Latest / Brichta & Bell - der Wirtschafts-Podcast / Sell in May? Kann teuer werden!
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- So, und wir schauen uns heute mal eine ganz bekannte Börsenweisheit an und stellen mal die Frage, macht das überhaupt Sinn, was da seit vielen Jahren postuliert wird? Auch wir bei NTV sprechen ja über den Satz, Raimund, sell in May and go away. In Klammern, der Satz geht eigentlich noch weiter, remember come back in September, vielleicht sprechen wir da auch noch gleich mal drüber, aber erstmal diesen Punkt. Was hat es damit auf sich? Ich meine, wir haben jetzt Mitte Mai, also jetzt verkaufen und dann irgendwann wiederkommen, hat sich das überhaupt mal ausgezahlt? Woher kommt der Spruch? Macht das Sinn? Also ich muss schon sagen, dieser Spruch begleitet mich, seit ich die Börsen beobachte. Ich finde ihn tatsächlich schon richtig, richtig langweilig. Und ich habe mich auch eigentlich gewehrt, das jetzt hier als Thema zu machen, weil es jedes Jahr, jedes Jahr kommt es vor. Und in den Medien wird es auch immer wieder aufgebracht. Aber tatsächlich hat dieser Spruch nicht so richtig viel Wirkung. Ich bin deshalb jetzt einverstanden, dass wir es machen, weil da gab es jetzt auch eine interessante Studie. Einer US-Investment-Firma Carson, die so ein paar interessante Facts zusammengetragen haben zum Thema Sell in May and Go Away, ob das wirklich klug ist und ob das tatsächlich so ist. Also es gibt wohl... Diese Börsenweisheit gibt es ja schon länger und die besagt eigentlich nur, dass die Börsenmonate Mai bis Oktober inklusive schlechter laufen als die Börsenmonate November bis April. Das mal vorweggeschickt. Okay, so schön, so gut. Das ist aber statistisch auch belegt, also das kann man aus der Vergangenheit auch so ziehen, diese Erkenntnis? Genau, das ist auch richtig und da bringt diese Studie von Carsten eben auch mal so ein paar Prozentzahlen an den Tag. Tatsächlich haben die mal verglichen über einen ganz, ganz langen Zeitraum von 1950 bis heute, wie denn diese einzelne, wie einzelne sechs Monatsperioden gelaufen sind im Jahr. Und da kommt tatsächlich raus, die von November bis April ist im Durchschnitt die beste, im Durchschnitt mit einem Plus von 7%. Im Durchschnitt seit 1950, von November bis April, 7%. Und die schlechteste ist tatsächlich die von Mai bis Oktober, aber, und jetzt kommt das große Aber, auch die ist im Durchschnitt positiv. Das heißt, seit 1950 gab es immerhin im Durchschnitt in dieser Periode auch Gewinne, und zwar im Durchschnitt von 2,1%. Das ist natürlich nicht so viel wie die 7% des Spitzenreiters November bis April, aber ist auch noch positiv. Die Frage also, ob man wirklich deswegen verkaufen sollte. Warum es dennoch, das ist vielleicht noch ein wichtiger Aspekt, warum es auch dennoch, es gibt ja auch andere Rechnungen, die besagen, wenn man tatsächlich regelmäßig das befolgt hätte, diesen Spruch, sell in May and go away und dann im September wiedergekommen wäre oder im Oktober, dann hätte man über lange Sicht doch nicht so schlecht abgeschnitten. Das liegt dann daran, mag sein, ich habe jetzt diese Studien jetzt nicht im Einzelnen vorliegen, aber das liegt tatsächlich daran, dass es eben in dieser Periode Mai bis Oktober große Ausreißer gab, große Ausreißer nach unten. Die dann quasi, wenn man die tatsächlich gehalten hätte, dann auch einem die Performance verhagelt hätten. Aber ganz wie gesagt, ganz im Durchschnitt würde ich sagen, lohnt es sich nicht, auch nach dieser Studie nicht. Und wenn man da einen Raketenschubindikator dazu nimmt, dann in der Phase ja dann auch ohnehin nicht, weil dann reden wir ja von steigenden Kursen, aber den gab es seit 1950 ja auch nur eine Handvoll, das mal ganz beiseite. Aber den gab es tatsächlich im Jahr 2025, darüber haben wir ja geredet, den Raketenschubindikator und im Jahr 2025 gab es nach diesem Schubindikator sogar eine der stärksten Sechs-Monats-Rallys der Geschichte. Auch das wird in dieser Carsten-Studie nochmal hervorgehoben. Also im letzten Jahr, da war es nicht nur unklug, das nicht gemacht zu haben, sondern es wäre tatsächlich ein fataler Fehler gewesen, aufgrund dieses Raketenschubindikators, der dann ja auch gezündet hat Ende April, diese Regel zu befolgen. Besonders im letzten Jahr war das eigentlich ein gutes Beispiel. Aber ganz kurz mal nochmal zurückgeschaut, wenn du sagst seit den 50ern, also wann ist das Ding denn quasi mal so benannt worden? Also wie viele Jahre der Statistik hat man sich da gegönnt, dass man diesen Spruch kreiert hat? Ich meine, das wirst du im Detail jetzt auch nicht wissen, weil du damals ja auch noch nicht so aktiv warst, logischerweise im jungen Alter. Aber war das auch vielleicht konjunkturell bedingt, dass zwischen Mai und September irgendwie eine ruhigere Phase war, dass sich dann auch das an der Börse niedergeschlagen hat? Also woher kommt das eigentlich? Ja, das kommt aus der Geschichte, manche sagen aus der englischen Geschichte, weil die entsprechenden Investoren in den Sommermonaten auf ihren Landsitzen waren und da auch weniger an der Börse gemacht haben. Also da gibt es verschiedene Begründungen für, die ganz weit in die Geschichte zurückgehen, also vor allen Dingen weit, weit über das Jahr oder über das Jahr 1950 hinaus in die Vergangenheit. So, jetzt gibt es aber einen Mann, der will die Geschichte umschreiben und seinen Namen möglichst dick darin platzieren. Der ist zufälligerweise auch US-Präsident geworden, hat auch sehr viel mit Zahlen und auch an der Börse früher gemacht und scheint er im Moment auch immer noch zu tun. Donald Trump, und du hast ja eben den Aufschwung von letztem Jahr erwähnt, nach dem Liberation Day kam mir dann irgendwann die Erleichterung, nachdem es dann doch nicht so schlimm kam mit den Zöllen. Kann man diesen Spruch, sell it, go away, unter Donald Trump noch so ganz ohne Probleme aussprechen? Ja, den kann man ja ohnehin nicht, wie wir gerade gesagt haben, weil eigentlich die Periode auch im Durchschnitt positiv war. Aber auch dazu hat die Carlson-Studie ein interessantes Muster herausgefunden. Die hat nämlich mal die Trump-Jahre, also auch in seiner ersten Amtszeit 2017 bis 2020, mal in einem Chart dargestellt. Und danach geht es tatsächlich in allen Trump-Regierungsjahren am Jahresanfang, zumindest so im März, April nach unten und dann wieder nach oben. Und wenn man jetzt dieses Jahr nimmt, das Jahr 2026, war das natürlich auch genau der Fall. Da ging es ja kräftig runter im März, April und dann ging es wieder nach oben und im Jahr 25 ebenfalls. Also gerade in Zeiten von Donald Trump sollte man diese Börsenregel, von der ich ohnehin nichts halte, erst recht ad acta legen. Gibt es irgendeine Börsenregel, von der du was hältst? Ja, die gibt es. Welche? Sag. Gewinne laufen lassen, Verluste realisieren. Ach, tatsächlich? Also wenn du dick im Minus bist mit irgendeinem Posten, wo du dich total verzockt hast, verkaufen, weil steuerlich absetzbar? Ja, verzockt, das ist ja immer, wie langfristig man denkt. Aber klar, irgendwann muss die eigene Erwartung, wenn man auch langfristig was erwartet, man kann auch kurzfristig Verluste aussitzen, ganz klar. Aber viele begehen tatsächlich den Fehler, dass sie Verluste aussitzen wollen. Kommt irgendwann und dann über Jahre, Jahrzehnte hinein. Irgendwann kommt es eben doch nicht, wenn sie auf Loser-Aktien setzen. Und dass sie bei Gewinn in die andere Richtung sagen, jetzt habe ich aber schon was Tolles gewonnen. Jetzt muss ich doch mal hier Gewinne mitnehmen. Ich will mal ein Beispiel sagen, gerade was das letzte anbelangt. Ich habe ja auch noch so ein Musterdepot, das ich im Internet führe, Ware-Werte-Blog. und da haben wir die Aktie von Google Alphabet drin, schon seit langem. Die hat sich ja auch sehr super entwickelt. Die hat sich ja mehr als verdoppelt verdreifacht, seitdem wir sie ins Depot gelegt haben. Und dann kamen tatsächlich auch unter den Usern mal Stimmen auf, die sagten, naja, jetzt haben wir doch so tolle Gewinne mit Google Alphabet gemacht. Lass uns doch zumindest mal wieder ein paar Aktien, nicht alles, aber ein paar Aktien verkaufen von Google. Gerade wenn sie so hoch waren, vielleicht am Jahresanfang oder so hieß es da. Und da habe ich mich aber gegen gewehrt und habe gesagt, nein, wir verkaufen in unserem Musterdepot keine einzige Google-Aktie, keine einzige Alphabet-Aktie. Habe sie quasi mit Zähnen und Klauen verteidigt und jetzt kam es gerade wieder zu diesem kräftigen Schub bei Google-Alphabet. Die ist nicht nur auf Allzeit hochgestiegen, hat sich ja super entwickelt in den letzten Monaten. Und jetzt sind natürlich auch die Userinnen und User, die mich da in diesem Ware-Werte-Blog verfolgen, happy, dass wir das nicht gemacht haben. Also das zeigt nochmal Gewinne laufen lassen, wobei ich sage, wir haben da auch in diesem Block haben wir auch Verliereraktien drin, also die seit Einstieg verloren verlieren, die wir noch nicht verkauft haben. Da setzen wir tatsächlich auf eine Trendwende, aber da gibt es für mich auch eine gute Regel. Ich gucke mir gerade, wenn ich langfristig investiere, die ganz, ganz, ganz langfristigen Trends an. Das kann man ja im Internet sehr schön, Charts einfach sich aufrufen. Und dann sieht man Aktien, die über Jahrzehnte eigentlich nur eine Richtung kennen nach oben. Ich nenne das Lurocharts. Links unten, Lu nach rechts oben, Ro. Lurocharts, das ist ein ganz toller Chart. Und auf solche Aktien konzentrieren wir uns da auch. Und da gibt es natürlich auch in diesem ganz langen Zeitraum über Jahrzehnte auch mal Phasen, in denen eine Aktie nicht so gut läuft. Und wenn man da vielleicht mal ungünstiger Einstieg, einen Einstiegszeitpunkt gewählt hat, und das geht ja immer um den Einstieg, dann kann man da auch mal Verluste haben, auch Verlustjahre von mir aus. Aber, und dann gucke ich wieder auf diesen Chart, solange dieser Aufwärtstrend intakt ist, sage ich auch, geben wir die Aktie nicht ab, setzen wir die Verluste aus. Erst wenn dieser Trend gebrochen wird, dann verkaufen wir auch. Das hat sich in den letzten Jahren auch als recht erfolgreich erwiesen. Ich habe gerade mal vor kurzem erst eine Übersicht gemacht, wie es denn gewesen ist mit den Aktien, die wir tatsächlich verkauft haben, weil sie diesen langfristigen Trend gebrochen haben. Die meisten von ihnen, die meisten haben tatsächlich danach nichts mehr gebracht, also keine Performance gehabt, die haben wir zu Recht abgestoßen. Es gibt natürlich zwei, drei Ausnahmefälle, aber das ist immer so, aber die meisten, bei den meisten Aktien hat das hingehauen. Also schaut dann auf sowas eher als auf euer persönliches Depot und sagt, naja gut, jetzt bin ich zwar vielleicht 10% im Minus. Da muss man gut überlegen, ist der Trend noch intakt oder nicht und man muss vor allen Dingen überlegen, auf welche Frist ich investiere. Wenn ich kurzfristig investiere, da muss ich natürlich immer gewähr bei Fuß stehen und gucken, okay, jetzt ist mein kurzfristiges Ziel nicht erreicht, dann muss ich kurzfristiger abstoßen, aber längerfristig auf jeden Fall investieren. Kann man auch ein paar Verlustphasen durchstehen, aber nicht, oder ein paar auch Seitwärtsphasen, aber nicht so, wie ich das auf meinen Vorträgen oft erlebe. Da kommen mir die Leute an und die sagen, oh, guck mal, Herr Brichter, was halten Sie von der oder jener Aktie? Und ich habe doch zum Beispiel eine, früher ist es ja Daimler, jetzt heißt es eine Mercedes-Aktie oder Lufthansa-Aktie im Depot. Solche Aktien, sorry, die bringen langfristig überhaupt nichts, wenn man die langfristig hält, die gehen hoch und runter, die kann man kurzfristig traden, aber nicht langfristig halten. Da ist es auf keinen Fall sinnvoll, auch Verluste längerfristig auszusitzen. Warum nicht? Ja, weil es eben nichts bringt. Also die haben dann quasi, sitzen immer noch auf Verlusten und denken, muss doch irgendwann kommen, muss doch irgendwann kommen. Aber ist nicht. Vor allem, wenn sie auch noch ungünstig eingestiegen sind, vielleicht auf dem Hochpunkt. Ja, ja, okay, das ist immer das Problem. Aber es ist ja total spannend, was du sagst. Woher weißt du denn, dass ein Trend vorbei ist oder dass es eben nicht nur eine Schwächephase ist? Also über welchen Zeitraum beurteilst du das? Richtig, also ich gucke mir die Charts an und dann schaue ich mir eben diese ganz langfristigen Trends an. Dann muss man gucken, da gibt es so Trendlinien. Wir sind halt jetzt hier nicht im Fernsehen und haben auch kein Video, wo ich das schön zeigen könnte, muss sich jeder vorstellen. Und da kann man Linien an die unteren Wendepunkte anlegen oft. Es gibt markante untere Wendepunkte und da legt man einen Trend an. Das heißt, ein unterer Wendepunkt muss immer über dem vorangegangenen unteren Wendepunkt liegen. Du weißt, was ich meine. Kannst du dir das vorstellen? Muss höher sein. Und wenn die unteren Wendepunkte steigen, ergibt sich daraus ein langfristiger Aufwärtstrend. Und den kann man verbinden. Den über Jahrzehnte hinweg und wenn dieser Trend gebrochen wird, ist das zumindest ein Zeichen, dass sich bei so einer Aktie auch fundamental was tut, was ich vielleicht gar nicht weiß, weil ich die Nachrichten nicht gehört und gelesen habe. Und dann sage ich mal, okay, auch da muss man erstmal den Trend nicht sofort nach dem ersten Bruch und dann muss man gucken, gibt es die Möglichkeit, dass wieder in den Trend reinkommen und sowas. Da muss man schon ein bisschen Geduld haben. Es geht ja auch hier um langfristige Trends, wartet man mal ein bisschen ab. Aber sollte es tatsächlich innerhalb eines Zeitraums von mehreren Monaten, ein halbes Jahr vielleicht, nicht gelingen, diesen Trend wieder zu erreichen, dann kann man sich von dieser Aktie aus meiner Sicht getrost verabschieden, wenn man langfristig investiert ist. Ja, wenn man langfristig investiert ist, sagst du ja ohnehin, ETF-Sparplan und Tschüss, Einzelaktien gar nicht so interessant? Genau. Und bei solchen ETFs, also bei solchen Indizes, die ETFs legen ja in Indizes an, kann man das ja ganz gut sehen. Der DAX hat einen schönen Aufwärtstrend über die lange Sicht, die amerikanischen Börsen auch, der MSCI World, der Weltindex ebenfalls. Ist übrigens ein interessanter Punkt nur ganz am Rande, wenn wir jetzt. Das Thema Sell in May and Go Way noch nicht abgehackt haben, ich habe da nämlich auch einen Punkt, den ich ansprechen will, aber wir sind jetzt beim DAX, ist auch interessant wir sind ja bei rund, 25.000 Punkten im DAX, rund wir haben die am Jahresanfang erreicht, diese Marke dann wieder unterboten, jetzt war sie in der vorvergangene Woche wieder mal erreicht worden. Und deswegen gucke ich zu solchen Tagen immer mal gerne darauf, ja, du kennst ja mein langfristiges Ziel, wie ist es denn, kann der DAX nicht auch 50.000 Punkte erreichen? 50.000 Punkte? Warum nicht? Da sagen ja viele, oh, ganz schwierig, schwierig, das ist ja eine Verdoppelung des jetzigen Preises ungefähr. Ja, da ist ja noch, die Hälfte des Weges erst zurückgelegt. Was würdest du sagen, wenn ich hier sage, es ist mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt? Klar, 25.000 bis 50.000 kann man sagen. Es ist 25.000 die Hälfte. Richtig? Könnte man sagen. Ja, ja. Du hast es schon mal angedeutet, dass es schon mehr als die Hälfte ist. Erklär nochmal. Genau. Es ist mehr als die Hälfte. Haben wir darüber schon gesprochen? Dann lassen wir das. Ja, ja. Du hast es schon mal erwähnt, aber es ist schon wieder ein paar Monate her. Deswegen. Also, wir müssen auf der Börse natürlich nicht auf die absoluten Zahlen gucken, sondern auf die prözentualen Anstiege. Absolut, völlig richtig, ist es von 25.000 bis 50.000 eine Verdoppelung. Ist auch der halbe Weg erst. Prozentual dagegen musst du überlegen, der DAX hat ja bei ungefähr 1000 Punkten begonnen. Jetzt ist er bei 25.000. Da hat er sich also schon 25-facht. Wenn ich richtig rechne, ist das eine Steigerung von 2400%. 2400% seit den 1000 Punkten im Start. In den paar Jahrzehnten, die er da hat auf dem Buckel. Zu diesen 2.400 Prozent müssten jetzt, wenn er sich von 25.000 auf 50.000 verdoppelt, wie viel Prozent dazukommen? 100. Also der DAX hat schon 2.400 Prozent plus gemacht und muss jetzt noch 100 Prozent schaffen, nämlich von 25.000 auf 50.000, um die 50.000 zu erreichen. Frage, ist das erreichbar? Ist das machbar, wenn er schon 2.400 Prozent gemacht hat? Der Weg ist viel kleiner, als es den Anschein hat, oh halber Weg. Nein, es sind schon über 80% des Weges zurückgelegt auf die 50.000 im DAX. Nur die meisten verkennen das, wenn sie eben auf diese absoluten Zahlen gucken. Der DAX hat schon richtig gut performt, 2400% und müsste jetzt noch 100% machen, um auf die 50.000 zu kommen. Also das ist machbar, wie lange kann ich auch nicht sagen, aber du weißt ja, zum Wechsel des Jahrzehnts halte ich das durchaus noch für möglich. Ich habe mal in die Vergangenheit geguckt und DAX hat, es gibt Jahre, Jahrzehnte, da hat der DAX mehr als 10 Jahre gebraucht, mal 16 Jahre sogar dafür für eine Verdoppelung, aber er hat auch nur mal 5 Jahre gebraucht. Und dann sind wir schon ungefähr beim Jahrzehntwechsel. Und wenn ich mir dann den amerikanischen S&P 500 angucke, der hat sogar mal eine Verdoppelung innerhalb von drei Jahren geschafft. Also... Soll heißen, die 50.000 sind näher als viele von euch da draußen und vielleicht auch du, Etienne, denke. Love it, Raimund. Ich liebe deine Prognosen und deine Erläuterungen. Trotzdem hast du aber noch einen Punkt, den du erwähnen wolltest zu Send a Man Go Away. Genau, das war nämlich noch ein Punkt aus dieser Carsten-Studie. Also zwei Punkte sind es konkret. Da haben sie nämlich auch herausgefunden, die haben sich nur mal die letzten zehn Jahre angeguckt und da war es sogar so, dass 90 Prozent der Fälle positive Mai bis Oktober Halbjahresrenditen hatten. Also in 90 Prozent der Fälle war es positiv, nur in einem Fall nicht, nämlich im Jahr 2022. Kennen wir alle dieses Jahr, war ein schlechtes Börsenjahr. Übrigens von uns gut navigiert, glaube ich. Am Jahresanfang haben wir 2022 gesagt, wegen der steigenden Zinsen und der Eindämmung der Geldmengenausweitung. Rechnen wir mit fallenden Kursen, das kam ja dann auch so, dann kam auch der Ukraine-Krieg dazu, Energiekrise und so weiter. Also da gab es einen Rückgang im US-Index von 6%. Es war das einzige Jahr in der vergangenen 10-Jahres-Periode, wo es tatsächlich einen Verlust gab in der Periode Mai bis Oktober. Und seit dem Jahr 2016 also. So, und das Zweite, was ich noch sagen wollte aus dieser Studie, war, das Interessante, was die herausgefunden haben, war, dass der Jahresstart entscheidend ist. Nämlich, wenn das Jahr positiv beginnt, sagt Carlson, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch die Sechsmonatsperiode Mai bis Oktober positiv läuft. Ja, haben sie da auch Berechnungen zugemacht. Finde ich recht interessant, denn in diesem Jahr war der Jahresstart ja positiv. Zwar nur leicht, gehen wir mal jetzt auf den DAX. Die S&P-Zahlen habe ich jetzt hier nicht verfügbar. Aber der DAX, der hat zwar im Januar nur ganz leicht dazugelegt, aber im Februar dann 3%. Also insgesamt, ich würde sagen, war es ein positiver Jahresstart. Sodass wir auch beim DAX vielleicht über diese Periode Mai bis Oktober uns keine allzu großen Sorgen machen müssen. Können wir natürlich, denn wir wissen da auch andererseits, ich habe ja auch gesagt, ich rechne mit mindestens zwei größeren Korrekturen. Und die erste hatten wir ja, die erste im April. Und ja, die zweite könnte vielleicht kommen. Vielleicht aber erst ein bisschen später. Warten wir es mal ab. Wir müssen vor allen Dingen gucken, wie weit auch der Index bis dahin noch steigt. Also, um es abzuschließen, vergesst Sell in May and Go Away. Was ihr nicht vergessen müsst, don't remember to come back in September, also im September kann man durchaus generell auch über die langfristigen Betrachtung durchaus gute Zeitpunkte, um vielleicht immer wieder mal Geld, das man zusätzlich hat, zu investieren, wenn man nicht meine, mein Rat befolgt, Sparpläne zu machen. Ein Sparplan ist klar, da macht man jeden Monat einen festen Betrag. Wenn man immer noch mal zusätzlich was einsetzen kann, dann kann es gut sein, das im Herbst zu tun. Weil? Weil es dann oft so ist, dass dort günstige Einstiegszeitpunkte winken. Auch da gibt es ja Beispiele aus den letzten Jahren. Gerade wenn wir das Beispiel das Jahr 2022 nehmen, da hatten wir auch eine Folge dazu, glaube ich, im Oktober gehabt, Wo die Stimmung ganz schlecht war überall und da gingen die Kurse ja auch nochmal auf ein Jahrestief damals des Jahres 2022, aber das war dann im Nachhinein betrachtet tatsächlich der Wendepunkt und seitdem ging es dann kräftig nach oben. Gerade so im Oktober gibt es oft Wendepunkte. Selbst in der Finanzkrise des Jahres 2008 war das so, Lehman-Pleite, da fielen die Indizes auf Tiefststände im Oktober, haben sich dann kräftig erholt. Dann ging es zwar Jahresanfang 2009 nochmal nach unten, aber gerade wenn ich den amerikanischen Markt beobachte, das habe ich gut in Erinnerung, der Index dort fiel nur nochmal auf das T vom Oktober zurück. Trete dann wieder hoch. Also war ein astreines Doppeltief und der Oktober wäre auch ein guter Zeitpunkt gewesen. Man hätte zwar ein bisschen dann Nerven gehabt oder Nerven flattern, weil es dann im Jahresanfang nochmal die Gewinne, die bis dahin erzielt wurden, weil die wieder auf Null zusammengeschrumpft sind. Aber trotzdem, das muss, bei Börsen ist das immer so, richtig ins Minus wäre man dann nicht mehr gekommen. Also das ist ja dann doch so ein bisschen, dass dieser zweite Teil des Satzes, Remember, Comeback in September oder in dem Fall vielleicht eher Oktober, dass da dann doch was Wahres dran ist, oder? Ja, das sagte ich ja. Das sollte man aber nicht so verstehen, dass man jetzt im Mai verkaufen sollte, um dann im September, also im Mai alles raus. Genau, man muss das im Prinzip bloßlösen. Ich sagte einfach, ja, für Neueinstiege ist das Jahresende, der Herbst, oft ein guter Zeitpunkt. August, September sind traditionell schwache Börsenmonate und die stärksten Einbrüche gab es dann im Oktober. Auch beim 87er Crash zum Beispiel oder beim Oktober Crash 1929, ja. Aber wie gesagt, schon differenziert betrachtet. So, wo stehen wir jetzt im Moment, Raimund? Wir haben jetzt den DAX, du hast es erwähnt, wieder bei der 25.000 plus minus. Minus noch ein bisschen, nicht wieder 25.000 erreicht, aber wir hatten es ja vor ein paar Tagen. Genau, also da sind wir wieder erstaunlich gut unterwegs, dafür, dass wir eigentlich immer noch so ein schwelenden Krieg haben da in der Ost? Genau. Der DAX ist leicht im Minus noch seit Jahresanfang, aber weniger als ein Prozent nur. Aber auch da guckt man eben nicht nur auf den DAX, guckt auf andere Indizes, die auch seit Jahresanfang deutlich im Plus liegen. Ich verweise wieder auch auf den MSCI Weltindex, auf den japanischen Index, auf den Nikkei, aber auch auf den S&P 500 natürlich, auf den Nasdaq sowieso. Die sind alle deutlich ein Plus und die sind sogar auch deutlich ein Plus, wenn man, Währung um Währungsschwankungen bereinigt. Das heißt, es gab ja immer dieses Narrativ, der Dollar ist out und wir müssen uns von den USA verabschieden. Ja, der Dollar ist ein bisschen schwächer geworden, aber auch währungsbereinigt sind diese Aktienmärkte in den USA in diesem Jahr deutlich besser gelaufen als der DAX. So, und da hatten wir letzte Woche noch eine spannende Story irgendwie. Ein totgeglaubtes Unternehmen ist plötzlich totaler Kaufinteressent für ein großes Unternehmen. GameStop will Ebay kaufen. Die Überschrift hatten wir letzte Woche. GameStop, kennen wir noch irgendwie, das war ja eigentlich quasi fast schon weg vom Fenster. Da gab es diese Zockerei im Netz, die die Aktie dann hochgejazzt haben. Was ist da los? Und vor allem, wie ist es ausgegangen, Reimund? Naja, ausgehangen ist es noch gar nicht, aber das Angebot, GameStop will Ebay übernehmen, das war absurd. Das habe ich da auch letzte Woche schon, glaube ich, in einem Kommentar im Fernsehen so gesagt. Das ist größenwahnsinnig, dieser GameStop-Chef Cohen. Er hat zwar auch vorgerechnet, wie er so ein Übernahmeangebot stemmen kann, weil eBay ist viel größer, die Firma, als GameStop. Ich erinnere mich mal, GameStop ist ein, ich sag mal, locker ein abgehalftertes, wie soll ich sagen, Unternehmen, das im Videospielebereich tätig ist, auch mit Geschäften, also ganz herkömmlich, wo man sich Videospiele früher leihen konnte oder auch kaufen konnte. Also das ist keine Zukunft und er versucht halt immer wieder, dieser Cohen ein bisschen Fantasie in die Aktie zu bringen und dann hat er eben dieses Übernahmeangebot da lanciert für Ebay, diesen viel bedeutend größer als GameStop und er kann es rein theoretisch finanzieren. Er hat gesagt, wir haben viel Cash, Milliarden Cash haben sie, ja, die haben Milliarden Cash. Ja, aber woher haben die das denn, wenn es dann nicht mehr ist? Ja, das haben sie noch auf der hohen Kante liegen von früher. Ach, wie angenehm. Genau, ja, ja, das haben sie noch. Deswegen fällt ja die Aktie auch nicht auf Null, ist ja gut. Sie wird ja gehalten dadurch einfach, dass sie noch ein bisschen Geld in der Kasse haben, sagen wir es mal so. Aber es ist keine Fantasie, da kein Geschäftsmodell und nach dem sucht er eben jetzt. Und dann sagt er, okay, wir haben Cash, wir haben eine Kreditlinie von, was weiß ich, 20 Milliarden und dann den Rest wird man damit eigenen Aktien bezahlen. Indem er eigene Aktien ausgibt, GameStop. Das hat er jetzt auch. Wir zeichnen, das sage ich wieder mal für diejenigen, die den Podcast hören. Ich weiß nicht, wann er veröffentlicht wird, aber wir zeichnen ihn am Dienstag auf und gerade jetzt hat GameStop nochmal gesagt, ja, wir... Wir werden eine Kapitalerhöhung machen für dieses Übernahmenangebot um mehr als das Doppelte. Also die haben jetzt eine Milliarde Aktien ausstehen und wollen insgesamt nachher zweieinhalb Milliarden ausstehen haben, also 1,5 Milliarden Aktien dazu. Also das heißt auch die gegenwärtigen Aktienkurse werden damit total verwässert. Aus einer Milliarde werden plötzlich zweieinhalb Milliarden Aktien. Außerdem hat Ebay, das war auch zu erwarten, das Angebot als weder glaubwürdig noch attraktiv abgelehnt. Kein Wunder, das ist einfach absurd. Und vor allen Dingen, er hat dann ja auch groß gesagt, der Herr Kohn, was er mit dem gesamten Unternehmen dann machen will, aber er sagt, er will es auf neue Ebenen heben. Aber das war nur geschwurbelnd, da war nichts Konkretes dabei. Ja, Konkurrenz zu Amazon und so. Ja, Konkurrenz zu Amazon, musst du dir mal vorstellen. Ein abgehalfterer Videospielehändler. Mit einem Internethändler, eBay, der auch schon seine besten Jahre hinter sich hat, obwohl die Aktie in letzter Zeit auch wieder ein bisschen Fahrt aufgenommen hat von eBay. Ja, und auch das übrigens, interessant, warum jetzt dieses Angebot? Er hätte eBay vor zwei, drei Jahren Jahren um die Hälfte billiger haben können. Die Aktie hat sich ja auch von Ebay inzwischen schon wieder verdoppelt, also vor dem Angebot. Also warum jetzt dieses Angebot? Also das sollte tatsächlich nur vielleicht wieder ein bisschen Fantasie reinbringen, aber in seinem eigenen Kurs hat es nicht Fantasie reingebracht, groß. GameStop ist ungefähr da, wo es auch vorher war. Die Ebay-Aktie war kurzfristig gestiegen, ist aber auch wieder gefallen. Also solche Angebote muss man immer mit großer, großer vorsichtigen. Also das heißt Strich drunter, oder könnten wir da doch nochmal was hören? Strich drunter, wenn ihr immer wieder was hört, macht einfach nichts draus aus sowas. Und schätzt es auch richtig gut ein, wenn so ein Unternehmen... Ich will ihm keine unlauteren Dinge unterstellen, aber wenn der sowas lanciert und auch kein Butter bei die Fische bringt. Also hätte er gesagt, tatsächlich, ich habe ein Konzept. Aber was hat er denn gesagt? Wir können GameStop-Filialen als Annahmestellen für eBay einrichten. Ja gut, kann er machen, ist ja auch nicht schlecht vielleicht. Aber ist das ein Konzept, was ihn auf eine Ebene von Amazon heben könnte, wie er es behauptet hat? Schwierig. Also Amazon hat ja auch mal so ein paar Filialen irgendwo eröffnet, da haben wir die auch wieder eingestellt. Also von daher, nein, vergesst es einfach. Ja, und es interessiert uns immer, was ihr dazu denkt, zu diesen Themen. Und da kennt ihr unsere E-Mail-Adressen, wir haben ja sogar zwei mittlerweile. Brichter-und-bell-at-ntv.de und at gmail.com. Und natürlich auch nochmal der Hinweis, abonniert uns gerne, empfiehlt euren Freunden vielleicht auch unseren Podcast oder schreibt vielleicht mal eine Bewertung, einen Kommentar. Freuen wir uns immer drüber. Hilft uns sehr. So ist es. Mach's gut. Bis nächste Woche. Ciao, ciao.