Latest / Pod und die Welt – Das außenpolitische Update / Trump verstehen, Europa stärken: Merz’ Mission im Weißen Haus (mit Cathryn Clüver Ashbrook)
Transcript
- 0:00Der letzte Mensch, der mit Donald Trump spricht,
- 0:02gibt vor, was im nächsten Pressstatement stattfindet.
- 0:06Da hat Friedrich Merz Chancen.
- 0:08Da sind wir wieder mit einer neuen Folge von "Pod und die Welt".
- 0:12Ich bin Katharina Peetz.
- 0:13Und ich war der Bialecki schön, dass Sie zu uns gefunden haben.
- 0:16Seinen Geburtstag, den verbringt man oft gern mit seinen Freunden.
- 0:21Und vor ein paar Jahren wäre für den US-Außenminister ein Treffen
- 0:24an seinem Geburtstag mit dem deutschen Amtskollegen
- 0:26wohl ein angenehmer Termin gewesen.
- 0:28Der Antrittsbesuch von Johann Wadephul bei Marco Rubio am vergangenen Mittwoch
- 0:32hatte aber eher den Anschein von Pflichttermin.
- 0:35Nur rund 45 Minuten hat sich Rubio für das Treffen mit Wadephul genommen.
- 0:39Eine gemeinsame Abschlusserklärung gab es auch nicht.
- 0:41Das ist aber bei Rubio auch üblich.
- 0:43Dass dieses Treffen kein freundschaftlicher Plausch war wie so auf den früheren Zeiten,
- 0:47das liegt natürlich auch in der völlig veränderten weltpolitischen Lage
- 0:50und am brüchigen transatlantischen Verhältnis.
- 0:52Ukraine-Unterstützung, Zollstreit Nahstkonflikt,
- 0:55es mangelt ganz bestimmt nicht an Streitpunkten zwischen Deutschland und den USA.
- 0:59Und so wird wohl auch das Treffen von Kanzler Merz und US-Präsident Trump
- 1:03vor allem ein Drahtseilakt werden.
- 1:05Wir nehmen diese Folge am Dienstag auf, also zwei Tage vor dem Anderesbesuch von Merz in Washington.
- 1:10Sprechen wollen wir über den Zustand und die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen
- 1:14unter der neuen Bundesregierung und wir freuen uns sehr,
- 1:17dass wir die deutsch-amerikanische Politologin Cathryn Clüver Ashbrook
- 1:20von der "Bertelsmann Stiftung" zu Gast haben.
- 1:22Herzlich willkommen, Frau Clüver Ashbrook.
- 1:24Herzlich Dank für die Anladung, ich freue mich hier zu sein.
- 1:26Der Antrittsbesuch von Johann Wadephul ist ja so eine Art Vorhut gewesen
- 1:34für das Treffen von Merz und Trump an diesem Donnerstag.
- 1:37Hat Wadephul den Boden denn dafür gut bereitet?
- 1:40Ich glaube, Außenminister Wadephul hat das gemacht, was er machen musste in dieser Situation.
- 1:45Er ist sachlich geblieben, er ist bei den Hauptthemen geblieben.
- 1:49Und ich glaube, und das ist vielleicht auch Ausdruck der
- 1:52sehr schwierigen Zeiten, in der wir uns befinden.
- 1:54Er hat einen Vorspracherecht bekommen.
- 1:56Denn das war mit Sicherheit für die Europäer in den vergangenen Wochen und Monaten
- 2:00mit dieser Regierung nicht der Fall.
- 2:02Außenbeauftragte Kaja Kallas ist nach Washington gereist,
- 2:05zum Beginn auch des Zollstreits und hat kein Vorspracherecht gefunden,
- 2:10selbst wenn klar war, dass sie in der Stadt war.
- 2:12Und auch der Handelskommissar hat manchmal sprechen dürfen,
- 2:16manchmal nicht, manchmal mit Beauftragten,
- 2:19die weit unter Rubios administrativer Fallhöhe war, wenn man so möchte.
- 2:24Dieser Termin ist eingehalten worden mit wenig unterschwelligen Wärmegefühlen,
- 2:30aber dennoch bei der Sache geblieben, die Themen vorgetragen, die für diese Bundesregierung wichtig sind.
- 2:36So mal so, malum in dieser angespannten Situation wahrscheinlich ein Plus für das deutschamerikanische Verhältnis.
- 2:42Sie sagen, man ist bei den sachlichen Themen geblieben, bei denen die der Bundesregierung wichtig sind,
- 2:46aber man hatte ja schon den Eindruck, dass man auch so bewusst die,
- 2:49na ja, unproblematischem Versuch, sich darauf zu konzentrieren, also keinen Ärger zu machen.
- 2:54Ist das auch die Strategie oder ein Rat für Bundeskanzler Merz bei seinem Besuch?
- 2:58Also ich glaube, Friedrich Merz muss sich auf zwei Dinge einstellen.
- 3:02Er muss einerseits das mitbringen, was er, man muss ihm wirklich das hoch anrechnen,
- 3:07dass er sehr stark bei der innereuropäischen Solidarität geblieben ist,
- 3:11also dass die Antrittsbesuche übrigens in Paris und Warschau in der Tat nicht nur
- 3:16diplomatisches Ballwerk waren, sondern die Kierfreise,
- 3:18die der etwas überraschende Anruf bei Präsident Trump, dieses diplomatische,
- 3:23es sieht aus wie diplomatisches Überrumpeln, weil man nennt das in der diplomatischen Fachsprache,
- 3:28nennt man das Sequenzieren, also die Art und Weise, wie vorher abgesprochen wurde.
- 3:32Und dann quasi die andere Seite, in eine diplomatische Klammer genommen worden, ist das zwar schon schlau
- 3:39und insgesamt muss er bei der generellen Logik bleiben, die die Europäer ihm mitgeben
- 3:45und zwar auch für Europa einstehen und nicht für Deutsche Interessen.
- 3:49Das wird er auch machen, da mache ich mir keine Sorge.
- 3:51Aber wir haben bei den bisherigen Staatsbesuchen gesehen, dass Donald Trump gerne,
- 3:56und das ist eben auch eine besondere Eigenart dieses amerikanischen Präsidenten,
- 4:00die Realität so formt, wie Fakten so formen möchte, wie er sie empfindet.
- 4:05Wir haben es beim Besuch des ukrainischen Staatspräsidenten gesehen
- 4:08und jüngst bei dem Besuch des südafrikanischen Staatsschefs.
- 4:11Das heißt, ich würde mir wünschen für Friedrich Merz, dass er auch auf diese möglicherweise
- 4:17für uns abstrus erscheinenden Situationen gut vorbereitet ist.
- 4:20Zum Beispiel eine Vorführung des Interviews mit den drei Anwälten aus dem 60 Min. Beitrag
- 4:26einer großen, weit gesehenen Nachrichtensendung, wo es eben um Meinungsfreiheit in Deutschland ging.
- 4:31Und man muss das tatsächlich sagen, die drei Anwälte nicht besonders gut erklärt haben,
- 4:35was unsere Einschritt zum Schutz des Individuums mit unserer Verfassung zu tun haben,
- 4:40mit dem ersten Verfassungsartikel, nämlich der Unantastbarkeit der Menschenwürde.
- 4:45Das haben sie nicht besonders gut erklärt, aber das wird vermutlich sementisch verdreht werden
- 4:50und besonders, weil das State Department unter Marco Rubio gerade in der letzten Woche
- 4:55in dem Sinne, im Sinne auch der Rede von JD Vance auf der MSC noch mal nachgelegt hat,
- 5:02gesagt hat, wir haben auf der anderen Seite des Atlantiks in der Tat kulturelle Gegner
- 5:09und bestimmte Begriffe, die wir auf eine besondere Art und Weise normativ belegt empfinden,
- 5:15umzudeuten, also Demokratie, Christentum auf eine nativistisch exkludierende Art und Weise
- 5:21umgedeutet. Diese ganzen Themen, die den Kulturkampf im Atlantik oder über den Atlantik bestimmen,
- 5:27auch die werden Teil dieses Besuchs sein. Auf das iratische Präsentieren dieser Information
- 5:32sollte sich Friedrich Meers gut vorbereitet haben.
- 5:34Auf das deutsch-amerikanische Verhältnis im Großen und Ganzen kommen wir später noch mal
- 5:38zurück, Frau Clüver Ashbrook. Ich würde gerne nochmal nachhaken bei den Stichworten
- 5:41innereuropäische Söderität und Sequenzierung. Es hat ja einige Telefonate gegeben zwischen
- 5:47zwischen europäischen Staats- und Regierungschefs und Trump und da war Friedrich Meers auch immer
- 5:51wieder in der Leitung. Wenn der jetzt also hindereist nach Washington, tut er das in erster Linie als
- 5:57deutscher Bundeskanzler oder schon als europäischer Regierungschef?
- 6:01Ich glaube, wenn wir heute an diesem Dienstag sprechen und gleichzeitig wir neue, fast bemerkenswerte,
- 6:08vielleicht von europäischer Sicht aus erfreuliche Nachtlichen hören, wie sich der Elysee-Palast
- 6:13und das Bundeskanzleramt einen gemeinsamen Plan geben, das Handelsblatt macht es in der
- 6:18Betitelung auf als Anti-Trump-Plan. Das ist das Prärogativ von journalistischen Kollegen und
- 6:24Kolleginnen. Das würde man im Diplomatischen vielleicht nicht so beschreiben.
- 6:27Hoffen wir, dass Trump keinen Handelsblatt liest.
- 6:29Ja, wer weiß, wie gut die Botschaft ihm etwas rüberreicht in der Übersetzung oder zumindest
- 6:36für die Gespräche anbringt. Grundsätzlich ist aber der Punkt, ist es gut, dass wir das an die
- 6:42Seite des philosophischen Thinktankers Emmanuel Macron, ein Realpolitiker wie Friedrich Merz,
- 6:49kommt, der gerne sich auch mal in kontroverse Situationen reinlehnt. Wir aber dort sehen,
- 6:54wie das deutsch-französische Verhältnis, was das Wall Street Journal vor einigen Monaten als
- 6:59Führungs-Souflée bezeichnete, also als zwei Personen ohne politische Mitte, dass sich dort
- 7:06etwas zusammenzufinden scheint, was sich tatsächlich als europäische Interessen definieren lassen
- 7:12könnte oder zumindest als Kern dessen, was bestimmte Länder in Europa, ja, in der Sinne
- 7:18der Koalition der Willigen aber auch ganz generell vorantragen muss.
- 7:22Wenn wir beim Besuch von Merz in Washington nochmal kurz bleiben, was kann, was sollte überhaupt
- 7:27dieses Treffen als Ergebnis bringen? Ich glaube, im ersten Moment ist es tatsächlich ein Auftakt
- 7:32Treffen. Friedrich Meers muss für sich entscheiden, wie ernst er in bestimmten Bereichen Donald Trump
- 7:39als Mensch zu nehmen hat, die politischen Ausrichtungen von Donald Trump. Die sind klar,
- 7:44wir haben in der ersten Amtszeit immer gesagt, man müsse ihn quasi ernst nehmen, aber man müsse
- 7:49da bestimmte Abschätzungen treffen. Jetzt wird es darum gehen, zu erkennen, wie stark das System
- 7:54Trump bei Trump tatsächlich zusammenläuft. Da gibt es deutlich unterschiedliche Lesarten. Donald
- 8:01Trump ist mit Sicherheit in seiner Art und Weise sein Amt zu verstehen, ganz stark darauf fokussiert,
- 8:06exekutive Macht bei sich zu zentrieren. Aber ich glaube, es wird wichtig sein, für Friedrich
- 8:12Meers zu verstehen, wie das System funktioniert, wie viel Einblicke er dort gewinnen kann, wie
- 8:16viel Einfluss er auf Donald Trump selber haben kann. Wir haben auch in den vergangenen Wochen immer
- 8:21wieder gesehen, dass die alte Losung zu wirken scheint: der letzte Mensch, der mit Donald Trump spricht,
- 8:27gibt vor, was im nächsten Press Statement stattfindet. Da hat Friedrich Merz Chancen. Er ist groß, also
- 8:33das sind jetzt banale Dinge. Das klingt absolut banal, aber Donald Trump ist beeindruckt von großen
- 8:39Menschen, die entscheidungsstark auftreten. Da hat in der Tat Friedrich Merz einen ganz
- 8:43banalen und dennoch vielleicht wirkungsstarken physischen Vorteil vor dem ehemaligen Bundeskanzler.
- 8:50Solche banalen Dinge sind für den Fernsehstar Donald Trump, der in der Präsentation wahnsinnig
- 8:57viel Wert darauf liegt, wie solche Gespräche dann schlussendlich abgebildet werden und ablaufen,
- 9:01vielleicht seine Vorteile. Grundsätzlich geht es aber erst mal eben für Friedrich Meers darum,
- 9:07abzuschätzen, wie kann man, könnte man Donald Trump beeinflussen, wie hört er oder hört er nicht,
- 9:12wie vorbereitet ist er oder ist er es nicht. Und kann man im Sinne Deutschlands, und das wissen wir
- 9:17eben auch, Donald Trump hat wenig Interesse, und wir sollten das sagen in seinem Team eben auch,
- 9:22und Interesse ist diplomatisch gesagt eine Verachtung für die Europäische Union. Also wie bringt
- 9:27man European Botschaften, die gesamteuropäische Wirkung müssen, Stichwort Handelskrieg, Stichwort
- 9:33Innenpolitische Fragen, trotzdem gesamteuropäische Rüber und lässt aber hinter sich den dreifarbigen
- 9:42Wander der Bundesrepublik Deutschland beenden.
- 9:43Die beiden Herren und ihre Teams werden sich ja dreimal sehen in den nächsten Wochen,
- 9:51nicht nur jetzt in Washington, sondern auch beim G7-Gipfel in Kanada und beim NATO-Gipfel in
- 9:56den Niederlanden. Hat das einen Einfluss auf die Gespräche? Und wenn ja welchen oder ist es so
- 10:01kurzfristig alles auf den Moment fokussiert, wie schätzen Sie das ein? Also ich glaube, man könnte
- 10:08es von Deutschland-Europäischer Sicht sehr wohl thematisch relativ gut, und da sind wir bei
- 10:13meinem Wort von vorhin sequenzieren und priorisieren, denn das ist in glaube in dieser Situation
- 10:18besonders wichtig, zu sagen, was sind die Prioritäten, mit denen man in diese Gespräche geht. Ich glaube,
- 10:24Friedrich Merz kann in diesem Moment einfach schon mal signalisieren, was besonders beim
- 10:29NATO-Gipfel quintessenziell werden wird, nämlich der Zuspruch der europäischen Erhöhung der
- 10:33Verteidigungsaufgaben in Summe. Er kann auch nochmal nachsteuern, indem er sagt, naja, es geht eben nicht
- 10:38nur und auch das hören wir aus dem deutsch-französischen Papier auf, Fragen der Verteidigungsausgaben einzugehen,
- 10:44sondern vor allen Dingen eben die Tatsache Interoperabilität nochmal ganz stark zu betonen,
- 10:49also dass wir auch wirklich allein leistungsfähig sein könnten. Denn wenn man nochmal verkettet
- 10:55sieht, wie der Verteidigungsminister der USA in Singapur aufgetreten ist beim AAWS und nochmal
- 11:01ganz klar gesagt hat, unser Fokus ist China, ist der asiatisch-pazifische Raum, dann sind das an
- 11:06anfängliche Angebote, die Friedrich Merz anfangen kann einzuflüstern, die sich dann in dem NATO-Konstrukt
- 11:13in einigen Wochen verstärken sollten. G7 ist ein viel schwierigeres Thema. Die Amerikaner haben immer
- 11:18wieder signalisiert, dass sie eigentlich jetzt in dieser Formation mit der Regierung Trump am G7-Format
- 11:24wenig Interesse haben. Man könnte es abschätzen, die Zöller haben natürlich mindestens drei verschiedene
- 11:29Wirkungsgrade für diese Regierung. Aber ein Punkt ist das Handelssystem und überhaupt die Verteilung
- 11:36von Wohlstand in der Welt neu zu konstruieren. Da ist der Einfluss weit aus schwieriger. Aber auch
- 11:43da ein ganz großes Thema wird natürlich nämlich an in dem Gespräch sein, deute Automobile. Der VDA
- 11:50wird dem Bundeskanzler gute Talking Points mitgegeben haben, aber dennoch einzuwirken über ganz
- 11:56einfach gestrickte Themen, im Grunde genommen auch über das Thema Maschinenbau. Also ganz banale,
- 12:02wirkliche, unternehmerische Themen werden ihm helfen, später dann im Kontext der G7 die größere
- 12:09Handelsdynamik aufzumachen. Ich glaube, wichtig wird sein für Friedrich Merz auch zu signalisieren,
- 12:14dass er sehr wohl versteht, dass Donald Trump innen politisch, innen wirtschaftlich in Probleme
- 12:19kommen wird und dass dort zum Beispiel deutsche Unternehmen helfen können, diesen Schmerz zu
- 12:24lindern. Es wird keine neue amerikanische Gilded Age geben, keine Reindustrialisierung ohne
- 12:30deutschen Maschinenbau. Wenn man das ordentlich sequenziert, im Sinne von klassischer Economic
- 12:35Statecraft, dann hätte Friedrich Merz auch dort was anzubieten. Wenn wir noch mal auf das Thema
- 12:39Verteidigungspolitik schauen, Sie haben das gerade gesagt, zu signalisieren, dass man eben die
- 12:43Verteidigungsausgaben erhöhen will. Deutschland stellt sich hinter diesen Vorschlag von 5 % als
- 12:48NATO-Ziel. Man hat ja den Eindruck, Sie haben es auch gesagt, diese Verachtung, die Donald Trump der
- 12:54EU oder Europa entgegenbringt, da geht es jetzt gerade eigentlich vor allem darum, Trump überhaupt
- 12:58noch interessiert an Europa zu halten. Das NATO-Ziel mitzutragen ist das eine, was glauben Sie,
- 13:04wie viel sind die Europäer bereit, um ihn wirklich am Tisch zu behalten? Also ich glaube,
- 13:09das Wichtige ist ihm in den Glauben zu lassen, dass das, was auf Project 2025, auf Seite 188,
- 13:17als amerikanisches Ziel beschrieben wird, nämlich Europa zu spalten, in Verbündete aufzuteilen,
- 13:23die man unterschiedlich prioritär bedienen und nutzen kann. Also ein wirklich ertaktischer
- 13:27Umgang mit Europa, wenig Interesse an den Komplexitäten der Europäischen Union und besonders
- 13:33natürlich nicht den verschiedenen Plänen, die sich jetzt über PESCO oder Rearm oder die diversen
- 13:38Pläne herausstellen. Das interessiert diese amerikanische Regierung nicht. Und man muss sagen,
- 13:42in Summe übrigens, wenn man nochmal an Signalgate denkt und wie sich P-Texes und andere wirklich
- 13:47abfällig geäußert haben über Europa und die europäischen Verbündeten, es geht darum,
- 13:54immer noch einen nationalen Fokus zu richten, selbst wenn die Realität natürlich anders ist.
- 13:58Noch mal zu unterstreichen, was das für auch im deutschen Kontext für eine Anstrengung ist,
- 14:02aber natürlich umgekehrt eben auch Interesse geleitet. Der Tenor, der herauskommen muss ist,
- 14:06wir ziehen an einem Strang, wir sehen deine Schwierigkeiten, wir sehen den Fokus, wir schätzen
- 14:11das Engagement im asiatisch-spazifischen Raum auch da, wollen wir das. Also immer die positiven
- 14:15Nachrichten müssen hier ganz stark verstärkt werden und sie müssen eben mit einem eigenen
- 14:20nationalen Anstrich verkauft werden, auch wenn das natürlich in der Realität in keiner Weise
- 14:25so ist. Das muss aber in dem ersten Moment erst mal egal sein. Dann tauchen wir doch in der Stadt,
- 14:34dann mal noch ein bisschen tiefer ein in die deutsch- amerikanischen Beziehungen. Sie haben
- 14:38vorhin JD Vance schon erwähnt und seine Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz der MSC. Es gibt
- 14:43die Tendenz Europa immer mehr zum Feindbild aufzubauen. Sie haben gerade auch genannt Europa
- 14:48zu spalten als Ziel der Heritage Foundation, der Blaupause praktisch für die US-Administration.
- 14:54Deutschland scheint daher ein ganz gezielter Adressat zu sein dieser Verachtung. Wie erklärt
- 14:59sich das? Ich glaube, es sind mehrere Dinge. Erstens mal ist es ein völliges Unverständnis
- 15:04der Funktionalität eines deutschen Grundgesetzes, dessen Geburtstag wir gerade gefeiert haben,
- 15:09eines Bundesverfassungsgerichts, im Übrigen, dass sie gerade nochmal gesetzlich abgesichert haben,
- 15:13richtigerweise. Denn die Instrumentalisierung der Schwachstellen in einer deutschen Demokratie,
- 15:19das schauen sich radikale Parteien nämlich überall ab, nicht nur in Ungarn, in Slowakei,
- 15:24aber nämlich jetzt auch vor allen Dingen auch beschleunigt in den USA. Und das ist in so
- 15:28Ich glaube, insofern ist im deutschen amerikanischen Kontext sehr schmerzig,
- 15:31weil so viele Teile des Grundgesetzes im Grunde genommen eine Berichtigung oder eine Vertiefung dessen sind,
- 15:37was im amerikanischen konstitutionellen Prozess ausgelassen worden ist.
- 15:41Oder was immer noch über die vielen.
- 15:43Jetzt feiern wir im nächsten Jahr und vielleicht sollte man feiern hier in Anführungszeichen setzen,
- 15:48250-jähriges Bestehen dieser verfassungsrechtlichen Demokratie.
- 15:52Das Grundgesetz hat hier in vieler Weise nachgebessert, ist eben noch stärker auf den speziellen Fall deutschland angegangen.
- 15:58Und wenn Individualrechte in der amerikanischen Verfassung ganz vorne stehen,
- 16:03dann ist es eben bei uns die Frage der Menschenwürde.
- 16:05Also wie man aus der Kollektivität, der kollektiven Vereinnamen des Faschismus gekommen ist,
- 16:11auf die Sichtweise des Einzelnen, die Wirklichkeit des Einzelnen.
- 16:15Und ich habe im Übrigen nochmal mehr Artikel 20 vorgenommen,
- 16:19unseres deutschen Grundgesetzes, wo in Absatz 4 die Deutschen auch dazu aufgefordert werden,
- 16:24Widerstand zu leisten, wenn ihre Demokratie an sich bedroht ist.
- 16:29Und das gehört im Übrigen zu einem Verständnis von der Verbindung an das Grundgesetz dazu.
- 16:34Und das sind Dinge, mit denen natürlich eine Regierung, die darauf ansetzt,
- 16:39die gesamte Logik der amerikanischen Verfassungsgeschichte zu redefinieren,
- 16:46in einen Zuschnitt zu bringen, wo eine Exekutive, die hauptsächliche Steuerungsfunktion hat,
- 16:52wo die Kontrollmechanismen der Demokratie ausgesetzt und ausgehebelt werden,
- 16:58besonders natürlich auch die rechtlichen Dimensionen.
- 17:00Das widerspricht natürlich im Grundsatz.
- 17:02Und die Tatsache, dass diese Dinge zunächst einmal nicht verstanden werden,
- 17:06aber für die Deutschen schwer nachzuvollziehen,
- 17:08weil eben dieses wiegen Geschenk der amerikanischen Demokratie für das Grundgesetz so fundamental war,
- 17:14auch unser Verständnis des Föderalismus speist sich aus dem amerikanischen.
- 17:17Also da sind diese Berufstellen, die jetzt ganz stark eineinander sich reiben.
- 17:22Das sind Unterschiedsverständnisse von Individualrechten, von Freiheiten
- 17:26und von der Art und Weise, wie das kollektiv unterstützt und getragen wird.
- 17:30Und das sind eben die Reibungspunkte, die sich jetzt, und da ist es fast awellianisch,
- 17:35in der Art und Weise, wie die Sprache benutzt wird,
- 17:38anders definiert wird, wie Individuum, wie Freiheit, wie besonders Sprache und Pressefreiheit dann nicht nur definiert,
- 17:46aber faktisch auch umgesetzt wird.
- 17:48Und das ist für uns, glaube ich, auf der deutschen, auf der europäischen Seite genau aus dieser historischen Verquickung
- 17:53einfach schwer anzunehmen und zu akzeptieren.
- 17:56Also man versteht sich nicht so ganz, oder man hat eine unterschiedliche Auslegung von demokratischen Werten.
- 18:01Jetzt sind sie selbst Deutschamerikanerinnen.
- 18:03Können Sie auch ein Stück weit verstehen, dass die US-Amerikaner oder eine Administration Trump eben sagt,
- 18:08ja, schön und gut, Menschenwürde, eure demokratischen Werte.
- 18:11Wir haben euch aber jahrzehntelang in Sicherheitsfragen den Rücken frei gehalten.
- 18:15Das geht so nicht weiter.
- 18:16Ich habe das in zwei ganz verschiedene Dinge.
- 18:19Also ich habe jetzt im Zusammenhang mit einem Vortrag, den ich vor ein paar Tagen gehalten habe,
- 18:23noch einmal Franklin Delano Roosevelt's 1941er-Rede, also die sogenannte "For Freedom Speech" herausgekramen.
- 18:32Und da definiert ein amerikanischer Staatspräsident, weil er die Amerikaner dazu animieren möchte,
- 18:39im ersten Moment ihre Steuergelder für den Kampf gegen den Faschismus einzusetzen über diese vier Freiheiten.
- 18:45Und da gehört eben im Übrigen auch Freedom from Fear, also Freiheit von Angst, also auch die Tatsache,
- 18:52dass Sicherheit ein Sicherheitsgarant, ein quintessenzieller Teil von individueller Freiheit
- 18:58und daraus abgeleitet individuellem Demokratiefverständnis ist, das ist für ihn eine Gründungs- und Begründungslogik,
- 19:05eine amerikanische Solidarität gegenüber Verbündeten, die sich gegen den Faschismus stellen.
- 19:10Das erkläre ich deshalb so ausführlich, weil das alles inzwischen quasi in einen Schredder geworfen ist
- 19:17und diese grundsätzlichen Themen oder das grundsätzlich Verständnis dessen,
- 19:21dass diese Ankerkapazität im Sinne von Freiheitssicherung eben auch auf die Sicherheit der Amerikaner einzahlt,
- 19:28dass das über die Zeit der langen praktischen Stationierung oder der Sicherung der Amerikaner,
- 19:34des eurasischen Kontinents sagen wir mal, dass das aus dem Auge verloren gegangen ist,
- 19:40dass da natürlich der Grundsatz fehlt, wie lange Amerikaner natürlich auch von dieser Art und Weise
- 19:46der Stationierung der Sicherheitsgarantien profitiert haben, weil das nicht mehr ins politische Argument passt.
- 19:53Und ich glaube, da muss man ganz vorsichtig sein, das sind natürlich alles politische Themen,
- 19:57die schon seit Klienten im Übrigen bedient worden sind.
- 20:00Sie haben es angesprochen, ich bin als Teil einer Militär-Community in Wiesbaden aufgewachsen,
- 20:04die immer Angst haben, musste in den 90er Jahren, dass in Wiesbaden und in Frankfurt die Basis verkleinert werden,
- 20:10also für die, die dort faktisch physisch langstationiert waren, wäre das eine große Veränderung gewesen,
- 20:15das war immer Teil der amerikanischen Politik, aber jetzt wird es auf eine andere Art und Weise instrumentalisiert,
- 20:21unterlegt mit dem, was wir schon besprochen haben, mit dieser Verachtung, mit dieser rache Idee,
- 20:26die Idee, dass die europäische Union gegründet worden sei, um Amerika über den Tisch zu ziehen,
- 20:31also diametral entgegengesetzte Neuauslegungen von fundamentalen Einstellungen Amerikas gegenüber den Europäern.
- 20:39Und ich glaube, das ist einfach der Punkt, wo wir jetzt eben dazu kommen,
- 20:42dass wir diese Trump-Regierung als einen radikalen Bruch empfinden.
- 20:47Wir haben jetzt viel gesprochen über die offiziellen deutsch-amerikanischen Beziehungen,
- 20:55einen Austausch zwischen den Regierungen im Rahmen der Europäischen Union etc.
- 20:59Andere Frage, wie steht es denn um die deutsch-amerikanischen Beziehungen jenseits davon, zum Beispiel im Bereich der Zivilgesellschaft?
- 21:06Sie werden deutlich schwieriger, wenn ein Marco Rubio faktisch die internationale Visa-Vergabe ankündigt,
- 21:13sie auf einen neuen Prüfstand zu stellen, aber internationalen Studenten, aber eben auch OPEAS,
- 21:18anderen Teilen der Zivilgesellschaft, die gegebenenfalls sich länger engagieren wollen,
- 21:22würden auch im amerikanischen Kontext den Zugang zuversagen.
- 21:26Im Übrigen natürlich auch Staatsbürgern der Volksrepublik China und anders.
- 21:30Also zuversuchen, Amerika hermetisch abzuschließen,
- 21:33das wissen wir aus der Geschichte der internationalen Beziehungen und der Diplomatie.
- 21:36Das hilft nie im Übrigen, im internationalen Völkerverständnis.
- 21:40Umgekehrt, gerade dann, wenn es schwierig ist, muss man mehr reden, muss man mehr präsent sein, und zwar auf allen Ebenen.
- 21:46Wir haben in den ersten Trump-Ams Zeit, und vielleicht wollen Sie darauf hinaus,
- 21:49habe ja lächelig gesehen, wie sich Teile der Unternehmerlandschaft, wie sich Städte,
- 21:54wie sich Bundesländer in den USA stark zusammengeschlossen haben.
- 21:58Damals ging es hauptsächlich um die Erhaltung der Klimaziele,
- 22:02den Trump I auch den Abgesang erteilt hatte.
- 22:05Wir sehen das zum Teil innenpolitisch ganz stark, also dass sich Bundesstaaten,
- 22:10besonders die demokratisch geleiteten Bundesstaaten stark zusammenziehen,
- 22:13auch juristisch ihre Optionen suchen und dann ungekehrt international sehr stark fungieren wollen.
- 22:18Das sehen wir an Kalifornien und an bestimmten Bundesstaaten, auch an der Ostküste.
- 22:22Aber insgesamt scheint es noch nicht strategisch zu unterlegen zu sein.
- 22:27Ich glaube, auf der anderen Seite wird es zurzeit sehr viel schwieriger,
- 22:30denn es um Fulbright, DAAD-Stipendien, jetzt mal auf Deutschland bezogen, geht aus zwei Gründen.
- 22:37Erstens, weil es faktisch schwieriger wird, zum Anfang meiner Antwort.
- 22:41Und zweitens, weil die Softpower, die Amerika über Jahrzehnte hat ausüben konnten.
- 22:48Die Strahlkraft, auch was Ronald Reagan, die City on a Hill nannte, so schnell, so rapide abnimmt,
- 22:55dass wir auch in Europa sehen, es gibt weniger grundsätzliche Interesse daran,
- 23:00in Anfangszeichen mit diesem Amerika auf nähere Tuchfühlung zu gehen.
- 23:04Also da ist in jedem Fall nachzuarbeiten, wenn wir auf dieser Seite des Atlantiks auch weiterhin verstehen wollen,
- 23:10welche Motivationen in der Breite des Landes dafür sorgen,
- 23:14dass dort unter seinen Stammwählern Donald Trump weiterhin noch zu viel Rückhalt hat.
- 23:18Man könnte ja auch die Überlegung anstellen.
- 23:20Sie haben das angesprochen, die Studentenwieser werden teilweise nicht mehr ausgegeben oder gestoppt.
- 23:26Donald Trump hat, ja man kann schon sagen, glaube ich, den Eliteuniversitäten allgemein
- 23:31und habe im Speziellen den Kampf angesagt.
- 23:33Also ganz starke Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit.
- 23:35Das führt auch schon, sehen wir jetzt dazu, dass Wissenschaftler das Land verlassen könnte.
- 23:40Also Europa könnte Deutschland davon am Ende vielleicht sogar profitieren.
- 23:43Ich habe die Fragen jetzt schon öfter beantworten müssen in den letzten paar Wochen,
- 23:46wie man sich vielleicht vorstellen kann.
- 23:48Und da ist meine Antwort immer ja ein.
- 23:50Wenn Sie einmal im Nanotechnologie-Labor des Massachusetts Institute of Technology waren,
- 23:55dann wissen Sie, dass solche Forschungsstätten in Europa seien das Gleiche suchen.
- 24:00Und dass solche Forschungsstätten auch mit einem Sondervermögen im Infrastrukturbereich
- 24:05nicht mal ebenso hingebaut werden können.
- 24:07Dass die Art und Weise wie besonders wissenschaftliche Forschung im Bereich Quantum,
- 24:12im Bereich Biotechnologie, auch im Bereich infektiöse Krankheiten
- 24:16in Europa nicht von heute auf morgen so nachgebaut werden können,
- 24:20heißt, dass eine Abwanderung naturwissenschaftlicher Forschung deutlich schwieriger ist.
- 24:24Im Übrigen ist da sehr interessant, wie sich die Volksrepublik China da reingelehnt hat.
- 24:29Fast dramatischer.
- 24:31Also Sozialwissenschaftler wie meine drei Kollegen von der Yale University,
- 24:35die dann eben mal nach Toronto ziehen, die müssen drei Koffer packen.
- 24:38Und dann sind sie da und machen sich weiter richtige, wichtige Gedanken
- 24:42zum schleichenden oder vielleicht beschleunigten Autoritarismus in den USA.
- 24:45Aber andersrum zeigt es wieder auf, dass wir gerade in diesen absolut wettbewerbstreibenden Bereichen
- 24:52in den Naturwissenschaften in Europa ins Hintertreffen gekommen sind.
- 24:56Das ist eine Chance aufzuholen, aber es ist keine Chance,
- 24:59die wir innerhalb der nächsten 18 Monate quasi für uns realisieren können.
- 25:03Zum Schluss, Frau Glübersprug, die Orakelfrage.
- 25:07Wo sehen Sie denn die deutsch-amerikanischen Beziehungen in, sagen wir mal fünf Jahre?
- 25:12Ich musste einmal schwer ein- und ausatmen aus zwei Gründen.
- 25:18Ich mache mir persönlich ganz große Sorgen über die nächsten Zwischenwahlen
- 25:22und die Präsidentschaftswahl, die darauf folgt.
- 25:26Warum? Weil eine amerikanische Regierung unter Trump,
- 25:29eine republikanische MAGA-Partei, sehr stark bereits am Wahlrecht arbeitet.
- 25:35Das Wahlrecht umbaut, es darauf abzielt, bestimmte Gruppen von der Wahl auszuschließen.
- 25:40Das heißt, ich gehöre nicht zu der Fraktion, die sagt 2026 wird alles anders.
- 25:44Da kommen die demokratischen Leitplanken wieder, denn die Demokraten gewinnen eine Zwischenwahl.
- 25:48Und dann werden alle innenpolitischen Verquenkungen, also die Zölle,
- 25:53werden massiv einem Donald Trump auf die Füße fallen und für innenpolitischen Aufstand sorgen,
- 25:58sodass wir eine demokratische Präsidentschaft haben, die dann alles zurückdreht.
- 26:02Das ist Wunschdenken. Und wir sollten uns realistisch auf der europäischen Seite auch nicht darauf einstellen.
- 26:08So sehr es mich als Deutschamerikanerin im Herzenschmerz, dass wir jetzt an einem Punkt sind,
- 26:13wo eine europäische Interessen geleistete Politik die Tagesagenda bestimmen muss, ist das so?
- 26:20Es heißt nicht, dass wir natürlich nicht weiter den Kontakt suchen sollten
- 26:24und das Verständnis für die Amerikaner aufbringen sollten,
- 26:27aber es geht sehr stark darum, eigene Interessen auch dann mit faktischer Politik
- 26:32und vor allen Dingen mit Ausgaben, mit realitätsbezogenen politischen Leitlinien zu füllen.
- 26:37Denn es kann sehr wohl sein, dass der beschleunigte autokratische Umbau der USA sich bis dahin verstetigt hat
- 26:46und wir von einem komplett anderen Weltbild ausgehen müssen.
- 26:51Ich glaube, die weisesten strategischen Überlegungen sind derzeit,
- 26:54die wir es aussehen könnten in einem chinesischen Zeitalter zu leben.
- 26:57Das sind Dinge, die wir uns so faktisch nie haben vorstellen können.
- 27:01Ich glaube, in einem Kontext des Szenarienplanungs, ja, Pushus, den wir jetzt sehen, realistisch ist.
- 27:08Wie gehen wir in der Tat?
- 27:10Und Herr Bialecki weiß, dass ich das immer als Scharniermachtskapazität Deutschlands bezeichne.
- 27:16Es geht jetzt darum, wirklich zu gucken, wie kann Deutschland, wie kann Europa sich positionieren,
- 27:21wenn wir davon ausgehen müssen, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren das,
- 27:26was auch institutionell, aber eben auch moral normativ aus der Volksrepublik China
- 27:31sich über den asiatisch-pazifischen Raum stärker noch verteilen wird,
- 27:35wie gehen wir mit diesen neuen vermeintlichen internationalen Normgesetzten-Prozessen um?
- 27:41Wie positionieren wir uns da? Was haben wir zu bieten?
- 27:43Was können wir zusammenhalten?
- 27:45Welche Partner, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Kanada,
- 27:50wie sieht eine neue Weltordnung aus?
- 27:53Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, denn ich glaube nicht,
- 27:56und das jetzt kurz zu beantworten, dass wir in dem Sinne wieder dahin finden,
- 28:01wie wir 80 Jahre über das Transatlantenschweld nachgedacht haben,
- 28:05das wird so nie wiederkommen.
- 28:07Sagt die deutsche amerikanische Politologin Katrin Klywer-Spruck von der Bertelsmann-Stiftung.
- 28:11Vielen herzlichen Dank für das Gespräch.
- 28:13Sehr gerne.
- 28:19Zum Ende einer jenen Folge wollen wir gemeinsam sacken lassen und ein bisschen
- 28:23zusammenfassen, welcher Aspekt uns besonders zum Nachdenken angeregt haben
- 28:27und irgendwie hängen geblieben sind.
- 28:29Bei mir ist es eine ganze Menge heute, weil das in der Zeit springenbunden war,
- 28:32an Details und Fakten, an politischem Denken, historischem Wissen und langen Linien.
- 28:37Ich versuche es trotzdem auch zwei Bereiche zu konzentrieren,
- 28:40nämlich A. Erwartungen und B. Veränderungen.
- 28:43Wenn nun der Kanzler, der wie Frau Clüver Ashbrook das gesagt hat,
- 28:46der Scharnier-Machtskapazität Deutschland dahin reist,
- 28:51kann ganz viel rauskommen oder nichts.
- 28:54Man weiß es einfach nicht.
- 28:56Es kann schon am nächsten Tag komplett das Gegenteil sein von dem, was Merz da erreicht hat
- 29:00oder eben auch nicht, weil alles so im Fluss ist.
- 29:02Diese tiefe Unkenntnis auch unseres Systems, wie europäische Politik eigentlich funktioniert etc.,
- 29:07das fand ich beeindruckend.
- 29:09Und wenn wir mal auf die Veränderung kurz gucken, ja, noch mal der Eindruck,
- 29:13dass wir sehr beeindruckend, wie tief diese Veränderungen sind,
- 29:17wie weit entfernt diese US-Regierung agiert von gemeinsamen Werten,
- 29:21Stichwort George Orwell, das ist kein schöner Ausblick gewesen,
- 29:25aber ich glaube ein sehr realistischer und schon sehr beeindruckender Katharina,
- 29:29was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
- 29:32Da ging es mir ähnlich.
- 29:34Also von hinten angefangen diese grundlegenden Veränderungen,
- 29:37die wir erleben, dass das nichts ist, was irgendwann sich wieder umkehren wird
- 29:40und back to normal, was auch immer normal sein soll.
- 29:44Das finde ich besonders eindrücklich aus dem Gespräch.
- 29:46Den Merzbesuch, da bin ich jetzt nochmal extra gespannt, wie es dann ablaufen wird,
- 29:51weil einfach so, ja, man nochmal gemerkt hat, ist alles offen.
- 29:55Die Art der Kommunikation, man kann sich oder man muss sich auf alles einstellen bei Trump.
- 29:59Ich fand diesen Aspekt, dass Merz eigentlich schon durch seine Größe irgendwie was mitbringt,
- 30:04ganz interessant und gleichzeitig dachte ich mir auch nochmal,
- 30:07wie ist ein Donald Trump gestrickt, wie viel patriarchales Denken steckt da einfach auch drin.
- 30:11Und den Aspekt Softpower USA, den habe ich mir auch nochmal notiert,
- 30:15dass also einerseits das Interesse gar nicht mehr so groß ist für Wissenschaftler und Wissenschaftler,
- 30:20dahin zu gehen durch diese Veränderung und gleichzeitig,
- 30:23dass aber eine Abwanderung gerade im naturwissenschaftlichen Bereich
- 30:26einfach ganz verheerende Folgen hat.
- 30:29Damit geht die heutige Folge von "Pod und die Welt" zu Ende.
- 30:35Das Thema unserer nächsten Folge, das haben wir ja schon am Rande heute mal angeschnitten,
- 30:39der NATO-Gipfel am 24. und 25. Juni wird uns beschäftigen.
- 30:43Und über die Erwartungen an diesen Gipfel sprechen wir dann mit der Politologin Liana Fix
- 30:48vom Council on Foreign Relations.
- 30:50Ich möchte erst mal herzlichen Dank fürs Zuhören und für Ihr Interesse.