Latest / ntv Wirtschaft / Tanken mit Limit - droht Europa eine Spritkrise?
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- Die Inflation in Deutschland zieht wieder an und Energiepreise sind der Haupttreiber. Droht in Europa eine Spritknappheit oder sind die Limits in einigen Ländern nur ein Sondereffekt? Und warum Eier vor Ostern knapp werden und Schokohasen deutlich teurer sind? In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir beginnen mit den Preisen, denn die ziehen gerade wieder deutlich an. Die Inflationsrate in Deutschland ist im März auf 2,7 Prozent gestiegen, nach 1,9 Prozent im Februar. Das zeigt eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamts. Und damit wird ziemlich klar, der Preisdruck nimmt wieder zu, und zwar spürbar. Der Haupttreiber ist schnell ausgemacht, Energie. Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Ölpreise schlagen jetzt direkt auf die Verbraucherpreise durch. Vor allem Kraftstoffe und Heizöl sind deutlich teurer geworden. Das zeigen auch die Daten aus den Bundesländern. Und das ist erst der Anfang. Denn höhere Energiepreise wirken wie ein Dominoeffekt durch die gesamte Wirtschaft. Transport wird teurer, Produktion auch. Und am Ende landet das alles bei den Preisen, die wir im Alltag zahlen. Ökonomen erwarten deshalb, dass die Inflation in den kommenden Monaten weiter steigt, in Richtung 3 Prozent oder sogar darüber. Auch Unternehmen stellen sich bereits darauf ein, ihre Preise anzuheben. Heißt übersetzt, der Krieg kommt jetzt Schritt für Schritt im Geldbeutel an. Und das merken wir nicht nur an der Tankstelle, sondern bald in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Zu den Auswirkungen auch auf den Einzelhandel hat Verena Fels mit Stefan Gent gesprochen. Er ist Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschlands. Wo könnten uns denn weitere Engpässe drohen? Erwarten Sie zum Beispiel auch Schwierigkeiten in den Supermärkten? Nein, Schwierigkeiten und Engpässe in den Supermärkten erwarten wir nicht. Die Lieferketten sind da überhaupt nicht gestört. Und auch im Non-Food-Bereich, wenn Sie Unterhaltungselektronik und andere Waren nehmen, die natürlich in einer längeren Lieferkette unterwegs sind, drohen momentan überhaupt keine Engpässe. Das, was in dem Bericht bei Ihnen schon angeklungen ist, sind natürlich erhöhte Energiekosten, Benzinkosten, Frachtkosten, also Container werden teurer im Transport. Das wird sich natürlich auf Lieferketten auswirken. Aber zum heutigen Zeitpunkt, muss man aus Sicht des Einzelhandels sagen, haben wir deshalb keine Preissprünge zu erwarten. Es wird sich auswirken, solange der Krieg noch andauert. Insofern ist es natürlich wichtig, dass dieser Krieg, dieser Konflikt schnellstmöglich beendet wird. Insgesamt weltpolitisch, aber auch wirtschaftspolitisch. Rechnen Sie trotzdem vielleicht mit Hamsterkäufen, auch wenn es unbegründet zu sein scheint? Aber wir erinnern uns ja alle noch an die Corona-Zeiten und an die leeren Regale vom Toilettenpapier. Also könnte ein solches Szenario trotzdem eintreten? Nein, dieses Szenario ist überhaupt nicht greifbar. Die Corona-Pandemie war weltweit unterwegs. Wir waren alle betroffen, alle Lieferströme, natürlich geschlossene Grenzen. All das haben wir überhaupt nicht vergleichbar heute. Insofern sind Hamsterkäufe, Panikkäufe völlig fehl am Platze. Wir erleben jetzt auch vor Ostern keine exorbitanten Preissprünge. Wir haben gesehen, dass Lebensmittel deutlich teurer geworden sind in den letzten Jahren. Das ist richtig. Aber momentan vor Ostern erwarten wir es nicht. Aber dennoch sind die Verbraucher und Verbraucher natürlich verunsichert. Wir sehen, dass gerade im Ostergeschäft wahrscheinlich 6,5 Prozent weniger Umsätze zu erwarten sind. Das hat natürlich Folgen auch für die Branche des Einzelhandels mit über drei Millionen Beschäftigten. Aber nochmals, Panik wäre jetzt völlig fehl am Platze und die Lebensmittelversorgung ist sehr, sehr klar strukturiert gesichert. Und die Straße von Hormuz ist betroffen jetzt bei anderen Produkten in der Liefersituation, nicht bei Lebensmitteln in Deutschland. Das sieht in den Anrainerstaaten des Irans natürlich völlig anders aus, denn da werden Lieferketten in der Tat gestört, unterbrochen, auch bei Lebensmitteln. Aber Sie sprechen die Unsicherheit der Verbraucher an und offenbar ändern Kunden auch schon teilweise ihr Kaufverhalten. Denn laut einem Marktforscher wird jetzt zum Beispiel mehr bei Discountern eingekauft. Also die Zahlen liegen zumindest im Handelsblatt vor. Können Sie das denn bestätigen? Ein gestiegenes Preisbewusstsein bei den Menschen? Ja, wir sehen einerseits, dass jetzt zu Ostern beispielsweise schon noch Impulse da sind. Ostern ist der zweitwichtige Anlass nach Weihnachten für Geschenke. Dort werden Blumen, aber auch Spielwaren, natürlich Lebensmittel und Dekoartikel gekauft. Das sind gut 38 Euro pro Person nach einer Umfrage, die wir repräsentativ durchgeführt haben, etwas mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz. Damit sieht man, dass natürlich der Umsatz und auch die Konsumnachfrage noch funktioniert. Aber es wird in der Tat anders eingekauft, eher preisorientiert. Aktionsangebote werden sehr intensiv wahrgenommen und in der Tat ist es mehr auch der Trend wieder zum Discount-Einkauf. Unsere Verbraucher in Deutschland sind aber ohnehin so aufgestellt, dass sie nicht nur in ihrem Supermarkt einkaufen, sondern auch beim Discounter. Und diesen Mix des Einkaufs kennt, glaube ich, jede Familie. Deshalb sagen wir ganz deutlich, dass die Politik natürlich jetzt die richtigen Maßnahmen ergreifen muss. Beispielsweise eben keine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Es wäre völlig paradox, in der jetzigen Konsumphase der Verunsicherung und eines Konsumschocks, in dem wir sind, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, denn das würde nochmals deutlich die Einkäufe dämpfen, gerade auch in den Innenstadtgeschäften, nehmen Sie Textilbekleidung, persönliche Ausstattung und dergleichen. Das wäre wirklich eine unglaubliche Situation, weil diese Branchen haben sich nach Corona bis heute leider nicht erholen können. Aber es wird ja auch darüber diskutiert, ob man die Mehrwertsteuer bei den Grundnahrungsmitteln auf Null senkt. Was halten Sie von dem Vorschlag, Herr Gent? Ich sehe, dass die Politik momentan alles versucht zu diskutieren, was möglicherweise denkbar ist. Wenn man die Mehrwertsteuer für Lebensmittel auf Null senkt, dann müsste natürlich auch bei Lebensmitteln insofern eine günstigere Möglichkeit bestehen. Aber wir haben ja keine Nettopreisauszeichnung. Und auch Lebensmittel werden wahrscheinlich, im Bericht über das Thema Energiepreise, auch tendenziell wieder steigen. Und insofern ist es natürlich die Frage, ob diese Maßnahme wirklich wirksam ist. Darüber hinaus würde die Mehrwertsteuersenkung alle betreffen, also auch bestverdienende Personengruppen. Deshalb wäre es sicherlich besser zielgerichtet, die Personen zu entlasten, die aufgrund ihres Einkommens nicht in der Lage sind zu konsumieren. Oder nehmen Sie die Stromsteuer, die immer noch nicht abgesenkt ist auf das Mindestniveau für alle Verbraucher und für die gesamte Wirtschaft. Das ist eine Maßnahme, die die Politik jetzt sofort ergreifen könnte, die auch eine direkte Wirksamkeit hat. Wir reden hier über 5 Euro Cent für die Kilowattstunde. Und wenn Sie in Berlin leben, dann kostet die Kilowattstunde Strom immer noch knapp 40 Euro Cent. Also von daher wäre eine Entlastung an der Stelle, glaube ich, richtig. Bei unserem nächsten Thema geht es mal nicht direkt um die Preise, sondern um Rationierung. An einigen Tankstellen zeigt sich gerade, wie angespannt die Lage in Europa teilweise schon ist. Denn in einigen Ländern gibt es inzwischen tatsächlich Beschränkungen beim Tanken. In Slowenien zum Beispiel dürfen Autofahrer aktuell nur noch 30 Liter pro Tag zapfen, Unternehmen maximal 200 Liter. Das klingt erstmal nach echter Rationierung, ist es aber nur zum Teil. Der Hintergrund ist vor allem sogenannter Tanktourismus. Autofahrer aus Nachbarländern fahren gezielt dorthin, wo Sprit günstiger ist und sorgen lokal für Engpässe. Die spannendere Frage ist deshalb, wie ernst ist die Lage eigentlich insgesamt? Wir haben darüber mit Stefan Kemper gesprochen, Anlagestratege bei BNP Paribas. Die erste Frage, wie lange reichen unsere Reserven eigentlich noch? Ich glaube, dass wir noch für mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate Reserven an Kraftstoff haben. Man sollte dabei allerdings auch berücksichtigen, dass diese Reserven vor allen Dingen auch dafür da sind, um das absolut Schlimmste, um einen kompletten Ausfall von Lieferungen auszugleichen. Da sind wir ja zum Glück noch nicht. Das heißt, es gibt Puffer, aber die sind für den Ernstfall gedacht. Und gleichzeitig zeigt sich am Markt schon, dass Angebot und Nachfrage nicht mehr richtig zusammenpassen. Denn global fehlt bereits ein Teil des Öls. Wie stark das ins Gewicht fällt, erklärt Kemper so. Wir sehen, dass dem Markt im Augenblick so 10 bis 15 Millionen Barrel an Rohöl pro Tag fehlt. Das sind so 10 bis 15 Prozent der täglichen Nachfrage. Das ist das, was fehlt. In der Konsequenz bedeutet das, dass wir natürlich auch deutlich weniger Sprit und andere Produkte, die aus Öl gewonnen werden, produzieren können. Und das ist das, was wir jetzt hier sukzessive merken. Wir laufen so langsam in eine Angebotsknappheit hinein. Heißt aber nicht, dass es keinen Sprit mehr in den Tankstellen geben wird. Das ist entscheidend. Wir laufen in eine Knappheit hinein, aber noch nicht in einen echten Mangel. Sprit verschwindet also nicht plötzlich von heute auf morgen. Und selbst wenn es enger wird, komplett ausgehen dürfte das Öl nicht. Auch dazu eine klare Einschätzung. Ich glaube nicht, dass uns das Öl komplett ausgehen wird. Denn es wird weiter produziert. Das darf man nicht vergessen. Es fließt weiter grundsätzlich Öl in den Markt. Und darüber hinaus ist es ja auch so, dass irgendwann der Preis von Öl so hoch steigt, dass die Nachfrage gedrückt wird und sich der Markt dann wieder ein neues Gleichgewicht findet, um mit dem Öl, was dann noch verfügbar ist, zurechtzukommen. Heißt, der Markt reguliert sich auch über den Preis. Wird Öl zu teuer, sinkt automatisch die Nachfrage. Und das stabilisiert die Lage, zumindest teilweise. Bleibt die entscheidende Frage, müssen wir uns auf echte Rationierungen einstellen? Also feste Limits, auch in Deutschland? Auch da fällt die Antwort aktuell noch ziemlich deutlich aus. Ich glaube, das Risiko einer Knappheit, dass es z.B. Nur noch so und so viel Liter Sprit an den Zapfsäulen gibt, das ist im Augenblick wirklich sehr gering. Das ist natürlich nicht auszuschließen, wenn sich die Situation im Nahen Osten noch über Monate hinzieht. Das wäre aber ein extrem großes Risiko, ein sehr unwahrscheinliches Szenario zum jetzigen Zeitpunkt. Unterm Strich also, die Bilder aus Slowenien oder Tschechien wirken dramatisch, sind aber vor allem lokale Effekte. In Deutschland ist die Versorgung aktuell stabil, die Reserven reichen und von Maßnahmen wie autofreien Sonntagen oder echten Rationierungen sind wir im Moment noch ein gutes Stück entfernt. Aber sollte sich der Krieg weiterhin ziehen, dann könnte sich genau das ändern. Und deshalb bleibt das Thema auf der Agenda. Kurz vor Ostern scheinen auch Ostereier wieder knapp zu werden. Und auch bei den Schoko-Osterhasen gibt es wieder Aufregung um die Preise. Denn in einigen Supermärkten werden Eier tatsächlich knapp. Regale sind teilweise leer oder deutlich ausgedünnt. Einzelne Sorten fehlen. Der Grund? Die Nachfrage steigt rund um Ostern traditionell stark. Gleichzeitig bremsen Krankheiten wie die Vogelgrippe die Produktion. Millionen Tiere mussten getötet werden. Das Angebot schrumpft. Und das trifft auf einen Markt, der ohnehin angespannt ist. Deutschland kann seinen Bedarf nur zu gut zwei Dritteln selbst decken, der Rest kommt aus dem Ausland. Wenn dann weniger produziert wird, merkt man das sofort im Regal. Immerhin, kurzfristig dürften die Preise stabil bleiben. Langfristig könnte es aber teurer werden. Und teuer ist ein anderes Osterprodukt schon jetzt. Der Schoko-Osterhase. Obwohl die Rohkakaopreise zuletzt wieder gesunken sind, zahlen Verbraucher deutlich mehr. Je nach Marke liegen die Preise für bekannte Hasen 7 bis fast 30 Prozent über dem Vorjahr. Beim klassischen Lind-Goldhasen kostet das Kilo umgerechnet inzwischen bis zu 65 Euro. Und die Kunden reagieren längst. Viele greifen seltener zu oder warten gezielt auf Angebote. Trotzdem bleibt der Osterhase für den Handel ein wichtiger Umsatztreiber, auch wenn die Margen dabei teilweise schrumpfen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.