Latest / Augstein & Blome / Hitzeschutz im Grundgesetz ist lächerlich
Transcript
- 0:04Der Kollege Augstein und ich, liebe Ivy, sind hier in Berlin.
- 0:07Wo bist du? Diesmal bist du weg. Ich bin weg. Ich bin nicht in den Ferien.
- 0:11Ich bin im Remote Office in Italien, in Umbrien.
- 0:17Und ich sitze hier in einem kleinen Raum, bei dem nur ein kleines Lichtchen
- 0:21geht. Und es ist sehr heiß.
- 0:23Finde den Fehler in diesem Satz. Ich bin im Remote Office in Umbrien.
- 0:29Nee, nee, nee, Blume, nun lassen Sie mal.
- 0:32Man kann auch in Umbrien arbeiten übrigens. Ja, das hatten wir schon hinter
- 0:36uns, diese Vorurteile. So in Italien, da sind die Leute immer alle so faul.
- 0:40Und jetzt gehen auch noch die Deutschen nach Italien.
- 0:42Ivy, ich gönne dir das. Vielen Dank. Ja, echt.
- 0:45Die Klimakatastrophe hat ja inzwischen apokalyptische Ausmaße angenommen.
- 0:50Vor allen Dingen hier in Berlin.
- 0:52Darüber aber mehr nach dem Intro.
- 1:15Herzlich willkommen, lieber Blume, herzlich willkommen, lieber Ivy zu einer
- 1:18neuen Folge von unserem Podcast.
- 1:19Apokalyptische Ausmaße, wie gesagt, die Klimakatastrophe, es wird immer heißer.
- 1:23Inzwischen 500 Nacktradler praktisch unterwegs in Berlin gewesen letztes Wochenende,
- 1:30große nackte Fahrraddemonstrationen.
- 1:33Wenn man wissen möchte, was in dieser Stadt, vielleicht in diesem Land schief
- 1:36läuft, dann hat man es dort sozusagen auf den Punkt gebracht.
- 1:40Ich weiß nicht, muss man damit, also ich bin fast... Was wollen Sie machen, Augstein?
- 1:45Lieber Kollege Augstein, das ist jetzt Bodyshaming. Aber es geht nicht.
- 1:49Gerhard Schröder, der wirklich ein guter Bundeskanzler war, meiner Meinung nach,
- 1:53hat einen Satz gesagt, der mir in Gedächtnis geblieben ist, als eine Nacktflitzerin,
- 1:58so nennt man die, ein Gelöbnis der Bundeswehr gestört hat.
- 2:01Es sind nicht immer die hübschesten Mädels, die sich ausziehen.
- 2:03Heute könnte er sowas nicht mehr sagen.
- 2:05Es trifft zu, aber übrigens nicht nur auf Frauen, sondern auch auf Männer,
- 2:08wie man bei der Nacktradel-Demonstration oder auf den Fotos davon sehen konnte.
- 2:12Es sind tatsächlich nicht immer die hübschesten Leute, die sich ausziehen und
- 2:14sie sollen bitte angezogen bleiben.
- 2:17Die Art und Weise, wie diese Menschen, das ist auch eine Form von Ideologie,
- 2:21sozusagen ihre Nacktheit und ihren Körper anderen Menschen aufdrängen,
- 2:25überhaupt im Sommer, das finde ich so, ich sag jetzt mal das Wort,
- 2:28damit auch alle Leute was zu lachen haben, ich find's echt degutant,
- 2:30ich find's wirklich furchtbar.
- 2:32Können nicht alle Leute ein bisschen bei sich bleiben? Ich komm aus Hamburg,
- 2:34wir sind es gewöhnt bei uns zu bleiben. Auch mit geschlossenen Ober- und Unterlippen.
- 2:39Sie meinen, bei sich zu bleiben, auch im Park so und im eigenen Park?
- 2:45Ja, in Hamburg hat jeder Mensch einen riesigen Park. Das ist das Tolle in Hamburg.
- 2:48Überall groß. Nein, es gibt so eine Art Kontenanz. Mann, Benehmen.
- 2:54Distanz. Ich weiß auch nicht. So eine Form von,
- 3:00Selbst Achtung. Ist es vielleicht auch. Aber ich finde interessant,
- 3:03dass der allgemeine Disziplinverlust,
- 3:06in Deutschland, also keiner reißt sich mehr so richtig zusammen,
- 3:09ist so mein Eindruck manchmal zumindest, der hat selbst die Nacktradler erfasst,
- 3:13denn eine ganze Menge von denen waren gar nicht nackt.
- 3:16Und dann denke ich mir, wie? Du fährst ja jetzt hier halb angezogen.
- 3:20Oder teilweise nackt. Nur untenrum nackt auf dem Fahrrad. Das ist so unappetitlich.
- 3:24Diese ganzen unappetitlichen Bilder, die ich im Kopf habe. Diese dicken,
- 3:27nackten Männer auf dem Fahrrad. Das ist so schrecklich. Wenn jetzt noch zehn
- 3:31Leute zuhören, wäre es überraschend.
- 3:36Darf ich noch eine Sache sagen? Es gibt keine Disziplin in Deutschland mehr,
- 3:39scheint mir. Die Nacktradler haben dann auch akzeptiert, dass die ganzen Journalisten zum Beispiel...
- 3:44Angezogen mitfuhr. Die wollten natürlich eine tolle Reportage machen,
- 3:46Bilder machen, blablabla.
- 3:48Aber sie wollten sich, das finde ich jetzt so ein bisschen feige.
- 3:51Da waren wir früher anders.
- 3:54Raus auf die Straße ran, an den Mann war das Lonto, als ich bei der Berliner
- 3:56Zeitung noch war. Wir waren immer nackt. Also oder angezogen.
- 3:59Je nachdem, immer so wie es gerade passte.
- 4:01Ich finde bei den Leuten das Problem, und jetzt bin ich dann endgültig sozusagen
- 4:05geliefert für viele. Ich finde das Problem, bei den vielen von diesen Radfahrern
- 4:08konnte man von weitem gar nicht sehen, ob es Männer oder Frauen sind.
- 4:12Au Stein. Nein, nein, nein. Aber warum? Das geht nicht. Guck mal, ganz kurz.
- 4:17Siehst du, stopp. Ihr sagt jetzt beide, das geht nicht. Warum geht das eigentlich nicht?
- 4:21Kannst du mir mal erklären? Weil die zeigen sich mir doch in ihrer ganzen Schwabbeligkeit.
- 4:26Wenn ich das jetzt sage, wie es ist, sagen, was ist, sagen, was ist,
- 4:30dann sagt ihr, oh nee, das geht nicht. Warum eigentlich nicht?
- 4:32Weil dann sollen sie auch angezogen bleiben. Dann geht es mich nichts an.
- 4:35Wenn wer angezogen irgendwie über die Straße geht, da geht es mich nichts an.
- 4:38Wenn nackt über die Straße geht, dann muss ich auch sagen, ey,
- 4:40pass mal auf, ey, leg mal eine Runde auf dem Stepper ein. Findet ihr nicht?
- 4:43Nein. Jetzt mal ernst. Es ist doch völlig angezogen. Ivy, erklär mal.
- 4:47Ich will jetzt Ivy, jetzt im Ernst. Ivy, erklär es mir mal. Was geht dich denn
- 4:50der Körper von anderen Menschen an?
- 4:52Wenn sie ihn mir so zeigen in ihrer ganzen, ich möchte sagen,
- 4:57Enormität. Aber ob die angezogen oder nackt sind, sind sie ja trotzdem dick.
- 5:00Also es macht ja keinen Unterschied, ob du nackt oder angezogen bist,
- 5:03wenn das dicke Menschen sind.
- 5:05Und wenn sie angezogen werden würden, geht es nicht. Und wenn sie nackt sind,
- 5:08darfst du sagen. Das finde ich interessant. Also ich meine das jetzt im Ernst. Das ist interessant.
- 5:12Und dann auch noch völlig egal, ob jetzt Mann oder Frau. Aber Augstein,
- 5:15da hat doch Ivy vollkommen recht. Also entweder sie lästern über...
- 5:20Das Unförmige mancher Körper, weiblich wie männlich, angezogen wie nicht angezogen
- 5:26oder sie lassen es bleiben.
- 5:28Angezogen wie nicht angezogen, männlich wie weiblich. Da können sie nicht unterscheiden.
- 5:32Heute bist du nackt, heute darf ich über dich lästern. Das ist doch Quatsch,
- 5:34das ist doch, sie wissen auch, dass das Unsinn ist, was sie da sagen und deshalb
- 5:37grinsen sie auch so komisch.
- 5:38Weil wenn jemand angezogen, ich nehme das Thema jetzt ernst,
- 5:40weil ich finde es ein wichtiges Thema. Und ich glaube ehrlich gesagt,
- 5:42findet vielleicht manche andere das auch wichtig.
- 5:45Wenn jemand angezogen über die Straße geht, dann bewegt er sich sozusagen in
- 5:47unserer bürgerlichen Gesellschaft, geht zur Arbeit, macht irgendwas,
- 5:49geht einkaufen, holt sein Kind vom Kindergarten ab.
- 5:52Und wer sich dann irgendwie so über ihn mokiert, ist einfach ein Arsch und soll er nicht machen.
- 5:55Wer nackt über die Straße geht, verlässt ganz offensichtlich sozusagen die normale
- 5:59bürgerliche Konvention, weil die meisten Leute sind ja angezogen.
- 6:01Das heißt, er tut ja bereits etwas mit Absicht Demonstratives.
- 6:04Also er stellt sich auf eine andere Weise den Blicken zur Schau,
- 6:08als andere Leute das tun. Und dann muss er damit rechnen, dass er sich irgendeinen
- 6:10Kommentar einfängt, finde ich, weil sonst lässt er es halt. Und nochmal,
- 6:13das hat mit Männern und Frauen nichts zu tun.
- 6:15Ich hasse das irgendwie so diese Typen, die mit nacktem Oberkörper durch die Innenstadt gehen.
- 6:18Wenn ich einen sehe aus dem Auto, rufe ich auch immer zu, zieh dir mal was an ey.
- 6:21Was soll das? Warum muss mir irgendein Typ seine komischen Brustwarzenpiercing
- 6:25irgendwie so zeigen? I don't want it, ich will es nicht.
- 6:28Also ich bin da, weil offensichtlich ist das ein Thema. Wie spießig.
- 6:32Ja, ich finde Brustwarzenpiercing ist irre spießig, da hast du recht.
- 6:35Es ist spießig, es ist machen irgendwie so, weil es ist irgendwie so kleinen
- 6:38Kleckerstor. Ich glaube, sie verstehen den Antrieb dieser Leute nicht.
- 6:43Das ist ja eine, ich glaube in Teilen war das in der DDR ziemlich populär, Freikörperkultur.
- 6:53Die ja, wenn ich das richtig verstanden habe, von sich behauptet,
- 6:55das ist der natürliche Zustand.
- 6:57Also diese Menschen glauben, das ist natürlich, was sie da tun,
- 7:00wenn sie nackt durch die Gegend radeln. Also wenn sie nackt,
- 7:03halb angezogen ist, dann irgendwie nur noch halb natürlich.
- 7:06In dieser Logik würden sie ja denen das absprechen und sagen,
- 7:12das darfst du nicht, weil das ist unnatürlich.
- 7:14Und in der Tat, es widerspricht der Konvention, der mehrheitlichen Konvention,
- 7:17hier angezogen durch die Gegend zu toben.
- 7:19Ist Ihnen auch aufgefallen, was die meisten Leute, wir zum Beispiel sind ja
- 7:22hier auch jetzt zum Beispiel angezogen. Ja, aber ich gucke jetzt nicht unter den Tisch.
- 7:25Aber Augstein, wäre es denn völlig in Ordnung, wenn das alles gut durchtrainierte
- 7:29Körper wären? Ja gut, das ist in der Tat, mir ist schon klar,
- 7:33ich mache mich ganz offensichtlich heute bereitwillig angreifbar.
- 7:35Dann würde es mich ästhetisch nicht so abstoßen.
- 7:38Dann fände ich es immer noch komisch, würde immer noch sagen,
- 7:40wie gesagt, habe ich auch gesagt, bei den jungen Männern. Können Sie ja gerne
- 7:42so sagen. Würde ich immer noch sagen, zieht euch mal was an,
- 7:44aber ich fände es nicht so abstoßen.
- 7:45Auf einer Technoparade, früher zumindest in den 90ern, liefen die allermeisten
- 7:50auch halb bis ein Viertel bis gar nicht beschleidet durch die Gegend.
- 7:53Und sie immer mit dem Mangen.
- 7:56Auf dem vordersten Wagen.
- 8:00Dann ist es in der Tat eine Frage der Ästhetik, aber das ist natürlich dann
- 8:03in der Tat, dann sind wir ja da,
- 8:05wo Ivy hinwollte, ist so ein Geschmacksurteil, diese Ästhetik gefällt mir und
- 8:10diese Ästhetik finde ich jetzt nicht so toll, ist das etwas,
- 8:13was sie im öffentlichen Raum verhandeln sollten?
- 8:16Du bist schön, du bist nicht schön, weil du entsprichst diesem Ideal,
- 8:19aber du sprichst in jedem eben nicht.
- 8:21Ist das wirklich ein Fall für den öffentlichen Diskurs? Sie haben völlig recht,
- 8:25ich wäre fast an den Baum gefahren, als ich diese Radler-Demo sah.
- 8:29Weil es natürlich ein Blick ist, also da will man auch, einerseits kann man
- 8:33die Augen davon nicht wegwenden, das ist wie Autounfall auf der A3 und sie gucken
- 8:37zu auf der gegenüberliegenden Spur.
- 8:38Diese Bilder werden immer mit ihnen sein, Blume, immer. Sie werden diese Bilder,
- 8:43ich kriege sie nicht mehr aus dem Kopf raus. aus 500 Nackte in Berlin auf dem
- 8:47Fahrrad. Also ich finde es aber toll, wie ihr euch beide hier so möchtet.
- 8:50Ja, aber unabhängig davon, ob die jetzt dick oder dünn waren.
- 8:53Ja, und auch unabhängig davon.
- 8:57Ich verstehe nicht, wie man darauf kommt, nackt durch die Berliner Innenstadt
- 9:00fahren zu wollen auf dem Fahrrad.
- 9:03Oder, um mal die Kurve zu kriegen, ist das so wirklich eine der schwerwiegendsten
- 9:09Folgen des Klimawandels?
- 9:11Ja, habe ich doch gesagt. Damit müssen wir jetzt wahrscheinlich künftig immer
- 9:14noch mehr rechnen. Je heißt, desto verrückter werden die Leute und desto nackter werden sie.
- 9:19Ich weiß es nicht, Blume. Die Klimakatastrophe ist ja in diesem Jahr tatsächlich
- 9:24besonders katastrophal.
- 9:25Ich meine, die Forschenden hatten es ja angekündigt wegen El Niño und El Niña.
- 9:32Ich meine, das war ja sozusagen mit Ansage, dass dieses Jahr so heiß wird.
- 9:35Wenn Sie sich jetzt sozusagen zurückerinnern an die Berichte im Februar,
- 9:38März und so, da wurde das sozusagen prognostiziert mit sehr,
- 9:41sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Das ist jetzt eingetreten.
- 9:44Ich habe jetzt gerade gelesen, 12.500 Tote, Hitzetote in diesem Jahr.
- 9:47Aber wenn Sie sich erinnern an die Corona-Zeit, bei diesen Todeszahlen und Sterblichkeitsraten
- 9:54haben wir in Deutschland Schulen geschlossen.
- 9:58Da kam das gesamte öffentliche Leben zum Erliegen. Also man hat in ganz hohem
- 10:02Maße reagiert auf diese hohe Sterblichkeit, auf sozusagen die Folgen eines Problems für den Menschen.
- 10:10Wie reagieren wir heute? Was machen wir jetzt nochmal genau?
- 10:14Außer Klagen und Jammern, was machen wir? Ich glaube persönlich,
- 10:17Schulschließungen wären keine Antwort auf Hitzewelle und Klimawandel.
- 10:22Jetzt mal im Ernst. Ein paar andere Antworten würden mir aber einfallen. Ja, Moment.
- 10:28Ich finde den Vergleich mit Corona extrem schwierig und einfach irreführend,
- 10:34auch was die Zahl der Toten angeht. Und zwar, weil...
- 10:40Das öffentliche Leben damals lahmzulegen, diente einer Logik oder war Teil einer
- 10:46Logik, nämlich zu sagen, je weniger öffentliches Leben, weniger Kontakte,
- 10:49desto weniger Ansteckung, desto weniger Fälle und desto weniger,
- 10:53wahrscheinliche Überlastung der Krankenhäuser mit schweren Fällen.
- 10:57Kann man lange darüber diskutieren, ob das jetzt klug oder nicht klug war und
- 10:59welche Maßnahmen angemessen waren und welche übertrieben.
- 11:04Aber das war die Logik. Und diese Logik entfaltet sich ja rund um Klimawandel,
- 11:08Hitze, Hitze, Tote, vulnerable Gruppen nicht.
- 11:11Es entfaltet sich da eine andere Logik, die vielleicht auch andere Antworten braucht.
- 11:15Offensichtlich braucht man heute andere Antworten als während der Corona-Pandemie,
- 11:18aber man braucht halt überhaupt irgendwelche Antworten.
- 11:20Und was mich so wundert ist, dass auf der einen Seite sich alle Leute mit diesem
- 11:24Klimathema in diesem Sommer ganz extrem beschäftigen.
- 11:27Die Flüsse sind trocken, die Städte sind teilweise nicht mehr richtig benutzbar.
- 11:33Ich will jetzt nicht sagen bewohnbar, weil das klingt dann immer so dramatisch,
- 11:35aber bei 39 Grad irgendwie wollen sie einfach in der Frankfurter Innenstadt
- 11:39nichts mehr machen. Das geht dann im Prinzip nicht mehr.
- 11:42Aber es wird so hingenommen. Es ist so überhaupt, es ist so ein...
- 11:48Machtlosigkeitsgefühl. Weil dabei wüssten wir alle, was man machen muss.
- 11:52Ich rede jetzt bitte nicht von der Verhinderung der Klimakatastrophe in 100
- 11:56Jahren durch Absenkung des CO2-Spiegels, der Meere oder ich weiß nicht.
- 12:00Sondern ich rede davon, wie sorgen wir dafür, dass nächstes und übernächstes
- 12:03Jahr die Berliner Innenstadt auch bei 39 Grad noch betretbar ist.
- 12:07Das meine ich. Also was jetzt hilft, nächstes Jahr, übernächstes Jahr,
- 12:11wo man weiß, dass diese Hitzewellen wiederkommen. Und es passiert nichts.
- 12:14Zero-Sill, gar nichts. Und bei Corona waren wir aber in der Lage,
- 12:19unheimlich zu mobilisieren und unser Verhalten zu ändern.
- 12:22Hier ändert kein Mensch sein Verhalten. Gerade gelesen, trotz dieser gestiegenen
- 12:27Spritpreise fahren die Leute genauso viel Auto wie vorher.
- 12:29Das heißt, auch die Preissensibilität ist, die Temperaturen steigen,
- 12:33die Preise steigen, die Leute fahren immer noch genauso viel Auto.
- 12:36Bei Corona waren die Leute in der Lage, ihr Verhalten radikal zu verändern in ganz kurzer Zeit.
- 12:41Und das ist deshalb, finde ich, die Analogie absolut legitim.
- 12:45Nein, sie waren bereit, wegen eines unmittelbar, aber drastisch wirkenden Gefahreneinbruchs,
- 12:53ihr Verhalten zu ändern und die davon ausgehenden Gefahren zu minimieren,
- 12:56also die Infektionsraten zu minimieren, in der Logik wie beschrieben.
- 13:01Und hier ist es ja was anderes. Hier geht es jetzt um die Frage...
- 13:06Wie kommen wir am besten durch drei bis sieben bis 15 Tage im Jahr,
- 13:10keine Ahnung wie viele es waren, mit über 35 Grad? Und wer ist davon am meisten betroffen?
- 13:16Und wo bauen wir jetzt zuerst Klimaanlagen ein?
- 13:18Und ich habe schon das Gefühl, dass sich da eine Menge getan hat,
- 13:21von Hitzeplan der Bundesregierung bis zu den Ländern bis zu ich weiß nicht was
- 13:25und noch eine Menge tun wird.
- 13:26Und das fängt an bei so total archaischen mittelalterlichen Methoden,
- 13:32wir baggern den Rhein einfach ein Stück weiter aus, bevor er trocken fällt,
- 13:36bevor die Fahrerin trocken fällt.
- 13:41Hin zu eben Klimaanlagen in Altenheimen, Klimaanlagen in Krankenhäusern,
- 13:45die es bislang offenkundig nicht so richtig brauchte in diesen Breitengraden.
- 13:48Und die es jetzt dringend braucht. Das weiß man längst und Sie sind bisher nicht gekommen.
- 13:53Sie tun so, das ist ganz merkwürdig, was Sie hier gerade machen,
- 13:55als wären Sie FDP-Politiker.
- 13:57Vielleicht ist der Kollege Blume in Wahrheit einer der letzten öffentlich aktiven
- 14:03FDP-Politiker. Aber er verheimlicht das vor uns, weil er sonst sozusagen um
- 14:08seine Wirksamkeit gebracht wäre.
- 14:10Alles, was Sie reden, ist totaler Unsinn. So heimlich ist das doch gar nicht.
- 14:13Man merkt es ihm an, meinst du, Ivy? Ja.
- 14:16Was er redet ist aber falsch, denn es passiert nicht. Wir wissen, es gibt diese Pläne.
- 14:22In den Altenheimen werden keine Klimaanlagen eingebaut. In den Schulen werden
- 14:25keine Klimaanlagen eingebaut. Warum?
- 14:27Weil die nicht mal Geld für ein funktionierendes Klo haben. Das ist doch das Problem.
- 14:31Sie tun so. Es gibt diese Pläne übrigens. Den Anpassungsplan an die Klimakatastrophe
- 14:35gibt es seit dem Jahr 2008.
- 14:38Das ist wirklich lange her. Und seitdem hat man sich ganz offensichtlich nicht angepasst.
- 14:42Augstein, ich kann Ihnen doch
- 14:43jetzt nicht für jede einzelne Schule in Deutschland vorlesen, was die an.
- 14:49Maßnahmen ergriffen haben oder einzelne Krankenhäuser an Maßnahmen ergriffen
- 14:52haben gegen Hitzewellen.
- 14:55Also früher war ein probates Mittel gegen Hitzewellen, auch wenn sie weniger
- 14:59waren und vielleicht auch weniger heiß waren, war hitzefrei in der Schule.
- 15:01Also die Kinder ab einem gewissen Level nach Hause zu schicken,
- 15:05wenn der Unterricht nicht mehr wirklich machbar war.
- 15:08Damit will ich das nicht verniedlichen, aber ich habe das Gefühl,
- 15:13wir kommen nicht weiter, wenn wir mit der Behauptung starten,
- 15:18es ist gar nichts passiert.
- 15:19Pro Jahr werden hier in Klimaschutz und Anpassung hunderte von Milliarden Euro investiert.
- 15:25Wir haben ein Sondervermögen aufgelegt, von dem noch einmal wieder ein nennenswerter
- 15:29Teil in diese Maßnahmen fließen wird.
- 15:32Und wenn wir den Leuten immer sagen, wir machen gar nichts, nichts ist passiert,
- 15:35dann werden die fragen, wozu ist das ganze Geld geflossen? Aber lieber Blume,
- 15:37die Frage ist komplett realistisch und ich finde wirklich unsere Unterhaltung
- 15:40spannend, weil Sie wirklich wie ein Politiker reden und ich rede wie ein normaler
- 15:44Mensch. Sie sagen, es sind Milliarden investiert worden.
- 15:46Wir waren ausgegangen von dem Punkt, in Kliniken und Schulen sind bei diesen
- 15:51Temperaturen normale Arbeit, normale Aufenthalt nicht mehr möglich und Kliniken
- 15:55und Schulen klagen darüber, dass es keine Klimaanlagen gibt.
- 15:58Sie sagen jetzt, es ist aber wahnsinnig viel gemacht worden.
- 16:01In den deutschen Schulen wurden keine Klimaanlagen eingebaut.
- 16:04Es gibt fast keine Schule in Deutschland. Es gibt immer irgendeine, werden Sie finden.
- 16:08Es gibt im Prinzip keine Schule in Deutschland, die eine Klimaanlage hat. Warum?
- 16:12Weil es unendlich teuer wäre, die Schulen umzurüsten, weil die nicht mal Geld
- 16:16für ein funktionierendes Klo haben und das Doppapier fehlt.
- 16:18Ich würde auch ehrlich gesagt erst mal das Klo sanieren.
- 16:23Was übrigens seit 2017 mit mehreren Milliarden Euro bezuschusst wird,
- 16:28die noch nicht einmal komplett abgeflossen sind. Aber das nur am Rande.
- 16:31Es ist nicht immer nur eine Frage des Geldes. Wissen wir auch schon seit langem.
- 16:34Und bei den Kliniken ist es ganz genauso. Moment. Nein, ganz kurz.
- 16:37Und hitzefrei, das ist ein wichtiges Thema. Und man muss präzise bleiben.
- 16:41Hitzefrei gibt es im Prinzip nicht mehr in vielen Schulen, in vielen Städten,
- 16:46weil dann zu oft die Schule ausfallen müsste. Weil es an so vielen Tagen heiß
- 16:50ist, dass es dann bedeutet, wenn sie dann zwei Wochen die Schule...
- 16:52Es ist nicht so, dass wir so oft 39 Grad haben, dass der halbe Matheunterricht
- 16:57im Jahr ausgefallen ist, weil jeden Tag 39 Grad war.
- 17:00Also ist das Problem gar nicht so groß, liebe Hörerinnen und Hörer.
- 17:02Das ist ja genau das, was ich meine.
- 17:04Ich glaube, bei Corona war es nämlich so, und deshalb nochmal zu dieser Analogie zurück.
- 17:10Tatsächlich war das Corona-Risiko für halbwegs gesunde Leute ja gar nicht so groß.
- 17:15Und deshalb war eigentlich die Gefährdung der Normalbevölkerung gar nicht so groß.
- 17:20Sondern es waren einfach bestimmte Gruppen, die besonders Gefährdeten waren
- 17:24eben besonders gefährdet. Trotzdem hat aber die Gesamtbevölkerung ihr Verhalten
- 17:28weitgehend verändert, um sozusagen die Überlastung des Gesundheitssystems,
- 17:31bla bla bla, wir erinnern uns alle.
- 17:33Bei der Klimakatastrophe ist es genauso. Die meisten Leute kommen ja klar,
- 17:36irgendwie bei 39 Grad. Die machen dann halt weniger Sport oder sitzen im Schatten oder so.
- 17:40Manche nicht, die sterben nämlich dann einfach. Und hier findet diese Verhaltensänderung
- 17:45eben nicht statt. Man sagt eben nicht, um das zu verhindern,
- 17:48bringen wir das Geld für die Klimaanlagen in den Krankenhäusern auf.
- 17:52In den Städten machen wir Begrünung und Bäume, um die Temperaturen zu senken.
- 17:56Das passiert eben nicht.
- 17:58Und ich will jetzt hier gar nicht so eine dicke Kugel schieben,
- 18:01weil ich kann Ihnen auch nicht erklären, warum das so ist. Bei Corona hat das
- 18:04funktioniert, beim Klima funktioniert das nicht. Vielleicht können Sie es mir erklären.
- 18:09Augstein, ich versuche es ein allerletztes Mal. Der Unterschied zwischen Corona
- 18:15und der Wirksamkeit der Maßnahmen war das Unmittelbare.
- 18:19Und so konnten sie die Leute auch überzeugen. Bringt die Inzidenzen runter,
- 18:22da konnten sie sofort gucken, ah, ich habe mein Verhalten verändert,
- 18:24wir haben alle unser Verhalten verändert und zack, tut sich was in der Gefährdungslage.
- 18:29Das ist hier bei Klima, Hitzewelle und so weiter nicht der Fall.
- 18:34Das macht die Gefahr nicht kleiner oder anders, aber die Wirksamkeit,
- 18:40die Selbstwirksamkeit derer, die an den Maßnahmen teilnehmen, die macht es anders.
- 18:47Und darum werden sie hier anders argumentieren müssen, auch politisch argumentieren
- 18:51müssen. Und ich bin immer wieder überrascht,
- 18:55darauf haben sie noch nicht geantwortet, wie wir es schaffen,
- 18:5920 Jahre Investment in Klimaschutz, der so groß war, sagen wir mal so,
- 19:06dass eine Partei, die den ganzen Klimawandel leugnet, wachsen konnte,
- 19:11klein zu quatschen.
- 19:12Also den Leuten zu sagen, ihr habt zwar hunderte von Milliarden investiert,
- 19:15es war euer Geld, das haben wir gemacht, wir haben es euch auf der Stromrechnung
- 19:18weggenommen, wir haben es euch beim Steuergeld weggenommen und, und, und, und.
- 19:22Aber jetzt sagen wir euch erstmal, das war totaler Kappes, das hat nichts gebracht
- 19:25und ihr werdet alle sterben. Und im Übrigen, es gibt keine Klimaanlage im Krankenhaus.
- 19:30Das ist doch keine Kommunikation, so können sie doch nicht die Wirklichkeit beschreiben.
- 19:34Es ist, vor einigen Wochen war das. Dann nahm die UN, also die Klimaschutzorganisation der UN,
- 19:42das schlimmste Szenario der Entwicklung, das sie hochgerechnet hatte,
- 19:47unter bestimmten Bedingungen, zurück.
- 19:50Das war eine Erderwärmung von ungefähr 5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts.
- 19:56Und sagte, das wird nicht mehr eintreten.
- 20:00Das hätte eintreten können, aber in der Zwischenzeit ist so viel passiert,
- 20:03ist so viel gemacht worden, in Richtung weg von CO2, weg von fossiler Energie
- 20:08zum Beispiel, dass dieses Schlimmste aller Szenarien nicht mehr eintreten wird.
- 20:14Die einen, die Irren, haben daraus gemacht, es gibt gar keinen Klimawandel,
- 20:18jetzt gibt es selbst die UN zu.
- 20:22Dabei ist doch die Botschaft, die Zukunft ist ein Stück besser geworden,
- 20:25beziehungsweise ein Stück weniger schlimm.
- 20:29Obwohl die Gegenwart immer noch ein bisschen schlimmer wird derzeit.
- 20:32Und daraus müssten wir doch mal anfangen, eine Diskussion zu entwickeln,
- 20:35wie wir das den Leuten transportiert kriegen, anstatt ihnen zu sagen, du wirst sterben.
- 20:42Wenn wir drei Tage 39 hintereinander haben, dann fällt dein Kind durch das Mathe-Abi. Okay, alles klar.
- 20:49Der Kollege Blum ist der Meinung, wir tun schon ganz viel, Müssen natürlich
- 20:52noch mehr tun, sind aber im Prinzip auf dem richtigen Weg und sollen das bisher
- 20:55Geleistete nicht zerreden und so weiter.
- 20:58Ich finde es gut, dass der SPD-Umweltminister, den gibt es. Ich wusste gar nicht,
- 21:03dass wir einen haben und auch nicht, wie der heißt. Aber jetzt habe ich von
- 21:05ihm mitbekommen, eigentlich wichtiger Posten. Auch schon, jetzt reicht es.
- 21:10Es ist Ihre Schuld, dass Sie nicht wissen, dass wir einen Umweltminister haben und nicht seine.
- 21:14Es ist Ihre Schuld, dass Sie nicht wissen, wie er heißt und nicht seine.
- 21:17Jetzt wird der Kollege Blomer, der kriegt gerade richtig schlechte Laune.
- 21:20Ich glaube, ich habe ihn eben ein bisschen zu sehr genervt. Jedenfalls will
- 21:23der Umweltminister das Grundgesetz ändern und Hitzeschutz mit reinnehmen,
- 21:27damit Hitzeschutz Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen ist.
- 21:32Das finde ich, ehrlich gesagt, keine reine theoretische, kosmetische Aktion,
- 21:38sondern das finde ich ausnahmsweise mal wichtig und richtig,
- 21:40damit eben gesamtgesellschaftlich klar wird,
- 21:43Und so weiter und so weiter, oder?
- 21:46Da würde ich jetzt sagen, es ist wirklich die erwartbarste von allen Übersprungshandlungen
- 21:52oder Satzhandlungen vor allen Dingen.
- 21:53Aber das ist immerhin das Grundgesetz. Ja, wir verändern das Grundgesetz und
- 21:56dann verändern wir die Realität. Ich glaube nicht wirklich. Aber das Grundgesetz
- 22:00ist schon was ganz schön Grundsätzliches, oder? Ja.
- 22:03Aber wir sind sehr oft an Änderungen des grundsätzlichen Grundgesetzes gegangen,
- 22:07dass es mir ein bisschen zu wenig grundsätzlich und grundgesetzlich zu bleiben droht.
- 22:12Im Grundsatz? Wenn wir bei jeder Hitze würde sagen, was könnten wir diesmal
- 22:15im Grundgesetz ändern, um den Leuten das Gefühl zu geben, oh wir haben begriffen, es war 39 Grad.
- 22:20Okay, Sie haben recht. Ich gebe Ihnen jetzt lieber recht, weil wer weiß,
- 22:24was sonst hier passiert. Ich würde gerne das Thema wechseln.
- 22:27Einmal nochmal Ceuta Nachbereitung. 50.000, 80.000, ich weiß nicht wie viele
- 22:32Tausende von Marokkanern stürmen auf die spanische Enklave in Marokko ein.
- 22:39Die gehört übrigens nicht zum Schengen-Raum, es ist nicht Europa.
- 22:42Trotzdem hat aber Europa dann so reagiert, als sei Europa praktisch bedroht
- 22:46und als würden die Hunden vor der Tür stehen.
- 22:48Böse Briefe nach Spanien, die Spanier haben versagt. Damit haben wir uns schon beschäftigt.
- 22:52Das war jetzt nur sozusagen Recap, wie man das heutzutage sagt,
- 22:55damit die Leute wissen, in welchem Film wir gerade sitzen.
- 22:58Jetzt haben Giorgia Meloni, Rechtspopulistin aus Italien und Mette Frederiksen,
- 23:04Sozialdemokratin aus Dänemark, einen gemeinsamen Instagram-Post gemacht.
- 23:10Ich habe gar kein Instagram, meine Frau, aber die hat mir das gezeigt.
- 23:13Und das Ding ist, das sind so fünf Kacheln oder zwölf Kacheln,
- 23:16glaube ich nennt man sowas, so Bildertäfelchen, so Texttäfelchen.
- 23:20Das ist so widerlich und so bigott und heuchlerisch und verlogen und fies und
- 23:26fertig und gipfelt, weil das praktisch die Ausländerfeindlichkeit pur ist.
- 23:31Die AfD hat in all diesen Ländern schon längst gewonnen und es gipfelt in dem
- 23:35Satz, wir beide sind stolz auf das christliche, kulturelle Europas und wollen es schützen.
- 23:41Wenn die beiden Trollers für das christliche kulturelle Erbe Europas stehen,
- 23:46Stotter, dann ist es damit wirklich nicht weit her. Augstein,
- 23:50waren Sie in diesem Re-Radikalisierungs-Workshop?
- 23:54Ich weiß gar nicht, wer den anbietet, ob das die Linke ist oder die AfD. Das ist ja Wahnsinn.
- 24:00Jetzt beruft sich jemand, hat die Frechheit.
- 24:06Die Schande der Unmoral, sich darauf zu berufen, dass Europa westlich,
- 24:12abendländisch, christlich, christlich-jüdisch geprägt ist. Ja, Teufel komm raus.
- 24:18Das ist jetzt fremdenfeindlich, das ist jetzt schlimm, wenn da jemand sagt,
- 24:22und ich verteidige Frau Meloni bei ganz anderen Dingen nicht und Mette Frederiksen,
- 24:28die kenne ich gar nicht gut genug.
- 24:30Aber das ist doch wirklich das Banalste von Banalen. Wieso regen Sie sich denn darüber jetzt auf?
- 24:35Blobe, es ist überhaupt nicht schlimm, sich aufs christliche Abendland zu beziehen.
- 24:38Im Gegenteil, das soll man ruhig machen. Nur diese beiden Frauen sollen es in
- 24:42diesem Zusammenhang nicht machen.
- 24:44Denn Frau Meloni ist die, die seit vielen, vielen Jahren damit auffällt,
- 24:48das große Austauschargument immer vorzubringen.
- 24:51Ja, praktisch die Weißen werden ausgetauscht durch fremde Rassen.
- 24:54Das ist ein zentrales Argument aller gegenwärtigen Rassisten und Rechtspopulisten.
- 25:03Und Frau Frederiksen hatte irgendwie die super, super perverse Idee,
- 25:06als noch niemand auf diese Vorstellung gekommen ist, Asylbewerber nach Ruanda zu bringen.
- 25:10Ich meine, wie pervers muss man sein, Asylbewerber von Dänemark nach Ruanda
- 25:15zu bringen? Daraus wurde dann nichts, weil es Unsinn ist und zu teuer und ich weiß nicht was.
- 25:18Diese beiden Frauen bitte, wenn es geht, nicht das Christentum oder christliche
- 25:23Werte in Anspruch nehmen, denn mit christlichen Werten haben die jedenfalls,
- 25:27was die Migrationsthematik angeht, nichts zu tun. Sonst sind das vielleicht
- 25:31total anständige Frauen.
- 25:32Die eine ist eine anständige Faschistin, die andere eine anständige Ex-Sozialdemokratin,
- 25:36aber in der Migrationsfrage sind sie einfach zutiefst unchristlich.
- 25:39Das würden die bestreiten und zwar mit folgendem Argument.
- 25:46Es kann auch nicht christlich sein und das verlangt glaube ich auch niemand
- 25:51von einem guten Christen zu akzeptieren.
- 25:57Alle Menschen von der Welt aufnehmen zu müssen, denen es schlechter geht,
- 26:00als es den Dänen oder den Italienern geht.
- 26:03Also das Wort von, Sie erinnern sich, Joachim Gauck, ich weiß gar nicht,
- 26:08ob er damals auch Bundespräsident war, unser Herz ist groß, aber unsere Möglichkeiten sind begrenzt.
- 26:13Das gilt ja, damals galt es und heute gilt es wahrscheinlich genauso oder sogar mindestens so sehr.
- 26:20Und das bleibt ein Dilemma. Und wenn Sie dem jetzt absprechen...
- 26:24Wer sich in dieses Dilemma begibt, der ist schon kein Christ mehr.
- 26:28Dann finde ich, ist das zu einfach. Moment.
- 26:31Die beiden, nein ganz kurz, die beiden haben in diesem Zusammenhang auch gesagt,
- 26:35die Achtung unserer Gesetze muss Hand in Hand mit der Achtung der europäischen Werte gehen.
- 26:41Dies gilt für illegale Einwanderer, aber auch für die Millionen von Ausländern,
- 26:44die sich rechtmäßig in unseren Ländern aufhalten.
- 26:47Der ganze Duktus war total ausländerfeindlich und ich hätte das doch nicht jetzt
- 26:52gesagt, wenn es nicht direkt nach Ceuta gekommen wäre.
- 26:55Wir haben eine Großstimmung, die ist gegen Ausländer, die sind fremd,
- 27:00die integrieren sich. Ausländer sind immer Moslems in Wahrheit,
- 27:03weil praktisch der Italiener hat ja nichts gegen den Finnen und der Finne nichts
- 27:06gegen den Franzosen und so.
- 27:08Aber alle haben zusammen was gegen den Moslem, weil der ist irgendwie fremd,
- 27:12der sieht auch anders aus und dann geht es auch immer um Kriminalität und um
- 27:15sexuelle Straftaten, haben die beiden auch.
- 27:17Das heißt, die haben einmal, bitte guckt euch das an bei Instagram Leute,
- 27:21die haben einmal so eine ganze Kachelfolge,
- 27:24exemplarisch sozusagen, wie man so mit so gutem Gewissen so einen bürgerlichen
- 27:29Rassismus so raushängen lassen kann und das kotzt mich wirklich an.
- 27:32Ich finde, da muss man auch mal ein klares Zeichen setzen, weil das einfach
- 27:35so in die Gesamtgesellschaft so hinein diffundiert.
- 27:38Dieses AfD-Denken hat sich halt total weit verbreitet bei ganz vielen Leuten
- 27:42und das finde ich echt schlimm und traurig. Das fühlst du nichts ab,
- 27:45wenn sie das oder diejenigen, die etwas anders sehen als sie,
- 27:49dann immer gleich als AfD bezeichnen. Wohin führt das?
- 27:52Soll ich jetzt die Klappe halten, weil wenn ich jetzt weiterrede, bin ich AfD oder wie?
- 27:57Wohin führt so eine Diskussion? Was hat Ceuta mit sexueller Gewalt zu tun?
- 28:00Warum macht die nach Ceuta, warum sagt sie Drogenhandel und sexuelle Gewalt und Gewaltverbrechen?
- 28:05Wo ist die Assoziationskette, wenn da so Jugendliche versuchen nach Ceuta schwimmend
- 28:10reinzugehen? Warum schreiben die beiden nachher über sexuelle Gewalt?
- 28:12Erklären Sie nochmal genau bitte, warum? Sie schreiben davon nach dem Kontrollverlust
- 28:18an der Außengrenze der EU.
- 28:20Und das war ein Kontrollverlust, das werden selbst sie nicht bestreiten.
- 28:26Und sie schreiben mutmaßlich vor dem Hintergrund, dass bestimmte Zuwanderergruppen,
- 28:33Asylsuchende Gruppe, überwiegend junge Männer, übrigens auch weil es junge Männer sind,
- 28:39in bestimmten Straftatkategorien weit überproportional vertreten sind.
- 28:44Das können sie ja nicht wegleugnen. Deswegen würde ich niemals die Schlussfolgerung
- 28:48der AfD ziehen, die sagen, schmeißt wir sie alle wieder raus.
- 28:51Am besten alle, die schon da sind, auch noch alle rausschmeißen.
- 28:55Aber dass diese Bilder und bestimmte Erfahrungen, die in der Vergangenheit mit
- 29:03solchen Flüchtlingswellen gesammelt wurden.
- 29:07Sowieso schon leicht wackelnde Regierungen in ganz Europa unruhig machen,
- 29:12muss man doch verstehen können.
- 29:13Irgendwann werden wir uns doch fragen, verdammte Hacke, warum ist die AfD jetzt
- 29:17wirklich in die Nähe einer absoluten Mehrheit geraten?
- 29:20Und was hat es damit zu tun gehabt, dass so richtig ich es fand,
- 29:252015 die Grenzen nicht zu schließen vor syrischen Flüchtlingen,
- 29:29danach offenkundig man es nicht richtig in den Griff bekommen hat.
- 29:33Also ich weiß nicht, es ist sozusagen aus dem...
- 29:36Auch schon damit, wenn man es richtig versteht. Ich will diese Kacheln,
- 29:37die ich gar nicht kenne, überhaupt nicht verteidigen.
- 29:39Nur in dem Maße, wie sie die Debatte darüber radikalisieren,
- 29:46moralisieren und dann echt framen, damit man sie in Wahrheit gar nicht mehr führen kann,
- 29:51kann ich nur sagen, so werden wir weder des Flüchtlingsproblems,
- 29:55das da in Ceuta sich einmal drastisch manifestiert hat, noch des politischen Problems.
- 30:02Die Parteienlandschaft hat
- 30:03echt nach rechts verschoben, nach rechts außen sogar in manchen Teilen.
- 30:07Dessen werden wir nicht Herr auf diese Art und Weise. Aber es ist anscheinend ein Problem.
- 30:12Ceuta, die sexuelle Gewalt von bestimmten Migrationsgruppen,
- 30:17hat nichts zu tun mit dem Status von legalen Einwanderern in den europäischen
- 30:22Ländern. Das wird hier aber alles in eins gerührt und das nennt man Ausländerfeindlichkeit.
- 30:27Diese beiden Frauen versuchen auf eine besonders schändliche Art und Weise zu
- 30:30reiten auf der ausländerfeindlichen Welle und das Interessante dabei ist,
- 30:35das funktioniert ja immer nur so in dem Maße, in dem man sich dann selber immer
- 30:39weiter radikalisiert, weil sonst rechts von einem immer noch radikalere Elemente kommen.
- 30:43Die Erfahrung muss ja Frau Meloni
- 30:45gerade machen in Italien, wo eine Partei rechts von ihr gekommen ist.
- 30:48Sie ist schon Neofaschistin und dann hat sie jetzt praktisch auch noch Konkurrenz von rechts.
- 30:53Und Frau Frederiksen passiert das in Dänemark doch auch und sie versucht auch
- 30:57immer weiter in der Rhetorik und vor allen Dingen in der Politik nach rechts auszugreifen.
- 31:01Es ist ein Rattenrennen und dieses
- 31:03Thema mit diesem Stichwort Rattenrennen hatten wir hier schon sehr oft.
- 31:07Ich habe es in meiner früheren journalistischen Laufbahn schon so oft am Wickel
- 31:11gehabt, dass der Versuch.
- 31:14Vormals bürgerlicher PolitikerInnen die Rechten auszuhebeln,
- 31:19indem man ihre Rhetorik übernimmt, scheitert regelmäßig und zwar schon immer.
- 31:24Führt nur dazu zur Radikalisierung der Bürgerlichen und zur Erstarkung der Rechten.
- 31:28Und der Rechtsshift, von dem Sie sprechen, ist auch ein Ergebnis davon,
- 31:33dass diese vormals bürgerlichen PolitikerInnen diesen kategorialen Fehler einfach immer wieder machen.
- 31:40Und deshalb war es mir wichtig, dass wir heute darüber sprechen,
- 31:42denn diese Kachelreihe dieser beiden PolitikerInnen ist dafür geradezu ein exemplarisches Beispiel.
- 31:50Was Sie beschreiben, ist tatsächlich natürlich eine Rechtsbewegung der Gesellschaft.
- 31:54Ein Wipe-Shift, wie das in den USA heißt und schon seit geraumer Zeit da heißt.
- 31:58Also eine Veränderung der so grundsätzlichen Auffassungen in der Gesellschaft
- 32:04zu bestimmten kulturellen und anderen politischen Fragen wie Migration und ähnlichem.
- 32:12Aber deswegen stimmt ja nicht oder noch nicht, dass alle, die diesen Shift mitmachen,
- 32:18und die Grünen machen ihn übrigens auch mit, sich damit zum Sklaven der AfD
- 32:22als der Rechtsaußenkraft in Deutschland gemacht haben.
- 32:25Vielleicht haben auch die Grünen, die SPD und vor allem natürlich die CDU erkannt,
- 32:29dass diese Art von Migrationspolitik.
- 32:34Die es, keine Ahnung was, in den 10er Jahren gab, in den 20er Jahren nicht mehr funktioniert.
- 32:38Und deswegen ist ja auch auf ganz europäischer Ebene das Grenzregime und das
- 32:42Asylrecht verschärft worden, weil man das Gefühl hatte, so wie es war,
- 32:47konnte es nicht bleiben, wenn die Gesellschaften nicht auseinanderreißen sollten.
- 32:51Und zwar völlig unabhängig von irgendwelchen Umvolkungs- oder Austauschverschwörungstheorien.
- 32:56Aber Sie können das nicht unabhängig nehmen.
- 32:58Sie können das eine von dem anderen halt nicht unabhängig machen. Nein, natürlich nicht.
- 33:01Natürlich hat die AfD bewirkt, mindestens aber erleichtert, dass,
- 33:07wahrscheinlich wie ich finde, verspätet die Asylpolitik auch in Deutschland
- 33:13sich verändert hat. Sie hätte sich besser früher verändert.
- 33:16Das ist doch mein ganzes Petitum. Sie hätte sich besser früher aus der bürgerlichen
- 33:20Mitte heraus verändert, verändern lassen.
- 33:22Das haben dann aber Parteien wie die SPD oder die Grünen nicht gewollt.
- 33:26Auch okay, ist ja ihre politische Überzeugung gewesen, aber das ist ja nicht ein Preis.
- 33:31Dass es so aussieht, als würde die AfD im Fahrersitz sitzen.
- 33:34Aber in der Migrationspolitik musste etwas geschehen.
- 33:39Unabhängig davon, ob es die AfD gegeben hätte oder gibt.
- 33:42Blome, wenn Sie sagen, man muss Konsequenzen ziehen in der Asylpolitik,
- 33:47in der Migrationspolitik, dann meinen Sie immer nur Zäune hoch,
- 33:49Mauern dicht, Ausländer möglich gar nicht rein und wenn dann schnell wieder raus und so.
- 33:55Ich finde auch, dass man Konsequenzen und Veränderungen in der Asyl- und Migrationspolitik
- 34:00hätte schon vornehmen müssen vor langer Zeit.
- 34:02Aber damit meine ich immer ganz was anderes. Ich meine, wie sorgen wir dafür,
- 34:06dass die, die hier sind, sich möglichst schnell und möglichst gut integrieren?
- 34:09Da ist natürlich viel zu wenig gemacht worden.
- 34:11Und wenn sie beklagen, Arbeitslosigkeit, Frauen haben Angst über die Straße
- 34:15zu gehen, verändertes Stadtbild, keine Ahnung. Also meinetwegen nehme ich das
- 34:20alles hin als reale Probleme, die die Leute haben und die es gibt.
- 34:24Aber wir haben uns um diese Probleme doch viel zu wenig gekümmert.
- 34:27Wir haben uns viel zu wenig um die Integration dieser Leute gekümmert und das
- 34:31ist mein Problem mit Georgia und Mette, so haben die das unterschrieben,
- 34:34dass die im Prinzip insinuieren, genauso wie die AfD in Deutschland das tut,
- 34:38die sind gar nicht integrierbar, die wollen sich auch gar nicht integrieren,
- 34:42deshalb gehören die hier nicht hin und das ist nachweislich einfach Quatsch
- 34:46und es ist falsch und wenn sie es mir nicht glauben, dann gucken sie nach Baden-Württemberg,
- 34:50wo jetzt ein türkischstämmiger,
- 34:52Grünen-Politiker Ministerpräsident ist.
- 34:54Das funktioniert also schon mit der Integration, wenn man sich Mühe gibt und
- 34:57sich ein bisschen Zeit nimmt, oder?
- 35:00Wir müssen das alles senden, Augestein. Ja, was denn? Dass ich jetzt mit Cem
- 35:03Özdemir, der arme Teufel, der sich nicht davor wehren kann, nicht davor schützen
- 35:06kann, von Ihnen dafür zitiert zu werden, dass die Asylpolitik schief läuft in Deutschland?
- 35:13Mann, jetzt machen Sie aber keinen Spaß hier, sonst werde ich jetzt mal ernst.
- 35:16Es geht darum, dass Leute wie Georgia und Mette sagen, die sind im Prinzip nicht
- 35:19integrierbar, weil die aus kulturfremden Räumen kommen. Hallo?
- 35:22Moment, was Giorgio und Mette sagt, interessiert mich jetzt überhaupt gar nicht.
- 35:25Wir waren ja in Deutschland und die Frage lautet doch, hatten Sie aufgeworfen
- 35:29die Frage, bevor Sie wieder, geradezu manisch, auf diese beiden Ministerpräsidentinnen
- 35:34abgebogen sind. Also, haben wir in Deutschland zu wenig für Integration getan?
- 35:39Von Menschen, die ich prinzipiell auch für integrierbar halte.
- 35:43Also, da brennen Sie bei mir eine offene Tür ein.
- 35:46Nur, wenn die Antwort lautet, wir haben zu wenig getan, dann kann ja die Schlussfolgerung
- 35:51daraus nicht sein oh dann lass uns noch mehr reinholen ganz ganz viele sogar
- 35:54am besten am besten je mehr je besser.
- 35:57Wenn wir an der Integration derer die gekommen sind so richtig noch zu arbeiten haben,
- 36:05die die gekommen sind müssen noch an sich arbeiten die Gesellschaft muss noch mehr bieten,
- 36:10damit das nachher zu einem füglichen gemeinsamen Leben wird dann ist doch ganz
- 36:15klar dass man den Zustrom mindestens mal feine Zeit lang, so gut es geht, begrenzen sollte.
- 36:20Übrigens auch deshalb, weil wir ein Asylrecht haben, das aber niemandem Asyl gewährt.
- 36:27Also die Menschen, die kommen, kriegen ja nicht Asyl. Sie kriegen einen mittleren,
- 36:32kleineren, gar keinen Schutzstatus und können zum Teil nicht zurückgebracht werden.
- 36:36Das heißt, das Asylrecht, das hehre Asylrecht, tritt ja gar nicht in Wirkung.
- 36:44In dem Sinne von Schutzgewährung, sondern es tritt nur in Wirkung im Sinne eines Magnetes.
- 36:50Wer es bis hierhin schafft, ins Verfahren, kann in der Regel bleiben.
- 36:53Und das kann es doch nicht sein. Noch dazu vor dem Hintergrund des richtig beschriebenen,
- 36:57von Ihnen richtig beschriebenen Defizites bei der Integration.
- 37:01Blume, was mich so stört, ist
- 37:02die Instrumentalisierung dieser Leute für irgendwelche wechselnden Zwecke.
- 37:07Und deshalb ist für mich AfD und Mette Friedrichsen und Frau Meloni und so,
- 37:12Also das liegt für mich eben alles auf einer Linie, weil das Schicksal von Leuten
- 37:16wird instrumentalisiert, um irgendeine miese Stimmung zu machen,
- 37:19um an den Wahlurnen Leute abzugreifen.
- 37:22Und Stichwort übrigens Instrumentalisierung, es ist ja nach wie vor auch offen,
- 37:26ehrlich gesagt, wie es zu den Ereignissen von Ceuta überhaupt kam.
- 37:30Da gibt es jetzt ja die wüstesten Theorien, der eine sagt, es waren die Israelis,
- 37:34der andere sagt, es waren die Amerikaner oder die Marokkaner oder natürlich wieder die Russen.
- 37:38Ist klar, der CDU-Geheimdienstexperte da im Parlamentarischen Kontrollgremium.
- 37:44Hält es auch für möglich, dass die Russen sozusagen dahinter standen.
- 37:47Also diese Instrumentalisierung von, Entschuldigung, von armen Schweinen,
- 37:52das halte ich wirklich für einen der größten Skandale unserer Gegenwart.
- 37:56Da würde ich Ihnen ohne weiteres zustimmen, lieber Kollege Augstein,
- 37:59wobei ich Ihnen schon anmerke, dass Sie so ein gewisses Faible für die eine
- 38:04Verschwörungstheorie dann schon haben.
- 38:06Es könnten nämlich die Amerikaner und die Israelis gemeinsam mit Teilen des
- 38:10marokkanischen Geheimdienstes gewesen sein,
- 38:13die diese Welle losgetreten haben, einfach um die Wurken, Drecksregierungen
- 38:18in Europa, vor allem die in Spanien, zu destabilisieren.
- 38:22Weil Herr Netanyahu irgendwie noch ein Hühnchen zu rupfen hat mit Herrn Sanchez,
- 38:26dem spanischen Premier, der ihn so scharf kritisiert hat.
- 38:29Und Donald Trump sauer ist, dass der spanische Premier seine Schiffe da nicht
- 38:34anlanden lässt und seine Flieger nicht landen lässt.
- 38:36Während das allerdings überhaupt nicht bewiesen ist und zwar in gar keiner Hinsicht.
- 38:40Gibt es Vorgänge in der Vergangenheit, wo man sich hat beweisen lassen müssen,
- 38:45wo bewiesen wurde, dass über Russland und Weißrussland Flüchtlingsströme an
- 38:51die polnische Grenze gelenkt worden sind?
- 38:52Als Instrumentalisierung, die ich genauso beklage wie Sie, dieser armen Teufel,
- 38:57die da auf ein besseres Leben hoffen oder vor irgendetwas anderem fliehen.
- 39:01Also Russland und Belarus haben schon mal instrumentalisiert und wir wissen es.
- 39:09Und die anderen, von denen es jetzt gesagt wird, die sind noch nicht so aktenkundig geworden.
- 39:15Wenn Ihnen der Unterschied nicht geläufig ist, dann kann ich es gerne nochmal
- 39:18ausarbeiten, aber im Prinzip gibt es einen kleinen Unterschied.
- 39:21Hier gab es Beweise und da gibt es keine. Keine, ja.
- 39:25Blum, ich glaube, wir beenden jetzt mal unsere kleine Sendung heute.
- 39:29Und weil ich merke, dass die Stimmung bei Ihnen ein bisschen angespannt ist.
- 39:32Ich hoffe, das liegt nicht an mir, sondern an irgendwelchen anderen Sachen.
- 39:35Naja, wir hatten ja, das kann man ja mal sagen, Blick in die Küche, hinter die Kulissen.
- 39:40Wir hatten hier zwischenzeitlich einen Feueralarm. Oh ja, stimmt.
- 39:42Und das hat mich aus meiner harmonischen, ruhigen, gelassenen Stimmung gebracht.
- 39:47Das haben die Hörerinnen und Hörer gar nicht gemerkt. Zwischendurch gab es eine
- 39:50Unterbrechung. Da mussten wir hier rausgehen und haben wir neu wieder angesetzt.
- 39:53Ich vollkommen ruhig und gleichmütig, weil ich halt Nerven aus Stahlseilen habe.
- 39:58Der Kollege Blome etwas flatterig irgendwie, weil er wurde quasi evakuiert. Naja.
- 40:03Naja, ich trage die Verantwortung für Sie, solange Sie sich hier auf RTL-Territorium
- 40:06befinden. Nur Ivy konnte sich noch ein Espresso holen. In Peruta.
- 40:11In der Nähe von Perugia. Ein paar Oliven. Vielleicht solltet ihr beide einfach
- 40:15mal gemeinsam eine kleine nackte Fahrradtour machen, um wieder die Gemüter runterzubringen.
- 40:20Ivy, du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Und das war es, was ich dem Kollegen
- 40:22Blobe vorschlagen wollte. Sie und ich, runter mit den Klamotten,
- 40:25raus aufs Rad, raus in die Stadt. Bis nächste Woche. Danke und tschüss.
- 40:30Und die Stadt wird leer. Auf einmal ist die Stadt leer.
- 40:33Das kann man keinem zumuten.