Latest / Gin And Talk / Stefanie Stahl über Prägung, Kindheit und Reflektion
Transcript
- 0:00Speaker 0: Am Ende liegen die Dinge ziemlich einfach.
- 0:02Speaker 0: Wir sind nicht so wahnsinnig kompliziert aufgebaut, natürlich kann und darf man gerne seinen Eltern verzeihen und sagen Menschen haben es auch nicht leicht aber erstmal muss die Lösung erfolgen.
- 0:14Speaker 0: also der zweite Schritt darf nicht vor dem ersten kommen.
- 0:17Speaker 0: als Kind habe ich ja nicht gedacht meine Eltern haben eine Binnungsstörung und sie müssen mal in Psychotherapie.
- 0:23Speaker 0: als Kind denkst und fühlst du immer Ich bin der Fehler.
- 0:26Speaker 0: Also ich bin es nicht wert dass sie sich besser um mich kümmern.
- 0:30Speaker 0: Ich bin nicht liebenswert, ich bin falsch und so weiter.
- 0:32Speaker 0: So kommen wir diese Prägung
- 0:33Speaker 0: zustande.".
- 0:34Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:35Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürk und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:42Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Stephanie Stahl.
- 0:45Speaker 1: Sie isst Psychologin, Psychotherapeutin, Bestsellerautorin und Speakerin.
- 0:50Speaker 1: Mit ihren Büchern erreicht sie Millionen von Lesern.
- 0:53Speaker 1: Allein das Kind in dir muss Heimat finden, wurde in Deutschland mehr als drei Millionen mal verkauft und in über dreißig Sprachen übersetzt.
- 1:01Speaker 1: Ihr aktuellstes Werk ist das Arbeitsbuch zu ihrem bereits seit Jahrzehnten erschienenen Buch Wer wir sind.
- 1:07Speaker 1: Es ist eine Art Praxisprogramm, dass dabei hilft sich selbst besser zu verstehen.
- 1:12Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen, wie wichtig es tatsächlich ist dass wir verstehen wer wir wirklich sind.
- 1:17Speaker 1: Warum wir uns noch einmal mit unserer eigenen Kindheit auseinandersetzen sollten um zu verstehen warum wir so sind wie wir sind und wie es eigentlich ganz generell um die Empathie in unsere Gesellschaft steht.
- 1:30Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Jenna Talk gefällt folge uns bei Spotify Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcast hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:39Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du auch als Videopodcast auf unserem YouTube-Kanal.
- 1:45Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 1:54Speaker 0: Und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studiobahn.
- 2:24Speaker 1: Liebe Stefan, ich freue mich sehr, dass wir uns heute hier treffen können um ein wenig über deine Arbeit zu sprechen, um ein bisschen über Psychologie zu sprechen und unser Selbstwertgefühl, unsere Identität über das wer wir eigentlich sind und dein aktuelles Buch.
- 2:41Speaker 1: herzlich willkommen!
- 2:42Speaker 0: Danke dir!
- 2:42Speaker 1: Dein aktuelles Buch heißt Wer Wir Sind.
- 2:45Speaker 1: Wie wichtig ist es denn eigentlich selbst zu wissen und zu verstehen, wer wir tatsächlich sind?
- 2:51Speaker 1: Weil ich könnte ja auch so gemütlich in den Tag hineinleben.
- 2:54Speaker 1: Und das Leben passieren lassen ohne es wirklich zu reflektieren oder mir Gedanken darüber zu machen was das alles für meine eigene Identität bedeutet.
- 3:06Speaker 1: Was macht dieses Verstehen, wer ich bin mit mir und warum ist es so wichtig?
- 3:11Speaker 0: Ja... Mein aktuelles Buch ist das Arbeitsbuch zu Wer Wir Sind.
- 3:16Speaker 0: Wer wir sind, ist ja schon vor zwei Jahren erschienen und in dem Arbeitsbuch kann man halt direkt loslegen um sich selbst besser zu verstehen.
- 3:24Speaker 0: und gut um das mal so zu erklären ich zeige ja beschreibe ja in diesen Büchern im Hauptbruch und im Arbeitsbuch wie wir Menschen eigentlich psychisch konfiguriert sind wie unsere psychische Architektur unser Bauplan Denn der hat sich genau wie unser körperlicher Bauplan gemäß der Evolution entwickelt.
- 3:46Speaker 0: Was nichts anderes bedeutet, als dass wir weltweit eine gemeinsame psychische Grundstruktur aufweisen.
- 3:54Speaker 0: und wenn man diese Grundstruktur kennt ist man natürlich ungeheuer im Vorteil weil man dann nicht automatisiert und unbewusst aufgrund dieser Struktur agiert sondern natürlich ganz andere Entscheidungsfreiheiten gewinnt.
- 4:09Speaker 0: Weil ansonsten bin ich der Sklave oder die Sklave in meines Gehirns, weil ich halt zu meinen psychischen Mechanismen keinen Zugriff habe im Grunde genommen.
- 4:20Speaker 0: Wenn ich um die Zusammenhänge weiß kann ich mich ganz anders regulieren, mich ganz anderes verstehen und hab natürlich ganz andere Entscheidungsfreiheiten.
- 4:29Speaker 0: Weil die Psyche das ist ja im Grund am alles was wir haben also ganz große psychologische Forschungsgebiete sind unsere Wahrnehmung und damit unser Bewusstsein.
- 4:43Speaker 0: Emotionen, alle Emotionen denken also wie wir denken und denken und Erinnerungen und natürlich unser Verhalten.
- 4:51Speaker 0: Also unsere Psyche sind wir und wer sich da auskennt ja der ist wesentlich reflektierter und kann damit vernünftig auch eine bessere Entscheidung für sich treffen und damit natürlich auch bessere Entscheidungen für andere, weil ich sage immer der selbstreflektierte Mensch ist der bessere Mensch.
- 5:11Speaker 0: Und er belastet die Gesellschaft weniger als der unreflektierte.
- 5:16Speaker 1: Du sagst ja auch ganz oft man kann sehr viel selbst machen ohne dass man gleich die große Therapie oder die große psychologische Betreuung braucht.
- 5:27Speaker 1: sind wir denn da eigentlich besser geworden in den letzten Jahren?
- 5:31Speaker 1: dass wir uns mehr auch damit beschäftigen, dass wir vielleicht auch Bücher wie deine lesen.
- 5:37Speaker 1: Aber es gibt ja auch noch ganz viele andere um besser zu verstehen was eigentlich mentale Gesundheit ist das ganze beeinflusst was auch Traumata von früher sind was vor Geschichte ist was Prägung ist wie das alles funktioniert.
- 5:53Speaker 1: also sind wir da inzwischen ein bisschen besser geworden.
- 5:55Speaker 0: Ich finde, wir sind sehr viel besser geworden.
- 5:57Speaker 0: Weil diese Themen einfach eine ganz große Verbreitung haben.
- 6:01Speaker 0: Dazu haben auch soziale Medien positiv beigetragen weil die sind halt sehr niedrigschwellig und vor allen Dingen die jüngeren Generationen fangen viel früher an sich selbst zu verstehen und sich zu reflektieren.
- 6:16Speaker 0: das haben ja früher oft Leute erst gemacht wenn sie einen Riesenhaufen voller Probleme hatten Und das ist heutzutage eine viel größere Selbstverständlichkeit und das halte ich halt auch für ungeheuer wichtig.
- 6:27Speaker 0: Ich sag mal, die Tragik der Geschichte unserer Menschheit ist eben die, dass darüber viel zu wenig nachgedacht wurde.
- 6:36Speaker 0: Deswegen haben wir auch ne sehr brutale Menschheitsgeschichte.
- 6:40Speaker 0: Und zwar bis heute wo Traumatafen einer Generation in die nächste weiter gereicht werden, wo Menschen abgespalten sind von ihren Gefühlen Deswegen auch nicht in der Lage sind, zum Mitgefühl ja abgespalten von ihrer Verletzlichkeit und damit eigentlich auch abgespalten.
- 6:59Speaker 0: Von einer echten Verbundenheit mit anderen Menschen.
- 7:05Speaker 0: Und das ist alles was wir unbedingt brauchen.
- 7:08Speaker 0: Das ist eine der wesentlichen Schlüssel um die Welt zu retten.
- 7:15Speaker 0: In einem keinen guten Zustand des im Moment und nicht nur was das Klima betrifft sondern eben auch was die gesellschaften betrifft.
- 7:23Speaker 1: das heißt du würdest ein bisschen sagen dass diese mischung aus transgenerational nicht verarbeitet in traumata in kombination mit komplexer werdenden herausforderungen die wir nun mal in dieser welt gerade haben zu einer abnahme von empathie und eine zunahme von egoismus führen
- 7:44Speaker 0: will.
- 7:45Speaker 0: eigentlich sagen, dass nie viel Empathie bestanden hat über die ganze Menschengeschichte.
- 7:49Speaker 0: Ich würde gar nicht von Abnamen reden, sondern es war schon immer furchtbar und das ist noch furchтbar.
- 7:55Speaker 0: Und in manchen Gesellschaften wird es amählich ein bisschen besser.
- 7:58Speaker 0: so war das gemeint.
- 8:00Speaker 1: Wenn wir ein bisschen zurückgehen... Bisher nach wie vor erfolgreichstes Buch ist das Kind in dir muss Heimat finden.
- 8:07Speaker 1: Seit über sieben Jahren immer wieder jedes Jahr Jahresbestseller, immer in den Bestseller-Listen vertreten.
- 8:16Speaker 1: Kannst du dir denn im Rückblick eigentlich diesen enormen Erfolg von diesem Buch erklären?
- 8:21Speaker 1: Also es ist wirklich so dass wir... Das vielleicht auch daran liegt, dass ganz wenige Menschen sich von uns so richtig mal mit dieser Thematik beschäftigt haben und festgestellt haben, wenn ich da mal drüber nachdenke dann ist da vielleicht auch was bei mir, mit dem ich mich mal beschäftigen muss.
- 8:39Speaker 0: Also ich glaube den Erfolg des Buches macht aus dass dieses Buch ganz ganz vielen Menschen ungeheuer hilft.
- 8:46Speaker 0: und wenn mir etwas ungeHeuer hilft oder wenn ich etwas richtig toll finde dann empfehle ich das natürlich auch gerne weiter.
- 8:53Speaker 0: Und der Erfolg des Borus beruht ja auch auf Mund-zu-Mund-Propaganda.
- 8:57Speaker 0: Was ich eigentlich in das Kinderjahr muss Heimat finden gemacht habe, ist, hab eine große Problemlösestruktur vorgestellt.
- 9:05Speaker 0: Das ist wie ein Problemlösealgorithmus.
- 9:09Speaker 0: D.h.,
- 9:09Speaker 0: jeder kann sein individuelles Problem mit diesem Algorithmus bearbeiten.
- 9:14Speaker 0: und deswegen hab' ich im Grunde mal auch ne hundertprozentige Leserschaft weil es geht irgendwas an um die frühen kindlichen Prägungen, die unser Wahrnehmen und denken, unsere Gefühle ungeheuer beeinflussen.
- 9:34Speaker 0: Weil diese Prägung im Gehirn sind wie die Hard- und Software meines Gehirns.
- 9:39Speaker 0: Und dieses eine Gehirnt steht mir ja nur zur Verfügung!
- 9:43Speaker 0: Und das sogenannte Schattenkind ist ja der Anteil dieser frühen Prägung, wo Sachen vielleicht nicht so glücklich gelaufen sind.
- 9:51Speaker 0: Ich mache es mal anhand eines konkreten Beispiels.
- 9:54Speaker 0: also wenn ich jetzt war Eltern aufgewachsen, bin die vielleicht einfach überfordert waren, die sich selbst nicht gut reflektiert haben.
- 10:04Speaker 0: Auf jeden Fall die eben ziemlich gestresst waren und auch nicht immer so ein gutes Verständnis für mich aufgebracht haben.
- 10:11Speaker 0: dann kann es eben passieren dass ich so ein tiefer inneres Programm entwickeln wie Ich genüge nicht, ich bin nicht okay um wenn ich will das du mich liebst muss ich mich ziemlich anstrengen.
- 10:20Speaker 0: Das wäre dann mein Schattenkind weil das meine Erfahrungen im Elternhaus waren, dass ich mich sehr anpassen muss.
- 10:26Speaker 0: Dass ich gucken muss wie ist Mama heute drauf?
- 10:28Speaker 0: Wie ist Papa heute drauf?
- 10:30Speaker 0: was muss ich tun damit die nicht meckern?
- 10:32Speaker 0: oder dann mit dem ich doch ein bisschen lieb haben?
- 10:34Speaker 0: und so habe ich ganz früh gelernt so funktionieren Beziehung und mit diesem Gehirn werde ich groß und unsere Gehirne berechnen ja von morgens bis abends Erwartungen was als nächstes passiert.
- 10:46Speaker 0: Und diese Erwartung können Sie nur aufgrund der Vergangenheit berechnen.
- 10:50Speaker 0: Das heißt, dieser erwachsene Mensch, sofern er sich nicht reflektiert und seine Prägungen hinterfragt, erwartet dann natürlich eher Ablehnung von anderen Menschen.
- 11:01Speaker 0: zumindest unter der Bedingung dass er selbst ist das er authentisch ist beginnt sich seine alten Schutzstrategie, die er schon bei seinen Eltern gelernt hat.
- 11:12Speaker 0: Möglichst zu gucken.
- 11:13Speaker 0: wie sind die anderen Leute drauf?
- 11:15Speaker 0: Wie muss ich mich verhalten und wie muss ich sein damit sie nicht annehmen.
- 11:19Speaker 0: Und das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit so einer Prägung und so eines Programms.
- 11:24Speaker 0: und ich leite halt die Leserinnen dazu an ihre eigenen Prägungen zu verstehen ihr Schattenkind wirklich auch aufzumahlen mit den Glaubenssätzen typischen Emotionen, die dann immer wieder aufkommen mit ihren Selbstschutzstrategien und so weiter.
- 11:44Speaker 0: Und dann im zweiten Schritt geht es eben an die Veränderung, an die Heilung.
- 11:49Speaker 0: der Gegenentwurf ist das Sonnenkind.
- 11:51Speaker 0: Das Sonnenkind steht sowohl auch für die guten Prägungen Eltern haben in der Regel nicht alles falsch gemacht also was ich auch an gesunden Anteilen in mir trage aber und das ist ganz wichtig eben auch dafür, was ich mir jetzt als Erwachsene neu gestalten kann.
- 12:08Speaker 0: Ich bin ja nicht mehr klein und ausgeliefert und die Wälder draußen ist nicht Mama und Papa.
- 12:13Speaker 0: Und das heißt, ich kann mir ganz viel Neue gestalten!
- 12:16Speaker 0: Ich kann mir neue konstruktive realistisch positive Glaubenssätze selber geschalten.
- 12:24Speaker 0: Ich kann von den Schutz zu den Schatzstrategien kommen.
- 12:28Speaker 0: Das heißt, Selbstbeschützenden, dysfunktionalen Verhaltensweisen aus in Konstruktive die mich entlasten.
- 12:38Speaker 0: Die meine Beziehungen entlassen und so weiter und sofort.
- 12:41Speaker 0: damit können sehr viele Menschen ganz viel anfangen weil es ist nicht besonders kompliziert Und das ist immer mein krede um eine ganze erfahrung.
- 12:50Speaker 0: ich habe über dreißig jahrelang als psychotherapeutin gearbeitet.
- 12:55Speaker 0: meinem podcast stahl aber herzi mache ich immer noch psychotherapie.
- 12:58Speaker 0: Am Ende liegen die Dinge ziemlich einfach.
- 13:01Speaker 0: Wir sind nicht so wahnsinnig kompliziert aufgebaut, ja?
- 13:06Speaker 0: Und in diesem Sinne würde ich auch gerne noch mal kurz auf diesen Bauplan der Psyche tatsächlich zu sprechen kommen, den ich eben jetzt in meinen neuen Buch behandle.
- 13:14Speaker 1: Genau!
- 13:14Speaker 1: Ja, darauf wollte ich nämlich gerade auch überleiten.
- 13:17Speaker 1: tatsächlich... Du hast vorhin schon gesagt das aktuelle Buch ist eben diese Arbeitsbuchversion oder dieser Arbeitsbuchausgabe von wer wir sind in denen Deine Leser sehr praktisch auch mit verschiedenen Übungen, mit verschiedenen Aufgabestellungen an dieses Konzept rangehen können und sich selbst arbeiten können.
- 13:39Speaker 1: Wie viel Vorkenntnis brauche ich denn eigentlich um dieses Buch auch sinnvoll nutzen zu können?
- 13:46Speaker 1: Und wie sollte ich mich darauf vorbereiten?
- 13:48Speaker 0: Gar nicht!
- 13:49Speaker 0: Also, ich schreibe meine Bücher immer so.
- 13:51Speaker 0: Ich habe ja auch zu das Kindchen, die ein Arbeitsbuch geschrieben, immer so dass man direkt anfangen und loslesen kann – auch wenn man sonst noch kein Buch von mir gelesen hat oder überhaupt noch nie was zur Psychologie gehört hat!
- 14:04Speaker 0: Ich mache es den Leserinnen und Lesern immer sehr leicht und einfach.
- 14:08Speaker 0: zumindest bin ich bemüht, das zu tun und dass es wirklich niedrigschwellig ist.
- 14:12Speaker 0: Und ich hab' aber auch die Übungen so gestaltet, dass sie nicht so wahnsinnig arbeitsintensiv sind.
- 14:18Speaker 0: Einige Psychoradgeber, wo ich denke, das ist alles viel zu aufwendig.
- 14:23Speaker 0: Wenn ich das machen wollte, viel zu viel Arbeit.
- 14:26Speaker 0: Ich muss gestehen, ich bin selbst eher ein bisschen faul und was ich mir nicht zumuten will ... Das will ich auch nicht meinen Lesern zumuten insofern... Ist das alles niedrigschwellig aber ich denke sehr effektiv.
- 14:39Speaker 0: Und am Ende weiß halt jeder Aha!
- 14:42Speaker 0: Das ist jetzt mein Bauplan Aber auch von Anfang an, wenn er sich möchte direkt ein Problem bearbeiten.
- 14:50Speaker 0: Was er aktuell hat.
- 14:52Speaker 0: und bei diesen Bauplanen geht es im Grunde im Wesentlichen um unsere vier psychischen Grundbedürfnisse.
- 15:00Speaker 0: Weil eigentlich unser ganzes psychisches Erleben von morgens bis abends sich um diese Grundbedirfnisse dreht ohne dass uns das bewusst ist, ohne dass wir darum so richtig wissen.
- 15:11Speaker 0: Und diese vier Grundbedürfnisse sind eben die Folgenden.
- 15:14Speaker 0: Das erste ist unser Bedürfnis nach Bindung und Zugehörigkeit, also jeder Mensch weltweit möchte irgendwo dazugehören.
- 15:22Speaker 0: Wir machen eine Menge um dazu zu gehören und das ist auch der Grund warum wir alle so nach Anerkennung streben.
- 15:29Speaker 0: Denn wenn uns keiner anerkennt dann will sie auch keine an uns binden!
- 15:33Speaker 0: Und das zweite Bedürfnis ist das nach Kontrolle und Autonomie.
- 15:37Speaker 0: Also einerseits wollen wir verbunden sein, wir wollen zu einer Gemeinschaft gehören Wir wollen im Rundum zurechtkommen mit unseren Arbeitskollegen Mit unseren Nachbarn in Liebesbeziehungen usw.. Aber wir wollen natürlich auch unser eigenes Ding machen und wir voll einen Einfluss nehmen können.
- 15:53Speaker 0: Wir brauchen eine gewisse Kontrolle, das ist ganz wichtig so wichtig wie die Luft zum Atmen weil wir wollen ja unseren eigenen Weg gehen und selbstbestimmt handeln können.
- 16:04Speaker 0: Und Bindung und Autonomie sind auch ein Stück weit immer gegensatzbar.
- 16:08Speaker 0: bei der Bindung geht es immer um die Frage was haben wir gemeinsam?
- 16:11Speaker 0: Wie kommen wir miteinander klar Wo müssen wir ein Kompromiss finden?
- 16:16Speaker 0: und so weiter?
- 16:17Speaker 0: Bei der Bindung geht es im weitesten Sinne um eine Anpassungsfähigkeit.
- 16:20Speaker 0: Wenn ich nicht anpassungsfähig bin, kann mich auch nicht binden, da bin ich nicht beziehungsfähig!
- 16:24Speaker 0: Und bei der Autonomie gilt es um die Frage was unterscheidet uns bald?
- 16:29Speaker 0: Wo bin ich anders als du?
- 16:31Speaker 0: also wo muss ich mich von dir abgrenzen und meinen eigenen Weg?
- 16:35Speaker 0: Bei der Autonomie geht es im weitesten Sinne um Abgrenzungsfähigkeiten.
- 16:39Speaker 0: Dass ich mir Ziele setze, dass sich mal diskutieren kann und mich mal durchsetzen kann oder mich nötigenfalls auch trennen kann wenn jemand meine Autonomies zu stark behindert.
- 16:49Speaker 0: Und allein auf diesem Spannungsfeld von Bindung und Autonomien lassen sie sich schon fast neunzig Prozent der Beziehungskonflikte erklären und verstehen.
- 16:59Speaker 0: Unser drittes Grundbedürfnis ist das nach Selbstwerderhöhung.
- 17:04Speaker 0: Also jeder Mensch weltweit hat ein dringtes Bedürfnis, sich wertvoll zu fühlen.
- 17:09Speaker 0: Sich wirklich zu fühln und wir alle ergreifende Menge seelischer Maßnahmen um unseren Selbstwert irgendwie stabil und in der Balance zu halten.
- 17:19Speaker 0: Und das letzte Grundbedürfnisse ist dass, dass wir alle gern unguten Gefühle aus dem Weg gehen Also so Gefühle wie Angst und Trauer, Schamgefühl also alles was sich belastend nicht gut anfühlt gerne vermeiden.
- 17:36Speaker 0: Und möglichst danach streben uns glücklich zu fühlen ja.
- 17:39Speaker 0: aber es natürlich nicht bedeutet dass wir ungute gefühle durchaus eine lange Zeit in Kauf nehmen können um zum Beispiel höhere Ziele zu erreichen wie eine Prüfung zu bestehen oder ein Studium zu bestehnen.
- 17:51Speaker 0: sonst würde kein Mensch der Welt irgendwo einen Abschluss hinkriegen wenn wir nicht eine gewisse Frustations-Toleranz auch hätten und die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub oder auch um höheren Werten zu dienen.
- 18:04Speaker 0: Die Pflege eines geliebten Angehörigen kann eine ganz, ganz furchtbare Belastung sein aber diese höheren Werte also die Liebe des Verantwortungsgefühles, die Loyalität
- 18:16Speaker 0: usw.,
- 18:17Speaker 0: veranlassen uns dann natürlich auch zur hervorragenden Leistungen wo wir auch fähig sind und bereit sind dann auch belassende Gefühle im Kauf zu nehmen.
- 18:27Speaker 0: Was in diesem Kontext halt so wichtig ist, und das habe ich als Psychotherapeutin ebenso oft erlebt.
- 18:32Speaker 0: Wie viel wir auch unbewusst tun, verdrängen uns zu rechtbiegen, schön reden um gewisse Gefühle nicht aufkommen zu lassen?
- 18:41Speaker 0: Beispielsweise jemanden ist eine sehr unglückliche Beziehung verstrickt Und es an einen Partner geraten der wirklich schwierig ist ja der immer wieder verletzt abwertet, unzuverlässig ist.
- 18:55Speaker 0: Also eigentlich kein Mensch mit dem man durchs Leben gehen kann.
- 18:59Speaker 0: Aber der Betroffene, der damit zusammen ist hat so Angst für seine eigenen Verlustangst und so Angst vor der Einsamkeit – das wären jetzt die unguten Gefühle -, dass für ihn eine Trennung im Grunde genommen nicht in Frage kommt.
- 19:12Speaker 0: also versucht er sich alle zu Recht biegen und schönzureden letztlich trotzdem die Bindung an diesen schwierigen Menschen aufrechterhalten kann.
- 19:23Speaker 0: Zum Beispiel sehr beliebtes Strategie, indem man bei sich selbst immer den Fehler sucht also in dem man irgendwie klammheimlich denkt ich bin schuld wird mir vielleicht auch suggeriert von diesem schwierigen Partner wenn du nicht so wärst und sowas dann wird ja alles besser laufen zwischen uns.
- 19:39Speaker 0: Also sozusagen die Verantwortung übernehme dafür, dass die Beziehung so schwierig ist.
- 19:45Speaker 0: Nach dem Motto ich muss nur besser werden, dann kriegen wir auch einen Happy End hin indem ich mir die tatsächlichen Schwächen des Partners gar nicht so richtig eingestehe oder sie immer wieder entschuldige.
- 19:57Speaker 0: Ach ja er hatte ja eine schwere Kindheit und mehr alles so zurechtlege und Zurechtbiege das ich mich nicht mit meiner eigenen Angst vor Verlust konfrontieren muss und mit den Gefühlen der Einsamkeit Die ich bei dem Gedanken, ich würde mich trennen spüre.
- 20:14Speaker 0: Also die ich dann so antizipiere dass sie mich dann vielleicht sehr einsam und verloren fühlen würde.
- 20:19Speaker 0: das heißt ganz viele psychische Probleme entstehen eigentlich dadurch Dass die Menschen diesen Gefühlen aus dem Weg gehen wollen.
- 20:29Speaker 0: Sie wollen diese schrecklichen Gefühle nicht fühlen Und machen dann alles mögliche und bereiten sich selber ganz viele Probleme indem sie zum Beispiel diese wirklich schwierige Beziehung aufrecht erhalten, um den Gefühlen aus dem Weg zu gehen.
- 20:43Speaker 0: Und so ist es natürlich auch wenn's um die Verarbeitung geht.
- 20:46Speaker 0: vergangene Erfahrung und das ist wirklich wichtig dass wir mal gucken Mensch was war damals eigentlich mit den Eltern mit anderen Bezugspersonen?
- 20:55Speaker 0: umzu verstehen wie unser Gehirn konfiguriert ist und wie wir eigentlich geprägt sind?
- 21:02Speaker 0: haben viele Menschen Angst vor und machen darum einen Bogen aus Sorge, dass zu viele schmerzliche Gefühle aufkommen könnten.
- 21:10Speaker 0: Und auch zum Teil aus einer falsch verstandenen Loyalität zu den Eltern.
- 21:16Speaker 0: Genau mit falsch verstandener Loyalitet meine ich, dass Kinder ihren Eltern immer gegenüber loyal sind und auch viele erwachsene Kinder ihren Eltern gegenüber loyal.
- 21:26Speaker 0: Und ich mache ja gar keinen Eltern-Bashing.
- 21:29Speaker 0: manchmal werde ich da so ein bisschen falsch verstanden.
- 21:31Speaker 0: Ich sage eigentlich nur ganz nüchtern wenn du dann Programm verstehen willst.
- 21:35Speaker 0: Da musst du hingucken wie es programmiert wurde.
- 21:38Speaker 0: Dann kommst du nicht drum herum mal einen Blick auf dein Elternhaus zu werfen.
- 21:42Speaker 0: das ist meine Aussage.
- 21:45Speaker 0: aber viele Bleiben lieber dabei was ihr als kinder schon gefühlt und gedacht haben.
- 21:51Speaker 0: ich bin der fehler.
- 21:52Speaker 0: Ich bin nicht okay Und halten damit die verantwortung von ihren eltern fern.
- 21:58Speaker 0: Denn wenn sie sich eingestehen werden mensch ihr habt teilweise wirklich misst gebaut das war ja wirklich blöd Was ihr da zum teil gemacht haben und so eine bis in so eine wut auch eine gesunde Wut aufkommen würde würden Sie ja ihre loyalität Verraten zu den Eltern.
- 22:12Speaker 0: aber dass ist in vielen fällen Die voraussetzung um diese ungesunden Prägungen auch wirklich zu entfernen, sag ich mal.
- 22:20Speaker 0: Um sich nicht mehr mit diesen Prägung zu identifizieren.
- 22:23Speaker 0: Denn solange ich der Fehler bin haben meine Eltern nicht wirklich Fehler gemacht.
- 22:31Speaker 0: Das ist halt oft ein Mechanismus warum Menschen an ihrem niedrigen Selbstwertgefühl festhalten Obwohl ihn theoretisch alles klar ist, weil dieser letzte Schritt ... Mensch das war ja wirklich nicht einfach.
- 22:43Speaker 0: Also so vom Reihen vom Kopf her ist Ihnen vieles klar aber Sie lassen diese Erkenntnis menschlich.
- 22:48Speaker 0: es war ja manchmal wirklich schwer.
- 22:49Speaker 0: Nicht richtig zu.
- 22:50Speaker 0: und dann bleibt es dabei dass sie an ihren negativen Glaubenssätzen festhalten die eigentlich zu Ihren Eltern gehören und nicht zu ihnen gehören.
- 22:58Speaker 1: Wir haben jetzt viel darüber gesprochen welche Rolle Reflektion spielt um überhaupt erst mal zu verstehen Was damit einem selbst passiert ist und was mit einem selbst hier und jetzt auch los ist, warum ich so handle wie ich handle.
- 23:11Speaker 1: Warum mich auf Dinge so reagiere wie ich reagier?
- 23:14Speaker 1: Wie regelmäßig muss ich mich denn eigentlich mit diesen Themen beschäftigen?
- 23:19Speaker 1: oder ist es Ich sag jetzt mal Programm, also ich arbeite alle deine Arbeitsbücher zum Beispiel durch und hab das einmal für mich verstanden.
- 23:27Speaker 1: Und es reicht für den Rest des Lebens in Anfangstrichen ganz extrem in die eine Richtung gesprochen?
- 23:32Speaker 1: oder ist das was du sagst?
- 23:33Speaker 1: Da muss ich mich eigentlich wirklich sehr regelmäßig mit auseinandersetzen um im Kopf mich auch immer wieder daran erinnern zu können Was da eigentlich gerade passiert und das einordnen zu können in der Reflektion.
- 23:47Speaker 0: Da kann durchaus sowas wie Heilung stattfinden.
- 23:50Speaker 0: Weil wenn ich jetzt neue Glaubenssätze, neue Verhaltensweisen und so weiter eine neue Einstellung trainiere und wiederhole dann entstehen ja neue Datenautobahnen in meinem Kopf Und dann verschalte ich vieles neu im meinem Gehirn und auch das kann sich wiederum automatisieren sodass ich immer weniger und immer seltener überhaupt noch in meinem alten Programm getriggert bin.
- 24:15Speaker 0: Sondern das neue Programm ganz gut funktioniert, das ist so ... Stell dir vor du würdest einen neuen Tanz lernen.
- 24:22Speaker 0: Am Anfang muss das sehr bewusst tun, dich wirklich konzentrieren mit den Schrittabfolgen im Rhythmus zu bleiben bla-bla-bla.
- 24:30Speaker 0: Aber irgendwann... automatisiert sich das im Körpergefühl, dann hast du es gelernt und abgespeichert.
- 24:37Speaker 0: Und dann automatisiert sie sich das auch ja?
- 24:40Speaker 0: Dann tanzt mit Leichtigkeit und die Schrittabfolgen usw.
- 24:44Speaker 0: sind einfach drin!
- 24:46Speaker 0: Nicht anders funktioniert auch Lernen auf der psychologischen Ebene also wenn Du anfängst dich mit diesem Schattenkind zu beschäftigen.
- 24:53Speaker 0: und das ist auch das, was mir unheimlich viele Leser- und Leserin rückmelden.
- 24:58Speaker 0: Dass sie innerhalb weniger Wochen und weniger Monate wirklich ihr Leben ganz schön verändert haben sehr stark massiv verändert haben und auch sagen wie der Schatten Kind meldet sich immer selten überhaupt zu Wort.
- 25:12Speaker 0: aber natürlich haben wir alle ich sage mal so Im Verlauf unseres Lebens diverse Herausforderungen, was auch mit der persönlichen Weiterentwicklung zu tun hat.
- 25:21Speaker 0: Also ich kann so alte Themen aus der Kindheit und alte Glaubenssätze und ich sag mal so mein Schattenkind in meiner Terminologie gesporen kann ich wirklich gut heilen.
- 25:31Speaker 0: und trotzdem passieren immer wieder neue Dinge.
- 25:34Speaker 0: Ich habe einen Konflikt mit einer Kollegin, meine Mutter wird pflegebedürftig, ich werde selber alt, muss nicht beim eigenen Sterben auseinandersetzen der Hund stirbt was auch immer alles so passieren kann.
- 25:45Speaker 0: das heißt irgendwie wir hören ja nicht auf verletztbar zu sein.
- 25:50Speaker 0: also es passiert immer irgendwas und die haben wieder neue Herausforderungen über die wir nachdenken können und nachfühlen können oder Probleme, die wir lösen müssen.
- 26:01Speaker 1: Du hast vorhin natürlich auch viel über diese Eltern-Kind-Beziehungen in der eigenen Vergangenheit gesprochen.
- 26:05Speaker 1: Du warst von irgendwann mal gesagt, da sind Dinge gewesen, die nicht so in Ordnung gelaufen sind.
- 26:10Speaker 1: Das ist eine Ende der Scala weil nie läuft irgendwie alles perfekt.
- 26:16Speaker 1: Es gibt immer Dinge, die ... die nicht gut funktioniert haben.
- 26:20Speaker 1: Und am anderen Ende der Skala ist vielleicht die hochgradig dysfunktionale Eltern-, Kindbeziehung mit vielleicht sogar psychischen Missbrauch und vielleicht sogar physischem Missbrauchs, also die Bandbreite ist ja riesig.
- 26:33Speaker 1: Wie wichtig ist denn für mich selbst als die Person, die Selbstreflektion und vielleicht auch Selbstheilung an der Stelle betreiben möchte?
- 26:43Speaker 1: Wie wichtig isst denn für mir selbst diese Einordnung auf dieser Skala?
- 26:48Speaker 1: Also muss ich für mich selber entscheiden da war jetzt was nicht ganz so in Ordnung oder... Nee das war wirklich Hochgradig, dysfunktional und hochgradig schwierig.
- 27:00Speaker 1: Spielt das für die Erkenntnis?
- 27:02Speaker 1: Für die Selbstheilung überhaupt eine Rolle wie ich das im Endeffekt für mich selbst verurteile was damals in meiner Kindheit passiert ist?
- 27:10Speaker 0: Im gewissen Maß schon denn je klarer ich sehe desto besser kann ich mich distanzieren.
- 27:17Speaker 0: also wenn ich jetzt aus dem wirklich sehr störten Eltern rauskomme Und die gibt es ja.
- 27:23Speaker 0: Es ist wirklich entsetzlich, was manche Eltern ihren Kindern antun – ganz furchtbar!
- 27:28Speaker 0: Also wenn ich diese Kindheit irgendwie emotional überlebt habe und jetzt einen Riesenpäckchen zu tragen hab an devastating Glaubenssätzen also bis hin, ich darf nicht leben, das sind so Programme wie Menschen, die aus sehr schwierigen Kindheiten haben Umso wichtiger ist es mir klar zu machen, Mensch.
- 27:51Speaker 0: meine Eltern haben richtig Scheiße gebaut.
- 27:53Speaker 0: Nicht ich bin der Fehler, die haben Fehler gemacht weil dann kann ich mich viel besser distanzieren und aufhören mich mit diesen alten Botschaften zu identifizieren.
- 28:02Speaker 0: denn darum geht das ja am Ende des Tages.
- 28:04Speaker 0: Am Ende des Tages geht es ja einfach nur darum dass sich mehr auf einer tiefen Ebene klar macht, dass meine ganzen Prägungen hochgradig willkürlich sind Und nichts und zwar null, gar nicht über meinen Wert aussagen sondern allein etwas darüber wie ich erzogen wurde.
- 28:24Speaker 0: Wie ich groß geworden bin.
- 28:26Speaker 0: denn wenn ich mir vorstelle dass meine Eltern psychisch vollkommen gesund gewesen wären und ganz liebevoll einen ganz tollen Job gemacht hätten dann hätte ich ja jetzt ganz andere Glaubenssätze und ganz andere Gefühle zu mir selbst Und wer ja immer noch dasselbe Kind gewesen, also das Kind ist ja niemals der Fehler.
- 28:47Speaker 0: Die Eltern machen Fehler und je besser ich mir das bewusstmachen kann, desto gesünder kann ich mich lösen und eine gesunde Lösung von den eigenen Eltern ist wichtig um in einen Weg zu gehen.
- 28:59Speaker 0: Deswegen kann man ja trotzdem zumindest wenn man eigentlich auch liebevolle und ganz vernünftige Eltern hatte die Eltern noch lieb haben.
- 29:07Speaker 0: Das muss das ja gar nicht bedeuten.
- 29:09Speaker 0: Es geht beides unter einen Hut, dass ich mich gesund löse indem ich mir gewisse Sachen eingestehe und trotzdem noch eine ganz gute Beziehung zu meinen Eltern pflege zumal wenn die Eltern so drauf sind, dass es möglich ist.
- 29:23Speaker 0: Es gibt viele Eltern, die sind im großen Gassen vollkommen mit Key.
- 29:26Speaker 0: Die haben halt ein paar Sachen... Einfach nicht so gut gemacht.
- 29:31Speaker 0: Das ist nie so gut gelaufen und deswegen habe ich da jetzt ein kleines Päckchen zu tragen, das kann ich lösen!
- 29:36Speaker 0: Und dann gibt es natürlich auch die sadistischen, krankhaften, psychopathisch komplett bindungsgestörten Eltern, die gibt es leider auch.
- 29:44Speaker 0: Ich hab ja als Psychotherapeutin auch die schlimmsten Geschichten gehört und da ist eine gesunde Trennung umso wichtiger... Da bin ich auch gar nicht diejenige, die propagiert.
- 29:57Speaker 0: Man sollte seinen Eltern immer verzeihen – das halte ich für Quatsch!
- 30:02Speaker 0: Weil wenn man das aufrechterhält dann ist es ja wieder das Kind, dass die Verantwortung dafür übernimmt, dass seine Beziehung zu den Eltern irgendwie okay ist.
- 30:13Speaker 0: In dem das erwachsene Kind dann auch wieder verzeiht anstatt dass die Eltern sofern sie denn noch am Leben sind Einfach mal sagen, es tut mir leid.
- 30:22Speaker 0: Ich hab da richtig Scheiße gebaut!
- 30:24Speaker 0: Es ist eigentlich nicht die Aufgabe des Kindes zu verzeihen sondern die Aufgabe der Eltern sich auch mal zu entschuldigen wenn sie scheiße gebaut haben.
- 30:31Speaker 0: Natürlich kann und darf man gerne seinen Eltern verzeilen und sagen Mensch, ja das ist auch nicht leicht aber erstmal muss die Lösung erfolgen also der zweite Schritt darf nicht vor dem ersten kommen.
- 30:42Speaker 0: Erst mal braucht es auch so ein bisschen Wut.
- 30:45Speaker 0: Also eine kleine Trennungsaggression zu sagen, Mensch, da hättet ihr doch mal genauer darüber nachdenken können oder euch mal vielleicht Erziehungsberatung und das vermisst.
- 30:54Speaker 0: Und deswegen schlage ich mich jetzt hier mit einem blöden Glaubenssatz rum aber der hat eigentlich gar nichts mit mir zu tun.
- 30:59Speaker 0: den gebe ich euch wieder zurück.
- 31:01Speaker 0: Den stelle ich euch vor die Tür.
- 31:03Speaker 0: Der sagt ja nicht über mein Wert aus.
- 31:05Speaker 0: Wenn ich diesen Verarbeitungsprozess abgeschlossen habe dann kann ich sagen Ja gut, er hatte es auch nicht leicht.
- 31:10Speaker 0: so Das ist eine gesunde Loslösung.
- 31:13Speaker 1: Vielleicht da mal kurz eingehakt, du sprichst gerade davon, dass sich Eltern durchaus auch mal bei ihren Kindern entschuldigen können und Fehler eingestehen können – auch noch Jahre, Jahre danach oder sogar Jahrzehnte danach?
- 31:26Speaker 1: Wie bekomme ich denn meine Eltern eigentlich zu dieser Reflexion?
- 31:29Speaker 1: also gibt es etwas was ich tun kann das meine Eltern mal anfangen darüber nachzudenken Erziehungsarbeit vielleicht auch falsch gemacht haben in ihrem Umgang mit dem eigenen Kind.
- 31:42Speaker 1: Falsch gemacht haben, weil es vielleicht mir als erwachsenen Menschen sehr helfen würde wenn Eltern genau diese Fehler vielleicht in einem Beisatz nur aber zumindest irgendwie mal eingestehen würden?
- 31:53Speaker 0: Es gibt Eltern mit denen das geht und es gibt Eltern.
- 31:57Speaker 0: Also wie gesagt, ich bin überhaupt keine Elternfeindin.
- 32:00Speaker 0: Zumal ich selbst also Glück hatte mit meinen Eltern.
- 32:04Speaker 0: Ich komme aus einem sehr liebevollen Elternhaus was natürlich nicht bedeutet dass sie alles richtig gemacht haben.
- 32:08Speaker 0: aber Sie haben mir das größte Geschenk gemacht was Eltern überhaupt ihren Kindern machen können.
- 32:13Speaker 0: Sie haben mich nämlich geliebt.
- 32:15Speaker 0: so und Eltern die ihr Kind wirklich lieben die machen schon mal ganz viel richtig.
- 32:19Speaker 0: Und deswegen auch die Botschaft an Eltern.
- 32:21Speaker 0: da hören ja es bestimmt auf viele Eltern zu So wahnsinnig schwierig ist es nicht und Kinder verzeihen auch viele Fehler, aber dass man die Kinder liebt.
- 32:31Speaker 0: Und vereinfühlig ist also versucht sich in die Kinder einzuführen das ein ganz wichtiges Kriterium Vererziehungskompetenz ist das älterliche Einführungsvermögen und auch Zeit hat für die Kinder.
- 32:42Speaker 0: Also dass man einfach auch zeitliche Präsenz hat so dann macht man schon ganz viel richtig.
- 32:47Speaker 0: aber um noch mal zu deiner Frage zurückzukommen.
- 32:51Speaker 0: Mit vielen Eltern kann man ja erwachsen ganz gut reden und es gibt da tatsächlich nicht wenig Eltern, die das auch reflektieren und sagen, das tut mir leid und das würde ich heute nicht mehr so machen.
- 33:00Speaker 0: Und das ist für die Erwachsenenkinder eine ganz große Erlösung weil sie dann nochmal von Elternseite hören Ich war nicht der Fehler Am Ende des Tages, das ist mir im Laufe meiner Arbeit immer klar geworden.
- 33:15Speaker 0: Geht es eigentlich ganz brutal runtergebrochen?
- 33:18Speaker 0: Nur um diese Frage wer hier der Fehler?
- 33:20Speaker 0: war ich der Fehler oder habt ihr Fehler gemacht?
- 33:23Speaker 0: so also um dieses Schuldgefühl um dieses Ich genüge nicht ich bin nicht wichtig ich bin ich wertvoll bis hin zu.
- 33:29Speaker 0: ich darf nicht leben um dass aus sich herauszukriegen.
- 33:32Speaker 0: ja und wenn die Eltern das dann einräumen können und sich entschuldigen Dann ist das auch für die Erwachsenen Kinder eine ganz große Erlösung Und nochmal ein Anfang für eine viel, viel nähere gesündere und harmonischere Eltern-Kindbeziehung.
- 33:49Speaker 0: Aber es gibt genauso viele Eltern, die sind dazu nicht in der Lage.
- 33:53Speaker 0: Die wehren alles ab, die weisen alles von sich.
- 33:56Speaker 0: Sie können und wollen das nicht reflektieren.
- 34:00Speaker 0: Häufig stecken dahinter natürlich auch unverarbeitete große Schuldgefühle.
- 34:05Speaker 0: Also dass sie ... Also ich sag ja immer, die Schuldgefühle sind schon irgendwie in den Windeln mit verpackt.
- 34:13Speaker 0: Wenn man Eltern wird.
- 34:15Speaker 0: Alle Eltern haben auch Angst, Schuldgefühl.
- 34:20Speaker 0: Sie sind dabei, was falsch zu machen und zu viel falsch zu tun.
- 34:24Speaker 0: Und ich sag mal ... Eine schlechte Mutter und ein schlechter Vater gewesen zu sein, das ist ja doch eine Eingeständnis was nicht so leicht ist.
- 34:32Speaker 0: Also wenn man jetzt wirklich sogar dahin kommt ich war wirklich ne Scheiß-Mutter oder ein Scheißvater.
- 34:36Speaker 0: also nicht nur ich habe ein paar Fehler gemacht sondern ich hab richtig Fehler gemacht.
- 34:41Speaker 0: Das erfordert auf Elternseite auch wahnsinnig viel Mut sich dieser Schuld sozusagen mal so zu stellen.
- 34:47Speaker 0: Und dazu sind auch viele Nichtbereitungen die wehren es ab oder sind auch gar nicht reflektiert.
- 34:54Speaker 0: Und dann kann man aber auch, dass es durchaus möglich diesen Weg eben alleine gehen.
- 35:00Speaker 0: Dass man das für sich alles sortiert und reflektiert und die Dinge an den richtigen Platz stellt und somit auch ganz gut sein Schattenkind heilen kann.
- 35:08Speaker 0: Mit diesen Eltern ist es dann nicht sinnvoll, da weitere Gespräche zu führen weil sie in der Regel immer nur zu weiteren Verletzungen führen.
- 35:16Speaker 1: In dem Kontext gibt's einen schönen Satz, den meine Großmutter auch immer gerne verwendet.
- 35:23Speaker 1: Nämlich dieses Ja aber du warst ja als Kind auch nicht immer einfach.
- 35:27Speaker 1: Das schlägt dann eigentlich wieder genau in diese Kerbe der Schuld der eigenen selbst empfundenen Schuld irgendwo rein oder?
- 35:35Speaker 0: Ja das stimmt!
- 35:38Speaker 0: Es ist ja tatsächlich so... dass das so ist.
- 35:40Speaker 0: Ich meine jetzt mal Kinder, die unter ADLS leiden, die fordern ihren Eltern auch sehr viel ab und das stimmt schon.
- 35:49Speaker 0: Und trotzdem ist und bleibt es immer die Aufgabe der Eltern ihr Kind, auch wenn es nicht immer einfach ist, so zu begleiten, dass das Kind sich als Mensch geliebt und angenommen fühlt.
- 36:01Speaker 1: Wenn wir davon ausgehen ich habe mich mit all diesen Dingen beschäftigt, ich hab das alles durchgearbeitet, ich habe das reflektiert.
- 36:08Speaker 1: Wie groß ist denn eigentlich die Gefahr, gerade wenn ich vielleicht auch tiefer liegende psychische Herausforderungen habe?
- 36:15Speaker 1: Psychologische Herausforderung habe.
- 36:18Speaker 1: Wie gross ist dann die Gefahre dass sich am Ende alles auf meine frühkindlichen oder auch kindlichen Erfahrungen schiebe und sage naja aber Ich kann ja nicht anders weil Damals dies und das und jenes war also dass ich am ende anfange alle meine Probleme und Herausforderungen im Hier-und-Jetzt irgendwie auf meine Prägung, auf meine Erziehung.
- 36:43Speaker 1: Auf meine Erfahrungen und vielleicht sogar Traumata zu schieben?
- 36:47Speaker 0: Ja also das ist ja was anderes ob ich mich reflektiere oder ob ich die Verantwortung abgebe nach dem Motto Ich bin das Opfer Und ich bin jetzt total verkorks weil alles schlecht gelaufen ist und so wird es auch bleiben.
- 37:03Speaker 0: Es gibt ja sogar immer mal wieder.
- 37:05Speaker 0: also es kann nicht so selten dass Erwachsene, Kinder unbewusst.
- 37:10Speaker 0: Das ist nicht ihnen bewusst.
- 37:12Speaker 0: Im Grunde genommen ihr Leben an die Wand fahren aus dem unbewussten Motiv der Rache ihren Eltern zu zeigen wie viel Scheiße sie gebaut haben.
- 37:24Speaker 0: Sorry ich, aber ich rede manchmal einfach so wie mir gerade der Mund gewachsen ist.
- 37:27Speaker 0: So dass das ein unbewUSste kalte Wut ist, dass sie Ausbildungen abbrechen was heißt ich wirklich auf die schiefe Bahn kommen und so weiter und sofort Um der lebende Beweis zu sein, guck mal was ihr mir angetan habt und was ihr angerichtet habe.
- 37:43Speaker 0: Ich werde mein Leben nie auf die Reihe kriegen ja Was ich ja mache In all meinen Büchern Und auch in meinem Podcast.
- 37:52Speaker 0: Ich gebe den Menschen die roten Fäden an die Hand.
- 37:56Speaker 0: Ich sage wie auch immer Und das ist inzwischen auch erwiesen Es ist nicht nötig Jedes Kindheitserlebnis einzeln nochmal aufzuarbeiten.
- 38:05Speaker 0: Ja du brauchst Einfach nur so ein Gesamtüberblick, so einen roten Faden in der Tasche.
- 38:11Speaker 0: Dass du weißt wie du tippst.
- 38:13Speaker 0: So, sagen wir mal deine Kindheit war tatsächlich sehr belastend.
- 38:17Speaker 0: Du hast dich oft sehr einsam gefühlt vernachlässigt gefühelt unverstanden gefühilt.
- 38:23Speaker 0: Dann ist das dein roter Faden.
- 38:25Speaker 0: und aus diesem Roten... Und der nächste Baustein von diesem roten faden ist und deswegen denke ich auch heute ganz oft noch Ich wär wertlos, ich bin nicht liebenswert.
- 38:35Speaker 0: und deswegen daher kommt das.
- 38:37Speaker 0: Weil als Kind hab' ich ja nicht gedacht meine Eltern haben eine Binnungsstörung und die müssen mal in Psychotherapie... Als Kind denkst du und fühlst du immer ich bin der Fehler!
- 38:46Speaker 0: Also ich bin es nicht wert dass sie sich besser um mich kümmern.
- 38:50Speaker 0: Ich bin nicht Liebenswert, ich Bin falsch und so weiter.
- 38:52Speaker 0: So kommen wir diese Prägung zustande.
- 38:55Speaker 0: Und das ist jetzt ein roter Faden geht da noch ein bisschen weiter.
- 38:59Speaker 0: und weil ich ja immer denke, ich wäre nichts wert.
- 39:01Speaker 0: Und ich bin eigentlich falsch.
- 39:03Speaker 0: Ich ziehe mich oft in mein Schneckenhaus zurück und wenn ich mit Menschen kommuniziere versuche ich irgendwie so'n bisschen eine Rolle zu spielen.
- 39:13Speaker 0: Versuchte ihn irgendwie auch alles rechtzumachen.
- 39:15Speaker 0: aber das strengt mir hier auch an.
- 39:16Speaker 0: deswegen bin ich am liebsten allein.
- 39:18Speaker 0: Aber dieses Zurückziehen fühle ich mich zwar sicher aber eben auch häufig Einsam.
- 39:24Speaker 0: und eigentlich muss ich sagen, ich bin heute ein sehr einsamer Mensch.
- 39:27Speaker 0: Weil ich auch selbst schutz zu wenig soziale Kontakte fliege.
- 39:30Speaker 0: So das ist jetzt einfach der rote Fahren mehr muss es nicht sein.
- 39:35Speaker 0: Dann darf ich verstehen okay alles willkürlich geprägt gehört alles in die Vergangenheit.
- 39:40Speaker 0: Ich war nicht der Fehler und eigentlich bin ich doch ganz in Ordnung wie ich Bin.
- 39:43Speaker 0: also dass ich auch mal gucke was macht mich aus auch welche liebenswerten Eigenschaften habe.
- 39:50Speaker 0: Daumensätze werden für mich hilfreich eben nicht.
- 39:53Speaker 0: Ich bin wertlos, sondern ich gehöre dazu.
- 39:55Speaker 0: zum Beispiel oder ich bin okay wie ich bin oder ich darf leben.
- 39:59Speaker 0: Ich darf sein wie ich Bin und dann eben auch Schritt für Schritt sich raus zu bewegen in die Welt Kontakte herzuspielen.
- 40:07Speaker 0: Das ist jetzt alles ein bisschen leicht erzählt.
- 40:09Speaker 0: Ich gebe natürlich viele konkrete Tipps dann auch wirklich, wie das geht in der Kommunikation und wie man besser auch wieder mit Liebe sich selber begegnet.
- 40:18Speaker 0: Darum geht es ja letztlich, dass man sich mit sich selber versöhnt, mit seinem Schattenkind versöhnet zu einer Selbstakzeptanz findet usw.
- 40:27Speaker 0: Aber darum geht es am Ende des Tages.
- 40:29Speaker 0: Es sind immer im Grunde sehr einfache Grundstrukturen So und wenn man das mal kapiert hat, dann ist ja der Rest nur noch Thema und Variation.
- 40:38Speaker 0: Wenn man die Grundmelodie verstanden hat nachdem man quasi tanzt, dann versteht man auch die Variationen des Themas.
- 40:46Speaker 0: Okay, ja auch in Liebesbeziehung.
- 40:49Speaker 0: Ich gehe denen aus den Weg weil ich glaube ich werde sowieso verlassen.
- 40:52Speaker 0: okay natürlich auf der Arbeit ich mache oft nicht den Mund auf obwohl ich ihn eigentlich aufmachen wollte.
- 40:57Speaker 0: ok Natürlich ist ja immer dasselbe Thema weil ich ja grundsätzlich dieses Gefühl habe.
- 41:02Speaker 0: Ja also das ist dann nur noch Thema und Variation.
- 41:06Speaker 1: gerade Kinder die Ich sag jetzt mal, mit großen Herausforderungen auch mit ihren Eltern zu kämpfen haben und dann auch die daraus resultierenden späteren Erwachsen haben ja oft das Talent sich so eine Mauer anzulegen.
- 41:20Speaker 1: An der Gefühle und Emotionen abprallen um irgendwie auch die eigene Verletzlichkeit zu schützen.
- 41:28Speaker 1: Jetzt ist es aber ja irgendwie auch wichtig die Gefühlle zuzulassen Und auch die Gefülle wirklich empfinden zu können Um sie dann auch reflektieren zu können.
- 41:37Speaker 1: Was kann ich denn tun, um das wieder besser hinzubekommen?
- 41:41Speaker 1: Hast du da vielleicht einen ganz praktischen Tipp.
- 41:44Speaker 0: Ja also das ist es nämlich.
- 41:47Speaker 0: dieses Abrahen lassen, um die eigene Verletzlichkeit zu beschützen funktioniert auch bedingt.
- 41:53Speaker 0: Ich opfer dafür aber meine Lebendigkeit Denn wenn ich mich von meinen Gefühlen abschneide verliert das Leben auch stark an Farbe und ich an Lebendlichkeit.
- 42:03Speaker 0: und Jetzt werde ich ja natürlich dann auch öfter zur Täterin.
- 42:08Speaker 0: Das meine ich, wenn man sich nicht selbst reflektiert, dass man sicher nicht nur selbst belastet, sondern auch andere Menschen, denn aufgrund dieser Strategie werde ich oft andere Menschen zurückweisen und sie kränken.
- 42:21Speaker 0: Und sie nicht an mich ranlassen oder ihnen vielleicht das Herz brechen weil ... Ich mich am Anfang noch darauf einlasse aber dann kommt wieder diese riesige Verlustangst nach vorne um wieder meine Verletzigkeit zu beschützen.
- 42:36Speaker 0: Dann sitzt der andere aber vor dem Schabenhaufen, ne?
- 42:39Speaker 0: Also ich glaube dann ja im Erwachsenenleben bin ich nicht nur das Opfer, sondern ich werde auch zum Täter.
- 42:43Speaker 0: Deswegen, um deine Frage zu beantworten ist es eben ganz wichtig sich diesen Gefühlen zu stellen und diese Verletzlichkeit tatsächlich zuzulassen.
- 42:52Speaker 0: Diese schmerzhaften Gefühle von denen wir am Anfang des Podcasts gesprochen haben, wo ich sagte, viele machen unheimlich viele seelische Veranstaltungen, und belassen sich und andere dadurch nur umso mehr, dass ich den Mut hab mit diesen Gefühlen zu stellen.
- 43:12Speaker 0: So sagen ja das war damals so und ja das tut verdammt weh.
- 43:16Speaker 0: Und da auch für sich ein Mitgefühl aufzubringen und nicht immer zu sagen also nicht immer nur auf sich rumzuhacken Das machen sehr viele Menschen, die einen starken inneren Kritiker haben mit dem sie alles noch schlimmer machen und in diese Versöhnung zu gehen.
- 43:34Speaker 0: Und dann können die Gefühle am Milch weichen, ich kann mich wieder trauen, überhaupt wieder einen Kontakt zu meinen Gefühlen zu bekommen.
- 43:42Speaker 0: Dadurch kann ich mit anderen Menschen viel besser verbinden und komme raus aus der Einsamkeit.
- 43:49Speaker 1: Erstmal bedeutet das ja auch einen wahnsinnigen Schmerz, den ich vielleicht in dem Moment dann noch gar nicht so gewohnt bin.
- 43:55Speaker 1: Weil ich es ja immer irgendwie so weg ignoriert habe.
- 43:57Speaker 1: wie kann ich denn mit diesem Schmerzen dann auch in der Situation besser umgehen?
- 44:02Speaker 0: Also erstmal ist wichtig sich bewusst zu machen dass gefühle auch immer wieder vorbeigehen und Ich kann zum Beispiel sagen... ...ich begrenze die Arbeit mit diesen Themen ein bisschen.
- 44:14Speaker 0: Nehmen wir mal eine halbe Stunde Zeit, mich wirklich damit zu befassen.
- 44:17Speaker 0: Ich lasse dann auch einmal die Gefühle
- 44:18Speaker 0: zu.".
- 44:20Speaker 0: Wenn sie zu stark werden gibt es auch so Distanzierungstechniken dass man sagt okay ich visualisiere das Gefühl jetzt mal und guckst mir immer ein bisschen von der Ferne an als Situation wie war das damals?
- 44:34Speaker 0: Ich stelle so ein bisschen Abstand her.
- 44:36Speaker 0: also dass ich auch lerne das so ein bißchen zu regulieren So fühlt sich das an, dass man dann eben auch in das Selbstmitgefühl geht und sich auch noch mal klar macht.
- 44:47Speaker 0: Das ist willkürlich ich kann nichts dafür da es viel schief gelaufen damals Und auch tiefer spürt ja und deswegen habe Ich immer wieder dieselben Schutzstrategien immer wieder versuche mich zu distanzieren abzukappen oder was immer meine Schützstrategie sind das alles mal so anzunehmen und dann zu sagen, jetzt ist gut.
- 45:09Speaker 0: Auch zu notieren, das ist immer ganz gut.
- 45:11Speaker 0: wenn man so aufschreibt, dann weiß das Gehirn steht im Zweifelsfall alles auf dem Zettel.
- 45:15Speaker 0: ich muss nicht den ganzen Tag darüber nachgrübeln und sich dann wieder ins Hirnt jetzt seine aktuellen Wirklichkeit zu begeben.
- 45:22Speaker 0: Und da es ist dann aber wichtig, ich sage hier immer abtappen und umschalten dass man sich abtap, wenn man in seinem aktuellen Leben mal wieder getriggert ist und gerade wieder droht in dieses Schattenkind abzurutschen mit all seiner Einsamkeit und mit seinem Gefühl, ich werde sowieso nicht verstanden.
- 45:42Speaker 0: Dass man es merkt?
- 45:45Speaker 0: Und dann umschaltet auf seinen Erwachsenes.
- 45:47Speaker 0: Ich das ist der klar denkende vernünftige Verstand und dann mal kurz in die Beobachterposition geht immer von außen drauf guckt Moment mal!
- 45:55Speaker 0: Wir sind hier heute und was weiß ich meine Kolleginnen sind ich Mama und Papa und da sind auch einige die sind mir sehr wohl gesonnen Die Vergangenheit wieder von der Gegenwart unterscheidet.
- 46:08Speaker 0: Darum geht es am Ende des Tages nämlich immer, dass ich lerne die Vergangen- heit also mein gekränktes verletztes Schattenkind von der gegenwahrt von dem hier und heute meine erwachsene Realität zu unterscheiden weil sonst vermischen sie sich immer Und dann bestimmt die vergangenheit sehr stark meine Wahrnehmung um ein ganz gefühlsleben.
- 46:26Speaker 1: Das heißt was ich gerade so ein bisschen raus gehört habe weil du auch das mit dem einfach mal aufschreiben gesagt hast So das konzept einer art vielleicht emotionalen Tagebuch, wo ich die Dinge eben nicht nur in meinem Kopf ausmache, sondern auch mit dem Papier sozusagen austrage.
- 46:44Speaker 1: Ist vielleicht gar kein schlechter erster Schritt um aus dieser Gedankenspirale im Kopf erst mal herauszukommen?
- 46:50Speaker 0: Gedanke-Spiralen oder so zwanghaftes Grübeln sind ja immer nur ein hilfloser Versuch des Gehirns irgendetwas unter Kontrolle zu bekommen und ... Irgendeine Baustelle zu lösen.
- 47:03Speaker 0: und wenn ich aber alles auf ein Zettel schreibe, dann weiß das Gehirn okay.
- 47:07Speaker 0: Ich muss es jetzt nicht permanent wiederholen.
- 47:10Speaker 0: Im Zweifel steht alles auf dem Zettel und wir konnten uns morgen wieder damit beschäftigen.
- 47:14Speaker 0: Ich vergleiche das immer gerne mit Einkaufslisten, stell dir vor du musst einkaufen gehen in den Supermarkt und hast dreiundzwanzig Dinge zu besorgen.
- 47:21Speaker 0: So wenn ihr keine Einkaufsliste macht dann musst du immer das repetieren also muss ich das und das und denk daran oder du baust ja so Gedankenketten oder whatever.
- 47:31Speaker 0: aber wenn du weißt es steht alles auch im zettel dann kannst du in der Zeit dich auch mit anderen Dingen beschäftigen.
- 47:37Speaker 0: Und so ein bisschen funktioniert das auch, wenn man zu viele Probleme hat.
- 47:39Speaker 0: Also weil das Gehirn dreht immer wieder darum um bloß nichts zu vergessen, bloß keinen Aspekt zu übersehen und bloß alles unter Kontrolle zu haben.
- 47:51Speaker 0: Wenn du da aber in dem Moment sagst stopp!
- 47:53Speaker 0: Diese Gedanken bringen dich jetzt keinen Schritt weiter und es steht alles auf den Zettel und wir kümmern uns morgen wieder drum.
- 47:59Speaker 0: Probleme haben nämlich die schöne Angewohnheit dass sie erst mal bestehen bleiben.
- 48:03Speaker 0: also man kann sich auch noch morgen drum kümmer Dann kann man sich wieder ins hier und jetzt zurück bieten.
- 48:09Speaker 1: Stefan, ich freue mich sehr dass wir uns heute hier unterhalten konnten und du dir die Zeit für das Gespräch genommen hast.
- 48:14Speaker 1: Ich bin sehr gespannt auf den Erfolg auch von diesem Arbeitsbuch.
- 48:19Speaker 1: Vielleicht kann man da in einem Jahr können wir uns vielleicht noch mal drüber unterhalten wie die Reaktionen des Feedback vielleicht auch die ganzen Erkenntnisse deiner Leser und Leserinnen waren.
- 48:29Speaker 1: Das könnte ich mir sehr spannend vorstellen.
- 48:32Speaker 1: Aber erstmal danke dir Hat Spaß gemacht, war sehr interessant.
- 48:37Speaker 0: Danke für das Gespräch!
- 48:38Speaker 0: Danke dir auch für die schönen Fragen.
- 48:40Speaker 1: Danke, dass du da
- 48:41Speaker 1: warst.".
- 48:42Speaker 0: Das wars leider schon... Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 48:46Speaker 0: – das Gesprächt zu Ende.
- 48:49Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 48:51Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn Du die Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den Abonnieren-Button zu klicken.
- 49:05Speaker 0: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight Forward, produziert in den Forty Eight Forward Studios in München.