Latest / ntv Wirtschaft / Rheinmetall, TKMS & Co.: Ist der Höhenflug der Rüstungsbranche noch nicht vorbei?
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- Kanada bestellt U-Boote in Kiel. Ein Milliardenauftrag, der Deutschlands größter Werft-Rüstungs-Deal aller Zeiten wird. Weniger Zuschuss vom Staat. Wärmepumpenförderung sinkt in den nächsten Jahren spürbar. Und vor dem Sommer zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihrem Depot noch schnell eine Diät verordnen, bevor es in den Urlaub geht. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Kanada hat sich entschieden. Und zwar für Deutschland. Premierminister Mark Carney verkündet in Halifax, dass sein Land TKMS, den Kieler Marineschiff Bauer, zum bevorzugten Lieferanten für die neue kanadische U-Boot-Flotte macht. Bis zu zwölf U-Boote vom Typ 212 CD sollen es werden. Gebaut gemeinsam mit Deutschland und Norwegen, die das Modell gemeinsam entwickelt haben. Für TKMS ist das der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte. Die Werften in Kiel und Wismar sichern sich damit Kapazität auf Jahre hinaus. Und TKMS-Chef Oliver Burkhardt spricht von einem klaren Versprechen. Man werde liefern. Wichtig, ein Vertrag ist das noch nicht. TKMS und die kanadische Regierung nehmen jetzt erst die Detailverhandlungen auf. Ein formaler Vertragsschluss wird erst für die nächsten Jahre erwartet. TKMS selbst peilt an, das erste U-Boot bis 2033 auszuliefern. Christoph Hoffmann hat mit Rüstungsexperte André Keller von Alex Partners über die Bedeutung gesprochen. Wie bedeutend ist dieser Deal denn für TKMS? Der Verteidigungsminister Pistorius spricht ja von einem Meilenstein. Gehen Sie da auch mit? Ja, selbstverständlich ist das ein Meilenstein. Nicht nur für TKMS, sondern für Gesamtdeutschland und auch Europa. Das ist mitunter einer der größten Aufträge, der in der Rüstungsindustrie überhaupt vergeben wurde. Und stärkt natürlich jetzt auch die transatlantische Zusammenarbeit mit Kanada. Wir haben es im Beitrag nur angedeutet gehört, die Zahlen dazu. Es gab ja noch keine genauen Angaben zum Auftragsvolumen. Aber diese Vermutungen hört man eben schon. Was hören Sie denn? In welcher Größenordnung in Milliarden bewegen wir uns denn da? Ich glaube, die Zahlen, die Sie jetzt aus dem Beitrag auch entnehmen können, also die 20 Milliarden jetzt auch für die Beschaffung. Das sind im Moment gerade die Zahlen, die auch ich gehört habe. Aber Sie haben ja auch im Beitrag ganz klar gesagt, es geht um einen Auftrag von bis zu 12 Schiffen. Das heißt, abhängig ist das Ganze natürlich am Ende auch von der definitiven Beauftragung. Und dann haben wir den ganzen Lebenszyklus dahinter. Sie hatten die Zahl hier mal mit 62 Milliarden genannt. Da geht es um Instandhaltung, Wartung, aber natürlich dann auch um Upgrade-Fähigkeiten der Plattform über die gesamte Laufzeit. Und das lässt sich heute nicht besser einschätzen. Und deswegen will ich auch hier die Zahl von gut 60 Milliarden durchaus bestätigen. Genau, Sie sagen es auch, da ist noch Unklarheit drin. Man hat ja nur gesagt, Hercam, es ist der bevorzugte Lieferant. Jetzt beginnen auch erst die detaillierten Gespräche, aber schief gehen dürfte da doch nichts. Was würden Sie denn sagen, welches Signal Kanada damit überhaupt nach Europa sendet? Man hat sich ja auch dann doch bewusst für uns und gegen den Konkurrenten aus Südkorea entschieden. Durchaus, also Sie sagen es, bevorzugter Anbieter. Das heißt, wir werden hier über die nächsten vermutlich bis zu 18 Monaten Vertragsverhandlungen sehen, in denen dann auch die Details ausgearbeitet werden. Nichtsdestotrotz, das Signal, was jetzt auch direkt heute und vor allem jetzt auch direkt vor Start des NATO-Gipfels in Ankara gesendet wurde, ist ganz klar, dass wir hier eine deutlich ausgebaute Partnerschaft, sowohl wirtschaftlich als auch militärisch und politisch zwischen Deutschland und Kanada. Und es gibt ja noch einen dritten Partner hier, Norwegen. Also in dieser trinationalen Zusammenarbeit stattfinden wird. Ich will noch mal ein schönes Zitat mit reinwerfen. Das hat der Außenminister gesagt, Johann Wadephul. Gemeinsam machen wir den Atlantik kleiner. Und deshalb noch mal stärker auf das Militärische blicken. Was bedeutet dieser geplante Auftrag für die gemeinsame Abschreckung im Bündnis und die Stärkung des transatlantischen Bündnisses. Ja, ich hatte es ja kurz gesagt, also es sind baugleiche U-Boote auch bereits beauftragt aus Norwegen und aus Deutschland. Wenn es dann auch der Auftrag aus Kanada mit dazu kommt, dann haben wir am Ende rund 24 baugleiche U-Boote, die eben dann im Nordatlantik gemeinsam interoperabel auch unterwegs sein können. Und das stärkt natürlich hier auch die transatlantische Zusammenarbeit und auch die Sicherheitsabdeckung im Nordatlantik. Jetzt sind Sie Rüstungsexperte, aber wir sind ja hier in der NTV-Wirtschaft. Deshalb auch mal die Frage, was das für die deutsche Rüstungsindustrie insgesamt heißt. Der Branchenriese Rheinmetall hat ja zuletzt trotz sehr guter Auftragszahlen bei den Aktionären eher Zurückhaltung ausgelöst. Glauben Sie, dass so ein Signal, so ein dicker Milliardendeal, ein großes Signal an die Rüstungsbranche aussendet und damit auch an die Märkte? Also auf jeden Fall ist es ein klares Signal, dass unsere deutschen Produkte hier auch international sich im Wettbewerb durchsetzen können. Und jetzt sprechen alle natürlich nur über den Hauptauftragnehmer, die TKMS. Aber wir haben hier natürlich über Gesamtdeutschland, auch Gesamteuropa ein sehr verzweigtes Netzwerk an Lieferketten-Teilnehmern. Und es sind viele kleine Betriebe, Mittelständler, die jetzt natürlich alle auch von so einem Großauftrag profitieren werden. Und das wird denen auch in den nächsten Jahrzehnten die Auftragsbücher absichern. Der Canada-Deal zeigt, Rüstung bleibt ein Wachstumsmarkt. Doch nach Monaten mit kräftigen Kursgewinnen bei Rüstungs- und auch bei KI-Aktien stellt sich für Anlegerinnen und Anleger die Frage, ob diese Themen jetzt schon ausgereizt sind und wohin die Reise stattdessen gehen könnte. Darüber hat Nancy Lanzendörfer mit Chris Oliver Schickentanz gesprochen, Chefanlagestratege bei der Kapitel Vermögensmanagement. In der Rüstungsbranche, vor ein paar Wochen hätte ich Sie noch gefragt, ob die Branche out ist, wenn wir uns die Kursverluste zuletzt angesehen haben. Aber kann man nicht wirklich sagen, ne? Nicht wirklich. Ich glaube, der Megatrend Aufrüstung ist jetzt in eine zweite Phase gegangen. Zwei wesentliche Dinge haben sich verändert. Bis zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs war die Rüstungsindustrie das Schmuddelkind an den Finanzmärkten. Viele Großanleger haben einen großen Bogen um die Branche gemacht. Das hat sich über die letzten drei Jahre deutlich relativiert. Das heißt, dieser Nachholbedarf bei den großen institutionellen Anlegern, der ist jetzt erst mal gedeckt. Dadurch haben wir jetzt nicht mehr diese spürbare Sonderkonjunktur, dass immer noch mehr Rüstungsaktien nachgefragt werden. Und zum Zweiten sehen wir auch, dass die Auftragseingänge jetzt da sind, dass also das Wachstum tatsächlich in den Auftragsbüchern angekommen ist. Und jetzt ist sozusagen das große Problem, schaffen es die Rüstungskonzerne schnell ihre Produktionskapazitäten hochzubekommen, um diese Aufträge auch abzuarbeiten. Das führt zu etwas mehr Volatilität, aber wie gesagt, der Megatrend ist intakt. Da fällt mir spontan Rheinmetall ein. Die DAX-Aktie hat sich zwischenzeitlich vom Hoch halbiert, hat aber volle Auftragsbücher. Wie könnte es hier weitergehen? Ich glaube, Rheinmetall ist tatsächlich so ein Musterbeispiel für die Rüstungsindustrie. Rheinmetall hatte relativ schwache Q1-Zahlen, weil man es eben nicht in dem Tempo geschafft hat, Produktionskapazitäten aufzustocken. Ich glaube aber, das ist nur eine Frage der Zeit. Von daher glaube ich, dass die Aktie auf dem aktuellen Niveau durchaus Potenzial hat. Und wir müssen natürlich über TKMS sprechen. Wir haben es gerade schon gehört, also da der größte Auftrag der Firmengeschichte, wenn das alles so durchgeht. Mit den U-Booten für die Kanadier, ist aber nicht nur wichtig, würde ich behaupten, für das Unternehmen an sich selbst, oder? Nein, es ist, glaube ich, ein Zeichen, dass sich auch in der Rüstungsindustrie Dinge verändern. Früher ist viel Geld in die USA zu den US-amerikanischen Rüstungskonzernen geflossen. Jetzt, auch angesichts der Trump-Administration, machen sich gerade viele NATO-Mitglieder Gedanken, wie man die Abhängigkeit von den USA reduzieren kann. Das heißt, viele NATO-Mitglieder schauen eben auch wieder auf die europäischen Rüstungskonzerne. Und das ist natürlich für die heimische Industrie dann auch ein großer Vorteil. Und für TKMS an sich. Die haben ja auch vor kurzem erst Aufträge bekommen. Also da auch hohe Auftragseingang an das Thema, das wir gerade angesprochen hatten. TKMS ist ein absoluter Spezialist in seinem Bereich. Und das zahlt sich jetzt eben aus, weil diese spezifische Expertise gefragt ist, weil TKMS in der Vergangenheit auch bewiesen hat, dass es mit komplexen Aufträgen gut umgehen kann und die auch relativ terminnah dann auch ausliefern kann. Jetzt könnten wir vielleicht auch noch mal Hensholt und Drenk ansprechen. Also die ja auch im MDAX, genauso wie TKMS, Rüstungsunternehmen in Deutschland. Wie halten Sie es bei denen? Auch da ist es so, dass die grundsätzlich von diesem Trend der Aufrüstung profitieren. Ich würde sie allerdings im relativen Ranking etwas unter den beiden genannten Werten Rheinmetall und TKMS ansiedeln. Stehen Sie aktuell vor der Entscheidung, eine neue Heizung einzubauen? Dann dürfte folgende Nachricht Sie sicherlich interessieren. Wer eine neue Heizung plant, sollte sich beeilen. Die Bundesregierung kürzt die Förderung für Wärmepumpen und andere klimafreundliche Heizungen deutlich. Das geht aus einer Vorlage für den Haushaltsausschuss hervor, der am Mittwoch tagt. Bis 2030 will der Bund so rund 2,1 Milliarden Euro sparen. Der maximale Zuschuss von aktuell bis zu 21.000 Euro sinkt künftig alle sechs Monate. Je nach Einkommen am Ende auf nur noch 6.600 bis 13.200 Euro. Nur Geringverdiener unter 30.000 Euro Jahreseinkommen bekommen dieses Jahr sogar mehr als bisher. Und Familien mit Kindern profitieren von einem Bonus. Die Grünen kritisieren die Pläne scharf und sprechen von Verantwortungslosigkeit. Der Wärmepumpenhersteller Enpal sieht immerhin mehr Planungssicherheit. Betroffen ist vor allem der Gebäudebestand. Dort heilst noch mehr als die Hälfte mit Gas. Genau die Zielgruppe, die jetzt mit weniger Förderung rechnen muss. Die meisten Deutschen haben ihren Urlaub sicherlich schon geplant. Haben sie aber auch an ihr Aktiendepot gedacht? Auch hier lohnt sich vor der Urlaubszeit ein genauer Blick. Der Sommer steht vor der Tür und an der Börse beginnt damit meist die ruhigere Phase des Jahres. Für viele Anleger ist das der Moment, nochmal übers Depot zu schauen, bevor der Koffer gepackt wird. NTV-Börsenreporter Raimund Brichter hat dafür ein Bild aus einer ganz anderen Ecke des Lebens mitgebracht, nämlich vom Buffet. Hören Sie selbst. Stellen Sie sich vor, Sie stopfen sich ein All-You-Can-Eat-Buffet in zehn Minuten rein. Ihr Magen wird sich rächen, nicht sofort vielleicht, aber ziemlich sicher später. Und jetzt die Überraschung. Nicht nur Menschen können sich überfressen, auch Aktien können das. Denn an der Börse läuft gerade was ähnliches. Viele Chip- und Datenspeicheraktien, die haben sich in kurzer Zeit vervielfacht. Und jetzt kommen, naja, wie zu erwarten war, die Verdauungsprobleme. Die Kurse blähen sich auf, sacken wieder zusammen und schwanken wie ein überfüllter Magen nach einem XXL-Buffet. Ganz anders ein breit gestreutes ETF-Depot. Das ist Börsenschonkost. Langweilig? Naja, vielleicht. Keine Völlerei, keine Bauchschmerzen. Wer Monat für Monat per Sparplan investiert, gibt seinem Depot Zeit, sich gesund zu entwickeln. Ohne hektische Ausschläge. Also mein Tipp vor dem Urlaub, räumen Sie Ihrem Depot den Magen auf, nehmen Sie bei überhitzten Highflyern etwas Risiko vom Tisch und setzen Sie auf breit gestreute ETFs und auf Qualitätsaktien. Denn am schönsten ist der Urlaub doch, wenn weder Sie noch Ihr Depot mit Bauchschmerzen nach Hause kommen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.