Latest / SISOSIG Podcast / Der Walkman: Warum Marktforschung ihn fast verhindert hätte
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- Andreas: Ich hab gar keinen Countdown gesehen. Egal. Okay. okay. Ja, noch mal. Lisa: Ich hatte einen Countdown. Ich fange jetzt nicht an. Hallo Andreas! Andreas: Hallo Lisa! Na? Lisa: Wir hatten zwar jetzt keinen Countdown, aber ich weiß trotzdem, wo wir sind und zwar bei Zizouzic, dem Podcast Should I Stay or Should I Go? Dafür steht Zizouzic und das ist der entscheidende Podcast für alle, die zu lange vor dem Keksregal stehen oder sich sonst auch nicht so gut entscheiden können. Andreas: Ja, und weißt du, was mir aufgefallen ist, als ich vor kurzem auf SISU-Sig geguckt habe? Das kann man total, total auch auf Deutsch machen. Soll ich stehen oder soll ich gehen? Hat dieselben Buchstaben am Anfang. Krass. Lisa: ist ja krass. Dann können wir nochmal eine deutsche Variante davon machen. Andreas: Ja, übrigens, das habe ich auch mal überlegt. Dieses Tool, das wir hier benutzen, das ermöglicht uns theoretisch auch, das komplett mit KI auf Englisch zu machen. Da habe ich auch schon überlegt, ob wir das machen und mit full transparency, wie das dann auf Englisch heißt, zu sagen, so diese Folge ist jetzt einfach komplett von KI auf Englisch eingesprochen. Lisa: Das wäre natürlich auch mal eine Idee. Das könnte man ja auch einfach mal so als Service machen für unsere internationalen Fans. Andreas: Ja, ich finde auch. Also wenn man dem Tool hier Glauben schenkt, dann haben wir tatsächlich auch Hörer und Hörerinnen in Malaysia und in USA und irgendwo anders. Lisa: Ich glaub dem nie. Andreas: nee, und ich finde auch, man muss ja auch aufpassen. Man muss sich auch ein bisschen fokussieren und sich nicht auf zu viele Sachen verteilen. Also wir machen das jetzt erst mal auf Deutsch und das finde ich auch wichtig. Und wie man sich richtig fokussiert hat natürlich viel damit zu tun, zu was man Nein sagt und zu was man Ja sagt. Wir haben letztes Mal darüber gesprochen, wie wir besser nein sagen können. Und so nein gehört ja auch immer mit einem ja zusammen. Und das ist so ein bisschen ein bisschen schwammig. Heute wollen wir mehr übers ja reden. Lisa: Aber wir werden wahrscheinlich sehen, wenn man Ja sagt, muss man auch irgendwo Nein sagen. Andreas: Man muss ja sagen, wenn man irgendwo nein sagen. Man muss nein sagen, wenn man irgendwo ja sagen will. Und das ist eine sehr schöne Überleitung, Lisa. Vielen Dank. Ich habe nämlich, während ich mir diese Frage gestellt ein Video gefunden von Steve Jobs oder mit Steve Jobs, wo er auf der, ich glaube, es war die Worldwide Developer Conference, die die immer noch haben und die es schon lange, lange, lange gibt. Die Frage bekam zu einem bestimmten Produkt. was es wohl nicht mehr gibt. Es war, glaube ich, eine interne Veranstaltung und wir verlinken das hier gerne. Und er nimmt Fragen aus dem Publikum entgegen und jemand fragt, was eigentlich mit Open Dogs und er steht ja. Ja, ja, immer ja. Lisa: ganz kurz darf darf ich auch noch mal kurz eine Frage stellen, vorher. Was ist denn mit unserem Song der Woche? Andreas: verdammt. Ja, wir müssen unbedingt den Song der Woche machen. Lisa: Ich hab einen. Andreas: Ja, fang mal an. Lisa: Weil wir doch letztes Mal über Nein geredet haben und dieses Mal über Ja. Und Leute, die sich nicht so gut entscheiden können, sagen dann ja auch gerne mal Ja. Und da ist natürlich der Song Ja von Fettes Brot aus dem Jahr 1996 absolut präsentiert. Und ich habe schon überlegt, ob wir nicht dann auch nochmal eine Folge zu Ja oder zu Vielleicht sagen machen müssen. Also mein Song der Woche Ja. Andreas: Ja. Ja, ich sage Ja. Ich sage Ja zu jaen und ich sage Ja zu dieser Folge zu vielleicht. mach Huf. Okay, vielleicht. Ja. Ich sage Ja zu vielleicht. Ja. Lisa: Und hast du auch vielleicht noch einen Song der Woche? Andreas: Du, ich hab da auch einen. Und zwar war ich auf dem grandiosen Wattenschlick-Festival. Das ist an der Nordsee. Für alle, die es nicht kennen. Es ist klein und fein und grandios. Man sitzt am Strand und die Musiker auf der Hauptbühne, es gibt mehrere Bühnen, aber auf der Hauptbühne gucken die so ins Watt und in den Sonnenuntergang und können das immer gar nicht glauben, was sie da sehen. Ich glaube, sie sehen trotzdem noch das Publikum und spielen eigentlich auch fürs Publikum. Aber ich glaube, zu großem Teil spielen sie auch für diesen grandiosen Sonnenuntergang. Und da, beim Wattenschlick-Festival, habe ich eine Band gehört, die ich noch nie gehört habe. Das passiert ja ganz viel auf diesem Festival. Und zwar die Band Lesar. Lesar kommt aus Belgien und deswegen haben sie einen Namen, man französisch ausspricht. Lesard. Lesar. Und die fand ich so erfrischend. So eine Mischung aus B-52s und Talking Heads und irgendwie so ganz so ein bisschen schräg und ein bisschen energetisch. Die hatten so eine Mini, die waren auf so einer Mini-Bühne und man merke richtig, das war so ein bisschen wie Cola schütteln und den Deckel drauf lassen. Die konnten Lisa: Nö. Andreas: nicht so richtig raus, weil die nicht genug Platz hatten und das hat natürlich dem ganzen noch mal so eine andere Spannung gegeben. Also auf jeden Fall die Band Lesar und mein Song der Woche ist Küsse Bastille, was glaube ich so viel heißt wie Was'n hier los? Lisa: Sehr schön. Kommt auf unsere famose Siegsozik-Playlist. Verlinken wir natürlich wie immer auch in den Show Notes. Und jetzt zurück auf die Bühne von Steve zum Thema Ja-Sagen. Andreas: Genau, vielen Dank für diesen, diesen Einschub. Gottes willen, wir dürfen auch unseren Song, der wollen wir nicht vergessen. Also ja, Steve Jobs. Wie gesagt, Worldwide Developer Conference irgendwann lange, lange her. Und da wird gefragt zu, also ich glaube, es war eine interne Veranstaltung. Es sieht so aus, dass die Leute im Publikum, die halt diese Developer sind, die dürfen Fragen stellen. Und das sind wohl auch Leute, die intern an Produkten arbeiten und irgendjemand fragt, was ist damit Open Docs? Und Open Docs war so eine, so eine Konkurrenzveranstaltungen zu Word und Excel und so. so Tools, mit denen man schreiben und rechnen kann und so. Das haben die wohl abgesägt. Also Apple hat das wohl nicht mehr weiter unterstützt. Und da kommt die Frage, was machen wir jetzt damit? Und Steve Jobs, wie er denn so ist, antwortet auf eine Weise, dass irgendwie erst mal alle lachen. Und dann sagt er, ja, aber hier ist der wichtige Punkt. Der wichtige Punkt ist, wir machen ganz viele tolle Sachen. Wir haben super talentierte Leute. Wir haben auch wirklich viele, viele Ideen und man muss auch neue Ideen ausprobieren und in Richtung gehen, die die sonst andere Leute noch nicht gegangen sind. Aber das wirklich harte, wenn man sich fokussieren will, ist nein zu sagen. Und er sagt fokussieren heißt nein sagen. Also es ist gar nicht so, dass man sagt, ich überlege mir jetzt, was ich machen will und ich wechsle den Job oder so große Entscheidung und dann. Ich oft, mir geht es manchmal so, dass man sagt, ich muss mich dafür entscheiden. Ich muss Ja sagen und dann kann ich so richtig fokussiert drauf zugehen. Und seine Meinung oder sein Take dazu war, das Fokussieren eigentlich viel mehr bedeutet Nein zu sagen. Denn nur wenn man zu ganz vielen Sachen, auch tollen Sachen, die wirklich super sind, Nein sagt, hat man die Zeit und die Kapazität, sich auf das zu konzentrieren, was einem wirklich, wirklich wichtig ist. Und ich finde das bei Apple so spannend, weil die halt... Steve Jobs war ja erst da und dann wurde er rausgeschmissen und dann kam er wieder. Und als er wieder kam, hatte das Unternehmen durchaus Schwierigkeiten. Es war nicht so erfolgreich, wie es jetzt gerade ist, wie man das heutzutage kennt. Und die hatten einfach ganz, ganz viele Produkte. hatten ganz viele Computer und die hatten ganz viele Softwareprojekte und so weiter. Und eine Sache, die er halt gemacht hat, ist genau das, nämlich dass er reinkam und erst mal ganz viele Sachen abgesägt hat. Und wir erinnern uns dass dann nur ein paar Sachen übrig geblieben sind. Also es gibt eigentlich so ein, zwei Computer und dann gibt es so ein, zwei Telefone und dann gibt es so ein, zwei Tablets und das ist eigentlich alles, was sie so machen. Also insofern, ja. Lisa: Das kenne ich tatsächlich auch aus meiner beruflichen Praxis. Wir haben ja viel Marketingberatung gemacht, dann auch so in Richtung Portfolio Entwicklungen oder Brand Portfolio gingen und wir haben das gerne mit Kunden gemacht. Dann haben wir Schiffe versenken gespielt sozusagen und uns alle Produkte oder alle Marken von einem Konzern mal angeguckt und überlegt. mit welchen Produkten treffen wir denn wirklich irgendwie ein Need und einen und welche Produkte können dann eigentlich mal rausfliegen, auch wenn es vielleicht mal das Lieblingsprodukt vom CEO war oder wenn das ja schon immer da war und bestimmte Zielgruppe, auch immer noch kauft, dass man trotzdem einfach mal knallhart aussortiert und eben auch ein paar Produkte wegwirft, die bestehen. Und andersrum habe ich auch viele Innovationsprojekte begleitet, wo es darum ging, was macht man denn in Zukunft? Und im besten Fall geht man halt mit 10, 15 coolen Ideen in so einen Prozess rein oder entwickelt in so einem Prozess eine Menge gute Ideen und dann am Ende aber wirklich zu sagen, wir verfolgen jetzt die allerbeste und du hast irgendwie ein Team oder ein Workshop-Team mit 15 Leuten und man muss sich dann darauf einigen, diese eine Idee verfolgen wir jetzt weiter, weil wir können eben nicht 15 gute Ideen weiterverfolgen. Das kann sehr schmerzhaft sein, aber natürlich ist es auch die einzige Möglichkeit dann wirklich fokussiert auf einem Projekt zu arbeiten mit einer Vision irgendwie, dass man sagt, aber dieses Thema oder diesen Service, dieses Produkt wollen wir jetzt vorne bringen und alle unsere Energie da reinstecken. Und das ist halt genau das, was du sagst zu einem Ja für ein bestimmtes Ziel gehören dann eben auch ganz ganz ganz ganz viele vielleicht auch schmerzhafte Neins. Andreas: Wie hast du denn die Kriterien zusammengestellt? ich vermute, vielleicht die erste Frage, wie konnte man sich denn letztlich auf eins einigen? Du musstest ja wahrscheinlich dann abgleichen und sagen, ich habe 15 Sachen und dann bewerte ich irgendwie, inwieweit passt das zu unserer Vision, inwieweit passt das zu anderen Produkten, inwieweit passt das zu dem, was wir gut machen und das, wir... nicht so gut machen. Ist das ein neuer Geschäftsbereich, Lisa: Mh. Andreas: den wir ausprobieren oder ist das eine Sache, wir sagen, wir konzentrieren uns auf das, was wir schon gut können oder wie habt ihr das Lisa: Also Andreas: gemacht? Lisa: unterschiedlich. Wenn wir das so live in einem Workshop gemacht haben, dann haben die Leute meistens Ideen da irgendwo wirklich ausgedruckt oder aufgemalt an die Wand gehängt und dann durfte jeder Aufkleberchen da drauf machen und meistens irgendwie so einen grünen Aufkleber für die Idee halte ich für gut und wirtschaftlich erfolgsversprechend. Und meistens hatten wir dann auch noch einen zweiten Aufkleber, kleines rotes Herzchen, wo die Leute dann auch noch sagen durften, aber an dem Produkt hängt mein Herz. Also das fände ich einfach persönlich so schön, wenn wir das machen. Und das hatte natürlich zum einen den Hintergrund, dass die Leute eben auch sozusagen einen Herzenswunsch äußern dürften, auch wenn der wirtschaftlich, businessmäßig jetzt gar nicht irgendwie total sinnvoll ist. Und andererseits gab es dann natürlich im besten Fall Produkte oder Ideen, die haben grüne Punkte und rote Herzchen bekommen. Da hatte man dann natürlich gleich mal irgendwie auch die Leidenschaft der Leute mit eingefangen. Das war meistens der erste Schritt, diese grünen und roten Herzchen. Und in einem weiteren Schritt haben wir dann wirklich letztendlich ein kleines Entscheidungstool gebaut mit verschiedenen Kriterien. Also wie teuer ist die Entwicklung? Wie viel Wissen haben wir dazu schon im Unternehmen? Wie gut kommt das in einem Marktforschungstest bei Konsumenten an? Wie stark ist die Konkurrenz da aufgestellt? Also dass du wirklich so eine Batterie an Kriterien hast. Andreas: Mhm. Lisa: Teilnehmer füllt die quasi dann individuell aus, also ohne sich mit den anderen abzusprechen und dann hast du nachher irgendwie zehnmal diese Kriterien bewertet, was weiß ich, gut, mittels schlecht oder so und bekommst dann halt am Ende so eine ganz einfache Matrix zwischen ist intern schnell und leicht umzusetzen und verspricht irgendwie einen großen Markterfolg. Meistens ist das dann so eine abfallende Kurve, weil was total einfach umzusetzen ist, meistens nicht so ein großer Markterfolg. Und wo du total viel Arbeit reinsteckst, ist womöglich Erfolgsversprechen aber arbeitsintensiver oder teurer. da dann halt eben, da findet man dann eben den den Sweet Spot sozusagen. Wo ist eigentlich das, wo wir sagen, ist eine super Balance zwischen Aufwand und möglichem Ertrag sozusagen. Andreas: Ja, zwei Fragen dazu. habe ja immer zwei Fragen. Die erste Frage Lisa: Ja. Andreas: war, es klingt so, als wenn ihr tatsächlich das über ein Jahr gesteuert habt, also dass keiner einen Kreuz setzen konnte und sagt so hier die Idee sieben finde ich total blöd, sondern ihr habt eher Lisa: Mhm. Andreas: grüne Häkchen und Herzchen gemacht. Ist das richtig? Habe ich das richtig verstanden? Lisa: Ja. Also das war dann wirklich eine Positiv-Auswahl. Es gab aber je nach Projekt und sozusagen Aufbau des Kunden intern auch immer so oder manchmal so ein Veto-Ding. Andreas: Mhm. Lisa: Also das dann vielleicht irgendwie ein Projektleiter oder jemand, der am Ende die Verantwortung trägt, auch sagen kann, Veto, das machen wir nicht, mit welchem Grund auch immer. das wurde dann vorher festgelegt, also dass man das allen klar ist, ja wir stimmen jetzt hier ab, aber am Ende wirtschaft ja auch kein Demokratieprojekt oder ein Unternehmen ist keine Demokratie und auch wenn jetzt alle für ein Projekt stimmen, dann darf natürlich der Letztverantwortliche auch noch mal die Hand heben und sagen, nee, machen wir nicht. Andreas: Ja, okay, das macht Sinn. die zweite Frage, die ich hatte, war, es klingt auch so, als wenn ihr das sehr stark vereinfacht habt. Also wenn du sagst, du gehst jetzt nicht bei jedem komplett in die Analyse und fängst an, irgendwas durchzurechnen, sondern wo du sagst, ja, mittel nein umzusetzen oder so, klappt Lisa: Ja. Andreas: das? Lisa: Also das kann man natürlich in einem späteren Schritt auch nochmal machen, aber wenn du mit Leuten zusammenarbeitest, die irgendwie schon jahrelang in ihrer Kategorie oder in dem Unternehmen oder in der Forschung Andreas: Mhm. Lisa: unterwegs sind, die haben dann einfach auch so viel Erfahrung, dass das scheint manchmal ein Bauchgefühl zu sein. Aber letztendlich haben wir auch schon darüber gesprochen, speist sich Bauchgefühl ja auch aus ganz viel Wissen und Erfahrung, dass dann so ein R &D-Spezialist für chemische Formeln, der kann dann schon irgendwie sagen, ja das und oder die und die Creme, das können wir relativ schnell irgendwie auf die Straße bringen und bei der müssen wir aber noch in die Grundlagenforschung gehen, dass dann so eine relativ wenig komplexe irgendwie Bewertung mit vielleicht nur gut mittelschlecht im ersten Schritt auch mal reicht. kannst also natürlich, du kannst natürlich auch 15 Produkte komplett durch analysieren und Preispunkte und was auch immer, aber Innovation funktioniert ja auch dadurch, dass sie eben schnell ist. Andreas: Ja, Das finde ich sehr sympathisch, dass man es nicht zu komplex macht, sondern sagt, am Anfang versuchen wir das relativ breit mit Vertrauen in die Meinung und die Expertise von unseren Leuten schon mal auszusortieren. Und dann gehst du später in die Feinanalyse. Lisa: Naja, und eben nicht nur die Meinung der internen Leute, sondern es ist natürlich auch noch immer die Meinung von den potenziellen Kunden reingeflossen über den Research, wo man die Produkte einmal ganz kurz vorstellt und wirklich nur so ganz kurz abfragt, irgendwie findet ihr das cool, passt das zur Marke und würdet ihr das kaufen, so ungefähr. Andreas: Ja, wobei da fällt mir die Sony Geschichte ein. Das hatten wir als Beispiel immer wie Marktforschung natürlich manchmal auch Innovationen verhindern kann, weil sich die Leute das vielleicht sogar nicht vorstellen können. Also es ist Lisa: Mh. Andreas: ja immer schwierig, Sachen zu fragen, die ganz, ganz neu sind, die sich Leute nicht vorstellen können. Also diese Sony Geschichte, wie ich sie kenne, ist das wir kennen vielleicht noch den Walkman. Also heutzutage haben wir alle Airpods in den Uhren. Das ist völlig normal. Und früher gab es das halt noch nicht. Da gab es halt Kassettenrekorder, die im Wohnzimmer standen und dann mussten alle mithören. Und dann hat Sony wohl als Erste den sogenannten Walkman erfunden. Das war ein Minikassettenrekorder, wo dann halt ein Kabel drin war, was zu Kopfhörern führte. Und die Geschichte zumindest geht so, dass die das überlegt haben zu entwickeln und sagen, wir machen das Ding ganz klein und dann kann man seine Musik mitnehmen. Das war ganz neu und haben wohl eine Marktforschung gemacht. Und das ist total gefloppt in der Marktforschung, weil die Leute gesagt haben, ich setze mir nicht so blöde Dinge auf. Also dann aus den unterschiedlichsten Gründen, die heute alle nicht mehr relevant sind. Also ich höre dann meine Umwelt nicht mehr und ich fühle mich dann ausgegrenzt. Und das sieht auch blöd aus. Und also es gab anscheinend ganz, ganz viele Gründe, warum eigentlich die die Marktforschung, wie sie da zumindest gemacht wurde, dazu hätte führen müssen, dass sie das nicht machen. Sie haben es trotzdem gemacht. Und der Rest ist Geschichte. Der Walkman war ein super Erfolg und andere Elektronikfirmen haben den nachgebaut. Also Lisa: Ja. Andreas: da ist da natürlich Expertise gefragt zu sagen, wenn wir die Leute mit irgendwas abholen wollen, was sie so gar nicht kennen, da muss man natürlich dann extrem vorsichtig sein, wie man das fragt. Lisa: Das ist dann eben auch eine Frage, wen man überhaupt fragt. Also wenn du halt irgendwie Leute fragst, die generell nicht so offen sind und immer erst Sachen kaufen, wenn die sich schon jahrelang auf dem Markt bewiesen haben und auch schon die Nachbarn und die Kinder und alle das auch schon haben. Klar, dann hast du da irgendwie vielleicht nicht die geilsten Ergebnisse, aber wenn du dich dann eben an eine Zielgruppe, wenn es die offen ist, für Neues, die gerne Neues ausprobiert, die vielleicht auch technisch schon ein bisschen schon weint. ist und sogenannte Early Adopter, dann kannst du genau so was halt eben ausgleichen und mit neuen wirklich innovativen Produkten gehst du ja immer zuerst an Leute ran, die auch für so was offen sind. Das kann man eigentlich dann ganz schön schön austereen, aber das ist natürlich immer ein großes Thema und das ist auch eigentlich total typisch, dass wenn du Leute fragst irgendwie im Sinne von würden sie das kaufen und dann noch fragst wie neu und anders als andere Produkte ist das denn, dass sich so bisschen gegenseitig ausschließt. Also bei den meisten Menschen, wenn es halt mega anders ist als alles andere, dass sie dann doch eher zurückhaltend sind, weil sie halt keine Erfahrung damit haben oder sich das nicht vorstellen können. Im besten Fall ist natürlich beides groß. Die Begeisterung für die Idee die Aussage, ja das ist ja wirklich total neu und spannend, aber Die meisten Menschen sind ja dann doch irgendwie nicht so offen für Neues und da ist dann auch eben die Frage so, wo ist die Balance? Und du kannst ja durchaus auch sagen, ja das sind jetzt nur ganz wenige, die finden das aber mega geil und dann fangen wir halt mit denen erstmal an und bewerben das Produkt dann bei denen und dann kann es sich halt weiter durchsetzen. Andreas: Ja, ich glaube, ist immer so. Und ich glaube, dieses Beispiel von Sony ist nicht nur ein Beispiel für Produktentwicklung, sondern ich bin mir ziemlich sicher, dass man auch ganz viel über Marktforschung gelernt hat. Also dass man sich das im Nachhinein angeguckt hat und gesagt hat, wie können wir da unsere Forschung verbessern? Und wahrscheinlich ist das, was du gerade gesagt hast, mit deiner Erfahrung zum Teil auch darauf basiert, was Marktforschung quasi als Branche daraus gelernt hat. Lisa: Ja, und da vielleicht nochmals zu Steve Jobs. ist ja auch so eine Geschichte, die man sich immer erzählt, ja das iPhone haben wir ja ohne Marktforschung entwickelt. So wenn wir die Konsumenten gefragt hätten, dann hätten wir das halt nie erfunden. Und das natürlich großer Bullshit. Also natürlich war das eine sehr revolutionäre Idee, die jemand dann Aber natürlich mit ganz viel Forschung, mit Usability-Forschung, mit Feedback-Schleifen von Konsumenten, von Early Adoptern, Andreas: Mhm. Lisa: von Beta-Testern wurde das natürlich entwickelt und designed, bis es dann auf den Markt gekommen ist. Und da ist dann auch irgendwie so bisschen das Vorurteil, irgendwie Marktforschung fragt die Leute ja, was braucht ihr denn oder was wollt ihr denn? Da kommt im seltensten Fall irgendwas Geiles bei raus. Aber wenn du was Geiles hast und den Andreas: Ja. Lisa: Leuten das zeigst, und fragst ja, wie können wir es denn noch geiler machen und welches von den drei Designideen gefällt euch dann dazu am besten, dann hast du natürlich am Ende die größte Chance, dass das ein Erfolg wird und irgendwie diese Aussage, also wenn Leute so sehr marktforschungsskeptisch sind, was ich oft erlebt habe in meiner Karriere auch, dann kommt immer nichts ein, ja aber Steve Jobs hat immer gesagt, das iPhone im Sinne von das geilste Produkt der letzten 100 Jahre, er ist auch ohne marktforschung denke ich immer so, ja genau, die haben das einfach nur in ihrem Keller entwickelt und plötzlich stand es im Apple Store oder irgendwie im coolen Shop und dann ist es losgegangen. Das glaubt ihr ja wohl selber nicht. Andreas: Ja, ich glaube, spannend ist auch diese, gerade bei Innovationen kann ich das total nachvollziehen. Also wir haben ja, es gibt ja dann so andere Beispiele mit, wenn du Leute früher gefragt hättest, als es noch keine Autos gab. Was wünscht du dir dann zu Lisa: Ja, ach, das ist auch der andere Klassiker. Andreas: sagen, ich will halt irgendwie schnellere Pferde oder diese Eisenbahngeschichte, wo Leute extrem skeptisch waren und gesagt haben, Lisa: Ja. Andreas: wenn die Eisenbahn auf Schienen fährt und sie fährt 30 kmh, dann dann stirbt man, weil der Körper dafür gar nicht gebaut ist. Also ich glaube, mit Innovation und Leute fragen, was sie denn von irgendwas halten, was noch keiner wirklich ausprobiert hat, ist natürlich immer extrem schwer. Lisa: Ganz ehrlich, stell mal vor, Henry Ford hätte damals schnellere Pferde entwickelt und Pferde könnten Andreas: Mh. Lisa: jetzt 120 kmh laufen. Ich glaube, wir hätten halt echt deutlich weniger Probleme mit Klima Unfällen und so, die Leute einfach, Unfälle vielleicht nicht, aber es wäre vielleicht auch nicht die schlechteste Idee gewesen, total coole, mega schnelle Kutschen zu haben statt Autos. Andreas: Ja, aber überleg mal der Gestank. Wir kriegen uns ja schon fast nicht mehr über Autogestank auf, weil man die kaum noch riecht, aber die ganzen Pferde... Lisa: Pferde riechen doch nett, sind ja keine Schweine. Okay, lassen wir das an der Stelle. Andreas: Ja, aber nicht wenn sie pupsen. Anyway, ich glaube, wir gehen hier in eine. Ein schönes, ein schönes mentales Bild. Nochmal kurz zurück zu dem Ja. Wenn ich darf, habe ich noch was gefunden in diesem Zusammenhang. Also wenn man, wenn man sagt, man muss eher nein sagen, wenn man ja meint. Also vielleicht noch. Wir sind immer noch in dem Teil, wo wir die Brücke schlagen zwischen nein und ja. Und zwar habe ich eine eine Warren Buffett Anekdote gefunden. Vorsicht, Internet, man weiß ja nie. Das hier ist ein Gerücht, aber ich die Geschichte trotzdem spannend und deswegen, wenn ich darf, würde ich Sie gerne erzählen. Anscheinend ist es so, dass Warren Buffett, der ein sehr, sehr erfolgreicher Investor war, also erfolggemässig Lisa: ist. Andreas: ist, Entschuldigung, ja, es gibt ihn immer noch. Er hat sich aber aus seiner Lisa: glaube ich. Andreas: aus seiner Firma weitgehend zurückgezogen. Ich glaube, so ist es. Der ist schon Lisa: Okay. Andreas: sehr, sehr alt, aber hat sehr lange erfolgreich mit Aktien gehandelt. Das ist so die Definition von Erfolg für ihn. Und Der hat anscheinend für sich selbst eine Regel erstellt, wo es also auch die großen Ziele im Leben ging. Also wo man sagt, ich möchte gerne auf ganz viele Sachen los und ich habe ganz viele Ziele für mein Leben und wenn ich irgendwann zurückblicke auf mein Leben, dann möchte ich bestimmte Sachen erreicht haben. Also so ein bisschen Bucketlist, aber auch bisschen größer. Und der hat gesagt, ja. Lisa: Im Sinne von wo sage ich ja zum Leben? Wo sage ich da packe ich meine Energie hin? Andreas: Genau. ja und drauf zu. Und hat Folgendes gemacht. Jetzt müssen wir wir machen das in zwei Teilen. Pass auf. Die erste Lisa: Mhm. Andreas: Teil ist ich erkläre erst mal was man macht. Den ersten Schritt und den zweiten Schritt leiten wir dann nochmal anders ein. Also der erste Schritt ist du machst also eine ganz klassisch eine Liste. Du nimmst dir einen Stift und einen Zettel. Das per Hand zu machen ist Lisa: Mhm. Mhm. Andreas: anscheinend besser als das irgendwo rein zu tippen, weil man nochmal eine andere, eine andere mit der Physi, also der Physis des Aufschreibens statt des funktioniert das Gehirn anders. Also man schreibt auf die 25 Ziele, die man im Leben so hat. ich, naja, Lisa: Das ist einfach. Andreas: also so eine Mischung aus, ich möchte ein guter Vater sein und ich möchte aber auch noch mal Lisa: Mhm. Andreas: nach Australien reisen und ich möchte ein Buch schreiben und so ein bisschen. Ich glaube, das kann so ein Mix sein von wie will ich sein und was möchte ich gerne erreichen? Und da braucht man Lisa: Mhm. Andreas: bisschen Zeit für, ich glaube auch. 25 ist echt, ist echt viel. Lisa: Mhm. Andreas: Und wenn man diese Liste gemacht hat, Dann merkt man vielleicht schon beim Aufschreiben so eine Reihenfolge. Und da ist dann doch Schritt zwei, wo man sich noch mal überlegt, okay, was denn, also von diesen Sachen, die ich jetzt aufgeschrieben habe, was ist mir wirklich am wichtigsten, wenn ich sonst nichts schaffe. Und das kommt auf Nummer eins. Und dann versucht man das so in eine Reihenfolge zu packen, dass man nachher Lisa: Mhm. Andreas: so die wirklich wichtigen, wichtigen, wichtigen Sachen, die einem wirklich wichtig sind, die sind ganz oben auf der Liste, also eins, zwei, drei, vier, fünf und so weiter. Und die anderen Sachen sind dann halt weiter unten in der Liste. Lisa: Ich hab das jetzt mal kurz gemacht. hab bis jetzt nur 6 Ziehme. Nein. Aber ich dachte Andreas: 25? Ach so. Lisa: vielleicht wird's dann deutlicher, wenn wir das jetzt üben. Nein? Andreas: Mhm. Sehr gut. Ja, magst du es teilen oder ist das sehr privat? Vielleicht nimmst mir so zwei, drei raus. Lisa: Also ich habe zum Beispiel geschrieben, ich möchte gerne noch einen Hund. Ich Andreas: Ja. Lisa: möchte gerne weiterhin eine glückliche Beziehung haben. Ich möchte gesund bleiben. Andreas: Ja. Lisa: Ich möchte unbedingt einmal mit einem Forschungsschiff in die Arktis. Und außerdem will ich gern die Demokratie retten. Andreas: Ja, Demokratie Lisa: so... Andreas: retten ist wahrscheinlich Nummer eins. Mhm. Lisa: Ich würde fast sagen, gesund bleiben. Andreas: Okay, wir nehmen das mal als Beispiel und alle Hörer und Hörerinnen, mitmachen wollen, die drücken jetzt mal in Pause machen das mal eben für sich. Und wir könnten jetzt, wir haben Lisa: Ja, also 25 Ziele im besten Fall. Andreas: 25 Ziele im besten Fall und die packt man auch in eine gewisse Reihenfolge. Lisa: Mhm. Andreas: Und der einen Seite, was wir machen könnten, ist, wir könnten so bisschen Fahrstuhlmusik machen. Lisa: Ja, oder wir sagen den Leuten halt einfach macht Pause, unsere SIS-Musik-Playlist und danach könnt ihr wieder anstalten. Nein, ich möchte jetzt keine 25 Minuten Fahrschule Musik. Andreas: Okay, keine 25-faschale Also alle, Pause gedrückt haben, haben jetzt irgendwann wieder GO gedrückt und hören sich das Ganze weiter an. Denn jetzt kommt der zweite Schritt und der macht am meisten Sinn, wenn man das, was jetzt kommt, noch nicht gehört hat. Also wenn ihr es doch noch nicht gemacht habt, vielleicht wollt ihr jetzt noch mal Pause drücken. Der zweite Schritt oder der dritte Schritt ist nämlich, man nimmt sich jetzt diese Liste und macht einen großen Kreis die Top 5. Das sind ja anscheinend so die wirklich wichtigen Sachen. Und der Clou ist, 6 bis 25 streicht man durch. Und jetzt kommt der wirklich harte Teil, den ich wirklich hart Die kommen jetzt in eine andere Kategorie, nämlich vermeide jeden Preis. Lisa: Krass! Andreas: Und das ist natürlich echt hart. Das sind da Sachen, die ich echt wirklich gerne machen möchte in meinem Leben. Aber die Argumentation ist, wie ihr euch schon denken könnt vielleicht, wenn ich diese Top 5, also die Sachen, die mir wirklich wichtig sind, machen möchte und sicherstelle, dass ich eine Chance habe, die auch umzusetzen, dann muss ich mich echt hart fokussieren. Und dann muss ich vielleicht auch die Sachen, die dann vielleicht nicht ganz so wichtig sind wie die ganz wichtigen Sachen, aktiv vermeiden. Also wenn sich die Gelegenheit ergibt, Nummer 17 zu machen. Heißt das ja auch, wenn ich jetzt auf Nummer 17 losgehe, dann habe ich vielleicht weniger Zeit, Kapazität Nummer 3 weiter nach vorne zu bringen. Lisa: Wow, also das ist echt, das finde ich echt hart. Also weil das ist, also für die Leute, die jetzt mitgespielt haben und die Pause gemacht haben, die gucken ja jetzt quasi auf, ich weiß nicht, 20, 25 Sachen, die sie total wichtig finden und kriegen jetzt gesagt und die Mühe sollt ihr total, ihr sollt alles dafür tun, das zu vermeiden oder quasi. Also das finde ich echt krass, weil bei mir steht jetzt zum Beispiel, bleibt jetzt über, dass ich alles tun soll, einen zweiten Hund zu vermeiden. Dafür sorgt glaube ich mein erster Hund auch schon, weil sie ist sehr sehr gerne der einzige Hund in diesem Haushalt. Und leider steht auf der Liste bei mir jetzt auch, ich soll alles vermeiden, dass dieser Podcast erfolgreich wird. Ja, schade. Andreas: Ja, da haben wir ein kleines Problem. Lisa: Ja, okay, aber ich verstehe den Gedanken. Es ist aber trotzdem jetzt irgendwie schönes Experiment. Es ist hart, es tut so bisschen weh, wenn man das wirklich durchzieht, sich davon zu verabschieden. Aber im Prinzip ist es ja genau das, womit du eingestiegen bist. zu Sachen wirklich Ja zu sagen, muss man halt auch zu ein paar Sachen Nein sagen. Andreas: Ja, ich finde, ist halt ein natürliches ein Gedankenexperiment und ich glaube, was das hoffentlich tut, so geht es mir zumindest, wenn ich da drauf gucke, ist das ja wie bei allen. Ja, du möchtest dich immer gesund ernähren und ab und zu brauchst du dann halt doch irgendwie eine Tiefkühlpizza. So, also es ist ja nie 100 Prozent, du gehst ja nie 100 Prozent in die Richtung, von der du weißt, dass sie die richtige ist. Und das finde ich auch okay. Ich glaube, was wichtig ist und was das hier zeigt, ist halt, dass man sich dem einfach bewusst wird. Ja, dass du weißt, wenn ich jetzt mich darum kümmert, dass dieser Podcast erfolgreich ist. Das heißt idealerweise bewusst, dass ich jetzt die anderen Sachen, die mir vielleicht noch ein bisschen wichtiger wären, dass ich die jetzt gerade nicht voran bringe. das ist dann natürlich ist das auch okay. ist ja keine, keine harte Vorschrift. Das macht man ja alles mit sich selber. Aber ich fand es sehr spannend als Gedankenexperiment sich das einfach mal vorzustellen. Lisa: Ja, und ich meine, wer wird's mir übel nehmen, dieser Podcast halt ein Riesenflop wird und ich dafür die Demokratie gerettet habe? Weißt du? Andreas: Ja, genau, das weiß man halt nicht. Ist Demokratie rettend in Top 5? Okay, sehr gut. Lisa: Aber mich würde jetzt natürlich wahnsinnig interessieren, was auf Warren Buffets Liste so stand. Aber vielleicht ist das auch ein Gedankenexperiment, dass man sich mal hinsetzt und mit ein paar Leuten überlegt, was da wohl drauf stand. Nee, finde ich eine schöne Übung. Und am Ende, meine, wenn man sich dann nicht daran hält oder irgendwie beim Priorisieren schon Schwierigkeiten hat oder irgendwie das alles total blöd findet, hat man sich immerhin mal zehn Minuten hingesetzt und über große Ziele nachgedacht. Und das tut man jetzt auch nicht jeden Tag. Und ich glaube, dass das schon total hilfreich und irgendwie zielführend sein kann, sich einfach mal zwischendurch hinzusetzen und zu überlegen, was mache ich hier eigentlich und was will ich eigentlich. Insofern, coole Idee, danke. Andreas: Ja, vielen Dank, liebes Internet. Das habe ich sehr genossen, mir das mal zu Gemüte zu führen. habe noch eine. Selbstverständlich. Lisa: Darf ich noch eine kleine Stilkritik? Die beiden Ideen oder die beiden Beispiele, die du jetzt hattest, waren alles so alte, weiße, erfolgreiche US-Amerikaner. Hast du jetzt Andreas: Ja. Lisa: vielleicht noch eine Idee von einer coolen jungen Frau? Andreas: Böses Internet, böses, böses Internet. Nein, habe ich nicht. Und Kritik total akzeptiert und angenommen. Und vielleicht ist das eine andere Episode, die in einem anderen Podcast stattfindet. Welche Informationen wir eigentlich finden und warum die wie beeinflusst sind. Und mit dem ganzen Thema KI geht es gerade erst los damit. Lisa: Absolut. Ja, ich mein gerade... Ja, ja, Absolut. Gut. Nein, das war jetzt auch nicht eine persönliche Kritik, sondern das ist mir gerade aufgefallen. Andreas: Nein, völlig zu Recht, völlig zu Recht akzeptiert. ich wäre sehr gespannt, was unsere Hörerinnen und Hörer dazu sagen. Wenn ihr tolle Sachen gefunden habt, immer gerne per E-Mail an sysosic.podcast.gmail.com oder in den Kommentarfunktionen entsprechenden Kanäle, ihr das hier hört. Ich habe noch einen weiteren Gedanken, den ich mit dir teilen wollte, und zwar die Form des Ja. Das fand ich ganz spannend. wenn wir Ja sagen... kann man ja unterscheiden zwischen echtem Einverständnis oder Lisa: Mh. Andreas: bloßer Fügsamkeit. So habe ich das hier auch wieder Lisa: Mhm. Andreas: im Internet gefunden. In der Entscheidungspsychologie unterscheidet man zwischen echtem Einverständnis und bloßer Fügsamkeit. Die Forschung zeigt ein Ja ist nur dann ein echtes, kraftvolles Ja, wenn man theoretisch auch die Freiheit und die Worte hatte, Nein zu sagen. Fehlt diese Lisa: Ja? Andreas: Freiheit, ist das Ja kein Ausdruck deines Willens, sondern nur soziale Anpassung. Lisa: soziale Anpassung oder womöglich politischer Druck. Wenn du jetzt an totalitäre Staaten denkst und unfreie Staaten du darfst zur Wahl gehen und eigentlich aber nur den Typen wählen, schon seit Jahren Diktator deines Staates ist, dann ist es ja auch kein echtes Jahr. Das wäre jetzt, würde ich mal sagen, die maximal krasse Variante von einem Aber Andreas: Mhm. Lisa: auch, was du sagst, so soziale Anpassung oder vielleicht sozialer Erwartung Ja zu sagen, wenn man eigentlich doch Nein sagen würde, das ist kein vollwertiges Ja. Das stimmt. Das kann ich mir gut vorstellen. Andreas: Nee, und vielleicht eine Stufe tiefer. Und da komme ich zurück auf dein Beispiel mit wie finden wir denn raus, in welche Richtung die Firma geht. Also zum Beispiel in dem, welches neues Produkt wir machen oder von mir aus auch in der Familie, welchen Urlaub machen wir denn. Müsste man ja vorher sehr genau gucken, wie eigentlich die Machtverhältnisse sind. Du hattest gesagt, Lisa: Hm. Andreas: es gibt Leute, die können ein Veto einlegen. Und dann ist wahrscheinlich die Reihenfolge, in der man Leute fragt. Also ich finde immer aufstehen und irgendwo was hinkleben, finde ich immer. schon mal viel besser als hast 20 Leute im Raum und sagst du so, jetzt kann jeder mal sagen, was er so denkt, weil du dann natürlich so die Gruppendynamik immer hast und da gibt es ganz viele Leute, die halt erst mal gucken, was der Chef sagt oder die Chefin, damit man da sich nicht die Blöße gibt und da müsste man sich dann schon sehr trauen, eine andere Meinung zu haben und das fällt ja für mich auch in diese Richtung. Das hattest du wahrscheinlich auch, oder dass du diese Gruppe Lisa: absolut. Andreas: hattest, die ein Produkt versucht zu entwickeln und alle wissen aber, Der Chef sitzt mit im Raum und der kann das zum Schluss abrätseln. Und wahrscheinlich, wenn man länger bei der Firma ist, dann hat man auch so ein Gefühl dafür, was der mag und was er nicht mag. Lisa: Absolut und du hast das tatsächlich auch bei diesen Aufkleber verteilen total stark, dass natürlich die Leute bewusst oder unbewusst gucken, wo klebt denn der sein Herzchen hin oder wie viele Herzchen kleben da schon, kann ich jetzt oder grüne Pünktchen kleben da schon. Wenn ich da jetzt meinen grünen Punkt auf was ganz anderes mache und das ist der einzige grüne Punkt, hat das keinen Einfluss, dann suche ich doch lieber was anderes. Deswegen haben wir tatsächlich auch in vielen Runden eine geheime Abstimmung gemacht, dass jeder Andreas: Mhm. Lisa: ein Zettelchen nimmt und wir das nachher auszählen, wie das ja auch bei politischen Wahlen oder Wahlen für Klassensprecher oder in einem Verein, für den Vorstand und so oft gemacht wird, dass man eben nicht per Hand abstimmt sichtbar für alle, sondern eben mit einem Zettel, eine geheime Wahl zu ermöglichen. Auch Andreas: ...ne? Lisa: das ist nur in Teilen dann weil natürlich Leute sich auch vorher unterhalten oder irgendwie gucken, ich habe jetzt so das Gefühl, alle stimmen sowieso für den oder für den und wenn ich jetzt die Person wähle, dann ist die Stimme verloren. das ist natürlich ganz klar, aber das hat natürlich einen total großen Einfluss, was man über sein Umfeld weiß. Andreas: Ja, also die strategische Wählen, das werden wir auch wieder bei den politischen Wahlen feststellen. Immer mehr glaube ich, dass die Leute eventuell Lisa: Mh. Andreas: nicht das wählen, was sie eigentlich wollen tatsächlich oder welches Parteiprogramm, sondern dass sie eher das wählen, was strategisch dazu führt, die die schlechtmöglichste, das schlechtmöglichste Ergebnis für einen selbst nicht zustande kommt. Ein anderer Podcast. Ich frage mich gerade, Lisa: Ja. Ja. Andreas: ob man hier die Sichtweise auch nochmal drehen kann. Ich merke, während ich das so erzählt habe, habe ich die Position von den Leuten genommen, die nicht der Chef sind oder die Chefin. Lisa: Mhm. Andreas: Ich finde den Wechsel jetzt nochmal spannend zu sagen. ich jetzt, nehmen wir an, ich bin in einer Führungsposition und kann wirklich auch finale Entscheidungen treffen oder Entscheidungen, dann, ich kann zum Beispiel ein Veto geben. Ich bin jemand, der Veto geben kann. Wie kann ich denn sicherstellen, dass ich auch wirklich innovative Ideen und dass ich gerade vermeide, Leute nicht sagen, was sie wirklich denken. Und da fallen mir zwei Sachen die erste versuche ich tatsächlich, und vielleicht ist das einer der Tipps, den wir Leute mitgeben so als kleine Übung. Ich gebe mir viel Mühe, nicht mehr aber zu sagen. Das ist, ich, auch nicht neu. Ich finde es aber nach wie vor schwierig. Man ist in einer Debatte und sagt dies und jenes, jenes und jenes. Ja, ich stimme dir zu, aber gleichzeitig denke ich... Und einfach die Worte zu drehen. Und ich versuche Lisa: Mh. Andreas: nicht mehr aber zu sagen, sondern ja und. Lisa: Ja, ist natürlich ein bekannter Tipp. finde, der ist aber immer schon so offensichtlich, dass man genau merkt, dass derjenige eigentlich aber sagen Und ich überlege, ob es noch eine schlaure Variante Ob man irgendwie dann sagt, was weiß ich, du schlägst jetzt vor, lass uns doch die nächste Folge machen Kratzbäume für Katzen. Also ich sag irgendwie ja, warum nicht? Also kann man ja mal drüber reden, was das mit Entscheidungen zu tun Also ich sag dann ja, aber das hat ja wenig mit unserem Thema zu tun. Ich könnte ja aber auch sagen, interessant, habe ich noch nie drüber Erklär mir das mal. Ja, machen wir. So weiß ich, ich weiß es nicht. Also weil ich finde dieses ja und. Andreas: Ja. Lisa: Das ist so gelernt und ich finde, das ist so durchschaubar. Aber vielleicht macht allein die Formulierung doch schon so viel aus, psychologisch, dass es trotzdem einen großen Effekt hat. Andreas: Also ich würde behaupten, wenn jemand eine andere Meinung hat. Dann merkt man das Und Lisa: Hmm. Andreas: wäre es nicht schön, wenn das ein bisschen seichter wäre. Also wenn man nicht, ich glaube nämlich auch, was du den letzten Punkt, den du gerade gemacht hast, ich glaube, da ist was dran, wenn mir der gegenüber, oder die, also wenn jemand mir gegenüber sitzt und finde ich grundsätzlich eine super Idee, aber das schaffen wir nicht zeitlich. Dann Lisa: Mhm. Andreas: ist ja ganz klar, okay, das ist komplette Ablehnung und da ist auch wenig, also das wird jetzt anstrengend dagegen zu argumentieren, das kann ich dann vielleicht trotzdem machen, wenn jemand sagt, Finde ich eine spannende Idee, Und wir haben ja vier andere Themen. Wir sollten uns zusammensetzen und nochmal entscheiden, welche wir zuerst machen und welche vielleicht nachgelagert sind. Also das bringt mich dann vielleicht auch dazu, Lisa: Hmm? Andreas: offener zu antworten und nicht irgendwas abzubügeln. Lisa: Ja, ich glaube, das hatten wir ja auch schon beim Thema Nein sagen, dass auch allein wie man Ja sagt, also allein schon von der Aussprache von der Intonation irgendwie, wenn man sagt Joaa, oder man sagt Ja, oder man Andreas: Mhm. Lisa: sagt Njaaa und tüttelt dabei so den Kopf, also dass das auch schon ganz viel ausmacht, zusammen mit diesem Aber-Thema. und Andreas: finde deinen Punkt übrigens sehr charmant. Vielleicht ist das die eigentliche Übung. wir erweitern das ja und zu einem Erzähl mir mehr. Lisa: Hmm. Andreas: Also, lass uns das mal versuchen. Finde ich sehr spannend. Immer wenn der Impuls ist, nein zu sagen, das ist ja eigentlich Lisa: Mhm. Andreas: das, wenn du aber sagst, du bremst es ja erstmal dann programmieren wir unser Gehirn neu also wir versuchen das mal, ich werde das mal versuchen, dann zu sagen, erklär mir, was du meinst. Oder erklär mir, warum du glaubst, dass das eine gute Idee ist. Das klingt schon wieder so, erklär mir, warum du glaubst, dass das eine gute Idee ist. Da schwingt schon was anderes mit. Aber du weißt, was ich meine. Dass Lisa: Ja. Andreas: man versucht, das in Neugier umzumünzen und zu sagen, mein Körper schreit nein, das versuche ich mal zu pausieren und zu sagen, ich möchte gerne mehr Informationen, ich möchte gerne besser verstehen, aus welcher Richtung du kommst. Lisa: Und am Ende werden Ideen und Pläne ja auch einfach besser, wenn man sie mit mehreren Leuten teilt und bespricht und noch sich ein bisschen Input holt und also das macht, ich, total Sinn. Wobei ich gerade noch daran denke, ich habe ja auch mal in einem koreanischen und japanischen Unternehmen gearbeitet und da ist ja immer dieses Thema, da machen wir auch noch mal eine Folge zu, so Ja und Nein in Andreas: Ja. Lisa: internationalen oder interkulturellen Umfeldern, dass man ja da so bei Entscheidungsgründen einfach auch weder Ja noch Nein sagt, sondern eigentlich einfach nur nett zuhört und dann wartet, was eigentlich schon vorher entschieden war. da hatten wir meine damalige Vorgesetzte. Ich weiß gar nicht, wer das war. Doch mal so durch die Blume gesagt, meine Karriere in einem ostasiatischen Konzern vielleicht nicht so vorgezeichnet ist, wenn ich einfach immer so sehr deutsch so, nein. Blöde Idee, ne? Oder überhaupt so Andreas: Ja, Lisa: sehr gerade raus bin, das wird da ja sehr sensibel gehandhabt. Fand ich auch mal interessant, hab ich auch mal so gedacht, ja, macht ihr mal, aber irgendwie ist es auch total nervig. Andreas: kenne das aus dem englischen Umfeld. Also Lisa: Mmh. Andreas: die machen es vielleicht nicht ganz so extrem. Da kriegt man dann doch schon mit, wenn jemand eine andere Meinung hat. Aber das ist eigentlich sehr ähnlich. Da sagt man sehr nein, sondern eher, das ist eine wirklich interessante Idee und die sollten wir unbedingt mal betrachten. Eine andere Idee, von der ich vermute, also würde ich vorschlagen, vielleicht denken wir da irgendwann mal drüber nach, wäre außerdem... Und dann kommt die andere Idee Lisa: Nein. Andreas: und dann merkt man, eigentlich will die Person die andere Idee umsetzen und findet deine gar nicht so toll. Aber es ist sehr schwammig formuliert. In diesem Zusammenhang möchte ich allen, die zuhören, das Buch The Culture Map ans Herz legen. Verlinken wir in den Show Notes. Kennst du das? Lisa: Nein, aber klingt gut. Andreas: Ja, das ist eine Frau, die halt gerufen wird, genau solche Situationen passieren, ein amerikanisches Unternehmen oder ein westeuropäisches Unternehmen mit einem, nehmen wir mal an, russischen oder japanischen Unternehmen zusammenarbeitet und die merken, das funktioniert irgendwie nicht so, dann kommt sie rein oder sie mit ihrer Firma und versucht Verständnis dafür zu schaffen, wie die andere Kultur. mit Management und Entscheidung umgeht. Und die hat ganz, ganz viele Anekdoten zu Lisa: Mh. Andreas: Thema Pünktlichkeit zum Beispiel. In manchen Lisa: WU! Andreas: du fünf Minuten vorher da sein und in anderen Kulturen ist es so, wenn du pünktlich bist, dann sind die alle noch nicht bereit. Also Lisa: Mh. Andreas: schöne Anekdoten da drin kann ich sehr empfehlen. The Culture Map. Lisa: Das ist doch eine sehr schöne Weiterführung dieser Ja-Nein-Thematik, die wir jetzt gerade haben. Also zum einen für die Leute natürlich als Lesetipp und zum anderen für uns als Inspiration für eine nächste Folge und wen wir da einladen könnten, auch mal echte Experten zu hören. Andreas: nicht nur zitieren. Ja, finde ich auch. Also wir lesen alle The Culture Map und wir werden eine Variante von Ja und probieren, die vielleicht demonstriert, dass man neugierig ist auf das, was der andere eigentlich so im Kopf hat. Finde ich sehr spannend. Lisa: Das halten wir jetzt auch als unser Tool der Woche fest. Probiert doch mal weniger Aber sagen. Wenn, dann eher Ja und und vielleicht fällt euch sogar noch was besseres ein als Ja und, nämlich Ja, erklär mir mehr oder erzähl mir mehr. Andreas: Finde ich gut. Lisa: Wird. Andreas: Nehm' mit, Lisa! Eine weitere erfolgreiche, spannende Folge. Es macht immer Spaß, dir zu reden. Ich wünsche dir eine ganz ganz tolle Woche. Wir hören uns demnächst. Lisa: ja, dir auch. Tschüss. Andreas: Mach's gut! Tschüss!