Latest / Gegen den Strom / Fegefeuer der Eitelkeiten – Was ein Appell zur Unterstuetzung von Jacques Baud sonst noch zeigt: Ein Kommentar
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- 0:00Fegefeuer der Eitelkeiten oder was der Aufruf zur Unterstützung
- 0:04von Jacques Beau noch so alles zeigt, weit mehr als 20000
- 0:09Menschen haben unseren Aufruf zur Unterstützung des
- 0:13sanktionierten Schweizer Militäranalysten bislang
- 0:16unterzeichnet. Doch das Theater hinter den
- 0:20Kulissen ist tatsächlich ein Fegefeuer der Eitelkeiten.
- 0:24Ein Kommentar. Gegen den Strom zur Sache groß
- 0:40ist die Solidarität mit einem Menschen, dem die Nachbarn
- 0:45Lebensmittel in den Flur legen und den sie zum Essen einladen
- 0:50müssen. Denn jenseits von Recht und
- 0:52Gesetz. Hat der EU Rat gegen den
- 0:56früheren Oberst im Generalstab der Schweizer Armee, Jacques
- 0:59Bod, am 15. Dezember 2025 Sanktionen
- 1:04verhängt? Die geopolitischen und
- 1:07militärischen Analysen des Ukraine Krieges in seinen
- 1:11Büchern fügen sich nicht ein in die Nato Propaganda.
- 1:15Deshalb wurden seine Konten eingefroren, sein Besitz
- 1:19beschlagnahmt. Er darf Brüssel nicht verlassen,
- 1:22und niemand darf Geschäftsbeziehungen zu ihm
- 1:25unterhalten. Jacques Beau ist kein Einzelfall
- 1:28insgesamt 59 Einzelpersonen sind von solch antidemokratischer
- 1:34Willkür betroffen. Die überwältigende Unterstützung
- 1:38kann nicht hoch genug geschätzt werden, denn alle Unterzeichner
- 1:42innerhalb der Europäischen Union setzen sich selbst höchsten
- 1:46Gefahren aus. Der Sprecher der Bundesregierung
- 1:49hat auf der Bundespressekonferenz offen
- 1:51damit gedroht, dass alle, die auf diesem Feld unterwegs sind,
- 1:55ebenfalls mit Sanktionen rechnen müssen, allen, die
- 2:00unterschrieben haben, danke ich deshalb für Ihren Mut und ihren
- 2:04demokratischen. Kampfgeist es sieht so aus, als
- 2:08ob wir ihn noch brauchen würden. Weltweit haben Persönlichkeiten
- 2:13des öffentlichen Lebens ohne zu zögern unterzeichnet, dazu
- 2:18zählen der Dirigent Justus Franz, der Gründer des Schleswig
- 2:21Holstein Musikfestivals, der Dornier, der US
- 2:25Politikwissenschaft, Professor John Jane Merchheimer von der
- 2:28Universität Chicago, der. Der Ukraine Experte Professor
- 2:33Nikolai Petro von der Universität Rhodyland, Professor
- 2:37Pascal Lottas von der Universität Kyoto in Japan, der
- 2:42frühere Schweizer Botschafter Didier Pfirter, Vertreter seines
- 2:46Landes bei der Gründung des Internationalen
- 2:49Strafgerichtshofs Afghanistan und Irak, Veteranen der US
- 2:54Armee, darunter mehrere Generäle.
- 2:57Ehemalige CIA Mitarbeiter, Künstler, Musiker,
- 3:00Schriftsteller und Drehbuchautoren, Regisseure und
- 3:04Verleger, Unternehmer und Politiker.
- 3:08Der Historiker Professor Richard Sequar von der Universität Kent
- 3:12in Großbritannien schrieb mir, das ist eine großartige,
- 3:17zeitgemäße und dringend notwendige Initiative, die
- 3:21Sanktionen gegen Jacques Beau sind empörend.
- 3:24Bitte fügen Sie meinen Namen zur Liste der Unterzeichner hinzu.
- 3:29Die Unterstützung reichte von Portugal bis Australien, von
- 3:33Kanada bis Brasilien. In Deutschland dagegen
- 3:38entfaltete sich zum Teil ein Bild von Nickeligkeiten und
- 3:41kleinkariertheiten, Egoismen und Eitelkeiten.
- 3:45Eine Mischung aus Krämerseelenmentalität und
- 3:49Infantiler Gekränktheit, Dominagetur und narzisstischer
- 3:53Selbstverliebtheit. Es ging um alles, nur nicht um
- 3:56Jacques Beau der Geschädigte wurde zum Vehikel intriganter
- 4:01Spielchen. 2 der Initiatoren organisierten ohne Absprache
- 4:06eine zweite Liste, nachdem es bei der ersten technische
- 4:09Probleme gab. So entstand Verwirrung, eine
- 4:12Unterzeichnerin kommentierte dies später mit dem Satz Man
- 4:16fühlt sich hilflos, das ist ja Sabotage.
- 4:19Tage später höre ich, da plane jemand ein Buchprojekt zum Thema
- 4:24Sanktionen. Das alles ist kein Drama, aber
- 4:27Eigeninteressen sollten offengelegt werden.
- 4:31Ein Musikmanager wollte ganz nach vorne.
- 4:34Er sei schon so oft zurückgesetzt worden.
- 4:37Eine Journalistin A. Will nicht mit einem
- 4:40Journalisten B. Unter der Laterne stehen, ich
- 4:43schreibe ihr, dass wir einen Generalleutnant des US Marine
- 4:48Corps dabei haben, ob ich ihn fragen soll, was er im Irakkrieg
- 4:52gemacht hat, bevor er unterschreiben darf.
- 4:55Der dann folgende Austausch grenzt an Milieuschaden.
- 4:59Es geht um die eigene Egoaufwertung, nicht um die
- 5:02Sache. Solche Debatten sind eigentlich
- 5:04überflüssig, sie zielen nicht auf Konsens, sondern darauf, die
- 5:08Gegenseite als unheilbar taub und blind für
- 5:12selbstverständliche Tatsachen, getrieben von bösartigen
- 5:15Absichten und affektivem Kontrollverlust hinzustellen.
- 5:19Die Zuschreibung von Ressentiments und boshafter
- 5:23Gesinnung macht dann den Beweis der eigenen Aufrichtigkeit und
- 5:27moralischen Überlegenheit überflüssig.
- 5:30Allenthalben genau das Kontaktschuldgehabe, dass uns
- 5:34die Machteliten zusammen mit den Laufstallmedien seit Jahren
- 5:38einreden wollen, sie hatten offenbar Erfolg, nicht in der
- 5:42Sache, sondern a personam wird diskutiert.
- 5:47Das Programm, das sich hier abzeichnet, ist klassisches
- 5:50Identitäres denken. Der Liedermacher Franz Josef
- 5:53Degenhardt hat es in einen Text gepackt, Spiel nicht mit den
- 5:58Schmuddelkindern, Sing nicht ihre Lieder, geh doch in die
- 6:02Oberstadt, mach's wie deine Brüder es ist genau das, was die
- 6:06EU Jacques Beau zur Last legt. Er verbreite russische Narrative
- 6:11und mache deshalb Propaganda für die Gegenseite.
- 6:15Das ist natürlich dummes Zeug. Er verwendet nur westliche
- 6:18Quellen, aber da er Kriegs und Krisengebiete aus eigener
- 6:22Erfahrung kennt, ist er fähig zur Realitätsprobe für die
- 6:26Schreibtischbewohner in der Politik und den ideologischen
- 6:30Apparaten bedeutet dies jedoch nur, wenn die Realität der
- 6:34Propaganda nicht entspricht, dann umso schlimmer für die
- 6:38Tatsachen, dem entgegenzutreten. Genau das war der Sinn des
- 6:42Appells. Wer etwas erreichen will, muss
- 6:45eigene Eitelkeiten zurückstellen und sich auch mal mit Leuten
- 6:48einlassen, denen man nicht in jedem Punkt begeistert zustimmt.
- 6:53Bei mir sind so übrigens schon Freundschaften entstanden, eine
- 6:56Schriftstellerin fand sich nicht ganz oben auf der
- 6:59Unterzeichnerliste und Pampt mich an, wie blöd bist du
- 7:04eigentlich, du hattest mich gefragt als erstunterzeichner,
- 7:07lösche augenblicklich meinen Namen gänzlich, sonst kann ich
- 7:10sehr unangenehm werden. Ich werde nicht unangenehm, das
- 7:17machen die Anwälte, ein Verleger, in dessen Gazette ich
- 7:21auch einmal als Verschwörungstheoretiker
- 7:23bezeichnet wurde, will unbedingt direkt unter einem Schweizer
- 7:27Verleger stehen, obwohl dies dem Alphabet zuwiderläuft.
- 7:31Wir tun ihm den Gefallen, als die Liste längst geschlossen und
- 7:35an mindestens 20 Medien, Internet, Publikationen und
- 7:38Pressevertreter verschickt war. Sagte er wieder ab, was sich
- 7:43hier zeigt, ist ein getreues Spiegelbild der neoliberalen
- 7:47Gesellschaft, eine Reaktion auf den Zerfall und Abstieg
- 7:51Deutschlands, im Grunde ein Abwehrmechanismus.
- 7:55Corona, der Ukraine, Krieg, die endemischen Krisen des
- 7:58Finanzkapitalismus machen die Zukunft von einem Habitat der
- 8:02Hoffnung und berechtigter Erwartungen zu einem
- 8:05Schreckensszenario drohender Albträume.
- 8:08Um dem persönlichen Niedergang entgegenzuwirken, muss die
- 8:12eigene Haut so teuer wie möglich zu Markte getragen werden.
- 8:16An den Börsen der Lebenspolitik zeichnet sich Solidarität nicht
- 8:21aus. Sie erscheint als heimtückische
- 8:23Falle für die naiven, Leichtgläubigen, Närrischen und
- 8:27Gedankenlosen. Der Kurs des sozialen Kapitals,
- 8:31bestehend aus Vertrauen, Gegenseitigkeit und Gemeinsinn,
- 8:35stürzt ab, die Märkte prämieren Egoismus, Selbstverliebtheit und
- 8:40antisoziale Formen der Selbstbestätigung, jeder denkt
- 8:44an sich, nur ich denk an mich, damit einhergehen Feigheit und
- 8:49vorauseilender Gehorsam. Solidarität wird dadurch zum
- 8:54Luxus. An ihre Stelle treten befristete
- 8:57Allianzen. In erster Linie geht es darum,
- 9:00mehr Profit aus einer Situation zu ziehen als die Konkurrenz aus
- 9:04Sicht einer ich AG sind schließlich Klassenzugehörigkeit
- 9:08und Solidarität völlig irrelevante Dinge.
- 9:11Wenn ich Optimierung der Maßstab aller Dinge ist, dann erscheint
- 9:15gemeinsames Handeln als Naivität und Blödheit.
- 9:19Das Leben erweist sich vielmehr als eine endlose Reihe von an
- 9:23und Verkaufsaktionen, jeder wird zum Marketender seiner selbst,
- 9:28der auf eigenen Marktständen um den eigenen Verkaufswert
- 9:32feilscht, da drängt sich die Frage geradezu auf, ob so
- 9:36mancher fürs Störfeuer bezahlt wurde.
- 9:40Dies alles leistet der Herausbildung narzisstischer
- 9:43Persönlichkeiten Vorschub. Der Homoökonomikus, der fleißig
- 9:47und sparsam den Nachkriegskapitalismus zum
- 9:50Erfolg geführt hat, wird abgelöst durch den
- 9:53Homopsychologicus, das Endprodukt des bürgerlichen
- 9:57Individualismus. Der Historiker Christopher Lash
- 10:01hat diesen neuen Narziss treffend beschrieben.
- 10:05Der neue Narzisst wird nicht von Schuldgefühlen, sondern von
- 10:09Ängsten geplagt, oberflächlich, entspannt und tolerant hält er
- 10:14wenig von Dogmen der rassischen und ethnischen Reinheit,
- 10:18verliert aber gleichzeitig die Sicherheit der
- 10:20Gruppenzugehörigkeit und betrachtet jeden als Rivalen um
- 10:25die Gunst eines paternalistischen Staates.
- 10:28Seine sexuelle Einstellung ist eher freizügig als Puritanisch,
- 10:32auch wenn ihn die Befreiung von alten Tabus.
- 10:35Keinen sexuellen Frieden bringt er, ist äußerst ehrgeizig in
- 10:39seinem Streben nach Anerkennung und Beifall, misstraut jedoch
- 10:44dem Wettbewerb, weil er ihn unbewusst mit einem ungezügelten
- 10:48Zerstörungsdrang assoziiert. Daher lehnt er die
- 10:51Wettbewerbsideologien ab, die in einer früheren Phase der
- 10:55kapitalistischen Entwicklung florierten, und misstraut sogar
- 10:58deren begrenzte Ausprägung in Sport und Spiel.
- 11:03Er preist Zusammenarbeit und Teamwork, während er im Inneren
- 11:07antisoziale Impulse hegt. Er lobt die Einhaltung von
- 11:10Regeln und Vorschriften in der geheimen Überzeugung, dass diese
- 11:14für ihn selbst nicht gelten. Er ist in dem Sinne habgierig,
- 11:19dass seine Begierden keine Grenzen kennen.
- 11:21Aber er sammelt keine Güter und Vorräte für die Zukunft, wie es
- 11:25der Habgierige Individualist der politischen Ökonomie des 19.
- 11:28Jahrhunderts tat, sondern verlangt sofortige Befriedigung
- 11:32und lebt in einem Zustand unruhiger, ständig
- 11:37unbefriedigter Begierde. Offenbar haben die Folgen dieser
- 11:41charakterlichen Prägung. Auch unseren Aufruf eingeholt.
- 11:45Das Programm lautet nun nicht mehr, wie es ein Schweizer
- 11:49Aufruftreffen formuliert, Nusom Jacques, Wir alle sind Jacques
- 11:53Beau. Das Programm lautet Wie kann ich
- 11:55mich auf Kosten eines anderen, der bereits am Boden liegt,
- 11:59erfolgreich profilieren. Was wir hier erkennen, ist das
- 12:03fast vollständige Versagen der Intellektuellen, wie es sich
- 12:07spätestens seit der Corona Inszenierung abzeichnet.
- 12:10Die Synkrisis des deutschen Geistes mit den Methoden der
- 12:14Macht ist bestürzend, nicht nur im Blick auf die Primitivität
- 12:19des Ideenkonglomerats, aus dem sich die kognitive Kriegsführung
- 12:22der Nato speist, sondern mehr noch durch die blinde
- 12:26Unterwerfung unter ihren betont Unduldsamen
- 12:29Ausschließlichkeitsanspruch. Aber dies zeigt nur den Vorgang
- 12:34der Selbstgleichschaltung, in dem byzantinismus Manipulation
- 12:39und Angst ineinandergreifen. Ein paar selbsternannte
- 12:43Intellektuelle weigern sich offenbar beharrlich zu erkennen,
- 12:47dass es ausnahmsweise nicht um ihre sensible Seele geht,
- 12:51sondern um die Grundlagen von Demokratie und Menschenrechten,
- 12:55für die andere jahrhundertelang ihr Blut gegeben haben.
- 12:59Wer wissen will. Wie das damals lief, muss nur
- 13:02heute genau hinschauen. Eine Unterzeichnerin schreibt
- 13:07mir, wir sind Clowns, genau die Clowns, welche die Machteliten
- 13:12brauchen, Hofnarren unter wegfallende Höfe, wie Günther
- 13:16Grass es einmal ausgedrückt hat, während wir auf den billigen
- 13:20Plätzen aufeinander einprügeln und unsere Selbstverliebtheit
- 13:23pflegen, knallen in der Loge die Sektkorken.
- 13:27Wir sind genau die Opposition, die man sich wünscht, wenn man
- 13:31fest im Sattel sitzen will. Ich habe Jacques Beau in Brüssel
- 13:35besucht, wir umarmten uns herzlich, er sagte lachend, ich
- 13:40habe mal wieder viel gelernt, ich habe gelernt, wer meine
- 13:44Freunde sind.