Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #18 Folge 1: Frauen & die stille Sucht: Wenn der Feierabend-Wein & die Schlaftablette zur Hölle werden
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Erkundung.
- 0:02Ja, schön, dass du heute am 15. September 2025 wieder dabei
- 0:08bist. Heute tauchen wir gemeinsam in
- 0:10ein Thema ein, das ja oft im Verborgenen liegt, die
- 0:15sogenannte Stille sucht bei Frauen, wir schauen uns da
- 0:19besonders Alkohol und Tabletten an.
- 0:21Genau. N wichtiges Thema.
- 0:23Absolut. Und unsere Grundlage dafür ist
- 0:26ein Artikel von Gabriel auf nelix Berlin.
- 0:28Der Titel ist ziemlich treffend, Frauen und die Stille sucht,
- 0:32wenn der Feierabendwein zur Hölle wird.
- 0:35Unsere Mission heute ist so n bisschen zu verstehen, warum
- 0:39diese sucht oft so unsichtbar bleibt.
- 0:41Welche Faktoren stecken da eigentlich dahinter und ganz
- 0:45wichtig, welche Wege gibt es daraus und vielleicht kurz
- 0:49vorweg, das ist glaube ich wichtig zu erwähnen, Gabriel,
- 0:52also der Autor des Artikels und auch der Gründer von Neelix
- 0:55Berlin, der teilt auf seiner Webseite auch sehr offen eigene
- 0:59Erfahrungen mit Sucht und psychischen Herausforderungen.
- 1:03Das finde ich auch bemerkenswert, ja.
- 1:05Das Macht der bewusst, um so eine ehrliche Verbindung
- 1:08aufzubauen und die auch zu zeigen, hey, wer damit kämpft,
- 1:12ist nicht allein OK, aber jetzt lass uns das Thema mal anpacken.
- 1:16Gerne. Gabriel beschreibt das in seinem
- 1:18Artikel sehr eindrücklich finde ich.
- 1:20Dieses Bild sucht bei Frauen ist oft leiser, unauffälliger.
- 1:25Also keine lauten Fäden auf der Straße, sondern eher ja die
- 1:29heimlich entsorgte Weinflasche im Keller, damit halt keiner
- 1:33mitzählt, wieviel es wirklich war.
- 1:34Ja, genau, oder eben die Tablette, vielleicht tavor oder
- 1:38was ähnliches, die man braucht um den Tag irgendwie zu
- 1:41überstehen, während nach außen hin alles perfekt scheint.
- 1:45Die Fassade steht. Absolut.
- 1:47Und die Bezugsquellen, das ist ja das Erschreckende, sind oft
- 1:51ganz alltäglich. Der Supermarkt für den Wein, der
- 1:54Hausarzt für die Tabletten. Das ist genau der Kern dieser
- 1:57Stillen sucht. Sie tat sich halt im
- 1:59Alltäglichen, Ne, in Dingen, die gesellschaftlich total
- 2:03akzeptiert sind oder sogar ja gefördert werden.
- 2:06Zum Beispiel? Na ja, der Sekt zum Anstoßen mit
- 2:09den anderen Müttern auf dem Spielplatz oder eben der Rotwein
- 2:13am Abend, als diese vermeintlich verdiente Belohnung.
- 2:16Weil man den Spagat zwischen Kindern, Küche, Karriere
- 2:19irgendwie geschafft hat. Stimmt, oder die Schlaf oder
- 2:23Beruhigungstablette vom Arzt, damit man nachts zur Ruhe kommt
- 2:26und am nächsten Tag wieder funktioniert.
- 2:28Genau. Und so werden der Supermarkt und
- 2:31die Arztpraxis eben oft unwissentlich zu den Dealern
- 2:35sozusagen. Im Artikel gibt SN Zitat, Das
- 2:38hat mich echt nachdenklich gemacht.
- 2:40Die Stille sucht der Frauen ist die gefährlichste von allen,
- 2:44weil die Gesellschaft sie beklatscht, bis sie tödlich
- 2:47wird. Das ist schon n harter Tobak,
- 2:49oder? Das ist es, aber es trifft
- 2:51leider oft einen wunden Punkt. Die Gefahr liegt eben in dieser
- 2:55Normalisierung, in dieser gesellschaftlichen Akzeptanz.
- 2:58Ja, diese Bewältigungsstrategien, der
- 3:00Drink zu Entspannung, die Pille, damit man weiter funktioniert.
- 3:05Die werden oft nicht nur toleriert, sondern manchmal
- 3:08sogar noch bewundert. Ne, dieses Wow, wie schaffst du
- 3:11das bloß? Alles genau und genau dieses
- 3:13vermeintliche Lob kann dann unbewusst natürlich dazu führen,
- 3:17dass man weitermacht, obwohl es einen längst in die Abhängigkeit
- 3:20zieht. Lass uns mal auf n paar Zahlen
- 3:22schauen, die Gabriel auch nennt aus Deutschland.
- 3:25Bei der Medikamentensucht, da spricht die Deutsche Hauptstelle
- 3:28für Suchtfragen, die DHS von etwa 1,5 bis 1,9 Millionen
- 3:32Betroffenen. Und beim Frauenanteil ist da
- 3:36enorm hoch. Ja, Wahnsinn.
- 3:38Etwa 70% davon sollen Frauen sein, vor allem bei Beruhigungs
- 3:43und Schlafmitteln, also Benzodiazepinen zum Beispiel,
- 3:46und. Beim Alkohol, da sagt das Robert
- 3:48Koch Institut, das RKI, dass fast jede sechste Frau, also
- 3:52knapp 15%, einen riskanten Konsum hat.
- 3:55Das heißt? Nicht sofort Abhängigkeit, aber.
- 3:57Nein, genau. Aber der Übergang ist fließend,
- 4:00schleichend, und er wird oft erst bemerkt, wenn es eigentlich
- 4:03schon ja zu spät ist oder sehr weit fortgeschritten.
- 4:06Dazu kommt ja noch dieses Phänomen, das wissenschaftlich
- 4:08als telescoping Effekt bezeichnet wird.
- 4:11Kannst du das kurz erklären, was ist das ja?
- 4:13Das ist wirklich ein wichtiger und ehrlich gesagt auch
- 4:15beunruhigender Punkt. Dieser telescoping Effekt
- 4:19bedeutet vereinfacht gesagt, dass Frauen oft schneller eine
- 4:22schwere Abhängigkeit entwickeln als Männer.
- 4:25Schneller. Ja, und auch die körperlichen
- 4:28Folgeschäden treten bei ihnen oft rascher ein.
- 4:31Und das, obwohl sie manchmal sogar später im Leben anfangen,
- 4:34regelmäßig zu trinken oder andere Substanzen zu nehmen.
- 4:37Der Weg in die Sucht ist für Frauen also oft kürzer, steiler
- 4:40sozusagen. OK, krass.
- 4:43Ja, das wird auch in Fachzeitschriften wie dem
- 4:45Journal of Substance Obused Treatment immer wieder
- 4:48diskutiert. Und es gibt ja auch Studien, die
- 4:50darauf hindeuten, dass Frauen häufiger aus sogenannten
- 4:54Copinggründen zu Substanzen greifen, also um mit etwas
- 4:57fertig zu werden. Genau als Versuch, mit Stress
- 5:01umzugehen, mit Ängsten, mit depressiven Verstimmungen oder
- 5:05eben auch mit diesem enormen Druck durch gesellschaftliche
- 5:08Rollenerwartungen. Es ist wie eine Art
- 5:11Selbstmedikation gegen seelischen Schmerz.
- 5:14Das leitet ja schon über zu den Ursachen.
- 5:16Gibt es da auch biologische Gründe, warum Frauen vielleicht
- 5:19anfälliger sind? Ja, die gibt es tatsächlich.
- 5:22Frauen haben von Natur aus eine andere Körperzusammensetzung als
- 5:26Männer, sie haben weniger Körperwasser, dafür mehr
- 5:29Fettgewebe und ganz wichtig, weniger von dem Enzym in Magen
- 5:34und Leber, das Alkohol abbaut. Und was bedeutet das konkret?
- 5:38Das bedeutet, dass die gleiche Menge Alkohol bei Frauen zu
- 5:41einer höheren Blutalkoholkonzentration führt.
- 5:44Der Alkohol wirkt stärker und schneller und die Organe, allen
- 5:47voran die Leber, nehmen auch schneller schaden.
- 5:50Verstehe. Und auch Hormonschwankungen im
- 5:52weiblichen Zyklus oder in den Wechseljahren können das
- 5:55Verlangen nach der Substanz, also das Craving, beeinflussen
- 5:59und verstärken. Ein anderer Punkt, den du vorhin
- 6:02schon angedeutet hast, ist die Verschreibungspraxis bei
- 6:05Medikamenten. Richtig.
- 6:07Statistiken zeigen, dass Frauen deutlich häufiger Beruhigungs
- 6:10und Schlafmittel verschrieben bekommen als Männer.
- 6:12Gerade Benzodiazepine. Und da beginnt der Weg in die
- 6:16sucht ja oft ganz legal mit einem Rezept vom Arzt.
- 6:19Man fühlt sich sicher, oder? Genau das ist der Trugschluss.
- 6:23Man denkt, ist ja vom Arzt, kann ja nicht so schlimm sein, aber
- 6:27diese Mittel sind eigentlich nur für den kurzfristigen Einsatz in
- 6:30Krisen gedacht, also maximal wenige Wochen.
- 6:32Und bei längerer Einnahme? Bei längerer Einnahme führen sie
- 6:35fast unweigerlich in eine schwere körperliche und
- 6:38psychische Abhängigkeit. Und der Entzug von Benzodiazepin
- 6:42ist oft extrem hart, manchmal härter als bei Opiaten.
- 6:45Puh, ja, dieser scheinbar legitimierte Einstieg über ein
- 6:49Rezept ist definitiv ein wichtiger Faktor bei der
- 6:52Medikamentenabhängigkeit von Frauen.
- 6:54Und dann kommt noch dieser immense gesellschaftliche Druck
- 6:58dazu, den Gabriel auch beschreibt, diese Erwartungen
- 7:01oft unausgesprochen, dass Frauen in allen Rollen perfekt sein
- 7:05müssen. Als Mutter, als Partnerin im
- 7:07Beruf. Ja, dieser Perfektionsanspruch,
- 7:10der erzeugt chronischen Stress, ein Gefühl, nie zu genügen,
- 7:14immer funktionieren zu müssen. Und wenn man das dann
- 7:17zusammenbringt? Genau dann werden Alkohol oder
- 7:20Tabletten eben zur vermeintliche Leistungsdroge.
- 7:23Eine Krücke, um diesen Druck auszuhalten, um
- 7:26Weiterzufunktionieren, um die perfekte Fassade
- 7:29aufrechtzuerhalten. Es entsteht ein Muster.
- 7:32Und das bringt uns zu einem weiteren riesigen Problem.
- 7:35Stigma und Charme die Angst davor, verurteilt zu werden,
- 7:39absolut die Angst, als schlechte Mutter zu gelten, als Versagerin
- 7:44oder als Charakterschwach, diese Angst ist bei Frauen oft noch
- 7:49viel größer als bei Männern. Und wohin führt das?
- 7:52Das führt dazu, dass Frauen ihren problematischen Konsum oft
- 7:55viel länger und viel geschickter verheimlichen.
- 7:58Sie entwickeln richtige Strategien, um es zu tarnen.
- 8:01Sie werden Meisterinnen darin. Und das verzögert natürlich die.
- 8:04Hilfe, genau das verzögert den Weg zu professioneller Hilfe oft
- 8:09um Jahre. Und in diesen Jahren kann sich
- 8:12die sucht immer weiter verfestigen und schwere
- 8:14gesundheitliche und soziale Schäden anrichten.
- 8:17Und hier wird es ja dann wirklich gefährlich, oder?
- 8:19Warum ist gerade dieses Stille funktionieren, dieses
- 8:22Aufrechterhalten der Fassade so tückisch?
- 8:26Ja, die Konsequenzen sind wirklich gravierend und das auf
- 8:28mehreren Ebenen. Erstens.
- 8:30Die Sucht wird oft erst extrem spät erkannt, meistens erst
- 8:33dann, wenn schwere körperliche Schäden da sind.
- 8:36Denk an Leberschäden, Herzerkränkungen oder massive
- 8:38psychische Probleme wie schwere Depressionen oder Angststörungen
- 8:42nicht mehr zu übersehen sind, der.
- 8:44Preis für das Schweigen ist also hoch.
- 8:46Immens hoch. Zweitens, die Betroffene leidet
- 8:50meistens in totaler Isolation, sie traut sich nicht, mit
- 8:53jemandem zu reden, aus Angst, die Fassade könnte bröckeln, die
- 8:57Wahrheit könnte rauskommen. Aber genau diese Einsamkeit, die
- 9:00ist Nährboden für die Sucht. Ein Teufelskreis.
- 9:03Und drittens, das fand ich auch bemerkenswert im Artikel.
- 9:06Ja, das ist das paradoxe, gut gemeinte Komplimente von außen
- 9:10wie Wow, ich bewundere dich, wie du das alles schaffst.
- 9:14Die können den Konsum unbewusst noch rechtfertigen.
- 9:17Ah OK, wenn man dann denkt, ich schaffe es ja nur wegen des
- 9:21Weins oder der Tablette. Genau.
- 9:24Es wird zur gefühlten Notwendigkeit, um dieses
- 9:27Funktionieren überhaupt aufrechtzuerhalten und viertens
- 9:30diese Schamspirale jeder heimliche Schluck, jede heimlich
- 9:35genommene Pille wird zum inneren Beweis des eigenen Versagens.
- 9:39Diese Selbstsuchtverachtung treibt die Sucht dann immer
- 9:42weiter an. Puh, das ist wirklich n
- 9:44Teufelskreis. Wie kann denn dann ein Weg
- 9:46daraus aussehen, aus diesem unsichtbaren Gefängnis?
- 9:50Gabel schreibt ja, der erste Schritt ist oft der härteste.
- 9:52Ja. Das ist die schonungslose
- 9:55Ehrlichkeit sich selbst gegenüber anzuerkennen.
- 9:58Das hier ist keine harmlose Gewohnheit mehr, das ist eine
- 10:01Krankheit, das ist oft brutal, aber notwendig.
- 10:05Und wenn dieser Schritt getan ist, was sind dann konkrete
- 10:08Handlungsmöglichkeiten? Der Artikel skizziert da ja ein
- 10:11Paar. Genau.
- 10:12Es geht dann um aktive Schritte, zum Beispiel eine ehrliche
- 10:18Bestandsaufnahme, sich selbst mal wirklich kritische Fragen
- 10:21stellen also. Trinke ich heimlich oder nehme
- 10:25ich Tabletten? Heimlich brauche ich die
- 10:27Substanz für bestimmte Situationen, um runterzukommen,
- 10:30um mich zu entspannen, um mutig zu sein, Kreisen meine Gedanken
- 10:34tagsüber oft darum, habe ich vielleicht schon mal versucht,
- 10:37weniger zu nehmen und es hat nicht geklappt.
- 10:40Die ehrliche Antwort darauf ist wahrscheinlich entscheidend.
- 10:43Absolut. Dann der nächste ganz wichtige
- 10:46Schritt, das Schweigen brechen aber sicher.
- 10:50Das heißt, sich einer vertrauenswürdigen Person
- 10:52anzuvertrauen. Das kann eine gute Freundin
- 10:55sein, der Partner, wenn das Vertrauen da ist, ein Therapeut
- 10:59oder auch eine anonyme Hotline. Allein das Aussprechen kann
- 11:03schon helfen, oder? Enorm.
- 11:05Das Geheimnis nicht mehr allein tragen zu müssen, nimmt oft
- 11:08schon unglaublich viel Druck weg.
- 11:10Und dann natürlich der Schritt zur professionellen Hilfe.
- 11:13Was bedeutet das konkret? Das kann eine
- 11:16Suchtberatungsstelle sein. Viele bieten ja auch spezielle
- 11:19Angebote für Frauen an, Frauengruppen oder auch diskrete
- 11:23Onlineberatung. Der Hausarzt kann auch ein
- 11:25erster Ansprechpartner sein, auch wenn man da manchmal
- 11:28vorsichtig sein muss, wie wir gehört haben, aber es ist ein
- 11:30wichtiger Schritt, sich Unterstützung zu holen, das ist
- 11:33kein Zeichen von Schwäche, ganz im Gegenteil, das ist ein
- 11:36Zeichen von Mut. Und im Alltag gibt es da auch
- 11:39was, was man tun kann. Ja, Rituale ersetzen also, wenn
- 11:43zum Beispiel um 19:00 Uhr immer der Griff zum Weinglas
- 11:47automatisch passiert, dieses Muster bewusst durchbrechen.
- 11:51Stattdessen vielleicht bewusst einen Tee kochen, einen kurzen
- 11:54Spaziergang machen, eine Freundin anrufen, kurz Tagebuch
- 11:57schreiben, irgendetwas anderes tun.
- 11:59Es geht darum, diese alten, eingefahrenen Muster aktiv zu
- 12:03durchbrechen und durch neue, gesündere zu ersetzen.
- 12:06Das klingt gut, aber das wirft natürlich auch Ängste und Fragen
- 12:10auf. Eine ganz große Angst.
- 12:12Gerade bei Müttern hast du ja schon angesprochen, die auch im
- 12:15Artikel vorkommt. Was ist mit dem Jugendamt, wenn
- 12:18ich mir Hilfe suche, nehmen die mir dann die Kinder weg?
- 12:21Ja, das ist die Urangst vieler Mütter und hält leider viele
- 12:25davon ab, den notwendigen Schritt zu tun.
- 12:28Hier ist es ganz wichtig zu wissen, das Jugendamt hat den
- 12:31gesetzlichen Auftrag, Familien zu unterstützen und zu helfen.
- 12:35Ok, eine Inobhutnahme der Kinder ist wirklich die allerletzte
- 12:40Maßnahme, die Ultima ratio, wenn das Kindeswohl akut und schwer
- 12:44gefährdet ist und alle anderen Hilfen nicht greifen oder
- 12:48abgelehnt werden. Wenn du aber proaktiv wirst,
- 12:51wenn du zeigst, OK, ich hab ein Problem erkannt, ich kümmere
- 12:55mich darum, ich suche mir Hilfe, zum Beispiel bei einer
- 12:58Suchtberatungsstelle, dann wird das in der Regel positiv
- 13:01bewertet. Das heißt, es ist eher ein
- 13:03Pluspunkt. Genau.
- 13:04Es zeigt Verantwortungsbewusstsein.
- 13:06Die Gefahr für die Kinder ist die unbehandelte Sucht, nicht
- 13:09der Hilferuf der Mutter. Das ist ein ganz wichtiger
- 13:12Punkt, ja. Absolut.
- 13:14Eine andere Frage, die sich ja viele beschäftigt.
- 13:16Wie finde ich denn Hilfe, ohne dass mein Chef, meine Kollegen
- 13:20oder die ganze Familie davon erfährt, die Angst vor dem
- 13:23Gerede, vor der Stigmatisierung? Auch das ist eine total
- 13:26verständliche Sorge. Aber auch hier gibt es gute
- 13:29Nachrichten. Professionelle Beratungsstellen,
- 13:32egal ob von der Caritas, Diakonie, AWO oder anderen
- 13:36Trägern, unterliegen alle der gesetzlichen Schweigepflicht.
- 13:39Das heißt, die dürfen nichts weiter sagen.
- 13:42Absolut nichts ohne deine ausdrückliche Erlaubnis.
- 13:45Dein Arbeitgeber erfährt nichts, die Familie erfährt nichts, wenn
- 13:49du das nicht möchtest. Es gibt ja auch anonyme Online
- 13:52und Telefonberatungen, wo du erst mal ganz unverbindlich und
- 13:56anonym Rat suchen kannst. Und Selbsthilfegruppen.
- 13:59Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker, also AA
- 14:03oder Nacotics Anonymous NA, die basieren ja auf dem Prinzip der
- 14:07Anonymität. Das steckt schon im Namen.
- 14:10Dein Geheimnis ist dort sicher. Es gibt also definitiv Wege,
- 14:14Unterstützung zu finden, ohne dass dein Soziales oder
- 14:17berufliches Umfeld davon erfahren muss.
- 14:19Das ist gut zu wissen. Gabriel schließt seinen Artikel
- 14:23ja mit einer, wie ich finde, sehr starken Botschaft ab.
- 14:26Ja, er sagt sinngemäß, dass wahre Stärke nicht darin liegt,
- 14:30niemals zu zerbrechen oder immer perfekt zu sein, sondern wahre
- 14:33Stärke zeigt sich im Mut, die eigenen Scherben anzuerkennen,
- 14:37aufzusammeln und den Weg der Heilung anzutreten, auch wenn er
- 14:40vielleicht schwierig ist und der Beleuchtung.
- 14:42Dabei eben auch noch mal kritisch die Rolle der
- 14:45Gesellschaft, diese unrealistischen
- 14:47Perfektionsansprüche, die oft gerade an Frauen gestellt werden
- 14:50und gleichzeitig werden dann die vermeintlichen Hilfsmittel zur
- 14:53Betäubung der Weine als Wellness, die Pille als
- 14:56Nervennahrung quasi gesellschaftsfähig gemacht oder
- 14:59zumindest verharmlost. Ein Widerspruch in sich?
- 15:02Eigentlich. Total.
- 15:04Und seine Kernbotschaft ist deshalb ganz klar um Hilfe zu
- 15:07bitten, ist kein Versagen. Es ist im Gegenteil ein Akt der
- 15:11Selbstfürsorge, der Stärke und auch der Verantwortung für sich
- 15:15selbst und für die Menschen, die einem wichtig sind.
- 15:17Dieses Eingeständnis, Ich schaffe es nicht mehr allein.
- 15:21Ja, genau dieses Eingeständnis ist nicht das Ende.
- 15:23Es ist der Anfang. Der Anfang der Heilung und der
- 15:26Anfang die Kontrolle über das eigene Leben wirklich
- 15:29zurückzugewinnen. Ein starkes Plädoyer.
- 15:32Wenn dir diese Auseinandersetzung jetzt
- 15:34Denkanstöße gegeben hat, wenn dir das Gefallen hat und du
- 15:37vielleicht auch die Arbeit von Nelix Berlin generell wertvoll
- 15:39findest. Dann würde sich Gabriel riesig
- 15:42über deine Unterstützung freuen. Absolut.
- 15:44Du kannst Gabriel zum Beispiel helfen, indem du den
- 15:47ursprünglichen Artikel oder vielleicht auch diese heutige
- 15:50Besprechung in deinen sozialen Netzwerken teilst.
- 15:53Oder du bewertest und Likest uns auf den Plattformen, wo du uns
- 15:56hörst. Also Spotify, Apple Podcasts und
- 15:59so weiter das Projekt Neelix Berlin wird ja komplett allein
- 16:02von Gabriel finanziert und auch erstellt.
- 16:05Jede Form der Unterstützung, egal wie klein sie scheint,
- 16:09hilft ihnen dabei mit diesem Projekt.
- 16:10Direkt weiterzumachen und damit hilft er sich selbst auf seinem
- 16:14Weg und gleichzeitig auch anderen Betroffenen.
- 16:17Das ist wirklich bewundernswert. Ja, und sein persönliches Motto,
- 16:20das ihn dabei antreibt, das finde ich auch sehr schön,
- 16:22lautet aus allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu
- 16:26machen. Ein tolles Motto.
- 16:28Finde ich auch, ja. Dann sind wir für heute am Ende
- 16:32unserer Erkundung. Vielen dank Dir fürs Zuhören und
- 16:36dass du dir die Zeit genommen hast.
- 16:37Das war finde ich, ein intensiver Blick auf ein Thema,
- 16:40das oft im Verborgenen liegt, aber eben doch sehr viele
- 16:43Menschen betrifft. Ja, das war es.
- 16:45Danke auch dir. Und vielleicht noch ein letzter
- 16:48Gedanke zum Mitnehmen für dich. Was wäre wenn dieses
- 16:51Eingeständnis, ich brauche Hilfe gar nicht bedeutet, die
- 16:55Kontrolle zu verlieren? Sondern wenn es vielleicht der
- 16:58allererste, entscheidende Schritt ist, um die Kontrolle
- 17:01über dein eigenes Leben wirklich zurückzugewinnen.
- 17:04Denk mal drüber nach, Pass gut auf dich auf und bis zum
- 17:08nächsten Mal. Tschüss.
- 17:09Tschüss.