regel würde man sagen, entweder von außen.
- 10:06Da wären wir sehr, sehr skeptisch, dass wirklich der Rest der Welt China dazu
- 10:09bewegen kann, für die Inlandsnachfrage etwas zu tun, geschweige denn Europa.
- 10:13Das heißt, die Frage ist eher, kann man das aus dem inneren Land erwarten?
- 10:18Und dort ist, glaube ich, die Stimmung eher in China, dass man sich hier auch
- 10:22auf strategische Führerschaft weltweit, also in diesem geopolitischen Konflikt konzentriert.
- 10:27Und da geht es eben nicht um Inlandsnachfrage, da geht es um die wichtigen strategischen
- 10:30Industrien, in denen man gut sein möchte, in denen man viel produzieren möchte
- 10:34und in denen man wirklich global dominieren möchte.
- 10:37Gehört die Automobilindustrie dazu oder anders formuliert, ist Chinas Exportstärke,
- 10:43Deutschlands Schwäche?
- 10:44Ja, bei der Autoindustrie würde ich nicht sagen, dass das ungefähr eine strategische
- 10:47Industrie für China ist. Dort hat man wirklich einen Wettbewerb ja fast aus
- 10:51Versehen entfesselt innerhalb von China. Extrem intensiver Wettbewerb,
- 10:55gerade im Elektrobereich.
- 10:57Und natürlich, das kommt natürlich für alle anderen Märkte, die es gewohnt waren,
- 11:01nach China zu exportieren, hier den Absatzmarkt zu suchen. Das ist eine richtige Herausforderung.
- 11:07Die Europäische Union versucht ihm zu begegnen mit einzelnen Zollmaßnahmen.
- 11:11Aber die wirkliche Herausforderung kann man nur annehmen, wenn man hier die
- 11:14Industrie stärkt, indem sie auch wettbewerbsfähiger wird und in diesem Bereich
- 11:18eben bessere Produkte und günstigere Produkte anbieten kann.
- 11:21Meinen Sie von Seiten der EU wird noch mehr kommen? Stichwort Regularien etwa?
- 11:26Es steht zumindest auf der Agenda der EU. Und dann ist immer die Frage,
- 11:30wie kann man sich hier bei diesen Nationalstaaten wirklich einigen?
- 11:33Die Interessen sind nicht immer die gleichen.
- 11:36Gerade in Deutschland ist die Autoindustrie sehr groß, Frankreich auch.
- 11:38Aber andere Länder würden gern eher günstige Autos aus China haben,
- 11:43als wirklich ihre heimische Industrie zu schützen. Man merkt dann schon,
- 11:46es kommt so ein bisschen darauf an, welcher Nationalstaat innerhalb der EU hier,
- 11:51wirklich das Sagen hat und wo man sich dann einnommen kann.
- 11:54Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:58Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.