Latest / Die Zeitgenossen / Die Zeitgenossen 26: Rom, Perfect Days, Was wir wissen können, AI Brainrot, Lieblingsvölker
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- speaker-1: Zeitgenosse! Herzlich willkommen zur 26. Folge von Die Zeitgenossen. Und wir haben uns mal wieder ganz viel Mühe gemacht, euch das Beste vom Besten zusammenzutragen und gleich mit Christoph schon damit anfangen, was man eigentlich wissen kann oder so heißt das. Christoph, was hast du uns mitgebracht? speaker-0: What We Can Know, das ist das neueste Buch von Ian McEwan. ich meine, wer sich mit englischer Literatur ein bisschen beschäftigt, der weiß, dass wahrscheinlich Ian McEwan, der eine erfolgreichste, bedeutendste, wichtigste, lebende englische Autor ist. Also nicht der englischen Sprache, sondern jemand, tatsächlich aus England kommt. Und jeder hat ja vielleicht den Film gesehen, Atonement, Abbitte, das ist schon 25 Jahre her. Jedes Buch, was er schreibt, schlägt eigentlich so ein und wird von der Literaturwelt umarmt. Also, ist so bisschen wie Haruki Moakami für England. Also der eine Autor, auf den alle achten. Und mir geht's auch so. Also seitdem ich einmal drauf gekommen bin, Atonement hat mich seinerzeit auch total mitgerissen. Oder Jonathan Franzen für England. weiß gar nicht, wie man's am besten, also der ist der eine Man. Und sein letztes Buch ist 2025 rausgekommen. What We Can Know, was wir wissen können. Ich hab's auch auf Englisch gelesen. Und ich habe ja vorletzte Folge, glaube ich, da habe ich ja so sehr vom Leoparden geschwärmt, Ilgato Pardo, dass das das eine Buch ist, was mich in diesem Jahr am meisten gefangen hat. Aber vielleicht stimmt das auch nicht, denn wenn es so ist, dann ist es zumindest auf Augenhöhe, also Kopf an Kopf mit What We Can Know. What We Can Know, Buch, wenn man darüber liest, das wird einem so bisschen vorgestellt wie ein Science-Fiction-Buch. Und das ist auch nicht ganz falsch. Es geht da zwei Liebesgeschichten. Und zwei Beziehungsgeschichten, die eine Geschichte passiert in unserer Jetztzeit, also in den, sagen wir mal, 2020er Jahren. Und die zweite Liebesgeschichte spielt 100 Jahre in der Zukunft. Und da geht es zwei Menschen, die auf unsere Jetztzeit zurückschauen. Und in diesen 100 Jahren, da kommt der Science-Fiction-Anteil her, in diesen 100 Jahren bis zum Jahr 21, 20 oder 25 ist viel passiert. Die Welt ist nämlich untergegangen. Also es wird nur relativ fragmentarisch erzählt, wie genau das passiert ist. Eine halb versehentliche Atombomben-Explosion hat die Eiskappen zum Schmelzen gebracht, also extreme Überschwemmungen, die englischen Inseln tatsächlich in ein Archipel verwandelt. Das heißt, der zweite Teil, diese Zukunftsgeschichte spielt in gewisser Weise in England, aber England ist nicht mehr England, sondern eine Inselgruppe. Und man bewegt sich von A nach B auch wirklich mit Booten und manche von diesen Inseln sind. noch zivilisiert. Es gibt auch noch Universitäten. Andere sind aber halt verwahrlost und heruntergekommen. Und es wird so grob erzählt, dass das auch der Zustand der Welt ist. Also die alten Großmächte gibt es nicht mehr, Europa in dem Sinne gibt es nicht mehr, Nigeria ist die neue Großmacht. Das ist aber alles gar nicht so wichtig. Das heißt also, wer meint, dass es sich halt eben da so ein Zukunftsgemälde geht oder so eine Science-Fiction-Geschichte, der täuscht sich. Worum es nämlich in Wirklichkeit geht, dass vor dem Hintergrund dieser Wandeln sich wandelnden Welt die beiden Geschichten von diesen beiden Paaren erzählt werden. Diese beiden Paare leben beide in der akademischen Welt und im Kern das eine große Thema, was diese beiden Geschichten zusammenhält, ist etwas zutiefst Literarisches, nämlich ein Gedicht. Es ist ein Gedicht allerdings, was man nie zu hören oder zu lesen bekommt. Es geht ein Gedicht, was der bedeutendste Dichter, also ein fiktiver Dichter zu unserer Zeit für seine Geliebte beschrieben hat und was dann verschwindet. Und eine von den Geschichten dieses Buches ist die Suche dieser Menschen 100 Jahre in der Zukunft, dieser Akademiker, dieser Sprachwissenschaftler, dieser Künstler nach diesem Gedicht, das vor 100 Jahren einen großen Eindruck hinterlassen hat, was dann aber komplett verschwand, was nie jemand wieder gelesen hat, was nur einmal vorgetragen wurde. Und anhand dieser beiden parallel oder im Wechsel erzählten Geschichten, eigentlich erzählen diese Geschichte zu Anfang diese Menschen aus der Zukunft, die uns erzählen, wie wir zu unserer Zeit jetzt leben oder beziehungsweise, und da wird halt eben der Titel so interessant, sie erzählen uns, was sie glauben zu wissen. Aber sie wissen alles, sie können auch nicht alles wissen. Und diese Frage, was wir überhaupt wissen können über die Vergangenheit, über Menschen, aber auch die uns nahe stehen, über Menschen, von denen wir glauben, alles zu haben, alles, was sie jemals geschrieben haben, alles, was sie jemals veröffentlicht haben, wissen wir denn tatsächlich alles? Wissen wir überhaupt genug? 100 Jahre in der Zukunft fragen sich diese Leute an dieser Universität auch, wie konnten es die Menschen im Jahr 2025 zulassen, dass diese Katastrophe eintritt, die Eiskappen schmelzen, dass die Konflikte so explodieren, dass sozusagen die, also sie wussten alles, wir, wir wissen alles, wir kennen jeglichen physikalischen Zusammenhang, wir kennen jeglichen Umweltschaden, wir kennen die Folgen von Kriegen und trotzdem müssen die Menschen 100 Jahre in der Zukunft vorstellen. Trotzdem, dass wir ja eigentlich heute genauso vernünftig sind, wie sie in der Zukunft sein werden, haben wir das alles nicht verhindern können. Warum bloß nicht? Was? Und das fragen sich diese Leute in der Zukunft. Was? Wir glauben, diese Menschen, unsere Vorfahren so gut zu kennen. Sie haben uns so viel hinterlassen. Und am Ende stehen wir trotzdem vor einem Rätsel. Und dieses große Rätsel, was wir überhaupt über die Vergangenheit, unsere Vorfahren, über Geschichte generell wissen können, Das zieht sich dann auch durch diese beiden Liebesgeschichten. Ich erzähle nicht genau warum, aber diese Urliebesliebesgeschichte, die in unserer Jetztzeit spielt, die sich dieses Gedicht ran, die bekommt zweimal so ein Twist, den wir vom allwissenden Autor erfahren, den die Menschen in der Zukunft aber niemals erfahren werden, weil das können sie nicht wissen, bis zu einem gewissen Grad. Also diese Geschichte, über die die Menschen in der Zukunft glauben, alles zu wissen, über die wissen sie dann am Ende doch nicht genug. weil Ian McEwen halt so ein Meister ist, schreibt er dieses Buch wie ein Gedicht. Also es ist schon unglaublich gut komponiert. Eigentlich, ich bin ja jemand, der immer sagt, es muss was passieren, es muss irgendwie Gewalt passieren, es muss irgendwie drastik passieren und ein bisschen was ist davon auch drin. Aber im Wesentlichen ist das schon auch eine sehr, sehr genaue Beziehungsgeschichte von diesen Menschen der Zukunft in unserer Gegenwart. Aber dieses Grundthema, dieses Erkenntnisthema Was wissen wir überhaupt über uns, über andere, über unsere Vorgänger, über Dinge, von denen wir glauben, dass sie eigentlich total klar sind? Das ist so wundervoll harmonisch und aber auch zum Nachdenken anregend in diesem Buch erzählt, dass es sich wirklich mich nicht loslässt. Also diese Frage, was weiß ich überhaupt, was weiß ich als Historiker auch über die Vergangenheit und auch über meine Familie und über meine Eltern sogar, wie die zusammengekommen sind. Und wenn ich auf mein Leben zurückschaue und so auf einzelne Dinge, passiert sind und die ich nicht erklären kann, ich weiß einfach nicht genug darüber, auch bei Menschen, die ich vielleicht gut genug kenne. Und dieses Buch für mich ist wirklich ein Meisterwerk der Kunst, ein Buch, was auch nur von einem ganz besonders begabten Sprachkünstler hätte geschrieben werden können. Das ist nichts, was du entlang eines Plots einfach so runterschreibst. Und bis ich den Leoparden gelesen habe, war das für mich ganz klar das Buch des Jahres, möglicherweise in letzten Jahren, weil ich wirklich so immer wieder inne gehalten habe und mich darüber gefreut habe, wie schön und tief Ian McGeown diese Fragen da nicht beantwortet, sondern sie aus erzählt. das heißt also, da geht es vor allem halt, ich weiß nicht, wenn du Lust hast auf auf die hohe literarische Kunst, die aber nicht nervig ist und auch nicht prätentiös, sondern auch so bisschen poetisch, dann ist das wirklich, dann ist das der Hammer. speaker-1: Also du hast das super vorgestellt. Damit hast du mich total gewonnen. Das kommt jetzt auf meine Liste und das überspringt jetzt einiges, glaube ich. Ich habe eigentlich einiges vor, aber das ist genau Abma Eli. Bisschen Fiction, Psychologie, große gesellschaftliche Fragen. Große Beschüle. Ja, ein großes Gefühl ist, alle checkboxen. Und ich meine, die Frage stellen wir uns ja, glaube ich, alle gerade, warum wir so wissenden Augen ins Verderben rennen gerade oder so das Gefühl haben, ins Verderben zu rennen. Ich glaube, wir haben ja gerade so ein, also ich habe so ein gesellschaftliches Gefühl von Repetition. Also wir sind eigentlich jetzt wieder Ende 20ern angekommen. Wir sehen die gleichen Phänomene wie fast vor 100 Jahren. Und ja, große gesellschaftliche Umbrüche, große industrielle Revolution, Aie-Revolution, wir haben Angst die Arbeitsplätze. Dann Faschismus, aber auch Themen wie Nationalismus kommen wieder ganz stark in den Trend. Alle sagen Ausländer raus. Also all diese Themen wiederholen sich. alle gucken dabei aber zu und machen nicht Zeit, also gefühlt. Und es wird eigentlich immer nur bisschen schlimmer, habe ich so das Gefühl. Und also deswegen, also finde ich ein super Buch, werde ich mir auf jeden Fall sofort besorgen auf meinen Kindle-Laden. Das ist ja total tragisch. Ich versuche ja hier immer englische Bücher zu kaufen und kriege die hier nicht. Ich war letztens im Buchladen, habe ja vom Three-Body-Problem den dritten Band bestellt, war eine Woche später da, wollte den abholen, dann hat sie gesagt, den haben wir nicht bestellt. Wie, warum nicht? Ja, wir können hier keine englischen Bücher bestellen. Das hat mein Assistent falsch gemacht. Was? Ja, weil das der Vertrieb her, also das lohnt sich für die wohl nicht und deswegen können die Distributoren keine englischen Bücher bestellen. Können nur erst spanische Bücher bestellen. Ja, muss dann jetzt anders, arbeite ich eigentlich wirklich nicht. Also da ist ja noch mein altes Verlags-Händler-Herz, wer hat sich wirklich dabei, Amazon-Buch zu bestellen. speaker-0: Mir ist es letztens ähnlich gegangen, ich war bei Rundtummer Hammerstein, die du auch kennst in Berlin und wollte Christus Canubis eboli zur Vorbereitung auf Italien bestellen. Es ist ihnen einfach nicht gelungen, dann habe ich es antiquarisch auf Amazon bestellt. speaker-1: Was will man machen? Manchmal muss man halt. Und dann ist aber lustigerweise bin ich durch mein Kindle gestöbert und habe gesehen, dass ich mir das schon vor ein Jahren runtergeladen hatte. speaker-0: Das ist so schön, dass du dich an so vieles nicht erinnern kannst. Dein Leben wird so viel schöner dadurch, dass du alles immer gleich wieder vergisst. speaker-1: Ja, ja, das ist echt lustig, Aber Filme, die Filme sind wirklich fest, setzen sich fest und da kommen wir auch schon gleich zum nächsten. speaker-0: Denn jetzt gibt es nämlich einen Film, wo ich wirklich gar nichts zu sagen kann, weil ich eben zum ersten Mal diesen Titel gehört habe. Ich weiß, ist von Wim Wenders, aber auch nur deswegen, weil du es mir vorhin erzählt hast. Das heißt, Moment des Zuhörens für mich. Was ist Perfect Day? Warum ist der überhaupt auf Englisch? Weil, ich meine, Wim Wenders ist doch ein Deutscher, oder? The Perfect Day. speaker-1: Perfect Days von Widen Benders spielt in Tokio. Gott. speaker-0: Natürlich. speaker-1: Spielt in Tokio. Ja, ich kann es ja wohl nicht lassen, ne? Also den Film habe ich mir diese Woche angeschaut und er stand schon ganz, ganz lange auf meiner Liste. Also es ist so, das war auch für den Oscar nominiert, für den ausländischen besten Film und ich glaube, der Hauptdarsteller war auch nominiert. Und es ist ein richtig toller Film. Und man kann sagen, es fängt an mit dem Klicken einer Kassette und Louis spielt im Hintergrund Dämmer, Tokyo, ein Mann macht sich fertig für den Tag und geht auf die Straße und lächelt. Und macht sich auf die Arbeit, eigentlich die Toiletten der Stadt zu putzen. Wim Wenders hatte den glorreichen Auftrag, eine von Uni-Klo, es ist total bizarr. Und zwar... Shibuya kam auf die Wunder, also der Stadtteil in Tokio kam auf die Idee, wir wollen die schönsten Toiletten der Welt. haben unterschiedliche Architekten beauftragt, die Stadttiletten zu bauen. Daraus sind wirkliche Meisterwerke entstanden. diese dann auf Touristenwirksam gut bewerben zu können, sie wirklich Wim Wenders beauftragt, eigentlich kleine Dokumentarfilmchen über die Architekten und die unterschiedlichen Toiletten zu drehen. Wim Wenders ist nach Tokio gereist, hat sich das angeguckt und hat gesagt, ja, mache ich. Und ist dann aber, wie er auch so ist, tief in das Thema Toiletten und Tokio eingestiegen und fand das natürlich mega spannend und kam dann auf die Idee zu sagen, da will ich aber eigentlich einen Film draus machen. Also ist als eine Dokumentarserie quasi ein Film entstanden. Vielleicht sage ich noch bisschen kurz was über Wim Wenders. Wim Wenders kommt aus Düsseldorf, ist 1945 geboren, wollte eigentlich Maler werden. Man merkt es immer so, ich habe irgendwie so einen Hang zu entweder Schriftsteller, die ich hier vermale, eigentlich Maler gewesen wären. Das ist ja wie Michael Ende war ja eigentlich auch Maler. Wir hatten jetzt eben gerade den Musiker, David Lynch natürlich. David Lynch, der Maler war. Wir haben Renoir, der bekannte Renoir, der Sohn vom Maler Renoir, der ein sehr, bekannter Filmemacher ist. Also es gibt eine sehr starke künstlerische Verbindung zwischen der Malerei und dem Film, aber es gibt auch eine sehr starke künstlerische Verbindung, wie wir es gerade gesehen haben, zwischen der Musik. Und der Literatur, also es ist wirklich so schön, wenn die Kunstformen sich überschneiden oder auch sich gegenseitig befruchten und dadurch eigentlich noch viel tiefere Werke entstehen. Es ist so, wenn das vielleicht so ein kleiner Abriss, Paris, Texas sagt wahrscheinlich allen was, der Himmel bei Berlin sein großes Mammutwerk, aber dann halt die Oscar-Nominierung von Bonavista Social Club und Pina Bausch, also Pina. Also das Dokumentarfilm ist ein zweites großes Thema und Wim Wenders hat natürlich eine ganz große Verehrung auch für den japanischen Film und den Regisseur Yasuhiro Utsu und hat auch diesen Film ihm auch gewidmet halt und hat auch ein anderes Dokumentarfilm schon gedreht, der heißt Tokyo Gar. Und als der Brief kam, wo er eingeladen wurde, von dem Manager von Uniclu Mutter Konzern, Kouji Yanai, über diese 17 öffentlichen Teletten seinen Dokumentarfilm zu machen, hat er sich das natürlich nicht abschlägen lassen. speaker-0: Film ich meine ist der ist der gut oder gibt es dann nur speaker-1: Nee, natürlich hat er keine richtige Handlung. Aber es geht natürlich, es geht eine Hauptperson, die heißt Harayama. Und Harayama ist jemanden, eigentlich ein sehr meditatives Leben führt. sehr reputatives Auf Toiletten. Der sehr sorgfältig, also sagen wir so, er ist wahnsinnig positiv. Also dieses schon allein jeden Tag anzulächeln halt. Der hat sehr klare Routinen, er die Toilettenpositen sehr obsessiv sieht. sind wahrscheinlich die perfektesten Toiletten, aber wie man das sich für Japan auch vorstellt, da wird mit dem Spiegel noch hinter dem Klo geguckt und es ist wirklich tipptippdoppeltipptop. Und er fühlt sich nicht von dieser Arbeit in irgendeiner Form beleidigt oder herabgesetzt, sondern er ist jemand, absolut bei sich angekommen ist und in seiner Routine. Er geht gerne zum Spa, er hört gerne seine Kassetten im Auto und auch wer versucht, ihm da aus seiner Ruhe rauszubringen, ob das sein total crazy Arbeitskollege ist oder dem seine Girlfriend, die dann bei ihm im Auto sitzen und Musik hören oder versuchen, seine Kassetten irgendwie im Second Hand Laden zu verschleudern. Er hat da ein großes Herz und Geduld für alle und auch diesen Unwegsamkeiten im Leben sieht er eigentlich total gelassen und entgegen. bis dann halt seine Nichte zu Besuch kommt und da auch nochmal stark an seinen Emotionen dreht. Also es kommt sehr schnell heraus, dass die Hauptführerin, Harajama, aus sehr gutem Hause kam und sich wohl mit seinem Vater zerstritten hat. Seine Schwester holt dann später seine Nichte ab, mit Chauffeur und so weiter. Und dann gibt es noch eine sehr herzliche Umarmung. Aber es ist klar, dass sie auf zwei unterschiedlichen Planeten leben und er liebt einfach dieses Leben in den kleinen Schönheiten. Er hat ganz viele Hobbys. Also er liest wahnsinnig gerne, er liest den Falkner beim Einschlafen, er kümmert sich seine Ginsengbäumchen, er fotografiert in seinen Mittagspausen und er genießt das Leben in seinen kleinen wunderschönen Momenten. Und ich glaube, ist halt so bisschen, worum der Film geht. Einfach diese perfekten Tage liegen in deiner eigenen Macht, die zu gestalten und zu erleben. Es geht nicht die großen Dinge und die großen Wünsche im Leben. Christoph? speaker-0: Ja ja, alles gut. speaker-1: Christoph, ich glaube, müssen eine Pause machen. Also bist jetzt ein paar Mal das Bild weg und ich habe mich selbst gehört vom Ton. speaker-0: Herzlich willkommen speaker-1: Ja, jetzt höre ich dich wieder. speaker-0: Genau, alles gut, das schneiden wir kurz raus, nämlich meine AirPods ist die Batterie alle. Ich musste jetzt einmal kurz wechseln und dachte mir, ich tu das während du redest. Ich glaub, wir können weitermachen. speaker-1: Okay. Also es geht wirklich darum, dass man die tollen Momente im Leben selbst gestaltet und jeden Tag ganz besonders und jeder Tag ist anders. Aber jeden Tag in seinen kleinen Details kann einfach wirklich wundervoll sein. Die Hauptrolle wird gespielt von Koji Yakusho und der ist in Japan wirklich zu einem der absolute Hero, absoluter Nationalheld fast schon und der hat zugesagt... bei diesem Film mitzumachen, ohne dass er das Drehbuch gelesen hat. Nur alleine, weil Bim Benders schon so einen Ruf hat in Amerika. Und das hat mich sowieso bewegt so ein bisschen. Was ist denn mit Bim Benders los? Warum finden die den alle so toll? Und was ist denn eigentlich, warum geht es da so viel amerikanische Musik und amerikanische Literatur die ganze Zeit? Und da habe ich dann ein bisschen nachgeforscht, wenn mir das schon häufiger begegnet ist, dass die Amerikaner so eine absolute Kulturverleibtheit in die USA haben. Und woher kommt das eigentlich, wo sie doch eigentlich so eine schwierige amerikanische Geschichte haben mit Hiroshima und so weiter, Pölhabe? Und es ist wirklich einfach so, dass durch die Besetzung von Japan, gerade in den 70ern und 60ern gab es natürlich aber einen wahnsinnigen Amerika-Boom im Sinne von Freiheit. Und zwar dieser ganze Thema Jazz und Rock'n'Roll wurde dann von den Jugendlichen, die in diesen Zeiten groß geworden sind. war halt das ein Freiheitsversprechen. Auch mit der Folkmusik, die dann in den 70ern, auch so wie wir gegen den Vietnamkrieg und so weiter gegangen sind, hat das wirklich eigentlich den Zeitgeist der japanischen Jugend getroffen. Und deswegen hat sich das auch wirklich in der japanischen Kultur extrem manifestiert. Und natürlich war Wenders mit seinen Filmen auch bekannt, auch mit Paris, Texas, ja auch eine sehr romantisierte. Bild von Amerika ja auch da irgendwo zeigt. Und auch Billion Dollar Hotel, vielleicht hast du den auch gesehen, natürlich auch immer diese sehr poetische Erzählweise halt pflegt halt. Also und der Wenders in sich hat da auch einfach eine ganz hohe Stellung. Aber man kann sagen, was ist passiert. Der sehr bekannte japanische Schauspieler wollte natürlich einfach viel mehr wissen und hat auch diesen Dialog mit dem Wenders gemocht und der Wenders hat sich hingesetzt und hat eine komplette Backstory über diesen Charakter geschrieben, von dem man fast gar nichts mitbekommt, den aber halt der Schauspieler gelesen hat und deswegen gesagt hat, hey, da mach ich mit. Und man muss einfach sagen, es ist einfach großartig inszeniert und gespielt. Man sieht Momente und auch besonders am Ende des Films, wo man nicht weiß, weint er jetzt, ist er unglaublich glücklich und die Emotionen hin und her gehen, aber man sieht einen Menschen einfach absolut präsent im Leben ist und das Leben genießt und man geht aus diesen Filmen raus und denkt einfach, das Leben ist wundervoll. In den Kleinigkeiten und man sollte viel mehr tolle Sachen machen und Kleinigkeiten und Hobbys, die einen einfach super viel Spaß machen und glücklich machen. speaker-0: Okay. Ich muss ehrlich sein, Meditieren auf der Toilette holt mich nicht so richtig ab. speaker-1: Aber es speaker-0: Aber ich mein, jeder von uns meditiert vielleicht auch ab und zu mal auf der Toilette. Manche Leute spielen ja auf der Toilette auch Candy Crush oder telefonieren. Also gibt viele schöne Dinge, die man auf der Toilette machen kann. Aber will man darüber wirklich einen Film drehen? Auf der anderen Seite weiß ich natürlich genauso wie du, dass Wim Wenders einer der Filmkünstler des 20. Jahrhunderts ist. Also wie bei David Lynch muss man sich eigentlich von dem auch alles anschauen. Ganz egal wie das Thema ist. Und also. speaker-1: Und Toilette, ich muss sagen, das sind Architekturwunder, ne? Also jede Toilette ist so crazy, also wirklich crazy, dass die sind einfach wahnsinnig schön. Das sind halt Kunstwerke halt, ne? Jede dieser Toilette sind Kunstwerke und er behandelt ja auch so. Es ist eigentlich eher so, als er ein Museum putzen würde halt, Und er achtet, also diese, ich glaube es geht Achtsamkeit und es geht die Schönheit. die in den kleinen Dingen liegt und die man aber auch für sich selbst entdecken muss. Also ich glaube, das ist die große Message von Wim Wenders hier. Der perfekte Tag kann jeder Tag sein, wenn man den für sich auch so gestaltet. speaker-0: Okay, ist auf jeden Fall eine ganz gute Zusammenfassung. ich bin... Ja, wir lassen das einfach mal so stehen. speaker-1: Und die Musik, du bist die Musikleben halt. Musik ist großartig. speaker-0: Also wenn wir eine Sache über dich gelernt haben in den letzten Wochen, dann wie sehr du Japan magst in all seinen verschiedenen Darregungsformen als Pilze, als Autoren, als Wim Wenders, als irgendwie durch Tokio-Irren. Japan, wenn wir mal, und darauf werden wir nachher auch nochmal kommen, weil wir dann ja nachher auch noch über so Lieblinge sprechen. Aber bevor wir dahin kommen, hast du ja auch noch so ein Warum-nur-Ding. Also man könnte jetzt natürlich sagen, warum nur. Stephanie und Japan, aber das haben wir jetzt sehr, sehr gut erklärt bekommen. Aber es geht mal wieder, wenn ich dich richtig verstanden habe, das, was Generative AI eigentlich mit uns anrichtet. Und da haben wir ja schon in verschiedenen Folgen drüber gesprochen, also Nachrichten, wie nehmen wir die wahr und wie wird die Wahrheit verzerrt. Aber auf der anderen Seite, ich habe ja letztens darüber gesprochen, wie geil ich Zuno finde, also Musik machen mit AI, das heißt, das ja auch wirklich nicht alles schlecht und Das ist vielleicht jetzt auch der Übergang, denn das, was ich da ja mit Zuno komponiere, das liebe ich dann auch. Das mag ich gerne. Das heißt, es ist etwas, was mich in meiner Kreativität beeinflusst. Es gibt natürlich aber auch viele Bereiche, in denen AI einen, wie du sagst, komplett zugrunde richtet oder eben eine schiefe Bahn ist. Und du nimmst das, wenn ich das richtig verstanden habe, Brain-Melting oder Brain-Rot ist, glaube ich, das Wort, was man da häufig benutzt. Dass einem das Gehirn so langsam verrottet, wenn man zu viel mit AI macht. Was meinst du besonders? speaker-1: Also ich fasse mal nicht mit Brain-Mating. Also ich glaube, es gibt ein paar unterschiedliche Phänomene, die mir über den Weg gelaufen sind in dieser sehr intensiven Nutzung mit AI. Ich muss sagen, ich benutze es täglich die ganze Zeit eigentlich und sehe das auch in meinem Umfeld, wird das extrem stark genutzt. Mein Mann ist ja Developer und ist jetzt AI-first auch unterwegs und baut da ganze Systeme als quasi Architekt, aber auch als Operator. Und das hat interessanterweise beobachtet er auch und liegst in den Blogs, in den Foren. Unterschiedliche Phänomene werden da auch von den Developern thematisiert, die ich aber auch an mir beobachten kann. Also vier Phänomene, die ich darunter zusammenfasse. Das eine ist eigentlich das erste Phänomen, was ist eigentlich mein Wertbeitrag? Man hat so bisschen das Gefühl vom Impostor-Hochstapler-Gefühl, wenn die AI die ganze Zeit lang Sachen rausspuckt. Zwar habe ich nach was gefragt. Ich war jetzt quasi der indirekte Autor dadurch, dass ich mir das gewünscht habe und dem auch vorher eine Form oder auch das irgendwie präzisiert habe oder auch irgendwelche Skills programmiert habe oder was auch immer. Aber trotzdem habe ich Ende des Tages Wort für Wort nicht ich das gemacht. Und somit bin ich aber dann ja trotzdem für das Ergebnis verantwortlich und muss dann sehr häufig dann nochmal sehr, sehr, sehr intensiv nachlesen, was da jetzt eigentlich rausgekommen ist. Trotzdem aber ganz unterbewusst ist das Gefühl so ein bisschen, naja, ich habe das ja jetzt nicht komplett selbst gemacht. Trotzdem habe ich aber die Verantwortung. Und dann fängt das nerviger an, diese Fehler finden zu müssen halt. Also Asthma halt, Impostasytopen und Wertbeitrag halt. Es ist auch so, dass jetzt schon unterschiedliche Studien dazu geführt worden sind, auch im MIT zum Beispiel, und die festgestellt haben, also auch eine sehr kleine Studie, aber mit 54 Teilnehmern. dass sie sich dann an ihre eigenen Ergebnisse nicht mehr richtig gut erinnern können. Die können ihre eigenen Sachen nicht mehr zitieren. Also es verliert so bisschen an Schärfe auch im Kopf, was man da so kreiert hat. Das zweite Phänomen beschäftigt dich dann diese AI eigentlich genug. Also es liegt ja auch unter meiner Verantwortung eigentlich, dass ja alle jetzt richtig gut ausgelastet sind. Das ist ja wie so ein Mitarbeiter und jetzt gebe ich eigentlich nicht genug zu tun. Damit ist man aber auch die ganze Zeit beschäftigt, also man nennt das übrigens der Investor Nikuni Katari nennt das Token Excite. Oder Latency Guild, finde ich auch schönen Begriff, dass man eigentlich sagt, ich bin dafür eigentlich zuständig, dass das Abo, das ich da jeden Monat bezahle, auch wirklich bis zum maximalen ausgeschöpft wird, effizient gestaltet wird. Jetzt ist es aber so, dass du auf der einen Seite gibst du den Input, dann wartest du manchmal eine halbe Stunde und dann musst du eigentlich den Output halt wirklich gut prüfen. Diese Output-Prüfung kostet aber wesentlich mehr Zeit, als das Input zu gestalten. Somit muss man eigentlich einen guten Rhythmus zwischen Input- und Output-Qualifizierung halt finden, ohne dass man halt total durchdreht halt, weil das ist das dritte Phänomen, dass aufgesaugt werden und dass sich zerrissen fühlen halt, weil auf der einen Seite Ich werde quasi aufgesorgt. Ich muss halt Qualitätskontrolle, ich muss die Fehler finden, ich muss die Logik überprüfen und so weiter. Das ist eine höhere Form von Aufmerksamkeit, die ich brauche. Aber auf der anderen Seite fühle ich mich zerrissen, weil drei andere Aufgaben, die ich der AI gerade gegeben habe, fertig sind und eigentlich auch mal angeguckt werden sollen. Also kann man sehr schnell in diese Falle von Multitasking hinein rutschen und auch seine Aufmerksamkeit sehr blöd zersplitten. Und hier ist mir aufgefallen, also da habe ich auch eine Methode für mich entwickelt, dass ich nicht zu viel von mir verlange. Also dass ich wirklich mir sage, hey, das sind die Anzahl von Aufgaben in meinem Kontext, die ich im Prinzip reingeben kann und das ist der Output, den ich dann wieder weiterverarbeiten kann und dafür für mich so einen Rhythmus gestaltet habe. Weil sonst, kannst da echt durchdrehen, weil es pinkt die ganze Zeit, links und rechts, du fängst an, vier Projekte gleichzeitig zu bearbeiten. Also man kann da wirklich wie bei Covid anfangen, halt seine eigenen Grenzen zu überstrepazieren und irgendwie ins Endlose auch zu arbeiten. Weil halt plötzlich man merkt, man hat so das Gefühl, man hat so bisschen Flügelverleih verliehen bekommen. Und dann möchte man auch noch natürlich eine Runde weiter fliegen halt. Und dann will man sehen, wie weit und das könnte ja auch noch und wie du das mit der Musik gesehen hast. Plötzlich hat Christoph unsere Aufnahme fast vergessen, weil er irgendwelche Musik irgendwie komponiert hat. Und dann bist du irgendwie mal verloren, also bist du aufgesaugt worden. Also da muss man halt echt aufpassen, dass man halt da seine Arbeit wirklich sehr gut einteilt. Und auf Phänomene 2 vorher, man muss auch aufpassen, dass man mit der Qualität, also dass man die jetzt auch manchmal unterbeschäftigt, dass man damit auch, dass es auch okay ist halt. Also es ist einfach okay, wenn die eigentlich 24 Stunden arbeitet. Es ist okay, wenn die so viel arbeitet, wie ich dann den Output auch wieder weiterverarbeiten kann. So, dann haben wir das letzte Phänomen so ein bisschen, wo ich sage, ich sehe das, bei mir habe ich das noch nicht ganz festgestellt, aber ich sehe Schlaflosigkeit, ich sehe Neuvisität so ein bisschen. Ich sehe bei Leuten wirklich, dass sie anfangen, so eine gewisse Informationsermüdung zu bekommen. Weil man hat ja die AI, wenn man nicht gut steuert, bombardiert die einen ja oft mit Informationen. Also hier, was ich halt sehe, ist so bisschen dieser Toli-Information-Overload. Und was man macht, ist, dass man dann plötzlich, manche reagieren damit, dass sie das dann gar nicht mehr lesen und einfach sich nicht mehr in den Weg stellen, sondern die AI total ungesteuert einfach Sachen machen lassen. Und die anderen reagieren mit so einer Übervorsichtigkeit, dass die AI dann nun nicht irgendwo einen Fehler macht. Und ich glaube, dafür sich so ein Mittelmaß zu finden, zu sagen, mit wie viel Qualität, welches Thema schaffe ich denn das, was ich erreichen will. Und bin dann damit auch zufrieden, aber ich nehme das bewusst wahr und lasse mich nicht von der AI in solche Verhaltensmuster hinein treiben. Und ich glaube, weil wir ja wirklich in einen neuen Form von Modus operandiats kommen, also wie wir arbeiten, das verändert sich gerade radikal. Und es ist unsichtbar. ist nicht so, wir haben vorher Blogsatz, also mit Bleibuchstaben und dann sitzen wir am Desktopcomputer. Das konnte man ja noch wirklich irgendwo physisch auch wahrnehmen. Jetzt ist einfach die Arbeit. Wir sitzen alle vom Computer. Aber trotzdem, wie wir auch immer diese Promz gestalten und wie wir auch immer halt mit der AI umgehen, es verändert sich radikal. Und ich fand das ganz spannend. Mein Mann hat nämlich auch so schön gesagt, weil ich heute Morgen haben wir so lange über Skills gesprochen. weil ich wissen wollte, was ist eigentlich der Unterschied zwischen so einem Skill und so einem Prompt, ja? Also, und wie wichtig ist es denn, mit diesen ganzen Skills zu arbeiten? Und dann sagt er, na ja, auf zwei Sachen A hat natürlich die eine Memory, die mehr und mehr von dir merkt und auch mehr und mehr von dir mitbekommt. Und es ist einfach so, dass dann wirklich auch unterschiedliche R's dann auch unterschiedlich halt reagieren oder auf unterschiedliche Sachen mehr achten. Also, wenn jetzt ein Programmierer... AI oder meine eher sehr marketinglastige AI schreibt natürlich schöner als die Programmierer-AI, die dann das erste Mal nach einem Werbetext gefragt wird. Also es ist schon so, dass die sich verändert, also unterschiedlich ist, wie sie auch bedient wird. Skills können das ausgleichen, aber man muss echt aufpassen, essen oder konsumieren super gerne viele Tokens. Also wir bewegen uns ja jetzt in dieser Token-Economie und die auch effizient zu gestalten und das nicht so wegzupacken. brennen ist natürlich ein Skill-Set, den sich jetzt Menschen halt aneignen. speaker-0: Absolut, absolut. Und all das, was du beschreibst, wird ja dadurch noch schwieriger, dass sich das ganze Ding immer noch so heftig bewegt. Also man könnte ja sagen, wenn du das mit anderen solchen Momenten in unserem Leben vergleichen, also das Internet, als das auf einmal eben allgegenwärtig wurde Ende der 90er. Man kann ja schon sagen, dass die Grundfunktionen und auch damit umzugehen, die waren relativ früh klar und dann wurden sie schneller. So ungefähr kann man es ja sagen, schneller und größer. wenn man einmal verstanden hatte, wie eine Website funktioniert, wie Klicken funktioniert, wie Hochladen oder Runterladen von Dingen funktioniert, dann hat man es begriffen. Dagegen ist ja bei AI der Möglichkeitenraum noch so stark im Entstehen begriffen, dass es einfach noch keinen Ort der Ruhe gibt, auf den du dich zurückziehen könntest und sagen könntest, okay, von hier aus kann ich endlich mal anfangen so. meine Möglichkeiten zu kontrollieren und kann bewusst Entscheidungen treffen, wie ich gerne arbeiten möchte, weil diese Arbeitsumgebung sich die ganze Zeit verändert. Das macht all das, was du beschreibst, so, sag mal, erst mal bis auf Weiteres, würde ich wirklich sagen, unbezwingbar. Also dieser Status, dieser Wahnsinns, der wird sich noch mehrere Jahre in die Zukunft schreiben, glaube ich, befürchte ich, weil so viel Neues noch entsteht. Und ich vergleiche das, also das Erlebnis, was dem für mich am Nähe kommt, ist tatsächlich intensives Gaming. Und zwar namentlich, wenn du eben so komplexe Games, also Aufbauspiele, ich hab ja, war ja komplett abhängig von Civilization, aber es gibt eine ganze Menge so umfassender Strategiespiele, wo du ganze Welten aufbaust und wo tatsächlich auch Entscheidungen, mal getroffen warst und die dann viel später sich als schlecht herausgestellt haben, dich dann auch verfolgen, wo du dann abends, das ging mir so, ja, ins Bett gehst und denkst, Mensch, das hätte ich anders machen müssen und du kannst deswegen vielleicht nicht einschlafen. Es ist so aufregend, also im Positiven, dass du es auch nicht loslassen kannst. Auch wenn du dich dann mal ärgerst, das ist auch so ein Bestandteil des Ganzen. Das heißt, dieser Gaming-Rausch, den kennen ja viele Menschen. Und dieser Gaming-Rausch im AI-Zeitalter, der verlagert sich aus dieser Gaming-Welt, wo man eigentlich wenigstens keine Dummheiten machen kann, weil das sind ja eigentlich so Online-Welten, das hat mit deinem Beruf eigentlich in der Regel nicht zu tun, verlagert sich das voll in deine wirkliche Welt, in der du tatsächlich Geld verdienen musst und... irgendwie mit deiner Umwelt weiter klarkommen musst und professionell kommunizieren musst und selber Fähigkeiten weiterentwickeln musst, durchfaszinationieren musst. das ist komplett neu. speaker-1: anstrengend den ganzen Tag. Natürlich ist das anstrengend. Ja, weil du, was machst du denn sonst? Du hattest eigentlich immer eine Gestaltungsphase, eine Konzeptphase und dann hast so eine Execution-Phase. Und jetzt bist du die ganze Zeit eigentlich ein Strategie, also die konstant, die ganze Zeit musst du halt denken halt, Und musst auf so einem sehr hohen, anspruchsvollen Ebene denken, weil du ja jemanden die ganze Zeit sagst, was er tun soll, immer in sehr kleinen Blöcken. Und dann musst du aber auch wirklich aufpassen, was man auch immer da nicht beachtet hat, dann kommt dann dahinter die Scheiße raus und dann musst du das wegkehren halt. Und das lernt man, dass halt diese Prompt schreiben, das ist halt super intensiv. Das ist nicht so Copy and Paste, da steht dann halt, steckt die ganze Qualität drin und dann ist es doch auch sehr ermüdend halt zu gucken, ist das jetzt auch genau das geworden, was ich haben wollte, hier ist es nicht genau das, hier... Also es ist dann so bisschen die Nadel im Heu auf... speaker-0: Also ich empfinde ungern Misstrauen, aber in meinem Umgang und meiner Arbeit mit AI ist ja das Misstrauen mein ständiger Begleiter. Weil ich ja wirklich weiß, dass vieles von dem, was ich jetzt hier bekommen werde, nicht stimmt, aber nicht weiß, was genau da jetzt nicht stimmen wird. Und das fängt schon bei Vorschlägen hier fürs Reisen durch Sizilien an. Aber lass uns mal irgendwas Positives sprechen, dass das alles wahr und alles richtig. Wir haben noch zwei Themen geiler Scheiß und Großwoche. Beim geilen Scheiß habe ich wirklich was. Wir kommen vom Allgemeinen aufs Besondere, weil Stephanie hat nämlich eine Lieblingsstadt und ich habe sozusagen etwas, was noch eine Ebene darüber ist, nämlich ich habe Lieblingsvölker. Geiler Scheiß, habe ich mir einfach gedacht, dass das ist. Und zwar, es gibt in meinem Leben vier Völker, die ich einfach ins Herz geschlossen habe. Und ich weiß auch durchaus, warum, es braucht halt so verschiedene Zutaten, aber ich muss jetzt wenigstens noch sagen. Dass überhaupt diese Idee, Lieblingsvölker zu haben, war zu mir ist eine gewisse Zeit und vielleicht auch immer noch extrem unpopulär. Und zwar so in den Neunzingern, als ich studiert habe, da war es ja halt eben total umwog, ein Weltbürger zu sein und zu behaupten, dass es ja gar keine Unterschiede gibt zwischen den einzelnen Völkern, das ist alles nur eingebildet und das bringt die auch Menschen eher auseinander. Ja, also nein, ich bin kein Spanier, nein, ich bin kein Deutscher, ich bin... Europäer und solche Klischees, dass die Südländer eher so sind und die Slaren eher so sind, dass ist doch alles falsch und so soll man nicht reden. Vor allem, ich habe ja Politologie studiert am OSI und das war ja eben so brutal links und internationalistisch. Da durfte man eigentlich gar nicht sein, außer halt irgendwie internationalistisches, menschliches Wesen. Und im krassen Gegensatz dazu habe ich dann doch relativ früh angefangen, ist mir aufgefallen, dass ich einfach gewisse Völker lieber mag als andere. Die gebe ich euch jetzt mal und den ersten habe ich schon mit Stephanie abgeklärt und da sind wir glaube ich auch ungefähr einer Meinung. Das erste sind die Tschechen. Die Tschechen habe ich liebgewonnen, nicht weil ich so, ich weiß nicht, ich kann kein Tschechisch natürlich, aber ich glaube der erste Tscheche, den ich richtig geliebt habe, war Pantau. Pantau, die Figur, die Puppe aus dieser Serie, aus der tschechischen Serie gelief. im Ostfernsehen und der lebte halt eben, so eine Zauberpuppe lebte mit Melone und einem schwarzen Anzug, lebte in einer Prager Familie und Pantau und die tschechischen Märchenfilme. Die haben mich zum ersten Mal, ich wusste, da war ich noch ein Kind, ich wusste wahrscheinlich gar nicht, dass das Tschechen waren, aber ich hab die alle so gemocht und hab dann irgendwann gedacht, wenn das das Land ist, in dem Pantau lebt und in dem die ganzen Märchenfilme stattfinden, was, was, was müssen die Tschechen? speaker-1: Das Aschenbrödel, das Aschenbrödel. speaker-0: Ja, drei Nüsse, Faschenwürdel, all diese Dinge. Und der nächste Schritt war dann natürlich Prag. Als ich dann zum ersten Mal Interrail tue, Prag, und dann hab ich mir gedacht, ein Volk, die schönste Hauptstadt der Welt hat, das ist einfach auch nochmal ein dickes Essen. Und dann natürlich das Bier. Das kam sukzessive, kann man sich ja vorstellen. Irgendwann hab ich die Wallfahrt nach Pilsen gemacht. Und ich hab ja schon erzählt, Pilsen, das Bethlehem, das Biertrinkers und auch das Land kennengelernt. Ich hab ja schon so viel gesperrmt, hier auch bei den Zeitgenossen von von Prag natürlich als Stadt, aber auch vom böhmischen Paradies. Und mehr und mehr kam da zusammen, dass ich mir gedacht habe, diese verdammten Tschechen, die können was, was andere nicht können. Die haben einfach so viele geile Sachen. Jaroslav Hážek, deren Nationalautor, der brave Soldatschweg, habe ich mir irgendwann reingezogen, und sein Gesamtwerk, der ist so lustig. Ja, Jaroslav Hážek. Und dann sind die Tschechen auch noch heldenhaft. Es gab ja so zwei große Heldengeschichten in der tschechischen Geschichte. Das eine war die Hussitenzeit, zweite Hussiten haben ja die Tschechen. ganz Europa gezeigt, wo die Harke hängt und haben die Kreuzritter quer durch den ganzen Kontinent gejagt. da waren die Tschechen, das waren die Urtschechen, das ist eigentlich so der Geburtsmoment dieses Tschechischseins, der Russitenkriege. Und das zweite, und das ist eigentlich so eine Kleinigkeit, das ist eigentlich eher so ein Tipp für Leute, die so bisschen nerdisch sind, die Anabasis der tschechischen Legion. Und zwar hätten nämlich 1918 die Tschechen fast den Russischen Bürgerkrieg gewonnen. Mehr erzähle ich darüber gar nicht. Lest das mal nach. Annabels der tschechischen Legion 1918, Bürgerkrieg, Russischer Bürgerkrieg, der Wahnsinn. Das ist erste Lieblingsvolk. Das zweite Lieblingsvolk sind für mich die Engländer und das kann auch niemand überraschen. Also die Musik Iron Maiden, so viel geiler Rock'n'Roll, Nick Kershaw, diese gesamte 80er Popgeschichte, das waren ja fast alles englische Bands und auch sogar die amerikanischen geilsten Bands sind ja eigentlich Engländer. Die Rolling Stones, zu fassen. Engländer, Black Sabbath, Engländer, alles Engländer, dieser ganze Pop. Dann natürlich auch die Geburtsstunde des modernen Humors, Monty-Python und alles, da nachkam. hat mich alles so mitgenommen. Das heißt, die Engländer, die sind natürlich in dem Sinne kein kleines Volk, aber ich habe die ja erst kennengelernt, als das ganze Empire schon vorbei war und wir rückgeworfen waren auf diese kleine... speaker-1: Du sprichst nicht über Völker, du sprichst eigentlich nicht über menschliche Eigenschaften, du sprichst eigentlich jetzt die ganze Zeit über Kulturgut übrigens. speaker-0: Das stimmt auch. Das ist ja Anthromorphisierung. Das heißt, ich fasse ganze Volker auf eine bestimmte Figur zusammen. Die Tschechen fasse ich auf Pantau zusammen. Die Engländer fasse ich auf John Cleese, der aber auch Metalmusik spielt zusammen. Und das mag ich so gerne. Also die Engländer, verzeihe ich. Das habe ich auch schon bei Yes Minister gesagt. Den verzeihe ich, den Regen, das schlechte Essen. Weil solange die so lustig sind und so geile Musik machen und man mit ihnen so geil Bier trinken kann, das ist ein Weggehen abends mit Engländern im Pub, das ist so gut. Deswegen die Engländer sind die Zweiten. Die Dritten sind die Vietnamesen. Die Vietnamesen, da bin ich natürlich übers Essen drauf gekommen. Anfang der 2000er gab es so eine Vietnamesenwelle in Berlin. Auf einmal waren überall vietnamesische Restaurants. ich ging da voll an der Nadel, Also vor. Fah, glaube ich, spricht man das aus? Fah, Nadel und Bunbunambo und ich habe ständig vietnamesisch gegessen, so dass ich dann irgendwann... speaker-1: Wie oft wir zwei beim Vietnamesen waren in der Zeit. Ich also, wir uns getroffen speaker-0: Das hat's getroffen. Wir waren ständig, das war irgendwie der Dreh- und Angelpunkt in Mitte. Und irgendwann bin ich dann dahin gefahren, wirklich getrieben von dem Essen. Ich wollte wissen, ob das da auch so schmeckt wie bei mir in Mitte. Und daraus wurden dann vier Wochen Roadtrip durch Vietnam. Und was ich an den Vietnamesen da wirklich so, also die Vietnamesen respektiere ich. Das muss ich wirklich so sagen, ja. Also die Vietnamesen sind kein Schmusevolk. Die sind nicht freundlich und lächeln die ganze Zeit, sondern Die Vietnamesen sind stark. Die sind stark und unbeugsam. Ich hatte wirklich diesen Moment auf dem Weg vom Flughafen in Hanoi in die Stadt, wo ich zehn Nahtoderfahrungen hatte, weil die fahren da wirklich wie die Wahnsinnigen. Und nach dieser halben Stunde war ich in Hanoi angekommen und wusste, warum die Vietnamesen den Vietnamkrieg gewonnen haben. Die sind mit einer solchen Todesverachtung unterwegs im Straßenverkehr und aber auch mit einem solchen Selbstbewusstsein und einer solchen Lässigkeit. In Vietnam, da wird nicht vor Buddha-Figuren sich verbeugt, sondern jeder will irgendwo hin, jeder hat was Wichtiges zu tun, jeder muss unbedingt das, was er gerade bauen will, auch fertig kriegen. Die Vietnamesen sind für mich wirklich starke, selbstbewusste Menschen, obwohl sie und das macht das ja so interessant – zierliche Menschen sind. Die Menschen in der Welt gegen, die sind ja kleiner und schmaler als ich und hübscher sowieso. Und dann sind die aber halt eben auch so unbeugsam und haben in ihrer Geschichte so viel überwunden im 20. Jahrhundert und sind wie der Phoenix aus der Asche aufgestiegen und Fuchimin-Stadt, als sie das letzte Mal da war und Hue darüber habe ich ja schon gesprochen. Das sind so unglaubliche bändige Städte und die Menschen darin, die kommen auf einen Zu wirklich auf Augenhöhe, sogar wenn sie im Kopf kleiner sind. Und das mag ich total an den, an den Vietnamesen. Und das vierte Lieblingsvolk, was ich seit der Kindheit mit mir rum trage, sind die Israelis. Und das ist vor allem Efraim Kishon schuld. Meine Mutter hat Efraim Kishon und diese ganzen lustigen Kurzgeschichten schon aus ihrer Kindheit mit in unsere Familie gebracht. Und bevor ich überhaupt irgendetwas wusste über Juden und Deutsche und Israel und was auch immer, wusste ich, die Israelis sind die Lustigsten. Die Lustigsten von allen. leben in einem total schrägen, ganz eigenartigen, aber auch total zum Brüllen komischen Land, wo Dinge auf eine eigenartige Weise schiefgehen und sie es trotzdem immer wieder hinkriegen. Und über die Jahre war ich halt eben natürlich ein paar Mal da und hab die spirituelle Seite mitgenommen und hab das Land kennengelernt. Und in Berlin haben ja auch immer sehr, sehr viele Israelis gewohnt. Und ich hab auch einige Gründer gehabt in meinem Accelerator-Programm. Aber es war vor allem eigentlich diese Vermischung, dass ich die Israelis zum Beispiel gar nicht als Juden kennengelernt hab oder als, weißt du, religiös irgendwie bestimmt. Weil das kommt bei Ephraim Kishon eigentlich eher so am Rande vor. Bei Ephraim Kishon kommt man diese Absurditäten des Alltags und wie man sich da rausrettet vor. Und das hab ich immer so geliebt und hab das nie vergessen und ich glaub ich werd die Israelis bis zum letzten Tag wegen Efra Imke schon und weil sie eigentlich so ein eigenartiges Leben führen und daraus das Beste machen, werd ich die immer mögen. Das sind meine vier Lieblingsvölker. Hast du auch ein Lieblingsvolk? Stephanie? Die Tschechien auch, oder? speaker-1: Die Tschechen natürlich wegen meiner Oma, ganz klar. Also mein Lieblings-Tschecher, meine Oma, hat da natürlich auch alles, was mein Pantau und so hat, war da auch immer ganz begeistert, das mit mir geguckt. Und auch natürlich die drei Nüsse für, sag ich schon, für's Aschenbrötel. Also mega. Also ich war so verliebt. Ich fand auch immer so dittische Männer da sehr hot. Also der Prinz war ja natürlich auch so der absolute Megaknaller. Aber es gibt natürlich andere für natürlich die Spanier, ganz klar, kann ich ja nichts anderes sagen, weil ich genieße ja hier in diesem Kontext, mich hier zu sein jeden Tag. Aber es gibt natürlich auch, und jetzt kommen wir auch zum letzten Thema, einen Ort und auch quasi eine Kultur, die mich sehr früh sehr begeistert hat. speaker-0: Dieses Treu, über das du jetzt sprechen wirst, über den Hauptstadtfest, das ist eine deiner Lieblingsvölker. Würdest du sagen, speaker-1: Es ist auch ein speaker-0: die Italiener sind deine Lieblinge? speaker-1: sind eine meiner Lieblinge wegen dieser Reise. Und zwar spreche ich jetzt über Rom. Und zwar ist es so, vor 30 Jahren wurde ich nach Rom eingeladen. Ich war noch sehr jung. Meine Mutter war befreundet mit einer italienischen Feinkosttellerin in meiner Heimatort Flörsheim am Main. Und ich bin zu Besuch gewesen und zwar in diesem Laden. Und die Dame hat mich angeguckt und hat gesagt, warst du schon mal in Rom? Und ich so, nee, ich war noch nie in Rom. Und dann sie gemeint, ja, dann fährst du jetzt. Und ich so, wie wann denn? Und dann so, ja, du bist jetzt eingeladen nach Rom. Und fahr für 14 Tage. Und so, du busst jetzt einen Flug und mein Sohn holt dich am Flughafen ab und dann bist du in Rom. Und ich war so ganz wirklich irritiert, das hat noch nie jemand mich irgendwie, den ich gerade kennengelernt hat, einfach in ein anderes Land eingeladen. Und dann habe ich aber in diesem Moment so ein What the fuck Moment, das mache ich jetzt. Also ganz klar mache ich das jetzt einfach. Meine Mutter ist da neben mir und ich so, okay. Und ich habe wirklich da gestanden und überlegt, wie ich jetzt halt diesen Flug buche und wie ich jetzt dahin komme. Und es war einfach, ja, und dann war ich da, ich glaube, vier Wochen später oder so. Und ich hatte gerade die New York Trilogy fertig gelesen von Paul Oz. Das müssen wir unbedingt mal drüber sprechen. war gerade auf diesem Moment von Städte, Untergrund, Erkunden und bin dann da hingeflogen und es war noch so die Zeit ohne Telefon, also du hattest kein Mobiltelefon. Also es war wirklich so, ich bin da nach Rom, ich stand da am Flughafen und war irgendwie eigentlich so, mal sehen, was jetzt passiert halt, ne? Und dann standen da drei italienische Jungs vor mir und einer war der Sohn von der von der Feinkosthändlerin. Anni, war noch ein Mädchen, Francesca, war seine Freundin. Und dann hatten die wirklich, hatte er einen Freund ausgegraben und zwar auch der einzige, der in seinem ganzen Umfeld wirklich fließend Englisch spricht, damit ich und der Film studiert hat. Also die haben vorher, haben die meine Mutter angerufen. Also seine Mutter hat meine Mutter angerufen und gefragt, was mag denn Stephanie so? Und dann sagt die, die liest gerade New York Trilogy, die interessiert sich für Filme. Und dann haben die ernsthaft jemanden gecastet. der mir quasi zur Seite gestellt wurde für diese 14 Tage. Wie hieß der? Und dann, Gott, Luca. Luca war eigentlich mein italienischer Zwilling halt, ne? Und dann haben quasi die mich auf der Fahrt, haben die mich mit so einem kleinen Auto, italienischem Auto, abgeholt, haben die mich so gefragt, okay, Stefanie, was interessierst du dich denn so, ein bisschen Vatikan sehen, bla, bla, bla? Und dann hab ich gesagt, nee. Auch so was hab ich überhaupt keinen Bock. könnt mir eigentlich mit diesen großen Sehenswürdigkeiten, könnt ihr mir alle gestohlen bleiben. Ich will sehen, wie ihr lebt. Ich will eigentlich The Dirty oben sehen halt. Ich will wissen, wo es kracht. Ich will verstehen, wie ihr lebt. Ich will an eurem Leben teilhaben. Dann haben die so Witze mit mir gemacht, so, ja, willst du irgendwie Katakomfen, bla bla bla irgendwie. ich so, ja klar, sofort. so, nee nee. Das Leben ist nicht so crazy, aber wir zeigen dir schon ein paar coole Sachen. Und dann sind wir wirklich 14 Tage da durch Rom und ich habe dreimal auf dem Fußboden geschlafen. Wir waren in sechs verschiedenen Wohnungen. Ich habe bei Regisseurin auf der Couch geschlafen. Ich habe irgendwie beim Millionär auch auf dem Sofa am Strand geschlafen. Ich habe irgendwie in Kinderbetten von einem Antikhändler übernachtet und die waren immer als Gruppe. Wir waren so als Gruppe unterwegs und haben uns halt wirklich so von einer Ecke von rum zu anderen geschlichen, wurden überall einfach behaust, weil dann es war halt Sommerzeit und es war halt sehr stark besucht. Das heißt, die Familien aus Italien, dem Umfeld, kamen alle in diese kleinen Studentenbutzen. Deswegen war das überall einfach knackgevoll und du bist halt überall einfach mitgesqueezt worden halt. Und es war einfach ein Rausch von kulinarischem Essen, also Francesca war natürlich eine wahnsinnig tolle Köchin. Und da habe ich halt wirklich gelernt, die Italiener, also auch in diesem, meinem, meinem Alter, haben halt nur über Essen gesprochen. Es ging den ganzen Tag darüber, okay, wo kaufen wir jetzt was, was kochen Und das war natürlich eine wahnsinnig tolle Erfahrung, weil nämlich in meinen Teenagerfreunden keiner konnte überhaupt kochen halt, ne? Und dass die so obsessiv waren mit den Details von ... Da habe ich mir das erste Mal einen Cremeschauser, was sind diese kleinen Geräte, du die Creme aufschäumst für den Kaffee. Da habe ich mir gleich einen gekauft. Ich war der Held der Nation bei uns zu Hause, weil ich die einzige, die so ein Gerät hatte und dann auch das so aufschäumen konnte. Ich habe da gelernt, wie man Pasta wirklich richtig kocht. Ich habe da gelernt, wie man richtig Pizza macht. habe da gelernt, wie Fisch gut grillt. Also ich wurde da 14 Tage, habe ich da kochen gelernt. Ich habe da mit denen war ich feiern. Die haben ja diese Kulturorte überall in Rom verstreut, wo du so für gar keinen Eintritt spielst. in Live-Band, du kriegst billig was zu essen und haben da alle Spaß und sind da auch alle sehr politisch auch engagiert. Sehr viel Passion ist da überall in der Stadt. Und dann gehst du morgens vier, wenn die Bäckereien aufmachen, kriegst du da das frische erste Teilchen, kriegst du da quasi zu verfüttert. Und das war wirklich wie ein Film halt. Ich war in meinem eigenen Wim Wenders Ruhm-Film und habe da die coolsten Leute kennengelernt in den spannendsten Orten, die mir die tollsten Geschichten erzählt haben. Und das absolute Highlight war natürlich die richtigen Römer wissen, wie man sich nachts ins Kalusseum einschleicht. Es gibt da eine kleine Auswölbung. an einen der Gitter, da drückt man sich quasi durch. Es war ganz lustig, weil eine Dame, mit dabei war, wenn ich jetzt keinen Namen hätte, war etwas größer ausgestattet und die sind mich erst mal stecken geblieben. Die haben wir dann sehr vorsichtig da durchschieben müssen mit mehreren Händen. Aber wir sind da alle zum Schluss reingekommen und haben wirklich den Sonnenaufgaben und Kolossierungen gesehen und haben da eine wahnsinnig tolle Nacht verbracht. Natürlich habe ich da auch die beste Eiscreme meines Lebens gegessen im Palazzo della Espanotza und da... nee, nee, Schwachsinn, die beste Eiscreme, ich habe mir das aufgeschrieben, gibt es nämlich eben... Ich suche das nochmal raus, das kenne ich ja in die Show Notes schreiben, aber es auch die älteste Eiscremeladen von Rom. Die haben ja erst mal nur Eis in Blöcken irgendwie verkauft und dann später quasi gab es da auch die erste Eiscreme. Aber ich muss sagen, Rom, es war eine ein bisschen tragische Geschichte, weil ich war natürlich total in die Stadt verliebt und wollte eigentlich fast auch in Rom bleiben. Also es war wirklich so, ich gedacht habe, so hey, ich hatte das gleiche Gefühl mit Berlin und das zweite Mal, ich im Leben dieses Gefühl hatte, war Rom und das dritte Mal, dass ich dieses Gefühl hatte, war Tokio. Also diese drei Städte waren wirklich so fall in love und ich will eigentlich sofort hier bleiben und rum. War ganz klar meine Erkenntnis, dass eigentlich meine Legaztini doch eine ganz schön große Barriere ist, weil einfach mir klar war, dass du mit Englisch da nicht die Runden kommst. Du musst halt da wirklich Italienisch sprechen können und das war einfach so ein Klotz vor mir, wo auch ich mit viel Selbstbewusstsein doch mir einfach eingestanden bin, dass die Hürde doch einfach riesig ist. Und deswegen Rom damals, dieser Zeit war einfach, Englisch war da noch nicht so am Start halt. Und jetzt kann man halt sagen, und auch vor allem dann so alleine halt. Also jetzt für mich und Spanien, ich spreche jetzt auch Spanisch, aber nicht fließend, aber ich kann mich irgendwie verständigen. Aber Italienisch war halt für mich ein Mountain. Und deswegen ist es aus Rom nichts geworden, sonst wäre ich halt so in Rom. speaker-0: Das eine tolle Geschichte und das passt natürlich so gut dazu, dass ich ja gerade in Italien bin und ich weiß, was du meinst und ich Leute, in Italien waren, wissen das. Also die Italiener leben eigentlich wie in einem Ballett. Es gibt so viele Dinge, das Essen, was du selber gesagt hast, das ist so viele kleine Handreichungen, so viele kleine Äußerungen, so viel Wissen, so viel Selbstverständlichkeit und alle Alle tanzen dieses Ballett. Nicht ein einziger weiß nicht, wovon du redest, wenn du eben über eine bestimmte Pasta redest, eine bestimmte Zuhörbereitungsart, aber auch diese, was ich immer, il fascismo del cibo nenne, der Faschismus des Essens, dass du nach zwölf Uhr keinen Cappuccino mehr trinkst, wenn du Italiener bist. Ich bin hier wirklich unterwegs und entschuldige mich jedes Mal mit einem Lächeln natürlich, wenn ich nachmittags einen Cappuccino nehme, weil ich diese Regeln kenne. befolge sie nicht alle, aber ich mag es eigentlich, dass du halt wie in so einem, weißt du, wie in so einem Gesellschaftstanz, die Italienischen Gesellschaftstanz, wenn du die Schritte kannst, wenn du die Bewegungen kannst, dann ist das wie so ein Schwimmen, wie so auf Wellen unterwegs sein und jeder übergibt dich in eine andere Hand und auch die andere Hand weiß, welche Bewegungen jetzt die richtigen sind. Die Italiener, wenn du da nicht dabei bist, das ist der Nachteil und so war es für mich in frühen Jahren auch, wenn du kein Italienisch kannst, wenn du dich dem Ganzen nicht... nicht anschließen kannst, dann wird das häufig rigide, exklusiv, ausschließend. Die Italiener machen ihr Ding und da ist kein Platz für Gäste oder für Leute, dazu gehören. Und das ist, ich, auch zum Teil wahr. Aber wenn es dir gelingt, über die Sprache oder über eine bestimmte, geteilte Leidenschaft oder über vielleicht deine Leidenschaft zu Rom ein Bestandteil dieses Balletts zu werden, dann wirst du von dem mitgetragen. speaker-1: Ich war Teil des Teams. Also es einfach großartig. speaker-0: Das ist hier gerne Leben, ja? Also das... speaker-1: Ja, also es war einfach auch dieses Gemeinschaftsgefühl, dass man da auch sofort aufgenommen wurde und auch wirklich, das war einfach schon cool, ne? Also die haben mir da die beste Zeit gemacht. Also ich mein, ich muss auch sagen nochmal vielen Dank also an alle diese Reisebegleitungen, die ich in meinem Leben hatte. Luca, Francesca, danke nochmal, 1000 Mal, Miligatio. Aber auch, wo ich das gesagt habe mit Tokio, mit Aram damals, der mich da durch die Stadt gezogen hat. Also es ist einfach ein Riesending, wenn du einen Local hast, der dich da in seine Lebenswelt reinlässt und natürlich auch Zeit hat. Also ich muss sagen, ist natürlich das Reisen in den Zwanzigern oder noch mit dem 17, 18, 19, da haben die Leute halt auch echt Zeit. Das ist so großartig, wenn man da halt dann einmal mal mitgezogen wird. Aber genießt es, wenn ihr Leute da kennt. Guckt, dass ihr jemanden findet, ein bisschen Zeit hat und euch damit in seine Welt mit eintauchen lässt. speaker-0: dass ihr auch dieses Mal wieder Teil der Welt der Zeitgenossen wart. Das war die 26. Folge, wieder viele schöne Sachen aus der ganzen Welt und auf die nächsten 26. speaker-1: Mille grazie, mille grazie. Ciao ciao!