Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Der Merz-Kosmos
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- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Julia, wir haben fünf Wochen Kanzler und unsere fünfte Woche von Rambo Zambo. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt und schön, dass du da bist zu Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir einmal in der Woche darüber sprechen, was Friedrich Merz eigentlich so gemacht hat. Letzte Woche war eine besondere Woche, weil wir sehr viel über den USA-Besuch von Merz gesprochen haben. Wie geht es dir, Julia? Hast du dich erholt oder hast du noch Jetlag? Nee, ich habe mich natürlich erholt, aber so eine Reise, die klingt nach, die klingt bei uns nach, die wir dabei waren. Man erzählt ja auch Familie, Freunde und Kollegen natürlich ganz viel davon, aber das Netz war natürlich auch voll und ich glaube immer, wenn du irgendwo auf deine Kanäle gegangen bist, kam dir Merz im Oval Office, Merz auf der Anfahrt, Merz mit Trump und so weiter entgegen. Ich hatte aber das Gefühl, dass es so eine ganz gute Grundstimmung war. Wie ist es dir ergangen? Also mein Gefühl ist... Der Besuch ist auch gerade im Netz, gerade auch bei den jüngeren Leuten ganz gut angekommen. Haben wir ein neues März-Bild? Sind plötzlich alle März-Fans geworden? Ich weiß nicht, ob wir schon bei Fans sind, aber ich würde auch sagen, dass es relativ viele positive Reaktionen gab, auch in den sozialen Medien. Das fand ich auch ganz spannend, weil bisher war gerade bei den Jüngeren in den sozialen Medien der Vibe eher negativ. Das war eher Anti-März. Und jetzt gab es zumindest die ein oder andere Person, die in den Kommentaren irgendwie geschrieben hat, hey, gut gemacht und irgendwie, ich bin ja eigentlich sonst kein März-Fan, aber den Besuch hat er gar nicht so schlecht absolviert. Oder ich habe auch irgendwie Kommentare gesehen, ja, es ist schön, dass es jetzt wieder einen Kanzler gibt, der irgendwie außenpolitisch auftritt und nach außen hin sichtbar ist. Also ich fand es tatsächlich auch ganz faszinierend, das ist mir auch aufgefallen, dass relativ viel positiv auch danach über ihn gesprochen wurde. Natürlich nicht nur, es gibt immer Kritik. Wäre auch schlimm, wenn es jetzt so ein Grundbild von 100 Prozent Zustimmung gäbe. Nee, absolut nicht. Es gab mehr positive Stimmen als noch vorher, würde ich zumindest sagen. Wie ist deine Einschätzung? Denkst du, das liegt daran, dass es wirklich gut gelaufen ist und alle irgendwie auch einfach erleichtert waren, dass es gut gelaufen ist? Oder würdest du sagen, dadurch, dass auch die Berichterstattung insgesamt, ich glaube, so mehrheitlich positiv war, dass sich so eine Stimmung dann auch ins Netz trägt? ich finde es sehr schwer zu sagen manchmal. Manchmal ist es dann auch einfach so eine Welle, dann ist gerade mal irgendwie Good Vibes und dann möchten auch alle dann irgendwie bei den Good Vibes dabei sein, aber wie siehst du das? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem. Ich glaube schon, dass die, die Erwartungshaltung vor dem Besuch angespannt war, weil man natürlich auch eben wusste, wie andere Besucher abgelaufen sind. Bei uns allen. Und deswegen hatten, glaube ich, viele auch einfach ein bisschen Angst davor, dass da irgendwie was passiert, dass es irgendwie wieder ein Eklat gibt oder irgendwas. Und dass das dann nicht passiert ist, glaube ich, das hat schon mal bei vielen für Erleichterung gesorgt. Und dann hat er sich ja in den Augen vieler auch wirklich nicht schlecht geschlagen. Die Berichterstattung hat vielleicht auch noch einen Teil dazu beigetragen. Also wahrscheinlich ist es einfach so eine Gesamtlage. Ich weiß jetzt auch nicht, das ist jetzt natürlich eine momentane Stimmung. Das heißt jetzt ja auch nicht, dass das so bleibt. Aber zumindest in der Momentaufnahme stand der gar nicht so schlecht da. Ja, ich habe Zahlen gefunden von Forsa, die vor der Reise gefragt haben und nach der Reise gefragt haben. Ganz konkret, also vertritt Merz die Interessen Deutschlands gegenüber Trump gut? Und vor der Reise haben 37 Prozent gesagt, ja, grundsätzlich gut und 39, also relativ ausgeglichen, aber eben kleine Mehrheit war eher skeptisch. Und interessanterweise nach der Reise hat sich das Bild deutlich verändert. 56 Prozent sagen, er vertritt sie gut. Dieser Besuch hat das gezeigt und nur noch 26 Prozent sind skeptisch. Die anderen haben eine Fehlen zu 100 Prozent, sind Leute, die sich nicht äußern wollten, die keine Einschätzung dazu hatten oder es nicht sagen wollten. Das ist immer noch nicht 100% super, aber man merkt einen klaren Trend. Und ich finde interessant, dass es insgesamt im Moment in den Umfragen, vor allem was März' persönliche Werte angeht, gerade so ein leichte Tauwetter gibt. Das ist immer noch nicht so, dass er irgendwie zu den beliebtesten Politikern vorstößt. Das ist immer noch Pistorius, also der Verteidigungsminister oder auch Lars Klingbeil. Der Vizekanzler und SPD-Vorsitzende. Aber es wird so ein bisschen besser. Insa hat nochmal gefragt nach den persönlichen Werten von Merz. Und da ist die Zustimmung um 13 Prozentpunkte gewachsen. Er liegt immer noch unter 50 Prozent. Immer noch denkt die Mehrheit, dass er kein guter Kanzler ist, dass er es nicht gut macht. Aber man merkt, dass sich da gerade was bewegt. Das finde ich interessant. Da wird der Trump-Besuch eine Rolle gespielt haben. Aber vielleicht gibt es auch andere Gründe dafür, Wie siehst du das? Ich glaube, es ist vor allen Dingen das außenpolitische Auftreten. Also ich glaube, es gibt eine relativ große Diskrepanz zwischen dem Ansehen, dass der Außenpolitiker Merz hat als Kanzler und dem Ansehen, dass der Innenpolitiker Merz als Kanzler hat. Ich glaube, mit seiner Außenpolitik sind viele Menschen eher einverstanden. Finden das eher gut, dass er wieder präsenter ist auf der europäischen Bühne, auf der internationalen Bühne. Das ist eine Rolle, mit der viele Menschen mitgehen. Und ich glaube, innenpolitisch sind viele Menschen sehr skeptisch. Deswegen gleicht sich das möglicherweise auch so ein bisschen aus. Ja, nur dass wir, glaube ich, in diesen ersten fünf Wochen dieser Kanzlerschaft, fast nur einen Außenpolitiker-März erlebt haben. Die wenigen innenpolitischen Auftritte kannst du an einer Hand abzählen, wenn überhaupt. Er ist der Außenkanzler. Davon profitiert er jetzt natürlich auch. Davon profitiert er. Das kann er, da ist er authentisch. Und man muss ja auch sagen, da macht er auch keine wesentlichen Fehler. Im Gegenteil, er legten, zumindest würde das Netz das wahrscheinlich so kommentieren, einen ziemlich coolen Auftritt im Oval Office hin. Ja, wobei keine Fehler machen ist jetzt natürlich auch nicht so eine besonders hohe Erwartungshaltung. Aber daran siehst du, wo wir sind. Daran siehst du, wo wir sind. Ich fand interessant, er hatte in dieser Woche noch zwei Gäste im Kanzleramt. Den niederländischen Ministerpräsidenten Dick Schoof und die dänische Ministerpräsidentin Mette Friedrichsen, also Vertreter zweier kleiner, aber sehr selbstbewusster europäischer Nachbarländer. Ich habe mir die anschließenden Statements natürlich mal angehört und interessant fand ich neben vielem anderen, dass beide Gäste nahezu identisch in ihrem ersten Statement, also nach den ersten paar Sätzen gesagt haben, Danke für die Führungsrolle, das war das Wording von dem Niederländer. Ich bin dankbar für die deutsche Führungsrolle. Also Mini-Varianten, die Botschaft jedes Mal dasselbe. Daumen hoch für Friedrich Merz, für das, was er da gerade macht, nämlich ein bisschen den Takt vorgeben, den Ton angeben. Und sichtbar werden sowohl in puncto Handelspolitik, also Zölle und das alles, als auch vor allem natürlich bei der Frage, wie gehen wir mit Trump um und wie positionieren sich die Europäer in dem ganzen Case Ukraine-Verteidigung. Also da kommt von den Gästen auch nochmal... Ja, da muss man sagen, das wollte er ja und das hat er jetzt zumindest in den ersten Wochen geschafft. Wir gucken mal, wie es weitergeht. Aber Julia, wir haben es ja schon länger angekündigt, das hat aber immer nicht geklappt. Wir wollen heute jetzt endlich mal über den Kosmos von Merz sprechen. Also über die Menschen in seinem nahen Umfeld. Wir haben ja vor zwei Wochen, wenn ich mich richtig erinnere, die Folge vor zwei Wochen, über den Männerclub im Koalitionsausschuss geredet, der ja aus hauptsächlich Männern und einer Frau besteht. Und jetzt sprechen wir über einen anderen Männerclub, weil ich glaube, das kann man schon mal sagen, auch in seinem nahen Umfeld, also bei den Menschen, die ihn beraten, die mit ihm irgendwie Strategien austüfteln, auf die er vielleicht im Zweifel auch hört, sind sehr viele Männer. Da sind sehr viele Männer, aber kleiner Spoiler, auch ein, zwei sehr wichtige Frauen, aber natürlich hast du vollkommen recht, das Bild It's a man's world. Also wenn man das Bild aus dem Oval Office anschaut, da sitzt eben nicht nur Merz, sondern da sitzt eben auch ein Teil der deutschen Delegation und es sind drei Männer. Du hast ja dieses Bild vor Augen, die beiden Sessel Trump und Merz und dann gibt es jeweils diese Bänke und auf der deutschen Bank, also auf der Bank des Gastes sitzen drei Männer, die für Merz im Moment maximal wichtig sind. Die aber auch alle eher so ein bisschen im Hintergrund sind. Also man hat sie auch in den Aufnahmen sehr wenig gesehen. Erzähl mal, Julia. Direkt neben ihm sitzt, saß, auf diesem Bild sitzt, Jakob Schroth. Das ist sein Büroleiter. Das ist ein vergleichsweise sehr junger Berater, er ist 34 Jahre alt. Und Jakob Schroth ist eigentlich immer in seiner Nähe. Du kannst natürlich sagen, als Büroleiter muss er das auch und so weiter. Aber interessant ist, wenn man die beiden beobachtet, dass man ein bisschen das Gefühl hat... Es könnte der junge Merz sein. Der ist genauso groß, also das heißt ja schon was, also zwei Meter bestimmt. Der ist genauso schlagsig und er könnte wirklich sein Sohn sein. Dunkelbraune Haare, vom Typus her auch sehr höflich, sehr freundlich. Also vom ganzen Habitus denkst du, da ist März 1 und März in Zukunft. Jakob Schroth ist ein ausgewiesener Außenexperte, hat März schon sehr lange begleitet, also die kennen sich schon sehr lange und neben all dem, was wichtig ist für so einen Büroleiter, also wirklich die Fähne in der Hand halten und so weiter, ihn gut vorbereiten, auf alles gefasst sein, ist es für ihn einfach auch ein internationaler Sparingspartner. Dass der direkt neben ihm sitzt in so einer Oval Office Situation. Ist sicherlich auch psychologisch den wichtigsten Mann sozusagen an seiner Seite zu haben. Aber möglicherweise gibt es auch Absprachen oder gab es auch Absprachen über Körpersignale oder im Zweifel doch noch mal eine Zahl soufflieren. Das ist einfach für ihn eine absolute Bank. Und dann saßen da ja noch zwei weitere Männer. Genau. Einen Platz weiter saß Günter Sauter. Den kennen ganz wenige, weil er auch überhaupt nicht auf der Bühne sozusagen steht. Muss auch zugeben, mir hat der Name bisher auch gar nichts gesagt. Günter Sauter kommt aus dem Auswärtigen Amt, ist jetzt bei Merz im Kanzleramt außenpolitischer Berater und ist im Grunde derjenige, der solche Reisen, gerade solche heiklen Reisen, bis ins Detail vorbereitet. Auch mit der Gastgeberseite spricht, auf der Arbeitsebene, die Kontakte knüpft, Papiere erarbeitet, Wordings und so weiter festlegt und ist ein ausgewiesener Außenexperte. Aber das musste ich auch nachgucken, das wusste ich nicht. Er ist promovierter Germanist. Also kein Jurist? Kein Jurist, sondern hat Politik und Germanistik studiert und eben in Germanistik promoviert und ist dann über den diplomatischen Weg bis jetzt ins Kanzleramt gekommen und ist jetzt derjenige, der die inhaltliche Vorbereitung macht und natürlich seinen Kanzler engstens berät. Und der Dritte im Bunde ist ja auch jemand, der sich viel mit Außenpolitik schon beschäftigt hat. Womit wir bei unserer These von eben waren, also das ist ein absoluter Außenpolitik-Kanzler und seine wichtigsten Leute sind Leute, die sich mit der Außenpolitik, das ist Stefan Cornelius, der Regierungssprecher, ehemaliger Kollege von uns, Journalist bei der Süddeutschen Zeitung, lange Jahre, auch natürlich in Leitungspositionen. Und ein echter Experte für Außenpolitik, der bei all den Reisen natürlich jetzt dabei ist und natürlich in der Funktion des Regierungssprechers und damit auch für uns als begleitende Presse, begleitende Medien, das verbindende Glied sozusagen zwischen dem Kanzler und uns ist, uns damit Informationen versorgt und so weiter. Aber einfach auch ein außenpolitischer Experte ist und viele Einschätzungen dazu liefert. Oft ist es auch so, dass in Hintergrundgesprächen Merz auch sichtbar macht, dass er seine, also Cornelius, Einschätzung schätzt und ihn auch mal so bittet, wie er was gesehen hat, welchen zusätzlichen Eindruck er noch dazu beidsteuern kann. Also zwischen den beiden fließt es gut. Du würdest also sagen, es sind alles drei Menschen, auf die Merz im Zweifel auch hört, die möglicherweise, wenn sie eine andere Meinung haben. Ihm da auch Ratschläge geben, die er auch berücksichtigt? Zweites ja. Also ich glaube, die geben Ratschläge und ich glaube, dass sie in seine Überlegungen einfließen. Die Frage, auf wen Merz wirklich hört, finde ich ganz schwer zu beantworten. Ich glaube, Merz ist schon jemand vom Typus, der weiß schon selbst sehr genau, wie er was machen will und so weiter. Ich glaube nicht, dass er beratungsresistent ist. Das sagen auch alle, die mit ihm schon lange zu tun haben. Er hört gut zu und oft integriert er dann auch Positionen, wenn er selbst überzeugt ist. Aber ich glaube, Merz ist keiner, den man mit einem coolen Argument überrumpeln kann und dann übernimmt er es. Also ich glaube, den muss man schon überzeugen. Aber dann, glaube ich, ist er auch beweglich grundsätzlich. Zumindest zwei Personen, also Jakob Schroth und Günther Sauter, die eher im Hintergrund sind. Cornelius sieht man jetzt natürlich mehr als Regierungssprecher, aber die anderen beiden ja vor allen Dingen im Hintergrund mit ihm Strategien aufstellen. Es gibt aber ja auch noch einige Menschen, die eher so ein bisschen weiter im Vordergrund stehen, ausmerznahem Umfeld. Bei dem einen waren wir beide vor ein paar Tagen noch zum Interview. Kanzleramtschef Thorsten Frey, ein ganz alter Vertrauter und jemand, bei dem wir alle schon getippt haben, dass der mit ins Kanzleramt geht. Er war parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und der kann organisieren, der kann Politik. Das muss er jetzt ja auch organisieren. Der ist ein ausgewiesener Innen- und Rechtspolitiker. Also vieles, was jetzt auf der innenpolitischen Schiene für die Merz-Regierung ganz wichtig ist, hat der aus dem FF. Und die beiden verstehen sich gut. Also es ist ein ganz tiefes Vertrauensverhältnis und deshalb schmeißt er jetzt den Laden. Der Laden ist das Kanzleramt. Wir waren bei ihm, wir haben darüber schon unter uns schon ein, zwei Mal gesprochen, weil ich wirklich auch erschreckt war, muss ich ehrlich sagen. Das darf man mal so sagen. Dem Thorsten Frey ist Anfang 50, dem sieht man an, dass das kein leichter Job ist gerade. Ich habe vor ihm gesessen und dachte, man, die Augen liegen tief, der Schlaf ist wirklich maximal reduziert und das ist auch etwas, was man ja so aus dem Kanzleramt im Moment hört. Also das ist, nach außen läuft es relativ geräuschlos gerade alles, aber nach innen ist doch, ja, die Tage sind lang und es gibt wenig Erholung. Das ist, glaube ich, ein Bild, das viele gerade so zeichnen. Aber ich meine, das muss ich ja auch erstmal da einfinden. Das Kanzleramt ist eine große Behörde mit sehr vielen Mitarbeitenden. Also ich glaube irgendwie rund 700 Menschen, die da arbeiten. Und wenn man dann natürlich als Kanzleramtschef da neu reinkommt. Total. Das ist nicht kaltes Wasser, das ist Frost. Das ist erstmal alles neu. Und dann ist, glaube ich, März auch jemand, der einen ordentlichen Takt vorgibt. Also diese Reisen. Du kannst natürlich sagen, ja, die internationale Lage verlangt das aus, aber sie haben sich natürlich auch gesagt, bis zum Sommer wollen sie sichtbar regieren, wollen sie sichtbar einen Unterschied machen, wollen sie, dass die Leute in Deutschland das Gefühl haben, es passiert was, die machen wirklich was und das kannst du ja nicht immer nur sagen. Im Hintergrund muss das ja auch vorbereitet werden. Ja, sodass da viel los ist, das hat man gemerkt auch im Interview. Wir hatten ja auch einen ganz knappen Zeittakt, also da muss da auf die Minute aufgehört werden, weil Thorsten Frey dann direkt im Anschluss weitere Termine hatte. Also da war nicht viel Spielraum, er wirkte schon auch so, als wäre er sehr beschäftigt aktuell. Ja, definitiv. In diesem ganzen System März oder in diesem Kosmos März gibt es Figuren, die darüber hinaus wichtig sind. Ich will jetzt nicht sagen, ohne die das alles nicht funktionieren würde, aber das ist ja eine Erfahrung, die wahrscheinlich alle haben, die in solchen oder vergleichbaren Jobs arbeiten. Es gibt im Hintergrund immer Personen, die dafür sorgen, dass der Laden überhaupt läuft und dass es an den Schnittstellen rund läuft. Und für Merz gibt es sicherlich mehrere, aber es gibt eine Frau, die, wenn man sein Umfeld anguckt, auch immer wieder genannt wird als ganz wichtig und das ist Petra Schauerte. Petra Schauerte ist eine Frau, die kennt Merz auch schon sehr, sehr lange. Sie war Leiterin seines Wahlkreisbüros in Meschede, also in Sauerland, wo er herkommt. Und begleitet ihn schon sehr lange, kennt ihn sehr gut. Und nach allem, was man hört, haben die beiden wirklich ein exzellentes Vertrauensverhältnis. Er hat sie mitgenommen ins Kanzleramt. Und sie ist Chefin über seinen Terminkalender. Sie ist aber auch jemand, der März, glaube ich, auf so einer Ebene berät, die vielleicht öffentlich gar nicht so sichtbar wird, die aber für das Klima und für den Umgang und letztlich auch für den Erfolg so einer Kanzlerschaft wichtig ist. Also die Frage, wer hat angerufen, wen sollte man mal ganz schnell zurückrufen? Wer hat heute Geburtstag und wo wäre es mal ganz gut, ein längeres Telefonat einzuplanen? Oder passt die Krawatte wirklich gut zum Jackett? Nein, das weiß Merz natürlich selber. Aber es ist so eine Rolle, die kann man kaum wirklich beschreiben, aber die ist, oder sagen wir mal nominell beschreiben, aber die ist unendlich wichtig. Und ich glaube, es ist auch für jemanden wie Merz, der so in der Öffentlichkeit steht und so funktionieren muss und sichtbar funktionieren muss, gut zu wissen, da ist jemand, der hat keine eigene Agenda. Der will nicht selber mal Kanzler werden, Parteichef werden oder sonst was und hat auch so sein, sondern der sieht seine Rolle darin, dass es läuft, dass es gut funktioniert. Jemand zu haben ist glaube ich unendlich wichtig und nach allem was man sieht von außen sieht, ist Petra Schauerte genau so ein Mensch. Jemand hat mal gesagt, sie ist wie eine Schwester, das fand ich ein sehr schönes Bild. Man hört immer so der gute Geist oder noch viel schlimmere Formulierungen wie Mädchen für alles oder sowas, das passt irgendwie gar nicht. Ich glaube Schwester ist ein schöner, also wirklich jemanden, der sehr vertraut ist, der der es gut mit einem meint, der im Zweifel aber einem auch mal die Wahrheit sagt und sagt, das war jetzt gerade gar nicht gut oder da brennt gerade richtig was an, da solltest du mal ganz schnell anrufen. Also so eine Schwester, glaube ich, wollen wir alle. Also ich möchte so eine Schwester. Trotzdem aber ja irgendwie auffällig, oder? Dass die einzige Frau in seinem nahen Umfeld, wenn man sich jetzt irgendwie die Personen anguckt, die ihn beraten, dann eine Person ist, die ganz viel im Hintergrund ist. Hat er Frauen, die ihn politisch beraten, die ihm politisch helfen, wenn es da um Weichenstellungen geht? Weil das sind ja schon sehr viele Männer. Es gibt natürlich auch Frauen, das ist gar keine Frage. Als allererste seine eigene Frau, Charlotte Merz, Juristin, eine kluge Frau, die sicherlich großen Einfluss auf ihn hat. Die sich natürlich total zurückhält, aber die sollte man nicht unterschätzen, auch als Einflussgeberin, auch vielleicht mal als Kontrollinstanz. Aber natürlich, du fragst nach politischen Ratgeberinnen und Beraterinnen, da gibt es einige, ich würde mal eine hervorheben, weil ich selbst auch schon mit ihr darüber gesprochen habe und das ist Karin Prien. Jetzt ist sie Bildungs- und Familienministerin, vorher war sie vor allem seine Stellvertreterin im Bundesvorstand, damals noch als schleswig-holsteinische Bildungsministerin. Das ist eine Merzkritikerin, die ist ganz sichtbar gewesen als eine Frau, eine sehr liberale, die sich sehr gerieben hat an seinen eher konservativen Vorstellungen, Familienbild und so weiter. Aber er nimmt sie ernst und sie sprechen. Und sie sprechen schon lange, auch intensiv. Sie telefonieren und ich glaube, sie ist eine derjenigen, auf deren Meinung und auf deren Wort er schon hört. Ich will nicht sagen, dass er immer alles aufnimmt und umsetzt. Bei weitem nicht. Aber das ist eine wichtige Ratgeberin und ich glaube, die haben einen offenen Ton. Also das ist keine, die irgendwie ihm Honig um den Bart schmiert. Ich glaube, von der hört er klare Ansagen. Zumindest bei der Parität hat er nicht auf sie gehört. Das ist ja etwas, was Karitrin fordert in diversen Ausschüssen, sei es jetzt irgendwie das Kabinett oder sei es jetzt der Koalitionsausschuss. Das hat nicht geklappt bisher. Das hat definitiv nicht geklappt. Ich würde auch sehr gerne, aber das können wir uns ja für die nächsten Male vielleicht mal vornehmen, mal über das Frauenbild von Friedrich Merz mit dir reden und über die gesamte Frage, wo eigentlich Frauen noch vorkommen und wo sie vorkommen könnten. Da gibt es ja viel zu besprechen. Ich glaube, das ist schon problematisch auch einfach zu einem Teil. Ja, er hat Frauen in seinem Umfeld jetzt. Wir haben über Frauen geredet, Karin Prien. Aber es sind nicht so viele. Und ganz viele auch seiner engsten Berater sind Männer. Wenn man sich da so die Spitzenriegel anschaut in der Union, dann sind das Männer. Und da fehlen einfach Perspektiven und da fehlen auch einfach Themen und Vorbildfunktionen, wenn man so ein Team aus Männern um sich schaut. Ich glaube eine Frage, der wir nachgehen sollten ist, macht man deswegen eigentlich schlechtere Politik für Frauen, wenn man es ohne die Frauen macht oder kann man auch gute Politik für Frauen machen, wenn man es nur mit Männern macht? Ich finde, ich würde die mal offen stehen lassen. Du lachst und ich ahne, was du dazu denkst und ich glaube, ich denke... Ich sage jetzt dann einfach mal noch nichts dazu. Du sammelst Wut schon mal. Ja, möglicherweise. Ich zieh die Antwort. Wahrscheinlich hoch zu Recht, aber ich finde das eine interessante Frage. Ja, eine Frage habe ich noch zu seinem Umfeld, also die man viel gelesen hat, auch in der ganzen Diskussion, so wie besetzt er das Kabinett, welche Leute sind so um ihn rum. Gab es ja auch die Kritik, dass das vor allen Dingen Leute sind, die loyal sind ihm gegenüber. Würdest du sagen, ja, er hat sich ganz viele Menschen um sich gescharrt, die ihm loyal gegenüber sind, die mitgehen, wenn er irgendwie was entscheidet? Oder gibt es da schon auch KritikerInnen, die mal sagen, so nee, Friedrich, so nicht? Also in diesem unmittelbaren Umfeld sind die Menschen, würde ich von hier aus sagen, loyal. Was nicht heißt, dass sie nicht vielleicht auch mal sagen, das ist total falsche Richtung. Also ich glaube, das muss sich nicht widersprechen. Du kannst ja sehr loyal sein und das Beste für diesen Kanzler wollen, den Erfolg dieser Regierung. und trotzdem maximal auch mal kritisch sein und sagen, da laufen wir krass in die falsche Richtung. Das würde mein Loyalitätsverständnis sogar noch decken. Im weiteren Umfeld gibt es natürlich Leute, bei denen man sich fragen kann, wie weit es mit der Loyalität bestellt ist. Du nickst so, als würdest du das Wort Jens Spahn gerade in deinem Kopf bewegen. Jens Spahn ist Fraktionschef und Jens Spahn wollte mal den Job, den Merz jetzt hat. Sowohl Parteichef als auch Kanzler werden. Aber in den letzten Wochen und Monaten haben wir auch einen sehr loyalen Jens Spahn erlebt. Was natürlich aber auch mit der Rolle einhergeht, die er jetzt hat als Fraktionschef. Er muss März Mehrheiten beschaffen. Und das ist nicht leicht, wie wir gesehen haben. Bei der Kanzlerwahl haben wir gesehen, dass es ganz schnell auch mal ohne Mehrheit ausgehen kann. Also ich glaube, viele gucken mit nicht 100 Prozent Ruhe und Entspannung auf Jens Spahn und was er da macht, aber im Moment gibt es zumindest, Stand jetzt keine Anzeichen, dass er jetzt schon mit der eigenen Agenda läuft. Also die wird er nicht abgelegt haben, denn Jens Spahn ist jung, Jens Spahn hat einen Ehrgeiz, der ist auch ein politisches Talent. Das muss man je nachdem oder unabhängig davon, wie man ihn politisch betrachtet. Das ist jemand, der noch nicht fertig ist mit dem Job. Insofern ist da jemand, der noch spannend werden kann auf der Frage. Aber im Moment würde ich sagen, hält er die Füße still. Jemand, der ja auch gerne mal Debatten auslöst. Wir erinnern uns an zum Beispiel diese Aussage zum Umgang mit der AfD, die ja sehr lange in der Bundespolitik für Debatten gesorgt hat, für Kritik gesorgt hat. Also schauen wir mal, was wir in ein paar Wochen vielleicht übersparen. Machen wir mal eine Jens Spahn-Folge. Lass uns vielleicht noch mal ganz kurz auf die kommende Woche gucken, weil da steht ja auch wieder ein sehr wahrscheinliches Treffen zwischen Merz und Donald Trump an. Genau, wir werden am Sonntag nach Kanada fliegen zum G7-Gipfel. Merz wird Trump treffen. Trump hat zugesagt, wenn es dabei bleibt. Wir reden über Trump, wir wissen nie wirklich, was passiert. Wenn es dabei bleibt, wird es natürlich zu Begegnungen kommen. Das wird spannend. G7-Treffen, also die wirtschaftsstärksten Nationen kommen zusammen. Natürlich wird es um die Frage gehen, wie begegnet man Russland. Es geht um Verteidigung und natürlich auch die Frage, ob man sich zu harten Sanktionen gegenüber Moskau durchringen kann. Es wird wieder viel zu besprechen gegeben und wir werden dann vielleicht auch nochmal auf die Frage schauen, ob Merz sich auch bei seinem zweiten Treffen mit Donald Trump wieder so gut geschlagen hat und ob die Reaktionen in den sozialen Medien auch wieder so positiv sind. Deswegen würde ich sagen, Julia, wir sind gespannt, was du nächste Woche zu erzählen hast. Und bis dahin wünsche ich euch allen eine schöne Woche. Vielen Dank, liebe Carlotta. Und ja, von mir auch. Euch allen eine schöne Woche. Tschüss. Tschüss. Music.