Latest / BZ am Ohr / Bühnenliebe: Zauberkünstler Willi Auerbach hat im Europa-Park seine große Liebe kennengelernt
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- Herzlich willkommen bei BZ am Ohr. Schön, dass ihr dabei seid. Mein Name ist Lisa Böttinger und bei mir sitzt heute Willi Auerbach. Willi ist Zauberkünstler und Großillusionist aus Waldkirch. Mit seinen Shows verzaubert er Menschen weltweit. Selbst wurde er auch schon mal richtig verzaubert, und zwar im Europapark, von seiner großen Liebe. Herzlich willkommen, Willi. Schön, dass du da bist. Freut mich super, dass du es zu uns geschafft hast. Hallo Lisa, ich bin total froh, dass ich heute bei euch sein darf. Ja, cool. Sag mal, Willi, ich habe es gerade schon ein bisschen angeteasert und ich glaube, jeder von uns hat beim Thema Europapark so eine irgendeine spezielle Geschichte, an die er denkt. Was ist deine Geschichte? Was verbindest du damit? Also ich habe eine ganz besondere Geschichte mit dem Europapark, weil ich da meine große Liebe kennengelernt habe und zwar meine Frau Elena. Sie hat damals im Europapark als Showgirl im Varité gearbeitet, im Showballett und ein Zauberkünstlerkollege von mir, der hatte damals auch gerade im Europapark in der gleichen Show sozusagen gearbeitet und den wollte ich besuchen und so kam das, dass ich dann meine Frau dort kennengelernt habe, im Europapark. Und heute steht ihr ja gemeinsam auf der Bühne, also Elena mit ihrer Dance-Performance-Gruppe, Provocation Dance. Wie ist es so als Show-Business-Paar, sag ich mal? Also ihr habt ja, ihr bringt ja eure beiden Leidenschaften da zusammen, sie für den Tanz und du für die Show und man ist ja aber irgendwie ständig zusammen und man muss ständig performen und man hat nie frei voneinander so. Also wie funktioniert das? Läuft es seit eurem Treffen irgendwie rund oder gibt es da auch mal Zwischenfälle? Eigentlich läuft es sehr gut. Ich meine, wir haben ja beide das Glück, dass wir beide Künstler sind und dadurch irgendwie beide ähnliche Arbeitszeiten und ähnliche Bedürfnisse haben. Also ich glaube, für mich wäre es wahrscheinlich viel schwieriger, mit einer Buchhalterin oder einer Steuerberaterin zusammen zu sein, die halt irgendwie einen 9-to-8-Job oder 9-to-5-Job hat und da eben jeden Tag irgendwie geregelten Lebenslauf nachgeht. Und dadurch, dass wir halt beide irgendwie als Künstler unterwegs sind, ergänzt sich das in vielerlei Hinsicht sehr gut. Okay, und habt ihr dann auch gleich zusammengefunden, als ihr ein Paar geworden seid? War das gleich klar, dass ihr sozusagen auch zusammen auf die Bühne wollt oder war das ein Prozess? Also das war ein Prozess, der sich natürlich mit der Zeit so ein bisschen entwickelt hat, wobei es schon immer von Anfang an irgendwie klar war, dass wenn wir zusammenarbeiten, dass wir da auch irgendwie zusammen gestalten und zusammen irgendwie neue Ideen entwickeln. Und das hat sich dann auch relativ früh schon so entwickelt, dass wir da in vielerlei Hinsicht zusammengearbeitet haben. Und du hast ja noch einen anderen kleinen Überschneidungspunkt mit dem Europapark und zwar hast du mal deine Diplomarbeit dort geschrieben. Du bist ja eigentlich Medieningenieur gelernter. Die war über die Bluefire. Was schreibt man denn für eine Diplomarbeit über die Bluefire? Kannst du das mal kurz erklären? Genau, das war vor vielen Jahren, als damals die Blue Fire eröffnet wurde. Da habe ich im Rahmen eines Studiums sozusagen die Diplomarbeit dort geschrieben und das Thema war eben ein Marketing Event zu inszenieren, wo dann auch Kunden, die potenziell diese Achterbahn kaufen könnten, in den Europapark kommen und diese Eröffnung miterleben und da eben ein Marketing Event draus zu gestalten für diese Eröffnungsfeier. Okay und hast du auch so, also reizt dich so Und eine Achterbahn auch persönlich? Oder ist das für dich, also du hast ja dann auch einen technischen Aspekt. Ja, genau. Also ich liebe Achterbahn. Also der technische Aspekt vielleicht gar nicht so sehr, aber ich mag einfach den Adrenalinkick und finde alles, was mit Achterbahn und schnellen Bewegungen zu tun hat, sehr spannend. Also so der gewisse Thrill, oder? Weil ich habe eine Show von dir gesehen, eine Zaubershow, und da ist schon auch dieser Thrill ja krass mit drin. Also wenn man andere Zaubershows kennt, ich dachte da beispielsweise an Alexander Christ oder so in München, Also auch große Namen in Deutschland. Das ist sehr viel, ja, wie soll ich sagen, konzentrierter. Nicht, dass du unkonzentriert wärst, aber es ist irgendwie stiller, es ist unaufgeregt. Du hast kein Feuer, keine sexy Tänzerinnen auf der Bühne. Also was hast du vielleicht auch von diesem Achterbahn-Thrill oder dieser... Diesem Adrenalin mit in deine Shows eingebaut. So kam es mir zumindest vor. Also ich muss dazu vielleicht ein bisschen ausholen. Es war ja wirklich nur ein Showformat, was du gesehen hast. Ich habe auch ganz kleine Shows für Geburtstage und Hochzeiten. Und es sind nicht alle Shows so in diesem Format mit großen Bühnenillusionen, Feuer, Nebel, Licht und Windmaschinen, sondern ich habe auch eben ganz ruhige Shows. Also das zum einen. Aber klar, diese großen Bühnenshows, gerade als Großillusionist, muss man natürlich dann schon ein bisschen dem entsprechen, dass man auch mit krassen Requisiten unterwegs ist und auch mit Zaubertricks, die so ein bisschen gefährlich wirken und wo die Zuschauer dann auch mal den Atem anhalten. Also das hat schon wieder was mit diesem Adrenalin und dem Wow-Effekt zu tun. Ja, in die Achterbahn fahren. Ja, vielleicht musst du das Wort Großillusionist, ich habe das vorhin auch gezielt genutzt, weil ich das so beeindruckend finde und es trifft es irgendwie so gut. Vielleicht musst du es kurz erklären, was das eigentlich ist. Also du bist jetzt nicht einfach nur in Anführungsstrichen jemand, deren Kaninchen aus dem Hut zaubert. Richtig. Also ich zaubere erstens gar nicht mit Tieren, weil ich das unethisch finde, das zum Thema Kaninchen. Aber ansonsten bin ich ein Künstler, der zumindest eine Sparte bedient. Das ist der Bereich Großillusion. Das bedeutet, das sind Requisiten, die einfach ein bisschen mehr Volumen haben, die man auch einem großen Publikum mit bis zu tausend Gästen präsentieren kann, ohne eine Videoübertragung zu machen, weil es einfach große Requisiten sind. Dann ist bei Großillusionen in der Regel auch immer ein Team mit dabei. Da sind Backstage-Helfer, Assistentinnen und Licht- und Tontechnik. Also wirklich ein bisschen aufwendiger, als wenn man jetzt einfach bei einem kleinen Event zaubert mit 20 oder 30 Gästen. Also da ist der Aufwand bei einer Illusionsshow doch deutlich höher. Also vielleicht, um mal ein Beispiel zu geben, was so eine Großillusion ist. Es gibt zum Beispiel diesen riesigen Propeller, den ihr auf der Bühne aufbaut. Und du steigst dann von hinten nach vorne einfach durch diesen Propeller durch, während diese Rotorblätter eben einfach weiter rotieren und man denkt so, oh mein Gott. Also da ist auf jeden Fall sehr viel Thrill auch in der Show drin. Definitiv. Also ist auch schon ein bisschen dein Markenzeichen. Ist mein Markenzeichen, aber man muss wirklich aufpassen. Also ich bin sehr, sehr vielseitig und mein Brot verdiene ich eigentlich wirklich mit kleineren Shows, wo ich ohne Ventilator, ohne Assistentin, ohne Technikteam auftrete. Also wenn ich auf einem kleinen Geburtstag zaubere, dann haben wir natürlich viel, viel weniger technischen Aufwand und viel weniger Requisiten oder habe ich viel weniger Requisiten dabei. Und ja, also das sollte man im Hinterkopf behalten. Das ist nur eine Facette meiner Kunst, diese großen Bühnenshows. Ja, ist ein wichtiger Punkt, den du ansprichst, weil ich hatte mir mal ein, wie ich finde, total schönes Zitat von dir notiert. Das hast du mal in einem anderen Podcast gesagt. Und zwar, viel zu oft laufen wir an schönen Dingen vorbei, ohne sie zu sehen, hast du gesagt. Und so ein bisschen drauf angespielt, dass eigentlich ja so der Zauber gar keine Show braucht, sondern eigentlich immer in unserem Alltag passiert. Ja. Wenn wir jetzt da mal so ein bisschen philosophisch bleiben und uns sowas wie einen Europapark anschauen, Und hast du denn da das Gefühl, die Leute brauchen quasi einen immer größeren Thrill, um überhaupt noch aus diesem Alltag mal auszusteigen? Also man kommt ja in beispielsweise den Europapark rein und ist total erschlagen und denkt, wow, krass, ich kann mich ja einfach drei Tage lang vergnügen. Welchen Stellenwert hat da noch so eine kleine Show, wie du jetzt auch gerade angesprochen hast, die du auch anbietest? Also kann auch das die Leute verzaubern? Ist auch das was, wo ich diesen Effekt haben kann von ich vergesse mal alles um mich herum? Absolut, weil ich glaube beim Zaubern spielt eine Sache eine sehr große Rolle, dass die Menschen sich so ein bisschen in eine andere Welt begeben. Also so ein bisschen die kindliche Welt, wo alles möglich ist, wo die Naturgesetze keine Bedeutung haben und wo man fliegen kann, wo Dinge schweben, wo Dinge verschwinden und wieder auftauchen. Und das ist ja wirklich alles andere als Alltag. Und auch wenn es eine ganz kleine Show ist, ohne Scheinwerfer, ohne Feuer, ohne Nebel, dann ist es ja trotzdem eine Illusion, die ich präsentiere. Und die funktioniert ja in den Köpfen der Zuschauer. Und von dem her braucht es manchmal gar nicht so viel drumherum und so viel XXL und so viel Effekte. Man kann trotzdem die Leute damit sehr gut abholen und entführen in eine magische Welt. Und wie schafft man das so ein bisschen im Alltag? Weil du hattest auch erzählt... Genau, man sieht eigentlich viel zu wenig die kleinen, schönen Dinge um einen herum. Also blöd gesagt, braucht man gar keine Zaubershow, um sich eigentlich verzaubern zu lassen? Nee, braucht man natürlich nicht. Ich meine, also für mich persönlich, ich lasse mich gerne in der Natur verzaubern. Ich bin gerne draußen, wandern, erlebe irgendwie den Frühling mit meinem Mountainbike im Schwarzwald. Und das ist für mich halt auch Magie und da braucht es keine Zauberkunst für, um sich verzaubern zu lassen. Ja. Trotzdem ist so einer deiner, ich weiß nicht, ob dein Markenzeichen, aber ein wirklich außerordentlicher Trick von dir ist, dass du schweben kannst. Also das kann man sich ja auf Instagram anschauen oder in einer Show, die dann ein bisschen größer ist. Und da schwebst du einfach mal drei Meter über der Bühne so ungefähr. Und ich weiß, du machst es nicht gerne, aber kannst du irgendwas dazu sagen? Also so ansatzweise, wie was dahinter steckt. Ich weiß, du kannst hier nicht den Trick verraten, aber um es nochmal allen zu erklären. Also es ist jetzt hier nicht möglich, aber du schwebst drei Meter über der Bühne. Und schwingst dann noch so einen großen Hula-Hoop-Reifen um dich herum, um zu demonstrieren. Nämlich mal an, da hängt kein Seil oder sowas und es lässt einen ratlos zurück. Genau, das ist ja auch absolut Sinn des Effekts, dass die Leute eben nicht wissen, wie es funktioniert. und ich finde auch, das Schöne ist ja, dass man nicht weiß, wie es geht und sich dann einfach eben so ein bisschen verzaubern lassen kann. Es gibt aber trotzdem zwei Arten von Zuschauern. Also die einen, die halt das genießen können, die sagen, ja cool, der schwebt, das gefällt mir, ich lehne mich zurück und genieße das einfach und die anderen, die wollen halt unbedingt wissen, wie das geht. Den einen wünsche ich mal viel Spaß bei der Show, den anderen viel Erfolg beim Rausfinden. Also die letzte Gruppe, die ist ein bisschen anstrengend, oder? Also die, die wissen wollen, wie es geht um jeden Preis. Ich weiß es nicht. Ich finde die nicht anstrengend, sondern es ist einfach eine andere Art, an so eine Zaubershow ranzugehen. Und ich finde es eigentlich auch challenging, für solche Menschen Magie zu machen, weil, ja, der Effekt funktioniert ja trotzdem. Und wenn sie dann nicht schlafen können, ist ja nicht meine Schuld. Also, genau. Okay, also nimmst du beide Zuschauer? Ja, ich finde, beide sind wichtig, ja. Ja, okay. Und gibt es noch krassere Tricks, sage ich jetzt mal? Du fährst auch, meine ich, demnächst. Jetzt ist die Weltmeisterschaft der Zauberkunst in Italien. Wie dürfen wir uns das vorstellen? Also gibt es da noch krassere Tricks? Was ist da so der heißeste... Shit, den es so auf dem Zauberkünstlermarkt gerade gibt? Also für mich war Schweben schon relativ beeindruckend. Ja, also Schweben ist schon einer der schwierigsten Effekte weltweit. Machen glaube ich auch nur fünf oder sechs Menschen auf dem Globus aktuell, die wirklich diesen Schwebeeffekt vorführen in der Form, wie ich das mache. Und es gibt natürlich auch andere krasse Zaubertricks, mit denen man auch auf Wettbewerbe gehen kann. Wir wollten eigentlich mit diesem Schwebeeffekt auf die Weltmeisterschaft gehen, konnten uns aber leider bei der Deutschen Meisterschaft dieses Jahr nicht qualifizieren, weil schlicht und ergreifend die Bühne nicht groß genug war für das, was wir da zeigen wollten. Also wir wollten jetzt nicht nur das Schweben machen, sondern das noch mit einem anderen Effekt kombinieren. Und das war super schade und enttäuschend für mich, dass halt selbst bei der Deutschen Meisterschaft sozusagen die Bühnengröße nicht gegeben war und wir damit sozusagen gar nicht die Chance hatten, jetzt in Italien bei der Weltmeisterschaft dabei zu sein. Aber wir waren schon mal bei der Weltmeisterschaft, damals in Südkorea. Da sind wir mit 700 Kilo Gepäck im Flieger nach Südkorea geflogen. Mit so einem Rotorblatt? Nee, ohne drehende Gegenstände. Also das war eine sehr schöne Nummer. Da ging es um einen schwebenden Rubik's Cube, also so einen großen Zauberwürfel, der etwa einen Meter Kantenlänge hat, also riesig. Und den haben wir so auf der Bühne zusammengesetzt und gezeigt damit, dass er leer ist, dass da nichts drin sich verbirgt. Und dann schwebte der Würfel über die Bühne und während er schwebt, ist dann in dem schwebenden Würfel eine Assistentin erschienen. Und das ist einfach ein cooler Effekt, weil es den noch nicht so gab. Das ist eine eigene Erfindung von mir, die ich über Jahre entwickelt habe. Und damit haben wir zumindest es geschafft, bis zur Weltmeisterschaft zu kommen. Auch wenn wir da keinen Platz belegt haben, dabei sein ist alles. Wir waren auf jeden Fall in Korea mit einer großen Illusion bei der Weltmeisterschaft. Und was hat man da sonst noch so gesehen? Also gibt es etwas, was dich so geflasht hat noch, was dich verzaubert? Ja, also ich glaube, wenn man selbst Zauberkünstler ist, dann verzaubert einen in der Regel eher die Präsentation als der Trick, weil die Tricks kann man sich in der Regel irgendwie herleiten, aber wenn jemand eine tolle Idee hat, wie man das verpackt und eine schöne Geschichte mit einem Zaubertrick erzählt, dann ist es auf jeden Fall, glaube ich, viel mehr wert, als einfach nur den Trick zu machen. Und das unterscheidet ja auch die Zauberkünstler voneinander. Also es machen viele Zauberkünstler ähnliche Zaubertricks, aber die Frage, wie man seine Leute, also seine Zuschauer eben abholt, wie man die mit einbezieht, wie man das künstlerisch gestaltet, wie man das inszeniert, das sind ja wirklich die Sachen, wo dann die Leute nach Hause gehen und sagen, boah, das hat mich gepackt, das war ein schöner Abend. Oder es war halt einfach nur eine Aneinanderreihung von irgendwie Tricks, die zwar stark waren, aber irgendwie keine Geschichte hatten. Also ist es so ein bisschen deine Mission auch, dass du Leute mit Geschichten eigentlich inspirierst oder faszinierst? Absolut. Also ich mache ja auch viel Sprechzauberei. Es sind ja nicht nur Nummern, wo jetzt Musik läuft und die Mädels tanzen, sondern ich habe ja viele Zaubertricks, wo ich auch spreche und wo ich auch Zuschauer mit einbeziehe. Und ich glaube, das sind auch die Momente, wo sich die Gäste und die Zuschauer immer wieder daran erinnern. Und wenn es dann noch so ein bisschen einen philosophischen Touch hat oder irgendwie eine schöne Geschichte dabei ist, die vielleicht unter die Haut geht, dann sind das, glaube ich, eher noch die Momente, wo sich zwei, drei Jahre später noch ein Zuschauer daran erinnern wird und sagt, hey, das hat mich einfach bewegt und berührt. Erlebst du das eigentlich? Ich habe vorhin gesagt, du bist ja weltweit, also du warst schon in Las Vegas, du warst bei der Zauberkunstweltmeisterschaft und du bist ja auch regelmäßig in Äthiopien für eine Stiftung Menschen für Menschen, wo du äthiopische Kinder unterstützt. Ist das, was du gerade erzählt hast, was die Leute so catcht und so bewegt, ist das überall gleich oder ist das auch ein bisschen von der Lebenssituation abhängig vom kulturellen Hintergrund oder wie erlebst du das? Absolut. Also wir haben durch meine Tätigkeit als Botschafter der Stiftung Menschen für Menschen, das ist die Äthiopien-Hilfe von Karl-Heinz Böhm, der inzwischen nicht mehr lebt, aber ja, für die arbeite ich schon seit über 20 Jahren, organisiere immer wieder Benefit-Shows und spende das komplette Ergebnis an die Stiftung und dadurch hatte ich einfach auch schon mehrmals die Gelegenheit nach Äthiopien zu reisen. Konnte in die Projektgebiete fahren und mit den Menschen, die von diesen Geldern profitieren, auch sprechen. Und da hatten wir 2011, das ist also schon eine ganze Weile her, zum 30-jährigen Jubiläum der Stiftung, hatten wir einen Auftritt in Äthiopien. Da war Elena auch dabei. Und da haben wir einmal in der Hauptstadt in Addis Abeba gezaubert und später dann noch dort, wo die Projektgebiete der Stiftung sind, im ländlichen Bereich. Und das war wirklich ein Kulturschock für alle Beteiligten, eine Zaubershow in Äthiopien zu präsentieren, also eine westliche Zaubershow, weil da kommt halt der Kulturkreis dazu. Die Leute glauben da teilweise an Übernatürliches, an irgendwelche Voodoo-Sachen oder haben da einfach ein schlechtes Gefühl bei, weil sie denken, das ist irgendwie schwarze Magie und so. Und das war schon eine Herausforderung. Ich glaube, die allermeisten dort haben es genossen, die unsere Zaubershow gesehen hatten. Die haben zwar an total anderen Stellen geklatscht, weil einfach das für die ein ganz anderes Ding war, was sie einfach noch nie so erlebt hatten. So ganz normal, wenn jemand schwebt, ist quasi halt ein Voodoo. Genau. Und andere sind aber auch raus, haben den Raum verlassen, weil sie halt gesagt haben, naja, das ist schwarze Magie oder also das ist einfach in dem Kulturkreis jetzt nicht etabliert, dass da jemand irgendwie Zaubershows macht. Und von dem her hat es sehr viel mit Kultur zu tun, klar. Ja, und du hast vorhin gesagt, also ihr macht auch wirklich sehr, sehr aufwendige Tricks oder wo du auch sehr stark im Körpereinsatz bist und du hast gesagt, genau, es ist gefährlich, es ist irgendwie krass, da ist Adrenalin im Spiel. Wie gefährlich ist denn so dein Alltag, also dein Zauberkünstleralltag? Du bist ja eigentlich so für mein Verständnis ständig in Bewegung und musst da auch extrem agil auf der Bühne sein und schwebst da über dem Boden, da kann auch was schief gehen. Also wie gefährlich ist da dein Job? Also, mein Job ist nicht ungefährlich mit Sicherheit. Also gerade diese Schwebennummer kann natürlich auch extrem schief gehen. Das muss wirklich so gut vorbereitet sein, dass man alle Eventualitäten im Griff und im Auge hat und auch das ganze Team muss so zusammenarbeiten, dass sich jeder auf den anderen verlassen kann und dann ist die Gefahr natürlich überschaubar. Aber ich glaube, es ist wichtig, körperlich fit zu sein, sich einfach vorzubereiten auf solche Situationen. Und dann kann man, glaube ich, das Risiko zumindest so gering halten, dass es jetzt nicht ein extrem gefährlicher Job ist. Und was motiviert dich auch, deine körperliche Gesundheit aufs Spiel zu setzen? Also wir haben ja vorhin schon gesagt, es ist schon ein bisschen der Effekt da, dass es immer größere Reize, immer krassere Dinge braucht, um die Leute ein bisschen abzuholen. Also ich würde wirklich dieses Risiko als sehr gering einschätzen. Ich glaube, das Risiko, durch Stress irgendwie krank zu werden oder einen Herzinfarkt zu bekommen, ist, glaube ich, deutlich höher, als jetzt bei einer Zauberillusion wirklich zu Schaden zu kommen. Deswegen sehe ich das jetzt eigentlich nicht als Faktor, den ich da krass beachten müsste. Okay, und deine Frau auch nicht deine große Liebe? Ja, also nee, wir versuchen natürlich auch für uns gegenseitig aufzupassen. Und wie gesagt, die meisten Zaubershows, die ich mache, sind jetzt auch nicht gerade diese krassen Bühnenshows, sondern irgendwie kleine Programme, wo ich einen Solo-Auftritt habe oder so und da ist gar keine Gefahr. Letzte Frage, die mich noch interessiert. Wir haben ja zu Beginn über euch so als Showbusiness-Paar gesprochen. Was macht man so als Showbusiness-Paar, um dann selber runterzukommen oder sich mal irgendwo fallen zu lassen, sage ich mal? Also geht ihr noch zusammen, keine Ahnung, mal zum Jahrestag ins Theatro in Europa-Park oder hängt ihr einfach in der Jogginghose rum? Gibt es irgendwas, was euch noch so ein bisschen schweben lässt, sage ich mal? Ja, also uns beide verbindet so sehr das Thema Reisen. Wir versuchen irgendwie einmal im Jahr irgendwie rauszukommen, irgendwie die Welt zu erleben und da meistens auch irgendwie eher kein Tourismus, wo man jetzt irgendwie am Strand liegt und Däumchen dreht, sondern eher Wanderung macht, Dinge erlebt, mit Menschen in Kontakt kommt, Kultur erlebt in anderen Ländern. Und das ist so unser Haupt-Connection-Punkt, wo wir einfach zusammen Freude haben. Gehen natürlich auch hier in Deutschland gerne mal zusammen irgendwie ein Konzert anschauen oder irgendwie andere Künstler erleben. Das machen wir natürlich auch. Und dann gibt es diesen Ruhebereich, wo wir einfach gerne auch mal in die Natur gehen, einfach mal keinen Anzug oder Hemd anhaben, sondern einfach mit T-Shirt und Wanderhose irgendwie in den Schwarzwald und da uns einfach ein bisschen in Natur aufhalten und Energie tanken, was ganz wichtig ist. Ja, also nicht unbedingt Achterbahn fahren. Also ich schon, Elena, nicht so sehr Achterbahn. Also da muss ich leider alleine fahren. Alles klar, ich danke dir sehr, Willi, für deine Zeit. Ja, gerne. Genau, für die inspirierenden Geschichten, die du mit uns geteilt hast. Lieben, lieben Dank. Vielen Dank auch an euch fürs Zuhören. Und wenn ihr noch zwei weitere Podcast-Folgen zum Thema 50-jähriges Jubiläum des Europaparks hören wollt mit anderen spannenden Personen, dann findet ihr die unter bz am Ohr, überall, wo es Podcasts gibt. Ich danke euch. Ciao, bis zum nächsten Mal.