Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #4 Der Mann, der Plastik in Hoffnung verwandelt: Khalil Radi!
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- 0:00Herzlich willkommen zu unserer vierten Podcast-Folge «Du entscheidest» mit unserem dritten Gast, Kalil. Kalil, schön, dass du da bist. Ganz kurz zum Kalil. Für mich persönlich eine riesige Inspiration, ein mega Visionär, wie er Plastik gegen eine warme Wahlzeit eintauscht, und zwar auf der ganzen Welt. Das ist ein internationales Charity-Projekt.
- 0:23Ich bin auch Spenderin. Falls irgendjemand von euch im Anschluss noch spenden möchte, geben wir sicher auch durch. Kalil, schön bist du da. Herzlich willkommen. Danke für deine Zeit. Schön, hier zu sein. Tatjana Kevin, es ist mir eine grosse Ehre. Ich freue mich riesig auf die Zeit, die wir jetzt zusammen haben.
- 0:41Auch von meiner Seite, herzliches Dankeschön, dass du da bist. Überhaupt nicht selbstverständlich, für dieses Wetter die Zeit auf dich zu nehmen, um mit uns hier hinhüpfen zu können. Und auch für mich eine riesen Ehre. Wir haben es vorher im Briefing schon angeschaut miteinander. Es war so,
- 0:57Als wir diese Podcasts geplant haben, haben wir gesagt, okay, wir machen eine Liste mit Namen und dann matchen wir die ab und dann schauen wir... Wir hatten sie beide schon. Wir hatten sie beide schon. Genau, genau. Und dann sehen wir auch deinen Namen drauf, bei beiden. Und es ist so, ich habe ganz spezielle...
- 1:14Ich sage mal, die Vergangenheit mit dir, wie wir uns kennengelernt haben, die mega lustig ist, die mega cool ist und was dann entstanden ist, ist mega lässig für mich und ich kann dich da seit ein paar, ja, unterdessen Jahren verfolgen, was ihr macht. Aber hey, erzähl uns ein bisschen mehr. Was machst du genau? Was ist das für ein Charity-Programm, für eine Charity-Organisation, die du da aufgebaut hast?
- 1:38Unser Hauptsitz ist in Zürich. Wir sind aktiv in Nicaragua, Ghana und Indien. In diesen Ländern dürfen wir momentan Menschen ermöglichen, dass sie mit 20 Plastikflaschen eine warme Mahlzeit kaufen können. Unglaublich. Mit den gesammelten PET-Flaschen geben wir sie in unsere Manufaktur. In Nicaragua haben wir eine, wo wir aus diesen Plastikflaschen neue Produkte herstellen können.
- 2:05diese verkaufen, mit dem Ziel, dass wir so eigentlich den ganzen Kreislauf schliessen können. Um auch langfristig unabhängiger von Spenden zu werden. Crazy. Also ich kann mich noch an ein ganz tolles Video erinnern, wo man sieht, wie Plastikflaschen getradet werden gegen Essen.
- 2:25In diesem Video ging es darum, wie man mit diesen Flaschen Häuser baut, wie diese als Fundament oder als Wand und Decke funktionieren. Wie bist du auf das gekommen?
- 2:39Also vielleicht, ja, kurzfristig ist, wir machen es nicht mehr, weil es in unseren Augen nicht nachhaltig ist, aber vielleicht zum Ausführen, wie sind wir auf das gekommen. Am 3. Juli 2018 habe ich den allerersten Event mit einem Local initiiert, sein Name war Jafet.
- 2:58Es war gerade ein Bürgerkrieg, eine riesige Hungersnot. Überall kam Plastik. So entstand die Idee, dass wir das Problem gemeinsam angehen könnten. In erster Linie war es für mich wichtig, dass die Leute etwas zu essen hatten und dass der Plastik an einem Ort war.
- 3:15Wir haben uns noch nicht gross Gedanken gemacht, was wir nachher mit dem Plastik machen. Das ist dann das andere. Ich glaube, das war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir es nicht overthinkt haben. Ich glaube, viele, die solche Ideen haben, denken sich nachher tausende Szenarien an und denken, das geht eh nicht, aber sie versuchen es gar nicht erst. Wir haben das einfach gemacht und dann, so als naive Schweizer, haben wir gedacht, wir gehen einfach an eine Recyclingstation und geben das dort ab.
- 3:39und weit und breit keine Recyclingstation. Und nachher kam eine Deutsche, Eileen hat sie geheissen, und sie fragte, ob sie 2'000 PET-Flaschen haben könne. Und ich so, wofür bist du? Was willst du mit 2'000 PET-Flaschen? Sie sagte, sie lebe jetzt hier in Nicaragua, sie hatte dort ein Restaurant.
- 3:58Sie hat erzählt, dass sie damals, also ich war 2018 dort und 2016, ein riesiges Hurrikan gab, das dazu geführt hat, dass jenste Leute ihr Haus verloren haben. Unter anderem auch Marbelis mit ihren vier Kindern. Und als das passiert ist, ist ihr Mann einfach abgehauen.
- 4:17Genau. Und Aileen ging in diese Community und sagte, «Hey, schau, diese Familie, die mir 6000 PET-Flächen sammelt, dieser baue ich ein Haus.» Und ja, niemand hat ihr geglaubt, denn das geht ja eh nicht und so. Ausser diese Marbele, sie hat hochschwanger dazu mal zweieinhalb oder dreitausend PET-Flächen selber gesammelt. Wow.
- 4:38Aber ich dachte schon, dass es nicht möglich sein kann, mit PET-Fläschern zu arbeiten. Ich googelte und fand heraus, dass man Häuser bauen kann mit PET-Fläschern. Für mich war damals klar, dass ich Community-Events, wie bei «Fluid Plastic» aus eigener Kraft und Initiative machen konnte. Und ein paar Spenden von den Freunden machen konnte. Dann fand ich, dass ich zurück in die Schweiz gehen würde, mein Studium und Job. Ich konnte nicht eine Organisation gründen.
- 5:08Und dann habe ich wirklich gedacht, hey, perfekt, komm, nimm dir diese Flasche, weil ich kann auch nicht mit denen anfangen. Und du kannst sogar ein Haus bauen, perfekt. Ja, und nachher zurückgekommen, jetzt überspringe ich ein bisschen alles, und dann hat sie uns angerufen, dann habe ich gesagt, hey, wir wollen das Haus bauen, aber wir haben das Geld nicht. Weil du brauchst doch noch Zement und Mitarbeiter und so weiter und einen Backer, der noch ein bisschen einen Aushub macht und so weiter. Sie brauchen, ich glaube, 12'000 US-Dollar war es, um das Haus zu bauen.
- 5:35Wir dachten, das wäre eine sehr schöne Story. Mit dem Plastik, das wir gegeben haben, haben Menschen Essen gekauft. Jetzt können wir sogar noch ein Haus für eine Frau bauen. Aber das hat es bei «Food with Plastic» noch nicht gegeben? Also nur in der Idee. Wir haben es schon gemacht, auf dem T-Shirt haben wir «Food with Plastic» draufgegeben. Das hat es eigentlich schon gegeben, nur rechtlich. Es müsste noch nicht in irgendetwas so registriert sein.
- 6:00Wir fanden es gut, wenn wir das Geld für diese Familie sammeln, dann wenn wir auch wirklich dahinter stehen, dass das Haus auch wirklich sicher ist und keinen negativen Impact auf die Leute hat, weil es ja aus Plastik ist. Wenn das zusammen würde krachen und jemand würde sterben, das könnten wir nicht vertreten. Ja klar, absolut. Das ist die Gesenia Meyer, die Mitgründerin, und ich. Wenn das jemand weiss, dann jemand von der ETH.
- 6:26Wir haben dort Professor Kupmens gefunden und haben ihn gefragt, ob er bei uns vorbeikommen kann mit ein paar Fragen. Er sagte, er könne dann 15 Minuten pausen und wir könnten schnell kommen. 15 Minuten? Ja, er sagte, okay. Dann sind wir dort hingegangen, besser als gar nicht. Dann hat er uns bestätigt, dass das Haus besser isoliert ist als herkömmliche Bachsteine. Man kann also ungefähr 5% abkühlen, wenn man PET-Flaschen braucht.
- 6:52Es ist auch widerstandsfähiger gegenüber Stürmen oder Erdbeben. Wenn es sich bewegt, kann es wieder zurück in die Ursprungsform. Und was war es genau? Es hat keinen negativen Impact auf die Leute, die darin wohnen, wegen des Plastiks. Also müssen wir uns gar keine Sorgen machen.
- 7:12Dann haben wir gesagt, jetzt können wir dahinterstehen, jetzt können wir auch rausgehen und Tatjana nach Geld fragen für das Haus. Und halt, dass sie Freunde und Verwandte ist, ist doch auch eine riesige Verantwortung, nach Spenden zu fragen. Für mich ist es unglaublich wichtig, dass wir das, was wir sammeln, auch unser Versprechen einhalten können.
- 7:30Auf jeden Fall organisierten wir beim Opernhaus in Zürich ein Stand-Up-Comedy-Charity-Event. Das war am 6. März 2019, also noch nicht einmal ein Jahr. Es waren 400 Leute, ich konnte es fast nicht glauben.
- 7:53Und wer hat denn Stand-Up gemacht? Ich habe die Buchhaltung bei Stand-Up Comedy gemacht. Und ich habe die Comedians kennengelernt. Und dann habe ich sie mit der Firma zusammen gefragt, ob sie freiwillig ihre Jokes spenden möchten. Es war ein riesiger Erfolg. Wir konnten dann die 12'000 Franken sammeln.
- 8:13An einem Abend? Für ein Event? Ja, es waren 11'200. Mit dem haben wir dann dieses Haus bauen können. Das Haus steht immer noch dort. Wir sind auch die Marbleys besuchen gegangen. Wir sind voll happy. Und Sie auch? Ja, voll. Wir dachten dann, das ist die Lösung. Wir bauen jetzt ganze Dörfer. So, let's go.
- 8:37Voll, was für eine Story, oder? Mega. Und später haben wir den Dr. Gnanli kennengelernt. Er ist Togolese, aber hat an der ETH seinen Doktortitel gemacht. Er wäre vielleicht auch mal spannend da. Er hat die Firma Oxara gegründet. Die Firma Oxara, so wie ich es richtig wiedergeben kann, was sie eigentlich macht, ist, sie haben ein Material erfunden, das sich wie Zement verhält, aber zu 100% organisch ist. Also du kannst es...
- 9:06einfach in die Natur rühren und er zersetzt sich. Er kann mit seiner Technologie, glaube ich, zweistöckige Häuser bauen, die extrem stabil sind wie Beton. Und er ist sogar günstiger als Zement. Wir hatten mit ihm ein Gespräch und er sagte uns so, «Hey, schaut, was ihr macht, es ist wunderschön, dass ihr diesen Menschen ein Dach über dem Kopf gebt.» Und so weiter und so fort. Aber er so, «Das Haus wird nach 70, 80 Jahren kaputt gehen.»
- 9:35Und dann hast du Zement, Draht braucht es eben auch, so Chicken Wire, Plastikflaschen, und in diesen Plastikflaschen ist noch andere Plastik drin. Und dann das mit all das, wenn das kaputt geht, das voneinander zu trennen und zu rezyklieren, ist fast nicht möglich. Das heisst, langfristig, wenn wir jetzt ganze Dörfer bauen würden, würden wir eigentlich das Problem nur verschieben für die neue Generation.
- 10:04War das ein bisschen ein Flattern der Wahrheit? Oder hat sich das wieder vom Traum runtergeholt? Was uns an der Bauwohnung anbelangt, auf jeden Fall. Sie haben ein Haus gebaut. Ja, genau. Und das war schon ein voller Flattern, vielleicht sogar ein Faust. Ich dachte mir, was machen wir jetzt mit diesem Plastik?
- 10:23Wir haben dann angefangen zu recherchieren und haben herausgefunden, dass das Nachhaltigste, was du eigentlich machen kannst, logischerweise gar nicht zu brauchen ist. Aber, seien wir realistisch, es wird gebraucht, es ist da. Das ist ein Fakt, oder? Und wenn du mit dieser Materie arbeiten willst, musst du immer im Monomaterial bleiben. Also Mono bedeutet, du bleibst immer im einen Material, das du hast. PET verwandelst du nur in PET. HDPE verwandelst du nur in HDPE. Das sind so viele Teile.
- 10:52Nach fünf Jahren. Also du bleibst immer im gleichen Material und arbeitest dort einen Kreislauf. Und so haben wir gemerkt, dass es aus unseren Augen, und wenn da draussen jemand anderer Meinung ist, unbedingt kontaktieren, das Nachhaltigste ist, dass man im Kreislauf bleibt und eine Circular Economy fördert. Aber ich möchte ganz schnell unterbrechen. Du bist jetzt voll Experte mit Plastik und dem Ganzen. Was hast du denn vorher gemacht?
- 11:23Ich würde mich nicht als Experte bezeichnen, aber ein sehr interessierter Mensch in diesem Bereich. Ich habe noch sehr viel zu lernen. Ursprünglich war ich Banker für sieben Jahre. Oh, crazy. Und wo war der Wendepunkt in deinem Leben, wo du der Bank Adios gesagt hast und Hi Charity? Oder ist das so nach deiner Neuentstand? Hast du da etwas zu erzählen?
- 11:47Ich bin nur mit meiner Mutter aufgewachsen in Affoltern. Es hat mir wirklich an nichts gefallen. Aber es war schon Ende Monat knapp mit dem Geld. Ich hasste das. «Können wir uns das leisten oder nicht?» Ich dachte, wenn ich genug Geld habe, bin ich glücklich.
- 12:09Und ich bin jetzt nicht nur auf Bank wegen dem Geld, das war sicherlich auch ein Grund. Aber ich finde das Banking bis heute immer noch extrem interessant. Also ich setze mich auch noch mit den Themen auseinander. Aber als ich nachher 21 war, habe ich 20'000 Franken auf der Seite gehabt. Das war für mich damals immer noch unglaublich viel Geld. Und dann habe ich wirklich gemerkt, ich schnaufe noch genau gleich. Ich denke, ich schnaufe noch genau gleich, ich laufe noch genau gleich.
- 12:38Ich bin deswegen nicht glücklicher. Und ich habe gemerkt, Geld verändert mein Glück. In dieser Situation, in der ich war, nicht. Und zu dem Wendepunkt, an dem ich gemerkt habe, es muss mehr auf dieser Welt geben als nur das. Und dort habe ich gemerkt, ich will in die grosse Welt raus und die Welt entdecken. Aber einfach so als Hippie ein Jahr das zu machen, ist damals noch nicht infrage gekommen.
- 13:04Ich habe dann den Studiengang International Management oder ZHW gesehen, wo du Vollzeit studieren musst. Wenn du Vollzeit studierst, kannst du dir ein Auto verkaufen, die Wohnung aufgeben, in einen WG ziehen, in Zürich. Und in diesem zweiten Jahr konnte ich für ein Jahr auf Kolumbien gehen. Und ich fand, das ist perfekt. So kann ich die Welt entdecken, aber gleichzeitig noch etwas für meinen Lebenslauf machen und mehr dazulernen. Und so ist eigentlich der Wendepunkt.
- 13:34Jetzt bist du Full Banker und hast gesagt, dass du dich nicht als Hippie anschaffen solltest. Dann kam die Idee mit Buy Full Build Plastic. Du hast es umgesetzt und gemerkt, dass es Rückschläge gibt. Häuser bauen wird auf lange Sicht nicht nachhaltig.
- 13:59Jetzt, ihr seid ja nicht eine One-Man-Show. Ihr seid ja mehrere Leute in dieser Organisation. Wie viele seid ihr jetzt? 62. 62 Leute? Ja, die angestellt sind. Und mit den Freiwilligen sind wir 87. Wow. Das ist amazing. Nur schon für das ein riesiges Kompliment. Aber jetzt kommt meine Follow-up-Frage. Ihr seid eine gemeinnützliche Organisation. Genau, ja. Wie überlebt ihr? Also wie...
- 14:29Natürlich, die 62, die Vollzeit angestellt sind, müssen ja auch leben und leben ja nicht mit Wasser und Brot, nehme ich an. Mit Plastik. Mit Plastik. Die müssen ja auch einen Lohn bekommen. Ist das alles einberechnet? Wie macht ihr das? Ja, leider können wir nicht von Luft und Liebe leben. Leider nicht. Also jetzt, um deine Frage zu beantworten, wir können die Spende über uns zahlen, die Löhne mit dem. Ja. Ja.
- 14:53Was ist mein Bezug zu dem? Wie sehe ich das? Ich war ein Mensch, der fast nie gespendet hat. Ich war sehr skeptisch gegenüber Organisationen. Ich habe gesagt, wenn ich 100 Franken spende, dann muss es genau 100 ankommen. Die hier in der Schweiz nehmen alles für sich. So voll der klassische Wertenhaltung. Ich kann das denken.
- 15:21Bei mir ist es auch so, wenn ich sage, ich möchte mir 100 Franken spenden, dann hoffe ich, dass 100 Franken irgendwo ankommen. Irgendwie auf dem Weg. Und der ist jetzt der Weg. Genau, der ist der Weg. Am 3. Juli 2018 hatte ich genau diese Haltung. Ich brauchte zweieinhalb Jahre, bis ich realisiert habe, dass Leute auch einen Lohn brauchen. Wir haben die ersten zweieinhalb Jahre freiwillig gearbeitet, weil wir gesagt haben, wir wollen kein Geld. Aber du hattest dort noch einen Job?
- 15:50Hast du irgendwann alles aufgeholt und gesagt, ich mache jetzt nur noch das? Ja, ich habe ungefähr 30'000 Sparen gespart für meinen Master. Ich wollte auf Barcelona gerne einen Master machen. Und dann habe ich dieses Geld aufgebraucht. Und als ich keine mehr hatte, bin ich nochmals auf die Bank für ein halbes Jahr, um wieder mein Konto zu füllen. Wir sind dann um 5.30 bis 6.00 Uhr aufgestanden, haben eine Stunde daran gearbeitet, sind dann gearbeitet, über den Mittag haben wir uns mit einem Spender getroffen.
- 16:15Am Abend haben wir wieder dran angehockt. Nach zweieinhalb Jahren waren wir so im Elend. Wir waren voll kaputt. Und wenn das Ganze angefangen hat, im 18. Jahrhundert? Ja. Und dann zweieinhalb Jahre ist das rausgekommen, als die Häuser nicht mehr funktionierten? Nein, das war schon alles vorher. Was ist dann nach zweieinhalb Jahren passiert?
- 16:35Dann haben wir uns einfach angefangen, Lohn zu zahlen. Ah, okay, das ist der Game-Chain. Also mit dem Projekt habt ihr angefangen und nach zweieinhalb Jahren Krampfen für die Vision, habt ihr euch dann endlich mal einen Lohn auszahlen können?
- 16:50Wir hätten es wahrscheinlich auch schon vorher können, aber wir waren ethisch noch nicht bereit. Für uns ist es nicht in Frage gekommen, Spendengelder als Lohn zu beziehen. Bis wir realisiert haben, wir können als Nebenjob die Welt nicht verbessern, wenn andere sie als Vollzeit zerstören. Ja, voll. Wir müssen uns voll committen und fokussieren, einen Impact zu bringen. Und einfach nur nebenbei haben wir nach zweieinhalb Jahren gemerkt, wir wären krank. Wow.
- 17:2182er Zeit. Genau, dort drin muss man aber auch sagen, es sind sehr viele Teilzeit-Mitarbeiter auch drin. Also es sind nicht FTEs, also Full-Time-Employees. Ich wollte gerade fragen, FTEs, okay, sag jetzt mal nicht. Also nur Vollzeit, sondern zum Beispiel die Leute, die das Essen kochen, in Nicaragua, Ghana und Indien, die sind auch dort drin eingezählt. Auch die, die das Essen verteilen und mitorganisieren, die auch.
- 17:45die sind jetzt noch nicht so fest angestellt. Oder wie jetzt zum Beispiel die Countrymanager, die wir haben, die sind alle fast 100% angestellt. Und wie funktioniert das, wenn ich dir jetzt 100 Franken gebe, was passiert jetzt mit meinem Geld?
- 17:59Ja, es kommt darauf an, wie du es mir gibst. Aber wenn es jetzt auf unser Konto geht, dann tun wir es direkt in unsere World Changing Campaign. Und unsere World Changing Campaign, kann jeder im Internet anschauen, sind unsere Ziele für die nächsten drei Jahre. Ich kann so die Main Goals sagen. Es sind eigentlich vier Manufakturen betrieben.
- 18:19möchten wir 20 Millionen PET-Flaschen sammeln und eine halbe Million Mahlzeiten verteilen. Dafür werden diese 100 Franken gebraucht. Und du kannst auch auf der World Changing Campaign ein Excel-File abladen, wo du ganz genau siehst,
- 18:34Wo das Geld fliessen muss. Du siehst, wie viel unser Keller in die Tür kommt. Aber es ist spannend, weil du ja so kritisch warst. Ist dir das jetzt ein grosses Anliegen, dass du so transparent wie möglich bist? Es ist mega spannend. Ja, mega. Wäre das mega schlimm, wenn dir jemand vorwerfen würde, wäre es ein Trigger für dich, wenn jemand sagen würde, er veruntreue unser Geld oder so.
- 18:58Nein, niemand würde mich triggern, weil ich in mir weiss, wir machen alles, was wir können, richtig. Wir machen sicherlich auch Fehler und dann hoffen wir, dass uns jemand darauf hinweisen wird. Aber nein, es kann mich eigentlich niemand triggern, weil ich glaube, ich war so ein grosser Kritiker und ich habe immer die Fähigkeit, uns mit dieser Kritik anzuschauen. Und jeden Franken, den wir ausgeben, weiss ich jetzt auch, wieso und für was.
- 19:27Ja, nein, das ist eine spannende Frage. Eben, was passiert mit 100 Franken, oder? Viele denken, die 100 Franken müssen genau in diesem Land landen, oder? Aber das kannst du schon machen. Ich kann schon deine 100 Franken in das Kuvert reinnehmen und nach Nicaragua schicken. Dann zahle ich mal 2, 3, 4 Stunden in Porto. Schon mal weg, schon mal 4, 5 Prozent. Dann muss es mal dort ankommen. Vielleicht kommt es dann mal dort an. Und dann landet es einfach bei irgendjemandem in Nicaragua. Dann mache ich das Kuvert auf. Ah, cool, das ist ein bisschen Geld. Ich gehe ein Bier trinken. Also weisst du,
- 19:56Aber was ich gemerkt habe, was viel wichtiger ist als Geld zu schicken, ist Wissen zu schicken. Wissen ist Macht. Was bringt ihm das Geld, wenn er nicht weiss, wie er Plastik recyceln kann? Oder wie er selbst eine Firma gründen kann, die die Produkte vertreiben kann und er sich so refinanzieren kann. Das ist auch in der Bibel geschrieben.
- 20:20Ich gebe jemandem einen Fisch und er hat es für einen Tag gegessen. Ich gebe ihm Angeln und er hat es für das Leben lang gegessen. So dass ich unter mir angeln kann und er das ganze Leben lang gegessen hat. Ja, das habe ich in diesen fünf Jahren sehr lernen müssen. Wo wir schon an einem Punkt sind, wo wir sagen, es macht vielleicht etwas mehr Sinn, in jemanden zu investieren, der die anderen auf dem ausbilden und weiterbringen kann. Oder jemanden dort hinzuschicken,
- 20:47sie auf diesem Weg begleiten kann. Was würdest du sagen, in diesen letzten paar Jahren, was war unternehmerisch dein grösster Rückschlag?
- 20:58Was ist die schwierigste Situation, um zu sagen, dass man sich jetzt meistern muss, weiss noch nicht wie, Gott weiss noch nicht wie, vielleicht Gott ja, aber ich werde nicht. Psyche. Also die ist ganz am Anfang eigentlich. Du machst dort etwas, oder? Und dann kommst du zurück, dann siehst du Leute mit Gucci-Taschen, Louis Vuitton, du weisst, wie die Leute am Verhungern waren, du kommst voll in eine Realitäts... Wie soll ich das sagen?
- 21:26Die Realität ist noch verlaustigend. Die Realitäten sind noch voneinandergeprallt. Und du fragst dich, mein Gott, wie in einer Matrix lebe ich. Das ist das eine. Für mich persönlich auch viel Erfolg auf einmal. Und dann plötzlich im Rampenlicht stehen und den Job noch zu haben.
- 21:44Plötzlich wächst das alles. Es ist eine neue Beziehung, die in die Brüche gegangen ist. Es war sehr viel auf einmal. Und da fallen mir extreme psychische Schwierigkeiten. Das ist für mich, wenn ich zurückblicke in die fünf Jahre, die grösste Challenge. Und wie hast du sie bewunden?
- 22:04Ich war in der Psychiatrie für zwei Wochen. Also zwei Wochen all inclusive quasi? Ja, ich war an einem Punkt, an dem ich nicht mehr richtig funktionierte. Ich konnte nicht mehr schlafen, konnte mich nicht mehr konzentrieren. Ich hatte auch komische Gedanken, die ich eigentlich nicht hatte.
- 22:23Einer so Fremder. Ja, und dann habe ich wirklich gesagt, ich brauche Hilfe. Und dann bin ich ins Spital gegangen und dann haben sie mir so drei Möglichkeiten gegeben. Entweder ich nehme mein Medikament oder ich gehe in eine Tagesklinik oder ich gehe in die Psychiatrie. Ich hatte so Paranoia von der Psychiatrie. Ich komme noch von diesen Scheissfilmen, wo man zählt und wascht mit diesen Kittel in der Nacht. Ja, hast du voll diese Horrorvorstellungen. Vorurteile.
- 22:52Aber ich wusste, ich kann nicht mehr alleine schlafen. Ich brauche momentan Betreuung. Und dann bin ich... Ja, danke. Vor allem, dass du darüber reden kannst. Ja, für mich ist es sehr anliegend. Weil ich glaube, es gibt viele da draussen, die vielleicht auch in ähnlichen Situationen sind.
- 23:11Ich glaube, mir hat es gut getan. Und jetzt bin ich wieder voll stabil. Noch viel stärker aus dem Haus gekommen. Et voilà, noch viel stärker. Und genau deswegen machen wir ja auch diese Podcasts. Um genau die Leute zu inspirieren. Business oder auch Hilfe holen. Holet euch Hilfe. Holet euch jemanden, der euch unterstützen kann. Weil man kommt nur stärker raus.
- 23:32Ja definitiv. Und ich war dort, das war meine beste Entscheidung in der psychiatrischen Klinik. Und dort ist eben, jetzt wenn ich darüber spreche, eigentlich wieder etwas Ähnliches passiert, wie damals mit 21 Jahren. Du hast das Geld und denkst eigentlich fast 5-7 Jahre, du wirst glücklich wenn du es hast, aber du schnupfst genau gleich weiter.
- 23:54Für mich war es ein Lebensuntergang, wenn du dein Studium unterbrechen musst, wenn du deinen Job unterbrechen musst, dann bist du wie niemand mehr. Also das ist so... Ja. Ich dachte, dann bin ich kein Mensch, kein Mann mehr, wenn ich keinen Job habe, kein Studium, dann habe ich keinen Wert. Dann ist das Leben zu Ende eigentlich. Aber ich bin dort gesessen und habe einfach gleich weitergeschnupft. Ich musste gleich aufs WC, aufs alles. Also weisst du, es geht einfach...
- 24:19Das ist einfach der Gedanke, der Glaube, den du hast über etwas, das dann reintrifft. Und das war ein riesiges Learning für mich. Egal was passiert eigentlich, klar, ich sage mal psychisch, egal was passiert um dich herum, du schnupfst genau gleich weiter. Es geht in irgendeiner Form weiter und es gibt für jedes Problem eine Lösung. Du brauchst auch einfach ein bisschen Geduld.
- 24:44Das musste ich auch lernen. Ich dachte, die Probleme, die ich habe, sind unlösbar. Aber sie sind es. Danke vielmals für das Teilen dieser Story. Ich wusste das nicht vorher. Danke vielmals. Ich hatte einen Gänsehaut-Moment.
- 25:05Ist das eine traurige Frage gewesen? Jetzt möchte ich es gegenteil, was war das beste Erlebnis? Das gleiche. Ah, geil. Ja. Ja. Also, dann hast du wirklich gelernt, wer bei dir ist. Also weisst du, wer an deiner Seite ist, wer dich trägt. Ich habe vor allem meine Partnerin, Anna Grazia Herbst, wirklich was für eine Gedanke. Sie ist auch gerade da.
- 25:29Ja, was sie für Sachen, wie ein Gedanke, zuzuhören mussten, auch verletzende Sachen. Und da war meine Familie, meine Freunde, auch Fremde, die mich gestützt haben. Also das hat einem so viel Energie und Kraft gegeben. Und ich schöpfe jeden Tag noch aus dieser Außen.
- 25:49Ja. Mega. Danke schön. Ja, gerne. Aber ich bin jetzt immer noch hängen geblieben bei dem, er ist, ihr seid ja an dem Punkt gewesen wegen dem Haus, wo ihr gemerkt habt, okay, der Rückschlag, wir können jetzt keine Häuser bauen. Was macht ihr mit dem Plastik? Und nachher, wie habt ihr angefangen? Du hättest ja eigentlich am liebsten abgeben und nichts mehr mit dem zu tun haben, oder was? Ja, also, wir haben, was wir nachher gemacht haben, wir haben einfach ein riesiges Keg gebaut, um einfach alles zu sammeln, bis wir eine Idee hatten.
- 26:17Wir haben dann angefangen zu recherchieren und recherchieren und eben das ist dann das, was eigentlich am meisten Sinn macht, ist Recycling, also Circular Economy. Aus einer Plastikflasche wieder eine Plastikflasche machen, aus einem Deckel ein sonniges Brüllengestell machen, zum Beispiel.
- 26:33Was wir gemerkt haben, ist, dass es extrem herausfordernd ist, an diese Spenden zu kommen. Du kommst hier und da mal 100 oder jemand spendet mal 10'000, aber du kannst nicht damit rechnen. Du weisst nicht, ob du das nächste Jahr wieder rüberbekommst. Wie machst du das? Wie gesagt, es ist ja nicht dein Business. Du hast wahrscheinlich deine Stammspender, auf die du denken kannst, da kommt immer etwas rein, vielleicht gibt es einen Vertrag.
- 27:01bei 62 Löhnen, auch wenn es nur Teil-Löhne sind. Du musst wissen, das brauche ich. Das Kriterium muss sich jetzt aufgebaut haben. Was habt ihr alles? Wir haben jetzt eine einfache Anlage in Nicaragua und jetzt eine angemeldet in Ghana. Deine Frage, um auf dich zurückzukommen, ist, dass
- 27:23Wir geben Folge. Wir haben schon ganz wenige Stiftungen, die uns immer wieder Geld geben, wo wir darauf zählen können und wir sind froh, dass wir sie haben. Die geben uns eine Planungssicherheit.
- 27:41Dann gibt es solche Stiftungen, die du jedes Jahr immer wieder anfragen musst. Und dann weisst du halt nicht, ob es kommt oder nicht. Das ist Planungssicherheit schwierig. Unser Ziel ist eigentlich, jeden Spender, den wir haben, in einen wiederkehrenden Spender zu gewinnen. Weil...
- 27:57Das ist auch in meinen Augen das Sinnvollste zum Spenden. Es ist lieber, an eine Organisation immer wieder zu spenden. Dann hat euer Geld mehr Impact, als wenn ihr es immer wieder an andere verteilt. Weil, wenn wir jetzt auch dank diesen Mitgliedern, die wir jetzt haben, die über 220 Mitglieder, die spenden jedes Jahr ihren Betrag. Und wenn wir wissen, dass das Geld kommt, dann können wir uns viel mehr ums Helfen kümmern und nicht ums Sammeln des Geldes.
- 28:23Das ist eine riesige Schwierigkeit. Es sind viele Risiken, die wir eingehen. Wir wissen, wir haben jetzt zum Beispiel noch genug Liquidimittel für sieben Monate. Wenn jetzt ab heute nichts mehr reinkommen würde, dann könnte man einfach nicht weiterfahren. Was wäre besser? Wobei, nein, es gibt keine besseren Kisten.
- 28:45Das Schöne ist, wie bei uns, das sagt auch Anna, meine Mitgründerin, immer so gut, auch wenn es jetzt aufhört, wir haben jetzt fünf Jahre gut zu tun. Es ist nicht einfach, wir haben Geld gesammelt für eine Idee. Es ist einfach ein Mindset, wo völlig... Ja, nur schon so etwas zu denken, nur schon etwas auszusprechen, so, hey, wir haben in den letzten fünf Jahren alles dafür gemacht, und wir haben so vielen Menschen helfen können, wir haben so viel Plastik aus der Umwelt holen können.
- 29:13Wir haben alles dafür gegeben, nur schon dieses Mindset. Das finde ich wunderschön. Eben sich aufs Positive zu konzentrieren und nicht aufs Negative. Aber ihr habt das schon vor? Oder ist das vielleicht so ein temporäres Projekt? Oder ich nehme mal an, das ist schon... Ist das ein bisschen deine Berufung? Ich meine, wie bist du auf der... Also, Amine, come on.
- 29:34Ich will mich mein Leben lang dem widmen, dem helfen. Okay, also es ist schon das Ziel, also so ein bisschen das Life-Goal, das du hast. Und nicht einfach so ein Furz oder blöd gesagt. Ja, nein, es wäre so ein Furz. Also wir sind jetzt am 3. Juli, es gibt uns fünf Jahre. Das ist crazy. Hast du das geplant? Nein, bis jetzt nicht, aber wir haben so ein bisschen die Idee, dass es eigentlich mega schön wäre, dass wir, ich meine, wir leben in einem...
- 29:57Wir können so glücklich sein, dass wir das erlauben. Ich habe das letzte Mal ausgerechnet, wir sind 0,1% der ganzen Welt lebt in der Schweiz. 0,1%? Nada. Also wirklich, man weiss, wir dürfen da sein und haben das Privileg. Und die Idee ist, dass wir alle zusammen an einem schönen Ort wandern gehen. Und einfach mit dem Rucksack und den Schuhen und vielleicht noch etwas zum Essen im Rucksack. Wieso hat unsere Geschichte angefangen? Als Vollzeitstudenten mit etwas im Rucksack.
- 30:24haben wir die Organisation zum Laufen gebracht, um das eigentlich mit unseren Mitgliedern und Spendern zu teilen, die, die Lust haben, wenn sie auch Lust haben, mitzukommen. Das ist so ein bisschen die Idee momentan als Jubiläum, zusammenzukommen und Zeit zu verbringen. Ich glaube, es ist schon der perfekte Zeitpunkt für so einen Appell gegen Aussen. Für alle, die den Podcast hören, wo wir hoffentlich immer ein bisschen mehr haben. Was ist ein Appell gegen Aussen? Was möchtest du den Leuten mitgeben?
- 30:52Was ist das, was euch momentan am meisten hilft, was euer aktuelles Bedürfnis ist? Was möchtest du rausgeben? Ja, zwei Sachen. Also einmal Mitglied werden, weil alleine schaffen wir es nicht. Wo kann man Mitglied werden?
- 31:15Wir verlinken das in der Beschreibung. Und das zweite ist unsere World Changing Campaign, die auch auf der Homepage ist, zu teilen. Wir suchen 7,8 Millionen Schweizer Franken für die nächsten drei Jahre.
- 31:34und einfach nur schon darüber zu erzählen, das zu teilen. Irgendwann wird diese Richtung oder diese Richtung schon gehören oder all diese Richtungen und wir werden es gemeinsam möglich machen. Das ist das, was uns momentan, oder eigentlich die Menschen vor Ort und die Natur aus unserer Sicht momentan am meisten unterstützen kann.
- 31:52Es ist voll Win-Win. Es ist die Natur, die profitiert und es ist der Mensch, der profitiert. Es ist so mindblowing. Ich war mal an einer Wernissage von dir, wo du erzählt hast, wie das Ganze entstanden ist. Falls du das kurz erwähnen willst, als du dort warst und damit konfrontiert worden bist und dich berufen gefühlt hast, um das jetzt einfach durchzuziehen.
- 32:15Aber wie der Moment war, fragst du mich. Ja, wie du auf das gekommen bist. Ich meine, du hast ja bei dir mal eine Idee, aber dass du dich jetzt so verantwortlich fühlst für Natur, für deinen auch geliebten Ozean und dann auch für die Menschen und das so kombinieren kannst, dass du so etwas crazy erschaffen hast mit deinen Mitgründern, das ist Wahnsinn. Ja, danke. In meinen Augen ist das der pure Wahnsinn.
- 32:41Ja, es gibt sehr viele kleine Punkte im Leben, die mich zu dem geleitet haben, das jetzt zu machen. Es fängt eben an mit meiner Mutter. Wir hatten wenig. Ich habe mal ein Bild von mir gesehen, als ich mit einem Stein einen Nagel in die Wand hämmerte, um ein Bild aufzuhalten. Ich glaube, ich habe die Gabe bekommen, mit sehr wenig etwas zu machen, wo andere vielleicht professionelle Werkzeuge dafür brauchen.
- 33:11Dann auch, als ich mit sieben, acht Mal in Marokko war. Mein Vater ist Marokkaner, mit meiner Mutter zusammen. Ich wusste, dass in dieser Zeit eigentlich Schulzeit für Kinder war. Aber überall sind Kinder rumgerannt. Ich habe mir gedacht, die müssen nicht in die Schule. Sie können nicht in die Schule.
- 33:33Ich habe das Gefühl, wenn ich zurückdenke, mit sieben Jahren, dass ich mir gedacht habe, wie glücklich ich sein darf, dass ich in die Schule gehen kann. Es ist nicht selbstverständlich. Das hat aus mir einen mega fleissigen Schüler gemacht. Ich wollte das Beste daraus holen, wenn ich es schon machen darf.
- 33:55Ich wäre gerne noch mehr ein Streber, dann würde ich noch mehr wissen. Ein anderer Aspekt ist die Familie Marokko, die ich sehe, die Familie aus der Schweiz schickt immer wieder Geld, aber es passiert keine Entwicklung. Man bekommt es über, aber es ist einfach selbstverständlich.
- 34:18Das ist ein anderer Aspekt. Ein anderer Aspekt war in Kolumbien. Als ich in Kolumbien lebte, bin ich auf La Guajira, das ist die ärmste Region in Kolumbien, ein Wüstegebiet, mit einem Töpfer durchgefahren. Dort haben die Kinder Seile gespannen, um mich zu stoppen. Ich dachte mir, jetzt werde ich sicher voll ausgenommen von Kindern.
- 34:39Oder halt die von diesen Leuten. Und danach haben sie mich nur nach Wasser gefragt. Krass. Also wirklich crazy. Und dort in diesem kleinen Städtchen habe ich eine Frau kennengelernt, die warme Mahlzeiten für die Mütter zu ihren Kindern geben hat. Und sie hat herausgefunden, dass die Mütter das Essen auf der Strasse verkaufen, um Alkohol zu kaufen.
- 34:59Das ist unvorstellbar. Ich habe noch ein halbes Jahr in Kalifornien gelebt, als ich Alison Till kannte. Sie ist eine Plastikaktivistin, die sagte, das Dümmste, was man machen kann, ist das Meer aufzuräumen, also Beach Cleanups machen und das Meer reinigen.
- 35:18Wieso? Ja, weil stell dir mal vor, du kommst nach Hause und bei dir in der Wohnung ist alles über Wasser. Du hast so viel Wasser. Du hast voll vergessen, den Hahn abzustellen. Was ist das Erste, was du machst?
- 35:32Wasserhahn abstellen. Genau. Und sie erklärt, wenn wir jetzt eigentlich das Meer gehen, aufräumen, ist es wie wenn du ein kleines Kaffeelöffel nimmst, das versuchst zu retten, währenddem eigentlich Liter von Wasser die ganze ganze, kannst das Problem gar nicht aufhalten. Das ist nicht an der Wurst ein Puzzle. Exakt, ja. Das hat mich auch mega geprägt und dann ist... Ohne das eben bei Food, das sind alles Puzzleteile, die du gesammelt hast, die nachher ein Big Picture ergeben. Da bin ich so jetzt zurückgeguckt, ja, und dann plötzlich bin ich...
- 36:03Ich studierte in Kolumbien und hatte drei Monate Semesterferien. Mein Wunsch in meinem Leben war immer, in einem einfachen Bungalow zu leben und jeden Tag zu surfen. Und dann habe ich... Immer noch? Ich konnte es jetzt machen. Aber wieder von mir her? Ja, wieder. Und John, ein Neuseeländer, der studiert hat, sagte mir, ich gehe auf Nicaragua. Ich muss ehrlich sagen, ich habe von diesem Land schon gehört, aber ich wusste nicht, wo es ist. Es ist oberhalb von Costa Rica.
- 36:32Ich verbinde es nur mit Zigarren. Sehr gute Zigarren dort. Er sagte, geh dort hin. Ich so, wieso? Er so, es ist so ein unglaublich schönes Land. Es ist echt authentisch. Es ist nicht so teuer, weil es noch ein wenig unterentwickelt ist. Die Wähler sagen, super. Ich so, perfekt. Das ist der Place to be. Und nachher bin ich dort hingegangen.
- 36:58Der Bürgerkrieg hat eigentlich schon angefangen, aber ich ging trotzdem. Das war auch etwas naiv von mir, das zu machen, aber ich weiss nicht, wieso. Du hast es gelesen? Ja! Es könnte jetzt schon sehr aussehen, aber es hat mich einfach gerufen.
- 37:17Ich habe mich auch auseinandergesetzt und gelernt, dass Krieg nicht gleich Krieg heisst. Ich hatte viele Vorstellungen, wenn es heisst, es ist Krieg in diesem Land, dass überall die ganze Zeit explodiert. Meistens ist es dann nur in so Fokuspunkten. Und dort, wo ich war, war es voll ruhig, alle Hotels und Reste haben geschlossen.
- 37:35Ich flog dann von Medellin nach Panama. Das war alles normal. Und dann von Panama nach Nicaragua. Dort waren nur zehn Locals und ich im Flugzeug. Oh mein Gott, das war schon komisch.
- 37:53Ich dachte, ich komme dort an und die Leute schiessen. Ich war dort voll ruhig, ein Seelenruhe. Der Fahrer, den ich über Facebook gefunden habe,
- 38:17Er war dort und die, die gegen den Staat waren, haben angefangen, Strassen zu sperren, um Druck auf den Staat zu erheben, damit die Infrastruktur des Staates und des Militärs nicht mehr richtig operieren kann. Er wusste genau, wo durch und die Wege.
- 38:36Nachher sind wir in einer Straße in der Spanischsprache in sogenannte Trankes gefahren. Da standen 16 Leute mit selbsterbarnen Morteros und muskierten alle.
- 38:51Und dann dachte ich, ich bin so blöd, was mache ich da? Und dann haben alle die Türen aufgemacht. Und ich dachte, jetzt können wir einfach froh sein, dass sie uns einfach die Sachen wegnehmen. Und dann schaue ich rechts hoch und sehe, er ist 15 und hatte selber volle Angst.
- 39:08Ich hatte voll Angst. Sie haben einfach unsere Sachen angeschaut, ob wir Waffen oder so haben. Wir hatten natürlich nichts. Sie haben uns weiter voran gelassen. Und danach kam ich dort an und ich sagte, ich habe mich voll scheisse. Ich da meinen Traum erfüllen und nebenan. Das hat sich voll nicht korrekt angefühlt.
- 39:30Was mir aufgefallen ist, als ich surfen ging, war überall Plastik und Abfall. Ich habe mit den Locals gesprochen und sie gefragt, was sie mit dem Abfall machen. Ja, nichts, wir verbrennen es einfach. Oder wir rühren die Löcher in die Natur. Ich fragte, ob das niemand holen kann. Nein, es kommt niemand holen. Das ist schweiz.
- 39:53Niemand konnte es holen, der Staat konnte es nicht holen. Und was noch spezieller war, dass es nirgendwo einen Kübel gab. Also auch Bandus, hast du nicht entzogen. Ja, weil wer würde dann den Kübel lernen? Genau. Und am Anfang dachte ich mir, vielleicht kann ich einen Lastwagen organisieren, das ich vielleicht nicht machen könnte. Aber es ist Bürgerrechte, es gibt wahrscheinlich dringendere Probleme als das. Dann ging ich surfen, dann lernte ich mit dem Oscar im Line-Up kennen, also bei den Wellen dort.
- 40:20Ich fragte ihn, was er machen würde, wenn ich ihm 100 Dollar gebe. Er sagte, er würde Essen für die Kinder kaufen. Ich fragte, wieso denn? Es wächst ja alles bei euch. Er sagte, die meisten Leute, die hier wohnen, arbeiten nur noch in Hotels und Restis. Ungefähr 90 Prozent. Die wenigsten wissen noch, wie man die Sachen selbst pflanzen kann.
- 40:42Die Regenzeiten werden immer nässer als mit dem Hurricane und die Trockenzeiten werden immer trockener. In dieser Region ist es viel schwieriger. Und jetzt, durch das die Hotels zu sind, haben die Leute kein Geld mehr. 90% hat kein Bankkonto. Ich bin mit allen Mitarbeitern, die ich dort gelebt habe, auf die Bank gefahren und haben ihnen ein Bankkonto eröffnet.
- 41:06Und wenn sie kein Bankkonto haben, haben sie vielleicht noch ein wenig Ersparnis für 1-2 Wochen. Wenn sie dann keine mehr haben, können sie kein Essen mehr kaufen. Dann habe ich gemerkt, das Hungerproblem kommt vor dem Plastikproblem. Aber einfach nur Essen verschenken aufgrund der Familie Morog. Ich dachte, das ist auch nicht die Lösung. Sie müssen etwas dafür machen.
- 41:28Dann habe ich mir angefangen zu überlegen. Ich sage dir ehrlich, ich hatte nicht das Gefühl, dass ich diese Idee selber hatte. Es kam einfach beim Heimlaufen mir in den Kopf. Das ist mit deiner höheren Intelligenz. Du kannst das wahrscheinlich eher erklären, was dort für Machten geschaltet und gewaltet wurden. Aber es kam einfach in mich hinein. Und dann habe ich wirklich gedacht, ich muss das umsetzen.
- 41:58Das habe ich jetzt vergessen zu erzählen. Vorher war meine Schlussfolgerung, dass ich freiwillig helfen gehe bei diesen Organisationen. Ich habe gegoogelt, Caritas, UNICEF, all die grossen Organisationen. Ich habe nichts gefunden. Alle Mitarbeiter haben sich evakuiert, haben sich zurückgezogen.
- 42:23Aber sie haben... Jetzt verstehe ich es ein bisschen besser, heute. Aber damals habe ich es null verstanden. Ich weiss nicht, ob ich das auch schon mal hatte. Aber es war eine richtige Weltwut. Ich habe so viele reiche Leute, so viele reiche Organisationen. Man könnte so einfach etwas machen und man ignoriert es einfach. Fünf Tage... Das ist mir noch nie passiert, wegen fremden Menschen nicht schlafen zu können. Einfach eine Wut auf die Welt. Und danach habe ich gesagt, «Wieso macht niemand etwas?» Bis ich selbst gecheckt habe, ich bin auch jemand...
- 42:52Ich könnte ja auch etwas machen. So crazy! Und ja, monatlich bin ich vielleicht nicht reich, aber wenn ich mich vergleiche, wo wir hier leben dürfen, was wir lernen durften, sind wir ultra reich. So ist dann diese Idee in meinen Kopf gekommen, was für mich auch eine Knargebe war. Bei La Guajira, ich wollte nicht einfach das Essen geben, damit sie es nach Hause nehmen können.
- 43:14Ich will sehen, wenn ich spende, ich bin der erste Spender, ich will sehen, dass die Kinder und die Leute das Essen wirklich essen. Das sind ja noch die Güter. Und darum muss das Essen dort vor Ort konsumiert werden. Ah, das ist wirklich so. Sie nehmen es nicht mit nach Hause, dass sie es nachher nicht für Alkohol verkaufen können. Ja, ja, ja. Okay, spannend.
- 43:39Ja, es ist an einem, also ich meine, wie vorstellt ihr da im Offsite-Lab, machen wir ein Buy-Fu-Plastic-Event und das Essen ist schon da. Du kommst mit deinen 20 PET-Flächen, du musst auch dein eigenes Geschirr mitnehmen, also alle Leute nehmen ihr eigenes Geschirr mit, damit wir nicht noch mehr Abfall produzieren. Dann kommt das Essen, das Geschirr über, wir essen alle miteinander und dann machen wir immer Workshops mit der ganzen Community über das Plastikproblem. Zum Wissen weitergeben.
- 44:04Das habe ich von Alison Thiel gelernt in Kalifornien. Ich kann nicht Coca-Cola und Pepsi anrufen und sagen, «Hey, hört auf, das zu produzieren.» Aber ich kann die Leute darüber informieren. Sensibilisieren. Genau. Jedes Mal, wenn du eine PET-Flasche in der Hand hast, solltest du die Haare zu Berge aufnehmen. Ja, ich glaube nicht, dass Plastik das Problem ist, sondern wir Menschen. Das Verhalten. Wir können richtig damit umgehen. Wir sind immer das Problem. So doof es auch klingt.
- 44:33Während du hier am Redaktion warst, muss ich sagen, es ist so, ich hätte stundenlang weiterzuhören. Wie im Film. Wie im Film. Ich hätte auch weiterzuhören. Was ist da alles passiert? Das ist crazy. Und ich glaube, es ist von den vier Folgen, die wir jetzt gemacht haben, die wir am wenigsten Fragen gestellt haben. Das stimmt. Und die aber so spannend sind, würde ich gerne stundenlang weiterzuhören.
- 44:55Und was ich merke, ist auch, du bist ein totaler Doer. Du hast am Anfang gesagt, du hättest noch lange rumstudieren können und wie hätte man es perfekt können und wie wäre das noch und was hätte man dort und von Anfang an herausfinden können, dass du das Haus nach 70 Jahren eigentlich nicht mehr richtig wiederverwerten kannst. Aber du hast es gemacht. Du hast es gemacht, ihr habt es gemacht, ihr habt es umgesetzt. Und ich glaube, das ist für alle Zuhörer,
- 45:23Dazu schaue ich, das ist etwas mega Wichtiges auf der Wege, zu machen einfach. Finde nicht stundenlang an deiner Homepage rumfeilen, finde nicht stundenlang irgendwie... Was würdest du... Sorry. Finde nicht einfach reinreden, das finde ich voll cool. Was würdest du... Es geht ja wieder nicht um uns. Was würdest du zum Abschluss...
- 45:47unserer Community oder unseren Zuhörern mit auf den Weg, falls sie ein Projekt haben oder irgendwo in ihrem Projekt gesteckt bleiben. Oder keine Ahnung, was würdest du ihnen sagen? Oder was wären deine weisen Worte, um die Leute zu inspirieren und zu motivieren? Um eine Vision alive zu bringen? Ihr arbeitet nur, wenn ihr es zusammen macht.
- 46:11Und damit möchte ich sagen, wenn ich die Gesellschaft wahrnehme, vor allem aus dem Besten, aus Amerika, du siehst einen Elon Musk, einen Steve Jobs und denkst so «Fuck my life! Das kann ich gar nicht, das werde ich nie erreichen.» Aber es wird so selten über die geredet, die an eurer Seite gestanden sind. Manchmal sogar solche, die noch ein klassisches Brainstick haben wie diese.
- 46:33Über die wird voll nicht geredet. Und für mich ist es mega wichtig, ich würde mich jetzt überhaupt nicht als Elon Musk oder so darstellen. Aber jetzt in diesem Gespräch sieht es aus, ja, ich habe das initiiert, ich bin verantwortlich für das. Nein, ich bin es nicht. Ich bin der, der das Zündhölzchen angezündet hat, aber nur brennen tut es. Vor allem wegen der Anna Grazia Herbst, Elena Hauptmann, Xenia Meyer und Lena Götsch.
- 46:59Vier Frauen, die einfach an das glauben. Du warst noch nie dort. Ich war dort, ich hatte das Gefühl, ich hatte die Emotionen. Es ist für mich selbstverständlicher, dass ich das mache. Aber dass vier Leute und noch ganz viele andere Freiwillige, auch die bei uns im Vorstand, dazugehören und sagen, ich investiere meine Zeit und mein Wissen in das.
- 47:20Nur darum sitze ich jetzt hier. Ich wäre gar nicht hier ohne die Leute, die rundherum sind. Das ist mir sehr wichtig, um zu wissen, dass ich auch solche Sachen erreichen kann. Es sind aber Leute, die mich auf diesem Weg begleiten. Sie haben nicht das Gefühl, dass ich all das alleine machen muss. Das ist gar nicht möglich. Teamwork makes the dream work.
- 47:43Genau, ja. Also ich glaube, es gibt keinen schöneren Abschluss von diesem Podcast, als das, was du jetzt gesagt hast. Vielen lieben Dank für deine Stories, für das, was du mit uns emotional geteilt hast, was ihr macht, was ihr auf Bein gestellt habt. Als kleinen Aufruf nochmal, weil es ist mir auch mega, mega wichtig, geht unbedingt auf buyfoodwithplastic.org Ja.
- 48:10Schaut durch, schaut, was es alles gibt. Spendet, wenn ihr irgendwie könnt, weil ihr wisst, wo es aneinander geht. Ihr könnt es genau nachvollziehen. Es ist super transparent. Ich habe sogar eine Excel-Liste online, wenn es mich nicht ist.
- 48:26Ich könnte die Excel-Liste aufschreiben, abspeichern und schauen, wo jeder Rappen hingeht. Danke dem Glaubenssatz von Kalil, dass er wegen deinem kritischen Denken, aber es kommt jetzt dir zum Vorteil. Mega toll, dass du da bist. Danke, dass es dich gibt für deine wertvolle Energie und wirklich, was du in dieser Welt hinterlassen möchtest. Oder ihr hinterlassen möchtet. Mega inspirierend, wirklich von ganzem Herzen.
- 48:53Danke vielmals für diese Plattform, dass ich das haben durfte teilen. Und wenn wir schon wieder daraus bereit sind, dass Excel, es ist online und wir können das auch nur eins zu eins so umsetzen, wenn wir diese 7,8 Millionen geracet haben.
- 49:08Wenn wir weniger haben, wird das alloziiert. Dann heisst es nicht genau so, dass wir schon noch transparenter sein können. Aber da haben wir gemerkt, Transparenz kostet eben auch. Und lohnt es sich, Leute anzustellen, die die ganze Zeit aufladen und transparent sind?
- 49:24Irgendwo muss man auch stoppen. Aber wenn man sagt, ich möchte einfach dahinter schauen, wir sind an der Feldstrasse 42 in 80 04 Zürich, in der Charity Gallery bei Free Pressing, kommt vorbei, wir schauen uns im Online-Banking ein und du kannst dahinter schauen.
- 49:40gar nicht. Aber ich glaube, es geht auch viel um Vertrauen und das ist wirklich und ja, ich glaube, das ist das grösste Geschenk, was man wirklich machen kann in diesem Sinn, oder? Ja, ich kann, also jeder Spender ist Vertrauen, aber es ist um Vertrauen und ich glaube, Vertrauen und Liebe sind alles in diesem Leben, also von dem her. Ja, und das wissen wir. So ein Vertrauen wissen wir sehr zu schätzen. Danke noch einmal. Danke. Noch einmal alles, alles Gute auf eurem weiteren Weg. Viel Erfolg. Viele tolle Momente. Und ja, viel, viel Liebe.
- 50:10So wird der Schweizerin. So, jetzt. Cool, ey. Danke vielmals. So cool, ey. Hey, Kali, ist so spannend.