Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Schnee, Strom und Schrot
Transcript
- Du brauchst im Grunde Leute, die Politik managen können, die mit den Leuten reden, die merken, wo sich Unmut sammelt, die das sehr rechtzeitig merken, die dem Kanzler ganz rechtzeitig sagen, pass auf, hier kommt eine echte Welle, kümmer dich. Wichtig ist, dass du mit Macron redest. Toll ist, dass du mit Trump telefonierst, aber hier kriegst du gerade ein echtes Problem. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Hallo und herzlich willkommen zu der ersten Folge im neuen Jahr von Rambu Zambu, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz und über unsere Bundesregierung sprechen. Ich würde sagen, das Jahr geht schon mal insofern gut los, als dass Julia wieder da ist und mir gegenüber sitzt. Du bist lieb. Wie schön, Julia, dass wir gemeinsam mit Friedrich Merz hier in das neue Jahr rein starten können. Was würdest du denn sagen, wie ging 2026 für Friedrich Merz los? Also ich glaube, dass er nach 2025, also nach dem ersten Jahr seiner Kanzlerstadt, er sich wahrscheinlich irgendwo in irgendeinem Teil seiner Seele mal gewünscht hätte, einen ruhigen, gemütlichen Start zu haben. Also die Sternsinger im Kanzleramt zu empfangen, danach ins tief verschneite Seon zu reisen und im Wohlwollen der CSU zu baden, mit Söder ein Bier zu trinken oder so, aber nein. Wir wissen alle, es kam anders und wir nehmen heute, wie immer am Donnerstag auf, eben ist Seon, die Klausur der CSU-Landesgruppe, zu Ende gegangen. Das war tatsächlich ein Baden in Wohlwollen, darüber reden wir gleich nochmal, aber alles andere war nun überhaupt nicht cozy für den Kanzler. Tatsächlich musste er sogar aufgrund des Wetters, wie gesagt, heute ist Donnerstag, wir haben Wetteraussichten, die katastrophal sind für die nächsten Stunden und Tage. Er hat seine eigene Präsidiumsklausur absagen müssen. Er hätte eigentlich nach Mainz weiterreisen müssen, aber die CDU hat gesagt, zu gefährlich, wir bleiben alle zu Hause. Wir machen das jetzt digital. Daran sieht man eben schon, wie dann auch solche nicht politischen Faktoren, wie das Wetter, Sachen absagen oder anders machen können. Dann musste Merz seine, glaube ich, düstersten Reflexe unter Kontrolle halten. In Berlin, ihr habt es alle mitgekriegt, großer Stromausfall. Kai Wegner, regierender Bürgermeister, stark unter Druck, weil er nicht rechtzeitig, weil er nicht so, wie man sich das gewünscht hätte, reagiert hat. Weil er auch noch Tennis spielen war, das er sehr spät erzählt hat, all das. Man muss wissen, Merz und Wegner mögen sich überhaupt nicht. Das sind die Spinnefeind. Und dennoch musste Merz natürlich Wegner A helfen mit der Bundeswehr, mit Kräften und so weiter. Ist natürlich auch Job dann des Bundeskanzlers. Und er musste sich, glaube ich, ziemlich zusammenreißen, um nicht zu sagen, also diese Tennis-Nummer, das ging gar nicht, hat er nicht getan, ist diesem Reflex also sozusagen nicht, er hat ihm nicht entsprochen, musste sich da ganz schön zusammenreißen. Naja, und dann ging das weiter. Sternsinger ist ausgefallen, weil er nach Paris musste ein weiteres Ukraine treffen. Also das Großthema des letzten Jahres geht auch in diesem Jahr weiter. Und dann kam, auch das kommt mir irgendwie jetzt schon vor wie so ein Déjà-vu, dann kam Trump mal wieder dazwischen. Erst die Nummer in Venezuela, dann die Nummer mit Grönland, mit Cozy und wir starten mal ganz gemütlich rein. War nicht. Das würde ich auch sagen. Wir sind direkt schon mal voll reingestartet ins neue Jahr. Hätte man vielleicht auch März und auch uns gewünscht, dass es etwas ruhiger losgeht. Lass uns direkt mal reingehen und so ein bisschen versuchen, das zu entwirren, was jetzt da schon in den ersten Tagen von 2026 passiert ist. Vielleicht fangen wir mit dem Thema an, du hast es gerade schon ganz kurz angesprochen, das wahrscheinlich auch März am Wochenende beschäftigt hat und das sind die Ereignisse in Venezuela. In der Nacht zum Samstag vergangene Woche hat die USA eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, hat den Machthaber Nicolas Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht und ihm soll jetzt in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Und es hat nicht so lange gedauert nach den Ereignissen am Wochenende, dass dann die Diskussion darüber losgegangen ist, wie international vor allen Dingen bei den Staats- und Regierungschefs und Chefinnen die Reaktionen aussehen. Und mit Blick auf Deutschland hat Merz zunächst mal und bis heute auch, muss man sagen, die Vorgänge nicht ganz klar verurteilt, obwohl es ja von Völkerrecht dann relativ eindeutig eine Meinung dazu gibt. Wie war denn die Reaktion des Bundeskanzlers und wie würdest du das einschätzen? Also Merz hat selbst beziehungsweise über seine Regierungssprecher sich auf eine Formulierung festgelegt, die heißt, es ist ein sehr komplexes Vorgehen, eine sehr komplexe Frage und auch die Antwort ist sehr komplex und braucht Zeit. Das war sozusagen das Erste. Und inzwischen sehen wir, er wird in etwa dabei bleiben. Du hast das Völkerrecht schon angesprochen. Natürlich kann man sagen, wenn man die Ereignisse in Venezuela rein in einem völkerrechtlichen Seminar anschaut, entspricht das nicht dem Völkerrecht. Das ist relativ schnell. Aber selbst ein solcher Satz in der Lage, in der wir sind und die Lage heißt, wir brauchen Trump, wir brauchen die Amerikaner für ganz andere Sachen, nämlich für die Sicherheit in Europa, für die Ukraine, ist eine klare Aussage eines Landes jetzt wie Deutschland, die USA brechen Völkerrecht ist. Und realpolitisch einfach unklug. Jetzt kannst du sagen, ein Jurist muss das so benennen und eigentlich müsste Merz sich da auch klar äußern. Aber zwischen die Dinge juristisch bezeichnen und politisch bezeichnen sind eben immer zwei unterschiedliche Sachen. Und die Abwägung ist bei der Bundesregierung, ist bei Merz, ist aber auch bei anderen Außenpolitikern, unter anderem aber auch bei der SPD, zu dem Schluss gekommen, dass man Trump an der Stelle nicht frontal attackiert mit einem Völkerrechtsbruch, in Klammern, er wäre auch nicht der erste US-Präsident, der sich nicht an das Völkerrecht hält und auch demokratische US-Präsidenten haben sich nicht ans Völkerrecht gehalten. Also das Völkerrecht ist eine schöne Sache für die USA. In dem Moment, wo es ihren Interessen entspricht, wo es nicht tut, setzen sich auch einfach knallhart und das seit Jahrzehnten drüber hinweg. Das muss man eben auch wissen. Sie haben sich darauf geeinigt zu sagen, es ist komplex. Völkerrecht ist ein Aspekt der Beurteilung, aber das Gesamtbild zählt. Und in das Gesamtbild gehört eben auch, finde ich auch richtig, dass man erwähnt, dass Maduro natürlich jetzt nicht eine demokratische Heiligenfigur ist, die da auch vom bösen Trump gekillt worden ist, sondern natürlich ein Mensch, der sein Volk unterdrückt, der diktatorische Regierungspraktiken über Wochen, über Monate, über Jahre, also das ist jetzt kein lupenreiner Demokrat, der da zum Opfer Trumps geworden ist. Das ist die Lage. Grundsätzlich muss man aber eben auch sehen, dass in der Gemengelage, in der wir uns befinden, so eine Aktion durchaus natürlich auch gelesen werden kann wie ein Freifahrtschein für andere Machthaber, entweder die Chinesen oder den russischen Präsidenten Putin nach dem Motto. Länder sind freiwillig. Wir können uns entscheiden, wo wir reingehen, wo wir Präsidenten, Regierungschefs rausnehmen. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir uns in eine Welt bewegen, wo das Recht des Stärkeren gilt und das Völkerrecht zunehmend wirklich nur noch ein Nice-to-have ist. Also kann man auch sagen, die deutsche Reaktion bzw. Die Reaktion von Merz und auch von Außenminister Wadephul ist auch ein Zeichen dafür, wie angespannt die Beziehung zu den USA ist und wie abhängig natürlich auch Deutschland aktuell von den USA ist. Und dass man da eben einfach noch immer noch versucht, da jetzt keine Beziehungen weiter zu zerstören, was dann möglicherweise an ganz anderen Stellen Konsequenzen haben könnte. Zum Beispiel in den Ukraine-Verhandlungen, die ja auch immer noch aktuell stattfinden. Ja, zumal es ja auch gleich weiter ging. Also wenige Stunden danach ist das andere große Thema. Ich hätte gerne neue Länder, in Klammern O-Ton schon, aufgeploppt. Also er hat mal wieder das Thema Grünland annonciert und da waren die Europäer und waren auch März. Im Chor der Europäer deutlich klarer. Also da haben sie wirklich sich zu einer Erklärung committed zu sagen, also bitteschön, eine Annexion geht gar nicht. Also da sind sie deutlicher, auch geschlossen, deutlich rausgegangen. Natürlich ist Grönland auch nochmal ein anderer Fall. Grönland ist Teil über seine Verbindung zu Dänemark, Teil der NATO und der Worst Case, dass ein NATO-Mitglied USA sich ein Teil eines NATO-Mitglieds Dänemark mal eben einverleibt, ist natürlich ein Bruch mit allen Regeln. Und da mussten die Europäer klar sein, was nicht heißt, dass damit der ganze Fall gelöst ist. Das geht weiter und das sehen wir auch in diesen Stunden und Tagen. Da gibt es ein Ringen. Inzwischen ist es immerhin so, dass Trump zumindest angekündigt hat, über seinen Außenminister Gespräche mit den Dänen führen zu wollen. Und jetzt, nachdem so ein bisschen der Pulverrauch dieser ersten Attacke sich verzogen hat, merkt man eben doch, dass dieses Thema Grönland durchaus vielschichtig ist und natürlich die Europäer auch ein Interesse daran haben sollten, dass die Amerikaner sich in Grönland engagieren, nämlich wenn die es nicht tun, tun es andere. Und die stehen schon vor der Tür, die stehen in Form von Russland, in Form von China schon im Eismeer und sagen, prima, wenn die Europäer das nicht schützen und die Amerikaner aus welchen Gründen auch immer keine Lust mehr dran haben, wir wären wohl sehr bereit. Und das kann man sich eben auch nicht wünschen. Das ist eben im Moment die komplexe internationale Lage, wo man plötzlich Trump aus Gründen braucht, wo man ehrlich gar nicht brauchen möchte, aber auf ihn angewiesen ist. Bei Grönland spielt wahrscheinlich auch noch mit rein, dass die Signale, die aus den USA kommen, ja auch sehr unterschiedlich sind. Auf der einen Seite schließt das Weiße Haus einen Militäreinsatz in Grönland nicht aus. Gleichzeitig spricht dann der Außenminister wieder von einem Kauf. Trump, du hast es gerade schon gesagt, hat so ein bisschen Sorge wieder ausgelöst bei den Europäern am Wochenende, als er dann in der Air Force One vor Journalisten nochmal betont hat, wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit. Also es ist sicherlich auch ein Thema, was März wahrscheinlich noch beschäftigen wird, was die Europäer noch beschäftigen wird in den kommenden Wochen. Definitiv. Das Interessante bei Trump ist ja immer, das sehen wir ja auch in anderen Fällen, dass er im Grunde immer im Wording eines Dealmakers unterwegs ist. Also fordere maximal Sätze den Gegner oder den Partner, wie auch immer du es nennen willst, mit Maximalforderung unter Druck. Also klingere schon mal mit dem Militär. Das ist ja unser nationales Sicherheitsinteresse, um dann möglicherweise am Ende dabei herauszukommen, ich sage jetzt mal Best Case, dass die Amerikaner ihre militärische Präsenz zugunsten Grönlands, zugunsten der Sicherheit im Nordatlantik und damit auch am Ende zugunsten der Europäer stärker ausbauen. Möglicherweise ist auch das Thema Deal, also sprich Land kaufen, noch nicht vom Tisch aber ich halte es zum jetzigen Zeitpunkt relativ, unwahrscheinlich, dass es da tatsächlich zu irgendeiner wirklich militärischen Auseinandersetzung kommt. Ich glaube es ist das Dealmaking von Trump. Der sagt wieder zur Not könnten wir auch, aber das ist doch am Ende eher ein Däbelrasseln um die Bedingungen für den Deal, aus Ami-Sicht zu vereinfachen. Neben Venezuela und Grönland gibt es noch ein weiteres großes außenpolitisches Thema, das natürlich auch März Anfang des Jahres direkt schon wieder beschäftigt hat. Und das sind die Gespräche über einen möglichen Frieden in der Ukraine. Es gab Anfang der Woche wieder einen Gipfel der sogenannten Koalition der Willigen in Paris, bei dem auch März war. Es ging da unter anderem auch noch mal um diese sogenannte multinationale Truppe, die möglicherweise dann ein Friedensabkommen in der Ukraine sichern könnte. Was war denn jetzt wirklich neu bei diesem Gipfel in Paris? Also das ist eine gute Frage. Wirklich neu im Sinne von grundstürzend, anders als bisher nicht. Neu war, dass vor allem für uns, dass Merz anfängt, sich im Wording langsam auf einen Einsatz der Bundeswehr einzuschießen, um das mal ballistisch zu formulieren. Nein, es geht darum, natürlich sich zu fragen, wo können die Deutschen einen substanziellen Beitrag leisten. Wir hören, dass die Briten und die Franzosen tatsächlich mit Truppen auch auf ukrainischen Grund zumindest kalkulieren und nachdenken und es auch anbieten. Das tun die Deutschen nicht bislang. Merz sagt aber jetzt doch sehr klar, wir schließen nichts aus, was natürlich einen extrem weiten Spielraum bedeutet. Trotzdem muss man, glaube ich, bevor jetzt irgendjemand sich Sorgen macht, immer sagen, das sind alles Überlegungen, Für den Fall, dass eine Waffenruhe herrscht, für den Fall, dass Russland einem Friedensabkommen in irgendeiner Form zustimmt. Das ist also nichts, was man jetzt macht. Also man will nicht den Frieden mit deutschen Truppen herbeidrängen. Nein, das sind alles danach. Und das ist eben auch die große Voraussetzung, solange das nicht ist, muss sich da auch keiner Sorgen machen, dass er hin muss. Und es wird vermutlich von deutscher Seite, das hat Merz auch sehr klar gesagt, wahrscheinlich eher darum gehen, die NATO-Länder, die direkt an die Ukraine grenzen, also unsere Partnerländer, und da geht es vor allem um Litauen und Polen, möglicherweise um Rumänien. Die Länder dann mit deutschen Soldaten zu unterstützen. Und auch nochmal ganz klar für alle, die das vielleicht falsch verstanden haben oder in Sorgen sind, Wehrpflichtige werden das Stand jetzt und nach allem, was wir wissen, auch in keiner Weise unterstützen müssen. Also darum geht es nicht. Und es sind ja auch keine Entscheidungen, die schnell getroffen werden würden, sondern es ist dann eine Entscheidung, die zunächst mal von der Bundesregierung getroffen werden muss. Die muss dazu erstmal einen Vorschlag erarbeiten. Und wenn es dann eben wirklich um einen Auslandseinsatz der Bundeswehr gehen würde, dann müsste auch nochmal der Bundestag darüber entscheiden. Also das ist nichts, was jetzt sofort und auch nicht einfach nur von März entschieden wird. Ich glaube, das muss man vielleicht auch nochmal dazu sagen. Und wir haben es gerade schon mal gesagt, bevor Putin nicht überhaupt zustimmt, ist das Ganze Makulatur und ob er das tut, das ist so ein Thema, das wir hier glaube ich auch schon zigtausendmal hatten, steht absolut in den Sternen. Wir wissen es im Moment nicht. Es gibt zwar Anzeichen dafür, er würde möglicherweise sonst nicht weiter verhandeln, sonst nicht weiterhin US-Unterhändler auch in Moskau empfangen, aber wofür das am Ende spricht, es ist sehr vage alles. Wir sind außenpolitisch reingestartet in diese Folge und Merz ist wahrscheinlich auch sehr außenpolitisch gestartet in dieses Jahr. Aber er kann nicht nur auf die Außenpolitik gucken, sondern er muss sich auch wirklich Gedanken machen über die innenpolitische Lage und über seine Position als Kanzler. Du hast es so schön als Operation Kanzlerrettung bezeichnet, denn es muss sich was verändern. Ich glaube, das sieht auch Merz und das möchte er auch deutlich machen. Und das hat er versucht, jetzt zum Anfang des Jahres direkt durch eine Entscheidung auch deutlich zu machen. Ja, und ich glaube, dass Merz diese Entscheidung persönlich sehr schwer gefallen ist. Er hat seinen Büroleiter vor die Tür gesetzt. Und das ist ein Mensch, der ihm, glaube ich, persönlich sehr wichtig ist. Das ist Jakob Schroth. Wir haben über ihn hier schon mal gesprochen. Dennoch ist es natürlich ein Name, den man, wenn man sich jetzt nicht wie wir, jeden Tag mit Politik beschäftigt, nicht kennt. Jakob Schroth ist genau halb so alt wie Merz. Er ist 35. Aber genauso groß. Genauso groß. Er sieht genauso aus wie Merz. Also nicht so wie Merz vor 35 Jahren. Aber er ist genauso groß. Er ist genauso schlank. Er ist genauso schlaksig. Und er war bei fast allen Auslandsreisen dabei, bei denen ich Merz begleitet habe. Und wenn die so von Ferne auf dich zulaufen oder so, du ihnen so hinterher schaust, denkst du so, das ist sein Sohn. Also vom Typus her. Und sie sind sich sehr nah. Sie gehen sehr nah, sie sprechen sehr intensiv miteinander. Und was, glaube ich, die beiden auch zusammengearbeitet, der Jakob Schroth ist ein ausgewiesener Experte. Mit dem kann Merz wahrscheinlich völkerrecht rauf und runter diskutieren, durch die Geschichte wandern. Also das matchte. Dennoch wuchs die Kritik an Jakob Schroth als Büroleiter ich glaube, wenn er sein außenpolitischer, Buddy gewesen wäre, hätte keiner was gesagt, aber in der Funktion des Büroleiters, des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, war Jakob Schroth vielleicht doch zum Schluss nicht mehr der Richtige. Kannst du vielleicht nochmal ganz kurz für all diejenigen, die sich nicht so intensiv mit dem Berliner Politikbetrieb beschäftigen, kurz zusammenfassen, was denn eigentlich diese Aufgaben eines Büroleiters sind? Ja, das ist natürlich so. Also er sitzt im direkten Umfeld. Also er hat direkten Kontakt zu ihm. Es gibt wenige, die einen so direkten Zugang, also wirklich persönlich im Sinne von, ich kann den Kanzler mal eben am Arm nehmen und ihm nochmal eben was zuflüstern, was wirklich. Also da ist er wirklich einer der Menschen, die am allernächsten dran sind. Charlotte Merz ist noch näher dran, aber viele andere nicht. Und er ist natürlich so eine Art Gatekeeper. Das heißt, wer zum Kanzler will. Wer ihn erreichen will, wer einen Rückruf will, wer ihn treffen will, muss im Grunde an Jakob Schroth vorbei oder so. Damit hat er eine ganz entscheidende Machtposition auch und kann natürlich auch auswählen und wird sicherlich auch auswählen. Ich will jetzt nicht über seine konkreten Entscheidungen urteilen, aber nach Kriterien, die vielleicht andere nicht so klug finden. Es gibt Kritik aus der Unionsfraktion, die sagen irgendwie, wir kamen nicht an den Kanzler ran. Es gibt Kritik aus der Partei, die sagen so, dieses Nadelöhr Jakob Schroth hat doch einiges in der Kommunikation erschwert. Und viele sagen auch grundsätzlich, das Kanzleramt ist nicht so optimal aufgestellt, wie es vielleicht sein könnte. Jetzt kannst du sagen, liegt es denn bitte nur an dem Büroleiter? Und wird das jetzt alles gut, wo der Büroleiter ein anderer wird? Um das eben noch zu sagen, der andere, der jetzt kommt, ist ein echter Manager-Typ, der die Partei kennt, der die Fraktion kennt und der, ganz wichtiger Punkt, schon mal im Wirtschaftsministerium gearbeitet hat. Und wenn Merz jetzt seine Politik stärker auf wir müssen die deutsche Wirtschaft wieder in Gang bringen, dann ist es sicherlich nicht falsch, so jemanden direkt da zu haben. Aber ob mit dieser einen Personalwechselgeschichte jetzt alles besser wird, habe ich so meine Zweifel und ich glaube viele andere auch. Philipp Birkenmeier wird jetzt der Nachfolger von Jakob Schroth. Was hörst du denn innerhalb der Union? Wie schauen die jetzt auf diese Entscheidung, da jetzt Jakob Schroth gehen zu lassen, zu ersetzen? Ist das was, was innerhalb der Union wirklich jetzt Jubel auslöst und das Gefühl, okay, jetzt ändert sich wirklich was oder wird da möglicherweise auch mehr erwartet noch vom Kanzler? Also die Erwartung ist einfach, dass es läuft. Die Erwartung ist, dass es funktioniert. Und funktionieren ist jetzt in diesem Jahr vor allem auch Kommunikation mit dem Koalitionspartner. Wir haben ja oft schon drüber gesprochen. Also es stehen große Sozialreformen an, wo überhaupt nicht klar ist, wie sich SPD und Union da einigen sollen. Das heißt, du brauchst im Grunde Leute, die Politik managen können, die mit den Leuten reden, die merken, wo sich Unmut sammelt, die das sehr rechtzeitig merken, die dem Kanzler ganz rechtzeitig sagen, pass auf, hier kommt eine echte Welle, kümmer dich. Wichtig ist, dass du mit Macron redest, toll ist, dass du mit Trump telefonierst, aber hier kriegst du gerade ein echtes Problem. Also solche Leute, die das Gespür haben, erfahrene Leute. Das ist zum Teil das Problem auch seiner Minister. Die CDU-Minister haben durch die Bank weg sehr wenig Bundesregierungserfahrung. Das sind zum Teil sogar richtige Neulinge. Und da sagen natürlich jetzt auch viele, toll, dass sie so eine Fachexpertise haben. Aber können sie es wirklich? Das ist der eine Teil. Und der andere Teil ist natürlich, dass diejenigen, die das eigentlich machen sollen für März, der Fraktionschef Jens Spahn. CDU-Generalsekretär Carsten Lindemann und allen voran natürlich sein eigener Kanzleramtschef, das ist Thorsten Frei, machen die das so gut, wie sie es machen müssten. Und es gibt natürlich auch in der Union und gerade in der Union viele, die sagen, nö, entweder sie wissen schon, wer es besser machen könnte oder aber sie wissen, wer es früher besser gemacht hat. Also es gibt viel Vergleich. Man kann sagen, dass alle drei unter Beobachtung stehen. Merz hat heute auf die konkrete Nachfrage von Journalisten in Seon, wir sprachen eben drüber, also CSU-Klausur in Bayern, auf die Frage, ob er sein Kabinett umbilden will, also neuen Minister reinnehmen will, mit einem Wort geantwortet und das hieß, nein. Er ist nicht gefragt worden, ob er bei den anderen Stellschrauben was tun will. Er würde auch da im Moment Nein sagen. Klar, in der Union gibt es den einen oder anderen, die sagen, mal gucken. Es gibt Leute, die sagen, es ist wie beim Fußball. Deine Mannschaft spielt schlecht. Du bist nicht am Tabellenende, aber du bist nicht da, wo du eigentlich sein könntest. Was machst du, um zu signalisieren, wir machen was anderes. Du baust mal einmal die Mannschaft um, du wechselst jemanden aus. Und wenn das beim ersten Mal nicht klappt und es weiter so läuft, du musst vielleicht nochmal auswechseln. Du kannst natürlich auch die ganze Strategie wechseln, aber irgendwo da stehen wir am Anfang dieses Jahres. Denkst du denn, dass Personalwechsel, ob es jetzt eben ein Personalwechsel ist oder ob es noch mehr Personalwechsel sind, ob die auch dafür sorgen könnten, dass sich in der Bevölkerung die Stimmung gegenüber der Regierung und gegenüber dem Kanzler wirklich signifikant verändert? Weil das ist ja auch die Ausgangslage jetzt zu Beginn des Jahres. März-Beliebtheit ist schlecht, die Umfragewerte sind schlecht, die Beliebtheit der Regierung ist schlecht. Also das ist kein guter Start ins neue Jahr. Denkst du, dass da so Personalentscheidungen am Ende einen Ausschlag geben könnten für die Menschen in Deutschland oder brauche es da nicht eher die von März schon oft angekündigten Reformen? Formen? Auf diese Frage kam eigentlich nur mit. Natürlich, da hast du vollkommen recht. Also jetzt kleiner Ironie Hinweis. Wenn man Jakob Schroth auswechselt, ändert sich die Politik. Nein, das ist natürlich Quatsch. Das kann es nicht sein. Jakob Schroth kennt keiner und außerhalb des Politikbetriebs nimmt diesen Wechsel, würde ich mal sagen, auch kaum einer wahr. Aber es könnte natürlich sein, ob das am Ende dieser Philipp Böckenmeier ist oder andere, die jetzt aber merken, irgendwie Merz steuert um. Es könnte natürlich sein, dass diejenigen, die mehr Zweitens ein bisschen anders beraten wollen, die sagen, versuchst doch mal mit ein bisschen mehr Smartness, ein bisschen mehr Zugänglichkeit, ein bisschen mehr Nähe, ein bisschen weniger, ich sage drei Sätze und verletze vier Gruppen in der Bevölkerung oder so. Wenn das jetzt stärker werden würde, weil dieses Signal, ich wechsle Jakob Schroth aus, das aus ist, dann hätte das natürlich so einen Effekt. Also ich habe es jetzt immer gesagt, bei diesem Stromausfall in Berlin, so ein Gerhard Schröder mit seinem wahnsinnigen Machtinstinkt, der hätte sich drei Wolldecken über die Schulter gelegt, irgendwie einen Topf mit Suppe gekocht, hätte sich dahingestellt und drei Omas in den Arm genommen und gesagt, so wir halten zusammen Leute. Du kannst sagen, das muss ein Bundeskanzler nicht, vor allem nicht, wenn das Thema Ukraine und Grönland um ihn herum schwirrt. Und trotzdem Sachen dieser Art. Ich glaube, dass die Bundesbürgerinnen und Bürger auf sowas auch warten. Ist das wirklich dieser Kanzler, der uns jetzt in dieser verdammt schwierigen Zeit nicht nur international halbwegs ordentlich da durchführt, dann ist das der, der auch diese Wärme ausstrahlt, die wir alle offenbar brauchen. Friedrich Merz würde an der Stelle wahrscheinlich sagen, ohne Sicherheit ist alles andere absolut egal. Und die Außenpolitik und die Sicherheit und die weltpolitische Lage aktuell ist an der Stelle vorrangig. Und Karl-Lotte, er hat damit ja auch recht. Am Ende hätten wir keinen, wenn wir keinen Frieden mehr hier haben, wenn wir hier unsere Sicherheit wirklich den Bach runtergehen, dann ist auch Wolldecken für Oma irrelevant. Das stimmt ja auch. Aber warum denn nicht das eine, wie heißt der Satz, das eine lassen und das andere tun? Nein, er kann beides tun. Und er sollte auch beides tun. Und ich glaube, das sollte er auch im neuen Jahr stärker auf dem Schirm haben. Wir wissen alle, wie schwierig die weltpolitische Lage ist, aber gleichzeitig muss er auch auf die Stimmung in Deutschland gucken. Und da hat er jetzt die Wirtschaft zum großen Prämisse gemacht für 2026, dass es da jetzt wirklich eine Wende gibt. Aber auch allgemein, glaube ich, wir sehen es an den Umfragen, muss er sich stärker auf das auch fokussieren, was die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland beschäftigt. Und jetzt die Zahl der Woche. Hast du denn zum Ende dieser ersten Folge des neuen Jahres eine Zahl der Woche für uns? Ja, die habe ich tatsächlich. Und die weist ein bisschen auf die nächsten Tage unseres Kanzlers. Denn wenn alles gut geht und ihr werdet das hören, ob es gut gegangen ist, wird er am Sonntag nach Indien reisen. Unser Kollege Jan Dörner, der hier schon oft zu Gast war, wird ihn begleiten. Ich bin schon sehr gespannt, was Jan mit ihm erlebt. Fragen sich ja viele, was macht der jetzt in Indien? Einfach Anspruchs besuchen. Naja, Indien ist inzwischen, ich muss es eben tatsächlich aber auch noch mal nachlesen, es ist inzwischen das bevölkerungsreichste Land der Welt. Ich dachte immer, China, aber nein. 2023, und das wäre meine Zahl, 2023 hat Indien China überholt und liegt jetzt bei deutlich mehr als 1,4 Milliarden Menschen. Und natürlich ist es für den Kanzler interessant, ein Wettbewerb, So starkes und so relevantes Land zu besuchen, weil man natürlich in diesen Zeiten sich umguckt und denkt, wo sind denn eigentlich die internationalen Freunde? Die einen rennen weg, die anderen kollabieren gerade, die Dritten verabschieden sich. Ziemlich allein auf dem Platz. Fahren wir mal nach Indien. Hören wir mal, wie das läuft da. Meine Zahl ist die Zahl 203. Ich hoffe, ich habe mich nicht verzählt. Ich habe vor der Aufnahme mal eine Schnellanalyse von Friedrich Merz' Instagram-Account gemacht. Ah, cool. Und seit Amtsantritt hat er 203 Videos gepostet auf Instagram, also Reels. Und das beste Video, also das Video, das die meisten Aufrufe bekommen hat, nämlich 10 Millionen, wenn ich mich jetzt nicht vertan habe, Das ist das Video von seinem Besuch bei Donald Trump, seinem Antrittsbesuch, in dem er im Regierungsflieger sein Gastgeschenk für Trump vorgestellt hat. Wir erinnern uns daran. Wir haben ja auch gesprochen. Also er hatte damals die Geburtsurkunde von Donald Trumps Großvater mit dabei, hat die vorgestellt. Und dieses Video hat von allen Videos, die er seit dem Amtsantritt gepostet hat, die meisten Aufrufe bekommen. Das fand ich ganz interessant. Ich würde sagen, in der kommenden Woche, wenn nicht noch was dazwischenkommt und sei es das Wetter, so wie jetzt in Mainz bei Friedrich Merz, sprechen wir auf jeden Fall dann darüber, wie Friedrich Merz Indienreise verlaufen ist und welche Rolle eigentlich Indien für Deutschland und für die Bundesregierung spielt. Ansonsten war es sehr schön, wieder mit dir hier zu sitzen, Julia. Und es war sehr schön, dass ihr eingeschaltet habt und zugehört habt. Wenn ihr Fragen habt, Anregungen, Themenvorschläge, dann schreibt uns eine Mail an rambuzambo at funkemedien.de oder slide in unsere DMs auf Instagram, auf Funke News oder auf TikTok bei Funke. Dann, bis dann. Bis dann. Dankeschön.