Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #32 Die Frau, die Plastik in Hoffnung verwandelt: Anna Gracia Herbst
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- 0:00Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge von «Du entscheidest» mit Kevin und mir. Unser heutiger Gast hat mein Herz so tief berührt. Er ist ein richtiges Vorbild für mich und wahrscheinlich für viele andere hier draussen. Und eine riesige Macherin. Mit 23 hat sie ihren sicheren Marketing-Job einfach mal am Nagel gehangen, um mit Khalil zusammen «Buy Food with Plastic» zu gründen.
- 0:25Ein Unternehmen, das es bedürftigen Menschen ermöglicht, eine warme Mahlzeit gegen Plastik einzutauschen. Und der Plastik wird dann auch wieder abgecyclet, wieder in Umlauf gebracht. Und das ist eigentlich wirklich Win-Win für alle Beteiligten. Und darum behaupte ich mal, dass sie die Welt zu einem schöneren Ort macht. Und von mir ein fettes Dankeschön an dieser Stelle. Und ein herzliches Willkommen, Anna Grazia Herbst.
- 0:51Danke, PH! Schön, bist du da! Danke für die Ermutigung, mega, mega schön zu hören. Danke dir. Einfach noch mal kurz, sie ist das Pendant zum Khalil, den wir auch schon mal vor einem Jahr hatten. Und jetzt wollen wir mal ihre Seite kennenlernen, weil sie hat auch eine Story zu dem Ganzen, wie es zu dem Ganzen gekommen ist. Mega, mega danke für deine Zeit, für deine wertvolle Zeit. Wir wissen, wir sind so busy.
- 1:18Und ja, mega cool, dass du da bist. Danke vielmals. Danke auch von meiner Seite. Mega schön, dass du dich die Zeit genommen hast, um auf Wallisälen zu fahren. Man kennt es nicht, man glaubt es kaum. Winter Wonderland. Nach Bikini am Wochenende. Ich glaube es fast nicht. Wir haben das vor gut einer Woche. Ein paar Tage, ja. Nicht einmal. Am Samstag. Letztes Wochenende haben wir uns gesehen in den Bergen, auf dem Stoss, das war ein mega cooles Event. Sommer.
- 1:43Auf dem Stoss oben in den Bergen, kurz herrlich am Räumen laufen. Und heute schneit es als Gäbzkeis zurück. Aber nichtsdestotrotz, schön bist du da. Herzlich willkommen zu der ersten und wichtigsten Frage, Anna. Wie geht's dir?
- 1:57Schöne Frage. Man beantwortet diese Frage so schnell. Dabei muss man sich manchmal reingehen und überlegen, wie es eigentlich geht. Ich muss sagen, es geht mir wirklich mega gut. Es ist so schön zu sehen, wie unsere Projekte in Nicaragua, Ghana und Indien vorangehen. Und wie wir wirklich vor Ort erzielen können. Auch Teams vor Ort werden immer selbstständiger.
- 2:23Das ist wirklich sehr schön zu sehen. Ich bin auch zufrieden, wie es läuft. Es ist allerdings noch schwierig, weil man in diesem Sinne nie genug macht. Man könnte ja immer mehr machen, vor allem vom Guten. Man muss sich auch immer wieder selber sagen, dass es auch genug ist.
- 2:47Das wollte ich in den letzten Wochen und Tagen für mich annehmen. Es ist gut genug und ich bin zufrieden, wie es läuft. Hast du einen Druck verspürt, dass du mehr machen müsstest?
- 3:00Ähm, also immer wieder eigentlich. Schon? Ja, weil, also ich meine, viele kennen es ja auch schon nur, die eigentlich ein Business haben oder so. Du kannst ja immer mehr machen. Du kannst immer mehr Social Media machen, du kannst immer mehr Aufträge anziehen, du kannst immer mehr, oder du kannst immer mehr machen. Und dann noch mit dem Hintergrund, dass ja wie, jetzt was wir machen, wie auch noch wirklich eine Wirkung für Menschen in Not hat und auch für die Umwelt, oder, etwas Gutes bringt, denkst du so, ja, du könntest ja noch mehr machen, du könntest ja eigentlich wirklich
- 3:28Keine Pause machen. Es ist ein Rabbit Hole irgendwo durch. Genau, ja. Wie kannst du dich davon abgrenzen? Es ist schon schwierig. Wo hört es zu viel machen in dieser guten Tat auf? Weisst du? Ja. Ich glaube, was schon mega hilft, sind Teammitglieder. Vor allem auch, dass Kali und ich das zusammen machen können. Und wir uns gegenseitig immer wieder spiegeln. Okay, wenn ist vielleicht auch mal genug? Oder wenn ist jetzt auch mal wie...
- 3:55Oder wenn man einfach mal eine Pause machen muss. Das hilft schon sehr. Wenn wir beide das alleine machen würden und auch sonst unsere Teams nicht hätten. Auch unsere Countrymanagers sind voll Gas am Geld. Ohne Stopp eigentlich. Wenn wir nicht uns zusammen hätten, wo wir auch mal sagen könnten, es ist gut, was du machst, es ist genug, es reicht jetzt auch mal und Pause ist wichtig. Würde mir, glaube ich, ja.
- 4:25Ja, da würden wir untergehen. Ja, wenn du keine Pause machst, kannst du irgendwann selbst nicht mehr. Und dann bewirksst du automatisch keine Resultate mehr in den Ländern, in denen du bist. Also ja, die eigene Auszeit ist sehr wichtig. Es ist wie das Beispiel im Flugzeug, wo du erst die Maske anlegen musst und erst dann am Kind.
- 4:45Wenn du nicht mehr da bist, kannst du auch dem Kind nicht helfen. Absolut. Das müssen wir uns immer wieder in den Kopf rufen und auch ins Herz, dass wir auf uns schauen müssen. Was sind eure Methoden zum Abschalten? Ihr habt das Unternehmen seit 2018. Dort bist du ein Riesen-Prozess.
- 5:08Wie haben ihr herausgefunden, welche Methoden es sind, um zu sagen, jetzt ist einfach kein Buy Food with Plastic und einfach mal Me Time? Oder was habt ihr da für Gewohnheiten oder Routinen entwickelt? Also 2018 haben wir, wir sind ja fünf Gründer, also nicht nur Kalli und ich, sondern wir sind fünf Gründer, noch Xenia, Elena und Lena.
- 5:27Vier Frauen und ein Mann im Gründerteam. Und wir haben alle ehrenamtlich angefangen. Das heisst, wir hatten alle noch Jobs nebenbei oder das Studium. Und ich glaube, das war uns recht schwierig. Wie das aufzubauen, nebenbei noch Jobs zu haben. Fokus. Bei Fokus Plastik wachst du Schritt für Schritt. Und wie den Fokus zu behalten, war sehr schwierig. Und ich glaube, der erste Schritt für mich und Khalil war auf jeden Fall, uns auch Vollzeit anzustellen.
- 5:56von «Bei Frau Blüth Plästig», weil wir mehr Freizeit hatten. Weil du dann arbeitest und immer noch Freizeit hast. Ja, weil der 100%-Shop dann niemals weg ist. Genau, und vorher war es halt 100% arbeiten und dann fast alles in der Freizeit noch bei «Bei Frau Blüth Plästig». Also das hat sicher schon mal geholfen. Zwei und ein halb Jahre lang haben wir es ehrenamtlich gemacht und dann im Jahr 2020... Zwei Jahre!
- 6:202020 haben wir dann vollzeit gearbeitet und die anderen Girls arbeiten zwar weiter in ihrem Job, aber konnten auch runter schrauben. Also dass sie mindestens einen fixen Tag haben, an dem sie auch für Bifurc with Plastic arbeiten können. Das war sicher das erste Learning, um diese Balance zu finden.
- 6:40Also quasi den Fokus auf etwas richten sozusagen. Genau, ja. Voll. Schön. Ja und dann sind es wahrscheinlich die üblichen Sachen. Sport, Freunde treffen. Für mich mega wichtig auch Meditation, Yoga. Schön. Die ich gut abschalten kann.
- 6:57Eben wirklich mal abschalten und an nichts denken. Und gleichzeitig muss ich auch sagen, viele fragen uns ja auch so, wenn denkt ihr mal nicht an BFW oder gibt es überhaupt ein Gesprächsthema zwischen dir und dem Körper, das nicht BFW ist.
- 7:12Klar gibt es das, aber gleichzeitig inspiriert es uns ja auch mega. Ich muss jetzt ehrlich sagen, wir haben jetzt selten, dass wir sagen, jetzt reden wir aber gar nicht mehr darüber. Jetzt ist es aber fertig. Wie wenn du über deine Kinder reden würdest. Ja, oder etwas, ich weiss nicht, wie es euch geht, aber wenn ihr über den Podcast redet oder das, was euch bewegt, dann ist es ja nicht so, jetzt ist es aber wirklich fertig, jetzt müssen wir aber mal Pause machen. Wenn es inspiriert und man so auf Ideen kommt gegenseitig,
- 7:42Das schenkt euch Energie? Genau, das heisst, es ist auch nicht so klar, obwohl es anstrengend ist und viel von uns abverlangt und wir schon an unsere Grenzen kommen, ist es auch nicht so, wir krampfen, es ist nur schwierig oder so. Es ist so viel Inspiration dabei und so viel Lebensfreude, die wir auch von den Menschen und Teammitgliedern zurückbekommen.
- 8:05Und auch die Events, wo ihr überall seid. Ja, voll. Seit zweieinhalb Jahren habt ihr das ehrenamtlich gemacht. Das heisst, ihr hattet noch einen Nebenjob oder einen Hauptjob. Und habt wirklich nur für Bifubi Plastik ohne Lohn etc. gearbeitet.
- 8:22Erstens eine krasse Message für alle hier draussen, wenn ihr etwas habt auf die Beine stellen. Es heisst nicht, dass man runtergehen muss, aber dass man sich die Zeit nimmt, um etwas schön aufzubauen und dass es nicht einfach von einem Tag auf den anderen passiert, sondern dass es ein Prozess ist. «Good things take time.» «Good things take time.» Genau. Und was waren in dieser Zeit, in diesen zweieinhalb Jahren, die Momente, die auch immer
- 8:47weiter treiben lassen? Ich kann mir vorstellen, zweieinhalb Jahre, 200% Jobs machen und vielleicht sogar noch mehr als 100% weil es noch viel Passion und Herzblut gibt. Was sind die Momente, die euch immer weiter treiben lassen?
- 9:04Am Schluss schon diese Menschen. Diese Menschen in Nicaragua, Ghana und Indien. 2018 hat alles in Nicaragua gestartet. Vielleicht ganz kurz, wie es angefangen hat. Mein Mitgründer Kalil war vor Ort in Nicaragua, eigentlich nur für einen Surf-Urlaub. Er hat nicht erwartet, was alles nachher noch passieren wird.
- 9:31Er war dort, hat das grosse Plastikproblem gesehen und gleichzeitig brach er im Bürgerkrieg aus, wo er gemerkt hat, er muss aktiv werden. Er sagt das auch so, es war nicht so, dass er etwas machen möchte. Er hat gemerkt, ich muss jetzt einfach etwas machen. Im Podcast sagt er ja auch etwas sehr Egales.
- 9:49«Bin ich wegen dem hier? Ist das der Grund, wieso ich hier bin?» Er fragte sich sehr oft, wieso niemand etwas macht. Das kennen wir ja alle. «Drei Finger sind auf dich» «Wieso macht niemand etwas? Das kann doch nicht sein.» Bis er meinte, er ist ja auch jemand, der etwas machen könnte.
- 10:11Genau, dann mit der Idee von Buy Food with Plastic ein Event organisieren, wo Leute wieder zusammenkommen können, auch Freude haben können, wieder Hoffnung schöpfen können in dieser schwierigen Situation vor Ort. Und eben halt anstatt Mahlzeiten mit Geld zu kaufen, die sie gar nicht hatten,
- 10:27das mit Plastikflaschen zu bezahlen. In Nicaragua hat das gestartet und Khalil hat gedacht, dass er das für die drei Monate, in denen er dort ist, weiterführen will. Eine private Initiative. Dann kommt er zurück und dann ist sein Style gemacht. Eine ganz kurze Zwischenfrage. In Nicaragua hat das gestartet. Nicaragua, als wäre es italienisch. Nicaragua. In Calabria. Nicaragua ist übrigens in Calabria. Nordafrika.
- 10:57Ist der Bürgerkrieg ausgebrochen? Haben wegen diesem Menschen auch viel weniger Geld zum Essen kaufen können? Oder ist das allgemeine Karussell ein sehr armes Land
- 11:08Es ist generell schon sehr ein armes Land. Es ist das ärmste Land von Zentralamerika. Und gleichzeitig sagt man auch, wie ein vergessenes Land. Weil es ist wie... Ich meine, wir kennen alle die Bilder von Afrika. Und jedem ist bewusst, Afrika sind arme Zustände. Zum Teil auch nicht überall. Aber punktuell.
- 11:32Nicaragua ist vielleicht nicht ganz so schlimm, aber trotzdem ist es auch überhaupt nicht entwickelt. Und dadurch ist es wie ein vergessenes Land, in dem wenig Entwicklungshilfe stattfindet und in dem wenig Organisationen aktiv sind. Das heisst, es bleibt einfach so ein bisschen stagniert, rein von der Entwicklung her.
- 11:56Er hat recherchiert, was passiert, es ist keine Organisation, es waren so gut wie keine von all diesen grossen Organisationen. Generell gibt es sehr wenige Organisationen, die dort aktiv sind. Es gibt aber natürlich auch welche, auch Caritas und UNICEF haben zum Teil ihre Projekte dort, aber die haben sich 2018 wegen der Unruhe zurückgezogen.
- 12:21Weil es zum Teil auch gefährlich war. Früher haben wir das überhaupt nicht verstanden, jetzt verstehen wir es schon besser. Weil es zum Teil so ist, dass die Regierung das NGO sehr schwierig macht, um aktiv zu sein. Dann ist es vielleicht am liebsten, sich für einen kurzen Moment zurückzuziehen, wo es so hitzig ist. Und dann später wieder zu kommen, anstatt dass man ganz gesperrt wird.
- 12:44Und die, die vor Ort arbeiten, können sich auch nicht zurückziehen? Die sind ja auch dort. Genau. Also noch zu deiner Frage zurück. Sie haben eigentlich vor allem ihre Jobs verloren, weil keine Touristen mehr ins Land gekommen sind. Genau, dort an der Küste, wo vor allem Khalil war, für die, die es kennen, in der Gegend von Popoyo an der Pazifikküste.
- 13:07leben die Leute schon vom Tourismus. Sie arbeiten alle in Hotels, Restaurants, Bars. Durch die Medien, durch die politische Unruhe in Nicaragua, ist der Tourismus gestorben. Auch Khalil war der einzige Tourist im Flugzeug mit zehn Locals. Es gab fast niemanden, der dort war. Das hat er erzählt. Er hat wie...
- 13:34Wie man es nennen möchte, wie ein Calling, um dort gleich hinzugehen. Das Universum hat dich einfach zu dir gebracht. Darum ist das Problem entstanden, dass man kein Essen für die Kinder kaufen kann. Khalil hat mit den Leuten vor Ort gesprochen und gefragt, was sie am meisten brauchen.
- 13:58Essen. Und vor allem für die Familie, für die Kinder. Das ist sonst schon sehr schwierig.
- 14:06Manche Leute stehen am Morgen auf und wissen nicht, ob sie ihren Kindern heute eine oder zwei Mahlzeiten ermöglichen können. Aber zu dieser Zeit war es noch viel prekärer. Wir waren genau im Jahr 2018. Du hast ja eine Frage gestellt, betreffend wie schwer es die ersten zwei Jahre war. Stimmt, ja. Aber wenn wir jetzt anders anfangen.
- 14:32Mach nur. Wie bist denn du zu Khalil gestossen? Du hast ihn dort vergesse oder gekannt? Wie ging das schon wieder? Ich habe ihn vergessen gehabt. Wir waren zusammen in der Schule. Du bist mit 15? Mit 11. Ich bin in Berlin aufgewachsen und mit 11 nach Zürich gezogen mit meinen Eltern. Dann bin ich in die Primarklasse von Khalil gekommen. So haben wir uns kennengelernt und waren super gut befreundet.
- 14:59Wir haben dann die Zeck zusammen gemacht und dann hat er sich für die Lehre an der Zürcher Kantonalbank entschieden und ich bin dann ins Gymnasium und habe dann Kommunikation studiert später. Und in dieser Zeit, ich glaube es sind so acht, neun Jahre, wo wir uns eigentlich
- 15:14gar nicht gesehen haben, nicht wirklich Kontakt gehabt haben, vielleicht hier und da mal irgendwie, aber wirklich keinen Kontakt eigentlich. Und ich habe dann von dem erfahren, weil er ein Video gemacht hat. Also er hat ein Video gemacht von dem ersten Community Event in Nicaragua am 3. Juli 2018.
- 15:33Und mega einfach hat er es gemacht. Er hat einfach einen Stift genommen, ein graues Lieblings- und mit seinem Stiftbeifeld wie ein Plastik draufgeschrieben. Er hat ein Video gemacht und erklärt, wie das funktioniert und wie das läuft, um auch Spenden zu sammeln. Für die drei Monate, die er da war, hat er auch Geld gebraucht, um das überhaupt ermöglichen zu können. Er war ja auch Student und hatte in dem Sinne das Geld.
- 15:55So kam das dann zu. Ich sah das auf meinem Sofa im Wohnzimmer. Auf Instagram oder Facebook? Ich sah das auf Instagram. Ich war am scrollen und sah das. Ich war baff. Ich dachte, wow. Ich habe ihn kontaktiert, wir haben telefoniert und ich habe einfach so gefunden, ich wusste nicht mal, wo Nicaragua ist. Ich dachte, es ist in Calabria.
- 16:19Das ist geil. Ich wusste nicht mal von Nicaragua Liz. Ich fragte ihn, wo er ist und was er genau macht. Wie funktioniert das? Als er mir erklärte, sagte ich, dass ich dabei bin. Ich finde das genial. Ich habe von Anfang an an diese Idee geglaubt.
- 16:34So krass. Und dann habe ich ein Event gespendet und habe beim Social Media mitgeholfen, mit dem was ich konnte. Und ich war nicht die Einzige, die auf das Video aufmerksam wurde, sondern auch andere. Auch die Mitgründerinnen? Genau, wir sind alle Leute, die Khalil kennen. Wir haben uns nicht gekannt untereinander. Alle haben Khalil gekannt. Er war der Verbindungspunkt. Er war der Verbindungspunkt. Er hat das Video gemacht.
- 17:04So ist das dann entstanden und es sind auch noch mehr Leute. Wir waren wie ein zusammengewürfeltes Team. Out of nowhere. Out of nowhere und haben dann versucht das Beste daraus zu machen. Und jetzt einfach mal die drei Events so gut wie möglich zu organisieren und Spenden zu sammeln. Und dann ist das Schritt für Schritt irgendwie weitergegangen. Also eben, Khalil ist dann zurückgekommen in die Schweiz. Und vor allem Xenia, Elena und ich haben ihn sehr ermutigt, dass wir das weiter machen könnten.
- 17:34Weiter Spenden sammeln, es hat ja das Team vor Ort, das das organisieren kann. Braucht es uns überhaupt vor Ort? Und der Karl war sehr skeptisch. Er dachte, wie soll das gehen, wir sind gar nicht vor Ort. Wir haben alle unsere Jobs. Geht das überhaupt wirklich? Und was er sich auch sehr gefragt hat, ist, jetzt auch wieder zurück zum Anfang, bringt das wirklich auch etwas? Das Gefühl, ist es überhaupt genug? Oder ist das wirklich das, was die Leute brauchen?
- 18:04Und dann, ein paar Tage später, war Khalil noch nicht lange in der Schweiz. Er hat in der Chafet, also der lokale Partner vor Ort, mit dem er das zusammen organisiert hat, Das ist ja ein Hotelpage oder was war das? Genau, also Khalil hat in einem kleinen Bungalow gelebt zu dieser Zeit.
- 18:21Er war der tüchtigste Mitarbeiter bei «Chape tabula». Als er diese Idee hatte, fragte er ihn, was er davon hält. Und ob er es cool findet, dabei zu organisieren. Er wusste, wo man es machen könnte, wo man einkaufen könnte.
- 18:41Er hat ihn dann, ein paar Tage nachdem er in die Schweiz kam, angerufen und gesagt, «Du glaubst es nicht, aber die Kinder klopfen an meiner Haustür mit Plastikflaschen in den Händen und fragen, wann der nächste Event stattfindet.» Oh mein Gott, das ist so krass. Das war für uns wirklich so «Wow!»
- 19:00voll der Turning Point eigentlich, auch für den Kalil und für uns, hey, das machen wir weiter, wir wissen noch nicht genau wie, wo, was, aber wir machen es, oder? So krass. Auch eben zu deiner Frage zurück, das ist halt wie so das, was uns dann dranbleiben lässt, oder? Und dann ist noch etwas Craziges passiert, dann
- 19:18Ein paar Wochen später kursierte das Video immer noch auf Instagram. Und einfach beim Shakti Yadav, einem Inder aus einem Slum von Mumbai, kam er auf der Entdeckungsseite. Und er hat uns dann kontaktiert. Ist das auch so früh schon passiert? Das ist mega früh passiert. Der erste Event war im Juli. Und ich glaube, der Shakti hat uns etwa im September oder so kontaktiert. Der, der jetzt euer Country Manager ist? Und er ist bis heute unser Country Manager in Indien.
- 19:47In Indien, wo... So krass. Er hat uns damals schon kontaktiert. Und hat gesagt... Er dachte, das ist doch gar nicht möglich. Mit Plastikflaschen Essen kaufen. Und er hat dann gesehen, in Nicaragua geht das. Wieso sollte es nicht hier auch gehen?
- 20:05Er wollte das dort umsetzen. Wir haben mehrmals mit ihm darüber gesprochen, aber wir hatten gar keine finanziellen Ressourcen. Wir dachten, wir müssten dort hinfliegen, um ihn kennen zu lernen, wo wir das genau machen würden.
- 20:21Wir hatten gar keine Zeit für das, kein Geld, nichts. Es war eher so, wir könnten das, wir würden vom Herzen am liebsten, aber wir könnten gar nicht. Und er ist mega hartnäckig geblieben. Er hat uns Pläne geschickt, wo er das machen will, wie viel Geld er genau braucht, mit Team-Members, die er vor Ort schon zusammen gerufen hat, die das mit ihm machen könnten.
- 20:42Er war schon Manager, bevor er überhaupt Manager wurde. Ja, voll. Dann hat er uns sogar Videos geschickt von Leuten in den Slums, die sagten, wir brauchen die Bauvorbereitung hier. Und es war wirklich so, boah. Und dann ist vor allem Xenia Meier, unsere Mitgründerin, hat dann wirklich nochmal so, hey, komm,
- 21:00«Probieren wir das!» «Do it! Let's go!» Wir dachten, dass es ein Pilotprojekt sein könnte. Wie nicht? Schade. Einfach einmal probieren. «Es ist ja alles schon dort.» «Es ist ja alles schon dort.» «Es ist schon geliefert.» Wir dachten, wir machen das rein digital. Wir können nicht hinfliegen und das noch kennen. Es war dann eh Corona. Er blieb über eineinhalb Jahre hartnäckig. Wir haben es erst während Corona gemacht.
- 21:28weil dann halt die Situation noch schlimmer wurde. Er hat uns dann nochmal kontaktiert und gesagt, die Leute sind wirklich am Hunger. Es ist so prekär die Situation hier in den Slums von Mumbai. Und dann haben wir uns wirklich entschieden, das auch zu machen. Was wir hätten verlieren können, wären etwa 700 oder 800 Franken. Die wir dort hin geschickt haben, dass das stattfinden kann. Wir fanden, dieses Risiko gehen wir jetzt ein.
- 21:56Ich muss nicht mehr sagen, dass er bis heute unser Country Manager ist und wir in Indien weiterhin aktiv dabei sind. Wie alt ist er? Er ist jetzt 26. Er war sehr jung, als wir gestartet haben. Er ist von den Slums? Er ist von den Slums in Mumbai. Hat er das Know-how über Business-Playing? Er hat ein Stipendium bekommen, wo er einen Master im Business machen konnte.
- 22:21Aber es war viel neu für ihn. Was bei ihm krass war, war, dass er es einfach durchgezogen hat. Oder daran geglaubt hat. Es hat bei ihm auch so tief resoniert, dass er so hartnäckig war. Wie habt ihr gewusst, was mit dem Plastik zu machen? Karl hat eine geile Idee. Ich stelle mir den Plastik und gebe ihm... Jetzt versteht mich das, ich weiss auch nicht, wie viel Plastik.
- 22:47Und danach? Wie ging es euch? Oder habt ihr den Plastik einfach mal so dort deponiert? Ist das mein Plastik jetzt? Ja, also ihr lacht, aber es ist wirklich am Anfang. Ich meine, wir dachten einfach als naive Schweizer, würde ich jetzt mal sagen, es gibt sicher irgendwo eine Recyclingstelle, wo wir den Plastik hinbringen können. Das war so die Idee.
- 23:06Bis wir erfahren mussten, dass es diese Plastik-Systeme nicht gibt. In Nicaragua, Indien und Ghana sieht es anders aus. Aber in Nicaragua gibt es keine Recycling-Stellen. Bis heute kennen wir keine. Immer noch keine? Aussen uns, ja. Außer beispielsweise mit Plastik. Hättest du jemals gedacht, dass du Plastik in Nicaragua recycelst?
- 23:25Nein, wirklich nicht. In der Hauptstadt, die jetzt etwa 3,5 Stunden mit dem Auto entfernt ist von der Region, in der wir tätig sind, gibt es eine riesige Sammelanlage, in der sie alles sammeln, sortieren und komprimieren.
- 23:42und dann nach Honduras oder in die USA weiter schicken, damit es dort recycelt wird. Also es gibt schon Infrastruktur in diesem Sinne, also sehr gering, aber es gibt etwas. Aber keinen, der recycelt, der das im Land wieder in den Kreislauf bringt.
- 24:00Und das habt ihr alles recherchiert? Ja, es war auch sehr schwierig. Bis heute merkt man, dass viel in Nicaragua gar nicht digital ist. Es gibt viele Businesses, die gar nicht digital erfasst sind. Entweder stolperst du über etwas oder fährst daran vorbei. Oder du musst etwas neugieriger sein, wenn du durchs Land gehst. Aber klar...
- 24:26Von Anfang an war es gut, dass wir Lokale vor Ort hatten, die sich auskennt und das Leben weiss. Er war auch voll Fühl und Flamme für das Projekt und hat euch so unterstützt, wie er konnte. Irgendwann wurde es aber zu gross, dass wir in Nicaragua einen neuen Country Manager für die Operations eingestellt haben. Zurück zum Plastik.
- 24:51Aber ich glaube, Kail hat das ja erklärt. Er hat mit einem Wissenschaftler von der Uni telefoniert, um zu schauen. Weil danach haben sie ja Häuser gebaut. Das erste waren ja die Häuser, die sie gemacht haben. Ganz genau. Ich gehe kurz darauf ein. Wir haben gedacht, wir könnten es an einer Recyclingstelle bringen. Wir haben gedacht, das gibt es nicht. Dann haben wir es beim Arbeiten im Garten deponiert.
- 25:18Die Plastikflaschen, dann haben wir gemerkt, es windet immer wieder, dann mussten wir ein Keg bauen. Dort haben wir dann alle Plastikflaschen reingetan, auch abgeschlossen. Und dann war auf einmal zum nächsten Event, der zweite oder dritte Community-Event, den wir vor Ort gemacht haben, ist Deutsche gekommen, Eileen, sie ist nach Nicaragua ausgewandert und sie hatte die Idee eines Hauses aus Plastikflaschen. Wir dachten am Anfang, sie ist Plastikflasche.
- 25:44Wir merkten dann, dass das wirklich möglich ist. Das ist auch schon Realität in anderen Ländern, wo aus Plastikflaschen Häuser gebaut werden. In dem du die Plastikflasche als Ziegelstein verwende und am Schluss noch Zement drüber legst. Von aussen sieht man das eigentlich nicht, aber der Inhalt ist wie das meiste.
- 26:07Wir fanden es sehr cool, als wir uns mit diesem Thema auseinandergesetzt haben und dann auch mit einem ETH-Professor gesprochen haben, um zu erklären, ob das nicht schädlich für die Leute ist, um dort zu leben, oder ob das nicht gefährlich wäre. Er hat uns dann sogar bestätigt, dass es zum Teil sogar rein von der Sicherheit her besser ist, mit Plastikflaschen ein Haus zu bauen in diesen Gegenden, weil bei diesen starken Hurricanes oder Winden sind Plastikflaschen viel flexibler.
- 26:37Ah. Und deshalb macht das eigentlich mega Sinn. Und dann haben wir uns mit Aileen entschieden, ein Plastikhaus zu bauen. Und dafür haben wir 6'500 Plastikflaschen gebraucht. Für eine schwangere Frau und zwei Leute gehen durch die Historie und erzählen euch die Geschichte. Genau, also ganz kurz. Es lebt bis heute eigentlich noch die Marbelys mit ihren vier Kindern. Ich glaube, jetzt sind es sogar fünf oder sechs Kinder, weil ihre Tochter auch noch ein Kind bekommen hat und sie nochmals ein Kind bekommen hat.
- 27:05Eine grosse Familie lebt dort, eine alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern, die bis heute dort lebt. Wir haben dann aber mit der Zeit herausgefunden, also erst haben wir die Lösung gefunden, wir bauen ganze Plastiktörfer oder alles mit Plastikflaschen, bis uns jemand darauf aufmerksam gemacht hat, ein Architekt, der sich sehr mit diesem Thema beschäftigt.
- 27:30dass das eben eigentlich gar nicht so nachhaltig ist. Also du schenkst zwar der Plastikflasche einmal nochmal ein neues Leben, in diesem Sinn, oder? Du kannst sie einmal wiederverwenden. Aber in 80, 90 Jahren, wenn das Haus irgendwann das Ende erreicht hat von seinem Leben sozusagen, dann...
- 27:48ist es eigentlich unmöglich, das wieder zu verteilen. Zersetzen, stimmt. Weil Materialien miteinander vermischt worden sind. Und was wir dann eigentlich machen würden, und das ist ja das Letzte, was wir wollen, ist das Problem unserer nächsten Generation zu geben. Krass, stimmt.
- 28:04Bis heute bereuen wir nicht, dass wir dieses Haus gebaut haben. Die Familie lebt bis heute dort. Sie hat schon mehrere Hurrikans überstanden. Wir haben auch gelernt, dass es das einzige Haus in dieser Gegend ist, das richtige Türen und einen Boden hat. Wo das Wasser vom Hurrikan nicht reinkommen kann. Dass sich alle aus der Nachbarschaft dort sich auch sichert.
- 28:28Das Haus hat zwei Zimmer, eine Küche und ein Bad. Und dann wie so einen kleinen Gang. War das für euch ein Rückschlag, als ihr das mit dem Haus erfahren habt? Das ist dann nicht die Lösung? Es war so beides. Es war wie so...
- 28:47«Hä, okay, jetzt haben wir die Lösung gefunden. Was machen wir jetzt?» Und gleichzeitig natürlich auch ein Megalearning. «Okay, gehen wir dahinter, machen wir weiter. Was gäbe es für Möglichkeiten?» Und dort haben wir voll gelernt, dass das Sinn macht.
- 29:02dass das Material eigentlich wie im Monomaterial bleibt. Also ein Material, das du nicht miteinander vermischst. Weil das ist eigentlich wie, man nennt das dann Downcycling sogar. Weil du wie eigentlich, also Upcycling bedeutet, du verwendest ein Produkt wieder und fügst sogar einen Wert hinzu. Das heisst, aus einem
- 29:27Den Deckel einer Plastikflasche machst du zum Beispiel ein Brüllengestell. Es ist mehr wert als vorher, weil es vorher nur ein Deckel war und jetzt ein Brüllengestell. Das ist Upcycling. Recycling ist, wenn du das gleiche wieder aus dem gleichen machst. Also aus einer PET-Flasche machst du wieder eine PET-Flasche. Spannend.
- 29:48Was auch sehr nachhaltig ist, weil das dann auch im Material bleibt. Und Downcycling ist dann eigentlich, wenn du mehrere Materialien miteinander mischst, weil dann später, wenn du es nicht mehr benötigen kannst, kannst du es nicht mehr recyceln. Ah, darum Downcycling, weil es im Nachhinein... Also es ist eigentlich kein Upgrade, sondern ein Downgrade. Genau. Gibt es das Wort Downcycling? Ja, genau. Ganz genau das ist es. Und bis heute gibt es einfach noch fast keine Technologie, die das dann wieder kann...
- 30:17Oder vielleicht sieht es in Zukunft anders aus. Aber bis heute ist das ein riesiges Problem. Also das Downside der Material, dass das dann irgendwann wieder gesplittet werden kann. Aber zum Beispiel, die Produkte, die ihr ja macht, sind ja für Surfboard. Zum Beispiel, ja genau. Um wachsen zu können.
- 30:37Kam haben wir es nicht noch über Cam gemacht? Ja, wir verarbeiten auch aus den Deckeln und Ring von den Plastikflaschen neue Produkte. Wie zum Beispiel Surfcam, Eiskratzer, Hardcam, wir machen auch Spielzeuge daraus. Kennt ihr das Jenga Spiel?
- 30:57Der Stabelturm, der eigentlich sonst aus Holz ein Stäbchen ist. Das machen wir jetzt auch aus Plastik. So gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, was aus Plastik gemacht werden kann. Das bleibt aber immer im Material. Wir mischen es nicht mit etwas anderem. So können wir es immer wieder in unsere Maschine reinmachen. Wenn du deinen Hardcomb nicht mehr brauchst, kannst du ihn uns zurückschicken und wir können wieder etwas Neues daraus machen.
- 31:24Das bleibt immer im Kreislauf drin. Das ist aus unserer Sicht heute das Nachhaltigste. Auch die Schuhe oder Lieblings, die aus Pet noch gemacht wurden, sind mit einem anderen Material gemischt.
- 31:45Ich war von dem sehr Fan und fand das cool. Aber das müssen wir irgendwann auch recyceln. Aus unserer Sicht ist das wie Downcycling. Aber das Wissen muss man sich auch irgendwo aneignen. Wir machen nicht etwas gut, um das T-Shirt zu kaufen, das recycelt ist, aber eigentlich ist es downcycelt.
- 32:13Am Schluss ist es aber auch immer im Ermessen des Kunden. Was ihm am wichtigsten ist, ist ihm jetzt wichtig, dass er einfach der Plastikflasche einmal noch das Leben geschenkt hat. Es kommt immer darauf an, dass er Nachhaltigkeit hat. Du kannst darüber philosophieren. Wer kümmert sich um Countrymanagement, wer kümmert sich um das ganze Recycling, Upcycling? Neue Ideen, wie macht ihr das? Es ist so vielfältig. Ihr seid ja halbe Professorin, Expertin in dem.
- 32:43Nein, überhaupt nicht. Dann haben wir noch Community. Nein, also wir sind wirklich keine Experten in diesem Bereich. Wir haben uns das angeeignet und wir haben jetzt schon ein grosses Wissen, das wir uns in den letzten sechs Jahren angeeignen durften. Wir haben natürlich alle auch gewisse Bereiche, in denen wir uns mehr oder weniger bewegen. Aber im Fall...
- 33:03Das geht nur durch unsere Community. Also wenn wir etwas nicht wissen, eine Frage haben, wir stellen es nach aussen. Wir sagen es entweder bei unseren Events oder auf LinkedIn oder auf Instagram oder so und die Leute melden sich oder es werden Leute Mitglied bei uns, die Architekten sind und dann können sie so Sachen erklären und sagen und dann können wir sie fragen und ohne das, also ohne wie so das, es gibt doch so ein Wort für das, so das kollektive Wissen eigentlich. Ohne das kollektive Wissen
- 33:33Ich wäre niemals da, wo es ist. Es geht nur so zusammen. Es sind immer Puzzlestücke, die wiederkommen, die ein grosses Big Picture ergeben. Ja, genau. Und wir lernen auch sehr gerne dazugehen. Zum Teil denken wir, dass etwas Fakt ist, oder dass das das Nachhaltigste ist oder das Beste. Und dann merken wir, es ist einfach nicht so.
- 33:54brauchen wir auch Experten, die uns dort unterstützen. In meinem Kopf hätte ich jetzt auch gesagt, so ein Haus aus Plastikflaschen, genial. Aber dann müsstest du dich verlaubern. Genau, auf die nächste Generation, auf das wäre ich jetzt natürlich auch nicht gekommen. Darum ist es sehr gut, dass es so Leute gibt, die so engagiert sind und euch diese Sachen liefern.
- 34:15Best case wäre, dass es eine Technologie gibt, die den ganzen Plastik abbauen oder auseinandernehmen kann, damit man den Plastik vermischen kann mit anderen Materialien. Es gibt auch schon Technologien, die daran sind, die das auch möglich machen wollen. Aber meines Wissens nach sind diese noch nicht wirklich praktisch im Gebrauch.
- 34:41Ich habe noch eine andere Frage. Bei Community Events, wo die Leute Plastikflaschen bringen können und eine wahre Mahlzeit bekommen, gibt es auch noch kleine Workshops, die man macht. Was wird dort genau beigebracht? Was zeigen dir die Leute? Also wir zeigen eigentlich, was überhaupt mit Plastik in der Natur passiert, wenn man es einfach verrotten lässt. Wir zeigen auch, welche gesundheitlichen Auswirkungen es hat, wenn man zum Beispiel Plastik einfach verbrennt im Offenen. Das ist das, was die meisten machen.
- 35:10Am Anfang habe ich das verurteilt und jetzt frage ich mich, was ich machen würde, wenn jemand mein Plastik oder Müll abholen würde. Du willst es ja nicht bei dir haben. Du musst ja etwas damit machen. So Sachen klären wir auch auf. Oder schon rein einfach das...
- 35:29Wir wollen den Leuten schon klar machen, dass Plastik einen Wert hat. Dass sie mit Plastik zahlen können, dass wir neue Produkte herstellen können. Und dass es nicht etwas ist, das man wegrühren sollte, sondern etwas wertvolles ist. Eine wertvolle Ressource, die wir auch brauchen können.
- 35:48Und merkt ihr, dass durch die Schulungen, die ihr macht, durch die Workshops, dass sich in den letzten paar Jahren auch der Konsum verändert hat? Dass die Leute vielleicht mehr auf Glas zugreifen, als auf Plastik? Also das Ding ist, wenn es so war, ob sie weniger Plastik kaufen, das weiss ich nicht genau. Und das können wir nicht genau sagen. Aber gleichzeitig glaube ich ehrlich gesagt nicht. Weil...
- 36:19Sogar hier in der Schweiz, wo du eigentlich Zugang die ganze Zeit zum Wasser hast und eigentlich keine Plastikflasche mehr müsstest kaufen, machst du es. Es gibt so viel Plastikkonsum immer noch hier in der Schweiz, obwohl es eigentlich nicht mehr gebraucht ist. Und dort vor Ort gibt es zum Teil kein sauberes Wasser mehr.
- 36:41Darum müssen sie eigentlich sogar... Ich glaube nicht, dass sie... Wir reden von einem Drittweltland. Wir haben keine Möglichkeit, uns zu ernähren. Und weisst du, das ist eben auch noch krass. Stell dir vor, was die für eine Abfallmenge haben, im Vergleich zu unserer, wir Konsumgeilen Gesellschaft. Also wenn ich mich nicht täusche, konsumieren wir sogar...
- 37:06Ich behalte mich nicht auf Zahlen, aber ich glaube sogar, dass es mit Nicaragua und Schweiz einen sehr ähnlichen Plastikkonsum gibt, obwohl es hier in der Schweiz gar nicht nötig wäre. Aber wir konsumieren ja, wir kaufen ja, wir haben ja Möglichkeiten. Die haben ja keine Möglichkeiten in einem Toys-R-Us zu gehen und ein Kind zu haben oder was auch immer.
- 37:27Weisst du, was ich meine? Ja, das ist wirklich ein hoher Konsum. Was wir aber merken ist, seit dem Anfang machen wir eigentlich Datenerhebungen, wo wir die Leute fragen, woher sie diese Plastikflaschen haben. Haben sie sie von ihrem eigenen Konsum, also von zu Hause mitgebracht, oder haben sie sie von den Strassen, oder? Oder von den Stränden.
- 37:47Oder von wo haben sie sie? Am Anfang haben wir gemerkt, dass es eine Plastikflasche von 100 gibt. Sie bringen ja 20 Plastikflaschen für eine Mahlzeit. Eine Plastikflasche von 20 war von sich zuhause. Heute sind wir bei 36.
- 38:05Also allgemein? Allgemein. Also wenn wir jetzt 36% der Plastikflaschen, die wir sammeln, sind vom Eigenkonsum. Das heisst, sie werden gar nicht mehr in die Natur gerührt. Und das ist halt das, was wir wollen. Das ist ja perfekt. Das ist genau das. Das ist genau das, was wir wollen. Weil am Schluss, klar...
- 38:25Am besten wäre es, wenn wir alle gar kein Plastik mehr konsumieren würden. Das sagen wir den Leuten auch. Gleichzeitig ist es ein Fakt, dass es immer noch gebraucht wird. Darum wollen wir verhindern, vor allem mit unserer Arbeit, dass es gar nicht mehr erst in der Natur landet, sondern dass die Leute sich bei sich behalten, so wie wir eigentlich grundsätzlich, auch nicht alle in der Schweiz, aber grundsätzlich bei sich behalten und dann irgendwo hinbringen können zum Recyceln.
- 38:51Das ist ja hier möglich in der Schweiz. Und das ist in Nicaragua oder auch in Ghana und Indien, wo wir tätig sind, nicht der Fall. Wie viele Plastikflaschen habt ihr schon gesammelt? Habt ihr eine Statistik? Insgesamt ja, kannst du auf der Webseite schauen. Ich bin schauen gegangen, aber ich weiss nicht, ob es World Campaign war oder nicht. Geh mal auf die Seite und dann bei Wirkung. Dann können wir die genaue Zahl nennen.
- 39:14Und was wollte ich noch sagen? Wie über uns... Bei gut. Wie über uns und dann wir kommen. Also Leute, was haben wir bereits bewirkt?
- 39:33284'000 Plastikflaschen, 78'656 Mahlzeiten, 60 Arbeitsstellen und 241 Mitglieder weltweit.
- 39:49Ganz genau Zahlen hätte ich jetzt nicht auswendig hören können. Unglaublich. Aber es ist crazy, wenn die Gedanken vor 2018 sind, dass die Menschen... Es berührt mich jedes Mal. Einmal die Zahlen zu sehen, obwohl die Zahlen am Schluss auch nur Zahlen sind. Wenn ich dann wirklich merke, dass es wirklich einen Unterschied für die Menschen macht, das ist auch wieder das, was zu deiner ersten Frage zurückgeht, was uns eigentlich antreibt, um weitermachen. Dass die Wirkung ankommt, dass man findet, es funktioniert.
- 40:17Ich habe eine allgemeine Frage zu Plastik. Weisst du, wer noch so viel Plastik neu produziert?
- 40:31Oder kann man mittlerweile vieles recyceln? Ich meine Coca-Cola, ich weiss nicht. Klingt die wirklich noch... Ja, leider schon. Obwohl man weiss, es ist Viertel von fünf hier draussen auf diesem Planeten. Ja, doch, leider schon. Es wird sogar immer mehr neues Plastik produziert. Es wird auch immer mehr recycelt, aber es wird auch immer noch mega viel neues produziert. Aber es ist so ein Sieb mit so...
- 40:58Eigentlich würde es irgendwie langen. Wir hätten genug Plastik, damit wir kein neues produzieren müssten, das wir immer wieder verarbeiten könnten. Ist Plastik recycelt teurer, wenn ich z.B. eine PET-Flasche nicht benötige? Es kommt sehr darauf an. Es ist kein regulierter Markt. Während Corona war es spannend, weil viel neues Plastik aus China kommt. Sie konnten keine mehr bringen. Ah ja.
- 41:27Das heißt, recyceltes Plastik war viel mehr nachgefragt. Das macht natürlich etwas mit dem Preis. Jetzt können sie wieder neues Plastik bekommen und dadurch ist es auch günstiger.
- 41:43mehr Arbeit dahinter steckt, um es zu recyceln. Das ist auch noch lustig, das geht manchmal bei den Leuten in Indien, Ghana, Nicaragua auch nicht so in den Kopf, wenn sie sich so denken, wieso sollte ich für ein Produkt, das recycelt ist, also aus altem Plastik, mehr zahlen als für ein Produkt mit neuem Plastik oder ein neues Produkt in diesem Sinne. Aber es steckt halt viel mehr Arbeit dahinter.
- 42:09In Ghana und Indien haben sie verschiedene Produkte, die sie dort verkaufen. Oder sind es immer so die ähnlichen Sachen? Ja, so ein Scheibenkratzer. Aber surfen ist in Nicaragua wahrscheinlich... Ja, surfen, ja. In Indien haben wir mal Pflanzentöpfe probiert. Die sind auch recht gut angekommen. Und in Ghana machen wir nochmals etwas ganz anderes. Denn dort ist ein riesiges Problem auch Plastik-Säcke.
- 42:39teurer und Plastiksäcke, man nennt sie Plastiksachets, zum Wasser daraus trinken, sind viel, viel mehr verbreitet. Das heisst, man reisst das dann mit seinem Zahn ab und trinkt das so. Das sind wirklich Plastiksäcke und die liegen überall am Boden. Die sind auch viel leichter, das heisst, sie werden noch mehr vom Wind überall herantrieben.
- 43:02Das ist ein riesiges Problem in Ghana, das wir in Indien und Nicaragua fast gar nicht haben. Also nicht in diesem Ausmass. Diese Plastikart können wir aber nicht bei unseren Maschinen reinbringen. Neue Herausforderung. Genau.
- 43:19Weil sie zu weich ist. Wir können nur den harten Plastik verarbeiten. Und nicht das weiche Plastik. Sicher der Plastik von den Röhren vom Migros-Eistee oder so. Ja, das wüsste ich nicht einmal. Aber ich weiss ganz genau, welcher Plastik. Ah, der Plastik von der Verpackung. Ja, genau. Genau solche. Und darum sind dann unsere Projektmenschen, Elena, auch die Mitgründerin,
- 43:45ist dann mit dem Team auf die Idee gekommen, dass wir die Sashis, eigentlich hat uns auch eine Organisation, die das in Ghana vor Ort auch schon macht, darauf gebracht, wo die Sashis mit Handarbeit zusammengelegt werden.
- 43:58Und dann machen sie, also das war dann unsere Idee, wie so eine Picknickdecke draus machen. Ah, okay. Und du kannst wie unten dran, also ich hätte eine mitnehmen sollen, hätte ich schnell zeigen können, weil die sind mega schön. Man stellt es sich nicht so schön vor, aber es ist mega schön, weil du unten siehst einfach diese Säcke, die ja nicht so schön sind in dem Sinn, aber einfach so, wenn du zum Beispiel auf eine Wiese tust, wo noch ein bisschen nass ist. Ja, wie so die Alu-Style, genau. Genau, du tust es halt wie noch vom Wasser schützen.
- 44:25Oben drüber haben wir mega schöne, ghanesische Reste von Baumwolle. Die dann wirklich ein mega cooles Muster geben. In Ghana haben wir gelernt, jedes Land ist halt wirklich anders, in Ghana haben wir gelernt, gehen die meisten Leute nicht in einen Laden, um ihre Kleider zu kaufen, sondern sie kaufen sich einfach einen Stoff, gehen zu der Näherin oder zum Näher und lassen sich das dann maßgeschneidert machen. Was mega cool ist, aber dadurch gibt es immer wieder Baumwollresten.
- 44:55Die nehmen wir und legen die oben drauf bei den Tiefen. Also gleich zwei Probleme am lösen. Ja genau. So geil. Ja, ist mega cool. Ist wirklich mega cool. Das heisst, dort haben wir dann wie nochmal ein anderes Produkt. Genau. Aber ihr müsst also wirklich so landspezifisch... Ja, ist ja jedes Jahr individuell. Andere Länder, andere Sitten.
- 45:13Das Ziel wäre, dass wir die Produkte selbst tragen können. Aktuell sind wir 95% von Spenden finanziert. Wir wollen den Teams vor Ort die Unabhängigkeit geben. Wir wollen, dass sie Manufakturen machen können.
- 45:34Ja, betreiben, ein Geschäft haben, das immer wieder Aufträge gibt und sie so ihren Lebensunterhalt auch verdienen können. Wo platziert ihr diese Produkte?
- 45:45Ja, also dort sind wir jetzt wirklich... Ich bin mir nicht so gewohnt, was ihr in der Schweiz habt. Aber das Ziel wäre ja schon, ich meine, so einen Scheibenkratzer, wo kauft man das im Jumbo oder weisst du, guck mal. Also im 22. haben wir unsere allererste Manufaktur in Nicaragua angefangen. Dort haben wir gestartet mit der Produktion. Und seitdem sind wir halt mega viel am dazulernen und auch unser Netzwerk am aufbauen.
- 46:11Wir sind jetzt schon in einigen Surf-Läden in Nicaragua, Costa Rica, Kalifornien oder Zürich. Wir sind schon in einzelnen. So eine Nischung. Oder wir verkaufen es auch zu Privatpersonen, die in unsere Gallery kommen oder in der Manufaktur in Nicaragua. Aber das sind so kleine Mengen. Mit denen werden wir nicht selbst tragen.
- 46:36Unser Ziel ist es, wie du es angesprochen hast, in grössere Läden zu kommen. Oder auch Firmen zu finden, die grössere Mengen von uns abkaufen. Vielleicht als Kundengeschenk oder was weiss ich. Wir können nicht nur das produzieren, was wir jetzt produzieren. Wir können auch jenseits Produkte produzieren. Aus Plastik, also alles bis zu 123 Gramm.
- 47:02Was heisst das? Das heisst, wir könnten jetzt nicht so einen riesigen... Einen Kamm. Einen Kamm, zum Beispiel. Einen Eiskratzer, Brüllegestell. Bis zu 123 Gramm? Bis zu 123 Gramm, schwere. Also jetzt zum Beispiel so einen riesen, grossen Pflanzentopf könnten wir nicht machen, weil der zu schwer wäre. Aber so wie kleine... Für unsere Maschinen, die wir aktuell haben.
- 47:25Okay. Also die Maschine kann aktuell nicht mehr als 123 Gramm in ein Produkt tun. Kann man den Plastik so verarbeiten, dass man in einem 3D-Drucker etwas machen kann?
- 47:38Dort braucht man aber etwas anderes. Wir arbeiten nicht mit 3D. Vor allem, weil in Nicaragua, Ghana und Indien oft auch Stromausfälle sind. Es geht viel länger, um das mit einem 3D-Drucker zu machen. Und dann müsste man immer wieder von vorne anfangen. Wie macht ihr es dort? Wir haben eine Spritzgussmaschine.
- 48:01Wie ihr euch das vorstellen könnt, ist es so, dass wir die Plastikflasche in einen Schredder reinbringen. Das nennt man kleine Flakes. Diese Flakes geben wir in eine Spritzgussmaschine. Diese gehen durch einen Kanal und werden dort erhitzt.
- 48:19geschmelzt und dann unten in eine Form reingegossen. Und so kommt dann das Produkt raus. Und du kannst selber sagen, wird es waagrecht, also wird es viereckig, wird es rund? Ja, die Form können wir selber sagen. Jetzt haben wir zum Beispiel jemand aus Zürich, mega cool Mentalität, der gerne Schmuck machen will, diese kleinen Perlen zum Beispiel. Und das haben wir jetzt auch in Indien gestartet. Da haben wir eine Form gekauft und dann können wir einfach den Plastik durch diese Form durchlassen und
- 48:49Falls jemand eine Idee hat, wie er ein Produkt bis zu 123g Plastik will, here we go. Das wäre das Ziel, dass wir Firmen erreichen können, die das in grösserer Menge bestellen. Und so ein paar Aufträge haben, die die ganze Jahrdauer selbsttragend machen können.
- 49:16Crazy, ey. Crazy. Und das alles, weil du auf einer Couch gesessen bist und Instagram-Posts gesehen hast. Was alles passiert ist. Und dich einfach gerüft gefühlt hast für das. Ja, voll. Ja, und irgendwie so viel mehr auch. Das finde ich immer so krass, wenn ich auch so zurück schaue oder auch heute schaue. Es wäre gar nicht möglich, wenn nicht so viele Menschen an dem beteiligt wären. Oder? Ganz kurz.
- 49:46Anna, du bist auszeichnet worden von Forbes. Ja. Willst du dann erzählen, wieso? Also die Frage ist vielleicht für die Leute, die es nicht kennen, was ist Forbes? Genau, also Forbes ist ja vor allem auch bekannt für ihre Billionär-Liste. Das ist mega lustig, als ich im 22 auf diese Liste kam, waren ein paar so, boah, das ist
- 50:08Anna, du hast gerissen. Aber es ist so, dass Forbes auch noch ganz andere Listen hat. Und unter anderem eben die Forbes Under 30-Listen, wo eigentlich Menschen unter 30 auszeichnet werden, die etwas Einzigartiges gemacht haben. Und Forbes gibt es auf der ganzen Welt. Also es gibt Forbes USA, es gibt Forbes weiss ich was alles und eben auch Forbes Dach. Also Österreich, Deutschland, Schweiz.
- 50:35Bei Forbes Dach wählen sie pro Land 30 Leute unter 30, die in ihrem Sinn etwas einzigartiges gemacht haben. Es ist mega cool, dass wir auf die Liste gekommen sind, weil das eine ganz andere Reichweite und Kredibilität und Glaubwürdigkeit gab.
- 50:59Das hat uns viel ermöglicht. Partnerschaften, Spender sind auf uns aufmerksam geworden. Das hat uns wirklich nochmal... Wie hat sich das für dich angefühlt? Du hast es am Morgen gesehen, dass du dort drauf bist.
- 51:14Was ist in dir drin passiert? Ich war sehr überrascht, weil 20 Minuten, sobald es raus kam, hat es 20 Minuten aufgenommen bei sich. Und ich habe es von anderen erfahren. Ich habe erst von anderen erfahren, dass ich auf der Liste war und ich so war so wow, okay, mega viele Gratulationen. Ich hätte einfach niemals gedacht, dass Forbes so eine so krasse Reichweite hat. Also weisst du, dass das bei den Leuten wirklich so ist, wow, okay. Für mich hat es ähnlich...
- 51:42Das ist das Symbol. Ja, genau. Und mich hat es so krass gefreut, dass Forbes auch solche Sachen auszeichnet. Mit einem sozialen Hintergrund. Und dass es eben nicht nur um Geld und Business geht und wie viele Millionen man vielleicht schon geracet hat. Sondern wirklich auch diesen sozialen Aspekt feiert. Das hat mich so gefreut. So, so, so, so sehr gefreut.
- 52:11Ich war so stolz. Es war mega cool. Und jetzt sind wir... Im Jahr 2022 war ich alleine auf der Liste. Es hat sich auch ein wenig komisch angefühlt. So wie ich euch vorher erzählt habe... Du hast auch gesagt, dass es uns ist. Es sind fünf. Und jetzt bist du es. Wir sind fünf Gründer.
- 52:34so viel mehr, die noch involviert sind. Unsere Countrymanager, die jeden Tag ihr Bestes geben. So viele Mitglieder, Spender und unsere Teams, die so viel geben für das. Und es ist ja nur wegen dem möglich. Was ich nicht so gerne habe in der heutigen Zeit, ich weiss nicht, vielleicht war es auch schon immer so,
- 52:52ist wie den Hero in den Vordergrund zu stellen. Oder immer so eine Person. Ich finde, das schreckt die Leute, zu denken, dass sie das auch mal könnten. Weil man denkt, ich könnte das nie. Ja, ich könnte es auch nie alleine. Und das muss ich sagen, ich habe mich sehr gefreut auf der einen Seite, klar, ich war auch sehr stolz.
- 53:12und konnte diese Glückwünsche auch annehmen. Ich weiss, es ist etwas einzigartiges, was wir oder ich machen, aber gleichzeitig hat es sich auch nicht so richtig angefühlt. Jetzt ist eine neue Liste von Forbes Europe rausgekommen. Ich wollte...
- 53:28Hast du gewotet? Sicher. Also für... Also du und der Kalil oder der Kalil ist irgendwo... Ah ja, das ist aber nochmal etwas anderes. Das ist für Adaptation, wo man auch etwas gewinnen kann. Genau, dort mega cool, dass du mich gewotet hast. Aber es gab jetzt nochmal eine Liste von Forbes Under 30 Europe, wo eigentlich auch nochmal die ganze...
- 53:52durchforstet hat und geschaut hat, welche Menschen es unter 30 in Europa auf diese Liste kommen könnten. Und da sind Kai und ich zusammen. Wow, mega. Das hat sich nochmal ganz anders angefühlt, obwohl auch dort all die anderen Gesichter auch darauf gefehlt haben. Aber ja, so zu meinen Gefühlen, wie ich mich gefühlt habe,
- 54:14Aber wir sind ja die Einzigen, die das wirklich fulltime machen. Jetzt hier in der Schweiz. In der Schweiz schon, ja. Genau. Und wir sind halt schon die Main Bitches. Wie soll ich sagen? Geschäftsführer. Ja, nein, aber weisst du so... Ja... Ja... Geschäftsführer. Genau, ja. Wie würde man das...
- 54:30Wir treiben sicher voran. Das ist auf jeden Fall so. Wir haben schon eine Schlüsselrolle in dem Ganzen. Das will ich gar nicht abstreiten oder klein machen. Gleichzeitig haben wir auch viel...
- 54:47Wie alt seid ihr eigentlich? Ich bin 28 und der Karl ist 29. Einfach nur crazy. Ich habe das letzte Mal, als wir unser Event bei euch in der Galerie vorbereitet haben, nochmals Danke dafür, habe ich erfahren, dass Karl noch nicht 30 ist. Und ich so...
- 55:04Kennst du, wenn du einen Menschen älter als dich selber buchst, und dann merkst du, er ist so 7-8 Jahre jünger als du? Oh mein Gott, krass! Ja, aber was ist so alt? Absolut. So spannend, so jung. Ihr macht das so gut. Die Energien, die ihr spreadet, sind einfach magisch. Das muss man an dieser Stelle sagen. Es ist so ansteckend und elektrisierend. Aber darf ich jetzt etwas Privates sagen?
- 55:32Also nein, das ist doof. Ich weiss es ja. Kalil und du bist ja ein Paar. Dürfen wir vielleicht fragen, wie das entstanden ist? Ja sicher. Also lustig ist, dass wir in der Sekte von 13. bis 15. schon mal ein Paar waren. So gut! Also eigentlich wie eine Jugendliebe.
- 55:53Wir haben uns dann nicht mehr viel gehört, haben uns aus den Augen verloren, hatten nicht viel Kontakt. Durch Plastik hatten wir Kontakt, waren aber drei Jahre lang nur Freunde, Geschäftspartner. Ich will lügen, wenn es nicht vielleicht
- 56:10Ja, weil ich manchmal in den Gedanken gewesen wäre. Aber grundsätzlich war es wirklich eine Freundschaft. Ohne Hintergedanken. Genau. Und dann, nach drei Jahren, haben wir beide gemerkt, es ist die Weile geworden. Es ist die Kandesie. Es passt.
- 56:29Ich finde es unglaublich, wie viel Zeit wir miteinander verbringen können, ohne dass es uns stresst oder langweilig wird. Wir stressen uns schon manchmal. Wäre ja komisch, wenn nicht. Aber wie gut wir zusammen arbeiten können, zusammen sein können.
- 56:49Das Leben auch geniessen. Ich schätze es mega, ich könnte es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Wenn ich mir denke, dass ich die Plastiksachen oder die freundschaftlichen Sachen mit Khalil teile und dann noch einen Freund hätte. Das wäre mega komisch. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen. Ich könnte mir das alles teilen.
- 57:12Wir haben alle die gleiche Passion, das gleiche Ziel. Es bringt uns auch sehr, sehr nahe. So gut. So gross. Nächste Reise, die ihr macht?
- 57:26Wahrscheinlich fokussieren wir uns dieses Jahr, also haben wir jetzt so entschieden, dass wir hier in der Schweiz bleiben, eigentlich nicht nach Nicaragua, Ghana oder Indien gehen. Letztes Jahr war sehr intensiv. Wir waren überall hier. Und jetzt merken wir, die Länder kommen gut klar ohne uns und das ist ja das Wichtigste und das wollen wir ja auch so. Und dass wir eigentlich fast mehr Wert hier in der Schweiz haben, wo wir ein Netzwerk haben, um auch Spenden zu generieren und strategisch weiter wachsen zu können.
- 57:54Und nächster ist dann Ghana geplant. Noch nie gewesen? Ja, mit den Kalil und ich. Mitgründerinnen und auch andere Teammitglieder waren schon in Ghana. Aber wir müssen das immer etwas aufteilen. Wir können ja auch nicht alle immer überall sein. Das macht ja auch null Sinn. Bis jetzt hat es sich nicht ergeben, dass Kalil und ich nach Ghana gehen.
- 58:15Weil viel digital ja auch voll möglich ist und andere Mitglieder des Teams auch schon immer wieder da waren. Und für nächstes Jahr ist dann aber gar nicht geplant für Karel und mich. Wie kann man euch am besten unterstützen? Spenden, das ist so einfach, eigentlich das, was am meisten Sinn macht. Aber was kann man machen?
- 58:36Was uns eigentlich, oder nicht uns, sondern am Schluss den Menschen vor Ort und der Natur am meisten hilft, sind Mitgliedschaften. Wir sind ein gemeinnütziger Verein hier in der Schweiz und jeder kann Mitglied werden. Wir haben unterschiedliche Mitgliedschaften, es ist wirklich für jeden etwas dabei, vom Kolibri bis zum Elefant. Ja, habe ich gesehen. Und die Kolibri kann man irgendwo...
- 58:57Ich kann es dir ja schon erzählen. Ich finde diese Geschichte so schön. Ja, es ist meine absolute Lieblingsgeschichte. Ich erzähle sie gerne nochmal. Es gab einen grossen Waldbrand. Und alle Tiere, die in diesem Wald gelebt haben, mussten flüchten. Sie hatten Todesangst, weil es ein riesiges Feuer in ihrem Zuhause gab. Sie sind also raus aus dem Wald und haben sich dort an einem kleinen Teich versammelt. Sie waren sehr depressiv, hatten keine Hoffnung mehr und dachten wirklich, jetzt ist es eigentlich vorbei.
- 59:27Dann gab es einen kleinen Kolibri, einen Paradiesvogel, der mit seinem Schnabel einen Tropfen vom Teich genommen hat, zurück zum Wald und zum Feuer geflogen ist und ihn über dem Feuer fallen lassen hat. Einen Tropfen. Dann ist er wieder zurück und hin und zurück und hin. Das hat er einfach die ganze Zeit immer wieder gemacht. Tausend Mal.
- 59:46Und die grossen Tiere, die Giraffen, Elefanten, Leuen, was auch immer, haben sich irgendwann angefangen lustig über den Kolibri zu machen. Sie haben ihn auch gefragt. Kolibri, sorry, was hast du das Gefühl, was du so erreichen kannst? So kannst du dich sicher nicht löschen mit diesen paar Tröpfchen.
- 1:00:02Der Kolibri sagt, ohne mit den Wimpern zu zucken, nimmt er nochmals einen Tropfen und sagt, ich weiss, ich kann das Feuer so nicht löschen, aber das ist mein Beitrag dazu. Wenn wir alle zusammen spannen, dann können wir das Feuer zusammen löschen. Dann kommt der Elefant mit seinem Rüssel, die Giraffe mit dem langen Hals und zusammen können sie das Feuer löschen und wieder in den Wald einziehen.
- 1:00:24Das ist für uns eine Herzensgeschichte, weil wir uns als Kolibri sehen. Wir wissen, wir können nicht viel verändern mit unseren Community Events oder Baufluchtbefestigungen. Aber es ist ein Beitrag. Darum ist die erste Mitgliedschaft ein Kolibri. Genau. Weil jede kleine... Ganz genau. Die Kolibri-Mitgliedschaft kostet 50 Franken im Jahr.
- 1:00:45Und dann gibt es noch unterschiedliche Tiere, vom Flamingo zu Giraffe, Elefant und das höchste ist der Blauwal. Die Idee hinter der Mitgliedschaft ist, dass wir auch eine Planbarkeit haben. Das hilft natürlich für unsere Aktivitäten extrem, wenn wir wissen, es kommt nicht nur dieses Jahr, sondern auch nächstes Jahr.
- 1:01:10Das heisst, Konstanz ist mega hilfreich, mehr als einmalige Spenden. Und auch wirklich, wie du gesagt hast, jeder Beitrag. Ich mache immer einzelne Spenden, aber eigentlich wäre ein Ding sinnvoller, damit wir es planen können.
- 1:01:28Ja, was uns eigentlich, also der Organisation und den Menschen vor Ort am meisten hilft, auch den Arbeitsstellen, die wir jetzt in Nicaragua, Ghana und Indien kreiert haben, ihnen hilft es am meisten, wenn sie wissen, okay, nächstes Jahr können sie wieder mit diesem Job rechnen, nächstes Jahr können wir wieder diese Community-Events machen. Und was mega cool ist, ist, wenn Leute zu uns kommen und sagen, «Schau, ich habe vielleicht nicht so viel Geld, ich mache eben Colibri-Mitgliedschaft für fünf Jahre.»
- 1:01:55Zum Beispiel mindestens. Oder jetzt mal für drei Jahre oder mal für zwei Jahre. Und dann wissen wir, okay, das kommt rein. Und dann können wir auch für das nächste Jahr planen. Das hilft extrem. Ich sage jetzt auch nicht nur für Biford West Plastik, sondern generell für soziale Organisationen macht das mega fest Sinn, dass sich Spender eigentlich für eine Organisation entscheiden für ein paar Jahre.
- 1:02:20wie viele Jahre kann jeder selber entscheiden, aber eben sogar kommunizieren, für wie lange die Organisationen mit dem rechnen können.
- 1:02:29Habt ihr noch ein neues Projekt, ein neues Land, das angeklopft hat? Habt ihr euch etwas Neues gefunden? Seit dem Start haben wir viele Anfragen bekommen von Neuländern. Kolumbien, Dominikanische Republik, Marokko, Südafrika, wirklich Jens Stelikosowo. Kalabrien. Wenn du aus dem Flughafen nach Kampagne fahren willst,
- 1:02:55Es ist wirklich ein umfassendes Problem, auch hier in Europa. Am Anfang dachten wir, wir gehen überall hin, wo es BFW Plastik braucht. Es war schon immer klar, dass wir nicht in ein Land gehen wollen, in das wir das Gefühl haben, dass es das braucht. Sondern dass Leute aus den Ländern wie in Indien oder in den Anfragen von den Ländern, Leute von dort kommen und sagen, das braucht es, wir wollen das machen.
- 1:03:25Aber wir haben gemerkt, wenn wir den Kreislauf entschlüsseln, all diese drei Länder, die wir sind, es hat noch so viel Potenzial im Land selbst. Wir sind ja nur an gewissen Regionen dort, nicht im ganzen Land. Wir reden von Indien und Afrika, mein Gott. Das ist wie in Mumbai. Ist das nicht etwa die Schweiz? Mehr.
- 1:03:50Es hat so viel Potential auch im Land, dass wir nicht in ein anderes Land wollen, bevor wir selbsttragend sind. Wir wollen das erreichen, dass wir in einem Land selbsttragend sind und dann können wir uns vorstellen, auch in andere Länder zu gehen.
- 1:04:10Und um selbsttragend zu werden, heisst das eigene Produktion, also sprich Anfragen an Produktionen durch eure Manufakturen? Genau. Also was es eigentlich ganz konkret heisst, ist, aktuell überweisen wir ja jeden Monat Geld nach Nicaragua, Ghana und Indien. Und sie machen ja jetzt schon zum Teil kleine eigene Einnahmen. Und das ziehen wir ja dann immer von dem ab, was wir eigentlich senden würden. Und selbsttragend wäre...
- 1:04:40ein Land oder ein Projekt, wenn wir kein Geld mehr schicken müssten. Wenn die Einnahmen so hoch sind wie der Betrag, den wir sonst schicken würden. That's it, sozusagen. Und wenn wir das für eine gewisse Zeit... Und das können sie erreichen mit verkauften Produkten. Oder durch das, dass sie selber Einnahmen ausschalten. Einfach so...
- 1:05:02Yes! Jetzt zeigt er! Sie haben richtig nice Sachen. Nicht nur Schaber für die Scheiben, Eiskratzer, um euer Surfbrett wachsen zu können, sondern sie haben richtig geile Shirts. Snowboardbrett wachsen. Ja, haben uns auch schon einige gesagt. Ich kenne mich ehrlich, ich sehe nicht so aus. Ich fahre selber nicht Snowboard. Ich weiss nicht, ob die Kratzer, die wir haben,
- 1:05:31Aber wir können ja andere machen, die sich dafür eignen würden. Könnten wir, ja. Crazy Leute. Hey, ja... Ich kenne die Stunde lang. Aber, aber, aber, aber. Wir haben noch ein kleines Konzept. Ah, das habe ich ganz vergessen. Das ist neu, das haben wir beim ersten Podcast mit Kyle Bauer nicht gemacht. Nein, noch nicht. Und zwar, jeder Gast darf am nächsten Gast eine Frage stellen. Du weisst nicht, wer der nächste Gast ist. Wir wissen es auch nicht.
- 1:05:57Du stellst am nächsten Gast eine Frage. Du hast natürlich auch eine bekommen. Die stellen wir dir nachher aber an, damit du nicht befluss wirst. Egal wie, egal was. Ich habe eine Frage, die ich sehr gerne habe. Ich habe sie mal bekommen. Die würde ich gerne am nächsten Interviewpartner geben. Was bringt dein Herz zum Singen?
- 1:06:22Sehr schön. Was bringt dies Herz zum Singen? Anna, was bringt dies Herz zum Singen? Five Food with Flies. Bravo. Wow, das ist eine mega schöne Frage. Deine Frage ist, was ist dein tollster Ratschlag, den du erhalten hast und dich positiv beeinflusst hat? Okay, muss ich jetzt nachdenken? Ja, nimm dir den Ticket heim.
- 1:06:50wo man Ratschläge eigentlich nie erteilen sollte. Nein, ungefragt zumindest. Ja, ich weiss, was du meinst. Vielleicht hättest du auch gefragt. Also mir hat mal jemand gesagt, und das ist mir, glaube ich, mega geblieben, und es ist jetzt auch nicht etwas ultra Neues oder so, ich glaube, wir sind uns das grundsätzlich schon auch bewusst, aber manchmal leben wir es nicht so aus, ist, dass halt wirklich...
- 1:07:18dass ich, du und du einzigartig sind. Mit unseren Ideen, mit unseren Fragen, mit unseren Talenten, mit unseren Schwächen. Und dass all das so einzigartig ist und es sich einfach lohnt, dass sie in diesem Sinn sind. Nur so können wir auch etwas bewegen. Wenn wir wie jemand anderes sind oder einem Talent nachjagen, das jemand anderes hat, dann sind wir nicht einzigartig.
- 1:07:46gar nicht anders. Dann bringen wir wirklich so einen Mehrwert, wenn wir das gleiche Talent wie der neben uns haben. Aber wenn wir auch unsere Schwächen und auch unsere Fragen, die wir vielleicht haben, wo man denkt, das ist vielleicht eine komische Frage, aber ich stelle sie jetzt einfach. Und dann sind vielleicht alle froh, dass du genau diese Frage gestellt hast.
- 1:08:01Wenn wir uns getraut sind, so zu sein wie wir sind, klingt das vielleicht etwas cheesy. Nein, aber es ist eigentlich das Allerwichtigste. Wir bringen einen Mehrwert für diese Welt. Ich bin so tief überzeugt, dass wir alle einen Mehrwert an dieser Welt geben können. Das wären wir ja nicht da.
- 1:08:23In welcher Form auch immer, ob es etwas Grosses oder Kleines ist. Genau. Ja, schön. Genau. Ja. Danke vielmals, mega schön. Danke euch. Es hat mega, mega Spass gemacht, wirklich. Sind wir schon weg. Leider irgendwie schon, ja. Ich musste noch etwas sagen, was mich mega, mega beeindruckt hat. Wir waren ja am Samstag am Inspire-Day. Dort durftest du ja vortragen, unter anderem zum Buy Food with Plek. Übrigens war es mega Spish. Danke. Mega Spish. Und du hast ja dort gesagt, du bist ja
- 1:08:52Ich will jetzt auf das eingehen. Die Zeit nehmen wir uns noch kurz. Du hast mit deinen Eltern viele Ferien gemacht, die ihnen geholfen haben. Kannst du erzählen, wie du schon früh den Sinn für Support entwickelt hast? Für Nächstenliebe, sag ich jetzt mal. Das habe ich von meinen Eltern gelernt.
- 1:09:16Als ich 14 war, nahm sie mich nach Kambodscha mit. Von dieser Reise habe ich am 2. D. erzählt. Wo wir Kinderheim, Spitäler und Schulen, also je ein Spital, eine Schule und ein Kinderheim besuchen. Wo ich einfach so, ja, wie mal mega jung schon in Kontakt gekommen bin mit dieser Armut auch und auch gesehen habe, dass es einfach andere Menschen gibt, die wirklich komplett anders leben als ich oder als wir.
- 1:09:45Ich weiss nicht, ob du darauf hinaus willst, aber ich habe für mich dort gemerkt, dass der Schlüssel für Veränderung Kommunikation ist. Einmal im Sinne von Kommunikation.
- 1:10:00Mit den Leuten sprechen, ins Gespräch kommen, lernen, was sie beschäftigt, was ihre Bedürfnisse sind, wie sie die Welt sehen. So vielleicht auch merken, dass sie nicht so anders sind als wir, wie wir auf den ersten Blick denken. Aber eben auch darüber erzählen, meinem Umfeld, meinen Freunden, meinen anderen Familienmitgliedern,
- 1:10:21die Erfahrungen oder die Weltansichten dieser Menschen erzählen. Das Video von Kali zeigt es. Wenn er das nicht kommuniziert hätte mit der Welt, was er macht, es wäre nichts daraus so gross, es wäre nicht so etwas passiert. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Kommunikation so ein Schlüssel ist.
- 1:10:45Und darum bist du ja nachher in Kommunikation. Ich habe Kommunikation studiert. Eigentlich mit einem Bedürfnis, etwas bewirken zu können. Genau, ja. Und dann hast du das ja nicht so gefunden. Du warst ja auf dem richtigen Weg. Sonst wärst du ja nicht da, wo du bist. Aber das hat sich wahrscheinlich nicht so erfüllt, wie nachher, als du...
- 1:11:05Der Karl lebt ins Leben, wenn er da ist. Ja, genau. Ich habe dann bei Rabatt geordnet, bei einer Cashback-Plattform in der Schweiz, wo ich mega viel gelernt habe. Ich schätze diese Zeit auch extrem. Ich würde auch sagen, es ist am Schluss der richtige Weg. Es hat dich darauf vorbereitet, für etwas Größeres. Genau, ich konnte mega viel lernen und in eine ganz andere Welt auch mal reinschauen. Aber klar, fragst du dich dann schon auch, vor allem im Marketing oder in der Kommunikation,
- 1:11:35kannst du auch völlig hinter dem stehen, was deine Worte nach aussen tragen. Ist es wirklich das, dass ich den Konsum der Leute, die die antreiben, «kauf noch das, kauf noch dieses, dort gibt es einen Rabatt» Klar ist es cool, wenn du dort und dort sparen kannst. Aber ist es wirklich das, was ich mit meinen Worten erreichen möchte? Das habe ich mich dann gefragt. Das ist jetzt schon etwas ganz anderes mit «Buy food with Plastic». Aber die Fragen, die du dort gestellt hast, waren in diesem Zeitraum
- 1:12:04Bevor das mit Khalil war oder war es dir schon viel, viel vorher bewusst? Also ich habe eigentlich schon in meinem Kommunikationsstudium, das habe ich glaube ich in 15, 16 oder so angefangen, bin ich halt mega fest mit den Medien konfrontiert worden. Ich habe eigentlich immer gedacht, ich will Journalistin werden, ich will in den Medien arbeiten. Das war eigentlich so mein Antrieb.
- 1:12:26Bis ich auch gemerkt habe, wie das auf die negative Kommunikation fokussiert ist. Man weiss es ja, aber wenn man hinter die Kulissen schaut und sieht, was für Methoden angewendet werden, um Leute zu überzeugen.
- 1:12:46was da alles so gemacht wird und um was es eigentlich wirklich geht, was Schlagzeilen macht und was nicht. Da fragst du dich einfach, oder ich mich gefragt habe, ob ich überhaupt Teil davon sein will. Eben bewusst. Genau, ja und... Ja, durch das habe ich auch viel mehr... Ich habe erst in meinem Studium mehr Medien konsumiert als vorher, also mehr Zeitung gelesen und vielleicht auch ein bisschen mehr gemerkt, wo kann man vertrauen, wo nicht.
- 1:13:13Ich habe eigentlich mehr Medien konsumiert und durch das fühlte ich mich sehr erschlagen von all den Problemen, die es auf dieser Welt gibt. Ich war wirklich so, was können wir überhaupt verändern, was gibt es überhaupt? Wo startet man, was macht den Unterschied? Und dann ist es in dieser Zeit mit Khalil gekommen, der einfach einmal gemacht hat. Eben der Kolibri.
- 1:13:39Ich mache einfach mal etwas Kleines. Aber es kann vielleicht etwas Grosses werden, vielleicht auch nicht. Ein Versuch ist es wert. Mit dem habe ich mich so gut identifizieren können. Bei all den riesigen Problemen, die wir haben, einfach mal an einem Punkt anfangen. Das ist schon krass. Würdest du sagen, dass... Ich meine, die Probleme hat ja jeder. Es ist ja alles. Die Mediahalle hat immer zwei Seiten.
- 1:14:08Würdest du sagen, dass wir wirklich so viele Probleme haben? Oder wären unsere Probleme, was Medien anspielen, einfach so krass beleuchtet? Wir könnten genauso viel Positives berichten. Wie viele Leute gestorben sind, sind auch Leute geboren.
- 1:14:25Ich glaube, es ist beides. Am Schluss sollen wir natürlich auch nicht unsere Augen verschliessen vor dem, was auf dieser Welt passiert. Und uns dem auch bewusst sein. Weil nur so kann ja dann auch etwas entstehen oder Veränderungen passieren, wenn man sich bewusst ist, wie die Realität ist. Aber gleichzeitig glaube ich schon, dass der Fokus so fest auf dem Negativen ist. Und obwohl es sogar positive Nachrichten gibt,
- 1:14:53die einfach mehr vergessen werden. Oder oft auch als selbstständig angenommen werden. Wenn etwas Gutes passiert, ist es so. Ich habe es auch weniger schlecht. Genau, wenn etwas Gutes passiert oder eine Firma etwas Cooles macht, ist es so, ah cool, ja, ist auch gut so. Ist auch richtig so, hoffentlich kommt es jetzt gut. Warum haben sie einen Skandal und dann... Und dann passiert eine schlechte Sache bei tausend guten. Dann ist es so, hihihi.
- 1:15:16Das finde ich schon mega schade. Ich habe ja Kommunikationssoziologie studiert, das hat natürlich auch einen soziologischen Hintergrund. Wir sind natürlich auch auf das drin, dass es uns auch schützt. Gefahr erkennen. Überlebensstrategie. Ganz genau. Es ist ja auch nicht nur negativ, wenn wir auf Negativität reagieren. Es hat ja auch einen Schutz.
- 1:15:42So lernen wir auch und können uns weiterentwickeln. Aber ja, es ist alles in der Balance. Diesen Aspekt habe ich mir noch nie bewusst. Auch hier, es schützt uns ja. Es ist spannend. Danke dafür.
- 1:15:57Ja, what a crazy journey, man! Ja, danke vielmals! What a time to be alive! Es war auch mega schön, darüber zu reden und das mit euch zu teilen. Danke viel, viel, vielmals! Mega Inspiration! Sehr, sehr schön, dass du da warst. Es ist eine Riesenfreude, auch mal von einer anderen Sicht das Ganze zu hören, wie das alles passiert ist. Ja, vor allem lasst unbedingt den Podcast hören!
- 1:16:20Ja, voll. Falls ihr ihn schon mal gehört habt, lasst ihn wieder. Es kommt immer eine andere Scheine. Kevin allein zu Hause haben wir auch schon 700 Mal gesehen. Ja, mindestens. Wir nehmen immer etwas anderes raus. Ja, das wäre es dann schon. Genau. Anna, danke vielmals, dass du da bist. Auch bei euch. Danke, dass ihr wieder zugeschaut habt, wie du entscheidest deinen Podcast für Business, Erfolg und persönliche Weiterentwicklung.
- 1:16:44Was wir heute gelernt haben, ist, dass wir alles Kolibris sind. Wenn jeder von euch ein Like gibt oder weiterleitet, bewirken wir grosses. Und in diesem Fall auch zur Mission von «Buy food with plastic» weiter zu spreaden. Und wer weiss, vielleicht ein paar Abos abgeschlossen werden. Mitgliedschaften, ja. Und danke fürs Dabeisein wieder.
- 1:17:07Happy Winter in Maghreb. Nein, das ist nicht so schön. Du musst schauen, wie wir das hier voran machen, es ist alles weiss. Aber es ist, was es ist. It's a wrap. Danke vielmals. Ciao zusammen. Tschüss. Hey, so schön. Es hat mega Spass gemacht.