Latest / Mit Haltung und trocken - der Zukunftstalk mit Markus und Markus / Bruder Dirk – Was Unternehmen von einem Kloster lernen können
Transcript
- 0:05Speaker 1: Willkommen zu Mithaltung und Trocken der Zukunfts-Talk mit Markus und Markus.
- 0:13Speaker 1: Heute zu Gast Bruder Dirk,
- 0:15Speaker 2: Münch & Seelsorger im Klöster Beinburg in Wuppertal.
- 0:21Speaker 2: Willkommen zur Mithaltung und Trock der Zukunftstalk mit Markus & Markus!
- 0:25Speaker 0: Auch von mir herzlich willkommen.
- 0:26Speaker 0: ich bin Markus Schlomski und ich freue mich sehr.
- 0:29Speaker 0: es ist schön dass wir wieder gemeinsam einen Podcast haben und heute auch ein ganz besonderer.
- 0:34Speaker 2: woran halten wir fest?
- 0:36Speaker 2: wenn sich die Welt ständig verändert.
- 0:37Speaker 2: Und was muss ich verändern, damit bewährt es überhaupt eine Zukunft hat?
- 0:41Speaker 2: Diese Frage beschäftigt nicht nur Unternehmen wie unseres sondern auch Institutionen, die auf eine jahrhundertlange Geschichte zurückblicken.
- 0:49Speaker 2: Unser Gast lebt und arbeitet an so einem Ort.
- 0:53Speaker 2: Bruder Dirk Wassenfuhr ist Kreuzherr im Kloster Steinhaus in Beinburg.
- 0:57Speaker 2: als Seelsorger Begleiter und aufmerksamer beobachter gesellschaftlicher Entwicklung erlebt er täglich wie Menschen nach Orientierung, Gemeinschaft und Verlässlichkeit suchen.
- 1:07Speaker 2: Darüber wollen wir heute gemeinsam sprechen?
- 1:10Speaker 2: Wie viel Wandel verträgt Traditionen?
- 1:12Speaker 2: Herzlich willkommen Bruder Dirk!
- 1:15Speaker 1: Vielen Dank ich grüße Sie auch.
- 1:17Speaker 0: Ich freue mich auch sehr dass sie heute da sind.
- 1:20Speaker 0: Wir haben immer ein passendes Glas Wein dabei.
- 1:23Speaker 0: Auch heute trinken wir einen Weißburgunder von Weingut-Ziereisen.
- 1:28Speaker 0: Ein guter Wein braucht auch immer Zeit, um zu reifen und seinen Charakter zu entwickeln.
- 1:33Speaker 0: Jetzt mal die erste Frage.
- 1:34Speaker 0: Gibt es etwas von denen Sie sagen würden das sollte sich trotz aller Veränderungen niemals ändern?
- 1:40Speaker 1: Was ich nie ändern sollte wäre das Bezogensein auf dem Mitmenschen dass man immer den anderen im Blick hat bei allem was man tut oder denkt.
- 1:53Speaker 2: Bruder Dirk, wir dürfen Sie so nennen.
- 1:56Speaker 2: Wir haben am Anfang anführungsstrichen persönliche Fragen damit die Hörerinnen und Hörern den Menschen mit dem wir sprechen etwas besser kennenlernen bevor wir dann auf die fachlichen oder auf die inhaltliche Diskussion kommen.
- 2:10Speaker 2: Was war Ihr erster Job?
- 2:12Speaker 2: Und was haben sie daraus gelernt oder was haben Sie mitgenommen daraus?
- 2:17Speaker 1: Ja mein Erster Job ist eigentlich der, den ich immer noch habe.
- 2:21Speaker 1: Ich bin ja nach dem Abitur direkt ins Kloster eingetreten und habe innerhalb der Ausbildungszeit die Lehre zum Krankenpfleger gemacht.
- 2:33Speaker 1: Später kamen dann Aufgaben wie Zählsorge oder Pilger, Vater am Jakobsweg
- 2:40Speaker 1: etc.,
- 2:40Speaker 1: etc.
- 2:41Speaker 1: hinzu.
- 2:42Speaker 2: Können Sie sich nicht an eine Situation erinnern in der Ausbildung wo sie sagen das hat mich... geprägt?
- 2:48Speaker 2: oder ich denke da immer noch an diesen Moment zurück?
- 2:52Speaker 1: Das war besonders die Atmosphäre im Ausbildungskrankenhaus, die sehr menschlich gebrecht war.
- 3:01Speaker 1: Die sehr kreativ gebrächt waren was wir nicht alles mit dem Patienten in Anführungszeichen angestellt haben um den Aufenthalt angenehmer zu machen.
- 3:12Speaker 1: das war etwas wo man sagen konnte ja da herrschte noch Eine mittmenschliche und in meinem Sinne auch christliche Atmosphäre.
- 3:22Speaker 0: Sehr, sehr schön!
- 3:23Speaker 0: Gibt es bei diesen ganzen Stationen die Sie erlebt haben über die Jahrzehnte etwas wo sie heute wenn Sie zurückblicken sagen das hätte ich anders gemacht lieber wenn nicht die Erfahrung von heute gehabt hätte?
- 3:36Speaker 1: Ja hinterher ist man immer klüger.
- 3:38Speaker 1: Immer.
- 3:39Speaker 1: Es hat auch im meiner Klösterlichen Lauf warm viele Probleme gegeben im Miteinander.
- 3:48Speaker 1: Das muss man ehrlich sagen, damals war ich vielleicht noch zu schüchtern oder zu dumm, da hat man alles geschluckt.
- 3:57Speaker 1: heute würde ich nicht alles so mitmachen wie damals.
- 4:03Speaker 0: Man musste sich schon früh unterordnen in dieses klösterliche Leben?
- 4:06Speaker 0: Ja
- 4:06Speaker 1: aber das macht stark!
- 4:10Speaker 2: Die meisten Menschen haben so einen Leitspruch oder eine Orientierung, an den sie sich halten.
- 4:15Speaker 2: Gibt es sowas bei ihnen?
- 4:16Speaker 2: Also ein Zitat oder ein Satz oder eine Lebenserweisheit muss jetzt kein Kalenderspruch sein.
- 4:21Speaker 2: aber irgendwo etwas wo Sie sagen das ist so ein bisschen mein ...
- 4:25Speaker 1: Ja vor drei Jahren war Schützenkönig, er musste seine Plakette anfertigen lassen und die Königskette.
- 4:33Speaker 1: Und da habe ich den Spruch von Kardinal Frings übernommen und der ist mir sehr wichtig, auf Latein Pro Dominibus Constitutus für die Menschen bestellt.
- 4:47Speaker 1: Das ist für mich wichtig.
- 4:48Speaker 0: Toll!
- 4:49Speaker 0: Sehr schön.
- 4:50Speaker 0: Sie begleiten Menschen in ganz vielen auch sehr schweren Lebenssituationen und gelten für viele als jemand der auch Halt gibt?
- 4:59Speaker 0: Wann waren sie zuletzt für sich mutig ohne dass sie irgendjemand mitbekommen hat?
- 5:04Speaker 1: Mutig ui?
- 5:05Speaker 1: Das ist eine schwere Frage, da könnte ich jetzt nicht direkt antworten.
- 5:10Speaker 2: Wenn wir auf beide Organisation oder Institutionen schauen – also wir haben ja beide ein gewissen oder unterschiedlicher Form aber einen Auftrag und müssen uns mit Veränderung der Gesellschaft hier auseinandersetzen und uns auch wieder neu erfinden was glaubt sie macht?
- 5:29Speaker 2: Eine Institution insbesondere?
- 5:32Speaker 2: Wir blicken auf seventy-fünf Jahre Tradition zurück, nicht auf eine Jahrhunderte lange Tradition.
- 5:38Speaker 2: Aber was glauben Sie macht?
- 5:40Speaker 2: Eine Institution so langfristig erfolgreich dass sie von den Menschen angenommen wird akzeptiert wird?
- 5:48Speaker 1: Ich glaube das hängt vor allen Dingen damit zusammen Dass man immer wieder reflektiert warum diese Institution eigentlich besteht.
- 5:58Speaker 1: Immer back to the roots Ein gutes Motto für alle Institutionen.
- 6:04Speaker 2: In der Tat, ja?
- 6:07Speaker 2: Schön!
- 6:09Speaker 0: Das ist ja so.
- 6:09Speaker 0: das was Markus jetzt auch erwähnt hat.
- 6:11Speaker 0: wir leben ja von Regeln und Werte die Jahrhunderte alt sind.
- 6:14Speaker 0: Was davon ist heute noch genauso wichtig wie früher?
- 6:17Speaker 0: es ändert sich so viel Es wird erst so viel schneller aber welche Traditionen und werte sind noch so wichtig dass man die unbedingt auch beibehalten sollte Auch in dieser modernen Zeit
- 6:27Speaker 1: Aus meiner Sicht natürlich.
- 6:30Speaker 1: Wir leben im christlichen Abendland, der christliche Glaube hat unser Land geprägt und hoffentlich wird es auch weiter prägen.
- 6:38Speaker 1: Aber man kann das vielleicht auch allgemeiner fassen dass jeder etwas hat wofür er steht und was ihm Richtung gibt.
- 6:51Speaker 0: Das ist ein bisschen verloren
- 6:52Speaker 1: Und das geht immer mehr verloren gerade auch bei jungen Leuten die dann bei mir zum Gespräch kommen, auf der Suche sind oder als Pilger unterwegs sind um ihr Ich zu finden.
- 7:06Speaker 2: Gibt es auf der anderen Seite etwas wo Sie sagen das macht die Jugend- oder die jungen Menschen neue Generation heute besser als früher?
- 7:16Speaker 1: Die Frage umgekehrt wäre mir lieber gewesen!
- 7:20Speaker 2: Die ist so einfach!
- 7:22Speaker 1: Sagen wir mal sicherlich ist die Jugend heute offener und nicht so vorgeprägt, wie wir das sind oder waren.
- 7:34Speaker 1: Und sind vielleicht dadurch auch schneller für neuere Dinge zu begeistern?
- 7:41Speaker 0: Gibt es auch Parts aus Ihrer Sicht des Traditionen die ja an sich auch Menschen halt gibt, auch zur Belastung werden kann?
- 7:48Speaker 0: Ja
- 7:49Speaker 1: natürlich!
- 7:50Speaker 1: Ich finde überall dort wo Traditione getätigt werden man aber den eigentlich den Urgrund, den Inhalt vernachlässigt hat.
- 8:03Speaker 1: Dann wird es zu einer leeren Form und dann durchwählen diese Traditionen nicht mehr glaubwürdig.
- 8:10Speaker 1: Die müssen authentisch bleiben.
- 8:12Speaker 1: Sonst wird hinterher die Form zur eigentlichen Religion und wofür sie steht geht verloren.
- 8:22Speaker 0: Ja, das stimmt.
- 8:23Speaker 2: Wenn ich von der anderen Seite nochmal auf die Tradition Blicke und ja gerade die Kirche über eine so lange Zeit immer in diesem Spannungsverhältnis auch.
- 8:33Speaker 2: In der Welt, in der wir gerade leben ja auch kirche häufig in der Diskussion steht Auch in der kritischen Diskussion und es Ja nicht so einfach ist auch für ein Unternehmen den Unterschied zu finden zwischen einem notwendigen wandel Und dem beharren Bezug auf die guten traditionen oder auch dann die richtigen tradition.
- 8:56Speaker 2: Wie kann man diesen Unterschied oder diese eigene Identität immer wieder hinterfragen?
- 9:01Speaker 2: Oder auch festlegen, um den richtigen Mittelweg zu finden.
- 9:05Speaker 2: Sich mit dem Wandel auseinanderzusetzen, ihn vielleicht auch zu akzeptieren auf der einen Seite und da auf der anderen Seite so viel Tradition zu bewahren, um die Kernen, denen Sie gerade beschrieben haben, nicht aufzugeben?
- 9:18Speaker 1: Ich würde zuerst nur sagen, erstens sind Institutionen notwendig, um bestimmte Werte und Ideale weiterzutragen.
- 9:26Speaker 1: Institutionen sind Vehikel für die Werte und Ideale, damit sie auch in der Zukunft noch ihre Wertigkeit haben.
- 9:36Speaker 1: Dieses Vehikel aber muss wachsam sein!
- 9:41Speaker 1: Muss für Ihre ideale Werte, für Ihre Tradition vielleicht ab uns zu neue Formen entwickeln, die heute besser verstanden werden?
- 9:52Speaker 1: Was nutzen mir Symbole die keiner mehr versteht.
- 9:57Speaker 1: Und davon haben wir sehr viele in unserer Gesellschaft.
- 10:01Speaker 1: Dazu gehört auch die Sprache, wenn ich mit meinem Altdeutsch mit Jugendlichen spreche, je nachdem welche Wörter ich wähle, schönen sie mir den Kopf und verstehen mich nicht.
- 10:15Speaker 1: Also muss auch ich lernen, deren Sprache zu
- 10:18Speaker 1: sprechen.".
- 10:19Speaker 1: Das
- 10:19Speaker 2: würde mich jetzt interessieren aber wir lassen das raus.
- 10:21Speaker 2: Ja,
- 10:25Speaker 1: um sie überhaupt zu erreichen.
- 10:28Speaker 1: Oder wenn wir schon bei der Kirche sind vielleicht ein kleines Beispiel Es ist Tradition Freitags Fisch zu essen.
- 10:40Speaker 1: Das sage ich Blödsinn.
- 10:43Speaker 1: Heute ist Fisch teurer wie Fleisch Also macht das keinen Sinn.
- 10:48Speaker 1: Für mich wäre es viel wichtiger freitags bewusst etwas Gutes zu tun, darüber freut sich Gott und vor allen Dingen davon profitieren die Mitmenschen.
- 11:03Speaker 1: Und ich lerne mich etwas zurückzunehmen!
- 11:06Speaker 1: Das ist für mich ein Freitagsfasten.
- 11:09Speaker 0: Sehr gut Sie sprechen das auch an mit den jungen Menschen?
- 11:13Speaker 0: zu denen sie Kontakt haben.
- 11:16Speaker 0: Für die ist es ja ... Die Welt wird immer schneller, also wird es dadurch auch immer schwerer für die nächste Generation überhaupt Orientierung zu finden?
- 11:24Speaker 1: Ja, die Orientierungslosigkeit nimmt zu unter anderem auch weil die Auswahl so groß geworden ist.
- 11:32Speaker 1: wie viel Studie und Fächer gibt das nicht?
- 11:35Speaker 1: oder wie werden die Schüler in den Schulen auf das Arbeitsleben oder gesellschaftliche Leben vorbereitet.
- 11:45Speaker 1: Das, was ich diesen jungen Leuten oft sage, gehe in dich und frag dich, was gehört unumstößlich zu mir?
- 11:58Speaker 1: Worin lasse ich mich nicht verbiegen – egal wer was oder wo sagt!
- 12:04Speaker 1: Dass man erstmal in sich selbst ruht.
- 12:08Speaker 1: Und wenn man weiß, wer Dann kann man auch Ausschau halten nach dem, was man tun kann.
- 12:14Speaker 2: Das Thema Orientierung oder auch Orientierung geben hat ja viel mit Vertrauen zu tun also das ein Gegenüber einem selbst oder der einer Idee oder einer Institution auch entsprechendes Vertrauen schenkt.
- 12:30Speaker 2: wie hält man das?
- 12:31Speaker 2: Wie baut man es langfristig auf dass das Vertrauen nicht verloren geht
- 12:36Speaker 1: indem man so Viel sie möglich authentisch lebt, dass das was man sagt auch in meinem Leben abgebildet wird.
- 12:49Speaker 1: Nur das allein kann Vertrauen schenken!
- 12:52Speaker 2: Wie kriege ich das kommuniziert?
- 12:54Speaker 2: Insbesondere als Kloster oder als Unternehmen oder als Schule... wie krieg' ich das vorgelebt?
- 13:03Speaker 1: Ja eigentlich nur durch
- 13:04Speaker 2: Vorleben.
- 13:06Speaker 1: Ein gelebtes Beispiel ist immer besser.
- 13:09Speaker 2: Haben Sie Beispiele vor Augen?
- 13:12Speaker 2: Wie haben Sie es gemacht?
- 13:14Speaker 1: Ja, wie habe ich das gemacht?
- 13:15Speaker 1: Ich meine, ich versuche es.
- 13:17Speaker 1: Bin da ja auch nicht vollkommen drin!
- 13:20Speaker 1: Aber ich versuch' ... ... vierundzwanzig Stunden erreichbar zu sein.
- 13:25Speaker 1: Habe ein offenes Haus.
- 13:27Speaker 1: Jeder ist erstmal willkommen und... Das ist heute sehr wichtig.
- 13:33Speaker 1: Ich nehme mir sehr, sehr viel Zeit zum Zuhören.
- 13:38Speaker 1: So ist eine meiner Regel zweimal hören aber nur einmal
- 13:42Speaker 1: reden.".
- 13:43Speaker 2: Das ist ein guter Typ für
- 13:44Speaker 0: vier.
- 13:48Speaker 0: Ja vielleicht gibt es ja noch einen weiteren weil das ist ja auch moderne Organisationen wie die WSW.
- 13:54Speaker 0: kann sie auch von so einer Ordensgemeinschaft lernen wenn die aktiv zuschaut?
- 14:01Speaker 1: Das hängt natürlich von den Personen ab, die in dieser Institution arbeiten und ein Großteil ihres Lebens verbringen.
- 14:11Speaker 1: Wie sie erschaffen eine Atmosphäre des Mieteinanders und des Zuhörends zum Werkstelligen.
- 14:19Speaker 0: Weil auch in einem Unternehmen kann man auch zweimal zuhören und nur einmal riechen?
- 14:22Speaker 0: Ja!
- 14:23Speaker 2: Da schreiben wir unten an die Tür.
- 14:25Speaker 2: Ja
- 14:25Speaker 0: das stimmt.
- 14:29Speaker 1: Auch ein Problem gehen sie zum Doktor.
- 14:32Speaker 1: Der sitzt dann vor seinem Computer, der guckt einen noch nichtmals an.
- 14:36Speaker 1: Statt mal genau zu fragen und zu gucken wie ist diese Person beschaffen?
- 14:41Speaker 1: Was liegt ihr auf dem Herzen?
- 14:44Speaker 1: Und so gibt es auch, denke ich, an vielen Stellen Beamte oder städtische Angestellte vielleicht Sozialamt oder so die wenn Sie kommen sehen vom Äußeren schon abhaken und gar nicht mehr hinhören.
- 15:00Speaker 0: Wie
- 15:00Speaker 1: soll man den Leuten gerecht werden?
- 15:03Speaker 1: Einfach das Gefühl geben Menschen, dass man sie wahrnimmt!
- 15:09Speaker 0: Ich habe auch noch mal eine Frage, die mir so spontan kommt weil die mich auch ein bisschen umtreibt.
- 15:14Speaker 0: jetzt bin ich auch einen Kirchgänger schon immer in mein Leben lang gewesen.
- 15:19Speaker 0: Ich bin ja auch immer Weihnachten sehr gerne bei Ihnen, was mir immer so auffällt als normaler Kirchgänger der Sonntags geht.
- 15:26Speaker 0: Die Christen kommen nur zu Feiertagen in letzter Zeit.
- 15:31Speaker 0: also es ist die Kirchen sind überfüllt alle stehen wenn Weihnachten ist, wenn Ostern ist vielleicht noch wenn Pfingsten ist, vielleicht zunampfer und leicht ans Prozession wenn das Wetter gut ist.
- 15:41Speaker 0: Ist man da nicht auch immer ein bisschen beunruhigt?
- 15:43Speaker 0: Wenn man sieht dass der normale Sonntag dann doch nur für eine kleine Gruppe vorbehalten ist?
- 15:48Speaker 1: Ja, natürlich ist man dann ein bisschen traurig.
- 15:52Speaker 1: Weil wir arbeiten ja mehr oder weniger immer in negative hinein.
- 15:57Speaker 1: Bei uns bleiben im Moment die Erfolge so ein bisschen aus aber wir sind ja froh wenn sie an den Tagen noch kommen.
- 16:06Speaker 0: Man freut sich über die kleinen Erfolgen das
- 16:08Speaker 1: nicht.
- 16:09Speaker 1: Aber umso mehr freuen bei uns über die die jeden Sonntag kommen die hinter der Sache stehen An den Feiertagen kommen die ja auch meistens nur, weil es Tradition ist.
- 16:22Speaker 0: Es ist wichtig, dass man nach draußen bei den Menschen, die dazuhören, freut sich darüber als Geistlicher, wenn wir an einem normalen Sonntag-Familien zusammen in die Kirche gehen.
- 16:33Speaker 0: Auf
- 16:33Speaker 1: jeden Fall!
- 16:37Speaker 2: Wie sieht ein Tagesablauf aus von einem Mönch?
- 16:41Speaker 1: Ich bin kein normaler Mensch.
- 16:43Speaker 1: Gibt's
- 16:44Speaker 2: Anormale ...
- 16:47Speaker 1: Ich lebe ja nicht mehr in der Gemeinschaft.
- 16:49Speaker 1: Da ist das Zusammenleben sehr strukturiert mit Gebetseiten, Essenszeiten und Regrationszeiten.
- 16:57Speaker 1: Das hab ich ja nicht mal als Alleinstehender.
- 17:01Speaker 1: Und so sieht bei mir jeder Tag anders aus weil ich nicht weiß was kommt.
- 17:07Speaker 1: Wer steht vor der Tür?
- 17:08Speaker 1: Wer ruft an?
- 17:09Speaker 1: Was passiert im Dorf?
- 17:11Speaker 1: Das kann dich ja nicht vorab sehen.
- 17:14Speaker 1: Aber grob gesagt, morgens früh gehe ich sehr früh in die Kirche.
- 17:18Speaker 2: Was ist sehr früh?
- 17:20Speaker 1: Ja so kurz nach sieben.
- 17:23Speaker 1: Also ich steh um sechs Uhr auf und bin ja schon älter.
- 17:26Speaker 1: Ich brauche ja auch meine Zeit noch
- 17:28Speaker 2: morgen.
- 17:29Speaker 1: Dann gehe ich noch etwas in die ambulante Krankenpflege.
- 17:33Speaker 1: Wenn ich zurückkomme meistens gehe ich dann in die Seelsorge.
- 17:37Speaker 1: spricht Hausbesuche, Altenheim Gottesdienste.
- 17:41Speaker 1: Vor allen Dingen sehr viele Beerdigungen, die ich mache.
- 17:45Speaker 1: Führungen und Andachten ... Wenn nichts ist wie heute, da war ich den ganzen Tag in der Klosteranlage im Garten.
- 17:55Speaker 1: Dann kommen die Pilger, die müssen empfangen werden.
- 17:58Speaker 1: Die muss sich bekochen.
- 18:00Speaker 1: Wenn sie gehen, muss ich die Wäsche waschen.
- 18:02Speaker 1: Ich hab hier einen Ein-Mann-Haushalt.
- 18:05Speaker 1: Und so muss ich alles machen!
- 18:08Speaker 1: Abends sind meistens Sitzungen.
- 18:10Speaker 1: Ich bin Presse von vielen Vereinen, wo Verpflichtungen anstehen.
- 18:15Speaker 1: So kann ich mich über lange Weile nicht
- 18:17Speaker 1: beklagen.".
- 18:19Speaker 2: Ein Kloster lebt ja auch ein bisschen normalerweise von der Gemeinschaft und dem gemeinsamen Gedanken auf den man sich dann dort verständigt hat – und ja auch absichtlich eine gar nicht-werten Gemeinderbeit in einer Parallelgesellschaft, die sich dort zurechtfindet und in einer anders... organisierten Gemeinschaft lebt.
- 18:38Speaker 2: Jetzt haben sie gesagt, sind Sie ja auch inzwischen allein der Letzte?
- 18:42Speaker 2: In dem Kloster zumindest!
- 18:44Speaker 2: Wie motivieren Sie sich also?
- 18:46Speaker 2: die Hörerinnen und Hörern können das nicht sehen aber ich erlaub mir das mal zu sagen, Sie haben unglaublich noch lachende Augen, wache Augen und man hört es hier auch an dem Gespräch dass sich das alles sehr ernst meint und auch einen sehr motivierten Eindruck hier auf vermitteln im Gespräch.
- 19:02Speaker 2: was motiviert Sie jeden Tag das Aufsicht zu nehmen das mit Freude zu machen.
- 19:07Speaker 1: Das ist natürlich mein Glaube, der trächt.
- 19:11Speaker 1: und ja die Menschen, die ich begegne, die geben mir auch Kraft.
- 19:17Speaker 1: Andere sammeln Briefmarken nicht Menschen.
- 19:22Speaker 1: Ich freue mich eigentlich über jeden weil von ihnen kann ich auch noch lernen.
- 19:27Speaker 1: oder Menschen mit ihren Problemen, die mich vor Herausforderungen stellen dass ich gefragt bin damit ich nicht einschlafe, geistlich.
- 19:37Speaker 1: Immer wieder neu sich den täglichen Problem stellen.
- 19:41Speaker 1: Das hält mich wach und munter.
- 19:44Speaker 0: Und auch mit den schweren Veränderungen unserer Gesellschaft?
- 19:47Speaker 0: Sie verlieren nie ihre Zuversicht.
- 19:50Speaker 1: Oft habe ich das Gefühl, dass Beste kommt noch!
- 19:54Speaker 1: Die Veränderung in der Gesellschaft machen mir schon sehr saug.
- 19:59Speaker 1: Weil hier und da sieht man so die Gesellschaft vor der Wand fahren.
- 20:04Speaker 1: Das finde ich sehr schade.
- 20:05Speaker 1: Nicht dieses immer mehr auf sich bezogen sein, was man gerade nach Corona so erlebt hat.
- 20:13Speaker 1: Von daher war bei uns die Flut ein Segen.
- 20:18Speaker 2: Das wissen aber nicht alle Hörerinnen und Hörern?
- 20:20Speaker 2: Das Hochwasser vor fünf Jahren.
- 20:25Speaker 2: Und in Beinburg gibt es eine Talsperre ... und die Drote überzulassen?
- 20:30Speaker 1: Nein, die von Rade vom Wald.
- 20:31Speaker 1: Die von
- 20:31Speaker 2: Rades vom
- 20:33Speaker 1: Wasser.
- 20:35Speaker 1: Und da wurden wir eben an größte Teile Beimbusse überflutet ...
- 20:39Speaker 2: Ja!
- 20:40Speaker 1: Und für mich hört sich komisch an, war es die schönste Zeit meines Lebens.
- 20:45Speaker 2: Warum?
- 20:46Speaker 2: Sie haben die Glocken geläutet und die Menschen gewarnt?
- 20:49Speaker 1: Alle im Dorf waren ein Herz und eine Seele.
- 20:53Speaker 1: Alle waren gleich arm, waren gleich betroffen.
- 20:56Speaker 1: Es gab keine Titulaturen mehr, alle Türen standen offen.
- 21:00Speaker 1: Man hat jeden Tag zusammen gearbeitet, jeden Tag mehrfach gegessen.
- 21:06Speaker 1: Das hatte etwas für mich von Urkirche Ja das muss ich wirklich sagen.
- 21:14Speaker 1: und so etwas zu behalten für die gesamte Gesellschaft das wäre eine gute Tradition.
- 21:22Speaker 2: ohne Überschwemmung
- 21:23Speaker 1: Ohne ... auch ohne Not.
- 21:25Speaker 1: Auch ohne Nöte!
- 21:26Speaker 1: Das
- 21:26Speaker 0: ist meine Meinschaft, dass man die Türen öffnet und nichts passiert.
- 21:32Speaker 1: Warum braucht der Mensch immer Nöten um sich zu verändern?
- 21:35Speaker 1: Es muss das nicht sein.
- 21:37Speaker 2: Ein schönes Schlusswort.
- 21:39Speaker 0: Ganz toll, vielen Dank für das tolle Gespräch.
- 21:41Speaker 0: Gerne.
- 21:42Speaker 0: Also es war ganz toll, also auch mal für mich persönlich.
- 21:45Speaker 0: jemand, der Sie schon ganz lange kennt und erlebt, wenn's nur ab und zu ist im Jahr mit die Möglichkeit.
- 21:53Speaker 0: Ihre Sichtweise so kennenzulernen hat mir ganz toll gefallen.
- 21:58Speaker 0: Wenn es den Menschen, wovon ich überzeugt bin die jetzt das sich anhören aus Wuppertal oder aus anderen Orten wenn sie ihn auch gefallen hat teilt die Folge sagt anderen Bescheid dass es sich lohnt hinzuhören und ich freue mich aufs nächste mal.
- 22:11Speaker 2: Herzlichen Dank auch von mir!
- 22:13Speaker 1: Bitte schön!
- 22:14Speaker 2: War mir echt eine
- 22:14Speaker 1: große
- 22:15Speaker 2: Ehre und toll dass Sie dieses Format überhaupt mitmachen.
- 22:19Speaker 2: für uns beide hier eine große Ehe.
- 22:21Speaker 2: Das war's mit unserem Podcast.
- 22:25Speaker 2: Bleibt neugierig, mutig und im Gespräch.
- 22:28Speaker 2: Alles Gute, vielen Dank!
- 22:29Speaker 2: Tschüss!
- 22:41Speaker 1: In der nächsten Folge
- 22:41Speaker 0: begrüßen
- 22:42Speaker 2: wir Henning Dethers, Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser
- 22:46Speaker 1: AG in Gelsenkirchen.
- 22:47Speaker 1: Mit ihm sprechen wir über Versorgungssicherheit in Zeiten der Energiewende
- 22:51Speaker 2: und warum Wasser
- 22:52Speaker 1: dabei oft vergessen wird!
- 22:54Speaker 1: Hat euch die Folge gefallen?
- 22:56Speaker 2: Dann
- 22:56Speaker 1: freuen wir uns über eure Bewertungen
- 22:57Speaker 2: und über eure Gedanken auf Social Media.