Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM kümmern wir uns so wenig um unser Gehör?
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zusammen nach finden wir es heraus, der Warum Podcast. Und ich habe heute wieder einen ganz besonderen Gast bei mir. Heute sitzt die Claudia Krüger bei mir und wir unterhalten uns heute über die Warum Frage. Warum kümmern wir uns eigentlich so wenig unser Gehör? Also eine ganz spannende Folge, wo es eines unserer Sinne geht. Und ich bin schon sehr gespannt. Ich habe schon ein bisschen jetzt im Vorgespräch mit der lieben Claudia klaudern dürfen. Die hat echt gut Wissen und da wird sie uns einiges auch darüber sagen können. Und dann schauen wir, wie sich unser Gespräch über diese Warum-Frage so weiterentwickelt. Ich bin auf alle Fälle schon sehr gespannt, denn auch ich habe einige Fragen zu unserem Gehör. Aber bevor wir starten, liebe Claudia, herzlich willkommen in meinem Podcast. Stell ich doch kurz einmal unseren Zuhörern vor. Wer bist du? Woher kommst du, was machst du und wie bist du heute in meinem Podcast gelandet? Claudia Krüger: Hallo liebe Sabine, vielen Dank für diese Einladung heute. Ich bin ganz gespannt, wohin uns diese Frage heute führt. Eine Idee habe ich, aber so ganz genau werden wir das herausfinden. Ja, also ich arbeite seit 18 Jahren inzwischen in einem Institut, das heißt Einklangraum, so wie man es hinter mir lesen kann. Und das ist ein Thomas Thies Institut. Thomas Thies war ein französischer Heiznasen-Ohrenarzt, der sich, glaube ich, kann man so sagen, als einer der ersten, das gekümmert hat, was wir heute vielleicht so Hörverarbeitung nennen. Das Wort hören ist im Deutschen tatsächlich nicht klar. In anderen Sprachen ist das deutlicher. Wir haben zum, also im Englischen zum Beispiel, haben wir to hear und to listen. Und im Deutschen ist es halt hören und hören. Und dieses to hear, Teil des Hörens Das hat viel mit Quantität zu tun. Darum kümmert sich ein Halsnasen-Uhr-Arzt oder vielleicht später ein Hörgerät-Akustiker. Wenn die einen Hörtest machen, dann heißt es halt, wenn sie den Ton hören, dann heben sie die Hand oder drücken sie auf den Knopf oder so. Und wenn ich frage oder wenn ich einen Hörtest mache, dann befasse ich mich halt mit dem zweiten Teil, nämlich wo kommt das, was durchs Hörwaschelchen durchgeht, im Gehirn an? Und was macht das da? Also frage ich beim Hörtest, wenn du den Ton hörst, dann heb bitte die Hand auf der Seite, auf der du den Ton hörst. Ich glaube man spürt schon, dass da ein Unterschied ist für ein Kind, das an die Straße kommt oder auch vielleicht für einen älteren Menschen, der an die Straße kommt, ist es unter Umständen lebenswichtig zu wissen, von welcher Seite der Lkw gerade kommt. Und wenn man das nicht genau zuordnen kann, dann wird es ganz Ja, dann wird es einfach schwierig. Auch im Leben in verschiedenen Situationen und die Straßensituation ist jetzt extrem. Bei mir geht es vor allen Dingen diesen zweiten Teil, also den qualitativen Teil. Was macht das, was man gehört hat mit mir? Welche Emotionen habe ich dazu? Was macht das im Gehirn? Es verschiedene Teile, dafür verantwortlich sind, dass das gut oder eben nicht so gut ankommt im Gehirn und dass man entsprechend dann handelt. Und wie bin ich dahin gekommen? Nun, in meinem ersten Leben war ich Konferenzdolmetscherin. Das heißt, ich habe wirklich auf verschiedenen Tagungen, Konferenzen, Gremien und so weiter in der Kabine gesessen und habe gedolmetscht. Manche kennen das vielleicht aus dem Fernsehen bei einer Sportsendung oder so. Das war auch ein Metier. Und das ist ein Beruf, in dem man also erstmal gut zuhören muss. in dem man auch gut weghören muss und zwar möglichst zur rechten Zeit. Also man muss gut filtern, was wird wirklich gesagt und was ist da jetzt an Umgebungsgeräuschen, die gerade sehr störend sind. Man muss seine Stimme gut haben, viel Stressresilienz. irgendwann war der Punkt erreicht, wo ich zusammengebrochen bin. Ich hatte also eine schwere Lungenentzündung über sieben Wochen und irgendwie fand das irgendwann kein Arzt mehr lustig. Und dann dachte ich, irgendwas muss ich jetzt mal ganz gewaltig in meinem Leben ändern und vor allen Dingen noch mal nachgucken, woran hat es jetzt eigentlich gelegen. Und ein Grund, den ich herausgefunden habe, war der, dass meine Hörverarbeitung tatsächlich sehr energieaufwendig war. Ich habe unglaublich viel Kraft aufwenden müssen und das, was an mein Ohr herangetragen wurde, effizient im Gehirn abzulegen und das dann umzukodieren in die andere Sprache und es in der anderen Sprache wiederzugeben. Es ist mir verdammt gut gelungen, sonst wäre ich als Dolmetscherin gar nicht zu gebrauchen gewesen, aber irgendwann war der Punkt erreicht, so mit 37, 38, wo es hieß, ne, jetzt geht es nicht mehr so weiter und dann musste ich komplett umschalten. Ein Weg, dem ich mich wieder wie so Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen habe, war dann diese Thomatis-Methode. Die kam mir total per Zufall über den Weg. Diese Methode hat einfach mein Gehirn wieder neu strukturiert und meinen Hören erleichtert und auch meine Stimme besser angelegt. Von daher habe ich dann gedacht, wenn das jetzt nicht schon erfunden gewesen wäre, ich hätte es sofort erfinden müssen. Sabine Osterauer: Mhm. Claudia Krüger: Dann habe ich die Ausbildung gemacht, alles gelernt, was man da so lernen kann und lerne natürlich nach wie vor jeden Tag weiter mit meinen Klienten. Und dann ist dieses Institut entstanden und da bin ich bis heute jetzt nicht mehr in Köln. Nach zehn Jahren habe ich alles zusammengepackt und bin dann nach Papenburg erzogen. Sabine Osterauer: Wo auch immer jetzt Pappenburg liegt, kannst du uns kurz sagen, wo liegt Pappenburg? Claudia Krüger: Papenburg ist ungefähr drei Stunden nördlich von Köln, kann man sagen. Wenn man in Köln die Autobahn nehmen würde, drei Stunden Richtung Norden fährt, dreieinhalb vielleicht, dann ist man in Papenburg. Manche kennen Papenburg wegen der großen Kreuzfahrtschiffe, die hier gebaut werden in der Meyer Werft. Und wenn man dann noch eine Stunde weiterfahren würde, dann kommt man durch Ostfriesland und fällt in die Nordsee. Das ist direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Ein schönes Fleckchen. Hier in unserer Stadt gibt es 40 Kilometer Kanäle. Sieht aus wie in Venedig, nur nicht mit diesen Hügeleien da drinnen, weil es ist hier alles platt. Und hier stehen nicht Autos auf der Straße, sondern Schiffe, weil Autos nicht fahren dürfen. Zumindest hier am Hauptkanal nicht, wo das Institut ist. Das finde ich jeden Tag immer noch berührend, dass es möglich ist, auch Schiffe auf die Straße zu stellen, statt Autos. Und dann einfach eine gute Luft zu haben. Schönes Licht. weil wir sind hier schon in dieser salzgeschwängerten Luft. Das heißt, das Licht bricht sich ein bisschen anders und macht die Farben sehr intensiv. Ja, wir finden das hier nach wie vor richtig schön. Sabine Osterauer: Sehr spannend. Ja, danke schön. Dann haben wir jetzt gleich den nächsten Tipp für die nächste Urlaubsplanung sozusagen. Also Pappenburg würde sich anbieten, wenn jemand genau Schiffe und gute Luft und schönes Licht bevorzugt, Claudia Krüger: Auf jeden Fall. Ja. Sabine Osterauer: dann vielleicht einmal auch in dieser Richtung schauen. Claudia Krüger: Mhm. Sabine Osterauer: Liebe Claudia, ich habe gleich einmal eine erste Frage noch dazu, weil unsere Warum-Frage heißt ja, warum kümmern wir uns so wenig unser Gehör? Wie kann ich mich denn überhaupt das Gehör kümmern? Claudia Krüger: Ich fange mal tatsächlich mit unserer Grundfrage an. Woran könnte es liegen, dass wir uns darum nicht so kümmern? Die Veränderungen im Gehör finden sehr langsam statt. Also noch mal, es geht eigentlich ja gar nicht ums Ohr, sondern eher das, was im Gehirn ankommt. Auch jemand, einen vergleichsweise schlechtes Gehör hat, altersgerechtes Gehör mit 70 ist manchmal der bessere Zuhörer für seine Enkelkinder als die Mama. also die reine Quantität ist es eben nicht. Es ist die Qualität, wie ich zuhören kann. Und es ist halt so, wenn wir merken, wir sehen nicht mehr so gut, ja, dann sind wir spätestens nach einem Jahr in der Drogerie und holen uns so eine Lesehilfe und zwei Jahre später sind wir bei Optika und haben eine anständige Brille. Und beim Gehör ist es ganz, ganz schleichend, was da passiert. Man kann sehr lange noch die Regler höher stellen, lauter machen, mehr Höhen, mehr Tiefen, weniger Höhen, weniger Tiefen und so weiter. Das kann bis zu 30, 35, manchmal sogar 40 Jahre dauern, bis man merkt, boah, ich kann echt nicht mehr gut hören oder es ist wirklich anstrengend jetzt. Oder die Leute ringsrum fangen an zu sagen, er kann es nicht mal und immer musst du nachfragen und so weiter. Und dann wird es halt schwierig, weil das Gehirn ist Weltmeister im Sparen. Was nicht gebraucht wird, fliegt raus. Und wenn es halt eine Menge Frequenzen gibt, die über Jahre nicht bedient worden sind, dann fällt es dem Gehirn sehr schwer, selbst mit einem Hörgerät diese Frequenzen ja wieder zuzulassen. Dann hört man oft so von Neulingen bei Hörgeräten so, ach, das will ich alles gar nicht hören und ach Gott, diese quietschigen Geräusche und will ich das überhaupt und so weiter. Also das ist eine Begründung dafür, warum wir uns so spät erst darum kümmern oder vielleicht auch gar nicht darum kümmern. Und jetzt zu deiner zweiten Frage, was können wir denn tun? Nun, das fängt schon mal ganz einfach damit an, dass wir möglichst nichts in die Ohren stecken. Also keine Kopfhörer zum Beispiel. Kopfhörer, die ins Ohr gehen, die sind sehr gewaltsam fürs Ohr. Das Ohr ist ja ein, also das Trommelfell ist eine Membran. Das heißt, ein Teil geht durch und ein Teil wird zurückgeworfen. Und der Teil, den das Ohr jetzt zurückwerfen möchte, Der kann dann gar nicht raus, weil das Ohr verstopft ist. Und dann ist es noch so, diese Röhre, die ja im Grunde unser Gehörgang darstellt, verstopft ist, dann werden die tiefen Frequenzen, die summieren sich, man sagen. Das ist jetzt sehr vereinfacht dargestellt, das heißt, die Tiefen werden immer stärker, die tiefen Frequenzen. Und die tiefen Frequenzen, die sind für das Gehirn eher anstrengend. Tiefe Frequenzen sind ganz gut für den Körper. Jeder kennt das, irgendwo Trommeln anfangen oder Rhythmusinstrumente anfangen, dann bewegt sich sofort der Körper, man will mittanzen. Aber fürs Gehirn sind die sehr anstrengend. Das Gehirn braucht hohe Frequenzen, damit man wach bleibt, damit man sehr voller Energie ist, sich gut merken kann, was man vielleicht gerade gehört hat oder was man gerade gelesen hat. Und von daher ist etwas, was man ins Ohr steckt, immer anstrengend fürs Gehirn. Und gerade für Menschen, ich sage gerne, die zu viel wahrnehmen. Also wir stellen uns jetzt mal so ein richtiges ADHS-Menschlein vor. Klein, mittel, groß oder ganz groß, das ist ziemlich egal. Die sehr hochsensiblen Menschen, ist alles keine Diagnose, das ist der Versuch einer Beschreibung jetzt, bitte. die einfach ganz viel wahrnehmen, ringsherum, die sehr, ja, eigentlich ganz tolle Kapazitäten haben, weil sie so viele Dinge wahrnehmen können. Wenn man dann, weil es alles zu viel ist, versucht, sich einzuschränken, das Gehör zu verstopfen, geradewegs, das funktioniert nicht, weil wir Menschen sind dafür gedacht, genau zu wissen, was uns herum passiert. Das hat uns das Überleben gesichert über Jahrmillionen. An der Stelle sind wir einfach pure Natur. Und wenn man das Gehör verstopft, dann wird der Teil, der diese Überwahrnehmung hat, eher noch stärker sein. Und man wird noch mehr wahrnehmen, quasi durch die Haut statt übers Ohr. Also das hilft wirklich überhaupt nicht. Sprich, bitte keine Ohrstöpsel, besser zu schlafen. Ohrstöpsel sind für Lärmschutz da. Ja, auf jeden Fall. Ähnlich ist es mit Noise-Canceling-Kopfhörern, die Außengeräusche komplett abdämmen. Das können die ziemlich gut heutzutage, ist die Technik sehr weit, das stimmt. Nur das Gehirn bekommt ja ständig widersprüchliche Informationen. Die Augen sagen, boah, hier ist aber laut, hier sind viele Menschen, hier ist viel Bewegung und das Ohr sagt, nö nö, alles still. Das Gehirn kriegt dann einen Knall über kurz oder lang. Das kann, nochmal, als Gehörschutz ist das absolut notwendig. Wenn man an einem Presslufthammer vorbeikommt, Ohren zu. Aber wenn man daran vorbeigelaufen ist, dann Ist es besser, wenn das Ohr wieder weiß, wo es sich befindet und was ist da tun? Und so für den Alltag, was kann man noch tun? Zum Beispiel kann man viel klassische Musik hören oder auch Jazzmusik, sowas wie New Orleans Jazz, vielleicht nicht so ganz den Free Jazz, aber New Orleans geht gut, weil das Musik ist, die laute Stellen hat und leise Stellen hat, die lauter wird, leiser wird Dynamik nennt man das. Und das fordert das Ohr immer heraus. Wir haben im Mittelohr so kleine Muskeln, wenn die eine Veränderung in der Lautstärke wahrnehmen, dann meldet das Gehirn zurück. Du musst jetzt anspannen, das ist toll, das will ich unbedingt hören. Mach eine Klarheit, also spann das Trommelfell. Oder, nee, das will ich überhaupt gar nicht hören, dann lass los, damit das Trommelfell das nicht so stark wahrnimmt. Und mit dieser klassischen Musik zum Beispiel kann man das trainieren. Das machen wir übrigens auch beim Hörtraining, aber noch in einer etwas veränderten Form. sehr ermüdend ist fürs Gehör und also auch fürs Gehirn, ist so Hotellobbymusik. Wo stundenlang eine Dudellei ist, die immer in einer gleichen Lautstärke abgemischt ist. Die erfüllt eine sehr wichtige Funktion, die hält die Emotionen runter. Also in Brüssel zum Beispiel, in der U-Bahn läuft ständig so bisschen so, ja, so Blabla-Blub-Musik, ja. Das führt dazu, dass alle sich ein bisschen sicherer fühlen und die Aggressivität ist messbar runtergegangen und so weiter. Dafür hat das eine gute Funktion. Aber fürs Gehirn, für die Wachheit, ein Genau-Dabei-Sein bei dem, was ringsherum passiert, ist diese Musik nicht besonders hilfreich. Sabine Osterauer: Sehr spannend. Da fällt mir gleich noch eine Frage ein. hast ganz am Anfang von deiner Antwort gesagt, dass es oft damit anfängt, dass wir gewisse Frequenzen nicht mehr wahrnehmen können. Das schleicht sich so ein und das fällt dir am Anfang gar nicht so auf. Ich kenne das jetzt zum Beispiel auch nur, wenn jemand extrem laut spricht. Dass er dann oft mit dem Gehör zu tun hat. Bei meinem Mann ist das oft, wenn der neben mir steht und mich dann irgendwie so anschreitet. ich wieso schreist du mich so an? sagt, ja, meine Ohren sind schon wieder so belegt. Also wir reden oder wir sprechen ja dann viel, lauter, wenn das mit den Ohren eben nicht so funktioniert. Aber du sagst, wir können dann möglicherweise gewisse Frequenzen nicht mehr so hören. Aber meine Frage ist, wie erkenne ich denn, dass ich gewisse Dinge nicht mehr hören kann? Also dass gewisse Töne bei mir nicht mehr ankommen. Claudia Krüger: Genau würde man das tatsächlich mit einem Hörtester rausfinden. Aber so das, was du gerade beschrieben hast, da schreit jemand, obwohl gar keine Notwendigkeit besteht, also wir sind nicht in einem lauten Raum, wo man drüber muss oder Sabine Osterauer: Mh. Claudia Krüger: so. Das ist ein Indiz dafür tatsächlich. Im Übrigen auch, wenn jemand sehr leise spricht. Beides deutet darauf hin, dass ein Teil Frequenzen nicht mehr gut gehört wird und ein Teil aber vielleicht auch zu viel wahrgenommen wird, also zu stark wahrgenommen wird. Und dann ist man sich selbst zu laut und spricht ganz leise und alle anderen sagen ständig, sprich mal lauter, was wiederum Stress erzeugt und so weiter und so weiter. Und andere sind eben sehr laut, weil sie über das viele, was sie hören, noch oben drüber müssen, damit sie sich selber hören und meinen, dass andere sie dann auch hören können. Das ist tatsächlich sehr anstrengend. Auf jeden Fall. Ein anderes Indiz ist eigentlich sowas wie, hohe Frequenzen, also sagen wir mal Vogelzwitschern sind sehr hohe Frequenzen oder Grille zirpen im Sommer. Das sind so Geräusche, wenn die an Stellen, wo sie eigentlich vorkommen müssten, nicht mehr vorkommen. Also man geht durch den Wald und hört keine Vögel. Dann könnte man jetzt erstmal seinen Mitläufer fragen, sind hier keine Vögel? Ist hier irgendwie der Wald ausgestorben oder so? Es gibt ja auch Jahreszeiten, da sind nicht viele Vögel da. Oder man stellt eben fest, verdammt da, da höre ich gerade was nicht mehr richtig. Und dann ist tatsächlich der Weg zu einem Hörtest der richtige, das so schnell wie möglich anzugehen. Also bitte nicht 30 oder 35 Jahre warten, bis es ganz schlimm geworden ist, sondern lieber früher anfangen, sich damit zu befassen. Und in so einem frühen Alter ist man dann vielleicht auch tatsächlich noch nicht gewillt, ein Hörgerät direkt zu verwenden, sondern andere Mittel zu verwenden. Wie gesagt, und dann gibt es eben so was wie erstmal viel Klassik hören, gut schlafen, viel trinken. Die Haarzielien in der Hörschnecke sind die größten Säufer, die wir im Körper haben, gemessen an ihrer Kleinheit. Und ganz viel, man weiß immer noch nicht genau, was ein Hörsturz ist, aber es scheint sehr klar zu sein, dass sozusagen durch zu wenig Flüssigkeit, ein Hörsturz ausgelöst werden kann. Also trinken, trinken, trinken ist wirklich wichtig. Und auch immer wieder für Abwechslung, Abwechslung sorgen fürs Gehör. Also mal Ruhe haben, Stille gibt es gar nicht mehr in unserer Welt. Aber zum Beispiel mal eine Weile in einen großen Raum, so was wie eine Kirche oder eine große Halle gehen und da die Ruhe aushalten. dann mal eine Weile in den Wald, dann ruhig auch wieder laute Geräusche. Es geht darum, sich anpassen zu können an die Geräusche, die ringsherum da sind. sowas in der Art, das ist schon mal ein Schritt. Sabine Osterauer: Wenn ich zum Beispiel, also ich jetzt persönlich, wenn ich zum Beispiel in ein Einkaufszentrum gehe und da sind sehr viele Menschen oder es ist eine Großveranstaltung, die ich grundsätzlich meide, aber wenn es halt einmal ist, weil ich halt auf ein Konzert gehe, wo ich halt unbedingt einmal hingehen möchte und dann sind ganz viele Leute und es ist extrem laut, mich persönlich stresst das sehr, es ermüdet mich und ich fühle mich auch unwohl und manche Menschen macht das wieder Gar nichts aus. Woran liegt das? Claudia Krüger: Also ich kann nicht für jeden einzelnen Menschen jetzt sprechen, aber so eine ganz allgemeine Antwort ist natürlich die, dass es Menschen gibt, so wie es Menschen gibt, die kurze Arme und lange Arme haben, kurze Beine und lange Beine. Gibt es auch Menschen, die sehr sensibel mit ihren Sinnen sind und andere sind es eben nicht. Ich erinnere mich an irgendeine Messe, hat irgendjemand einen Besucher drei mega große Gongs aufgestellt. und hat dann auf diese Gongs eingedroschen. Ich habe gedacht, wie geht das? Ist diesen Menschen nicht bewusst, dass man mit so was im alten China Menschen gefoltert hat? Ja, also die waren dann noch was größer. Aber könnte ich niemals aushalten. Und auch die meisten, bei dieser Messe waren, die konnten abends nicht mehr. Die waren fix und fertig. Ich kann das gut verstehen. Aber für diesen Menschen, der da mitten drin stand, der fand das nur toll. Ja, waren das so klasse. Der hat sich, glaube ich, das erste Mal in seinem Leben überhaupt gespürt. Ja, muss man ihm zugestehen, aber man darf weggehen. Man darf weggehen. Was ich gelernt habe, fast, also bei Thomathistem, das war der erste Schritt, aber dann eben auch bei Sense Experience, das ist die Methode, der ich bei den Seminaren und bei den Coachings arbeite, da habe ich gut gelernt, quasi meine Wir nennen die Übung Waffen runter tun oder Hindernisse runter tun. Also wenn man in so einen Raum reinkommt, ich übertreibe, dann hat man ja schon diesen. Dann ist man schon angespannt, nimmt die Waffen hoch, im wahrsten Sinne des Wortes, und die Schutzschilder und dann auszuprobieren, was passiert eigentlich, wenn ich die mal alle runter lasse? Ist das wirklich so schlimm? Und ich habe festgestellt, wenn ich gut vorher mich gut vorher darauf einrichte, die Waffen runter nehme, dann kann ich diesen Lärm durch mich durchlaufen lassen, sodass er mich nicht so berührt, als wenn ich die Waffen oben habe. Dann ist immer gegen. Wenn das Gegen wegfällt, dann kann das leichter durchgehen. Das empfinde ich als eine ganz große Erleichterung. Und trotzdem meide ich Großveranstaltungen, gehe ich nicht zu großen Konzerten und gehe auch nicht in den Supermarkt, wenn die vollste Zeit zu erwarten ist. Also das eine und das andere, das eine tun und das andere nicht lassen. Na, das, glaube ich, ist dann schon der Weg. Aber jemand, der sehr empfindlich ist, der verbraucht einfach viel mehr Energie in seiner Wahrnehmung. Nur irgendwann hatte ich eben das Gefühl, es ist doch eigentlich schade, wenn man so viel Wahrnehmung hat, dass man sich dann vor der Welt so zurückzieht. Es wäre doch viel nützlicher für mich und vielleicht doch die Welt. Wer weiß das schon, wenn ich meine Wahrnehmung so lassen könnte, wie sie ist, sie vielleicht sogar noch größer mache und damit dann was anstelle, was sinnvoll ist für mich, für andere oder so. Also an diesem Punkt, als ich da war, da dachte ich irgendwie so, jetzt muss ich sowohl das Hörtraining als auch das Wahrnehmungstraining bei Sense Experience sozusagen zusammenschalten und schauen, wie wir da die Welt noch ein bisschen ruhiger machen, im Grunde, am Ende. dass man nicht mehr so gestresst morgens aus der Tür geht, weil man weiß, was gleich alles wieder auf einen einprasseln wird. Sabine Osterauer: Sehr spannend. Was mir jetzt gerade so durch den Kopf gegangen ist, weil ich denke immer so, bei mir sind immer ganz viele Bilder dann im Kopf. Claudia Krüger: Ja klar. Sabine Osterauer: Ich habe mir gerade vorhin gesagt, ich meide große Veranstaltungen, Aureenkonzerte und so weiter. Ich gehe wirklich ganz selten auf ein Konzert, aber so manches Mal überkommt es mich halt dann. Claudia Krüger: Na klar. Sabine Osterauer: Da habe ich mich gerade so bisschen zurückversetzt gefühlt in die Jahre, wo ich jugendlich war. Wir sind natürlich auch weggegangen und so weiter. Auch in Diskotheken. Da lief natürlich immer sehr, sehr laute. Musik. das war aber toll, das war cool, das war schön, das war wow. Ich weiß aber auch noch, wenn wir dann das Lokal verlassen haben, dann hatte ich das Gefühl, ich höre es immer noch. Und dieser ganz schrille hohe Ton, den ich in beiden Ohren dann verspürte oder gehört habe, Der hat sich dann wirklich hartnäckig noch einige Stunden, bei mir zumindest jetzt, also auch da wird es wahrscheinlich Unterschiede geben, einige Stunden noch gehalten. Meine Frage an dich ist, ist eine Spekulation jetzt, warum glauben wir, dass wir, wir Musik hören, dass wir sie so laut hören müssen wollen? Woher kommt das? Claudia Krüger: Also ich fange mal mit dem an, was du gerade gesagt hast und ob das unterschiedlich ist. Ich höre noch meinen Ausbilder, der sagte, wenn man eben aus der Disco kommt und da ist so ein schriller Ton, dann sagt er dir immer und Tschüss. Und mit jedem Schrill geht eine Haarzelle in der Hörschnecke. Jetzt hat unser Körper zum Glück die unglaubliche Regenerationsfähigkeit, innerhalb von einigen Stunden das wiederherzustellen und sich zu erholen. Viel trinken, bisschen Ruhe haben, schlafen. Dann geht das gewöhnlich wieder, es sei denn, man ist halt auf einer Baustelle mit einem Pressofammer und macht das jeden Tag. Das ist was anderes. Sabine Osterauer: ohne Wärschutz. Claudia Krüger: Und jetzt tatsächlich eine Warnung, also wenn sowas nach 48 Stunden sich nicht normalisiert hat, dann ist der Gang zum Heiznasenohrenarzt wirklich angezackt, zu schauen, dass da nicht ein Hörsturz passiert ist oder sowas. Das ist wirklich wichtig. Du hattest gerade was gesagt, ich glaube, das habe ich überhört. Sabine Osterauer: Nein, habe mir gesagt, dass Pressluft haben, nur wenn man keinen Hörschutz hat. Deswegen ist es ja so wichtig, dass man den Hörschutz hat. Claudia Krüger: Ja, natürlich. Auf jeden Sabine Osterauer: Du hast jetzt gerade das Thema Hörsturz angesprochen. Das hört man auch immer wieder. Hörsturz, Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: also erstens einmal kannst du bitte erklären, was für unsere Zuhörer da draußen ist ein Hörsturz. Und das zweite ist, Hörsturz habe ich ja oft in Verbindung auch gehört mit Überlastung, also auch psychischer Überlastung. Kannst du uns da bisschen etwas dazu erzählen? Claudia Krüger: Ja, schwierig, tatsächlich schwierig, weil man glaubt es nicht, aber die Forschung steht da seit 30 Jahren auf der Stelle. Und eigentlich wird seit 30 Jahren so gut wie gar nicht zum Gehör geforscht. Gerade bei einer Tagung mit heiznasen Ohrenärzten, wo ich noch dachte, vielleicht habe ich die neuesten Forschungen einfach nicht gesehen, weil ich eben als Nichtärztin nicht so leicht an solche Ergebnisse komme und die sagt, es wird nicht geforscht, wir wissen es nicht. Und tatsächlich ist es so, dass man bis heute nicht genau weiß, was ein Hörsturz ist und auch nicht genau weiß, was ein Tinnitus ist. Und da gibt es x und 30 Theorien dazu. Und wenn man, was weiß ich, zu einem Tinnitus-Kongress geht, werden alle Theorien da gleichzeitig vertreten und jeder, da anwesend ist, glaubt das eine oder das andere und wir wissen es nicht genau. Die Erfahrung zeigt tatsächlich, dass ein Hörsturz gewöhnlich aus einer Überlastungssituation herausgescheht. eigener, vielleicht erzähle ich davon, eigener Hörsturz, den ich damals hatte, der fühlte sich so an, dass ich von jetzt auf gleich wie Watte im Ohr hatte, und zwar in meinem Fall nur auf einer Seite. bei anderen ist es aber innerhalb von einer halben Stunde oder so ist das Ohr komplett taub. Das kann auch das sein. Bei mir kam der Hörsturz, als der Hörsturz dann wieder erholte und das Ganze wieder zurück kam, hörte ich alles blechern. Also wenn man so Melodien von einer Werbung kennt, die man schon tausendmal gehört hat und plötzlich kommt dieselbe Melodie und die klang so, würde jemand mit einem Hammer auf eine Blechwand dabei hämmern. Das war extrem unangenehm und ich meine mir war das Hörberuf wie Däumelschen. Also ich war Panik pur. Ich kenne Menschen, nach einer extremen Belastung. hat jahrelang ein Elternteil gepflegt, das Elternteil ist verstorben und dann kam der Hörsturz, dann kam der große Tinnitus und zwar nicht ein kleiner, den man innerlich vielleicht auch noch mit Flussgeräuschen oder so ganz gut im Griff hat, sondern richtig so einer, wo Flugzeuge im Ohr starten oder ein Faxgerät im Ohr ist oder so. Das ist wirklich extrem anstrengend. Wenn ich jemanden eher mit dem Tinnitus kommt als mit einem Hörsturz, da frage ich zum Beispiel erst mal, wie die Situation hier oben im Schulternacken-Halsbereich ist. Ob da vielleicht auch die Zähne gut aufeinandersitzen oder ob es vor kurzem vielleicht eine Zahnbehandlung gegeben hat und die sitzen eben nicht mehr gut aufeinander. Oder auch vielleicht ein Osteopath kann da helfen, der schaut, dass da nichts verspannt ist, dass da nichts verkantet ist und so. Also das sind Dinge, die muss man erst mal ausräumen, bevor man dann den nächsten Schritt gehen kann. Ich glaube, ich gehe jetzt mal davon aus, jemand ist aus dem Hörsturz wieder gut rausgekommen und hört wieder. In meinem Fall war das so, aber ich kenne auch genügend Menschen, wo das Ohr sich für immer verabschiedet hat. Da keiner weiß, wie es entsteht, gibt es auch keine richtige Therapie. Es gibt einfach nur das Versuchen verschiedenster Dinge von Natriumchloridlösung, die man in Deutschland jetzt, glaube ich, zu meiner Zeit hat man das gemacht. Jetzt macht man das nicht mehr im Sinne von Man stellte sich vor, sei wie so ein Infarkt, aber nicht in einem Blutgefäß im Gehirn, sondern halten ein Blutgefäß am Ohr. Also viel Flüssigkeit, das zu verflüssigen, damit dieser Klumpen, der sich da vielleicht gebildet hat, wieder weggeht. Cortisone nimmt man heutzutage ganz viel dazu. Das gehört alles in die Hände eines Halsnasenohranarztes natürlich. Und bei einem Tinnitus, wenn es einer ist, der kommt und geht. Das ist die glückliche Variante. Wenn der sich einschaltet in Momenten, wo es einfach zu viel ist oder wo man merkt, boah, ich hatte schon wieder so viel auf der Liste, das war einfach so, dann ist eigentlich der Tinnitus mein bester Freund. Das ist mir immer ein Anliegen, wenn Menschen zu mir kommen, dem Tinnitus können wir herausarbeiten im Gespräch vorher, dass der Tinnitus ein Freund ist. Wenn das geht, Dann können wir uns auch das Gehör kümmern hier. Wenn jemand ist, ich will nur, dass der aufhört, sehr schwierig, weil wir ja nicht wissen, woher er Also können wir auch nicht sagen, das und das musst du machen, damit der aufhört. Das ist tatsächlich, also im Hörtraining würden wir uns dann eigentlich alles andere kümmern, was dieses Gehör vielleicht noch an Schwierigkeiten hat. Dafür gibt es ja diesen ausführlichen Hörtest, den wir am Anfang machen. Wir würden uns aber quasi nicht den Tinnitus kümmern, weil die Energie ist immer da, wo die Aufmerksamkeit ist. ich also jetzt die ganze Zeit gucke, ist der Tinnitus heute besser, ist der heute schlechter, ist er heute Frühwache eigentlich besser, jetzt ist das schon wieder, dann wird der immer stärker, immer stärker, weil so viel Aufmerksamkeit da ist. Sabine Osterauer: Eine ganz kurze Zwischenfrage habe ich. Du hast gesagt, der Hörsturz, wenn man Glück hat, dann vergeht das von alleine. Brauche ich da auch irgendeine Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: Therapie oder eine medikamentöse Begleitung oder ist ein Hörsturz wirklich? Ich kann mich erinnern, eine Freundin von mir, ist schon sehr, lange her, die hatte das auch und die hat dann ganz viele Infusionen bekommen. Claudia Krüger: So, ja. Sabine Osterauer: Weil die konnte dann auch nicht mehr gerade gehen. Also die konnte eigentlich gar nicht mehr richtig gehen. Die hat auch einen totalen Schwindel gehabt und Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: der war auch die ganze Zeit schlecht. Und die hat immer gesagt, eine Seite und die andere Seite, das war alles so ganz komisch und hat sehr viele Infusionen bekommen. Und dann natürlich Ruhe, also da war auch der Stressfaktor zu hoch und dann viel Ruhe und so weiter. Und die hat es dann auch wieder in den Griff bekommen. Aber geht das auch, dass ein Hörsturz sich von alleine wieder regelt? Oder braucht es da immer eine medikamentöse Begleitung? Claudia Krüger: Also ich habe gerade hier bei einer Chorfreundin erlebt, der ist das vor einer Woche, vor zwei Wochen oder so gegangen, dass sie sagte, ich glaube ich habe einen Hörsturz und die ist zum heiznausen Ohrenarzt gegangen. Deshalb kann ich sagen, das ist im Moment offensichtlich der Standard, der angewendet wird in dem Moment. Deshalb benutze ich jetzt diese Geschichte und der hat ganz klar gesagt, wir warten 48 Stunden. Wenn das bis innerhalb von 48 Stunden sich von selber regelt, machen wir gar nichts. Und wenn nicht, kommen sie wieder und ich weiß von anderen, die kriegen dann Cortison. Also diese Natriumchlorid-Lösung, also sprich Kochsalz-Lösung, Sabine Osterauer: Ja. Claudia Krüger: die zahlt die Krankenkasse nicht mehr, weil es nur eine 50-50-Chance ist, dass es damit besser wird, als ob das eine große Chance wäre. Ich habe das damals noch bekommen, aber inzwischen macht man das überhaupt gar nicht mehr. Bei ihr hat es sich von selbst wieder geregelt. hat dann wirklich Ruhe gehalten. 48 Stunden hat nur das getan, worauf sie Lust hatte, was ihr gut hat. Das fing mit dem Essen an, mit dem Trinken, mit Wärme und Kälte, mit liegen, sitzen, laufen, stehen, was auch immer gerade gebraucht wurde. Und das hat in ihrem Fall gereicht. Sabine Osterauer: Es ist ja total spannend. Ich bin auch eine Betroffene. Ich habe einen Tinditus auf der linken Seite. Den habe ich spannenderweise seit der Corona-Infektion. Ich glaube, das hat mich damals so unter Stress gesetzt. Da müsste man ja eine Folge jetzt aufnehmen. Für mich war der Stress jetzt gar nicht Corona per se, sondern das, sich mit Corona alles so in Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: der Welt getan hat. Ich glaube, das hat mich irgendwie im Unterbewusstsein so gestresst. Und es ist mir persönlich aufgefallen, dass Wochen nach der Erkrankung, dass ich plötzlich auf der linken Seite einen Ton im Ohr hatte. Das ist ein sehr heller Ton, also ich würde ihn sehr stechend beschreiben und dieser Ton ändert sich. Der ändert sich je nachdem. bin ich viel in der Ruhe, bin ich sehr entspannt, dann ist er sehr leise, dann muss ich mich darauf konzentrieren, ihn zu hören. ich okay, jetzt ist er ganz weg und dann konzentriere ich mich und dann ist er natürlich wieder da. ja, aber ganz Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: so nicht quälend. wenn ich aber merke, okay, wie du gesagt hast, die Liste ist voll, das Pensum und so, es geht noch und das mache ich noch und das mache ich auch noch, dann merke ich, dass der Ton lauter wird und wenn ich gar nicht höre darauf, also wenn ich auf diesen Ton nicht höre, Haha, was für ein Wortspiel. Dann schaltet Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: er sich auf der rechten Seite dazu. Genau. dann wird er gesagt, das ist richtig. Claudia Krüger: Ach, wie klasse. Boah. Ihr ist aber wirklich ein guter Freund, ne? Sabine Osterauer: Ja genau, weil gesagt hast, ist Freund. Und da weiß ich dann, okay, und jetzt ist es genug. wenn dann noch der Schwindel dazukommt Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: und dann die Augen noch mitmachen, dann weiß ich, und jetzt ist es besser, du hörst auf, weil sonst bist du morgen total erledigt. Also es ist schon ein Wahnsignal, weil viele Menschen glauben, da muss ich kurz was dazu sagen, weil viele Menschen glauben, naja, Stress legt sich halt ab im Sinne von, weiss ich nicht, Gastritis oder mit dem Bauch zu kämpfen oder Migräne. Ja, ja, das natürlich auch. Also ich glaube, der Körper sucht sich halt Claudia Krüger: Genau. Sabine Osterauer: Irgendetwas aus, ja, okay, gefällt mir gerade. Aber auch wirklich Ohren-Sachen, Ohrenprobleme, Tinnitus oder Hörsturz oder wie auch immer, sind schon auch Alarmsignale oder Zeichen. Es ist zu viel. Komm runter, der Nervenkostüm, Claudia Krüger: Ja, eindeutig. Sabine Osterauer: der Nervensystem ist überlastet. Und ich habe eine Stoffwechselstörung und muss extrem haushalten mit Energie. Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: Und genau, dieser Tinnitus ist für mich wirklich so, weil ich glaube, wenn ich ihn nicht hätte, ich würde viel öfter drüber gehen. Und der hindert mich wirklich daran, ja, genau, mit Claudia Krüger: Das meinte ich vorhin mit guter Freude. Sabine Osterauer: guter Freude. Und so sehe ich ihn jetzt auch. Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: Und deswegen nehme ich ihn auch als guter Freund und als Parameter. Es ist zu viel, weil ich mich anscheinend, ich arbeite halt einfach gern, ich arbeite gern viel und es macht mir Spaß und Begeisterung. Der Körper braucht ja trotzdem Ruhe. schön und so toll kann die Arbeit gar nicht sein, er nicht Ruhe braucht. Und bei mir ist es wirklich ein Alarmsignal. Sabine, jetzt ist es wirklich genug. Wenn du jetzt Menschen hast, du hast gesagt, wenn die jetzt zu dir kommen und sagen sie, man tinnitus, oder sie vermuten, dass sie einen Hörsturz haben, dann schaut sie euch an, wo kann das herkommen, also wo ist das Stresslevel, bla bla bla bla. Aber ihr macht auch Hörtests, hast du gesagt. Claudia Krüger: Ja, ja. Sabine Osterauer: Die sind aber jetzt nicht zum Vergleichen mit den Hörtests, die ich jetzt beim HNO mache. Oder doch? Claudia Krüger: Der Heiznasenohrenarzt im Standardverfahren testet eigentlich die Quantität auf dem, was wir die Luftschalleitung nennen. Wir hören über die Luftschrei, kommt durch die Luft, geht durch die Ohrwaschchen durch, macht was. Und da testet der Heiznasenohrenarzt halt, wie laut muss ich das machen, bis der andere reagiert. Wir testen auch die Empfindlichkeit der Luftschallleitung, aber eben mit dieser veränderten Fragestellung schon mal, auf welchem Ohr hörst du das? Ist ja ein Unterschied, ob ich den Ton links anbiete und der wird links gehört oder der wird rechts gehört. Sabine Osterauer: Puh! Claudia Krüger: Das zweite ist, wir hören auch alle über unsere Knochen und zwar über alle Knochen, die wir im Körper haben, die Knochenschallleitung. Und interessanterweise ist unser Gehör in den härtesten Knochen eingebettet, den unser Körper hat, nämlich im Felsenbein. Schon der Name sagt, dass das ein harter Knochen ist. Und wir haben auch wirklich ein knöchernes Labyrinth. heißt, das Labyrinth, so nennt man das, das ist fürs Gleichgewicht zuständig und die Hörschnecke, ist etwas knöchernes drum herum. Wir haben das als heutig und dann als knoch knöchern draußen rum. Und das alles zusammen sorgt dafür, dass halt der Schall ganz schnell durch unseren Körper durchgeht. Der Knochen leitet viel besser als Luft. Bis zu zwölfmal schneller. Je fester das Material, desto schneller leitet der das Physik. Das heißt, über die Knochen kommt der Schall an und das Gehirn schaltet sich quasi ein und sagt, das ist ja ein cooler Ton, der jetzt gleich kommt über die Luft. Und dann will ich den haben oder ich will ihn nicht haben. Das ist wie so ein Kreislauf. Und diesen Teil Mit der Knochenschalleitung, den testet zum Beispiel der Heiznasenohrenarzt so gut wie nie. Er testet ihn erst, wenn er das Gefühl hat, dass tatsächlich das Innenohr kaputt ist, dass in der Hörschnecke irgendetwas nicht mehr funktioniert. Für uns bei Tomatis ist diese Knochenschalleitung die Essenz des Hörens, weil es ist unser erstes Hören. Schon bei Mama im Bauch hören wir über unsere Knochen. Da ist ja noch keine Luft da. Aber wir hören über alle Knochen. Als ich angefangen habe mit Humatis, da hieß es, wir hören ab der 16. Schwangerschaftswoche von 40, normal ist 40. Irgendwann, da hieß es noch 20. Genau. Dann hieß es 16. Schwangerschaftswoche. Inzwischen habe ich eine Hebamme getroffen, die mir sagt, sie unterrichtet eigentlich in ihren Kursen ab der 12. Woche. Ich bin ganz sicher, Baby hört von Anfang an. Wir können das nur noch nicht nachweisen. Dieses Hören über die Knochen, ist sofort da. Das ist Erste, was passiert. Und wenn Baby auf die Welt kommt, hat es ja sogar noch ein paar Tage Fruchtwasser im Ohr. Dann ist der Übergang nicht so hart. Dann ist das weg. Und dann lernen wir, unter Luftbedingungen zu hören. Und deshalb ist die Knochenschalleitung und auch sie zu testen für uns so essentiell. Was wir noch testen, ist zum Beispiel, ob jemand sicher hohe und tiefe Frequenzen voneinander unterscheiden kann. Denn in der Unterscheidungsfähigkeit, und zwar sehr kleinteilig, die Information. Also der Unterschied zwischen Kanne, Tanne und Pfanne liegt in der Unterscheidungsfähigkeit von kleinen Frequenzschritten. Wenn man das nicht gut kann, und es klingt alles so wie, ich mache mal eben vor so, Kanne, Tanne, Pfanne, wenn ein Kind, sagen wir, diesen Unterschied noch nie gehört hat, aber Aus dem Kontext kannst du ja immer erklären, worum es gerade geht. Es geht wohl die Kanne, die steht ja auf dem Tisch und nicht im Wald. Und die Pfanne steht auf dem Herd und auch nicht im Wald. Also darum wird es wohl gehen. Dann merkt man das vielleicht gar nicht. Auch nicht als begleitende Eltern oder in der Kita oder so. Aber in dem Moment, wo es dann darum geht, beim Lesenlernen oder Schreibenlernen diesem Kanne-Tonne-Pfanne-Ding einen Buchstaben zuzuordnen, dann wird es gefährlich. Also dann wird es schwierig. Gefährlich wird das nicht. schwierig wird es, weil man dann plötzlich nicht mehr weiß, was hat er jetzt genau gesagt und wie sieht der Buchstabe aus, den man an die Stelle jetzt hinschreiben muss. Und dann ist man ganz schnell in so einer Leserechtschreibschwächen-Falle. Dabei ist eigentlich die Hörwahrnehmung einfach nur nicht gut. Wenn wir die korrigiert haben im Hörtraining und danach ist immer noch Lesen und Schreiben schwierig, dann würden gerne Leserechtschreibschwierigkeiten, okay? Aber nicht vorher. Das ist wirklich ein Ein Punkt, vorher noch geklärt werden muss. Aber ich glaube, das war jetzt gar nicht deine Frage, die du gestellt hattest. Kannst du auf die nochmal zurückkommen? Aber es hat mich davon getragen. Tut mir leid. Sabine Osterauer: Die Frage war einfach, wenn Sie Erhörtests machen, dass sich die unterscheiden vom HNO-Arzt. Da hast du jetzt diese Erklärung dazu gemacht. Meine Frage gleich anschließend natürlich Claudia Krüger: Ja, wie die sich unterschalten. Genau. Ja. Ja. Ja. Ja. Sabine Osterauer: ist dann, ihr weil ihr therapiert sie auch dann, jetzt kommt irgendein Befund raus. Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: Wie geht es dir damit Du bietest ja auch Seminare an. Wie kann ich mir das jetzt vorstellen? Wie arbeitet ihr? Claudia Krüger: Ja. Praktisch vorstellen, genau. Also so ein Erstgespräch ist tatsächlich dieser umfassende Hörtest, ich denke, das habe ich noch gesagt, dass der mehr Teile hat als bei einem Einstassen-Urnarzt. Wir sehen in so einem Hörtest zum Beispiel auch tatsächlich, es, ich sag mal so was wie traumatische Situationen, das Wort ist ein großes Wort, aber so etwas gegeben hat. können zum Teil sogar einer gewissen Altersphase zuordnen. Wir sehen auch, ob die Wirbelsäule zum Beispiel verkantet ist und tatsächlich erst mal ein Osteopath dazugeschaltet werden sollte, der so eine Verkantung rausnimmt. So etwas. Und wenn wir dann aber das Gefühl haben, ja, dieses Hörtraining könnte jetzt was sein, dann nach einem Hörtest passiert gewöhnlich das Hörtraining. Also wir sind bei Thomas T. Die Seminare kommen eventuell später. Und Hörtraining heißt dann tatsächlich, man kommt 10, 12 Tage jeden Tag für zwei Stunden ins Institut. Und hier in Papenburg nennen wir das tatsächlich Hörurlaub, weil es so schön ist. Und dann hört man zwei Stunden lang gemütlich im Sessel liegen, Füße hoch Musik. Und diese Musik klingt am Anfang etwas wie verzerrt. Es ist viel Mozart, eben Klassik, was ich vorhin schon mal sagte. Die trainiert per se. Und die Musik wird so verändert und so aufbereitet, dass sie quasi zu der Hörkurve passt. die ich vorher genommen habe. Also das, was die Hörkurve mir zeigt, was gut funktioniert, ja, das ist da, aber wird ein bisschen vielleicht gedämpft. Das, was mir die Hörkurve zeigt, was nicht gut da ist, das wird verstärkt oder besonders gereizt. Das heißt, der Mozart klingt ein bisschen anders. Gerade Berufsmusiker leiden da erst mal ein kleines bisschen am ersten Tag, weil die Musik so kaputt ist sozusagen. bewirkt, dass die kleinen Muskeln, wir im Mittelohr haben, die eben das Trommelfell scharf stellen oder den Steigbügel bewegen, sich bewegen müssen. Sie müssen reagieren, weil über die Knochen kommt die Reaktion zum Gehirn. Das Gehirn sagt, das ist aber komisch. Jetzt musst du reagieren und dann wird die Musik reingelassen oder aus. Also dieser Kreislauf, der etabliert sich nochmal neu. Und dann können wir, da gibt es eine große Maschine dazu, die hat Thomas Thies erfunden, das elektronische Ohr. Und dieses elektronische Ohr enthält quasi alles, was ein Ohr kann, von Gleichgewicht bis ausblenden, einblenden und so weiter, in elektronischer Form, sodass ich es ganz gezielt ansteuere. Und oft ist damit schon ganz viel passiert. Gewöhnlich macht man das so dreimal zehn Tage, manchmal auch viermal zehn Tage, je nachdem, was so die Ausgangssituation ist. Und dann kann es aber auch sein, dass jemand hinterher das Gefühl hat, so jetzt habe ich so viel sortiert und so viel neue Energie. Was mache ich denn jetzt damit? Wie wende ich das denn jetzt an? Was verändere ich denn jetzt auch in meinem Leben? Und dann kann es sein, dass in diesen Seminaren oder in einem Einzelcoaching kann das auch sein. Wird da noch ein bisschen nachschärfen oder gucken, ja, schau mal, das würde, was macht, würdet ihr den jetzt Spaß machen? Manche Menschen haben völlig vergessen, was ihnen Spaß macht, wenn sie zehn Jahre in einem Großraumbüro gesessen haben. Ja, dann muss man erst mal wieder dahin kommen. Was war das eigentlich? Warum bin ich mal angetreten irgendwann? Sabine Osterauer: Verstehe ich. Claudia Krüger: Es kann auch sein gerade, ich habe sehr viele Burnout Menschen bei mir im Moment und das hat tatsächlich seit der Covid-Zeit sehr zugenommen, auch sehr zugenommen unter Jugendlichen und Kindern. Das ist sehr bedrückend. Und dann passiert es sogar, dass ich vorher, bevor wir mit Thomas Thies anfangen, so eine Art Sitzung mache, in der es nur darum geht, dass den Körper, in Anführungszeichen, B2 wecken. Der hat so sich zurückgezogen von der Welt, dass ich ihn wie erstmal locken möchte. Damit er feststellt, ich kann ja doch noch was. Und dann fangen wir an mit Thomas Thies zu trainieren. Dann ist der Körper vorbereitet auf dieses Training, was dann zwei Stunden lang jeden Tag stattfinden soll. Sabine Osterauer: zwei Fragen sind mir schon wieder eingefallen, das tut mir leid, aber es ist so ein interessantes Thema Claudia Krüger: Ja, alles gut. Sabine Osterauer: und das erste ist... Wir haben ja gehört oder auch gelernt oder es wird uns gesagt, wenn im Körper irgendetwas kaputt ist, also ich nenne es jetzt wirklich so ganz einfach kaputt ist, dass dann etwas anderes diese Funktion übernimmt. Das heißt, wenn jemand eben taub geboren wird, dann hat er dafür mehr, kann er mehr mit den Augen oder mehr mit den Tasten. Jetzt ist meine Frage, wenn ich jetzt eingeschränkt mit den Ohren bin, warum soll ich dann überhaupt eine Therapie machen, wenn mein Körper wahrscheinlich so gescheit ist und so intelligent ist, dass er einfach an irgendetwas anderes diese Arbeit weiter schiebt. Also könnte ich dann doch eigentlich lassen. Claudia Krüger: Cooler Gedanke eigentlich. Aber so einfach ist es nicht, das wissen wir ja auch alle, glaube ich. Die Frage ist tatsächlich, mit welcher Situation haben wir es genau zu tun. Ein Mensch, der komplett taub geboren ist oder komplett ertaubt ist, vielleicht nach einem Unfall oder so etwas, mit dem kann ich mit meiner Methode mit Thomatis tatsächlich so gut wie gar nicht arbeiten. Weil einfach Es setzt voraus, dass ein kleines Quantum vorhanden ist, das das Gehirn wahrnehmen kann. Sonst funktioniert diese Methode nicht. Was ich wohlgetan habe, ist mit Menschen zu arbeiten, die ein Hörgerät möchten. Weil eben, ich sagte es am Anfang, wenn das Gehirn über viele Jahre bestimmte Frequenzen gar nicht mehr hört, das Gehirn hat das rausgeschmissen, ist ja im Sparen. Und dann kommt jetzt dieses Hörgerät, ist ja bisschen ätzend. Und was wir dann machen, ist tatsächlich über diese Art, wie ich es gerade beschrieben habe, dem Gehirn die Frequenzen wieder schrittweise zuzuführen. Erinner dich mal, erinner dich mal, das hattest du doch schon mal, erinner dich mal. Das war doch gar nicht so schlimm. Und jeden Tag kommt irgendwie was Neues und wieder was Neues. Und das Gehirn ist wie in so einem Aufwachmodus, in einem Lernmodus. Jeden Tag lerne ich was Neues. Und am letzten Tag idealerweise setzen wir die Kopfhörer vom Hörtraining ab, das Hörgerät ein und dann ist der Körper wieder in so einem Lernmodus. Ach guck mal, heute habe ich das gehört und das gehört. Und meine Erfahrung ist, dass diese Menschen keine Aversion gegen dieses Hörgerät mehr haben. Weil das geht ja oft damit einher, dass sie einfach sagen, boah, jetzt habe ich da dieses Ding und Leute sagen dann, boah, das gebe ich nie wieder her, das ist ja irre, was ich jetzt plötzlich alles höre und die Grillen und die Vögel und die Fahrräder und so weiter. Ganz spannend. Ein anderer Punkt ist, wenn zum Beispiel am Hören hängt ja auch das Gleichgewicht. Es gibt viele Menschen, die eben nicht genau zuordnen können, ob etwas von rechts oder von links kommt. Wenn man da jetzt ein Hörgerät einfach drauf macht, dann wird dieses Chaos lauter, aber nicht klarer. Und das sind die Menschen, die dann das dritte Hörgerät-System ausprobieren und das dann irgendwann entnervt kaufen, damit alle endlich Ruhe geben und es dann in die Schublade tun und nie wieder anziehen. Da ist es sinnvoll vorher zum Beispiel die Richtung zu sortieren und dann kommt ein Hörgerät da drauf und dann macht es Sinn. Oder eben der Körper hat natürlich hat er immer Kompensationsstrategien, aber die sind energieaufwendig. Jetzt mache ich ganz klassisch und und und heftig so ein ADHS Kind, was den ganzen Tag durch die Gegend springt und zwar nicht, weil es zu viel Energie hat. Das meint man oft, sondern ADHS Kinder haben oft zu wenig Energie und die müssen über diese Bewegung diese Energie erzeugen. Aber was wäre es für dieses Kind ein Segen, wenn es aufhören könnte, ständig durch die Gegend zu laufen, nur geradeaus gehen zu können und diese Energie schon hätte, lesen und schreiben lernen zu können. Also von daher ist dann das Training schon sehr sinnvoll. Sabine Osterauer: Absolut. Das war jetzt wirklich nur so die Frage, sich trau mich wettend. Manche sind schon, ja, pff, Claudia Krüger: Ich verstehe schon. Sabine Osterauer: kompensier ich es mit was anderem. Weil Luca hatte angesprochen, er stimmt. Claudia Krüger: Ja, aber Kompensation ist immer Energieverlust, ne? Es ist immer Energieaufwand. Sabine Osterauer: Das heißt, wenn es anders möglich wäre, sollte man natürlich auch die Möglichkeiten nutzen. Das wäre ganz, ganz wichtig. Claudia Krüger: Das Gehör ist uns gegeben für 50, 60 Jahre. Wir wollen aber 80, 90, 100 Jahre alt werden und möglichst nicht vereinsamen, sondern noch ins Kino gehen können, ins Restaurant gehen können, uns mit anderen Leuten unterhalten können, fröhlich rausgehen, am Leben teilzuhaben. Wenn man nichts mehr hört, macht man das nicht. Sabine Osterauer: Ja, ich werde dann sehr eingeschränkt. Du hast angesprochen, das Ohr hat ja auch etwas mit dem Gleichgewichtssinn zu tun. Da komme ich zu einem Problem, das mich leider auch erwischt hat, nicht immer, Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: aber immer öfter oder manchmal. Das ist Autofahren. Beifahrer. Also Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: ich gehöre jetzt zu den Menschen, sich... Also ich kann jetzt beim Autofahren kein Buch lesen. Und je dunkler es draußen wird, umso schlimmer wird es. Also Serpentinen und so weiter, da fahre ich lieber selber, da geht es nämlich. Das heißt, Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: das hängt ja auch irgendwie zusammen. Hast du da vielleicht für die Zuhörer da draußen, die vielleicht auch Kinder haben, denen es regelmäßig schlecht wird beim Autofahren oder Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: die selber sagen, pff, also huu... Busfahren und so weiter. Wenn es nicht sein muss, dann eher nicht. Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: Weil aus meiner Erfahrung heraus sind auch die ganzen Tabletten, die es da gibt, unbedingt so der Superburner. Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: Von Travel Gum angefangen bis über irgendwas. Die mussten mich dann auch einmal vertragen. Aber gibt es da vielleicht irgendeinen Tipp von deiner Seite? Und warum ist das überhaupt so? Bei einigen und bei anderen nicht? Claudia Krüger: Tja, auch das ist auch wieder so ein Ding, was nicht klar ist. Es bringt mich eigentlich zu einer Frage, die von vorhin doch im Raum steht, die nicht beantwortet haben in mich. Warum glauben wir immer, dass wir Musik so laut hören müssen? Ja, das hattest du ganz irgendwie am Anfang mal gefragt. Sabine Osterauer: Vielen Claudia Krüger: Und ich glaube, wir brauchen diese laute Musik eben vor allen Dingen fürs Gleichgewicht, für den Körper. weil wir dann das Gefühl haben, wir spüren uns. Die Knochen vibrieren möglichst geradewegs und wir spüren unsere Knochen im wahrsten Sinne des Wortes. Und das zweite, warum das so spannend ist, ist jetzt mit der Reisekrankheit oder mit dem Schwindel. Also erstens ist auch das wieder was, was in ärztliche Hände gehört, weil da muss man rausfinden, es da vielleicht Utoliden, also kleine Steinchen, die im Labyrinth rumgurgeln oder so was, dafür gibt es sogar Medikamente unter Umständen. Das gehört dahin, das gehört nicht zu uns. Ansonsten muss man sich klar machen, dass halt auch die sechs Augenmuskeln, die an jedem Augapfel hängen, natürlich mit dem Gleichgewichtsorgan verbunden sind. Und wenn die Augapfelmuskulatur nicht optimal funktioniert oder auch nur leicht unterschiedliche Signale sendet zu dem, was das Ohr wahrnimmt, wir kennen das alle von einer Sehkrankheit oder so, da Sabine Osterauer: Ich teile dir. Claudia Krüger: hat das schon fast jeder erlebt, glaube ich, dann ist das ganze System in Panik. Dann kommt der Vagusnerv dazu, von dem haben sicher auch viele schon mal gehört. Und dieser Vagusnerv, ist der größte Nerv, den wir im Körper haben, der geht durch alle inneren Organe, deshalb wird einem eben auch schon mal schlecht dabei. Und dieser Vagusnerv hat auch einen sensiblen Arm am Trommelfell. ist der für uns interessant und wird beim Hörtraining quasi mit bedient. Ich sag's mal jetzt ganz salopp, so eine ganze Nacht super laute Disco-Musik ist für die Leber nicht gut, wegen dieses Vagusnerv. Und da hab ich noch nicht vom Alkohol gesprochen. das ist so diese Verbindung. Also ich denke, wichtige Funktion oder überhaupt die wichtigste Funktion des Vagusnervs ist ja, wenn wir Stress hatten, sinnvollen Stress hatten, hinterher alles wieder in Ruhe zu bringen. Und das kann er in so einem Schwindelmodus nicht. Weil es ist zu anstrengend, da kommen zu viele unterschiedliche Informationen rein. Da komme ich jetzt wieder mit einer Sache aus dem Seminar, aus der Sense Experience, wo eben dieses Waffen runter. Also wenn man schon weiß, dass die Situation gleich ganz furchtbar wird, wie vorhin, Schultern hoch, alles hoch, alles so, wenn man das vorher schaffen kann, sich runter zu regeln, die Waffen runter zu tun, so viel wie möglich runter zu tun, einfach... sozusagen die Situation, das klingt so einfach jetzt, so zu nehmen, wie sie gerade ist und nicht dagegen zu gehen. Ich weiß genau, dass das ganz schwer ist, was ich gerade sage und dass man das nicht mal eben tut. Darum mache ich mein ganzes Seminar zu. Aber eine weitere wichtige Möglichkeit in dem Zusammenhang, an diese Waffen runterzukommen, könnte sein, gehe mal jetzt hier zur Seite, dass man Zeigefinger und Mittelfinger quasi die Ohrmuschel legt und sie dann so bewegt, weil da sitzt der Vagusnerv auch an. Und dann kann man darüber ein bisschen den Vagusnerv stimulieren, so nach dem Motto, erinnere dich mal, du hast jetzt eigentlich eine Funktion, kannst du die mal eben wahrnehmen? Mir geht es gerade nicht gut. Also das alleine, also im wahrsten Sinne Hand an sich zu legen, im positiven Sinne, sich mit sich selber sich selber zu berühren und mit sich selber in dem Moment in Kontakt zu kommen. ist ja so ein bisschen außer sich, wenn man so Schwindel hat oder eben auch wenn man dann noch von innen nach außen gehen muss und sich übergibt, dann haben wir noch mehr außen sozusagen. Also das ist eine Möglichkeit. Es gibt doch eine sehr schöne Übung aus Voice Experience, das ist ein Stimmseminar, was ich da noch habe. Da kann man allein durch das Berühren seines Kopfes und zwar mit so Händen, als würde man ein Kind, das sich gestoßen hat, so streicheln. Ist alles wieder gut. Mit solchen Händen einfach seinen Kopf zu berühren und ein bisschen warten, bis manchmal öffnen sich dann so wie Schleusen, als würden die Höhlen, die wir so in der Stirn haben, hinter den Augen haben, so die Flüssigkeit von sich geben. Das kann auch manchmal sehr dabei helfen, einfach wieder zu sich zu kommen. Ich denke, es kann auch jeder für sich überprüfen, ob Augen auf oder Augen zu die Variante ist. Kannst du den Unterschied spüren, wenn ich sage Augen zu? Nein, Lieder zu, Augen Lieder zu und Augen zu? Ja, also das Sabine Osterauer: Ja. Claudia Krüger: eine ist tatsächlich die Augen zu schließen, also die Augen Lieder zu schließen, dann sieht man nichts mehr, aber wirklich die Augen zu schließen. kann eine ganze Weile dauern, bis man dann wie nach innen gucken kann. Und dann ist man in dem Moment ein bisschen raus aus der Welt. Das kann auch eine Idee sein. Sabine Osterauer: Genau. Also das ist zumindest auch das, was ich praktiziere. Claudia Krüger: Ja, cool. Sabine Osterauer: Ich habe es aus der Hypnose genommen, das mache ich zum Beispiel auch beim Zahnarzt oder so. Überall dort, wo ich das Gefühl habe, ich muss mich runter regulieren, also die Waffen ablegen in deinen Worten gesprochen, Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: da mache ich genau das, nämlich nicht die Lieder zumachen, sondern wirklich die Augen schließen und dann gehe ich in mich hinein und Claudia Krüger: Mhm. Ja. Sabine Osterauer: ich führe dann so wie Art Innengespräche und fordere alle meine Funktionen auf, macht bitte das, was zu tun ist, damit es uns wieder besser geht. Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: gut geht, aber dazu braucht man halt auch diese notwendige Ruhe natürlich. Also das ganz klar. Claudia Krüger: Ja, genau, das sind so, denke ich mir, so Hinweise, man vielleicht anwenden kann, wenn man weiß, dass eine Reise bevorsteht, dass jetzt eine Sabine Osterauer: der Claudia Krüger: Autokrat bevorsteht. Heute geht es in die Serpentinen, in die Berge hoch, dass man das dann vorher macht oder vielleicht auch währenddessen. Und es ist mit Sicherheit gut, das mal zu üben, ohne im Auto zu sitzen, und es vielleicht auch zehnmal zu üben. damit es dann auch funktioniert, wenn man in die stressige Autofahrsituation jetzt in deinem Fall kommt. Sabine Osterauer: Genau so ist es. Ja wunderbar. Dann habe ich eine allerletzte Frage noch an dich. Wir sind schon fast wieder bei einer Stunde, liebe Claudia. Claudia Krüger: Meine Güte! Sabine Osterauer: Es ist möglicherweise eine ganz dumme Frage, aber die ist mir jetzt einfach eingefallen, weil sie mit dem Ohr zu tun hat. Claudia Krüger: sicher nicht. Sabine Osterauer: Mir wurde ja als Kind immer gesagt, halt die Muschel an dein Ohr und dann hörst du das Meerrauschen. Claudia Krüger: Ja. Sabine Osterauer: Was höre ich? Claudia Krüger: eigenes Blutrauschen. hörst dein eigenes Blutrauschen. Ja wunderbar. Aber auch das kann Sabine Osterauer: Das wollte ich jetzt noch einmal bestätigt haben, aber das war immer so liebes Kinn. So, hoche mal und nimm die Muscheln an den Ohr und dann hoche mal rein, dann hörst das Meer rauschen. Claudia Krüger: ein unglaublich schöner Moment sein, im Laufe des Tages zu entspannen. Zwischendurch Sabine Osterauer: Kommen wir. Claudia Krüger: einfach eine Muschel auf dem Schreibtisch stehen zu haben, eine große, wirklich eine große, schöne, besondere Und die dann einfach mal für einen Moment ans Ohr zu halten und sich tatsächlich in diese Kindheitsfantasie Sabine Osterauer: das mehr vorzustellen. Claudia Krüger: zu gehen und zu sagen, ach ja, für einen Moment mal ans Meer. Das ist jetzt ja schön so. Gerade für Tinnitus könnte das sehr, sehr Sabine Osterauer: Ja, ganz genau. Claudia Krüger: hilfreich sein. Während ich sonst immer sage, gerne auch mal Stille genießen zwischendurch, ist das für Tinnitus Menschen eher anstrengend. Ja, Finitus Menschen brauchen eher ein kleines Rauschen im Hintergrund. ist häufig mehr eine Unterstützung als jetzt totale Stille. Also Flussrauschen Sabine Osterauer: Also da ist die Leier. Claudia Krüger: oder Meerrauschen oder Regenrauschen oder sowas ist dann oft... Sabine Osterauer: Ja. Sehr, cool. Claudia, Wahnsinn. Ganz viele Tipps. also mein Kopf ist voll, aber sehr positiv. habe urviel gelernt jetzt. Vielen herzlichen Dank. Und ich denke, Claudia Krüger: Das freut mich. Sehr gerne. Sabine Osterauer: wir haben es zusammen wieder einmal herausgefunden, warum wir uns so wenig unser Gehör kümmern. Mit der Expertise natürlich von der lieben Claudia. Und wenn ihr da mehr Interesse habt oder da noch weiter hineinhorchen wollt und noch mehr erfahren wollt, ich habe natürlich von der Claudia alles in den Show Notes verlinkt. Da könnt ihr nachschauen auf ihrer Homepage und auf LinkedIn, glaube ich, ist sie unterwegs. Ich stelle das alles natürlich rein. diesem Sinne, liebe Claudia, vielen herzlichen Dank. war ein wahnsinnig kurzweiliges Gespräch und wie gesagt, ich habe ganz, ganz viel gelernt und vielen Dank, dass du uns unser Ohr näher gebracht hast. Ich danke dir. Claudia Krüger: Danke, dass ich die Möglichkeit hatte. Ich halte dieses Thema für so wichtig, weil seit der Sabine Osterauer: dieses. Claudia Krüger: Erfindung des Buchdrucks glauben wir an alles, schwarz auf weiß steht. Dabei ist das Ohr so viel diffiziler und es ist schön, wenn der eine oder andere vielleicht für sich dabei was mitnehmen konnte. Danke für die Gelegenheit, Sabine. Sabine Osterauer: Auf jeden Fall. Ich danke dir.