Latest / Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast / Special (Teil 2): Ist Abhängigkeit der Bruder oder Endgegner von Freiheit?
Transcript
- 0:00Ausglaubt. Der Podcast über das, was wir nicht mehr glauben und das, was uns wichtig bleibt.
- 0:11Ralf Lab.
- 0:14Hallo zusammen, herzlich willkommen zu Ausglaubt. Wir machen so ein kleines Miniprojekt bei Ausglaubt,
- 0:26wo wir mit den Kollegen von Glaube und Gesellschaft über den Freiheitsbegriff über Freiheit nachdenken
- 0:35wollen und wir haben das letzte Mal angefangen, so ein bisschen mit einer ja vielleicht historischen
- 0:41oder biblischen Einordnung des Freiheitsbegriffs und sind dann auch noch zu Martin Luther gehüpft.
- 0:48Und dabei haben wir gesehen, also Freiheit ist wirklich ein großes Thema im Christenturm,
- 0:54also Exoduserzählung, die ganze Christologie, das Kreuz als ein ganz entscheidender Freiheitsmoment.
- 1:01Und dann eben diese Idee, Christus hat uns zur Freiheit befreit, ganz zentral. Und da sind wir dann
- 1:10aber auch auf zwei Gefahren aufmerksam geworden. Die eine Gefahr, das ist eine Manu, die ist dir
- 1:16immer ganz, ganz wichtig vorzuwahnen als christlicher Theologe. Das wäre quasi so eine
- 1:21Vergeistigung der Theologie, dass man sagt, also die Freiheit, die eigentlich gemeint ist es nur
- 1:28eine geistliche Freiheit, da müsst ihr in der Welt gar nichts von realisieren. Das hat damit
- 1:33nichts zu tun. Das ist eine ganz andere Logik, das ist eine ganz andere Ordnung. Hier geht es nur
- 1:40um dich und den lieben Gott. Ja, also die Gefahr auf jeden Fall, dass die geistliche Befreiung oder
- 1:48die evangelische Freiheit im Glauben eigentlich auf Kosten eines Einsatzes und eines Engagement für
- 1:58auch äußere politische gesellschaftliche Freiheiten und so weiter geht. Dass man das Gefühl hat, ja,
- 2:05wenn ihr innerlich befreit seid und sogar euch frei fühlt, wenn ihr im Gefängnis sitzt, dann
- 2:11müssen wir auch nicht dafür sorgen, dass irgendwie politische Systeme verändert werden oder
- 2:17totalitäre Tendenzen abgewendet werden oder Ungerechtigkeiten auf dieser Welt und die Schere
- 2:23zwischen Arm und Reich und so weiter. Man kann ja auch als armer frei sein, wenn man den Herrn
- 2:28Jesus hat. Das wäre eine, sicher eine Perversion auch des Neutestamentlichen Freiheitsverständens.
- 2:36Christentum würde dann Machtzustände, die unfair sind, eigentlich legitimieren.
- 2:41Sogar, ja, genau. Und ganz ähnliche Richtung kann es gehen der anderen Falle, das wäre die,
- 2:47dass jemand oder eine Gemeinschaft oder eine Kirche in Anspruch nimmt, ganz genau zu wissen,
- 2:55was denn diese Freiheit Gottes bedeutet, an welche Gebote, Konditionen und Vorschriften,
- 3:01die geknüpft ist und quasi wie die Roadmap zur wahren christlichen Freiheit kennt,
- 3:08dabei aber völlig übersieht, dass das aufgeladen ist mit lauter eigenen Präferenzen, kulturellen
- 3:15Bestimmtheiten, in denen man über das Richtige und das wahre nachdenkt und das selbst absolut
- 3:22setzt, also eine Form der blasphemie, also Gott wird in Anspruch genommen, um das, was ich selbst
- 3:29richtig und gut finde, dann zu garantieren und anderen Menschen aufzudrücken, sodass eigentlich
- 3:36der Gott, der die Freiheit realisieren soll, mit den Menschen und Will selbst zu einer Bedrohung
- 3:43der Freiheit wird, selbst zu einem totalitären Moment wird, dass Menschen unfrei macht und
- 3:49bedrückt. Ja, ich muss hier eine Klammer auf tun, einfach, weil ich das Gefühl habe, da hängt
- 3:55aber auch sehr vieles am Bibelverständnis, weil man könnte, also mir ist jetzt natürlich der
- 3:59Einwand auf der Zunge zu sagen, ja, aber es ist ja nicht einfach der persönlichen Entscheidungsfindung
- 4:07des Frommenindividungs an Heim gegeben, wie Freiheit sich denn verwirklich, sondern wir haben ja
- 4:13längst gesagt, im ersten Testament wird dem Befreiten Gottesvolk wird das Gebot, während die
- 4:21Zehngebote gegeben und da steht ja, wie ein befreites Leben in der Gesellschaft mit Gott und dem
- 4:30Menschen auszusehen hat, die beiden Tafeln der Gebote und bei Paulus, der ja die christliche
- 4:36Freiheit so rühmt, findet sich ja fast in jedem Paulus-Brief eine christliche Haustafel, in der
- 4:42gezeigt wird, wie Sklaven und Freie sich zueinander verhalten, wie Mann und Frau und Kinder und Eltern
- 4:49und so weiter, sich zueinander zu verhalten haben, da wird das ja ausgedeutscht und da müssen wir uns
- 4:54jetzt dran halten, das ist ja nichts Plasphemisches und nichts Anmaßendes, das steht ja hier schwarz
- 5:00und weiß, weißt du. Und das ist halt jetzt genau einfach die Frage, wie man diese Geschichten,
- 5:05wie man diese biblischen Vorgaben interpretiert, oder man kann hingehen und sagen, ja, das ist halt
- 5:12jetzt quasi das Kochbuch für gelungenes Leben, für Freiheit, für christliches Leben, oder man
- 5:17kann sagen, na, das sind jetzt aber verdichtete Erfahrungen, die Menschen gemacht haben, wo
- 5:23sie gesagt haben, oh, da habe ich etwas Befreiendes, etwas Gutes erlebt und das muss der liebe Gott
- 5:30gewesen sein. Und dann habe ich ein viel, viel unverkrampfteres Verhältnis dazu, dann kann ich
- 5:35sagen, ah, spannend, wie jemand über die Freiheit eines Sklaven in der Spätantike nachgedacht hat
- 5:44und darin Gottes Handeln entdeckt hat und muss damit noch nicht sagen, na, siehst du, Sklaverei ist
- 5:50eigentlich in Ordnung, solange man so umsetzt. Und das genau meine ich damit. Wir dürfen eigentlich
- 5:57nur deduktiv diese Dinge auf Gott beziehen. Also wir müssen sagen, okay, da wo Menschen
- 6:04Freiheitszuwachs, Freiheit und Befreiung erlebt haben und das Gott genannt haben, da ist etwas
- 6:11sehr Schönes passiert, da wo wir sagen, okay, und das ist jetzt die Anleitung für die eigene
- 6:16Freiheit und Befreiung, die ich quasi wie eine Checkliste abarbeiten muss. Da ist es schon überhaupt
- 6:22nicht mehr die Geschichte, die der liebe Gott mit uns schreibt, sondern etwas Zwanghaftes,
- 6:27dass Menschen sich selbst auferlegen. Ja, man muss das, ich glaube, um nicht auf Abwege zu kommen,
- 6:35muss man das dynamisieren und als Momente einer Freiheitsgeschichte begreifen. Man muss dann die
- 6:43christlichen Haustafen in den Paulus-Briefen nicht abwerten und quasi einfach verabschieden,
- 6:50sondern kann dann das auch würdigen und sagen, wenn Paulus einem antiken Ehepaar aufs Herz legt,
- 6:57dass der Mann seine Frau lieben soll, wie Christus die Gemeinde geliebt hat, dann ist das ein unglaublicher
- 7:03Gewinn auch an Freiheitsraum für Mann und Frau und ein unglaublicher Gewinn auch an Menschen
- 7:12würde und würdigem Umgang miteinander gegenüber, zum Beispiel einer missbräuchlichen Beziehung
- 7:19gegenüber einem unfassbaren Machtgefälle zwischen Mann und Frau. Selbe könnte man bei Sklaven und
- 7:27Freien sagen, wenn Paulus den freien, den Herren gebietet, ihres Sklaven nicht zu schinden und so
- 7:35weiter, dann ist das ein Wahnsinnsgewinn im Kontext einer antiken Gesellschaft, aber es muss
- 7:41dann ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein, sondern es ist ein Moment in einer Befreiungsgeschichte,
- 7:47die weitergeht. Aber das ist genau das Stichwort, oder? Es geht um eine Geschichte und das heißt,
- 7:52wir sind nicht am Ziel, wir haben immer Zwischenergebnisse. Immer wieder machen Menschen
- 7:57Befreiungserfahrungen, die sie auf Gott zurückführen. Und in dieser Geschichte müssen wir unsere
- 8:05Geschichte selbst einbringen und mit dieser Geschichte zusammen deuten und können nicht einfach
- 8:10sagen, ja, also dieser Zwischenstand, nein, das ist kein Zwischenstand, sondern das ist das
- 8:16Regelwerk für das gelungene Leben und Gott hat eine Ordnung geschaffen, an die wir uns halten
- 8:21sollen. Nein, Gott hat nicht eine Ordnung geschaffen, an die wir uns halten sollen, sondern Gott schreibt
- 8:25Geschichte und das sind keine Ordnungen, das sind Zwischenstände. Aber das, was kommen wird,
- 8:33muss offen bleiben, weil sonst wäre Gott dann doch tatsächlich einer, der zwischen zwei Buchdeckel
- 8:40passt. Ja, klang mal zu. Ja, Aufklärung. Aufklärung, auch da Freiheit ein ganz, ganz wichtiger Begriff,
- 8:50natürlich denkt man sofort an, Kant, seinen berühmten Ausruf, sappere Aude, also habe den Mut,
- 8:58dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, es ist natürlich ein Aufruf zur intellektuellen
- 9:04Freiheit und zwar zu einer intellektuellen Freiheit, die zugleich die Möglichkeit der
- 9:11Selbstbestimmung beinhaltet. Und diese Selbstbestimmung, oder Kant würde jetzt eher sagen,
- 9:16Autonomie, also das Vermögen, mich selbst unter ein Gesetz zu stellen, also über mich selbst quasi
- 9:24verfügen zu können, zu sagen, was ich sein will und nicht nur affektiv zu handeln, Kant würde
- 9:31vielleicht sagen wie ein Tier, sondern wie jemand, der sich zu etwas ins Verhältnis setzen kann,
- 9:36der sich eine Bestimmtheit geben kann. Also diese Autonomie, das ist eigentlich die große,
- 9:41die große Flugschneise, die Kant sucht, wenn es ums Freiheit geht. Das ist das treibende Moment
- 9:49der Aufklärung, kann man glaube ich schon sagen, diese Befreiung aus der selbstverschuldeten
- 9:54Unmündigkeit, das ist ja eine Form der Unfreiheit, der auch der Unreife, aus der man herauswächst,
- 10:03im Gebrauch seines Verstandes, im eigenständigen Nachdenken, man findet zu einem selbstbestimmten
- 10:10Sein, das ist quasi das große, der große Motor der Aufklärung.
- 10:15Ja, können wir sagen, der Gegenbegriff zu einer Freiheit, die als Autonomie verstanden wird,
- 10:21ist die Unmündigkeit und quasi die Emanzipation, die Befreiung aus dieser Unmündigkeit, die eine
- 10:28Abhängigkeit ist von Strukturen, die ich nicht verstehe, von Aussagen, die ich nicht durchdacht
- 10:36habe, von Gesetzen, über die ich nicht nachdenke etc., das wäre dann eigentlich eine praktische
- 10:43Instandsetzung menschlicher Freiheit, die sich auch biografisch natürlich realisiert.
- 10:48Ja, ja, und man kann ganz sicher bei Kant auch schon sagen, wenn wir jetzt nochmal die Unterscheidung
- 10:54in Erinnerung rufen, aus der letzten Folge zwischen negativer Freiheit und positiver Freiheit,
- 11:00das bei Kant und eigentlich bei allen Aufklärungsphilosofen natürlich die Verwirklichung der positiven
- 11:07Freiheit auch schon im Zentrum stand. Es ging nie nur darum, Menschen jetzt irgendwie aus staatlicher
- 11:17und kirchlicher Bevormundung zu befreien, um sie dann irgendwie der der völligen Zufälligkeit und
- 11:25dem Willkür ihrer Emotionen oder so hinzugeben, sondern es ging immer auch um diesen Impuls,
- 11:31der Mensch soll sich selbst finden, sich selbst verwirklichen, soll irgendwo zu einem Leben finden
- 11:38in einer eigenen, in einer Selbstbestimmung, die dann, und das war auch, ich wüsste keinen
- 11:44Aufklärungsphilosofen, dem das nicht vor Augen stand, die dann auch zu einer gelingenden Gesellschaft
- 11:50beiträgt, also nicht nur zu einem irgendwie individualistisch-hetonistischen Selbstverwirklichungstrip,
- 11:56indem man mit dem Arsch quasi den Rest der Welt niederreißt, sondern es ging immer auch um eine
- 12:02gelingende Gesellschaft, das war durchaus im Blick. Ja, und also vielleicht auch ganz zentral bei Kant um
- 12:10die Frage, was soll ich tun? Also ich meine positive Freiheit, ganz egal an was wir dabei denken,
- 12:17lässt sich individuell immer auf die Frage zurückführen, was soll ich tun? Und die Antwort auf
- 12:25die Frage, was soll ich tun? Das hängt eben bei Kant an der Autonomie, also das heißt am Nachweis,
- 12:31am philosophischen Nachweis darüber, dass ich überhaupt einer bin, der in der Lage ist,
- 12:37etwas zu tun und nicht nur etwas bin, dem etwas widerfährt. Also je unmündiger ich bin, desto mehr
- 12:45ist die Welt quasi etwas, das auf mich einprasselt und das mir widerfährt, das mir passiert quasi.
- 12:52Je autonomer ich bin, desto mehr verhalte ich mich zu dieser Welt und gestalte sie damit mit.
- 12:58Ja, es geht um Selbstwirkksamkeit. Also ich setze gerade Freiheit, genau. Ja,
- 13:01heute würden wir wahrscheinlich sagen Selbstwirkksamkeit. Ja, wer jetzt viel stärker noch als
- 13:07Kant mit dem Freiheitsbegriff dieses eher soziale Verbunden hat. Das gesellschaftliche ist Jean-Jacques
- 13:16Rousseau, der hat im Gesellschaftsvertrag diese Idee der Volkssouveränität entwickelt. Und die
- 13:26Kerneidee ist eigentlich, die wahre Freiheit besteht nicht in einer ungezügelten Anarchie,
- 13:32in der jeder tun und lassen kann, was er will, sondern sie lässt sich nur dadurch realisieren,
- 13:39dass man sich selbst Gesetzen unterwirft, die und das ist die Worte, die man sich selbst gegeben hat.
- 13:45Also es bedeutet eigentlich, bei Rousseau haben wir den Gedanken, dass die Demokratie die Realisierung
- 13:55der Freiheit als Gemeinschaft darstellt. Also ich habe Freiheit nur, wenn ich mir Gesetze gebe,
- 14:06aber diese Gesetze muss ich mir selbst gegeben haben. Sie dürfen nicht einfach aufoktoriiert
- 14:12sein. Und das bedeutet letztendlich, ich brauche eine Demokratie dafür, weil anders lässt ich das
- 14:19ja nicht realisieren. Ja und das ist dann eben nicht Heteronomie, nicht Fremdbestimmung durch
- 14:28den Staat, sondern es ist ein Stück kollektive Autonomie, weil die Menschen, die einzelnen,
- 14:35sich im Zuge ihrer demokratischen Rechte und Freiheiten das Gesetz selber geben. Und der
- 14:42entscheidende Gedanke ist hier wirklich, Freiheit ist nicht einfach ein ordnungsfreier Raum, sondern
- 14:49Freiheit, eine freie Gesellschaft gibt sich selbst die Gesetze. Und ich würde das auch ein bisschen
- 14:56mit einer gewissen Spitze gegen die These wenden, die in dem Podcast von Glaube und Gesellschaft
- 15:04immer wieder vertreten wird. Oder ich habe das zumindest zu wenig wiedergefunden dort, wenn man
- 15:10die Befürchtung hat, in der spätmoderne werden negative Freiheiten so stark gemacht, nirgends
- 15:16darf sich der Staat einmischen, man muss ganz frei sein und so. Und dann wird quasi so eine Stimmung
- 15:21des Anything-Goes befördert, in der das Individuum einfach tun und lassen kann, was es will. Ich
- 15:27habe das Gefühl, da ist wie zu wenig im Blick bei dieser Befürchtung auch, zu wenig im Blick,
- 15:32dass wir doch in einem demokratischen Rechtsstaat leben, der sich selbst sehr, sehr oft sehr
- 15:39detaillierte und sehr weitgehende Ordnungen und Selbstbeschränkungen auferlegt hat und die sind
- 15:46nur deshalb nicht quasi per se Freiheit gefährdend, weil sie eben von einer demokratischen Gesellschaft
- 15:55selbst auferlegt sind. Aber ich kann ja nicht mal, es ist ja mitnicht so, dass ich jetzt in einer
- 16:01Situation mich vorfinde, in der ich so viele negative Freiheiten habe, dass ich einfach tun
- 16:07und lassen kann, was ich will. Ich kann nicht mal die Stauden meines Nachbarn zurückschneiden
- 16:14im Garten, ohne zu riskieren, dass er mich quasi anklagt, weil das alles geregelt ist,
- 16:20man darf nicht ohne Einverständnis des Nachbarn einen Ast zurückschneiden, der in den eigenen
- 16:27Garten ragt und so weiter. Also das ist ja bis in viele Details leben wir ja in einem Rechtsstaat,
- 16:33in dem ganz, ganz vieles reguliert ist. Ich darf nach sieben keinen Rasenmäher mehr anlassen,
- 16:40sonst läuft die Nachbarschaft bei uns zusammen und die Polizei kommt. Ich darf mein Auto nicht am
- 16:46Wegrand abstellen, wenn nicht ein Parkfeld, ein weißes Parkfeld eingezeichnet ist und so weit. Also
- 16:52es gibt ja tausend Regulierungen. Wir sind in einem hochgradig geordneten, in einer hochgradig
- 17:00geordneten Umgebung und das Gleiche könnte man auch für die, natürlich für die Marktwirtschaft
- 17:04durchspielen. Es gibt ja nicht einfach Raubtierkapitalismus, wo man, wo das Auge hinblickt,
- 17:11sondern ganz viele Dinge sind ja reguliert. Also ich glaube, wir müssen sowieso dann irgendwann noch
- 17:18dazu kommen, darüber zu sprechen, ob es denn überhaupt stimmt, dass wir einen Mangel haben an
- 17:22positiver Freiheit oder positiv realisierter Freiheit. Das müssen wir auf jeden Fall diskutieren. Das
- 17:28andere Thema, was du angesprochen hast, das berührt natürlich jetzt wirklich den Kern all dessen,
- 17:33was wir bis jetzt besprochen haben, wenn es darum ging, das Verhältnis jetzt quasi zwischen
- 17:38innermund äußerem Mensch zu bestimmen. Also für Luther, in seiner Zeit, war der weltliche
- 17:46Herrscher etwas Ähnliches, wie für uns heute Naturereignisse sind. Der ist einfach da und es
- 17:55gibt nichts, was er daran ändern kann. Er kann ihm Briefe schreiben, ja, das ist schon, aber der ist
- 18:02gesetzt quasi und das bedeutet, dass das, was politisch abläuft, das, was als Recht gilt,
- 18:09das ist etwas, worauf er keinen Einfluss hat. Also der normale Christenmensch und gar nicht.
- 18:16Luther vielleicht ein bisschen, aber auf jeden Fall das ist etwas, was es hinzunehmen gilt. Und
- 18:21das ist doch jetzt die riesen Änderung, die aufkommt mit der Idee, wie Russo sie vertritt und
- 18:26in der Welt, in der wir heute leben, dass aber das, was der Staat ist, das, was die Gesellschaft ist,
- 18:33das, was das Recht ist, nicht etwas ist, was uns einfach vorgegeben ist, sondern das Resultat
- 18:39unserer Gestalt darstellt. Das bedeutet, also es ist nicht etwas, auf das wir einfach treffen,
- 18:46sondern etwas, was wir ständig mitgestalten, auch dann, wenn wir gerade nicht mitgestalten.
- 18:51Also auch wenn du nicht wählen gehst, gestaltest du es mit. Und deswegen haben wir als Christen
- 19:00-theologisch ganz, ganz anders - über Staat und Obrichtkeit und Gesetz und Welt nachzudenken,
- 19:08als das zu einer Zeit Luthers oder zu einer Zeit von Paulus der Fallwahl. Ja, wir haben
- 19:14da mal eine spannende Folge drüber gemacht, also zum Römer 13 ging, glaube ich, und um die Frage
- 19:20nach der Obrichtkeit und dem Gehor samm gegenüber der Obrichtkeit, wo man schon sagen muss, das sind
- 19:26zwei ganz unterschiedliche Paradigmen, ob man unter irgendwie, ich sage jetzt mal, den Voraussetzungen
- 19:32eines römischen Reiches oder einer absolutistischen Herrschaft theologisch nachdenkt oder ob man
- 19:39sagen muss, ja wir sind ja der Suvorin. Wir sind ja das Volk, wir haben ja diese Gesetze gemacht und
- 19:44so weiter. Also das sind schon, das ist dann eine viel komplexere Ausgangslage, in die wir sehr viel
- 19:50mehr mit hinein verwickelt sind und auch mit staatskritischen Äußerungen viel vorsichtiger
- 19:57wahrscheinlich oder anders umgehen müssen, als wenn man einfach sich vorfindet in einem totalitären
- 20:04Staat oder diktatorischen Regime, wo man sagen muss, ja gut, da haben wir jetzt keiner gefragt.
- 20:08Und das bedeutet ganz konkret, wenn du da natürlich dann als Christenmensch denkst,
- 20:12ja es geht ja eigentlich nur um eine innere, um eine geistige Freiheit und alles andere interessiert
- 20:17mich nicht, dann bedeutet das einfach, dass du nicht teilnimmst an der Gesellschaft und den
- 20:23Staat und das Gemeinwohl nicht mitgestaltet. Also du ziehst dich eigentlich einer Verantwortung,
- 20:30die dir als Bürgerin oder als Bürger gegeben ist. Ja, das finde ich wirklich, das muss man immer
- 20:37wieder betonen gerade gegenüber all denen, die immer noch meinen, dass Christentum hätte
- 20:43irgendwie so eine Funktion von einem prophetischen Wächteramt, die komplett unsehn. Das kann es
- 20:49gerne haben in totalitären Staaten und da hat es das ja auch tatsächlich, aber hier in der Schweiz
- 20:54zu behaupten, dass wir irgendeine Funktion hätten von einem politischen Wächteramt ist, ist schlicht
- 20:59unsinn. Also das ist eine halbe Verschwörungstheorie oder? Weil hier haben wir demokratische Verfahren,
- 21:06in die wir uns einbringen können. Ja. Und in diesen demokratischen Verfahren können wir
- 21:11unsere Verantwortung wahrnehmen. Das ist kein prophetisches, politisches Wächteramt,
- 21:16da gebraucht ist, sondern wir brauchen demokratische Verfahren. Also was du jetzt um das nur ein
- 21:21bisschen schärfer zu stellen noch, worauf du jetzt abhebst, ist es falsch und sogar gefährlich,
- 21:26wenn die Kirche sich quasi als Gegenüber zu einer Staatsmacht versteht, das Kritisches
- 21:33gegenüber und dabei vergisst, dass sie selbst natürlich Teil dieser auch politischen Orgen
- 21:39ist und selbst als Ansammlung von Bürgerinnen und Bürgern natürlich mitbestimmt nach welchen
- 21:45Spielregeln der Staat und die Gesellschaft funktionieren. Und dazu sagen wir haben einfach
- 21:51ein kritisches, prophetisches Wächteramt, verleugnet eigentlich die eigene Beteiligung an der Orgen,
- 21:56in der wir leben. Und das ist eine Diskussion, die ich auch mit einem amerikanischen Freund immer
- 22:02wieder geführt habe, der sich im Namen einer Reich Gottes Theologie völlig aus allem
- 22:08politisch zurückzieht und sagt, dass Reich Gottes hat mir Politik nichts zu tun, das ist
- 22:12quasi ein Gegenentwurf. Und so sehr man das Theologisch stark machen kann, so sehr verkennt
- 22:18natürlich diese Theologie, dass man in demokratischen Rechtsstaaten eben eigene Freiheitsrechte hat,
- 22:27die eben auch die politischen Ordnungen mitbestimmen. Und wenn man sich daraus zurückzieht,
- 22:33macht man eigentlich nicht Gebrauch von einer Freiheit, die ich jetzt sagen würde, die uns
- 22:38auch im Namen des Evangeliums dann gegeben. Ja, das ist nochmal eine interessante Frage. Man
- 22:43könnte ja sagen, vielleicht ist dein Freund ein guter Theologe, auf jeden Fall ist er ein ganz
- 22:50schlechter Bürger. Also mit solchen Bürgern kannst du keinen Staat machen. Aber die andere
- 22:56Frage, wäre jetzt nochmal spannend, ist er eigentlich ein guter Theologe in dieser Frage.
- 23:01Ja, ich weiß ja nicht, was er sonst tut. Und da würde ich sagen, naja, es ist eine gewisse
- 23:06Verweigerungshaltung. Gerade in der Aufklärung wird ja diese Idee stark, dass das, was uns hilft,
- 23:12Freiheit zu realisieren an Bildungsprozessen liegt. Jetzt gar nicht nur einfach Wissen,
- 23:18das angehäuft wird, sondern an Bildungsprozessen, die so funktionieren, dass Menschen dazu befähigt
- 23:25werden, Gründe zu nennen für Dinge, die sie preferieren oder Dinge, die sie zurückweisen. Sie
- 23:33werden diskursfähig, könnte man sagen. Das heißt, sie können argumentieren und sie können Gründe
- 23:39nennen und Gründe finden für das, was sie gut finden und das, was sie schlechtern. Sich aus dem
- 23:43zurückzuziehen, bedeutet ja eigentlich, dass ich sage, naja, das, was ich als Christ für wahrhalte,
- 23:52oder das, was ich als Christ hoffe, oder das, was ich als Christ noch von dieser Welt und in dieser
- 24:02Welt erwarte, das bringe ich aber gar nicht ein in einen gesellschaftlichen Diskurs, sondern da
- 24:07halte ich einfach irgendwelche Predigten, wo ich über geistliche Wahrheiten spreche. Das würde
- 24:13dann quasi bedeuten, ich unterscheide dann doch wieder, dass es einen Anspruch gibt des Evangeliums
- 24:20auf das Geistliche, da ist das unbenommen, aber das hat dann nichts mit der Welt zu tun. Die Welt
- 24:26ist nur das, was vergehen muss, was überwunden werden muss. Und tschüss. Ja, ja, also ich muss
- 24:32natürlich dazu sagen, er war jetzt auch wirklich dieses politischen Systems in den USA so unglaublich
- 24:40überdrüssig, dass er sagt, das ist eine derart kranke Angelegenheit dieses, dieses System und
- 24:47die Art, wie, wie hier Politik betrieben wird, dass er nicht sagt, die Gemeinde muss sich aus allen
- 24:56diesen Fragen in dem Sinne zurückziehen, dass sie einfach eine individualistische Frömmigkeit
- 25:02hägt, sondern die haben dann quasi als Reich Gottesgegenmaßnahme einfach sozial unglaublich
- 25:08kraftvolle Initiativen gestartet, die sich um Obdachlose kümmern und so weiter. Aber er hat
- 25:14die Überzeugung vertreten, das macht die Gemeinde, das macht das Christentum quasi völlig am Start
- 25:21und an der politischen Ordnung vorbei, weil man von denen gar nichts mehr erwarteten kann. Aber
- 25:26siehst du genau damit beeinflussen natürlich die politische Ordnung und den Staat. Ja, und was
- 25:31ich doch noch nachschieben wollte, letztes Mal, als ich mit ihm diskutiert habe, hat er gesagt,
- 25:36er hätte seine Position hier auch grundsätzlich überdacht, weil er gemerkt hat, dass es
- 25:44doch die Position eines sehr privilegierten weißen Amerikaners ist und er aufgrund der George Floyd
- 25:51Geschichten und der ganzen, der ganzen Black Lives Matter Bewegung gemerkt hat, dass, dass man sich
- 25:57das den Rückzug aus politischer Initiative auch erst mal muss leisten können. Und er hat hier
- 26:06wirklich gesagt, er hätte angefangen umzudenken, weil er gemerkt hat, er hat Leute kennengelernt,
- 26:11die so unter den politischen Systemen und Ungerechtigkeiten leiden, dass sie sich es nicht
- 26:17leisten können von der Wahl urne fern zu bleiben. Das ist eine interessante Wendung dann gewesen
- 26:24auch in der Geschichte. Aber eben, also wir waren bei Rousseau, der Volkssouverän betätigt seine
- 26:33Freiheit, indem er sich selber selbst gegebenen Gesetzen unterwirkt. Und das ist eine spannende
- 26:40auf den ersten Blick eben Paradoxewendung, die Freiheit unterwirft sich Gesetzen, aber sie
- 26:47gibt sich diese Gesetze selbst. Auch da wieder, Freiheit wird realisiert durch den Gebrauch positiver
- 26:55Freiheit. Jetzt haben wir diese Ausgangslage, sage ich jetzt mal aus Reformation und Aufklärung
- 27:03etwas aufgerollt und könnten wir noch vielleicht drei Schlaglichte ersetzen. Machen wir mal zwei
- 27:09auf Kant, auf Kant ganz direkte reagieren, Schleiermacher und Bart in einer sehr unterschiedlichen
- 27:16Weise, vor allem auch in einer sehr unterschiedlichen Sprache, aber nehmen darauf Bezug. Ich würde sagen,
- 27:21auf Rousseau betiefe ich dann nochmal ganz stark das, was wir so unter dem Begriff der Befreiungstheologie
- 27:29sammeln. Also da vielleicht mal die Schlaglichte noch besetzen. Also Kant bringt diese starke Idee
- 27:38zum Ausdruck, dass Freiheit etwas ist, was mit Selbstbestimmung, was mit Autonomie zu tun hat. Also
- 27:44Freiheit ist nicht etwas, was einfach geschenkt wird, sondern Freiheit ist etwas, das als Praxis
- 27:50realisiert werden muss. Und Schleiermacher nun nimmt diese Vorgabe auf und sagt ja, ja,
- 27:55genau. Also Freiheit, das ist die Fähigkeit des Individuums zur Selbstbestimmung und diese
- 28:01Selbstbestimmung ist eigentlich ein Vermögen gemäß den eigenen Überzeugungen und inneren
- 28:07Antrieben zu handeln. So weit geht er mit. Ja, positive Freiheit. Das würde sagen, ja, das ist
- 28:13ein Vermögen Freiheit umzusetzen. Genau, das liegt darin. Aber diese Freiheit ist jetzt gerade nicht
- 28:22nur einfach die Abwesenheit von äußeren Zwängen, also quasi das Unbegrenzte, nicht Sanktionierte,
- 28:30sondern die hat ihren Kern darin, dass ich, dass ich eine innere Übereinstimmung von meinen
- 28:40Handlungen mit meinen eigenen Überzeugungen finde. Also wenn ich das tue, was ich wirklich tun will,
- 28:50dann bin ich frei. Also ich bin nicht dann frei, wenn ich nichts tue. Das ist ganz, ganz entscheidend.
- 28:56Ich bin nicht frei in der Passivität, sondern ich bin dann frei, wenn ich tue, was ich wirklich tun
- 29:03will. Das ist natürlich eigentlich ein sehr, sehr alter Gedanke, den man immer wieder auch auf
- 29:09Augustinos zurückführt, also Liebe und tue, was du willst. Ja, also das ist die realisierende
- 29:15Freiheit. Und jetzt kommt aber dieses christlich-religionsphilosophische Moment bei Schleiermacher
- 29:22dazu, wo er überkannt hinausgeht. Ich glaube bis da würde Kant überall mitgehen noch. Aber jetzt
- 29:27sagt er, ne, wir verstehen eigentlich Freiheit erst dann richtig, wenn wir uns der Abhängigkeit
- 29:34bewusst werden, in die wir ganz grundsätzlich verstrickt sind. Ja. Und Schleiermacher nennt
- 29:40dies diese Idee in seinem Werk der christliche Glaube, beschreibt er also das Gefühl der
- 29:47schlechthinigen Abhängigkeit von Gott. Und das ist eigentlich die Grundlage, aus der
- 29:53heraus Religion entsteht nach Schleiermacher. Also was meint das konkret? Es meint, ich finde
- 30:00mich eben nicht als Mensch in einer völlig frei zu gestalten Umgebung vor, sondern ich komme
- 30:08als jemand zur Welt, der in Abhängigkeitsstrukturen eingebunden ist. Und wenn ich diese Abhängigkeitsstrukturen
- 30:14zu Ende denke, auch in dem durchaus kosmologischen Sinn, in dem Sinn, wo ich über Natur nachdenke,
- 30:22über die ganzen Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit mein Leben, als mein Leben
- 30:28überhaupt möglich ist, dann merke ich, dass ich ein abhängiges Wesen bin und diese Abhängigkeit
- 30:35zu Ende zu denken bedeutet dieses Gefühl der schlechthinigen Abhängigkeit zu haben und
- 30:41der Begriff, der dann diesem Gefühl korrespondiert wäre Gott. Also von wem bin ich denn letztlich
- 30:46abhängig vom größten Abschlussbegriff, den ich daraus bilden kann, das ist Gott.
- 30:53Ja, ja. Und das ist wieder dieses Paradoxe, das hier einem entgegen kommt, jetzt aber nicht
- 30:59mehr so sehr gewendet auf die Selbstgesetzgebung einer liberalen freien Gesellschaft, sondern
- 31:07gewendet eben auf den Gottesgedanken eine Freiheit in Abhängigkeit, eine Freiheit in Unterwerfung
- 31:15oder wie auch immer. Das beißt sich ja auf den ersten Blick. Aber für Schleiermacher ist das
- 31:21kein Gegensatz, also die Abhängigkeit von Gott vernichtet nicht meine Freiheit, sondern sie
- 31:28ermöglicht sich erst. Im Gegenteil, also wer Freiheit realisiert, ohne dieses Gefühl der
- 31:36schlechthinigen Abhängigkeit mitzutragen oder von diesem Gefühl getragen zu sein, der verpasst
- 31:43sich eigentlich selbst zu einem Teil. Es kann dann sein, dass er tut, was er vermeintlich will,
- 31:50aber eigentlich ist ihm gar nicht ganz klar, wer er eigentlich ist, als der, der handelt. Und
- 31:57deswegen muss man sich eigentlich so vorstellen wie zwei Lego-Bausteine, die zusammen gehören. Also
- 32:03das eine ist das Vermögen zur Selbstbestimmung, das Vermögen zur Autonomie, damit ich überhaupt
- 32:08als freier handeln kann. Damit ich aber weiß, wer ich wirklich als freier bin und mich nicht
- 32:15einer Illusion über mich selbst hingebe, muss ich eigentlich meine Abhängigkeit als Individuum
- 32:22in meiner Beziehung zu Gott und Welt verstehen und erst daraus handle ich wirklich authentisch,
- 32:29als ein Ich, das sich eine Bestimmtheit geben kann. Ja, also es ist wieder eine Vorstellung des
- 32:36Menschen dahinter, die eben von einer göttlichen Bestimmung des Menschen oder einer göttlichen
- 32:44Idee des Menschen ausgeht. Und die sagt, wenn wir erkennen, dass wir abhängig sind von Gott,
- 32:54dass unser Leben ein verdanktes Leben ist, wenn wir dieses Gefühl entwickeln für etwas Großes
- 33:02Ganzes, dem wir demgegenüber wir auch verantwortlich sind, demgegenüber wir unser Leben verantworten,
- 33:10dann sind wir frei, weil wir uns eben entdecken, als das, was wir wirklich sind, als von Gott
- 33:18geschaffene, von Gottes Zuwendung, lebende, von Gott abhängige Menschen, die auf dieser
- 33:28Welt ihre Bestimmung leben können, dann sind wir wirklich frei. Und wenn wir diese Abhängigkeit
- 33:33gegenüber Gott verleugnen, dann verfehlen wir letzten Endes unsere Freiheit. Ja, weil
- 33:42wir uns selbst eben undurchsichtig bleiben. Also wenn ich als ein Ich wirklich frei handeln
- 33:48will, dann darf ich mich keine Ertäuschung hingeben darüber, wer ich bin. Ja. Und mich
- 33:56selbst verstehe ich aber erst, wenn mir klar wird, dass ich abhängig bin, dass ich in einer
- 34:02Beziehung stehe zu Gott, zu einem Ganzen, zu einem mich Transcendierenden. Das wäre
- 34:08quasi jetzt Schleiermachersumgang mit dieser philosophischen, aufklärischen These der Freiheit.
- 34:18Ja, und das finde ich jetzt zumindest so, wie wir das jetzt grob geschnitzt haben, eigentlich
- 34:24eine gelungene Integration dieses aufklärischen Impetus, dieses aufklärische Impel.
- 34:31Gedankens der Mensch muss sich selbst bestimmen können, zu sich selbst finden, sich selbst verwirklichen
- 34:37können, eine gelungene Integration dessen in das, was wir vom neuen Testament her eigentlich als
- 34:43Freiheitsbegriff versucht haben zu entwickeln. Also eine Befreiung zur Freiheit, die Gott uns
- 34:52schenkt, eine Befreiung zu einem Mensch sein, wie es sich Gott gedacht hat. So, das wird hier irgendwie
- 35:00zusammen gedacht und finde ich einigermaßen einleuchtend. Ist das jetzt, wenn du, du hast von
- 35:07Bart noch gesprochen, ist Bart jetzt die Gegenteese dazu? Weil er wieder spricht, ja Schleiermacher,
- 35:14ganz entschieden im Blick auch auf sein Menschenbild und sagt, nee, die Dinge sind gerade andersrum.
- 35:21Ja, oder ich glaube Bart würde sagen, ja, ja, ich bin die Gegenteese. Nur wir müssen ja entscheiden,
- 35:27glauben wir ihm das. Ich glaube, Bart bringt eigentlich einen ganz ähnlichen Gedanken, der
- 35:32Schleiermacher auch trägt in einer anderen Sprache zum Ausdruck. Bart bricht von einer Freiheit,
- 35:39die sich als Gehorsam realisiert. Er wehrt sich damit vor allem gegen diese Vorstellung, dass es so
- 35:47was gibt wie eine menschliche Freiheit, ein autonomes Menschenbild, das sich unabhängig von Gott
- 35:55realisieren oder denken lässt und dagegen polemisiert er auch und sagt dann, na ja, es gibt
- 36:03keine menschliche Freiheit, die unabhängig von Gott existiert. Menschliche Freiheit gibt es eigentlich
- 36:10nur, indem wir teilhaben an der Freiheit Gottes und das bedeutet, indem wir Gott gegenüber
- 36:17Gehorsam sind und in der Beziehung zu Christus werden Menschen dann frei. Jetzt ich persönlich finde,
- 36:25das ist einfach eine sehr viel weniger anschlussfähige Formulierung dessen, was Schleiermacher
- 36:31viel eleganter gedacht und ausgedrückt hat. Also indem er sagt, na ja, natürlich kannst du dich
- 36:37ohne Gott denken und quasi Freiheit als eine Art autonomes Selbstpraxis ausführen nur und da
- 36:45bist du mal nicht schon überlegen. Ist das nicht eigentlich der Sündenbegriff, der jetzt hier durch
- 36:50die Hintertür bei Schleiermacher nämlich reinkommt, nur mis verstehst du dich dann grundlegend selbst,
- 36:55weil du dir nicht klar wirst, dass du als dieser Mensch der du bist, der in einer schlechthinigen
- 37:03Abhängigkeit zu Gott stehst. Ja, also man könnte auch sagen, die Anfahrtswege sind einfach grundverschieden.
- 37:10Also Schleiermacher beginnt beim Menschen und seinem Gefühl der schlechthinigen Abhängigkeit und
- 37:17Bart erhebt dann Einspruch und sagt, nein, man muss bei Gott anfangen. Für ihn ist ja auch die
- 37:23Freiheit Gottes ganz entscheidend. Gott ist der im Freiheit liebende Gott und Gott eröffnet dann
- 37:30den Freiheitsraum des Menschen und wahre Freiheit gibt es nur geschenkt von diesem Gott und im
- 37:38bleibender Abhängigkeit von diesem Gott. Im Ergebnis hat man den Eindruck beschreiben,
- 37:44Schleiermacher und Bart eine Dialektik oder eine Bewegung, die gar nicht so weit voneinander
- 37:53entstehen. Nein, Bart würde einfach sagen, na ja, die Freiheit christlich jetzt gedacht,
- 37:59also die Freiheit des Glaubens liegt darin, dass wir in einem negativen Sinn, also negativ
- 38:07Freiheit, wäre die Freiheit von der Sünde. Also wir sind von der Sünde befreit und die positive
- 38:13Freiheit ist dann, dass wir frei sind für den Gehorsam gegenüber Gottes Willen. Ja, und wenn wir
- 38:21das jetzt in diese Sprache übertragen würden, was Schleiermacher meint, dann könnte der genauso
- 38:27sagen, na ja, die positive Freiheit besteht darin, dass ich als einer der weiß, dass ich eine negativen
- 38:35Freiheit bedarf, weil ich nämlich schlechthin abhängig bin, mich der Realisierung dessen
- 38:44hingeben kann, was ich eigentlich bin und was bin ich eigentlich, ich bin natürlich eigentlich das
- 38:51Geschöpf Gottes, das mit ihm verbunden ist. Also deswegen, na ja, vielleicht ist das gar nicht so
- 38:57weit weg und ich glaube beide arbeiten sich eigentlich sehr stark an dieser kanischen Vorgabe
- 39:04ab Freiheit als Autonomie zu denken, müssen dann aber die Frage lösen, was bedeutet das jetzt
- 39:10unter der Bedingung christlichen Glaubens, in dem wir ja Sünder sind, also eben nicht eigentlich
- 39:17schon die sind, die realisieren können, was sie sein wollen. Was bedeutet da Autonomie? Und sie
- 39:24brauchen beide dieses Momente Rechtfertigung. Schleiermacher über das Gefühl der schlechthinigen
- 39:29Abhängigkeit barrt als Freiheit von Sünde. Ja, so richtig geil finde ich das jetzt noch nicht,
- 39:36also es ist halt einfach, wir sind jetzt schon allein im Versuch, Schleiermacher und Barth nachzuzeichnen,
- 39:43fast notwendigerweise in eine gewisse Predigtsprache verfallen und so und es ist jetzt noch nicht so
- 39:50ganz klar, was hat das denn jetzt zu tun mit heutigen Freiheitsdiskursen oder was hat das nun mit der
- 39:57Freiheit und Unfreiheit, die Menschen erfahren, psychologisch, politisch und wirtschaftlich und
- 40:03so weiter und vielleicht kann da die Befreiungstheologie weiterhelfen. Ja, ich glaube die Befreiungstheologie hat
- 40:08eine riesen Chance, wenn es darum geht, jetzt eine Befreiheit nicht nur individualistisch zu denken,
- 40:13aber ich glaube die andere Frage, die müssen wir uns dann schon noch mal stellen, also trägt das
- 40:16überhaupt was aus oder ist das nur quasi christliche Zusatzschlaufe, die etwas verkompliziert,
- 40:23was uns gar nicht weiterhelfen. Aber wenn du die Befreiungstheologie ansprichst,
- 40:28das würde ich jetzt eher an Rousseau wiederum anbinden, nämlich zu sagen, naja jetzt müssen wir
- 40:33quasi die Gesellschaft in den Blick nehmen und die Gesellschaft ist aus der Perspektive der
- 40:41Befreiungstheologie etwas, das den Kontext darstellt, in dem sich Freiheit realisieren muss, quasi das
- 40:48Spielbrett, das die Züge vorgibt, die überhaupt möglich sind und die Befreiungstheologie, wenn
- 40:55sich immer die Frage stellen müssen, können wir dieses Spielfeld einfach so belassen und das Spiel
- 41:01mitspielen oder müssen wir das Spielfeld ändern, müssen wir es umbauen, müssen wir es neu gestalten,
- 41:07damit es fairer ist. Ja, also das wäre dort die große Grundfrage und aufgedauert ist das ganze
- 41:16natürlich wirklich auch mit einer Wahrnehmung, dass es so etwas wie soziale Ungerechtigkeit gibt,
- 41:26also ganz, ganz bekannt Gustavo Guterres, der seiner Option für die Armen, oder eigentlich sagt,
- 41:34hey, das Evangelium ist doch nicht etwas, das rein spiritistisch irgendwie etwas nur mit unserer
- 41:41Gottesbeziehung zu tun hat, sondern das muss doch in der Welt Voraussetzungen schaffen, unter den
- 41:48Gerechtigkeit und Freiheit wirklich ermöglicht und lebbar sind. Und das ist eine Aufgabe von Kirche
- 41:53sich dafür einzusetzen, das ist doch die Nachfolge unter der wir stehen, also quasi über den Nachfolge
- 42:00Gedanken und die Aufgabe der Kirche zu sagen, na ja, Freiheit ist etwas, was wir realisieren müssen,
- 42:05aber nicht einfach als Individuen, sondern indem wir Möglichkeiten schaffen unter den Menschen
- 42:11überhaupt Freiheitserfahrungen machen können. Ja, genau, genau, also die Befreiungsteologie,
- 42:16das ist eigentlich ein sehr machtvoller oder zumindest ein sehr nachdrücklicher Aufschrei
- 42:24oder Protest gewesen gegen eine allzu verinnerlichte Form christlicher Freiheit, eine vergeistliche
- 42:32oder auch individualisiertes Verständnis christlicher Freiheiten, die dann eigentlich für
- 42:37politische und wirtschaftliche, gesellschaftliche Verhältnisse eigentlich gar nichts mehr austrägt
- 42:42und höchstens noch auf persönliche Individuelle auch soziales Orgaschmore und Barmherzigkeit abhebt
- 42:50und sagt, ja, der Barmherzige Samariter, das ist doch toll, wie der sich diesem Armen,
- 42:55diesem geschundenen Angenommen hat, der von den Räubern zusammengeschlagen wurde,
- 43:00ohne sich zu überlegen, ob man vielleicht auf diesem Weg auch mal irgendwie Laternen
- 43:07anbringen könnte und von mir aus Polizeischutz oder was auch immer, also ohne irgendwie
- 43:13systemische Gedanken anzustellen. Ich bin ganz stark mit einem Verständnis des Christienglaubens
- 43:19aufgewachsen, das zwar sehr, sehr mächtig oder sehr, sehr kraftvoll auf persönlichem
- 43:28sozialem Engagement und Großzügigkeit insistiert hat, aber sich aus den systemischen Fragen
- 43:35ganz weitgehend herausgehalten hat. Also ich habe auch das Gefühl, dass der europäische
- 43:41Evangelikalismus sehr, sehr stark diese Innerlichkeit und diese individuelle Frömmigkeit und Barmherzigkeit
- 43:51betont. Und wenn man dann schaut, wie das in den USA herauskommt, wenn die politischen
- 43:57Dimensionen in Spiel kommen, aber auf eine Art, die mir sehr unheimlich ist, dann weiß ich
- 44:02gar nicht, was mir lieber wäre. Aber Befreiungstheologie hat natürlich, würde ich jetzt sagen,
- 44:07doch im scharfen Kontrast zu vielem, was in den USA im amerikanischen Evangelikalismus
- 44:13zur Zeit politisch läuft, ganz, ganz stark wirklich bei Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen
- 44:21angesetzt. Ich habe gesagt, wir müssen da politisch etwas ändern. Ja, und ich glaube auch, dass die
- 44:27Befreiungstheologie, also auch gerade in Form feministischer Theologie ein ungeheuer wichtiges
- 44:35Potenzial in das Christentum reingebracht hat, indem es eine, zwar Theologie ist, aber darin
- 44:43eine kritische Theologie gegen die Theologie darstellt, die sichtbar macht, wo das Christentum
- 44:52selbst zum Täter und zum Unterstützer ungerechter Strukturen und Verhältnisse wird. Also wenn es
- 45:02um Rassismus, um Patriarchat und Klassismus etc. geht. Das sind alles Begriffe, die man gerne
- 45:08auch kritisch diskutieren kann. Aber wir verdanken es diesen Theorien, dass wir uns die Frage
- 45:13stellen müssen, na ja, haben wir eigentlich mit dem Christentum und der christlichen Kultur und
- 45:20zum Beispiel eben genau mit der Idee, der Innerlichkeit etc. vielleicht auch Strukturen
- 45:26unterstützt, die wirklich Ungerechtigkeit erhalten haben. Haben wir Ideen tradiert, die dazu geführt
- 45:34haben, dass Menschen in Klassen unterteilt worden sind. Ja. Und diese Fragen kommen damit und da
- 45:43ist dann Freiheit aber etwas, das wirklich auch daran gemessen wird, ob wir in der Welt so etwas wie
- 45:52eine Gleichheit von Chancen, Gerechtigkeit, wenn es um Ausgangsbedingungen etc. geht und auch wirklich
- 46:01Potenziale für Realisierung von Freiheit für alle Menschen oder nur für ein paar wenige,
- 46:08zum Beispiel superreiche, super privilegiert werden. Ja. Ja, das finde ich jetzt eine wichtige
- 46:13Zuspitzung noch, dass es eben der Befreiungsteologie nicht nur darum ging, dass eine christliche
- 46:19Innerlichkeit sich passiv verhält gegenüber gesellschaftlichen Unrechtsverhältnissen und so
- 46:25und eigentlich viel mehr tun könnte, aber eigentlich nichts tut und einfach zuschaut, sondern
- 46:30dass natürlich an vielen Stellen auch das Christentum maßgeblich beteiligt ist an
- 46:38gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten profitiert von irgendwie Systemen, unter denen ganz viele
- 46:44Menschen leiden, zum Teil sogar in der Geschichte ja immer wieder geschehen, sogar unter Zitierung
- 46:51vom Bibel stellen eigentlich ungerechte Verhältnisse zementiert, Sklaverei biblisch
- 46:58begründet, Rassismus irgendwie noch versucht abzustützen auf biblischen Überzeugungen
- 47:05und so weiter, Patriarchat, Unterdrückung, Diskriminierung von Frauen, Homophobie und
- 47:11so weiter wird nicht nur passiv hingenommen, sondern man muss dann sagen, das Christentum
- 47:17ist an vielen Stellen dann auch wirklich zum Täter geworden oder zum Sanktionierer,
- 47:23ungerechter diskriminierender Zustände und hat nicht nur nicht ist nicht nur nicht eingetreten
- 47:31für die Freiheiten vieler auch marginalisierter Gruppen, sondern hat sie sogar noch aktiv
- 47:37unterdrückt. Also da ist die Befreiungsteologie schon auch ein Stachel in einer Christientradition,
- 47:45die unglaublich Privilegien vergessen auch unterwegs war, lange Zeit.
- 47:49Ich glaube, das ist etwas, was total unterschätzt wird, mindestens in Theologiestudium wie ich
- 47:56das hatte, welches kritische, religionskritische und wichtige Potenzial eigentlich mit der
- 48:03Befreiungsteologie, mit der feministischen Theologie in unser Denken reingekommen ist.
- 48:09Oder weil ich sage jetzt mal so, es ist jetzt ein bisschen karikiert, das ist mir bewusst,
- 48:14aber in einer Struktur wie Bart gedacht hat, ist es eigentlich so, wo Gehorsam richtig
- 48:21verstanden wird, da ist Gehorsam etwas, das zu Freiheit führt und wo Gehorsam nicht
- 48:28richtig verstanden wird, da ist es Unfreiheit. Aber mit welchem Tool schaue ich dann nochmal,
- 48:36ob die Unfreiheit, die ich mir einkaufe durch dieses vermeintlich richtige Gehorsamsverständnis
- 48:42wirklich zutreffend ist, also wirklich notwendig ist, wirklich stimmt, wirklich Gott gegeben
- 48:48ist und wo es eigentlich wieder nur menschliche Vorstellungen sind vom Richtigen, die ich
- 48:54absolut setze. Ja, aber das finde ich eine wichtige Frage,
- 48:59aber es ist auch eine schwierige Frage. Man kann ja jetzt sich nur mal den Abschnitt in
- 49:03der Kirchendopomatik von Karl Bart zu Ehe zu Gemüte führen, wo er quasi in berührenden
- 49:12Worten die glorreiche Vorstellung einer Christien Ehe rühmt und gleichzeitig in Verhältnissen
- 49:19lebt und es geht mir hier gar nicht um die Moralisierung der Ménager Trois, die er da
- 49:25über Jahre gelebt hat, sondern es geht mir darum, dass er dieser Charlotte von Kirchbaum
- 49:30eigentlich, wenn man da mit ein bisschen Abstand drauf schaut, auch sagen muss, er hat sie
- 49:37in einer Art und Weise in sein Leben eingebunden, die ihr dann irgendwann auch fast alle Möglichkeiten
- 49:45zur freien Verwirklichung ihrer selbst außerhalb dieses Abhängigkeitsverhältnisses auch schwer
- 49:52gemacht hat. Aber das ist genau der Punkt, oder ich werde
- 49:56jetzt weder sagen, dass das richtig war noch, dass das falsch war, weil das ist gar nicht
- 50:00das, was mich an diesem Thema interessiert, sondern ich finde es ein super Beispiel, also
- 50:05für alle, die es nicht wissen, Karl Bart, früge Heirate, das war Nelly Bart, glaube ich,
- 50:11wenn ich das recht um den Kopf habe, hat dann später Charlotte von Kirchbaum kennengelernt,
- 50:16die haben dann auch zusammen gelebt, das war auch nichts Geheimes, man wusste das.
- 50:22Ja, im selben Haus gelebt, sie war eigentlich, Charlotte war seine langjährige Assistentin
- 50:28und Co-Writerin und so, Ghostwriterin auch an Binstellen.
- 50:32Also immer die klein gedruckten Teile in der KD.
- 50:35Es sind wesentlich auch die drüben zu führen, ja, diese Dialogiegeschichte in den Fussen.
- 50:40Aber das, was doch jetzt interessant ist, das sage ich jetzt quasi, es gibt eine göttliche
- 50:47Ordnung, der ich zugehorchen habe, nämlich die Ehe und diese Ehe, oder diese Idee der
- 50:57Ehe muss ich mich unterordnen, sonst verfehle ich quasi das, was Freiheit ist aus der Perspektive
- 51:02Gottes, das, was ich wirklich sein sollte.
- 51:05Das wäre ja eine Deutungsmöglichkeit davon und ich glaube Bart vertritt die und ist
- 51:11deswegen ja auch gegen die Ehe Scheidung in der KD.
- 51:15Also sagt ihr eigentlich, nein, weil du auch noch in der zerrüteten Ehe musst du dran
- 51:20glauben, dass Gott damit noch was vorhat und tun kann und dass es von ihm, gestiftet,
- 51:25der Bund ist, der sich darin widerspiegelt, etc.
- 51:28Oder könnte es auch sein, dass Nelly, Charlotte und Bart selbst sich vielleicht fragen müssen,
- 51:40na ja, habe ich das, was wir da gelebt haben, als Freiheit erlebt?
- 51:44Und vielleicht ist es so, dass nie alle drei zu einem Zeitpunkt das als Freiheit erlebt
- 51:50haben.
- 51:51Vielleicht ist es so, dass jemand von den drei das nie als Freiheit erlebt hat.
- 51:55Aber es ist nicht etwas, was, also so wird ich es halt verstehen, was man jetzt einfach
- 52:01sagen könnte, na ja, es war halt ungehausham gegenüber Gottes Gebot, deswegen Unfreiheit.
- 52:06Ich glaube, dass es sehr viel differenzierter ist in einem solchen Leben, wie man das erlebt.
- 52:14Und dass man vielleicht auch nachdenken könnte, ob denn eine Trennung von Bart und Kirschbaum
- 52:22vielleicht auch als eine Unfreiheit hätte empfunden werden können von den beiden.
- 52:28Ja, also jetzt weiß ich, wie du es aufgefasst hast.
- 52:33Also vielleicht ist es in der Hinsicht gar nicht das beste Beispiel, weil natürlich
- 52:37Bart in einer Konstellation gelebt hat, die auch nach den damaligen gesellschaftlichen
- 52:42Vorstellungen eben nicht dem Bild einer traditionellen Ehe entsprochen hat.
- 52:47Und darauf habe ich gar nicht so sehr abgehoben.
- 52:50Es war es, vielleicht müsste man Charlotte aus dem Bild nehmen und sagen auch die Art
- 52:55und Weise, wie Bart und Nelly Bart, Karl Bart und Nelly Bart zusammengelebt haben.
- 53:03Das war ja das Bild einer ganz traditionellen Aufstellung.
- 53:07Nelly hat sich wirklich im Aufopfern um die Kinder gekümmert und er hat ausgedehnten
- 53:12Reisetätigkeiten, ist er nachgegangen, hat die Bewunderung der ganzen Welt genossen.
- 53:18Und für ihn ging das, also ich will jetzt denen über beiden überhaupt nichts unterstellen.
- 53:24Ich sage nur, in der damaligen Konstellation für ihn ging das offensichtlich sehr gut
- 53:28auf und er hat das als auch diese biblische Ordnung der Ehe, wie er sie verstanden hat,
- 53:36er als großen Freiheitsgewinn erlebt.
- 53:38Für die Nelly Bart weiß ich nicht, wie sie das, das kann sein, dass sie in ihrer Rolle
- 53:44als Mutter dann unglaublich aufgegangen ist und gefunden hat.
- 53:48Das ist eine wunderbare Einrichtung, wie Gott das hier gemacht hat und erst als dann die
- 53:52Charlotte ins Spiel kam, wurde es dann spannend.
- 53:55Das war ziemlich früh schon.
- 53:57Ja, das war ja schon ziemlich früh.
- 53:59Ja, ja.
- 54:00Und ich glaube nur, dass wir uns überhaupt diese Frage, weißt du jetzt nicht so stellen
- 54:06müssen, wie, was steht eigentlich in der Bibel über er und war das Ehebruch ja oder nein?
- 54:11Also dass wir überhaupt differenziert darüber nachdenken können.
- 54:14Das hat ganz viel mit dem Mindset zu tun, was durch eine Befreiungsteologische, durch eine
- 54:20feministisch-steologische Perspektive ins Spiel kommt.
- 54:23Dass wir nämlich nicht einfach sagen, ah ja, ich habe hier den Kriterienkatalog und jetzt
- 54:28hake ich das ab, sondern dass ich sage, naja, das Spannende ist doch jetzt, hat sich da
- 54:33eine echte Freiheit realisiert in dieser Beziehungskonstellation.
- 54:38Wo wurde Freiheit unterdrückt?
- 54:40Wo hat es zu Ungerechtigkeit geführt und was können wir daraus lernen?
- 54:45Ohne, dass ich schon sage, es gibt den lieben Gott und er hätte das gerne so, ihr habt
- 54:49aber das gemacht, sondern dass ich sagen kann, ja, jetzt schau ich doch mal hin, wo hat
- 54:55das Freiheit gedient und wo hat es sie verunmöglicht und wo war das ungerecht?
- 55:00Ja.
- 55:01Und diese Perspektive auf Freiheit, wenn ich halt total interessant, und ich glaube da
- 55:06ist aber eine kritische, theologische Theorie, eine kritische Reflexion auf Theologie und
- 55:14Christentum und wie es wirkt, einfach unheimlich wertvoll.
- 55:18Und für uns, glaube ich, sehr viel wirkmächtiger geworden, als wir das manchmal denken, wenn
- 55:23wir einfach nur schauen, wie die Lehrstühle besetzt sind, in den theologischen Fakultäten.
- 55:28Ja, ja.
- 55:29Aber das ist der Anstoß, wir sind ja von der Befreiungsteologie ausgegangen, auch herrschende
- 55:37Verhältnisse und gerade auch herrschende Verhältnisse, die christlich sanktioniert sind, die man christlich
- 55:45begründet, auch noch einmal zu hinterfragen und dann auch die Stimmen derer ernst zu
- 55:51nehmen, die sagen, ich habe das jetzt aber definitiv nicht als freiheitlich und Freiheit
- 55:58erlebt.
- 55:59Das finde ich wichtig, das ernst zu nehmen, weil da, glaube ich, da ist ja dann lange
- 56:06Zeit auch irgendwo ein blinder Fleck gewesen, dass man das Gefühl hat, dieses bürgerliche
- 56:11und bürgerlich-christliche oder vermeintlich christliche Ehe- und Familienbild, das führt
- 56:17zum höheren Glück und zum Freiheitsgewinn aller Beteiligten.
- 56:21Und da muss man dann eben da noch einmal kritisch draufzuschauen und sagen, ja, sind den Kinder
- 56:29mit dieser Art der Erziehung zum Beispiel wirklich glücklich geworden oder sind da nicht
- 56:34auch ganz viele Leute ganz, ganz gewaltig zwischen Stühle und Bänke gefallen oder ganz gewaltig
- 56:41in ihrer Selbstwahrnehmung und Selbstbestimmung eingeschränkt worden und ist in diesem traditionellen
- 56:49Konzept von Ehe sind da nicht auch gerade viele Frauen in einem ganz offensichtlichen Machtgefälle
- 56:57auch irgendwo unter die Räder gekommen.
- 56:59Das habe ich eben gemeint, weißt du, mit dem Beispiel von Charlotte Kirschbaum, eine unglaublich
- 57:05intelligente, begabte Frau, die natürlich auch war eine sehr begabte Musikerin.
- 57:11Und natürlich haben die sich quasi auf dieses Arrangement eingelassen, aber es gibt dann
- 57:16auch der Punkt, wo es irgendwo kein Zurück mehr gibt, wo man sagen muss, wenn du dann
- 57:21mal 45 oder 50 bist und irgendwie dein Leben so aufgesetzt hast, auch in Abhängigkeit von
- 57:28einem Mann, dann ist dann dein weiterer Weg irgendwann relativ alternativ los und da mal
- 57:34den Finger drauf zu legen und zu sagen, das sind aber systemische, auch Zwänge mit verbaut
- 57:41oder systemische Vorstellungen mit verbaut, die sich wirklich zu ungunsten und zur Unfreiheit
- 57:46auch von Beteiligten auswirken.
- 57:48Da verdanken wir der Befreiungsteologie und der feministischen Theologie sehr viel.
- 57:53Lass mich das nochmal zurückführen auf diese Unterscheidung, an der wir ja die ganze Zeit
- 57:58arbeiten von positiver und negativer Freiheit.
- 58:02Bestenfalls ringt die Befreiungsteologie etwas ins Christliche Denken, was ausgeht von starken,
- 58:12positiven Freiheitsideen, die realisiert werden sollen, wie Gerechtigkeit, wie eine Fürsorge,
- 58:20die man sich schuldet unter Menschen etc.
- 58:23Also die quasi sehr wertebasiert, positiv Freiheiten umsetzen will.
- 58:29Und sie stößt an, an Unfreiheiten, die ökonomisch, politisch etc. gegeben sind, aber eben nicht
- 58:39nur, sondern die, gerade jetzt auch im Falle einer feministischen Theologie, die auch durch
- 58:46das Christentum selbst gegeben sind, durch christlich begründete Machtstrukturen in
- 58:52Kirche und Gesellschaft.
- 58:54Und das heißt also, im Namen positiver Freiheitsideale kämpft dann eine solche Theologie für negative
- 59:06Freiheiten, die dazu dienen sollen, positive Freiheiten überhaupt erst realisieren zu können.
- 59:14Also der Entdeckungszusammenhang, und das, wenn ich halt jetzt spannend dann für eine
- 59:19nächste Folge das zu diskutieren, wenn wir an diese Grundhese von Glaube und Gesellschaft
- 59:24denken, im Falle der Befreiungsteologie, der feministischen Theologie, läuft doch gerade
- 59:30so, dass es nicht so ist, dass wir uns vorfinden auf einem leeren Blatt, weil wir so auf die
- 59:36so viel negative Freiheit haben, dass wir gar nicht mehr wissen, was wir realisieren wollen,
- 59:41sondern der Entdeckungszusammenhang ist doch so, dass was wir realisieren wollen, das
- 59:46was wir das Richtige finden, das Gute finden für, dass wir uns als Christinnen und Christen
- 59:51einsetzen wollen, das ist nicht möglich, weil es verhindert wird durch Strukturen, zum
- 59:58Teil aber auch durch eigene Strukturen des Christentums.
- 1:00:01Und die werden jetzt quasi kritisiert und bekämpft, damit diese positiven Freiheiten
- 1:00:08möglich werden.
- 1:00:09Und das ist auch ein modernes Phänomen, oder?
- 1:00:12Also, ja, du meinst das jetzt auch wieder, dass am Anfang nicht der Kampf für die Abschaffung
- 1:00:23aller Zwänge und Restriktionen steht, sondern eine positive Idee, was man eigentlich sein
- 1:00:30und leben will und das aber nur sein und leben kann, wenn man für negative Freiheiten kämpft,
- 1:00:38wenn man dafür kämpft, dass Menschen eben, dass Menschen eben Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit,
- 1:00:44Berufsfreiheit und so weiter haben.
- 1:00:47Ja, also wer sich für Gleichberechtigung einsetzt zwischen Mann und Frau jetzt zum Beispiel,
- 1:00:56merkt, dass er an Grenzen stößt, die durch verschiedene Systeme Bedingungen gegeben sind,
- 1:01:02unter anderem auch Christlich konnotierte.
- 1:01:05Und jetzt geht es darum, diese Restriktionen zurückzuweisen, damit so etwas wie Gerechtigkeit
- 1:01:13in der Geschlechterfrage entstehen kann.
- 1:01:15Wir haben in unserer Zeit erlebt, wie das Ganze aufgebrochen ist, also die Ehe zwischen
- 1:01:22Mann und Frau und die Familie quasi noch das bürgerliche Ideal war, dann sind die ja nicht
- 1:01:28angetreten und haben gesagt, ja, eigentlich finden wir das totalen Scheiß, wir wollen
- 1:01:34jetzt viel mehr negative Freiheit, sondern die Menschen, die sich politisch eingesetzt
- 1:01:39haben, haben gesagt, na ja, also, wisst ihr eigentlich, gibt es mehr als diese Lebensform,
- 1:01:45die möglich ist.
- 1:01:46Und die sollen die gleichen Rechte haben, wie diese Lebensform, die im Moment von Staatswegen
- 1:01:52total präferiert wird.
- 1:01:54Und das ist eine Ungerechtigkeit und das darf so nicht bleiben.
- 1:01:58Also war nicht die Idee, dass man gesagt hat, wir wollen an anything goes, sondern die Idee
- 1:02:03war, dass man gesagt hat, es gibt eine Ungerechtigkeit, in dem eine bestimmte Lebensform bevorzugt
- 1:02:09wird gegenüber anderen Lebensformen und es gibt keinen Grund, dass ein liberaler Staat
- 1:02:14hier einer bestimmten Lebensform vorzüge gewählt wird.
- 1:02:18Ja, das ist ein gutes Beispiel, also quasi, dass man ...
- 1:02:21Niemand wollte der Ehe zwischen Mann und Frau was wegnehmen, niemand wollte der bürgerlichen
- 1:02:26Kleinfamilie was wegnehmen, man wollte nur eine Gerechtigkeit herstellen zwischen dieser
- 1:02:31Lebensform und einer, die man vielleicht selbst frei gewählt hat.
- 1:02:35Ja, und eben, es stand, in diesem Beispiel, es stand ein positives Anliegen am Anfang von
- 1:02:42mir aus schwule Paare, lesbische Paare, haben das Bedürfnis gehabt, sich selbst auch in
- 1:02:50eine Ehebeziehung hinein zu begeben und haben gesagt, das bin ich, das sind wir aber.
- 1:02:56Wir verwirklichen unsere Freiheit und unser selbst verwirklichen wir in einer solchen Beziehung
- 1:03:06und wir möchten quasi für das Recht kämpfen, das auch staatlich und kirchlich sanktioniert
- 1:03:14tun oder bekräftigt tun zu können und deshalb kämpfen wir für die negative Freiheit eben
- 1:03:25nicht von einem heteronormativen Eheverständnis eingeengt zu werden.
- 1:03:31Genau.
- 1:03:32Das ist am Anfang steht dieses positive Anliegen der Selbstverwirklichkeit.
- 1:03:36Es war eigentlich nur die Auflösung eines Monopols.
- 1:03:39Ja.
- 1:03:40Und das finde ich schon entscheidend, weil man kann natürlich jetzt sehr kulturkritisch
- 1:03:47das Ganze immer anders frame und sagen, naja, wir haben ja jetzt quasi eine Gesellschaft,
- 1:03:53in der einfach alles geht.
- 1:03:54Nein, das stimmt nicht.
- 1:03:55Wir haben eine Gesellschaft, in der marginalisierte es geschafft haben mit Argumenten und Gründen
- 1:04:03in demokratischen Verfahren eine Akzeptanz dafür zu schaffen, dass ihnen Rechte zukommen
- 1:04:10sollen, die sie vorher nicht hatten.
- 1:04:13Und das ist etwas ganz anderes, dass anything goes.
- 1:04:16Ja, ja.
- 1:04:17Und dazu kommt ja dann auch das zum Teil etwas paradoxer, das sogar die ironische Tatsache,
- 1:04:22dass ja diejenigen, die für Ehe für alle gekämpft haben, ja, gerade das Sakrament der
- 1:04:30Ehe, die Institution der Ehe eigentlich bestätigt und bekräftigt haben.
- 1:04:34Ja klar.
- 1:04:35Die wollten ja, es war ja nicht so quasi, ja, die wollen jetzt die Ehe zerschlagen.
- 1:04:39Nein, die wollten sogar Zugang zu dieser Institution und zu diesem Sakrament der Ehe
- 1:04:44haben als Queeress Par.
- 1:04:47Also es war eigentlich eine, natürlich eine, es war eine Bekräftigung der Ehe-Institution
- 1:04:55anliegen, dieses bürgerliche Konzept der Mann-Frau-Ehe aufzusprengen.
- 1:05:01Aber es war nicht das Anliegen quasi die Ehe und das kurz und klein zu schlagen.
- 1:05:07Ich würde aber nicht mal sagen, die haben das aufgesprängt, sondern das ist ja genau
- 1:05:10so belassen worden, wie es immer war.
- 1:05:12Aber es gab jetzt andere Formen, die diese Form auch bekommen konnten.
- 1:05:17So, oder?
- 1:05:18Das ist ja eigentlich das, was passiert ist.
- 1:05:20Ja, und das, was keine Ordnung unterliegt, wurde plötzlich in die Möglichkeit gebracht,
- 1:05:29sich auch diese Ordnung einer Ehe zu geben, zum Beispiel.
- 1:05:32Ja, ja, und das ist witzige, weil das ist ja eigentlich, es gibt ja auch ganz viele Queer-Em-Engine,
- 1:05:37die das ja überhaupt nicht verstehen.
- 1:05:39Die sagen, mein Gott, warum wollt ihr zurück?
- 1:05:40Warum wollt ihr euch in eine...
- 1:05:41Ja, es gibt auch ganz viele Hetro-Menschen, die das nicht verstehen.
- 1:05:44Ja, natürlich.
- 1:05:45Ja, klar, aber der Kampf für die Ehe für alle wird von vielen Angehörigen der Queer-Em-Community
- 1:05:53auch irgendwie schräg angeguckt, weil sie sagen, wieso wollt ihr euch in eine Institution
- 1:05:58hineinbegeben, die doch sowieso eigentlich völlig überkommen und veraltet ist.
- 1:06:03Und es war dann auch witzig zu sehen, als eben in dieser ganzen Debatte.
- 1:06:08Ich bin ja noch aufgewachsen mit dem Vorurteil, dass Queer-Em-Menschen vor allem schwule Männer
- 1:06:15einfach einen absolut promisken Lebensstil pflegen und mit jedem quasi auch völlig...
- 1:06:22Ich habe da ein völlig hypersexualisierte Vorstellung von schwulen Männern gehabt,
- 1:06:27die hüpfen quasi von Bett zu Bett und so.
- 1:06:30Und da müsste man ja sagen, dann wäre das ja unglaublich beruhigend, wenn schwule Männer
- 1:06:34plötzlich kommen und sagen, nein, wir wollen in eine lebenslängliche, exklusive Gemeinschaft
- 1:06:39eintreten und einen Ehebund stifen, dann müssten wir ja eigentlich froh locken und
- 1:06:44sagen, ah Gott sei Dank.
- 1:06:45Aber das ist ja sowieso so was, oder?
- 1:06:47Was sind diese...
- 1:06:48Nur diese Seitenbemerkung noch.
- 1:06:51Was so in einem christlich-patriarchalen Menschenbild ist es ja sowieso, dass Männer
- 1:06:57eigentlich immer Sex haben wollen, permanent, 24 Stunden am Tag.
- 1:07:02Und das Einzige, was sie davor rettet, das nicht zu tun, ist die Frau, die das nicht
- 1:07:08immer will, oder?
- 1:07:09Ja, die Frau, die das nicht immer will und den Stand der Ehe, oder?
- 1:07:12Das ist quasi das, was sie rettet.
- 1:07:14Und deswegen müssen da natürlich homosexuelle Beziehungen unter Männern da...
- 1:07:20Das muss ja dann Sodom und Gomora sein, oder in dieser Vorstellung.
- 1:07:24Ja, und schön haben wir uns auch davon befreit, oder?
- 1:07:29Ja, hey Manu, lass uns das nächste Mal aber vielleicht mal wirklich über konkrete Themen
- 1:07:36sprechen, in denen Freiheiten positiv und negativ verhandelt werden, damit wir nicht so im Luft
- 1:07:43lernen Raum und Abstrakt drüber diskutieren müssen, ob es jetzt ein Überhang von negativer
- 1:07:49Freiheit gegenüber positiver Freiheit gibt und Sinn wackelt.
- 1:07:52Ich glaube, wir könnten das an konkreten Themen festmachen.
- 1:07:56Ich denke dabei an Sachen wie Sterbehilf, Prostitution, Betäubungsmittelgesetz, aber
- 1:08:04jetzt auch, erst jetzt schon eine Weile her, aber die Eröffnung der olympischen Spiele,
- 1:08:10die aufregend die Kunstfreiheit oder die Freiheit auch religiöse Gefühle zu verletzen
- 1:08:17ging.
- 1:08:18Also, lass uns dann ein paar Themen auswählen und die dann besprechen für das nächste Mal.
- 1:08:23Uiuiuiui, Leute, das wird heiß.
- 1:08:26Wir hören uns nächste Woche wieder und wünschen euch ein maximal befreiten Woche und dass
- 1:08:35ihr mit großem Elan in die nächste Folge mitstartet und ihr könnt uns natürlich gerne Rückmeldungen
- 1:08:42und Rückfragen stellen.
- 1:08:44Nächstes Mal geht es ganz konkret um die Verwirklichung und den Konflikt verschiedener
- 1:08:50Freiheiten.
- 1:08:51Tschüss.
- 1:08:52Präflap.
- 1:08:54Präflap.
- 1:08:56Präflap.