Latest / Die ProduktivitätsMacher / Produktivitätsorientierte Führung
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- riverside edit harald & jürgen — take 04 studio von jürgen l: Die Produktivitätsmacher. Ein Podcast von Jürgen Lieser und Harald Reich. Produktivität lässt sich nicht an ein Dashboard delegieren. Entscheidend ist, wie Führungskräfte Ziele übersetzen, Abweichungen ansprechen und Hindernisse beseitigen. In Folge 3 geht es produktivitätsorientierte Führung. Nicht als Druck, sondern als Kombination aus Klarheit, Verantwortung, Wertschätzung und konsequenter Problemlösung. Was ich oft in meiner täglichen Praxis beobachte, ist, dass insbesondere Führungskräfte bei kleinen und mittelständischen Unternehmen eine hohe Verantwortung für Qualität und Liefertermin zeigen, dabei jedoch weniger auf den Ressourceneinsatz fokussieren, was beispielsweise zu zusätzlichen Schichten führt. Die Führungskraft ist also in einem Spannungsfeld zwischen Qualität, Lieferung und Kosten bzw. Produktivität. Ja, wir haben ja auch in der letzten Folge gesagt, Zahlen verändern noch nichts. Aber was macht dann produktivitätsorientierte Führung wirklich aus? Für mich beginnt sie mit Klarheit. Eine Führungskraft muss sagen können, was ist unser Ziel, wo stehen wir, welche Abweichung ist relevant und wer kümmert sich bis wann die Ursache. Das klingt banal, wird im Alltag aber erstaunlich oft verwässert. Ja, manche hören bei produktivitätsorientiert ja sofort Mehr Druck auf Mitarbeitende. ist ein Missverständnis. Wenn Produktivität nur über Druck entsteht, dann ist sie selten nachhaltig. Gute Führung schaut zuerst auf das System. Sind Prioritäten klar? Ist Material verfügbar? Funktionieren Prozesse und Standards? Sind Qualifikation und Kapazität passend? Und können Mitarbeitende Probleme sichtbar machen, ohne dafür bestraft zu werden? So, Ergebnisorientierung plus Problemlösung. Genau. Und Wertschätzung gehört ausdrücklich dazu. Wertschätzung heißt aber nicht, Abweichungen nicht anzusprechen. Im Gegenteil. Menschen verdienen Klarheit. Eine gute Führungskraft trennt Personen und Probleme. Sie sagt, Ziel war X, erreicht haben wir Y, was hat uns gehindert und was ändern wir? Welche Rolle spielt dabei die Führungskaskade? Eine sehr große. Produktivität darf nicht nur Thema des Werkleiters oder der Geschäftsführung sein. Jede Führungsebene braucht einen überauschaubaren Verantwortungsbereich und passende Ziele. Der Teamleiter muss wissen, welchen Beitrag sein Team leistet. Der Bereichsleiter muss erkennen, wo Unterstützung oder Eskalation notwendig ist. Wenn jede Ebene nur nach oben berichtet, haben wir noch kein Führungssystem. Das ist richtig. Führung bedeutet nicht, Zahlen weiter zu reichen. Führung bedeutet, Entscheidungen zu treffen und Hindernisse zu beseitigen. Deshalb brauchen wir feste Routinen, kurze, regelmäßige Shopflohrunden, klare Verantwortlichkeiten und Nachverfolgung. Würdest du einer Führungskraft empfehlen, die sagt, ich möchte morgen damit anfangen? Drei Dinge. 1. Ein klares Produktivitätsziel für den eigenen Bereich. 2. Jeden Tag die größte relevante Abweichung benennen. 3. Nicht 10 Maßnahmen gleichzeitig starten, sondern die wichtigste Ursache mit Verantwortlichem und Termin bearbeiten. Das klingt bewusst einfach. Einfach ist gut, solange es konsequent ist. Viele Organisationen scheitern nicht am fehlenden Wissen, sondern am fehlenden Konsequenz. Maßnahmen werden nicht bearbeitet. Termine werden verschoben, dieselbe Störung taucht nächste Woche wieder auf. Und wie verhindert man dabei Mikromanagement? Indem die Führungskraft nicht jede Lösung vorgibt. Sie definiert Ziel und Rahmen, stellt gute Fragen und sorgt für Ressourcen. Die Problemlösung sollte möglichst dort stattfinden, wo das Wissen sitzt. Verantwortung wächst, wenn Teams Lösungen mitentwickeln. Damit sind wir schon sehr nah am Shopfloor. Ja, Shopfloor-Management ist die Bühne, auf der produktivitätsorientierte Führung täglich sichtbar wird. Dort treffen Kennzahlen, Menschen, Probleme und Entscheidungen zusammen. Da nehmen wir als Kerngedanken mit, produktivitätsorientierte Führung ist weder Kontrolle der Kontrolle willen noch ein Motivationsprogramm. Sondern ein verlässlicher Rhythmus aus Zielklarheit, Transparenz, Verantwortung und Unterstützung. In der nächsten Folge 4 schauen wir uns an, wie dieser Rhythmus am Shopfloor praktisch funktioniert und warum ein Board allein noch kein Shopfloor-Management ist. Kernaussagen von dieser Folge. Produktivitätsorientierte Führung verbindet klare Ziele und konsequente Abweichungsbearbeitung mit Wertschätzung. Die Führungskraft schafft Transparenz, fordert Verantwortung ein und beseitigt Hindernisse, statt nur Zahlen weiterzureichen. Die Produktivitätsmacher, ein Podcast von Jürgen Lieser und Harald Reich.