Latest / Die Zeitgenossen / Die Zeitgenossen 10: Sie kam und blieb, The Bride, Bettenburgen hurra!, Sevilla, The Economist
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- speaker-0: Hör Willkommen bei... speaker-1: Zeit genoss... speaker-0: Willkommen bei der zehnten Folge der Zeitgenossen. Und zehn Folgen, das hört sich nach nicht besonders viel an, aber nach dem, was ich gelesen habe, ist das bereits mehr als 70 Prozent aller neuen Podcasts überhaupt hinkriegen. Eine der wichtigsten Tipps für neue Podcaster, hurra hurra, ist tatsächlich dranbleiben und nicht schon aufhören, wenn man irgendwie nach neun Folgen noch nicht 20.000 Follower hat. Und das tun wir hier mit. Und der Grund dafür ist natürlich auch, dass Stephanie und ich uns immer noch viel zu erzählen haben. Ich glaube, wir haben uns genug zu erzählen für 500 Folgen. Quod est demonstrandum. Wir haben auch heute wieder fünf super Themen. Unter anderem wird es wieder viel um Tourismus und Reiseziele gehen. Aber bevor wir dazu kommen, beginnt diese Folge mit einem ganzen Blog, nämlich zwei Themen von Stefanie, die sich daraus speisen, dass am 8. März vor drei Tagen, also zur Aufnahme dieses Podcasts, der Frauentag war, der 8. Und rund ⁓ den Frauentag brodelt es traditionell in Stefanie über die, ich weiß auch noch nicht so richtig, worum, ⁓ die vielen Ungerechtigkeit oder die vielen Möglichkeiten, es noch gibt. Auf jeden Fall hat Stefanie, das hat sie mir im Vorhinein schon angedroht, deswegen zwei Themen aus dem Bereich Literatur und Film sich rausgesucht, die miteinander zusammenhängen und die vieles zu sagen haben über wo das Selbstbild oder die Möglichkeiten oder die kulturelle Rolle von Frauen, wo die sich herausspeisen, wo sie aber auch hingehen können, wie das Ganze sich in der Kunst ausdrückt, das sind die ersten beiden Punkte. Ich habe natürlich gesagt, okay, dann muss ich halt irgendwie bisschen Schweigen zuhören, aber vielleicht fällt mir ja von Zeit zu Zeit auch was Kontroverses dazu ein. Ich bin also auf alle Fälle gespannt, es brodelt, es muss raus. Stefanie, gib's uns hart und sag, was gesagt werden muss. speaker-1: Also es geht erst um ein Buch, das ich gerne vorstellen möchte und zwar der sehr berühmte und wichtige Schriftstellerin Simone Beauvoir. Sie nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Philosophin und sehr bekannt natürlich für ihr, so würde sagen, feministisches Grundsatzwerk, das sie 1949 geschrieben hat, wo es darum geht, wirklich die Grundlage zu schaffen und die sehr viel geforscht hat. Wo kommt denn eigentlich die Frauenrolle wirklich her? Wie wurde das geprägt durch die Gesellschaft, Politik, Religion, Philosophie und so weiter. Aber es geht heute nicht um dieses Grundsatzwerk, sondern es geht um ein literarisches Werk, das sie geschrieben hat. 1943, geht um sie kam und blieb. Das ist mir ein sehr wichtiges Buch, das habe ich in meinen Zwanzigern gelesen und war total fasziniert davon. Ich weiß nicht, es geht um all, ob jeder das gelesen hat, aber... Für mich war das wirklich so ein Jugendrausch. Es geht ⁓ eine Dreiecksbeziehung in Paris der 30er Jahre. Sehr angelehnt also auch an Simone de Beauvoirs eigene Geschichte. Also wer sich damit bisschen auskennt, sie war ja mit Sartre zusammen und die haben eine offene Beziehung geführt. Und sind ja beide Philosophen des Exenzialismus, wo es darum geht, dass man eigentlich die Freiheit hat, sich Mensch selbst zu definieren. Durch seine Entscheidungen, die man trifft. Und es geht viel um diesen Freiheitsbegriff. Und in Die Kammer und blieb wird dieser Freiheitsbegriff so ein bisschen auf die Probe gestellt und zeigt auch ein bisschen die Grenzen des Exzentialismus. Was passiert ist, dass die Hauptdarstellerin des Romans, also ein bisschen analog zu Simone de Beauvoir, eine offene Beziehung führt und aber eine Freundin, die im Land wohnt, sie zu sich nach Paris einlädt, um sie dort unter ihre Pfittiche zu nehmen. Und das läuft auch alles so gut unter dem Motto, halt Prinzip die Simone de Beauvoir-like Figur alles so bisschen unter Kontrolle hat. Also Francois da sagt, hey, ich bringe die in die Stadt, ich zeige dir alles, bringe meinem Mann ein neues Spielgefährtin, aber es ist alles unter ihrer Kontrolle. Und dann passiert das mehr und mehr, dass die, sagen wir mal, naturverbundene, auch ein wenig authentischere, eine Frau, die vielleicht auch bisschen naiv ist. sehr großen Gefallen findet an der Großstadt, aber auch auf sehr viel Gefallen auf der anderen Seite stößt. Das heißt halt, der Lebensgefährte, der Protagonistin zeigt immer mehr Interesse und eigentlich die Eingeladene übernimmt immer mehr eigentlich die Protagonistenrolle. Und das ist natürlich für die Hauptdarstellerin eine große Gefährdung. Sie sagt in einem nahen Teil, die Welt fühlt sich so an, als ob das ihre Bühne ist und die Welt sich um sie herum sortiert. Und dann die Andere Frau, die plötzlich ihre Freiheit bedroht, indem sie mehr und mehr Macht einnimmt, indem sie mehr Protagonistenrolle einnimmt, kommt damit quasi ins Gehige. Ich will jetzt kein Spoiler alert, man kann nur sagen, das Ganze endet nicht sehr gut. Und was ich herausragend finde an diesem Werk, ist, dass Simone Beauvoir sich nicht scheut in diesem Gedankenspiel. die sich ja selbst in einer offenen Beziehung bis zum Schluss mit Sartre befunden hat. meine, Lieben, die sind, die liegen zusammen im Grab übrigens. Also ich weiß nicht, wer das weiß, in Paris sind die zwei da zusammen, sind auch relativ alt geworden. Simone de Beauir ist mit, ich glaube, ist 86 gestorben, also auch sehr lange gelebt. Und sie teilen sich da einen gemeinsamen Grab, das ja mit ganz vielen feministischen kleinen Zeichen oft bemalt wird. Also das macht auf jeden Fall mal Sinn, das zu besuchen. Aber ich fand das total dass sie sagt, ich denke das mal in allen Facetten durch und zeige auch ein wenig die scharfen Kanten unserer Philosophie, die Probleme, die sich daraus ergeben und die Probleme, sich alle Menschen daraus begeben. Für mich war das in meinen 20ern natürlich total spannend, ich auch in den 20ern hatte man ja dieses Gefühl, die Welt dreht sich nur ⁓ mich und dann zu merken, Oder bin ich nicht hier alleine mit? Jeder hat ja diesen Gedanken. Und allein diesen Gedanken zu haben, dass jeder den Gedanken hat, dass die Welt sich nur ⁓ mich dreht, ist natürlich schon meine gute Erkenntnis gewesen. Und Simone Bouvard zeigt auch diesen Kontrast zwischen der intellektuellen Frau und sagen wir mal so bisschen der naiven Frau halt. Also diese zwei Rollenbilder, die ja oft gerne gezeichnet werden. Und das ist auch so das Interessante, weil man hat das ja auch als, auch vielleicht... Ich meine, Christoph vielleicht jetzt nicht, aber als Frau, so bisschen mehr die Sachen hinterfragt und nicht so einfach ist und die Sachen ein bisschen komplizierter macht im Leben, ist man ja schon häufiger auf den Mann getroffen, der selbst kompliziert ist und schwierig ist, wo man denkt, da hat man so einen Freund gefunden im Geiste und der... Freut sich dann, dass auch eine Frau kompliziert ist, ist aber oft nicht so halt. Also daraus entsteht ja oft das Bedarf an dem Trophy-Wife. Also Trophy-Wife hat ja was mit Objektivierung zu tun, mit einfachem Konsumieren. Die macht einem das Leben halt leicht. Da kommt man nach Hause, da werden keine schwierigen Fragen gestellt. Also das macht das Leben einfach. Und das ist so bisschen wie in Monde Beauvoir, die Frau, dann kommt, die immer fröhlich ist, immer, da ist immer alles super halt. Und ich glaube, diese Fragen, diese Dramatars werden da schon halt aufgezeichnet und bewegen natürlich Frauen in ihrer Lebensgeschichte. Und da das unterliegende Motto, was die Monde Beauvoir damit hat, ist natürlich, was sie auch ganz stark in ihrem feministischen Werk, das andere Geschlecht, ganz stark formuliert ist, wie schafft es die Frau aus der Objekthaltung in ein Subjekt zu werden. Also die Objektivierung der Gesellschaft, der Philosophie, der Religion. Wie schaffe ich es, zum Subjekt zu werden? Und das ist, glaube ich, hier das zentrale Moment, wo jede Frau natürlich guckt, wo stehe ich denn? Da bin ich jetzt, das will ich die Trophy-Wive sein, will ich mich zum Objekt werden? Oder bin ich halt im Prinzip, ziehe ich die Hosen an, gehe arbeiten? mach irgendwie meinen eigenen Kram halt, dafür muss ich mir auch nichts sagen lassen. Das ist ja eine einfache Entscheidung, ist wie immer, jedem offen gelassen. Kann beides Spaß machen natürlich und ist jedem sein gutes Recht, das zu tun. Aber natürlich Simone Beauvoir hat da gut zu eingeleitet, uns zu zeigen, wir können uns aus den traditionellen Rollenmodellen befreien und die sind uns aufgedruckt worden, das ist nicht uns angeboren worden. speaker-0: Was mich daran ehrlich gesagt ein bisschen irritiert, ist die Geschichte mit der Dreiecksgeschichte. Denn ich habe den Eindruck, dass ungefähr 90 Prozent aller französischen Filme und Bücher immer Dreiecksgeschichten sind, wo eigentlich immer ein hässlicher alter Sack mit zwei bildhübschen jungen Frauen sich seine Fantasien erfüllt. Ich habe sogar manchmal den Gedanken, dass die gesamte Franz-Alle... alle französischen Filme. Und ich habe manchmal das Gefühl, dass die gesamte französische Unterhaltungsindustrie eigentlich nur existiert, ⁓ alten Männern ihre Fantasien zu erfüllen. Und ist es Sophie Massot, mal ist es Emmanuelle Senyé, die ganzen schönen Französinnen. Und in diesem Fall ist das ja auch so. Der Sartre, der war ja ein unglaublich unattraktiver Mann. Der war ja hässlich wie eine Kröte, das muss man wirklich so sagen, und auch noch richtig unangenehm. Der war ja Kommunist, der war ein Unsympath durch und durch und im Vergleich dazu war ja Simone de Beauvoir gut aussehend, eine weisse helle, also und dann kommt da in diesem Buch noch eine zweite Frau dazu, ⁓ diesen Jean-Paul Zartre in diesem Buch, wenn er das denn war, zu beglücken und mir kommt das alles so vor, wie also wenn das Feminismus ist, dass halt irgendwie unsympathische, zweifelhaft aussehende Typen wie ich sich eigentlich bedenkenlos mit wie vielen hübschen Frauen umgeben dürfen, wie sie wollen. Und die Frauen sind dann auch noch irgendwie happy und sehen darin ihre feministische Erfüllung. Hurra! Aber ist das wirklich die Grundlage des Feminismus? speaker-1: Nee, leider nicht. Aber ich mein, was halt das Thema ist, Simone Boubarde ist ja auch in Interviews betont, dass sie halt beide quasi unterschiedliche Beziehungen gepflegt haben mit anderen. Aber sie quasi ja immer, und das war ja auch ganz wichtig, das fand ich total interessant, dass sie das unterstrichen hat, dass sie uns sagte, dass immer die Hauptbeziehung war. Und dann hat sie auch, das fand ich... Das schon fast schon bisschen schwierig, dann wirklich so noch mal unterstrichen, dass sie da auch die anderen Leute häufig auch verletzt haben. Und das hatte ich das Gefühl, das war wie so ein Seitenhiet zu so einer alten satre Flamme. Also wie so noch mal. Und übrigens, ⁓ dir noch mal zu sagen, du warst immer nur Nummer zwei gewesen. Also wieder hat schon dieses Bühnenthema, glaube ich, das ist schon ihr Thema. Aber das ist ja ein persönliches Thema, ja. Also ich glaube, wir müssen das differenzieren von der Philosophie hin zum persönlichen Lebensstil. Also dass die halt in Frankreich gerne auf eine Beziehung führen, anscheinend, oder Simone Beauvoir das vielleicht so ein Trend losgemacht hat. Ich meine, in Berlin gibt es ja das auch viel. Und das soll ja jedem offen gestellt sein, man polyamorös ist. Ich das ist ja jede seine Theme. Aber muss es denn gleich so ein Typ wie Sartre? Ja, also Christoph, das kannst du in keiner Form mit Feministisch jetzt irgendwie in Verbindung bringen, außer dass die Frau jetzt die Freiheit hat, das irgendwie selbst zu bestimmen, ob sie das möchte oder nicht halt. Also ich glaube, das ist der einzige feministische Haken, den du jetzt irgendwie schlagen kannst. Aber eigentlich grundsätzlich geht es ja darum, ⁓ Freiheitsbegriff, es geht ⁓ Objektivierung und nicht jetzt darum, haben die jetzt eine offene, geschlossene oder was auch immer für eine Fünfeckbeziehung geführt. speaker-0: Aber sagst du nicht, das zweite, was mich irritiert, in diesem Buch, so wie du es erzählt hast, scheint mir doch die Rolle oder die Definition der Frauen und wie sie zu dem Mann stehen, ziemlich große Rolle einnehmen. Wenn du sagst, dass diese Nebenbohlerin, dass die halt eben mehr die Macht übernimmt, ja, sie übernimmt die Macht sozusagen im Bezug auf den Mann, das heißt eigentlich... speaker-1: Sie nimmt den Bezug, nee, nee, die verliert die Macht über, also die Kontrolle, also im Prinzip die Hauptfigur, die Simone Beauvoir verliert die Kontrolle über die Nebenfigur. Und zwar wirklich, dass es ging wirklich vor allem darum, dass die ihr Leben bestimmt und sagt, welche Rolle sie ganz genau hier einnimmt. Also es geht zwar auch ⁓ den Mann, dass der sich immer mehr für sie interessiert, klar, aber vor allem, was die wirklich am meisten gekratzt hat, dass sie sich aus ihrer, ja, aus ihrer bestimmenden Rolle heraus. Also ich hab dir eigentlich gesagt, wie die Welt gut aussieht. Also ich zeig dir hier alles. Plötzlich hat die andere halt mehr Macht und es ging wirklich ⁓ ein Machtgefüge. Also der Mann war da sekundär, der war schon auch irgendwo wichtig, aber der war eher das Nebenspielplatz. Und sie hatte ja auch Geliebte gehabt und so. Das wird da an dem Buch auch alles. Also ich glaube, es ist wirklich dieser Dieses Zerwürfnis bin ich halt das eine oder das andere und auch die Sehnsucht, auch beides sein zu wollen als Frau. Du willst ja natürlich Spaß haben. Du willst authentisch natürlich im Tag leben und einfach nur sein. Aber auf der anderen Seite bist du halt die Frau, die sich die Fragen stellt, die halt sich nachts manchmal halt mit Problemen rumschlägt. Und dieser Zwiespalt, was ja immer so bei Menschen ist, diese zwei Pole, mit denen man so hin und her gerissen wird. Und natürlich ist es bisschen verletzend auch zu ziehen, wenn einer der beiden Pole halt für den Mann, den man sich selbst interessiert, natürlich attraktiver ist. Das ist natürlich echt schade. Und das natürlich vielleicht der Pole ist, der halt man selbst gerne mehr wäre, aber weniger eigentlich. speaker-0: Das ist also eine Geschichte, die Mitte der 40er angefangen hat, als vieles davon vielleicht auch noch neu war. Aber du bringst das jetzt ja in Verbindung, weil ich das richtig verstanden habe, mit einem Film, der überhaupt erst letzte Woche rausgekommen ist und wo es weitere Aspekte der Geschichte gibt. speaker-1: Ja, also total spannend ist ein anderes Werk, auch von Frauen produziert und gemacht und getan. Also es fängt an eigentlich mit Mary Shelley. Und Mary Shelley hat ja, als sie 18 Jahre alt war, Gott, ich glaube 1800 noch irgendwas, hat sie ja das wundervolle Buch Frankenstein beschrieben und inspiriert von diesem Buch. Da gibt es ja eine Nebenrolle, nämlich Frankensteins Braut. die aber eigentlich gar nicht so richtig zum Tragen kommt, die wird ja gleich am Ende auch wieder vernichtet. Aber es gibt halt diesen Wunsch und diese Sehnsucht von Frankenstein einer Gefährtin, einer Lebensgefährtin, die mit ihm eigentlich die Unendlichkeit leben kann, weil er ja nicht stirbt und auch als Monster natürlich gesellschaftlich ausgegrenzt wird. Davon hat sich inspirieren lassen die wundervolle Maggie Gyllenhaal, die ja jetzt ihren zweiten Film mit The Bride dann herausgebracht hat. Und sie hat das wirklich sehr zu Herzen genommen. Sie hat einen dieser 30er Jahre Filme gesehen, wo halt die The Frankensteins Bride quasi das erste Mal aufgetaucht ist. Aber es war natürlich ein Stumm für sie. Die Person hätte niemals gesprochen. Und es ist der Gedanke hier hängen geblieben, wenn dieses Objekt sprechen könnte. Was ist dann das Subjekt der Frankensteins Bride? Also wir haben diesen ganz klaren Simone Beauvoir Gedanken, was wenn die Frau sich emanzipiert, wenn sie zum Subjekt aus der Objekthalle raustritt. Was ist sie dann? Was denkt sie dann? Was passiert da? Was ist in ihrem Kopf los? Und daraus hat sie dann einen Film geschrieben. Und Warner Bros. hat sich den angenommen und auch ein großes Budget, ich glaube, 90 Millionen dahinter gelegt, was also sehr außergewöhnlich ist für so ein Art-House-Projekt eigentlich. Aber Warner Bros. hatte ja insgesamt zwei richtig gute Jahre. Also einen Filmhit nach dem anderen mit relativ schmalen oder Also Minecraft zum Beispiel Riesenbudget hat aber auch einen Riesenerfolg gefeiert. SINNER jetzt mit ganz vielen Oscars nominiert. Ich bin gespannt, eigentlich müssten wir die nächste Folge oder über die nächste Folge unbedingt über die Oscars sprechen, Christoph. Und dann ist das natürlich jetzt totales Mutprojekt, da so viel Geld zu investieren. Und sie haben sich da auch natürlich gleich ein ganz riesiges Cast geholt. Jessie Buckley, die speaker-0: Ja, ich. speaker-1: mehrfach, also jetzt auch schon Preise eingesammelt hat für Hamnet, auch mit dem Oscar nominiert ist als beste Hauptdarstellerin. Wir haben den fantastischen Christian Bale, der Frankenstein spielt und Jessie Buckley in der Doppelrolle. Die spielt nämlich wirklich die The Bride, aber auch gleichzeitig Mary Shelley. Und das, wenn man bisschen was über den Film, ich will jetzt nicht zu viel verraten, aber ich muss da ganz klar sagen, ihr müsst ins Kino gehen. Das ist ein Kino erlebt. speaker-0: Ist das denn ein Horrorfilm oder ist es ein... speaker-1: Es ist überhaupt kein Horrorfilm. Es ist eine Mischung aus Bonny & Clyde. Es ist ein bisschen brutal, aber es ist nicht Monster-Horror. Es ist ein ganz klarer Film, der über Poesie getrieben ist. Man hört die ganze Zeit lang Mary Shelley durch The Bride sprechen. Die hat so Impulsbehavior, wo sie dann plötzlich ganze Adjektive Chaos aus sich heraus sprudelt, der filmt verrückt, der ist animierend und der ist tiefst emotional. Also er zeigt wirklich die Innenwelt von The Bride und Mary Shelley da immer im Hintergrund, versucht eigentlich die Emanzipierung der Protagonistin nach vorne zu treiben. Im Beginn der Film ist The Bride in ihrem richtigen Leben eine Prostituierte, die im Gangstermilieu unterwegs ist, im 36 Chicago. Es ist ein gefährliches Milieu und plötzlich wird sie besessen von Mary Shelley und fängt an wirklich zu rebellieren, auf den Tisch zu hauen, den Leuten quasi ins Gesicht zu schreien, den Mafiaboss zu outen vor dem kompletten Publikum. Und das führt natürlich zur ganz schnellen Ermordung der Protagonisten. Aber eigentlich immer noch besessen von Mary Shelley, sagt, lass dir das nicht gefallen. kannst, da ihre Freundinnen wurden alle ermordet, wurden die Zungen rausgeschnitten. Der Mafia-Boss sammelt die in Gläsern hinter sich. Aber da sieht man schon, den Frauen wird quasi nicht nur das Wort verboten, da werden die Zungen gleich rausgeschnitten. Und das ist so stark natürlich symbolisch. Und der ganze Film hat ganz viele Zitate an Weltliteratur. Romy und Julia, Bonnier und Clyde etc. sind so viele Ideen da reingekommen. Und manchmal, also manche Kritiker haben gesagt, ⁓ das explodiert, das tut auch schon manchmal fast weh, weil so viel Ideen und so viel da rein gepackt worden ist. Aber ich fand das hochgradig inspirierend und tollen Film zu sehen, wo man mal nicht so eine ganz klassische lineare Geschichte verfolgt, sondern plötzlich immer wieder diese Gedankenfetzen hört, die sehr tiefe Emotionen hört, die Psychologie der Emotionen die ganze Zeit lang wirklich selbst spürt. ich muss sagen, ich hab da auch echt, ich bin mit Tränen in den Augen rausgegangen, aber so positiv, dass ich das Gefühl hätte, ich will jetzt so Revolution. Jetzt aber. Und das ist auch spannend, weil nämlich The Bride mit ihren Aktivitäten und mit ihren öffentlichen Auftritten wirklich eine ganze Revolution los tritt. Also Frauen sind dann von ihr in dem Film quasi inspiriert, machen ihr Make-up nach, fangen an mit Waffen und Hammern und so durch die Straßen zu laufen und diese Mafiabosse zu jagen. Und das hatte wirklich was Berührendes, weil plötzlich man das Gefühl hatte, ja. Das war halt damals die Zeit, es immer noch heute die Zeit, wie schaffen wir uns aus dieser Objektivierung in unser wahres Ich hinein zu begeben und unsere Wahrheit zu sprechen. Weil das ist ja, glaube ich, auch gesellschaftlich immer noch heute unser Problem. Wir sitzen in bestimmten Rollen, in bestimmten Situationen. Ich weiß, Christoph, du hast dich davon komplett befreit, aber ... Vielen anderen geht es leider noch nicht so und die fügen sich oft in die Rollen rein und sind auch manchmal so vor allen das Gehorsam. Also man schweigt ja mehr, als dass man wirklich darüber spricht. Und gerade auch in Deutschland, wir sind ja auch so ein bisschen, wie soll das sagen, nicht die größten Streiter. Wir sind ja schon die, die versuchen, in so einer Küschelkultur nach vorwärts zu kommen. Aber eigentlich so eine positive Reibungsfläche, der sind wir ja nicht so auf dem Gesinnt. Also erst mal ja gleich der derjenige, Probleme bereitet. Und das ist ja bei Frauen auch nochmal das letzte, was ich dazu sagen wollte, war dieses aktive und passive. Frauen werden ja gerne auf diese passiven Rollen zugegeben, also Objektivierung in der Rolle. Aber dieses aktive, ich werde jetzt, ich springe auf den Tisch, ich klage hier ein, dann ist man sofort ja natürlich unangenehm. Dann fällt man ja hier auf. Und das ist was, wo ich glaube, viele Frauen heute immer noch den Mut finden müssen, diese aktive Rolle reinzugehen und zu sagen, hier bin ich, ich habe was zu sagen, ich traue mir das zu. Ich werde wertgeschätzt und ich werde auch von meinen Meinungen, meiner Stimme und meiner Aktivitäten geschätzt und nicht nur die Rolle der lächelnden, aufblickenden Zuschauerin. speaker-0: Ja, oder beziehungsweise in meiner Rolle als Frau irgendetwas, ja, Frau Frankenstein oder was ist die Freundin von Sartre ⁓ speaker-1: Deswegen ist auch der Titel The Bride mit Ausrufezeichen und vielleicht noch der letzte Satz dazu, ein fast romantischer Epos dann am Ende, weil es ist wirklich so, dass The Bride mehrfach die Möglichkeit hätte Frankenstein zu verlassen. Aber Frankenstein, das sieht man in dem Film wunderbar, liebt wirklich The Bride mit all ihrer Verrücktheit abgöttisch. Also er verehrt sie für ihre Verrücktheit, für ihren Aktionismus, je mehr sie da. nach draußen schreit, was sie denkt, ⁓ mehr liebt er sie. Und das ist natürlich wirklich fast, weiß ich, so total wundervolle feministische, romantische Geschichte. Und deswegen entscheidet sie sich auch bei, Breinsteins Blei. speaker-0: Das heißt, da ist auch so bisschen diese Beauty and the Beast Komponente drinne. Die ist ja auch bei Simone Beauvoir und so kann man es zusammenfassen. Also Simone Beauvoir und Simone Fulciatris war ja auch so bisschen Beauty and the Beast. speaker-1: Ja, also da hat er wahrscheinlich auch viel mitgemacht. Also ich glaube nicht, dass es immer nur eine einfache... speaker-0: Meinst du jetzt Frankenstein oder ist es Harträt? speaker-1: Die Monibou war bestimmt keine einfache gewesen. Ich hab da ja grad so ein paar Interviews gesehen und da haut's jemand immer so mal eine rein und sagt, du und deine andere Freundin da, sind uns ja total einig. Also so richtig kannst du uns ja nicht verstehen, weil Frau bist du halt nicht. Das kannst du auch nicht wissen, wie sich Frau sein anfühlt. Also da war sie wirklich ... speaker-0: Aber wo du recht hast, also was die Diskussionskultur angeht, darüber klagen ja in Deutschland viele. Und da muss ich auch sagen, dass ich da für den Franzosen doch Respekt habe, bzw. auch den Hut ziehe. Dieser Ruf der französischen Intellektuellen, dass die nicht nur was zu sagen haben, sondern was auch sagen und dass das, was sie sagen, dann auch Reaktionen auslöst in der gesamten Gesellschaft. Das ist ja tatsächlich, finde ich, Frankreich viel, viel mehr so als in Deutschland. Sartre ist natürlich ein Beispiel, aber jetzt auch... Michel Houellebecq, der schreibt ja immer wieder Sachen, die von einer krassen Brillanz sind. Der macht aber auch dann eben total eigenartige Geschichten. Der schämt sich offensichtlich für nichts und der steht, was seine physische Unattraktivität angeht, auch voll in der Tradition von Sartre. Und die ganzen französischen Philosophen, aber auch Schriftsteller, die sehen sich halt in ihren Rollen auch als Führungs... die nicht so funktionieren müssen, wie Politiker oder wie Journalisten, es irgendwie allen recht machen müssen, weil sie auch von dem bezahlt werden oder zu dieser Organisation oder Partei gehören. Und solche, also richtig auftrumpfenden, auch in falschen vielleicht auftrumpfenden Personen, da waren die Franzosen immer schon besser, viel, besser als die als die Deutschen. ist man schon so sehen. Und dazu kommt ja auch, dass die dann auch was können. Also der Wellebeck, hab fast, also nicht fast nicht alle seine Bücher gelesen, aber doch echt viele. Und das sind einfach saugute, saulesenswerte Bücher, die Spaß speaker-1: Darüber sprechen. Elementar-Teilchen habe ich auch gelesen. Also da können wir dann andermal darüber sprechen. Finde ich voll den Hinweis, den sie wirklich da pointiert hinschauen, wo sonst keiner hinschauen möchte, ⁓ eigentlich die großen Fragen des Lebens zu lösen oder zumindest anzudenken. Und ich glaube, das traut sich ja auf Politik einfach nicht. Also Politik richtet irgendwie den Augenblick, den Blick in die Richtung, es für sie am günstigsten ist. eigentlich, dass es ja Oder was macht da ist. Oder was machbar ist, die große Sehnsucht nach den Fragen, die für uns alle uns emotional berühren, die sind da und die werden halt oft eigentlich, ja, die Amerikaner. Deswegen Trump ist ja so erfolgreich deswegen, glaube ich. Weil wir wollen ja nicht über Politik sprechen. speaker-0: Nein, wir wollen, du hast gerade das Wort gesagt, sind auf der Suche, die Sehnsüchte nach Dingen, die uns emotional berühren. Und das bringt uns zum nächsten Thema, nämlich dem eigentlichen Aufregerthema, warum nur. Obwohl natürlich diese ganze Sache mit dem 8. März und der Frauenbewegung, das ist natürlich auch schon ein großes Warum Nur. Aber worüber ich jetzt reden will, ist das, sag mal, in gewisser Weise vielleicht sogar ähnlich kontroverses und zwar, ich hab ja schon häufiger gesagt... speaker-1: Das ist nicht bedeutsam, Christoph. speaker-0: Es muss reisen, natürlich. Das bewegt die Menschen jedes Jahr wieder auf eine konkrete Art. Da wird unglaublich viel Geld für ausgegeben. Über Reisepläne, Zerbrechen, Beziehungen. Neue werden gefunden. Das ist ein globales Phänomen. Alle Menschen auf der Welt wollen irgendwann so viel Geld haben, dass sie irgendwo hinfahren können. Die Frage ist immer halt, wohin. Und ich lebe ja, wie ich schon häufiger gesagt habe, im Paradies. Das heißt, ich bin seit vier Wochen, fünf Wochen. Auf Reisen auf der iberischen Halbinsel habe ich schon viele schöne Orte gesehen. bin im Moment gerade in Lagos, der digitalen Nomadenhauptstadt von Portugal. Und auf dem Weg hierher, der Wochen gedauert hat, habe ich einmal etwas gemacht, was ich sonst niemals tun würde, nämlich einen Ort besucht, der eigentlich normalerweise für mich für die Hölle des zeitgenössischen Reiseverhaltens steht, nämlich Benidorm. Benidorm war ja eine der allerersten Bettenburgen überhaupt in der Zeit dieses explodierenden Massentourismus, das Ende der 60er und der 70er. Und das ist auch wirklich eine Hochhausreihe direkt am Strand, die von einer verblüffenden Hässlichkeit ist. Aber auch von einer verblüffenden Funktionalität, denn man hat davon vorne rein darauf hingebaut, möglichst viele Leute mit einem gemeinsamen Standard an Versorgung, Essen und Trinken, Strand, Meer. blauer Himmel darüber und dann noch die Infrastruktur, da schnell hinzukommen und wieder wegzukommen. Das hat man alle schon sehr, sehr gut zusammengestellt. Das Resultat ist hochfunktional und schrecklich hässlich. Und deswegen, wie auch noch viele andere Orte, El Arenal auf Mallorca, jeder kennt sie, die Costa del Sol, eine Ausgeburt der Hässlichkeit, das sind wirklich die hässlichsten Ecken Spaniens und trotzdem sehr, erfolgreich, ständig überfüllt und der Gott sei bei uns eigentlich für solche Leute wie Stephanie und mich. Weil Stephanie und ich, wir halten uns natürlich für was Besseres, sind möglicherweise auch was Besseres. Wir definieren uns ja darüber, auf so eine Art niemals reisen zu wollen. Das war das, was unsere Eltern gemacht haben, weil sie es nicht besser wussten. Das ist das, was arme Leute tun, weil sie sich nichts Besseres leisten können. Das ist das, was Leute ohne Geschmack tun, weil sie es nicht besser wissen. Das ist ja das hohe Ross, auf dem wir sitzen, auf dem ich auch ständig sitze. Aber als ich jetzt tatsächlich da war, sind mir ein paar ganz neue Gedanken gekommen. Denn Die Welten, der wir leben, leidet ja darunter, dass der Tourismus mittlerweile zu einem absoluten Lebensmus für die halbe Welt geworden ist, was sie erst so richtig zu diesem Übertourismus geführt hat. Es gab ja eine Zeit, wo der Tourismus losging, wo tatsächlich Tourismus bedeutete, an einen dieser Orte zu fahren, in die Bettenburg, dort in der Sonne zu liegen. Und das war Einzige, was man wollte, besseres Wetter als zu Hause. Mittlerweile ist Reisen ein Ausbruch des Individualismus. Wer nicht im Airbnb in Barcelona oder auf der vegetarischen Wanderung durch das abgeschriebene Sierra Morena zu finden... speaker-1: Die Leute, deinen Vorschlägen speaker-0: Genau das Die Leute, die das so machen wie ich, ich und meinesgleichen, das gebe ich ja auch total zu. Die sind ja eigentlich diejenigen, diesen Überterismus zu einem absoluten Massenphänomen gemacht haben. Eine ganze Zeit lang, so meine These angesichts von Benidorm, gab es halt ein Überterismus in Benidorm, weil da halt eben sehr, sehr viele Leute auf kleinen Raum zusammen waren. Das hat aber niemanden gestört, der nicht in Benidorm war, logischerweise. In Barcelona hat man normal weitergelebt in diesen Jahren. Erst durch diesen Ausbruch an Individualismus, der dann durch Technologie natürlich gefördert wurde, durch Airbnb, durch die leichten Verbindungen, die man sich auf dem Handy oder im Internet zusammenstellen konnte. dadurch hat sich ja wirklich so eine Lawine von Menschen über fast jeden hübschen Ort in Spanien oder Italien ergossen. Und meine jetzige radikale These angesichts meines Besuches in Benidorm ist, was, wenn nicht? dieser Massentourismus sozusagen die Vergangenheit ist, die wir überwinden müssen, sondern ganz im Gegenteil, unser Individualtourismus das Problem ist. Denn für tausend Leute, die da in so einem Bettenbunker in Benidorm sitzen, muss man nur einmal die Energieversorgung anlegen, da muss man nur einmal das Catering richtig planen und auch wegwerfen, Wasserversorgung richtig planen. Man kann aber auch viel effizienter Transport und Liegezeiten am Strand, das kann man alles viel, viel besser organisieren. Und Benidorm, habe ich gelesen, ist tatsächlich auch seit Jahren eine der weltweit führenden Touristenstädte, wenn es darum geht, mehr Solarenergie, bessere nachhaltige Wasserversorgung, Entsalzungsanlagen direkt am Meer. Anstelle, so wie wenn man es als Individualtourismus hat, da belastet man ja das Allgemeine, das öffentliche Netz, das Trinkwasser, die Stromversorgung. Zwei Menschen, die sich jeweils allein ein Auto mieten und damit irgendwie 1000 Kilometer durch die Gegend fahren, verbrauchen viel viel mehr Energie und Benzin und Platz schlicht und einfach. Ursachen auch mehr Müll als derjenige, sich für zwei Wochen in so eine Bettenburg legt, wo alles einfach optimiert ist. Benidorm ist skalierbar, Barcelona aber nicht. Das kann man wirklich mal so sagen. speaker-1: stimme dir ja zu, dass das skalierbare alles ist, aber es ist natürlich nicht schön. Du hast ja auch gesagt, man muss ein gewisses Geschmack haben, dass man das ganz gut ertragen kann. Ich muss ja als Kind auch überall hin mit meinen Eltern, also mal locker Mama ver... Mama hört den Podcast übrigens, du mir leid, wenn ich jetzt hier sage, aber Alcutia war jetzt nicht mein Lieblingserlebnis gewesen. Ja, ich fand Porto Cristo übrigens wesentlich schöner. war ein gutes Erlebnis. Auf Malorca, Aber Alcutia war jetzt nicht mein Traumurlaub. Ich meine, was ist cool an diesen großen Erlebnismonstern ist natürlich für Familien mit Kindern. weil das einfach konvinient ist. Die Kinder sind die ganze Zeit beschäftigt. Ich habe gelernt, dass ich gut schießen kann. Das hätte ich sonst nie rausgefunden. Ich habe wohl ein Talent. Ich habe gleich die Medaille gewonnen bei meinem ersten Schießexperiment. In der Hotelanlage mit Betreuung. Man hat natürlich sofort Freunde, man ist sozial integriert. Dann gibt es da die klassischen Bikini. Das ist dann die Miss Maloka-Shows. Dann darf da jeder irgendwie ... Das sind die Sachen passieren. Das sind die Sachen, so Klassiker. Dann kommt dann irgendeine Band, die auch die Eltern noch kannten, die dann da auf Mallorca-Tour und treten da auf. Jürgen Dreeves und Co. Und man ist bespaßt die ganze Zeit. muss sich wirklich, es ist ja wirklich wohl für Superprogramm sorglos. Man muss keine Gedanken machen. Es ist einfach nur pures Konsumieren. Und wenn man jetzt auch keinen großen Anspruch hat an Essen und an Natur und an Panorama. und Kultur und einfach nur Bücher lesen am Strand und bisschen Farbe bekommen, will ein paar neue Leute kennenlernen und das ist eine super Sache. Also kann keiner was gegen sagen. speaker-0: Aber Stephanie, schreibst das für meinen Geschmack viel zu großzügig. Nämlich aus der Sicht desjenigen, der sich einfach die Freiheit nimmt, sich für all, über all das drüberzustellen, zu sagen, ja, aber ich mag halt eben Kultur und ich will da sein, es schöner ist. Aber was, wenn das der Fehler ist? Weil ich sag schon seit langem, wenn die Chinesen und die Inder im auch das Thema Europaturismus für sich entdecken. Jedes Jahr allein in Indien, glaube ich, erreichen 10 Millionen oder 15 Millionen Menschen zum ersten Mal das Einkommensniveau, dass sie sich auch halt solche Reisen leisten können. Dann geht es nicht mehr darum, dass jeder Einzelne die Freiheit hat. speaker-1: Die haben ja noch nicht die Freizeit. Das kann sich ändern. Deswegen gehen ja auch immer die Amerikaner, ob die so schnell reisen. Die Asiaten ja auch, die ja nicht so viele Urlaubstage haben. In Indien, in den meisten Fällen, außer die, die für amerikanische Firmen arbeiten, die haben nur drei zusammenhängende Urlaubstage, die sie nehmen dürfen. speaker-0: Gott sei Dank. Aber was, wenn das anders wäre? Meine These ist seit neuestem, das Problem ist nicht der Massentourismus, der die Bettenburg, sondern das Problem bin ich in gewisser Weise oder wir. Denn diese Selbstherrlichkeit, mit der wir uns alles nehmen und alles, was unter einem gewissen Standard liegt, nicht akzeptabel für uns ist, das ist eher das Problem, als dass Leute wirklich an einem bestimmten Ort saufen und fressen, so viel sie können. speaker-1: Ich habe ja schon das Problem, ich kann mich ja in den meisten Urlaubsorten gar nicht ernähren. Die haben überhaupt kein Essensangebot, das überhaupt auf meine Diät abgestimmt ist. Die feine Dame. ich aber auch nicht verlangen. fahre ich wohin, ich mir auch mein Essen selbst kochen kann oder ich fahre wohin, wo, in Indien zum Beispiel, da werde ich ein Andermar darüber sprechen, die halt kulinarisch auf meine Diät abgestimmt sind. Das ist natürlich okay, sorry, aber... speaker-0: Prinzessin auf der Erbse, das ist genau das. Ich bin Teil des Problems. bin auch so eine Prinzessin auf der Erbse. Und das bringt uns allerdings zu einem Ort, wo Gott sei Dank nichts von all dem, oder sagen wir dem Gegenentwurf, so könnte ich das wirklich sagen, der Gegenentwurf zur Bettenburg, dem, in dem war ich dieses Jahr nicht, aber fast jedes andere, ja, das bringt uns nämlich zum Gewusst-Wo. Also wenn man Benidorm nicht will, wenn man tatsächlich so drauf ist wie du und ich, wir wollen das Schöne und wir wollen viel davon und wir wollen speaker-1: hab's noch zu Ende. speaker-0: an wunderschönen Orten wohnen und wir wollen Kunstwerke sehen und blühende Blumen und viel Platz haben und viel lernen und Geschichte, dann ist der eine Ort, für mich da das absolute Fanal in Spanien ist, meine Lieblingsstadt, meiner Ansicht nach die schönste Stadt Westeuropas denke ich manchmal, nämlich Sevilla. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, für viele Deutsche gar nicht vorkommt in Spanien. Die Leute sehen Spanien oder vielleicht den Süden und sehen dann halt Entweder tatsächlich die Strände, da fahren ja viele Leute hin, oder sehr, sehr viele Leute auch unserer Peer Group sehen, vor allem erst mal Barcelona. Und mit ein bisschen Glück, wenn du halt im Digital Nomen-Bildest bist, habe ich gehört, dass Valencia auch umkommen ist. Im Sommer auch vielleicht ab und zu ein paar Leute Madrid, aber Madrid ist dafür eigentlich auch schon zu sehr Geschäftsstadt und zu spanisch. Und die allerwenigsten oder nur sehr wenige Leute vergleichsweise haben Sevilla auf dem Radar, obwohl Sevilla wirklich die absolute, ich sag immer Sevilla ist das Rom. Spaniens oder vielleicht das Florenz sogar Spaniens, was die Pracht und die Schönheit angeht. das liegt daran, dass Sevilla, das kann man wirklich so sagen, die Welthauptstadt des 16. Jahrhunderts war. Im 16. Jahrhundert war Sevilla die Stadt, in der alle Reichtümer des spanischen Kolonialreiches ankamen. Es gab nämlich einen bestimmten Tag Anfang des 16. Jahrhunderts. Zu Anfang war das so, all diese Goldflotten, die man kennt, die legten einen Kadis an. Aber Kadis war einfach zu gefährdet durch die ständigen Überfälle der Piraten, Francis Drake. Und Silvia liegt ja im Inland, das liegt am Lauf des Gordalkiwir und das heißt, man konnte da hervorragend vom Meer den Strom hochschippern. Es gibt auch immer noch den Hafen, in dem die Goldflotten anlegten und das war völlig sicher von den Piraten und das bedeutet, wirklich im Laufe des 16. Jahrhunderts Ich weiß nicht, Hunderte und Aberhunderte von Tonnen von Gold und Silber erst mal in Sevilla ausgeladen wurden und dort eine Blüte der Münzprägung, der der Künste, des Handels etabliert haben, die man bis heute sieht. Sevilla hat nicht weniger als drei UNESCO-Weltkulturerben in Laufweite, unter anderem die größte gotische Kathedrale nach dem Petersdom, die die Stadt dominiert. auf eine unglaubliche Art. Das ist ein unglaublich beeindruckendes Gebäude, nicht nur für Leute, die gerne Kirchen mögen. Ich würde sagen, wer Kirchen nicht mag, der sollte wenigstens ganz oben anfangen, Petersdom und Kathedrale von Sevilla, dann hat man eigentlich alles gesehen, was eine Kirche überhaupt erreichen kann. In der Kathedrale von Sevilla liegt der Sarkophag von Christoph Kolumbus. Und das ist ein Monument, wie man es auch selten sieht, wenn Christoph Kolumbus und was er für Spanien bedeutet. Dieser Sarg in dieser Skulptur, der Sarg Christoph Kolumbus, wird von vier Königen getragen, den vier Königen Spaniens, von Aragon, von Navarre, von Castilien und von Leon. So sehr ist das spanische Volk, dem Christoph Kolumbus und der Entdeckung der Neuen Welt, symbolisch verbunden. Es gibt direkt daneben im Schatten eigentlich dieser fantastischen Kathedrale, die übrigens auch auf den Mauern der ehemaligen Moschee Sevillas, bis 1248 war ja Sevilla eine muslimische Stadt und die Chiralda, der ehemalige Minaretturm dieser Moschee, ist auch immer noch bestand der Kathedrale. Direkt daneben liegt der Al-Khassa, was die arabische Königsstadt war, darin einige der herrlichsten Gärten, einige der herrlichsten muslimischen oder, ich mal, synchronistischen Monumente und Ornamente. Wundervolle Innenausstattung mit kleinen Tümpeln, mit kleinen Pools, mit herrlichen Bögen. Das heißt diese Pracht, darum geht es. Sevilla ist eine der prächtigsten Städte auf der ganzen Welt. Wer sich einmal so richtig von Pracht, von Schönheit, von leuchtenden, monumentalen Gebäuden und Straßen bis in den Boden beeindrucken lassen will, der muss nach Sevilla fahren. Und ich will das von Zeit zu Zeit da. Also man will das ja nicht schlafen. speaker-1: Wie heißt das denn? Alhambra? speaker-0: Die Alhambra speaker-1: Weil das nicht so alles Gold war. speaker-0: Ja, ist auch so. Es gibt so ein paar von denen. Es gibt solche Al-Khassas, es gibt sie in verschiedenen Städten. Es gibt auch einen sehr schönen in Cordoba, es gibt auch einen sehr, also diesen fantastischen, dieser alte Burg, die noch komplett in den alten Mauern in Seville. Und zwischen der Kathedrale und dieser arabischen Altstadt liegen Viertel von ganz kleinen Gästen, wo sämtliche Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind, mit herrlichen Innenhöfen, baumbeschattet. Ich war da ja immerhin im ersten Quartal, im Januar blüht, nein, tragen die Orangenbäume Früchte. Ganz Andalusien und vor allem Sevilla ist die Hauptstadt der Orangenkultivierung. Das heißt, man kommt da wirklich hin an einem sonnenbeschienen Tag. Denn Sevilla ist zufällig auch noch die sonnenreichste Großstadt ganz Europas. Das heißt, der blaue Himmel kommt auch noch dazu. Und man wird eigentlich überfallen von diesen Fruchtbarkeitssymbolen. Also man hat den blauen Himmel, man hat diese leuchtenden, orangenen Früchte von diesen tiefhängenden Orangenbäumen, wirklich unter der Last ihrer Fruchtbarkeit sich biegen. Entsprechend kriegt man diesen frischen Orangensaft auch überall ausgeschenkt wie Leitungswasser für kein Geld. Und drum herum diese überwältigende Pracht. Und im Winter, gerade im Winter, sich so eine Pracht zu gönnen, Strand wie in Thailand, das ist noch mal doppelt schön und doppelt farbig. dann ist sie wie ihr halt auch durchsetzbar. Das riecht voll gut. speaker-1: Ja, hast diese Mischung aus der klaren spanischen Winterluft. süßen Früchte und die Kräuter und so weiter. ist natürlich richtig cool. Wir haben hier übrigens die Zitronen. speaker-0: und diesen süßen Früchten. Die Zitronen reif und reifen. speaker-1: Das ist, ja, ja. ich hab ja auch noch, also wir sind immer noch in der Erntezeit. Ist jetzt bald vorbei. Ich denke mal so in vier Wochen ist vorbei mit den Zitronen. Aber es hat angefangen im Ende Januar. speaker-0: Auch schön. ich hab, Orangen haben den Vorteil süß zu sein. bin letztes Jahr bin ich endlich so weit gewesen. Ich hab sozusagen die Beziehung zwischen mir und Sevilla offiziell gemacht. Ich bin hingegangen in den Fußballshop des FC Sevilla und hab mir ein Trikot gekauft. Das heißt durch, das ist ja so dieser symbolische... speaker-1: Also wenn sie wie eine Frau wäre, wäre das quasi dein The Bride. speaker-0: Ganz genau, das wäre halt der Ehering, der Fußballer. Ich stand vor beiden Läden, Bete Sevilla und FC Sevilla, beide spielen in der ersten Liga und der FC Sevilla hatte die schöneren Farben, da habe ich dann halt da zugeschlagen. Man muss eine Sache sagen und das ist vielleicht auch eher ein Kompliment, ist keine Digitalnomaden statt, es gibt da sogar, so gut wie gar keine Infrastruktur wie in Barcelona oder Valencia für Coworking Spaces oder so Cafés, wo die Leute dann in ganzen Reihen an… speaker-1: Ich ja gesagt, sind Orte, ich immer meide. Ich habe gar keine Lust, digital im Nomaden zu treffen. speaker-0: Dann bist du in Sevilla genau richtig aufgehoben, weil Sevilla ist eigentlich in dem Sinne noch eine richtig klassische spanische Stadt, wo du halt alles hast, was das alte Main-Spanien. Main-Spanien ist nicht funktional. Main-Spanien ist nicht wie München oder Hamburg. Main-Spanien ist nicht wie Madrid. Main-Spanien hat eine schöne alte arabische Festung in der Mitte, eine gigantische Kathedrale. Main-Spanien hat Palmen, den Orangensaft. Main-Spanien hat Tapas. Mainz Spanien spricht Spanisch und nicht an jeder Ecke irgendwie auch Englisch oder Deutsch oder irgendwie so ein Kauderisch. Mainz Spanien hat keine Coworking Spaces und so eine International Crowd. Mainz Spanien ist halt wirklich durch und durch romantisch und katholisch und von mir aus auch vernagelt Spanisch und sonnig und glamourös und hat fantastische Bogen und Kathedralen. Das ist Mainz Spanien und Sevilla ist die Hauptstadt. Liebeserklärung an Mainz Spanien. speaker-1: Das war jetzt auch fast schon so eine Wunschliste, eine Frau habe ich jetzt so das Gefühl gehabt. Daraus könnte man wahrscheinlich so ein Datingprofil dann auch fast ableiten. speaker-0: Ich und Seria, speaker-1: Ihr seid eine besondere Seele. Ich wollte nur noch mal sagen, dass Seville natürlich die wesentlich größere Kirche ist, einer der größten der Welt. Aber ich will das nur noch mal betonen, dass die breiteste gotische Kirchenschaf der Welt in Girola ist. speaker-0: Corona! Natürlich, Netzverstehung. Ich wusste, dass du das sagen würdest. speaker-1: Ich habe das eben auch noch mal nachgegoogelt. Ich wollte nicht unheblich sein, aber ich habe mir hier so einen Vergleich von Chatchagy-Tea machen lassen halt. Und natürlich haben die Indirunas natürlich auch deutlich älter. Die ist schon im 11. Jahrhundert, da haben die schon angefangen zu bauen. speaker-0: Und der letzte Punkt für heute, das letzte Thema. Da könnte man jetzt natürlich irgendwie so eine Eigenartige über, was macht man dann, wenn es mal regnet in Sevilla, da hat man mehr Zeit zum Lesen. Aber für den geilen Scheiß habe ich mir heute etwas rausgesucht, wo man auch sagen könnte, trifft das überhaupt zu? Wir machen ja bei geiler Scheiß sehr viele Gadgets oder Küchenutensilien oder Rasierer. Aber und diesmal habe ich mir ein Medium dahin zugelegt, das nämlich, geht ⁓ die Economistin, die Economistin, Amerikanisch, die Englische. Sie selber nennen sich Zeitung, es ist eine Wahrheit, ein Wochenmagazin, aber es ist unter anderem deswegen ein geiler Scheiß, weil es mittlerweile viel mehr ist als das. Also der Economist ist nämlich so, wie er heute ist, eine Plattform, eine Community, ein Medienkanal, eine bestimmte Art von Geschäftsmodell, mit der man sehr, sehr viel anfangen kann. Ich habe den Economist Ende der 90er kennengelernt, damals noch als Papierausgabe. Mittlerweile nutze ich nur noch die digitale Ausgabe und die ist Das ist schon mal das eine. Also das reine Digital-Abo kostet im Moment 388 Euro im Jahr. Das ist wirklich gesalzen, aber meiner Ansicht nach ist das wert, weil nämlich der Economist auch alles richtig macht, womit normale Medien in der Regel kämpfen. Der Economist ist speaker-1: Wie teuer Das ist wirklich einsteinend. speaker-0: Seit Anfang an setzt er auf das Modell, sich bezahlen zu lassen von seinen Lesern. Das heißt, Werbung spielt so gut wie gar keine Rolle. Und mit diesem hohen Geld verschafft man sich nicht nur Zugang zu Inhalten, sondern auch zu einem bestimmten Kreis von Menschen. Und dieser Kreis von Menschen, der nimmt zum Beispiel Teil an den Leserdiskussionen, die auch auf gesalzten hohen Niveau sind. Ein Lieblingsfeature des Economist, vielleicht noch mal kurz gesagt, Economist, 1843 gegründet. hat eine sehr illustre Geschichte als eigentlich das eine Organ des Bürgertums und des globalen Handels. habe, was mir daran sehr gefällt, Karl Marx hat dem Economist schon erwähnt als das eine Organ seiner Zeit, in dem dieses kapitalistische Bürgertum seinen Ausdruck findet. Auf der anderen Seite hat irgendwie in den 90ern Silvio Berlusconi, den Economist, mal als den E-Communist bezeichnet, weil die natürlich auch hart umgegangen sind mit der Misswirtschaft von Berlusconi. Und ich glaube, von solchen Leuten wie Berlusconi und Trump beschimpft zu werden, ist eins der größten Komplimente, die man als Medium überhaupt bekommen kann. Der Economist hat eine ganze Menge Quirks. Der ist für mich so eine Art englischer Freund, so ein Gentleman, der aber auch exzentrischer ist. Und ständig so einen englischen Exzentriker an seiner Seite zu haben, der sich einfach leistet, Dinge so zu tun, wie er Bock hat. Also zum Beispiel immer eine gemeinsame Stimme zu haben, unter alle Artikel auch keinen Namen von Autoren zu setzen, weil man als der Economist sprechen will. Es gibt sehr viel Hintergrundberichterstattung, man kann fast Redaktionskonferenzen selber über Video besuchen. Die Herausgeberin, Senni Mindenbados, die macht immer wieder Videoschalten mit ihren Korrespondenten zu bestimmten Themen, in denen man direkt reingehen kann. Die haben ein sehr, sehr starkes Datenjournalismus-Fundament. Und immer wieder kann man diese Datenquellen auch einsehen. Die schönsten Momente sind aber für mich unter anderem auf der Leserbriefseite. Denn weil die Leute, den Economist lesen, das sind tatsächlich die Staatschefs und die Firmenchefs. Jeder, auf der Welt, ganz egal woher, was zu sagen hat, hat wahrscheinlich den Economist abonniert. Und das führt dazu, dass wenn der Economist in einer Woche über die Wirtschaftspolitik Indiens zum Beispiel herzieht, dann ist in nächsten Woche ein Leserbrief vom Wirtschaftsminister von Indien drin, der sich dagegen verwahrt, auf diese Art und Weise falsch dargestellt zu werden. Das heißt, immer wieder das Gefühl, dass diese Community von Lesern, das sind halt eben nicht nur so kleine Leute, die halt eben viel reden und gegen alles protestieren, sondern auch diejenigen, die dann wirklich in den Artikeln vorkommen, die gehören mit zu diesen Lesern. speaker-1: Ich finde es vor allem so cool, dass es transparent gemacht wird. Es ist sehr transparent und die trauen sich in dieser vielleicht auch bisschen geschützten Community dort auch sich zu Wort zu melden. Also es wird ja jetzt keiner da bei der FHZ immer was drunter schreiben oder so. Also dann ist es nicht unter einem YouTube-Video. Also ich, vielleicht noch mal meinen Fünf-Stands zum Economist. Ich bin dem Economist sehr dankbar, weil vielleicht, weißt du das nicht, aber wir haben damals bei AK AK einen einseitigen Bericht. im Economist gehabt, also natürlich in der Print-Ausgabe. Ich habe die leider nicht mehr, aber das war großartig, weil das hat natürlich somit dazu geführt, auch für unsere erste große Investitionswunde. Also das war ein wahnsinnig cooles PR-Vehikel und als wir halt diesen, also wirklich ganz tollen Bericht da auch bekommen haben, das hat echt einiges bewegt. Also deswegen Economist, vielen Dank. Und deswegen hatte ich dann auch mal eine Printausgabe vor mir liegen und ich fand auch das Format übrigens sehr spannend. Das ist ja kleiner. Das ist klein und handlich. Das ist so das Gefühl, ob man sich als Gentleman das auch noch so irgendwo reinstecken kann. Also ich hatte das Gefühl, das Format hat auch irgendwie, also es hat auch eine Funktion. Das jetzt nicht wie so eine fette, das fette FHC zum Beispiel. sondern ich hab hier so was ganz Galantes, das ist nur das Wichtigste und deswegen hat es auch so was Prätenziöses auch so ein bisschen. speaker-0: Und das Beste daran, was mich immer wieder begeistert ist, dass die Freiheit nehmen, auch total exzentrisch zu sein. Der Humor, schlicht und einfach. In einer Wirtschaftszeitung wie dieser, da denkt man, wird total trocken informiert, aber nein. Ganz häufig sind die Titelüberschriften. Wortspiele, manchmal ganz absurde Sachen, wo man über den Satz oder die Bildunterschriften haben selten etwas mit dem Bild zu tun, sondern etwas mit einer Assoziation, die manchmal brüllend komisch ist. Und sich das allein zu trauen, also diese Linie zu durchbrechen zwischen diesem Datenjournalismus und auch den harten Aussagen, die da getroffen werden und dann direkt daneben halt ein Bild zu stellen und sich darüber richtig zu beömmeln. Dass die das sich trauen, das finde ich einfach sensationell. speaker-1: Das ist auch, wenn sie so einstellen, also wer ist so das klassische Profil von so Economist-Journalisten? Also ich meine mich zu Ende Sinn, dass einer mal in der Kommiliton nämlich zum Economist gegangen ist. Und das war auch jemand, der total wortgewandt war. fast schon, also dieses Wortspiel eines Werbers mit dem Tiefgang eines wirklich eines Researchers. Also das, glaube, das ist eine total gute Combo. Aber wir haben ja letztens so gesprochen. dass das Problem langsam immer mehr hochkommt, Artikel müssen sich bald bewerben. Die müssen ja schon eigentlich als Videoclip funktionieren und müssen eigentlich als Reel sich angeteasert werden. Wie ist denn das mit dem Economist? speaker-0: Der Economist macht das auch. Der Economist hat in den letzten Jahren sehr, sehr viel in Videoformate gesteckt, hat die App total aufgebohrt. Aber ich hab das Gefühl, dass sie das eigentlich nicht müssten. Da kann ich mich überhaupt täuschen. Also für mich ist tatsächlich die althergebrachte Form, mir Zeit zu nehmen und mich damit auseinandersetzen, nach wie vor total führend. Also ich will von denen keine Snippets. Weißt du, die Snippets bekomme ich halt von allen anderen. Vom Economist will ich immer die lange Geschichte. Und das ist auch immer noch die Stärke des Economes. haben immer unglaublich viel, manchmal drucken sie nur wenig im Magazin und geben dann die Hintergrundgeschichte erst online den Leuten an die Hand. Aber ich glaube, dass die sich einfach in dieser Nische richtig wohlfühlen, auf die Goldfisch-Aufmerksamkeit spannen abzuziehen. Das auch nicht zu wollen. speaker-1: Ja. Das ist bisschen so wie der New Yorker vor Kultur und Gesellschaft, das ist der Economist für die Wirtschaft halt. Also die zwei zusammen werden eigentlich so die Premium-Informanten, die auch den Sprung in die Neuzeit geschafft haben. speaker-0: Wobei man, und das zum Abbinder, ich noch sagen möchte, dass für mich tatsächlich die jährliche Buchliste des Economist, die haben immer zu Weihnachten eine fantastische Doppelausgabe, die halt so ein richtiges Föjeton-Paket ist und in der ist jedes Jahr ein Rückblick auf die besten Neuerscheinungen in allen Bereichen, Biografie, Wirtschaftsbuch, aber auch Roman. Spezialisierte Ausgaben, Dokumentationen und jedes Mal, jedes Jahr freue ich mich wieder darauf, diese Top-Liste der zehn besten Bücher des vergangenen Jahres anzuschauen und jeden einzelnen nach zu recherchieren, ob das was für mich ist. Ich habe schon so viel entdeckt an zeitgenössischer Literatur nur durch den Economist, also durch eine Wirtschaftszeitung, wenn du so willst, dass für mich der Economist einfach so ein Rundumfreund ist. Bei ein paar Sachen bin ich auch nicht... einig mit dem Economist, aber das ist halt eben bei Freunden, halt so, weißt du, so ein Englischer Gentleman, exzentrisch von 1843, ist das auch zu erwarten, dass man nicht mit allen übereinstimmt. Ich empfehle wirklich jedem da draußen, sich mal ein Probearbeit zu holen vom Economist. Und zwar nicht nur, weil da so viel Erstaunliches drinsteckt, auch in einem erstaunlichen, wahnsinnig guten Englisch und mit sehr viel Quirkiness, mit sehr viel Exzentrik, sondern weil meiner Ansicht nach auch der Economist es geschafft hat, woran so viele andere Medien scheitern. nämlich auskömmlich und auf hoher Qualität und mit einer ganz interessanten Zielgruppe was Tolles zu machen. Und wer weiß, wer das noch könnte, der Economist steht für mich da ganz oben. Und natürlich unser Podcast. Das war die zehnte speaker-1: Das war die zehnte Folge. Danke auch für alle neuen Zuschauer und Zuhörer. Und ganz besonderes Dank an Daniel Rieth, der nämlich unser erstes YouTube-Kommentar geschrieben hat. Danke schön, Daniel. Wir bleiben mutig und wir bleiben dran. Wir wünschen euch eine ganz tolle Zeit und bis ganz bald. speaker-0: Bis bald.