Latest / Beyond expectations - the art of mastering life and business / #89 Wie man Mut zur Zukunft bekommt
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- Bianca-Maria Klein: Ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts Beyond Expectations. Und heute habe ich Carsten Fuchs hier bei mir im Interview und ich freue mich riesig, dass du da bist, Carsten. Und ich ja sehr gerne. Carsten Fuchs: Vielen lieben Bianca-Maria Klein: Sehr gerne. Und ich habe eben schon gesagt, ich mache eine kurze Anmoderation. Ich sage ein paar Worte zu dir, auch wie wir uns kennengelernt haben. Und dann steigen wir gleich ein in ein wahrscheinlich sehr mutiges Gespräch für mich, denn hier geht es immer Zukunft und Erwartungsmanagement und wie wir miteinander kommunizieren. als ich dich kennengelernt habe, habe ich da gleich gespürt, dieser Mensch kann mir helfen und Menschen begeistern für die Themen von morgen. Also erst mal kurze Zusammenfassung von dir. Also du bist jemand, der Zuversicht weckt, Orientierung gibt und Menschen dabei unterstützt, wieder klarer auf das zu schauen, was möglich ist. Denn du sprichst nicht nur über Zukunft, sondern du hilfst Unternehmen oder machst ihnen eigentlich Lust darauf, die Zukunft mutig zu gestalten. Ich habe das ja ganz persönlich erleben dürfen. habe es eingangs schon gesagt zu dir. Das war vor ein paar Wochen haben wir uns kennengelernt auf der Respect Convention, wo sich alle Respekt-Botschafter das Team von René Bourbonos treffen. Und da haben wir ja viele Präsentationen und auch ein paar Übungen gemacht. Und dann kamst du und hast ja einen großen Teil mitgestaltet. Ja, das schwingt immer noch so nach und es hat mich so begeistert. Da waren ganz viele Emotionen drin. ja, und so habe ich dann innerhalb von ein paar Minuten gesagt, diesen Herrn Fuchs, den Fuchs von morgen, den möchte ich gerne in meinem Podcast mit interviewen. Also ja, das war, als ich dich kennengelernt habe, wie gesagt, mit sehr viel Begeisterung und Emotionen. Und ich kann mir vorstellen, dass das deinen Kunden ähnlich geht. Carsten Fuchs: Es freut mich sehr. Bianca-Maria Klein: Genau. Und mit deiner Firma, also Fuchs von morgen. Begleiteste Unternehmen, Teams und auch Einzelpersonen auf ihrem Weg in ein mutigeres Morgen. Und das spürt man, wie gesagt, sofort. Das ist deine Energie. Da ist ganz viel Erfahrung. Da ist Unternehmergeist, aber eben auch dieses, ja, ich würde es mal ausdrücken, dieses echte Interesse an Menschen und an dem, was die Menschen bewegt. Das war auch ganz deutlich bei deinen Fragen und diesen Übungen, die du gemacht hast. Als Gründer und Geschäftsführer von der FUX von morgen GmbH. Stiegst du also nicht nur für gute Ideen, sondern für Umsetzung, Haltung und Verantwortung. Du selbst bringst 30 Jahre Unternehmen und Führungserfahrung mit und hast mehrere Start-ups gegründet. können wir vielleicht noch ein bisschen drüber sprechen. Und begleitest halt mit deiner Arbeit Organisationen, bekannte Unternehmen in ihren Zukunftsprozessen. Und du sagst, gleichzeitig bist du jemand, Ja, obwohl ich weiß nicht, ob du es genauso gesagt hast, aber ich würde empfinden, dass du nicht abgehoben über Wandel sprichst, sondern vor allem mit sehr viel Humor, Nahbarkeit, du hast Klarheit, Haltung und ja, es macht Mut und Spaß, mit dir zu arbeiten. Und das werden wir jetzt gleich mal im Gespräch ein bisschen testen. Ich habe ganz viele Fragen vorbereitet. Aber Carsten Fuchs: Okay, sehr gut. Bianca-Maria Klein: ich finde vor allem, Carsten, dieses Gespräch war mir auch so wichtig. weil ich finde ja gerade, es wird gerade so viel darüber gesprochen, wie schwierig alles ist und ja eigentlich, es geht immer ganz Sicherheit und Zukunftsängste eher, als dass man Menschen unterstützt, Vertrauen zu bekommen, eine Richtung zu geben und eigentlich so Begeisterung und Freude zu empfinden, wenn man in die Zukunft schaut und deswegen war mir es Ja, also ist es mir eine Ehre und ist es mir eine große Freude, dass du heute hier bist und wir miteinander sprechen. Also erstmal herzlich willkommen. Carsten Fuchs: Vielen Dank für die wunderbare Einleitung. Ich mich sehr, weil es tatsächlich mein Anliegen ist, Menschen Lust auf die Gestaltung der Zukunft Das treibt mich an und wo immer ich das tun kann, ich das sehr gerne. Bianca-Maria Klein: Du, dann steige ich mal mit ein paar Fragen ein und wir gucken mal, Carsten Fuchs: Leg los! Bianca-Maria Klein: wo uns das so hinführt. Aber ich glaube, so bisschen eingangs, was ich gerade gesagt hatte. Mein Eindruck ist, und ich arbeite hier auch viel mit Teams und Einzelpersonen, also gerade Führungskräften, dass vielmals ist da nicht nur so fehlende Motivation, also oder sie würden gerne motiviert arbeiten wollen, aber fühlen das irgendwie gar nicht mehr, weil da ganz viel Angst ist, ganz viel Erwartung, das ist ja mein Thema, vor allem auch so unausgesprochene Erwartungen und auch Erwartungen an die Zukunft, ja, aber eigentlich kann es keiner so richtig greifen und da ist eher so ein mulmiges Gefühl und dann versucht man so krampfhaft irgendwelche Ansätze zu haben, in die Zukunft zu blicken. So und wenn du das jetzt so in deiner Arbeit jetzt mal so erstmal allgemein beobachtest, würde ich fragen, woran liegt es deiner Meinung nach und Was müsste man, bevor man überhaupt in eine tiefere Arbeit geht, als Ansatz haben, in die Zukunft zu schauen? Carsten Fuchs: Also wenn ich auf die Ausgangslage gucke, dann glaube ich, ist es einfach im Moment eine ungute Mischung aus verschiedenen Faktoren, die eben alle in die gleiche Richtung im Moment zielen. Das heißt also, viele Menschen fühlen sich als Einzelpersonen überfordert im Sinne von Was geschieht eigentlich in dieser Welt? Wie kann ich das für mich verarbeiten? Wie kann ich das eigentlich in mein Leben irgendwie einsortieren? Auf der anderen Seite gibt es dann all das, was Sie bei der Arbeit mitbekommen, was Sie dann an der Stelle vielleicht auch mittragen wollen, sollen oder vielleicht Unsicherheiten, die Sie dort auch miterleben. Und aus dieser Gesamtgemengelage zusammen mit einem sehr hohen Wohlstand und Zufriedenheitsstatus, den wir haben, weil es eben so lange Zeit so gut lief in unserem Leben und jetzt die Angst da ist, davon etwas zu verlieren. Das ist übrigens sehr spannend, wenn man in andere Länder schaut, dass da der Blick auf Zukunft an vielen Stellen, obwohl es ihnen faktisch viel schlechter geht als uns und faktisch viel mehr Unsicherheit da ist, auch im persönlichen Leben, sind sie trotzdem viel zukunftsoptimistischer und zuversichtlicher, weil sie das Gefühl haben, ich noch was erreichen, kann noch was gestalten und wir haben häufig das Gefühl im Moment, wir müssen verteidigen und wir müssen irgendwas sichern und diese Mischung erzeugt aus meiner Sicht im Moment eben das Gefühl, dass das Zukunft eher etwas ist, was für Menschen bedrohlich daherkommt. Und das war letztendlich auch für mich vor einigen Jahren der ausschlaggebende Punkt, wo ich gemerkt habe, wenn Führungskräfte in Unternehmen im Grunde nicht zuversichtlich sind oder nicht Lust haben, Zukunft zu gestalten, wie soll das denn dann eigentlich weitergehen? Also wie soll man das von den Teams erwarten und wie soll sich eigentlich Zukunft dann gestalten? Weil Unternehmen sind aus meiner Sicht der Motor. unserer Gesellschaft. Da entsteht Innovation und Erneuerung. Deswegen brauchen wir Zukunftsmut. Das glaube ich. Bianca-Maria Klein: Ja absolut, absolut. Und während du das gesagt hast, habe ich gerade so ein Bild im Kopf, dass es ist ja eigentlich so, man, nehmen wir mal an, großes Haus und Menschen versuchen sich mit allen möglichen Sicherheitssystemen vor Einbrechern zu schützen, ist Carsten Fuchs: Ja. Bianca-Maria Klein: ja Eigentlich so, je weniger man im Haus hat, desto weniger bräuchte man das ja. Und je weniger Angst hast du, dass jemand einbricht, abgesehen von einem unschönen Gefühl. Aber das ist für mich immer so bisschen dieses Bild so, hey, wenn ich meine Wohnung auch nicht mit irgendwelchen teuren Dingen vollstopfe, dann brauch ich auch keine Angst haben, dass jemand kommt. Je mehr wir haben, desto mehr Angst haben wir, dass uns das irgendjemand nimmt. Und dieses Bild zu übertragen, ich hatte gestern ein Gespräch mit jemandem aus einem großen Konzern. Und die deutete so etwas Ähnliches an, als sie gesagt hat, ich habe so das Gefühl, die Angst von oben wird auf uns übertragen. Und jetzt, wo du das sagst, frage ich mich, das ist ja meistens keine Angst, das Unternehmen in dem Sinne zu verlieren oder dass das jemand klaut oder so oder da jemand eindricht, sondern es geht so allgemein Dinge, so können wir das noch halten? Carsten Fuchs: Genau. Bianca-Maria Klein: Und wenn das natürlich übertragen wird auf Mitarbeitende, ist das natürlich schwierig. Carsten Fuchs: Ja, und spannend ist, und da sind wir eigentlich bei deinem Thema mit den Erwartungen, spannend ist ja das, und das ist eigentlich auch wiederum für mich der ausschlaggebende Punkt gewesen, das zu machen, was ich tue, dass wir die Erwartung haben, dass wir eben genau durch diese Sicherheitsvorkehrungen dadurch mehr Sicherheit und mehr Zukunftssicherheit und Gestaltung erreichen. Das heißt, wir versuchen aus meiner Sicht durch Mittel und Maßnahmen an der Stelle Sicherheit uns selber für die Zukunft zu erschaffen, die aber überhaupt nicht funktionieren, weil wir auf dem Wege eben nicht mehr Sicherheit bekommen können. Und das Interessante ist ja, dass die Sicherheit eigentlich in uns entsteht. Also durch unsere Entscheidung, unsere Haltung, unseren Blick auf die Dinge. Deswegen ist mein Anliegen zu sagen mit Menschen, egal ob in Unternehmen oder im einzelnen Kontext, die Sicherheit im Hinblick auf die Zukunft, entsteht in dir. Also durch deine Entscheidung, durch deinen Mut und nicht durch äußere Dinge, weil wir wissen ganz genau, egal was wir tun, es kann immer etwas morgen passieren, was diese Sicherheitsvorkehrung irgendwie ad absurdum führt. Und deswegen ist eher die Frage, wie schaue ich auf das Leben, wie schaue ich auf die Zukunft und hole mir Sicherheit aus einer anderen Quelle. Nur das, glaube ich, ist an vielen Stellen noch nicht so gelernt oder trainiert und deswegen fällt es vielleicht auch vielen erstmal schwer, so etwas zu denken. Bianca-Maria Klein: Ja, dann gehen wir doch da mal eine Stufe tiefer. Wenn jetzt jemand hier zuhört und sagt, ja, ja, schön, ist ja toll, es soll aus mir kommen, die Sicherheit und der Mut. Aber wie mache ich das denn? Vielleicht erklärst du uns mal ein bisschen deine Vorgehensweise oder eure als als Firma oder Carsten Fuchs: Ja. Bianca-Maria Klein: wie ihr mit vielleicht mal den Unterschied zu den mit Unternehmen arbeitet und auch mit Einzelunternehmen. Dann würde mich interessieren, wie kamst du denn darauf? Machen wir vielleicht als zweiten Part dann. Carsten Fuchs: Okay, also ich glaube der Hauptunterschied ist, wenn wir an Zukunftsgestaltung denken, dann haben wir in den meisten Fällen gelernt, dass wir im Heute sind und wir denken, wie gestalten wir das morgen? Das heißt also, was mache ich in den nächsten Wochen, Monaten, wie gestalte ich das nächste Jahr, was sind meine drei wichtigsten Ziele im Jahr und so weiter. Wir gehen immer vom Heute aus. gucken, was kann ich morgen tun und interessanterweise speist sich alle Erfahrungen, die wir haben, vom heute aus der Vergangenheit. Das heißt, wir gucken immer, was habe ich gemacht im letzten Jahr, was könnte ich denn in diesem und im nächsten Jahr im Prinzip weiterschreiben. Und wir überspringen das Morgen und landen im Übermorgen und überlegen, was ist denn im Übermorgen wichtig? Wie ist denn das Leben im Übermorgen? Was ist das für ein Zustand? Was hat sich verändert? Was fühlt sich gut an? Was haben wir erreicht? Worauf sind wir stolz? Was ist unser Beitrag für andere, für die Welt? um damit die Gedanken, die wir uns häufig um das Morgen machen, auszuschalten. Das heißt also, die erste Idee schon mal im Übermorgen zu landen und dann von dort aus erst an das Morgen zu denken. Und das Zweite ist, aus diesem Denken herauszukommen ich habe nichts gegen Denken, Denken ist ja eine ganz wunderbare Eigenschaft – aber das Denken, was halt in Szenarien verläuft und immer alle Möglichkeiten, Unmöglichkeiten, Widerstände, Herausforderungen, Probleme herausfällt, darauf beschwört, Mal auszuschalten oder mal in den Hintergrund zu drängen und eher zu fragen, was ist eigentlich intuitiv in dir drin, was du für ein Bild von Zukunft hast? Für dich, für dein Team, für deine Familie, deine Partnerschaft, für dein Unternehmen. Und wir haben auf diesem Weg festgestellt, das, was wir für die Zukunft brauchen, ist da. Das ist in uns. Also wenn man mich fragt, was machst du beruflich, sage ich häufig, ich bin Hebamme. Also ich bringe Zukunft zur Welt. Das heißt, Bianca-Maria Klein: Ja. Carsten Fuchs: ich sage den Menschen nicht oder den Unternehmen, wie ihre Zukunft aussehen soll. Ich bin kein Zukunftsforscher oder kein Zukunfts... im Sinne von ich sag dir, wie dein Leben aussehen soll, sondern ich helfe dir, dass das, was du dir für deine Zukunft wünschst. Und selbst wenn das etwas ist, was nur heißt, so wie es jetzt ist, soll es nicht weitergehen. Ich möchte gerne, es anders sich anfühlt, dass es anders ist. dass du da dran kommst und dass du im Grunde den Mut hast, das für dich selber zu sagen oder aufzuschreiben, festzuhalten und dann auf dieses Ziel hinzuzugehen. Und diese Herangehensweise, die eben hauptsächlich mit einer anderen Form von Haltung und Perspektive zusammenhängen, die verändert aus unserer Erfahrung erstmal alles, weil Zukunft zu einem Möglichkeitenraum wird und zu etwas, was mit mir und mit meinem Wünschen persönlich zusammenhängt und damit auch energiefrei setzt, diese Zukunft zu erreichen. Diese Art von Zukunftgestaltung, die wir eben viele Orte machen, die funktioniert im gewissen Rahmen. Sonst gäbe es ja nicht erfolgreiche Unternehmen und sonst gäbe es diese Welt glaube ich so nicht. wir merken, dass wir damit immer häufiger an Grenzen stoßen, weil das eben nicht mehr an vielen Stellen so planbar ist oder viele merken, puh. irgendwie dadurch, dass wir jetzt irgendwie drei Ziele im Unternehmen haben, fühle ich mich jetzt nicht irgendwie besser oder motivierter oder macht mir das nicht mehr Freude und deswegen glaube ich ist ein mutiges Umdenken daran. Bianca-Maria Klein: Ja, total. Und ich erinnere mich auch an deine Worte und hatte auch, ein Interview von dir da nochmal angeschaut, wie du beschreibst, ja auch was viel in Unternehmen natürlich passiert. Ich gucke gerade bei mir hinten, ist jetzt hier nur mein Logo hängt an der Wand, aber oftmals in Unternehmen ist dann das Logo und dann die Vision oder die Mission noch, das Leitbild. Und dann sind da meistens so drei, vier Sätze drauf und das hängt dann irgendwie im Eingangsbereich des Unternehmens. Ich habe ja viele Jahre an der Medizintechnik gearbeitet. war dann oft so dieses, der Patient steht im Vordergrund, wir kümmern uns den Patienten, wir machen das Patientenleben einfacher und so. Also alles immer so im Vordergrund des Patienten. Aber was man tagtäglich in der Arbeit, im Marketing, in der Buchhaltung, im Finanzbereich allgemein, was man da natürlich... erlebt hat, ist, wie glaube ich nicht, jeden Tag, jede Stunde sitzt man da und denkt, ach, wir haben ja den Patienten im Fokus. Ich hatte das Glück, ich habe viel in den Katheterlaboren, also im Krankenhaus gearbeitet, da war das schon einfacher, weil ich immer diese Nähe zu dem Produkt und zu den Patienten wirklich hatte. Aber ich habe festgestellt, wenn man aber einen Job hat mit Aufgaben, wo du gar nicht so nah dran bist, dann funktioniert so ein Leitbild nicht jeden Tag, dass du motiviert aus dem Bett springst und sagst, hurra. Heute kümmere ich mich jetzt Patienten. Und das beobachte ich auch in meiner Arbeit. Man entfernt sich so sehr von diesen Wörtern, die eigentlich das Unternehmen ausmachen sollten oder nur Kultur ausmachen sollten. Und ich kann mir vorstellen, dass einzelne oder kleinere Unternehmen gar nicht so tief reingehen. Größere machen es, aber verlieren dann den Kontakt zu ihren Mitarbeitenden und die dann eigentlich auch gar nicht verstehen, was wollen wir eigentlich damit sagen? Und wo ist eigentlich mein Beitrag zu diesem Leitbild. Deswegen finde ich es bei euch schön, wenn du sagst, wir gucken uns das tiefer an und reden über ein Zukunftsbild und nicht ein Leitbild oder Unternehmenskultur. Vielleicht erklärst du da mal den Unterschied und wieso du das ein bisschen anders angehst als jetzt nur, machen ja viele ein Leitbild mit der Firma kreieren. Carsten Fuchs: Also erstmal, ich habe nichts gegen Vision und Mission, Formulierung und Leitbilder sind aus meiner Sicht einfach ein Mittel, die aus einer Zeit kommen, wo man gedacht hat, dass das eben das Mittel der Wahl ist. Aber genau wie du sagst, mit den Sätzen an der Wand, wo draufsteht, bei uns ist der Menschen Mittelpunkt oder ähnliches, erzeugt das kein inneres Bild in den Menschen. Und ich glaube, es fehlen einfach zwei wichtige Dinge. Nämlich einmal, dass es konkret ist. Das heißt also, wenn ich dann in Unternehmen gehe und Mitarbeitende frage, was heißt denn das? Und viele dann mit den Schultern zucken und sagen, das weiß ich auch nicht. Also das hat ja mit mir nicht viel zu tun, wie du sagst. Oder ich bin an vielen Stellen ganz weit weg. Das heißt, es ist nicht konkret genug. Es gibt keine Vorstellung von dem. Und das zweite ist, es ist nicht emotional. Irgendwann haben wir irgendwie mal gelernt, dass alles, Emotionen ist, Unternehmen nicht zu suchen hat. Das ist Zahlen, Daten, Fakten, PowerPoint, Excel, was weiß ich. Aber es darf nicht leidenschaftlich sein. darf nicht über Emotionen gehen. Aber wir wissen schon längst, dass wir Menschen so funktionieren. Also wir wissen schon längst, dass wir Menschen über Emotionen, Entscheidungen fällen, uns identifizieren und ähnliches. Nur wir blenden das in Unternehmen häufig komplett aus, weil wir sagen, ne, bei uns ist das hier alles ganz und so weiter. Und wundern uns aber, dass die Menschen sich dann einfach nicht emotional hineingeben können. Deswegen, wenn wir von Zukunftsbild sprechen, dann ist das tatsächlich eine konkrete, emotional begeisternde Vorstellung von Zukunft. Und die wirkt wie ein großes Bild, wie so ein Wimmelbild, was aus verschiedensten kleinen Szenen besteht, sodass Menschen sagen können, ach so meinen die das da oben. So soll sich das anfühlen. Ach so meinen die, dass der Patient im Vordergrund steht. Ach und so arbeiten wir zusammen. Ach und das könnte in ein paar Jahren unser Team miteinander erreichen. Das könnte unser Unternehmen sein. Das heißt, wir geben den Menschen die Möglichkeit, dass sie sich mit einem Bild verbinden. vielleicht ihr eigenes inneres Bild mit diesem größeren Bild verbinden, damit Teil von etwas zu werden, weil wir gemerkt haben, das ist es, was wir Menschen im Grunde wollen. Wir möchten Teil sein von etwas, wir möchten abends nach Hause kommen und das Gefühl haben, ich habe etwas Sinnstiftendes zu etwas beigetragen. Da geht es nicht immer die Rettung der Welt, das ist gar nicht unbedingt der Maßstab, aber ich möchte für mich etwas Sinnstiftendes getan haben. Wenn ich mich aber nicht mit einem Bild verbinden kann, mit einem größeren Ziel, dann fällt das eben schwer. dass mein Wirken, mein Tun zu etwas anderem, was sinnvoll erscheint, beigetragen hat. Und wenn man diesen Zusammenhang herstellt, merken wir, dann kann man ein Stück diese Lücke, die du beschrieben hast, diese Trennung von dem, was unsere Arbeit eigentlich ist, die kann man ein Stück versuchen, der Stelle zu überwinden. Dass man nämlich Menschen wieder die Möglichkeit gibt, sich mit etwas zu verbinden, was ihnen Stück Sinn gibt und worauf sie stolz sein können und was sie vielleicht auch motiviert zu sagen, deswegen bleibe ich hier und deswegen gehe ich nicht woanders hin. Bianca-Maria Klein: Ja. Und Carsten, wenn jetzt hier das jemand hört und sagt, ja, wie stelle ich mir das denn vor? Also nehmen wir mal ein kleines mittelständisches Unternehmen, muss ja nicht gleich ein Riesenkonzern sein, aber nehmen wir mal an oder ein Startup oder so und die sagen Mensch, hier, das was der Fuchs da sagt, das hört sich gut an, brauchen wir. Wie funktioniert das dann? Also erst mal müssen die eine Einstellung oder Haltung dazu haben, dass sie es brauchen und da fühlen sie ja irgendwas vielleicht, fehlt oder vielleicht, weil sie gerade loslegen. Aber nehmen wir mal das Szenario, da fehlt etwas, sie melden sich bei dir und was passiert dann, wenn du da mal so ein bisschen einsteigen Carsten Fuchs: Ja. Bianca-Maria Klein: kannst und bisschen beschreibst, wie ihr das macht. Carsten Fuchs: Also man braucht eigentlich gar nicht viel, außer genauso wie du sagst, das Gefühl, das könnte uns helfen. wir haben ganz viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die auf uns zukommen und sagen, ja Herr Fuchs, wir haben das ja alles. Wir haben ja Visionen, Missionen, Leitbildwerte, Führungsgrundsätze und so alles irgendwo verstreut. Das eine an der Wand, das zweite in der Schublade, das dritte im Ordner. Könnten wir denn irgendwas haben, was alles verbindet und was so Es so verbindet, dass es alle verstehen. Egal an welcher Stelle, egal wo sie gerade arbeiten im Unternehmen, alle sollen das verstehen und nicht nur irgendwie die Führungsebene und alle anderen sagen, ich weiß auch nicht genau, was sie da oben machen und wo wir hinfahren. Und wenn man dann das Gefühl hat, das könnte uns helfen, dann arbeiten wir eigentlich in der Regel, gibt ganz wenige Ausnahmen, der Regel immer einen einzigen Tag im Unternehmen. Das glaubt uns immer keiner, weil die Leute denken, ja, aber es muss jetzt ein riesiger Prozess sein, wir müssen erstmal kommen und alles analysieren und wie auch immer. sagen, nee. Wir wissen, dass alles, was wir für die Zukunft brauchen, in den Menschen drin ist. Und das sind dann manchmal die Unternehmensinhaber, manchmal ist es die Führungsmannschaft, manchmal ist es auch ein Querschnitt durch das Unternehmen. Also vom Auszubildenden bis zum Geschäftsführer sitzen dann da bis zu 20 oder 25 Personen je nach Größe des Unternehmens, manchmal sind es auch nur sieben, sitzen dann zusammen. Und wir bauen an diesem einen Tag die Energie auf, dass wir sie mal aus ihrem bisherigen Denken herausbringen. Und zwar das Denken, sie müssten alles wissen, was in Zukunft kommt. Sie müssten alles schon vorhersehen. Sie müssten alle Zahlen haben. Sie müssten genau die Schritte wissen, in die Zukunft zu kommen. Sondern wir bringen sie in ihre Intuition, in ihr Erfahrungswissen und helfen ihnen zu sagen, was ist euch denn wichtig? Was ist denn das, was euch miteinander gemeinsam ist? Wofür würdet ihr denn nachts aufstehen? Wofür brennt ihr? Und das ist im Mittelpunkt des Tages und es wird bei uns nicht über den Weg gesprochen an diesem Tag. Also wenn dann jemand sagt, ja, aber wie kommen wir denn da hin? Wo ist denn das Geld? Wo sind die Leute? Sagen ich immer sehr schöne Frage. Alles notieren, aber nicht heute. Und die zweite Regel ist, wir diskutieren nicht. dann gucken mich die Leute schon häufig mit großen Augen an, weil sie sagen, aber wie kann man denn arbeiten ohne zu diskutieren? Will der uns den Mund verbieten und so? Ich sage, nee, überhaupt nicht. Aber nicht diskutieren des Rechthabens willen. Also wenn du zum Beispiel sagst, Kassen, ich wünsche mir, dass ich morgen auf einem wunderbaren Pferd durch Hannover reite, weil das schon immer mein Traum war. Und ich sage. Bianca-Maria Klein: Geritten werde, meinst du wohl. Ich reite nicht selber. Ich sitze hinten drauf und schreite durch die Stadt. Carsten Fuchs: So was zum Beispiel. ich sage dann zum Beispiel, ich wünsche mir, dass ich durch Hannover auf eine Harley fahre. Dann werden wir beide sehr schnell merken, darüber zu diskutieren im Sinne von, wer hat Recht, ist Quatsch. Weil du hast etwas von dir geteilt, was dir wichtig ist, und ich habe etwas von mir geteilt. Und das wiederum erst mal zu hören im unternehmerischen Kontext und dann zu sagen, was ist denn eigentlich gemeinsam? Also was ist denn unsere größte Kraft? Und das letztendlich am Schluss in eine gemeinsame Vorstellung fließen zu lassen, ist das, was wir merken, was immer wieder die Kraft auslöst, die man braucht, damit danach etwas im ganzen Unternehmen anders wird. Nämlich, dass man sagt, wenn wir das miteinander erreichen würden. Also sich nicht zuerst über das zu unterhalten, wo wir nicht einer Meinung sind. Nicht sofort auf das zu gucken, was uns vielleicht trennt, sondern ich merke immer wieder am Ende von solchen Prozessen... Wenn 80 % von dem, worauf man schaut, gemeinsam ist, dann sage ich, das wäre doch großartig, wenn wir diese 80 % erreichen und dann sagen alle, das wäre ein Traum. Also wenn wir das erleben, dann sage ich, dann guck doch nicht immer auf die 20%, guck doch, dass die 80%, dass wir die schaffen. Das andere wird sich im Gehen klären. Oder ihr werdet merken, das ist vielleicht gar nicht so wichtig, wie ihr dachtet im ersten Schritt. Und dadurch richten wir Energie, die die Menschen haben, Also wir sind im Prinzip so wie eine Taschenlampe. Also wenn du zehn Taschenlampen hast und leuchtest in zehn Richtungen, ist das schön. Aber wenn alle in eine Richtung leuchten, dann wird die Energie stärker. Und das macht ein Zukunftsbild. Es richtet vorhandene Energien an einem gemeinsamen Ziel aus. Bianca-Maria Klein: Schön. Ja. Während du sprichst, das ist so ein bisschen auch ein bisschen mein Kern. Ich bin ja gerade am Finalisieren meines Buches und das ist auch dieser Kerne, wie schafft man Verbindung und Vertrauen in Beziehungen, aber egal welche Beziehung, ob es Job oder Privat ist, mit so diesem Management von Erwartung. Und Erwartung ist ja eigentlich auch nichts anderes als eine Vorstellung von etwas. Und ich stelle es mir im besten Falle ideal vor. Und wenn es nicht passiert, dann bin ich ganz traurig und enttäuscht. Oder aber auch, es ist eine ganz fürchterliche Vorstellung und dann freue ich mich, dass etwas nicht passiert ist. Und wenn du das jetzt so beschrieben hast, wir können beide durch Hannover schreiten, auf der Haarlich, auf dem Pferd. Und wenn wir die Gemeinsamkeit suchen, das ist ja eigentlich in jeglichen Beziehungen so, dass man versuchen sollte, diesen gemeinsamen Nenner zu finden, dann weitersprechen zu können. Oder aber man findet einen Weg, das Gegenteilige harmonisch zu sprechen oder konstruktiv zu sprechen. Und wenn du das so sagst, stelle ich mir das ja vor, ein Team sitzt da, du arbeitest mit ihnen oder du mit deinem Team und dann entsteht eine Energie, weil man gemeinsam fühlt, ach, ist es ja, wollen wir alle das Gleiche. Nur eventuell haben wir ja andere Vorstellungen, andere Erwartungen, wir dahin kommen. Was mir jetzt als Frage kam, kann es dann aber passieren, dass dann da so ein Geschäftsführer sitzt und sagt, ja, klassische Sätze, ist aber hier alles kein Ponyhof, wir müssen auch die Zahlen achten oder hier ist kein Wunschkonzert oder diese typischen Sprüche. So ist ja alles schön und gut, aber wir müssen das ja dann und dann erreichen. Und Herr Fuchs, jetzt alles Emotionen wichtig, aber irrelevant für Zahlen. Passiert es dann, dass Menschen dann ganz schnell wieder diese Energie verlieren? Meine Frage ist eher so, wie hält man das denn in einer Beziehung, in einem Unternehmen, dass so ein Bild aufrechterhalten bleibt? Carsten Fuchs: Also zu dem ersten ist, dass du eine gemeinsame Vorstellung von Zukunft hast, heißt ja nicht, dass danach nicht Arbeit kommt. Und das heißt ja nicht, dass man sich danach nicht auch Zahlen anguckt. Und das heißt ja nicht, dass man danach auch Pläne macht, nur man stellt sie in einen anderen Zusammenhang. Also im Moment machen wir viele Ziele, Pläne, Vorgaben. Erwartungen, die wir zu erreichen haben, machen wir ohne Kontext. Das heißt also, ich komme in Unternehmen und dann sagen mir die Leute, ja wir haben das Ziel 3,48 % mehr Umsatzrendite oder wie auch immer. Ich weiß aber nicht wofür. Also erstmal, ich habe nichts davon, weil das geht irgendwo hin. Keine Ahnung an Shareholder, an die Inhaber. und weiter. Das heißt, ich kriege nichts davon und ich weiß auch nicht, was sich dadurch verändert oder verbessert oder wie auch immer, sondern das ist halt einfach ausgegeben worden. Ich arbeite sowieso schon bis hier und jetzt muss ich im Prinzip nochmal mehr machen, dieses Ziel zu erreichen. Es fehlt der Kontext. Und das zweite ist, dass die Energie nicht verloren geht. Das ist eigentlich im Grunde ganz einfach, indem du danach nicht sofort wieder in den normalen Modus schaltest. Das heißt also, indem du dieses Zukunftsbild förderst, indem du diesen gemeinsamen Traum, diese gemeinsame Vorstellung, indem du sie möglichst oft und möglichst lebendig hältst. Also das heißt, Wie oft kommen wir in Meetings, keine Ahnung, Führungskräfte, Meetings und so weiter und so fort. als erstes, also erstmal kommen nicht alle pünktlich, zweitens die eine Hälfte ist noch am Handy, die zweite Hälfte hat sie nicht vorbereitet, wie auch immer. Und dann kommt irgendjemand, macht die Tagesordnung auf und fängt sofort mit To-Do's an. Man fängt sofort damit an, wer hat was nicht gemacht, warum ist das nicht gelaufen und so weiter. Die Energie geht komplett in den Keller. Anstatt am Anfang sich fünf oder sieben Minuten Zeit zu nehmen und zu sagen, einmal kurz Aufs Zukunftsbild. Was haben wir eigentlich in letzten Wochen erreicht? Wo sind wir dem näher gekommen? Was gibt uns denn Mut, dass wir sagen, wir sind gut, wir sind auf dem richtigen Weg? Und das verändert interessanterweise alles, was danach kommt im Meeting. Wenn du das gemeinsame Nährst und wenn du gemeinsame Ziel, den gemeinsamen Nordstern, wieder in den Blick rückst, weil dann denken die Leute manchmal drüber nach und ist jetzt mein Punkt, den ich jetzt mäkeln wollte, ist er jetzt tatsächlich jetzt elementar oder könnte ich vielleicht entweder darauf verzichten oder einen anderen Beitrag leisten, wo alle merken, okay, da sind wir gut miteinander unterwegs oder das hilft uns. Das heißt, Wenn ich gefragt werde, was kann ich machen, dann würde ich immer sagen, tu alles, das zu nähren, also das irgendwie lebendig zu halten. Weil das andere kommt schnell genug wieder. Also wir reden schnell genug wieder über Maßnahmen, über Ziele, über Meilensteinpläne und alles. Wir vergessen eben, was wir dort an Energiequelle haben, dass wir uns dem immer wieder, also dass wir das immer wieder anzapfen. wenn wir es nicht anzapfen, gibt es uns auch keine Energie. Also immer wieder mal in den Mittelpunkt stellen und da helfen wir Unternehmen, indem wir halt mit ganz einfachen Ideen sagen, wie man das im Alltag integrieren kann, damit es nicht immer was besonderes wird, sondern es soll ja irgendwann zu etwas ganz normalem werden, was im Alltag mitläuft. Und wenn das funktioniert, dann bleibt auch die Energie ein Stück erhalten. Bianca-Maria Klein: Ja, kann ich nur bestätigen zu 100 Prozent, auch im Coaching-Prozess ist das immer so dieses, sich das immer wieder hervorzuholen, wo man im Gefühl, also in der Zukunft ist. Also auch, was fühlst du, wenn du an die Zukunft denkst, wenn es nicht diese Angst ist? Und ich kann mir dann vorstellen, also ihr arbeitet dann ja nicht nur den einen Tag, also an dem einen Tag macht ihr das, aber wenn die Unternehmen wollen, begleitet ihr sie auch. in diesen regelmäßigen Maßnahmen dann, oder? Okay. Carsten Fuchs: Ja, genau. Also damit das, was im Zukunftsbild steht, auch immer wieder gegenwärtig ist und Schritt für Schritt eben auch in Umsetzung kommt, dass man überlegt, was können wir tun, damit wir dem Bild näher kommen. Bianca-Maria Klein: Ja. Okay. Ich muss jetzt einmal hier nochmal einsteigen in dieses wunderbare Übungsbuch, was du vorbereitet hattest oder ihr extra für die Respekt Convention. Und da hast du uns, ich gehe da nochmal ganz kurz rein, das ist auch ganz schön gestaltet und so. Hier ist meine eigene Schrift, ihr seht, alles voll geschrieben und die nächsten Seiten sind auch alle voll geschrieben. Hier, schau mal. So, hier guck mal, weißt du noch, die Übung hier. Carsten Fuchs: Ui, das hab ich nicht gefühlt. Bianca-Maria Klein: Ja, das war ja ganz toll und diese schönen Bilder. Und das ist so für die, die das hier nicht sehen, ein kleines Büchlein mit Übung, die wir dann gemacht haben. Und dann hast du die erste, die erste Station im Prinzip war ja so, mein Leben ist großartig weil oder weil oder da Punkt, Punkt, Punkt. Carsten Fuchs: Mhm. Bianca-Maria Klein: Und einmal erst mal überlegen, okay, mein Leben ist großartig. Das ist ja Also mir fällt es nicht so schwer, weil ich da auch ganz viel schon dran gearbeitet habe, aber dann sofort aufzuschreiben, warum ist es denn überhaupt großartig und nicht gleich zu sagen, mein Leben ist schwierig oder meine Herausforderungen sind. Schon mal aufgeschrieben. Und dann kommt die Übung in den nächsten Schritten, sich zu überlegen, was im nächsten Jahr passiert. Du hast vorhin gesagt, wir gucken ins Übermorgen. Hier ist es ja für mich gefühlt, war okay, mein nächstes Jahr, also in genau einem Jahr, was passiert da, war für mich schon so gefühlt, okay, ist eigentlich heute Abend, nicht mal morgen, sondern heute Abend. Carsten Fuchs: Ja. Bianca-Maria Klein: Warum ich darauf hinausgebe oder darüber sprechen möchte, ist, ich in Erinnerung habe, dass ich angefangen hatte, alles aufzuschreiben. Und es geht dann ja noch weiter, ich will es gar nicht verraten, falls du das dann mal machst mit Übung, sich vorzustellen, was in einem Jahr ist. Und ich habe gespürt, dass dann so viel kam, was ich in einem Jahr machen möchte und erreichen möchte, dass wenn ich nicht schon so bisschen innere Arbeit gemacht hätte und das beruflich mache, hätte mich das total unter Druck gesetzt. Da hätte ich wahrscheinlich gelesen, sag mal, es geht gar nicht alles in einem Jahr. Ja, dein Buch und dann noch ein neues Konzept und noch ein, was weiß auch nicht, ein Videokurs und all die Dinge, die ich da aufgeschrieben hatte. Aber es hat für mich eine Ausrichtung gegeben. dachte, wow, eigentlich zwölf Monate. Das ist doch mega. So, aber gleichzeitig habe ich gedacht, Mensch, aber Vielleicht kannst du auch die Hälfte wäre eigentlich auch schon mal schön. Was ich damit sagen will ist, ich glaube viele gehen an so eine Zukunftsarbeit sehr positiv ran, aber überfordern sich dann eigentlich selber mit ihren eigenen Erwartungshaltung, was denn alles passieren muss. Wie erlebst du das? Also weil du ja extra gesagt hattest, wir gucken mal ein bisschen auf Übermorgen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es bei einigen vielleicht so Druck ausübt oder vielleicht ist da auch ganz viel Nebel und sie wissen eigentlich gar nicht, was sie wollen. Carsten Fuchs: Ja, also das was du erlebt hast ist glaube ich tatsächlich der Sache ein Stück geschuldet, dass du dich damit schon beschäftigt hast, weil, weil also häufiger erleben wir, dass wir den Menschen erstmal Mut machen müssen, ein bisschen größer oder großartiger in ihr Leben zu denken. Das heißt also, dieses Gefühl, dass da etwas aus Papier kommt, was dann extremst überfordernd ist, ist eher seltener, weil, weil häufig sind wir Menschen schon so aufgewachsen, dass wir immer klein denken und immer sagen, ne bitte nicht so groß, dann könnte ich auf die Nase fallen oder dann Das heißt, wir versuchen uns schon immer selber runter zu regeln. Ich versuche ihn immer Mut zu machen, damit sie wenigstens ein bisschen darüber kommen, damit etwas aufgeht in ihnen zu sagen, das wäre klasse. Wenn man dann aber vor diesem Bild ist und man hat das Gefühl, puh, das ist aber jetzt viel oder das löst in mir Druck aus. Dann ist das eine, was ich Ihnen sage, dieses Datum, das ist ja nur eine Hilfe, damit unser Kopf sich auf etwas konzentrieren kann und damit er zielen kann. Also Zukunft ist aus meiner Sicht Zielarbeit. Das heißt im Sinne von wir zielen auf etwas und sagen, das möchten wir haben. Wenn wir das nicht mit einem Zeitraum verbinden, dann verliert sich unser Kopf. Also dann kann der das irgendwie nicht mehr festmachen. Wenn wir das Bild haben, Dann können wir das Datum allerdings viel spielerischer auch behandeln. heißt also, wenn du das, ich sag dann immer gerne, wenn du das, was du da aufgeschrieben hast, wenn du das erreichst, meinetwegen in zwei Jahren, wärst du dann unglücklich? Nee, das wäre klasse. Das wäre toll. Also wenn ich das hätte, sage ich ja dann, ist doch egal. Also das heißt, manches wirst du eher erreichen, manches wird vielleicht länger dauern. Dieser Zeitpunkt ist dann nicht mehr verbunden. verbindend oder verpflichtend. Das muss alles da sein, sonst ist alles schiefgegangen. Wir brauchen den trotzdem am Anfang, wie gesagt, damit sich unser Kopf was vorstellen kann. Danach können wir ihn immer mehr loslassen. Wir sind natürlich, Menschen, sind dann immer sehr schnell in diesem, boah, jetzt muss ich aber anfangen, dass ich das alles fertig habe im nächsten Jahr und so weiter. Das heißt, wir setzen uns jetzt selber unter Druck, unter die Erwartung und im Grunde kann man kann man den Menschen an der Stelle sagen, nimm das Datum etwas leichter. Wenn du auf dem Weg unterwegs bist und deine Dinge erfüllen sich, dann ist das doch wunderbar. das zweite ist, fang doch mit irgendwas an. Das sind ja ganz einfache Dinge. Versuch nicht alles sofort zu lösen, sondern versuch dir... dir vielleicht eine Sache erst mal vorzunehmen und damit loszulegen. Und zu dem, du als letztes gesagt hast, wenn es im Nebel liegt. Also manchmal kommen auch Menschen ganz am Anfang und sagen, boah, Carsten, ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. habe überhaupt keine Vorstellung. Das sage ich überhaupt nicht schlimm. Das kenne ich. Das sagen ganz viele. Das wird sich schon lösen. Der Nebel lichtet sich in dem Moment, wo du daran glaubst, dass da etwas ist in der Zukunft, was für dich da ist und was dir zusteht und worauf du dich freuen darfst. Und das ist in erster Linie fast immer ein Zustand, der ist nicht immer mit ganz viel Konkreten verbunden. Das heißt, manche wissen vielleicht, was sie in ein paar Jahren noch machen möchten. Andere sagen, ich weiß das gar nicht genau. Also ich habe gar keine ganz konkrete Vorstellung. Ich weiß nur, ich möchte mit Menschen und ich möchte gerne so und ich möchte gerne da. Das ist doch konkret. Bianca-Maria Klein: und Carsten Fuchs: Und diesem Gefühl zu folgen und zu vertrauen, lichtet dann eigentlich immer den Nebel. Das heißt, es ist immer mehr da, als die Menschen am Anfang glauben. Bianca-Maria Klein: Und du hast eben gesagt im Nebensatz, ja, ja, dann mache ich den Menschen Mut, das kommt und so. Mut machen, ist ja das Klip, wir sagen das so oft auch eben im Sprachgebrauch. Wie macht man das? Also wie machst du anderen Menschen Mut oder gibst ihnen Mut? Carsten Fuchs: Eigentlich durch zwei Dinge glaube ich. Hauptsächlich das eine ist ihnen Beispiele zu zeigen. Das heißt also zeige ihnen Beispiele von Menschen die so sind wie du und ich und die Dinge für sich selber geschafft haben wo du sagst, ach guck mal wenn der das geschafft hat, warum sollte ich das nie auch schaffen? Oder wenn sie das möglich gemacht hat, dann ist es doch auch für mich möglich. Das ist das eine, also positive Beispiele. Ich gucke mir ganz viele positive Beispiele an in meinem Alltag. heißt also, ich finde übrigens auch Social Media ist in dieser Hinsicht wunderbar, weil der Algorithmus hat gelernt. Carsten guckt sich eigentlich nur schöne Dinge an und Dinge, gelingen. Die anderen muss ich ihm gar nicht zeigen. Die guckt er sich gar nicht an. Deswegen werden mir nur solche Geschichten vorgestellt. Ist natürlich wunderbar. Also guck dir positive Beispiele an. Und das zweite ist mein Job. Wenn ich mit Einzelpersonen oder mit Teams oder mit Unternehmen arbeite, ... Job ist, dass ich in dem Moment Dinge glauben kann, die sie noch nicht glauben können. Das heißt, wenn Sie sich an Ihr Zukunftsbild machen, das ist wirklich so, kann ich mir vorstellen, dass das Wirklichkeit wird. Ich habe noch nie ein Zukunftsbild gehört, wo ich selber dachte, das geht ja überhaupt nicht. Das ist ja überhaupt nicht denkbar. Das ist so weit weg von allem, was ich mir vorstellen kann. Sondern es sind immer eigentlich Bilder, wo ich dachte, ja, das geht. Das ist möglich. Da ist nichts drin, wo jetzt drin steht, das habe ich noch niemals gehört oder wir möchten gerne, keine Ahnung, 100 Filialen auf dem Mars eröffnen oder so, sondern es ist eigentlich immer etwas, was möglich ist. Dass die anderen, die Verfasserinnen und Verfasser daran in dem Moment noch nicht so glauben können, ist völlig natürlich, weil dann sind alle inneren Stimmen, inneren Kritiker, alles was dir die Erfahrung sagt, warum das nicht gehen sollte, mir als Gegenüber, als Außenstehenden ist dann viel leichter, dass ich mir das vorstellen kann, dass das möglich ist. Und diese Energie, diesen Mut, den bringe ich rein, dass ich sage, ich kann das glauben. Und selbst wenn du es noch nicht glauben kannst. Weil das völlig normal ist, das geht mir ja mit meinem Zukunftsbild ganz genauso. Also ich kann ja auch mir Dinge da schwerer vorstellen, wo jemand anders sagt, ja aber Karsten, was ist, ja warum? Also das ist doch, natürlich, natürlich ist das möglich und natürlich wirst du das schaffen. Das heißt, unsere Aufgabe ist, eigentlich untereinander Mut zu machen im Sinne von etwas für den anderen zu glauben, was sie oder er in dem Moment noch nicht für sich glauben kann. Bianca-Maria Klein: Ja, total schön. Und tatsächlich, fällt auch noch eine dritte Sache eigentlich ein, das mache ich oft im Coaching, das gehört so bisschen zum lösungsorientierten Coaching von so einem Amerikaner, de Chesa, wo eigentlich genau darum geht, erstmal zu beschreiben, was ist denn anders, wenn ich dort bin, wenn ich die Lösung gefunden habe. Und eine Sache ist dann immer zu fragen, und wann hast du so ein Gefühl, was du da verbindest, schon mal erlebt? Und das kann auch in der Kindheit oder so sein. Ich sag dann zwar immer so vielleicht nicht ganz ganz Kindheit so, aber überleg mal, wann hast du vielleicht sowas gemacht? Und dann ist es so spannend zu beobachten, wie Menschen ihr eigenes Leben manchmal so als profan und so, ja, aber das ist ja ja was ganz anderes gewesen, so beschreiben und gar nicht fühlen, dass sie in solchen früheren Momenten total mutig waren, irgendwas gemacht haben. Mir fällt da gerade ein Beispiel ein von einer Kundin, die so ängstlich ist, wie zu widersprechen oder ihre Meinung zu sagen oder dem Chef tatsächlich, sozusagen sehe ich anders oder so bisschen in die Kritik zu gehen. Und die ist damals aus der DDR geflüchtet. Und das hatte sie komplett verdrängt und vergessen. Und da habe ich gesagt, also wer ist denn mutiger als du? Du hast dich eigentlich gegen ein ganzes System gerichtet und bist geflohen. Und das war wirklich eine Sie hat mir das ein bisschen erzählt. So eine ich kriege jetzt schon Gänsehaut, ich das erzähle, so eine berührende Geschichte, wie sie dann ganz alleine in der Stadt in Westdeutschland dann angefangen hat als Krankenschwester und so. Also irre. dann sagt sie mir, dass sie halt Angst hat zu widersprechen. Und sie fingen auch in dem Moment an zu weinen, als wir diese Brücke geschlagen haben. Und genau da ging es mir halt jetzt auch darum, dieses wieder mal zurückzugucken, zu sagen, du bist doch schon mutig gewesen. Oder irgendwelche Situationen mit Freunden oder bei der Arbeit, dass man immer Kleinigkeiten, in dem Fall was ein Riesensache, wieder zurückholt und sagt, aber Moment mal, den Mut hast du doch in dir. Ich glaube, vergessen Menschen so oft, weil wir niemanden haben, der uns das spiegelt. Wo du sagst, na ich glaube an dich, das bedeutet ja vielen ganz, ganz viel, weil keiner im Umfeld mit ihnen so spricht. Und das, glaube ich, ist so diese Wirksamkeit von Coaching, von Mentoring, von Begleitung, weil du als außenstehende fremde Person, ich kannte ja ihre Geschichte gar nicht, ganz anders draufblickt. deswegen berührt mich das gerade, wenn du sagst, so dieses, glaub daran, dein Zukunftsbild ist doch realistisch für mich, dann kann es doch auch realistisch für dich sein. Also richtig schön. Du und ich, ich versuche ja auch nochmal ein bisschen zu... die Person, die ich interviewe, ein bisschen nahbarer zu machen. Wie hat das denn bei dir angefangen? Du hast ja viele Unternehmen gegründet, du warst in Agenturen. Wie hat das denn bei dir angefangen, dass du gesagt hast, ich richte mich jetzt neu aus und wir machen jetzt den Fuchs von morgen? wenn du es erzählen magst. Carsten Fuchs: Ja, klar. Mich hat schon immer interessiert und fasziniert die Frage, wie werde ich glücklich? Die Frage, was Menschen glücklich macht, hat mich schon von Jugend an interessiert, weil ich Menschen getroffen habe, die glücklich durchs Leben gegangen sind und andere, die es nicht geschafft haben. Diese Erklärung, dass das irgendwie nur Zufall ist, die hat mich interessanterweise nie befriedigt. im Sinne von, okay, der eine hat Glück, der andere hat Pech oder wie auch immer. Sondern ich habe mir immer gedacht, nee, da muss mehr dahinter stecken. Dazu kommt, dass es halt mit meiner eigenen Geschichte hier verbunden ist. Dass ich halt als Kind, als ich auf die Welt gekommen bin, sehr krank geworden bin und das hat eben ... langfristige Schäden bei mir hinterlassen und das hat eben den Start ins Leben sehr schwierig gemacht. habe sehr gestottert, ich habe in der Jugend dadurch nicht so am normalen Leben teilhaben können, wie man das normalerweise macht, weil man dadurch erstmal Außenseiter ist und ähnliches. Und diese Entscheidung dann zu sagen, das soll nicht über den Glückszustand in meinem Leben entscheiden, der war dann auch maßgeblich zu sagen, ich möchte gern dieser Spur folgen, Was macht Menschen glücklich? dann durch verschiedenste, also wenn ich jetzt zurückschaue, mein Leben war nicht gerade, sondern gegenüber verschiedenste Wege und Dinge, die ich gemacht habe. Heute würde ich immer sagen, das war alles notwendig oder das war alles gut, es so gekommen ist. dann letztendlich da hinzukommen, vor einigen Jahren zu sagen, ich habe viel gelernt über Menschen und über Unternehmen. Und ich merke aber, dass viele der Dinge, die wir gelernt haben, mit denen wir arbeiten, gerade in unternehmerischen Kontexten, nicht mehr so funktionieren, wie zum Beispiel Leitbilder, worüber wir gesprochen haben, hat mich dazu gebracht zu sagen, ich möchte das gerne anders machen, tatsächlich Menschen die Chance zu geben, diese Energiequelle der Zukunftsgestaltung in sich anzuzapfen und gemeinsam Zukunft anders zu gestalten, als sie das vielleicht bisher gemacht haben. Und das hat letztendlich dann wiederum zu der mutigen Entscheidung geführt, hinzuschmeißen, 2017 auszusteigen und mit einem ganz eigenen Unternehmen nochmal völlig neu zu starten, zu sagen, Menschen Lust auf Zukunft zu machen und ihnen eine Möglichkeit an die Hand zu geben, wie sie das für sich selber gestalten können. Und mir liegen halt Unternehmen so am Herzen, weil die so eine große Verantwortung für viele Menschen haben. Also wenn das gut gelingt, dann kann es für viele Menschen der Tag, der Alltag eben ganz anders aussehen. Das kennen wir aber auch im Negativen. Wenn das nicht gut gelingt, dann ist halt einfach der Gang jeden Tag zur Arbeit einfach eine Belastung. Und deswegen freue ich mich, wenn ich Unternehmen helfen kann und wenn ich das sehe, wie viele Unternehmen das auch ernsthaft angehen, dass sie sagen, ne, wir möchten gerne, diese Räume, die wir schaffen, dass diese, klar, es geht Arbeit, wir wollen gemeinsam Ziele erreichen, müssen wir auch, wir müssen Geld verdienen. damit es uns gut geht. das in einer Art und Weise, dass es den Menschen dabei gut geht. Und wenn das gelingt, dann habe ich immer das Gefühl, wow, dann ist eine Menge geschafft. Bianca-Maria Klein: Du hast ja gerade gesagt, dein Leben ging so, hast du gezeigt wie so Zickzacklinie. Ich finde es immer so schön, wenn die meisten, die ich hier interviewe und natürlich auch mein eigenes Leben, die erzählen ähnlich, sie jetzt sind, das sind nicht Dinge, die sie vor 30 Jahren gestartet haben oder 40 oder sonst was und das immer so vorhatten und dass das der Plan war. Die meisten erzählen, dass sie Entweder durch irgendeine Situation von außen, die gekommen ist und sie mussten sich anders ausrichten. halt, wie bei mir, eher Krise, dass man sich neu ausgerichtet hat. Oder einfach die Dinge sich so ergeben haben. Man folgt einem Leben einfach, einem Lebensstrang. Oder ich nenne es ja einfach so den Lebenszug mit verschiedensten Stationen. das finde ich, das brührt mich jedes Mal so, dass ich denke ... Ich möchte oder wie ich können, möchte so gerne Mut machen, den Menschen zu sagen, das Leben ist ja genau das, dieses in verschiedensten Stationen zu sehen hier, das möchte ich nicht mehr einer Frage zu folgen, die du wahrscheinlich schon als Kind gefühlt hast, aber die ja noch nicht so entwickelt war als Frage so, jetzt mache ich Unternehmen glücklich. Das hast du ja nicht gedacht, als du noch dein eigenes Problem hattest. Also so dieses, wie schön das ist, einem Menschen jetzt zuzuhören, der was macht mit absoluter Leidenschaft, also das habe ich ja gefühlt, als wir uns kennengelernt haben, und gucken, woher kommt das denn? Und das kommt halt aus diesen ganzen auch Rückschlägen oder Schicksalsschlägen und Situationen, wo man genau das ja wieder machen musste, nämlich mutig sein und weiterzugehen. Das finde ich so schön, wenn, wenn, wenn, Carsten Fuchs: Absolut. das, was du sagst, ganz wichtig. Das andere ist, wenn ich jetzt zurückschaue, dann war bei mir schon immer ein positives Zukunftsbild da. immer einen Zustand vor Augen habe, wo ich dachte, so möchte ich gerne leben, so möchte ich gerne wirken, so möchte ich gerne sein. Und das hat mir die Kraft gegeben, letztendlich dann in Situationen vielleicht tatsächlich den Schritt zu gehen und tatsächlich zu sagen, ne, da bleibe ich nicht und tatsächlich aus dem Job rauszugehen, ohne neuen Job zu haben oder aus dem Unternehmen auszusteigen, ohne das neue Gegründe zu haben, weil ich sage, ne, ich hab Ich habe das Bild, und selbst wenn es noch nicht konkret ist, dass es anders sein kann und ein anderes sein soll für mich. Und das in Menschen zu wecken, das ist im Grunde das, was mich antreibt. Weil ich glaube, das haben wir alle und das muss nicht immer etwas Spektakuläres sein. Also es geht nicht immer darum, keine Ahnung, es müssen nicht alle die Größten, die Reichsten, die Berühmtesten, die was weiß ich sein. Nee, aber du für dich sein, dass du mit dir immer mehr im Einklang bist und irgendwie sagst, wenn es morgen vorbei wäre, dann wäre es okay. Dann sind nicht noch 10 Kapitel offen. Dass man noch gerne mal Sachen machen möchte, davon rede ich nicht, aber dass man das Gefühl hat, ich bin dem... nahe gekommen, was ich mir für mich wünsche im Leben. Das hat interessanterweise eben was mit Glück zu tun, glaube ich, oder mit dem inneren Zustand, mit dem Gefühl, du fühlst. Und ist das, warum wir auf der Erde sind. Bianca-Maria Klein: Hm. Hm. Stimm ich dir zu. Denk ich auch, ja. Also, ... Diese Suchenden, ich find das ja toll. Ich find das ja irgendwie schön, Suchende zu sein und mich auf dieses Abenteuerleben irgendwie immer wieder auszurichten. Oder mich da auch einfach drauf einzulassen. Ist das denn etwas, ähm ... was du raten würdest? Also, wenn jetzt jemand zu dir kommt und sagt, Mensch, was soll ich jetzt ab morgen anders machen, damit es klappt? Und ich habe so bisschen im Hinterkopf einfach immer wieder diese Stimmen von Menschen, sagen, ja, aber es passiert so viel und es ist so viel Veränderung und da ist so viel Unruhe da draußen und ich schaffe das gar nicht jeden Morgen mich irgendwie positiv oder mutig auszurichten. Also ich höre das ja auch ganz oft dieses, ja, du bist halt immer so positiv und so, als wenn das was Schlechtes wäre, aber... Du weißt, was ich meine. Es gibt ja ganz viele, die sich da so ganz schnell allen lullen lassen von ganz viel da draußen. Was wäre denn da so dein Tipp? Jetzt mal ganz banal gesagt. Carsten Fuchs: Ja, ganz banal weniger einlullen lassen. Sprich weniger auf Stimmen von außen hören, weniger Nachrichten, weniger Push-Nachrichten auf deinem Gerade in China ist wieder ein Sack Reis umgefallen und das hat für dich heute jetzt überhaupt keine Bewandtnis, aber bringt dein System wieder in Aufruhr. Das heißt weniger nach außen, weniger von den schlechten Nachrichten, die die jeden Tag auf uns einprasseln. Such dir Menschen in deiner Umgebung, die dir guttun. Also such dir Menschen, die an dich glauben und die vielleicht mehr glauben können als du selber. Das heißt, diejenigen, die in der Teeküche stehen und sagen alles ist scheiße, ja, die sind vielleicht an einem anderen Punkt in ihrem Leben, aber mit denen musst du dich dann nicht noch länger... Das zieht dich runter und das kennt jeder. Und das dritte und das fällt wahrscheinlich den meisten tatsächlich schwer, weil wir es eben auch nicht gelernt haben oder auch nicht gewohnt sind. Du kannst dich entscheiden, dass du positiv in diesen Tag gehst. Also wir denken immer, haben gelernt, ich muss es erst empfinden und dann kann ich es auch so ausdrücken. Wenn ich es nicht empfinde, dann kann ich auch nicht positiv sein. dass Leben auch andersrum funktioniert, nämlich dass ich mich erst entscheide und dass dann die Empfindung danach kommt, das haben wir, glaube ich, manchen Stellen zu selten gelernt. Und das ist mein Tipp, entscheide dich morgens, dass das für dich ein guter Tag wird. Und was auch immer ein guter Tag ist, das musst du noch nicht mal wissen, aber entscheide, dass das für dich ein guter Tag wird. Ich weiß, das klingt für manche dann irgendwie ... bisschen verrückt oder die zeigen einem Vogel, weil sie sagen, ja, ich kann hier nicht einfach entscheiden, muss hier erst mal gucken, was kommt und ich sage, nee, das ist genau die Zukunftsbildidee, am Anfang zu entscheiden, in diesem Fall, wie es am Ende, sprich am Abend sein soll und dass du dann zurückschaust, es war ein guter Tag, es war nicht alles gut, es war manchmal nicht so anstrengend, darum geht es gar nicht, aber es hat mir geholfen, dass ich am Anfang des Tages mich entschieden habe. Bianca-Maria Klein: bin voll bei dir und mir kommt auch noch was dazu. Klingt auch so abgedroschen und ganz viele sagen, das gibt auch unendlich viele davon, diese Dankbarkeitstagebücher, dass man, das ist ja aber auch eine Form dieser Ausrichtung. und es ist, ja, es ist wirklich Carsten Fuchs: Super, das sollten alle machen, am Abend drei Dinge aufschreiben. Bianca-Maria Klein: und ich hab das, ich bin jetzt total ehrlich, ich hab das seit Jahren, sag ich das. Und hab's immer mal wieder gemacht. Ich hab schon immer auch so Tagebuch geschrieben, auch als Kind schon, aber unregelmäßig. Und seit, ich glaub, irgendwie 20. September letzten Jahres hab ich so ein Tagebuch gekauft, wo wirklich immer Montag, Dienstag, Mittwoch steht. Also man muss das Datum nur eintragen, aber es ist halt wirklich Woche. Also du kannst da nicht einen Tag überspringen. Du musst das schon jeden Tag machen, sonst ist eine leere Seite. Und seit September, diesem 20. September, hab ich das jeden Tag gemacht. Und jeden Abend, egal wie müde, ich mache das. Ich bin in der Hinsicht sehr deutsch, auch weil ich dann diszipliniert bin. Und es mache. Und es ist ein Unterschied. Ich habe das jetzt so vielen Carsten Fuchs: Absolut. Bianca-Maria Klein: Leuten erzählt. Ein solcher Unterschied abends und dann trägt man fünf Dinge ein, für die man dankbar ist. Dann trägt man einen auf drei Zeilen. Warum ist mein Leben gerade gut? Und was war schwierig, könnte ich aber aus einer anderen Perspektive sehen. Und was richte ich morgen irgendwie aus? Das ist unglaublich, was das mit einem macht. Dieses Kurzreflektieren, die Dinge, die schön waren, für die man dankbar ist. Und es sind ja manchmal auch Dinge, für die man dankbar sein kann, die nicht so gut liefen. Aber sie haben ein Ding gezeigt. Also wenn mich jemand enttäuscht, ist zwar doof und tut weh, aber eigentlich weiß ich dann ja schon mehr danach. Also das ist irre. Und deswegen, das passt halt so zu diesem, man kann sich entscheiden, das zu tun. Ob man nun dran glaubt oder nicht. Aber ich habe... so vielen jetzt erzählt, das bringt wirklich was. Und ich bin ja schon eigentlich von Natur aus so, aber das dann noch mal zu vertiefen ist, ist extremst hilfreich. Also ja, also dein einer Tipp, ich setze noch einen mit drauf, aber ja. Es ist, ich glaube, ganz wichtig, eine Haltung, eine Entscheidung, es wollen und ich glaube, eine Sache, die du wichtig gesagt hast, dieses nicht allen dullen lassen. oder genau zu entscheiden, wovon man sich allen dullen lässt. Und da fällt mir nämlich ein, du hast nämlich einen wunderbaren WhatsApp-Kanal mit den positiven Nachrichten. Und auch das, mir geht es ja gar nicht schnell genug, ich möchte ja am liebsten jeden Tag irgendwas von haben. Das ist auch so dieses sich ausrichten auf, lass dich von Dingen, die ja stimmen, das sind ja nicht irgendwelche... irgendwelche Dinge, die da jemand behauptet so von wegen der Tag ist schön, sondern es sind Nachrichten, die du ja aussuchst, Menschen positive Nachrichten aus der Welt mitzuteilen. Dass es die ja auch gibt, vergessen wir ja so oft. Also auch das ist ja ein Weg, Carsten Fuchs: Absolut und vielleicht noch eine kleine Ergänzung, die ich von meinem Coach gelernt habe. Wenn du dir was vornimmst, sei es ein Dankbarkeitstagebuch oder sich morgens zu entscheiden, wie der Tag aussehen soll oder ähnliches, dann versuche das, was du dir vornimmst, so klein zu machen, also mit so kleinen Schritten, dass es keine Ausrede gibt, dass du es nicht tust. Wir denken immer, wir müssten dann ganz viel verändern. Ich muss jetzt jeden Abend eine halbe Stunde im Bett sitzen und das Buch ausfüllen und in allen Details und so weiter. Und dann nach zwei Tagen merken wir geht nicht, weil ich bin dann zu müde oder da kommt was anderes dazwischen und so weiter. Und dann klappt es nicht. Und dann haben wir einen Tag ausgelassen und sagen wir, jetzt hat es ja auch keinen Sinn. Jetzt ist eine leere Seite, jetzt kann ich es auch gleich beiseite. Also das kennen wir alle. Bianca-Maria Klein: Ja. Carsten Fuchs: Dem kann man sehr gut begegnen, indem du die Schritte klein machst. So mini, dass du sagst, selbst wenn es nur eine Minute ist. Dein Kopf kann dich unterscheiden, ob du jetzt eine Minute dankbar bist oder zehn. Das kann dein Kopf nicht. Dein Kopf merkt nur, okay, da passiert was, da ist jemand dankbar, okay, das System wird auf Dankbarkeit geschaltet. Und dann verändert das was bei dir. Das heißt... Mach es so klein wie du irgendwie kannst, damit du einfach dran bleiben kannst. Wenn du dir zu viel vornimmst, das kennen wir alle, dann kriegen wir das in unseren Alltag nicht integriert und dann scheitern wir und dann bestrafen wir uns selber und sagen, wie blöd bist du und warum schaffst du das nicht und das ist ja vollkommen kontraproduktiv. Deswegen ist es an der Stelle nicht die Menge, die irgendwas ändert, sondern es ist die Entscheidung, ich halte das durch. Und das Durchhalten schaffst du, wenn du es klein machst. Bianca-Maria Klein: Genau. Und tatsächlich, dieses Buch, ich kann ja kleine Werbeblog hier, das ist von Lars Amendt, der auch im Persönlichkeitsentwicklungsbereich arbeitet, so ein lila, richtig schönes Buch auch, und das sind ganz wenig Zeilen. Also ich brauch da zwei Minuten für. Und manchmal nehme ich mir mehr Zeit, weil ich Lust habe, aber es ist genau das, ach komm, das machst du noch schnell, weil es geht schnell, aber die Wirkung ist groß. Genauso wie, manchmal finde ich ja so diese Sport-Challenges, so eine Minute am Tag. Das ist ja schon mal mehr als gar nicht. Dass du dann Monat durchhältst, eine Minute am Tag eine Übung zu machen, ist wesentlich leichter, als wenn dir jemand sagt, Mensch, eine halbe Stunde, dreimal Carsten Fuchs: Genau. Bianca-Maria Klein: die Woche reicht doch. Für mich halbe Stunde Sport ist... Das ist genau das. Also diese kleinen, kleinen mutigen Schritte da voranzugehen. Carsten, mit Blick auf die Uhr. Ich habe immer noch zwei kleine Fragen, die ich am Ende jedem Gast stelle. Die würde ich auch gerne dir stellen. Auch wenn ich eigentlich hier noch zehn weitere Fragen hätte, aber... Carsten Fuchs: Aber dann macht er noch fünf. Wir haben ja noch Zeit. Bianca-Maria Klein: Nein, ein Thema, bevor ich dann in die zwei Fragen gehe, ich gut, Carsten Fuchs: Ja. Bianca-Maria Klein: hatte ich mir noch aufgeschrieben, Thema Vertrauen. Denn ich glaube, Mut Carsten Fuchs: ganz richtig. Bianca-Maria Klein: ist ja auch in Verbindung mit Vertrauen. Wie blickst du da drauf oder was glaubst du jetzt auch nochmal auf Führungskräfte oder Teams bezogene überhaupt in Beziehung? Geht es überhaupt, in Zukunft auszurichten, wenn wir eigentlich uns gar nicht wirklich vertrauen? Carsten Fuchs: Ne, also hast die Frage ja schon im Grunde selbst beantwortet. Aber vielen Dank, dass du da noch mal drauf hinweist, weil ich glaube Vertrauen ist wirklich ein Schlüssel. Und zwar, ich fange mal mit dem größten Vertrauen an, und zwar das Vertrauen in eine Welt, die es gut mit uns meint. Und das ist letztendlich egal, ob du das jetzt mit Religion verbindest oder nicht, ob du dieser Kraft, die es gut mit uns meint, einen Namen gibst oder das in einen Gefäß oder Konstrukt einbindet oder nicht, das ist letztendlich egal. wenn wir nicht davon ausgehen, dass es hinter all dem eine Kraft gibt, die es gut mit uns meint, dann wird es mit der Zukunftsgestaltung einfach schwierig. Warum soll ich denn dann noch irgendwas gestalten? Wenn ich nicht den Eindruck habe, dass ... dass das, was wir erleben, Letzten dazu dient, dass es uns gut geht und dass es im Grunde, dass in dieser Welt alles auf Gelingen und auf Leben und auf Wachstum angelegt ist, dann wird es schwierig. Also das glaube ich, ist das Erste. Man sagt ja, dass das irgendwie die wichtigste Frage gewesen sein soll, die Albert Einstein mal gesagt hat, nämlich die Frage, liebt dich das Leben? Und diese Frage sich selber zu beantworten, glaube ich, auf jeden Fall hilfreich. Und dann sind wir bei dem Vertrauen in andere und bei dem Vertrauen in dich selbst. Also wir sind ja auch an vielen Stellen Weltmeister darin, uns selber kleiner zu machen als wir sind und uns keine Ahnung, nicht barmherzig zu begegnen, wenn wir Dinge nicht schaffen und ähnliches. Und haben auch viele gute Gründe, warum das so ist, aber letztendlich ist immer mehr da und immer mehr Positives da, als du dir vielleicht selber denkst. Deswegen brauchen wir auch manchmal andere, die uns das zeigen und brauchen Coaches und gute Mentoren und brauchen gute Beziehungen an der Stelle. Weil wenn du dir selber da an der Stelle nicht vertraust, dass das auch möglich ist und das, was du dir in der Zukunft wünscht, dass dir das zusteht, dann ... wird es einfach schwerer. will nicht sagen, dass es unmöglich ist, aber es wird einfach schwerer. Das Vertrauen ist einfach ein sehr großer Motor für so etwas. Bianca-Maria Klein: Und glaubst du, man kann es lernen, zu vertrauen? Carsten Fuchs: Absolut. Ich glaube es fällt einfach manchen schwerer, sie am Anfang ihres Lebens einfach viele ungute Erfahrungen gemacht haben. das ist so. Wir sind da nicht alle, wir sind alle an der gleichen Startlinie, aber wir machen nicht alle die gleichen Erfahrungen am Anfang. Deswegen ist es für manche leichter und für andere weniger. Dass wir das können, da gibt es auch so viele Beispiele. Ich habe auch so viele Menschen in meinem Leben schon erlebt, wo ich denke, ey, die haben es einfach 10.000 Mal schwerer gehabt als ich und sind aber trotzdem mit einem so riesigen Vertrauen in diese Welt und in sich unterwegs, dass ich denke, ja gut, dann ist ja eigentlich, dann gibt es eigentlich keinen Grund, warum das nicht gehen soll. Bianca-Maria Klein: Und ich finde es schön, du hast ja eben auch kurz angedeutet deine eigene Geschichte aus deiner Kindheit. Vielleicht magst da noch mal das als Beispiel nennen, denn das ist ja auch eine Form von Vertrauen. Also ich bin mir sicher, als es dir damals als Kind so ergangen ist, hast du wahrscheinlich nicht gedacht, ach Mensch, das wird schon wieder und alles super. Ich vertraue jetzt mal ins Leben, dass das stottern aufhört und mich dann die Kinder akzeptieren. Aber du bist ja dann eigentlich auch ein Beispiel dafür, dass das Leben es gut mit uns meint. Carsten Fuchs: Ja, das ist eigentlich, ich glaube auch, dass natürlich meine Geschichte auch maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich jetzt da bin und das mache, was ich mache, weil es eben diesen einen Menschen gab, das war in diesem Fall meine Mutter, die an mich geglaubt hat. Trotz aller Prognosen, trotz aller Ärzte, trotz allem, da sind Mütter ja an vielen Stellen einfach unglaublich. Was Kraft und Vertrauen angeht zu sagen, das ist mir alles ganz egal, was andere sagen, ich glaube daran, dass das gut wird. Und dann eben tatsächlich im Leben zu merken, dass es gut wird und dass etwas möglich ist, was man selber nicht für möglich gehalten hat, kann etwas letztendlich dann freisetzen, wo man sagt, das kann dich fürs ganze Leben im Prinzip ausrichten und kann dir Kraft geben. So wie du sagst, deswegen lohnt es sich auch, sich mit Menschen wie dir hinzusetzen und zu sagen, hilf mir doch mal zu gucken, wo habe ich denn solche Dinge. Und das muss nicht immer sowas, keine Ahnung, spektakuläres sein, darum geht es gar nicht. wenn man hinguckt, man immer, immer solche Geschichten und solche Punkte in seinem Leben finden. Und man selber sieht die nicht so, weil wir da an der Stelle manchmal ein bisschen betriebsblind sind oder da nicht so hingucken wollen oder sie nicht in dem Maße wertschätzen können. wenn dann jemand kommt und sagt, du, das ist aber etwas, was dir eigentlich Vertrauen geben kann, dass du auch das nächste schaffst. Weil wenn du das geschafft hast, warum sollst du das jetzt nicht schaffen, was jetzt als nächstes in deinem Leben auf dich wartet? Und wir denken ganz häufig, wir müssten das alleine machen. Wir denken so häufig, nee, da muss ich alleine durch und so weiter an den entscheidenden Stellen, wenn es unser Leben geht, uns Hilfe zu holen. Wir holen uns überall Hilfe. Wir machen eine Pfarrausbildung, suchen uns einen Pfarrlehrer, wir haben einen Tennislehrer, wir haben einen Personal-Fitness-Trainer, haben was weiß ich alles. Und wenn es ums Wichtigste geht, nämlich unser Glück, da sagen wir, nee, das mache ich jetzt alleine. Das ist leider, glaube ich, einfach eine Zumutung oder eine zu große Erwartungshaltung. Bianca-Maria Klein: Absolut, Ja, es so interessant, dass wir das mit irgendeiner Schwäche verbinden. Wir gehen bei jedem wie welche zum Arzt, genau wie du sagst, oder irgendwelche Lifestylesachen, es ist völlig cool, sich einen Coach zu holen. Aber wenn es uns selbst geht, und es muss, genau wie du sagst, es muss gar nicht der Coach sein, sondern manchmal sind es die Freunde, denen man die eine Frage stellt oder man ein ernstes Gespräch fragt oder irgendwie einen Perspektivwechsel von Freunden bekommt. Oder wenn sonst das nicht im Umfeld vorhanden ist, dann wirklich ein, zwei Treffen mit Leuten, die das tagtäglich machen. Unglaublich hilfreich. Ja, also bin ich ganz bei dir und wir würden diesen Job wahrscheinlich nicht machen, wenn wir nicht wüssten, wie viel Spaß es macht und vor allem Freude auch Menschen das weiterzugeben, was man selbst erlebt hat. Dann habe ich noch eine Frage, Carsten, bist du mal überrascht worden? Oder erlebst du etwas in den letzten vielleicht Jahren in Menschen, was du nicht erwartet hast? Gibt es da etwas Neues, wo du das ach, all den Jahren, ich mit Menschen arbeite, ist was, womit ich nicht gerechnet habe? Carsten Fuchs: Eigentlich immer wieder, was ich vielleicht zusammenfassend sagen kann, ist, dass tatsächlich in meiner Arbeit mein Menschenbild in den letzten Jahren immer positiver geworden ist. Obwohl ich eigentlich immer mehr von Menschen erfahre und man hätte das Gegenteil vielleicht denken können. Aber es ist tatsächlich so, dass mein Menschenbild immer positiver geworden ist, weil ich gemerkt habe, wenn ich mit Menschen über Zukunft rede, erstens alle haben eine Idee von Zukunft. Ich habe noch nie jemanden getroffen, gesagt hat, ne positive Zukunft finde ich doof. Will ich nicht. Habe ich noch nie erlebt. Und das zweite ist, dass ich eigentlich immer Menschen erlebt habe, die etwas beitragen wollten. Also wenn du mit Menschen auch in Unternehmenskontext sprichst und sagst, wie soll denn das anders sein, dann klar, dann beschweren sie sich viel über Dinge, die nicht laufen und was alles nicht klappt im Unternehmen und so weiter. Wenn du da durchgehst, dann kommst du irgendwann dahinter und sagst, so würde ich gerne haben. Wenn wir das so machen, dann könnten wir an der Stelle das besser machen. Das heißt, sie möchten gerne, dass Dinge gelingen. Und das ist in uns drin. das zu entdecken in Menschen, das macht mir immer wieder Mut, weil ich denke, wow, wir sind eigentlich Wir sind eigentlich so großartig. An vielen Stellen kommen wir da vielleicht manchmal nicht dran oder stellen uns da selber ein Bein und so. der Grund oder wie soll ich sagen, die Ausstattung, die ist eigentlich super. Bianca-Maria Klein: Und wenn du junge Menschen triffst, ist ja ein bisschen so dieses Klassiker, ja, Gen Z, Gen, was kommt denn danach? Weiß ich gerade gar nicht mehr. Gen Alpha? Nee, egal. Auf jeden Fall die, Carsten Fuchs: bestimmt in so was. Bianca-Maria Klein: die so, meine Neffen, die sind jetzt alle so Teenager. Witzigerweise fühle ich bei denen das jetzt so gar nicht, aber man stellt sich ja so vor, Mensch, die Armen, die wachsen hier nur mit Handy und nur Krieg sich herum und Gleichzeitig haben sie alles, was sie brauchen, müssen sich keine Nichts Sorgen machen. Wie empfindest du das da, was so die junge Generation angeht? Carsten Fuchs: ist eigentlich das gleiche wie bei den älteren. Ich erlebe gleichzeitig auch ganz viele tolle junge Menschen, die sich Fragen stellen und die Dinge angehen und die an ihr Leben und Zusammenhänge denken, wo ich denke, da können sich aber viele ältere mehr als eine Scheibe davon abschneiden. Ich finde die junge Generation toll. Und dass die im Moment einfach an ganz vielen Stellen einfach mit sehr vielem auch belastet wird und dadurch es vielleicht nicht leichter hat. Ja, das ist so. Und für die gilt dann eben auch weniger Müll in sich reinpacken mit dem, was man so mitbekommt. Aber wie gesagt, größtenteils erlebe ich ganz viele tolle junge Menschen. Bianca-Maria Klein: Ja, geht mir genauso. Und mein Ansatz ist immer mehr auch da zu sagen, verbindet euch, also erzählt euch mehr voneinander. Weil ich glaube, Carsten Fuchs: Ja, teilt das. Bianca-Maria Klein: ich glaube ganz stark an diesem, wir können von den jungen Leuten ganz viel lernen und wir ältere Leute, wenn wir es nicht mit einem erhobenen Zeigefinger machen, sondern einfach daraus berichten, wie es bei uns damals war. Ich hatte neulich ein Gespräch mit meinem Neffen, dass ich gesagt habe, was macht ihr denn eigentlich abends so? Ihr geht ja gar nicht mehr in die Disco. Und dann schon allein das Wort Disco fand er lustig. Aber genau, das ist ja so spannend, so einfach mal wirklich zu erfragen und gleich zu erzählen, du, bei uns war das so. Wir konnten kaum abwarten, abends loszuziehen. Da war kein Ziel, kein Plan. Wir sind auch nicht essen gegangen und so. Also total spannend dieses. miteinander reden wirklich und einfach nur mal rauszuziehen, was ist denn anders. Da sind wir wieder beim Wort anders. Aber ich empfinde das genauso, aber höre halt so viel dieses so, ja, die jungen Leute und wo soll das denn alles noch hinführen und so. Aber ich glaube, da sind wir bei diesem mutigen, positiven Ausrichten. Carsten, jetzt stelle ich dir noch mal zwei Fragen. wenn du den 20-jährigen Carsten triffst... Was würdest du ihm aus deiner heutigen Perspektive raten oder sagen, ihm erzählen wollen? Carsten Fuchs: Ich würde einfach sagen, habt Vertrauen, alles ist gut und alles wird gut. Bianca-Maria Klein: Sehr schön. Und die letzte Frage. dir vor, Carsten, du hast alles Geld der Welt. Steht der Goldesel vor der Tür und spuckt alles aus, was du brauchst. Du hast überhaupt keinen Zeitdruck. Und du hast überhaupt keine Angst. Was machst du ab morgen? Carsten Fuchs: Ich habe mich Frage tatsächlich, also jetzt nicht in dieser Radikalität, aber auf jeden Fall schon mal in Vorstufen beschäftigt. Ich würde tatsächlich genau das Gleiche machen, was ich jetzt mache. Ich würde natürlich, wenn ich keine Angst habe oder wenn es an der Stelle keine äußere Berenzung gäbe, würde ich an vielen Stellen natürlich einfach mutiger sein, ich, noch mehr selber initiieren. In meinem Zukunftsbild steht zum Beispiel, dass ich gerne ein Zukunftsbild für unser Land entwickeln möchte. Das würde ich dann einfach machen. Das heißt, ich würde jetzt im Moment, wo ich auf die richtige Chance oder die richtige Tür warte, die sich dann eröffnet, wenn es diese Möglichkeiten gäbe, dann würde ich sie mir einfach schaffen, weil ich glaube, wir brauchen ein positives Zukunftsbild. Wir brauchen etwas, was uns gemeinsam durch diese Zeit auch gehen lässt oder wo wir sagen, dafür lohnt es sich auch, sich auf den Weg zu machen und jetzt auch Veränderungen in Kauf zu nehmen und auch mal, wenn es hart wird, dann trotzdem dran zu bleiben und ähnliches. Ja, das würde ich gerne machen. Bianca-Maria Klein: Kassen, ich bin mir ziemlich sicher, dass die, uns hier zu sehen oder zu hören, schon ein mutigeres Zukunftsbild haben nach diesem Gespräch hier. Ich danke dir von ganzem Herzen, denn wie so oft, ich könnte noch stundenlang weiter sprechen und habe immer noch ein paar Fragen. Vielleicht stelle ich dir die dann beim nächsten Mal. Carsten Fuchs: Ja, ich gönne. Bianca-Maria Klein: Ganz, ganz herzlichen Dank, dass du da warst. Hast du denn noch was, was du sagen möchtest, was dir noch auf dem Herzen liegt oder du den Zuhörern mitgeben möchtest, so zum Schluss? Carsten Fuchs: Naja, eigentlich nur das, was wir beide schon die ganze Zeit über betont haben, irgendwas, wenn es dich anzieht, etwas anderes zu machen, dann sich auf den Weg zu machen. Such dir Menschen, mit denen du dich unterhältst, verändere etwas. Lass dich nicht unterkriegen, glaub daran, dass dir eine andere Zukunft möglich ist und auch zusteht und dass das Leben für dich ist. Und dann einfach vielleicht einen Schritt nach dem anderen. Das glaube ich. Bianca-Maria Klein: Sehr schön. Carsten Fuchs: Vielen lieben Dank. Bianca-Maria Klein: Ja, sehr gerne Carsten. Ich freue mich, dass du hier warst. Und für die, zuhören, es ist ja auch einfach ein kleiner Schritt, leicht mit dir in Kontakt zu treten. Ich verlinke ja die Webseiten und auch da du bietest ja wirklich schöne Formate an, dass das gar nicht so ein Riesenpaket ist, was man machen muss, sondern auch als Einzelperson vielleicht einfach erstmal ein Gespräch zu führen und die dir jetzt auf den Geschmack gekommen sind. Also schaut euch das an, geht mit Carsten in Verbindung. Mir hat alleine dieses Gespräch, ich wusste es aber, ich wusste es heute Morgen, ich habe gesagt, das wird richtig gut, wahnsinnig wieder viel Freude gemacht. Und das sind ja auch genau diese Gespräche, die erfüllen mich ja so und auch in meiner Arbeit. Denn genau so etwas brauchen wir, die Verbindung mit positiven, zukunftsgerichteten, mutigen Menschen wie dir. Also ganz, ganz herzlichen Dank, dass du da warst, Carsten. sag mal, bis zum nächsten Mal. Carsten Fuchs: Vielen Dank für die Einladung. zum nächsten Mal. Bianca-Maria Klein: Jeez. Carsten Fuchs: Tschüss.