Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Merz und Bas im Rentenglück
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- Also ich glaube, dass auch bei den jungen Menschen das Bewusstsein dafür da ist, dass halt dieses umlagefinanzierte Rentensystem, wie bisher, so in Zukunft nicht mehr funktionieren kann. Und es deswegen wichtig ist, dass es eine Reform gibt und wichtig und auch richtig ist. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz sprechen und mit und für euch einordnen, was in der Woche so politisch passiert ist. Mein Name ist Carlotta Richter und mir sitzt wieder glücklicherweise Julia Emmerich gegenüber und wir können heute wieder gemeinsam über Friedrich Merz sprechen. Das freut mich sehr, liebe Julia. Ja, schön, dass wir hier zusammen wieder sitzen und dieses Gefühl, dass es nett ist, wenn man zusammen ist. Ich glaube, das Gefühl hatte unser Kanzler diese Woche auch mal. Und zwar mit jemandem, mit dem er das sonst, glaube ich, in den letzten Wochen, Monaten, eigentlich im ganzen letzten Jahr nicht wirklich immer hatte, nämlich mit Bärbel Baas. Merz und Bärbel Baas haben das große Rentenreformprojekt diese Woche, man kann schon sagen, auf den Weg gebracht, angestoßen. Und bei der Pressekonferenz am Dienstagmorgen gab es wirklich ungewohnt harmonische Bilder, eine ungewohnt harmonische Situation. Und ich sage dir, als die beiden, waren ja noch einige andere Kommissionsmitglieder und so weiter bei dieser Pressekonferenz, aber als die, kamen und ich sah, dass Bärbel Bas zum ersten Mal, nein, das weiß ich nicht, ob es wirklich das erste Mal, aber seit langem mal wieder kein wirklich schreiend rotes Jackett anhatte, sondern ein schwarzes Jackett trug, Ich dachte, ah, das. Ist ein Friedenszeichen. Das ist irgendwie so, ich glaube, wenn Merz dieses rote SPD-Jackett sieht, dann ist bei dem gleich schon, jetzt kommt wieder was. Und sie trug ein ganz klassisches, dunkelgraues, schwarzes, anthrazitfarbenes Jackett. Und ich glaube, dass Merz da schon wusste, okay, es kommt genauso wie besprochen und es kommt so wie von uns war nicht erwartet, aber ich glaube, in der Koalition wirklich bitter nötig, ein harmonischer Moment und, Das war dann auch so. Ich glaube, wir haben auch hier jetzt in dieser Woche einen Moment, den wir schon lange nicht mehr hier hatten im Podcast. Wir können sagen, ich glaube, Friedrich Merz hatte eine gute Woche in dieser Woche. Tatsächlich. Also wenn man diesen Rentenmoment mal sozusagen als Stimmungsbarometer-Moment nimmt, definitiv. Ich glaube auch, dass er sehr viel dafür getan hat, dass die gesamte Koalition, glaube ich, sehr viel dafür getan hat, Und ich glaube, dass. Man auch sagen kann, dass diese Idee, wir geben so ein komplexes Thema in eine Kommission, das klingt ja immer so, wir wollen nicht selber entscheiden, wir geben das an andere ab, wir treten die Verantwortung, dass es diesmal funktioniert hat. Dass diese Kommission, die nämlich dann tatsächlich am Dienstag ihre Ergebnisse, dem Kanzler und seiner Koalition überreicht hat, dass das eine gute Idee war, das so zu machen, wie es gemacht hat. Die haben dann 33 Vorschläge überreicht. Die waren extrem diskret. Die haben sich wochenlang getroffen. Darüber haben wir ja häufig auch hier berichtet. Das ist wirklich mal so Best Practice gewesen. Also wir gliedern eine Sache aus, Experten beugen sich über ein komplexes Reformvorhaben, entwickeln eine Idee und diese Idee geht dann wieder zurück in die Politik und die Politik sagt, ja okay, machen wir so. Man muss allerdings auch immer dazu sagen, dass die Politik natürlich nicht nur Mäuschen gespielt hat bei dieser Kommission, sondern auch ganz konkret reinregiert hat. Die drei Regierungsparteien, SPD, CDU und CSU, hatten natürlich in dieser Expertenkommission auch jeweils einen Vertreter, die sich aber daran gehalten haben. Die haben nicht viel geredet, die haben auch in ihre Parteien nicht viel kommuniziert. Also da ist mal was aufgegangen, was in diesen Zeiten schon keiner mehr glaubt, dass sowas wirklich mal funktioniert. Ja, ich glaube, an der Stelle kann man mal sagen. Haken dran, das hat geklappt. Also zumindest der Prozess hat geklappt. Lass uns vielleicht mal kurz reinhören. Du hast gerade schon gesagt, es gab da am Dienstag eine Pressekonferenz, bei der Merz war, bei der Bars war. Und wir können ja vielleicht mal kurz reinhören, was Merz auch dann gesagt hat zu diesen 33 Vorschlägen der Kommission. Alle Elemente dieses Reformpakets, betone, alle Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden. Wir können es uns nicht erlauben, einzelne Maßnahmen herauszunehmen oder abzulehnen. Die einzelnen Maßnahmen greifen ineinander und balancieren sich aus. Sie bilden ein Gesamtkonzept, das nur in seiner Gesamtheit funktioniert. Deswegen bin ich auch sehr froh, ich will das noch einmal betonen, dass wir uns in der Koalition einig sind, dass wir dieses Paket vollständig umsetzen werden. Wir werden nun eine breite Debatte über die Vorschläge der Kommission erleben. Sie hat ja am Wochenende auch schon angefangen. Das ist auch gut so. Merz hat, glaube ich, ein bisschen gelernt aus den letzten Wochen und Monaten, wo er ja sich gerade beim Thema Rente manchmal wirklich in die Nesseln gesetzt hat. Auch sprachlich, dass er Leute verschreckt hat, die plötzlich dachten. Die staatliche Rente ist nur noch so eine Basisrente. Sprich, im Grunde ist sie eigentlich gar nicht mehr da. Und das hat er versucht, in dieser Pressekonferenz alles nochmal kurz gerade zu rücken. Also hat wirklich ganz klar gemacht, die Rente ist sicher, die Leute müssen sich keine Sorgen machen. Niemand, er hat ausdrücklich nochmal gegendert, sogar kein Bürger, keine Bürgerin muss Gedanken machen oder muss Ängste entwickeln. Also. Ob das hilft oder nicht, ist eine andere Frage, aber ich glaube, er hat über seine Sprache nachgedacht und einen so, sagen wir mal, auch sprachlich fürsorglichen Kanzler haben wir schon lange nicht erlebt. Absolut und lass uns vielleicht auch mal auf die Inhalte schauen, die jetzt da drinstehen, diese 33 Vorschläge. Wir haben ja gerade Merz gehört, der hat es auch nochmal betont, das ist jetzt ein Paket, das ist auch anders als bei anderen Kommissionen, die wir jetzt schon gesehen haben in der Vergangenheit. Das ist quasi kein riesiges Tableau an Vorschlägen, aus denen man sich dann bedienen kann, sondern es ist ein Paket, das eben zusammen funktioniert. Und Merz hat es ja auch extra betont, die Koalition will diese ganzen Punkte, diese 33 Vorschläge jetzt auch im besten Fall, komplett umsetzen und eben nicht einzelne Teile rauspicken oder sich dann doch nochmal zerstreiten über einzelne Vorschläge. Was sind denn so die wichtigsten, die großen Vorschläge, die da jetzt drinstehen und die dann ja auch das Leben der Menschen konkret betreffen? Also ich glaube, dass es zwei Dinge sind, die wirklich auch ein Systemwandel bedeuten und auch. So ein Gewicht haben, dass man wirklich sagen kann, das kann am Ende der große Wumms in der Rente werden, der wirklich dieses System, das ja wirklich in die Jahre gekommen ist und hochkrisenhaft, wurde zuletzt, kann es wirklich auch in die Zukunft tragen. Und ich halte das für eine wirklich schlaue Idee, die die Kommission da entwickelt hat, ist im Grunde fast noch ein neues Element in der Rente. Und zwar in dieser ersten Säule. Wir sprechen ja bei der Rente immer von mehreren Säulen, also private Vorsorge, betriebliche Vorsorge und staatliche. Und in dieser Säule staatliche Vorsorge wollen Sie im Grunde noch ein neues System implementieren. Sie sagen, wir erhöhen nochmal den Beitragssatz um einen Prozentpunkt für die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber, also am Ende zwei Prozent. Und werden aber das Geld, was auf diese Weise zustande kommt, nicht einfach in die Rentenversicherung packen, sondern am Aktienmarkt anlegen. Das heißt, es gibt ein Element, das nochmal finanzmarktgetriggert ist. Das heißt, eine weitere Option wird. Zügig mehr Geld für Generationen, die dann bislang mit fast gar nichts rechnen konnten, zu schaffen. Und das ist, glaube ich, eine Zusatzrente, die kapitalgedeckt ist. Das kann wirklich so ein Turning Point sein. Denn wir sehen, dass in anderen Ländern, wo Rentensysteme deutlich mehr Aktienmarkt getragen sind, dass dort sehr gute Effekte zum Teil erzielt werden. Und das jetzt in Deutschland zu machen mit einer staatlichen Rente kann im Nachhinein vielleicht das sein, wo wir alle sagen, guck mal, gut, dass wir das zu dem Zeitpunkt endlich dann auch gemacht haben. Das ist der eine Punkt, den ich sehe. Und der andere Punkt, der ist nicht ganz unumstritten, aber das ist jetzt ein Versuch natürlich, die Rente zukunftsfest zu machen, ist eine Umkehr dieses Prinzips, was ermöglicht den Renteneintritt. Sind es die Beitragsjahre oder ist es der Faktor Lebenserwartung? Also steigt die Lebenserwartung weiter, wovon im Moment erstmal alle ausgehen, dann wird auch das Renteneintrittsalter steigen. Jetzt kannst du immer sagen, was ist, wenn die Lebenserwartung wieder sinkt? Wir werden alle nicht gesünder perspektivisch und so weiter, aber nun geht man grundsätzlich erstmal davon aus, dass sie noch eine Zeit lang weiter steigen wird. Und daran angepasst soll dann eben das Renteneintrittsalter auch sehr langsam steigen. Und sehr langsam heißt wirklich sehr langsam. Also es ist jetzt nicht sprunghaft und deine Generation muss bis 90 arbeiten, Logo. Genau, also nach den Berechnungen der Kommission würde das bedeuten, dass Beschäftigte 2041 dann mit 67,5 Jahren und 51 mit 68 Jahren in Rente gehen könnten. Also genau wie du gesagt hast, das sind ... Also geringe Steigerungen, ich glaube, 2090 würde man dann irgendwann bei 70 ankommen. Ich glaube, dass die im Allermeisten diese Vorschläge im Land jetzt auch dahingehend beurteilen, dass sie sagen, ja, das tut weh, das tut dem einen oder anderen weh. Und es gibt auch, wir können jetzt noch mehr ins Detail gehen, es gibt viele kleinere Sachen, wo man denkt, das ist nicht einfach. Aber ich glaube, dass bei den allermeisten so ein Grundgefühl von ist, okay, alle haben ein bisschen schmerzhafte Punkte, aber als Gesamtpaket kann das funktionieren. Es gibt einzelne Stimmen, die auch sehr hart sind, etwa die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, die sagt, riesige Probleme damit. In Klammern, sie führt Wahlkampf, in Klammern, sie muss sich auch ein bisschen absetzen. Ich würde mal sagen, in dieser Positionierung gegen dieses Paket ist, was soll ich sagen, 30 Prozent Überzeugung und 70 Prozent Strategie, die natürlich jetzt auch bei ihr wirksam wird. Der Großteil der Kommentare ist grundsätzlich eher, okay, jetzt macht halt und jetzt setzt es halt auch um. Ich glaube, ein Punkt, der tatsächlich bei vielen Menschen in Deutschland für ein Gerechtigkeitsgefühl sorgen kann, ist einer der Vorschläge der Kommission, dass quasi mehr Menschen perspektivisch auch einzahlen sollen in die gesetzliche Rente. Also unter anderem zum Beispiel Selbstständige oder auch perspektivisch ein bisschen später dann zum Beispiel Abgeordnete. Das ist ja auch ein großes Thema. Bei den Beamten ist es ein bisschen komplizierter. Aber ich glaube, das ist auch so ein Punkt, der so ein Gerechtigkeitsgefühl auslösen kann. Und ich glaube, das ist bei vielen Menschen positiv. Wenn man jetzt mal die Rentendebatten der letzten Monate, wir erinnern uns ja, im Herbst hatten wir das erste Paket mit einem Riesenaufstand, gerade der jungen, auch der jungen Abgeordneten angeht, hast du das Gefühl. Dass dies ein Paket ist, das auch bei jüngeren Leuten zu diesem, okay, wird hart, aber muss wohl sein, also tragen, was mitführt oder wächst da eigentlich eher, je mehr so durchsickert, was alles drin ist, so ein, oh Gott, oh Gott, das wollen wir gar nicht. Wie siehst du das? Also ich glaube tatsächlich, dass die Koalition jetzt aktuell insgesamt einfach sehr schwer hat, bei der jungen Generation und dass dann natürlich auch so ein Rentenaufschlag nicht plötzlich mit einem Hurra entgegengenommen wird und mit einem, okay, ihr habt unsere Zukunft gesichert, alles ist gut. Also ich glaube, dass auch bei den jungen Menschen das Bewusstsein dafür da ist, dass halt dieses umlagefinanzierte Rentensystem wie bisher so in Zukunft nicht mehr funktionieren kann, und es deswegen wichtig ist, dass es eine Reform gibt und wichtig und auch richtig ist. Und gleichzeitig, glaube ich, löst es jetzt nicht unbedingt Euphorie aus, die Vorstellung, dann perspektivisch noch viel länger arbeiten zu müssen. Eben möglicherweise auch eben in körperlich anstrengenden Berufen zum Beispiel, wo man ja auch relativ früh anfängt zu arbeiten. Ich glaube, das ist so ein Punkt. Das hat auch der Juso-Chef bei uns nochmal gesagt. Der sagte, also wenn du irgendwie mit 16 in einem körperlich harten Job anfängst und dann weißt, du musst es auf jeden Fall bis 70 durchhalten und kannst nicht mehr eine Rente mit 63 oder so, wenn du die Beitragsjahre durch hast, dass du dann auch mal irgendwie Schluss hast. Das ist natürlich schon, wenn man jetzt gerade eine Ausbildung anfängt, wow. Genau, das war natürlich die Diskussion. Knüpft man das jetzt an die Lebenserwartung oder knüpft man das jetzt an die Beitragsjahre? Jetzt ist es die Lebenserwartung. Heißt natürlich auch für viele junge Menschen, die jetzt vielleicht eine Ausbildung gerade machen und schnell in den Beruf einsteigen. Sie werden perspektivisch sehr lange arbeiten. Und ich habe jetzt mal so ein bisschen geguckt, wie so die Reaktionen waren, auch in den sozialen Medien. Und ehrlicherweise habe ich da jetzt nicht wirklich viele positive Reaktionen gesehen. Da war teilweise schon eher der Tenor, ja gut, dann vielleicht doch irgendwann auswandern und irgendwie dieses Land verlassen. Das ist ja tatsächlich was, was wir in Jugendstudien sehen, dass es für viele junge Menschen ein riesengroßes Thema ist. Ein Thema, das aber glaube ich jetzt gerade auch für viele junge Menschen eine Rolle spielt, das auch in diesen 33 Vorschlägen enthalten ist, ist die Frage, was passiert mit Minijobs? Weil das ist ein Vorschlag der Kommission. Die Kommission möchte, dass Minijobs, für die man bisher als Arbeitnehmer eigentlich keine Abgaben zahlt, in Zukunft eben auch sozialversicherungspflichtig werden. Also man in die Sozialversicherung und in die Rentenversicherung einzahlen muss. Dadurch hätte man am Ende des Monats natürlich deutlich weniger Geld in der Tasche. Und das ist natürlich für viele junge Menschen ein Thema. Also das Studierendenwerk ist jetzt direkt auch schon auf die Barrikaden gegangen und hat Kritik daran geäußert, weil natürlich auch viele Studierende sich mit einem Minijob neben dem Studium irgendwie nochmal so ein bisschen Geld dazu verdienen. Und die Kommission sieht aktuell vor, dass es nur Ausnahmen geben soll für Schülerinnen und Schüler und eben zum Beispiel nicht für Studierende. Ja und jetzt wird es eben interessant, das ist ja ein harter Punkt so und Minijobs ist schon so. Ein Schmerzpunkt im Grunde, gerade in der Sozialpolitik. Ich bin mir nur jetzt nicht sicher. Möglicherweise gibt es viele auch in der Koalition, die dieser Argumentation folgen würden und sagen, nee, das ist zu hart. Markus Söder zum Beispiel hat sich ja schon dazu geäußert. Genau, da hat die Kommission, ist ja über Ziel hinausgeschaut, das können wir ja nicht. Aber jetzt hat der Kanzler nun mal diesen Rahmen gesetzt, wir übernehmen das jetzt eins zu eins oder voll und hat damit natürlich auch vor allem gemeint, wir werden jetzt das nicht wieder aufschnüren. Wir werden jetzt nicht wieder das machen, was irgendwie alle immer schon von uns erwarten, dass wir uns darüber zerstreiten. Wir nehmen das jetzt, wie wir vorher gesagt haben. Wenn die Kommission Einstimmigkeit erzeugt, werden wir jetzt nicht als Politik anfangen und sagen, wir nehmen nur das und das und das und haben wir dann am Ende gar nichts. Um ehrlich zu sein, weiß ich im Moment nicht, was das höhere Gut ist. Einem möglicherweise sehr berechtigten Argument zu folgen und zu sagen, den Punkt schnüren wir wirklich nochmal wieder auf. Dann aber die Gefahr zu haben, okay, dann kommt irgendwie die Interessengruppe X und die Interessengruppe Y und schnürt hier und schnürt da und so weiter. Oder einfach zu sagen, pass auf, ja, es ist hart, aber wir beschließen das jetzt. Wir werden spätestens nächste Woche mehr wissen. Wir haben einen Koalitionsausschuss in der nächsten Woche, also dieses Entscheidergremium, der Koalition. Die treffen sich am Mittwoch im Kanzleramt. Am 1. Juli. Am 1. Juli. Und werden sich sicherlich noch mal zur Rente verhalten müssen. Wenn sich alle einig sind, dass sie auch bei den Minijobs sozusagen diesen Kurs halten, dann werden sie am 1. Juli, wahrscheinlich erst am 2. Juli, Abendsitzung, man kennt das, dauert länger und so weiter, werden sie ein Signal senden, nee, wir bleiben bei diesem 1 zu 1. Oder sie werden ein Signal senden, wir haben uns alles angeguckt, wir bleiben bei 99%, aber dieses 1%, sprich bei den Minijobs, machen wir noch. Ich bin mir im Moment nicht sicher, wie es am Ende ausgehen wird, aber das ist sozusagen der Punkt, da werden wir es wissen. Also wir werden in einer Woche wissen. Welche Strategie fahren Sie? Tatsächlich geht es ja dann an diesem 1. Juli nicht nur um die Rente, sondern da liegen ja auch noch so ein paar andere Themen auf dem Tisch. Also da ist ja schon eine gewisse Erwartungshaltung an diesem Tag da, oder? Also ein Kollege hat mal gesagt, das ist die Mutter aller Koalitionsausschüsse. Also der D-Day, der große Erlösertag. Also es gibt ganz viele sprachliche Mega-Metaphern für diesen Tag ganz am Ende. Es ist aber, glaube ich, der Tag, bevor dann kurz darauf die Sommerpause beginnt, wo sich zeigen muss, hält die Koalition diesen Ton jetzt bei? Dieses, wir machen das, wir schließen uns zusammen, wir machen nicht mehr, ich ziehe das rote Jackett an und gehe in den Kampfmodus, sondern wir halten jetzt zusammen, wir halten jetzt hier die Linie. Es geht, du hast es gesagt, nicht nur um die Rente. Es geht um die große Frage, können wir uns auf eine Steuerreform einigen? Was wir hören ist, dass die Verhandlungen darum, so ein Koalitionsausschuss wird ja vorbereitet. Das heißt, du hast da jetzt ganz viele Runden niedrigschwellig, wo sich Experten aus der Koalition schon versuchen, auf eine Linie zu einigen. Dass das auf einem ganz guten Weg ist. Ob es klappt oder nicht, ist aber noch nicht final geklärt. Das Gleiche gilt für das Arbeitszeitgesetz. Darüber haben wir hier im Podcast auch schon mehrfach gesprochen. Da ist dieser Großkonflikt, Wochenarbeitszeit, Tag, Probleme mit der SPD, hin und her. Wir wollen es jetzt nicht nochmal komplett aufrollen, aber auch da versucht man eine Einigung, die aber Stand jetzt noch nicht final da ist. Vieles also, was in diese nächste Woche noch hineinreicht. Es geht auch noch um ein paar andere Themen, Bürokratieabbau und so weiter. Das sind schon die großen Themen und ich glaube, der Anspruch der Koalition wäre schon, da rauszugehen und zu sagen, okay, wir haben uns im Wesentlichen auf Linien geeinigt. Das heißt nicht, dass konkrete Beschlüsse schon stattfinden. Dazu brauchst du nochmal ein Kabinett und perspektivisch natürlich dann auch, Bundestagsabstimmung und so weiter. Aber es könnte sein, dass die Koalition in diese Sommerpause geht, indem sie Haken an die drei großen Reformen machen kann. Wenn wir jetzt mal bei dieser Woche bleiben, also Stand, jetzt und auf das Schauen, wir haben ja gerade schon gesagt, am Ende März und Bars sind sich einig, man möchte alles so umsetzen, ob jetzt an kleinen Ecken vielleicht nochmal gezuppelt wird oder nicht. An sich möchte man das so umsetzen. Könnte das jetzt also diese Rentenreform, die jetzt ja relativ geräuschlos über die Bühne gegangen ist, zumindest bisher, könnte das jetzt so der Geht-doch-Moment der Koalition werden? Also auch so ein Moment, um das dann irgendwie so ein bisschen weiter trägt, auch über den Sommer und möglicherweise auch in Richtung der Landtagswahlen dann im Osten? Ja, ich glaube schon, obwohl mein Misstrauen nach den letzten Wochen und Monaten natürlich maximal ist, aber es ist tatsächlich die letzte Chance und ich glaube, dass das alle wissen. Und ich glaube, sie haben dieses Mal versucht zu gucken, ob sie es durchhalten. Und es hat geklappt. Und ich glaube, jedes Erfolgserlebnis stärkt ja auch für künftige Anstrengungen einfach, um es mal banal zu sagen, im richtigen Moment einfach mal die Klappe zu halten. Einfach mal nicht zu sagen, ja, aber meine Klientel würde jetzt aber am liebsten und lalalala. Sondern sagen, okay, wir haben jetzt hier einen Plan. Wie lange sie das durchhalten lassen. Ist eine Frage, aber es könnte sein, dass wir uns rückblickend auf diese Wochen kurz vor der Sommerpause eines Tages besinnen und sagen, schau mal, da hatten sie es wirklich verstanden und dann ging es und dann haben sie auch gemacht und von da an wurde es besser. Ich habe mit vielen Leuten in der Union in dieser Woche gesprochen und habe so einen, ich will nicht sagen so einen Zweckoptimismus. Es war mehr. Es war so ein Gefühl von, vielleicht haben wir jetzt doch die Kurve. Die wird sich noch nicht gleich in Umfragen ergeben. Du hast es gerade selbst gesagt, das Netz ist auch maximal skeptisch und hat sich natürlich auch eingerichtet in so einer. Merz ist doof und die Koalition ist doof und das klappt sowieso nicht. Definitiv. Ich glaube, bis man aus so einer Grundhaltung raus ist, brauche es mehr als so ein zartes Pflänzchen. Aber im besten Fall ziehen sie es durch und dann kann man es bewerten. Und ich habe wieder ganz klein ein bisschen mehr Zuversicht. März hatte diese Woche auch ein bisschen mehr Zuversicht und zwar bei einem Thema, das jetzt für die jungen Menschen mal etwas positiver sein könnte. Und das ist das Thema BAföG, weil der gut gelaunte März vom Dienstag ist dann am Mittwoch als gut gelaunter März in den Bundestag gegangen. Da gab es eine Regierungsbefragung. März musste sich den Fragen der Abgeordneten stellen. Das war, glaube ich, die zweite Regierungsbefragung für März in diesem Jahr. Und da ging es um ganz viele unterschiedliche Themen. Aber ein Punkt, der mir aufgefallen ist, ist, dass Merz sich optimistisch gezeigt hat bei der BAföG-Reform. Also an dieser Stelle mal eine gute Nachricht für alle jungen Menschen. Da gab es ja in den letzten Wochen und Monaten einiges an Hin und Her. Am Ende war nicht mehr ganz klar, kommt diese angekündigte BAföG-Reform und die Erhöhung vor allen Dingen jetzt oder nicht. Und Merz hat jetzt aber doch, würde ich sagen, ein Signal der Zuversicht gesendet und gesagt, er möchte, dass das so gelöst wird, wie es abgesprochen war, zwischen Dorothee Bär, der Forschungsministerin und Lars Klingbeil, dem Finanzminister und dass das jetzt auch relativ schnell umgesetzt wird. Und Merz hat sich auch geäußert zu einer anderen Debatte, die es in dieser Woche noch gab, die am Wochenende eigentlich schon losgegangen ist und die sich dann so reingezogen hat in diese Woche. Und das ist die Beziehung, die schwierige Beziehung zwischen der Union und der Linken. Du sprichst von Beziehung. Ich glaube, in der Union würde man das nicht mal Beziehung nennen wollen. Es kann ja auch ganz schlechte Beziehung geben. Sondern irgendwie sowas wie, die gibt es halt auch. Ja, der Auslöser war ein Interview, das der, inzwischen neu gewählte linken Parteichef, Co-Parteichef Luigi Pantisano, während des Parteitags, am letzten Wochenende, während des linken Parteitags gemacht hat. Und das war harter Tobak, das war eine harte Aussage. Er hat gesagt, letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst. Also in einem Satz die CDU, die AfD, die Faschisten unterzubringen, das muss sie erstmal bringen. Man kann sich, glaube ich, positionieren zur Union und zu Friedrich Merz, wie man will. Aber was man weder dem Parteichef noch der Partei unterstellen kann, ist Faschismus. Das ist... Eine maximale Entgleisung, die er, das muss man dazu sagen, irgendwann wohl auch gemerkt hat und sich versucht hat zu entschuldigen. Entschuldigen hat die Union aber nicht angenommen. Er hat sich auch erst am Montag entschuldigt. Es kam spät, es kam nachdem eine weite, breite Protestwelle durchs Land lief. Im Übrigen auch von den eigenen Leuten. Also auch seine eigenen linken Spitzenkandidaten, etwa in der Landtagswahl jetzt Sachsen-Anhalt, haben gesagt, also übersetzt gesagt, geht's noch? Ich glaube, er hat gemerkt, dass er da einfach weitaus übers Ziel hinausgeschossen ist. Für Merz ist die Sache auf den ersten Blick gefundenes Fressen, weil er sichtbar machen kann, mit diesen Linken ist doch klar, dass wir eine Brandmauer haben, ist doch klar, dass wir einen Unvereinbarkeitsbeschluss haben, ist doch klar, dass wir mit denen nichts zu tun haben wollen. Aber es macht natürlich die Sache insgesamt nur wieder schwieriger, weil natürlich, wird nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern und möglicherweise auch künftig immer mal wieder die Frage auftauchen, Union, wie hältst du das mit den Linken und muss es möglicherweise irgendwann Formen geben, wo man eben doch miteinander redet, um eine AfD-Regierung zu verhindern? Ich glaube denen, dass sie keine Koalition wollen. Ich glaube denen, dass sie keine Zusammenarbeit wollen. Aber dennoch gibt es natürlich Fälle, wo zumindest ein Gesprächskanal gut wäre. Und ja, wo die Realitäten einfach auf eine wie auch immer geartete Kooperation hinauslaufen. Dieses Dilemma, in dem sich die Union da befindet, ist durch diese Äußerungen eigentlich eher vertieft worden. Wie sie da nun rauskommen, muss sich zeigen. Ich glaube, dass die Linke mit diesem Parteichef ein richtiges Problem hat und ich bin nicht sicher, ob der sich lange hält. Es gab ja auch schon Forderungen direkt nach einem Rücktritt von Pantisano, unter anderem von Daniel Günther, dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, auch CDU, der sich direkt geäußert hat und ihm den Rücktritt nahegelegt hat. Also ich glaube, genau wie du gesagt hast, mit diesem Parteichef oder Co-Parteichef wird es noch schwieriger werden, dann im Herbst zu sein. Und jetzt die Zahl der Woche. Carlotta, hast du denn eine Zahl der Woche? Ich habe eine Zahl der Woche und ich glaube, sie kommt aus einem Bereich, aus dem ich schon mehrfach Zahlen der Woche hatte, weil es uns einfach seit dem Anfang des Jahres beschäftigt. Und das ist die Frage oder alle Fragen rund um den Wehrdienst. Dazu gibt es jetzt neue Zahlen und meine Zahl wäre Heusche 4. Und zwar, weil 4 die Rücklaufquote ist bei den Frauen. Es gibt ja seit dem Beginn des Jahres die Regel, dass alle 18-Jährigen angeschrieben werden von der Bundeswehr. Männer müssen dann antworten und Frauen können antworten. Und während bei den Männern die Quote relativ hoch ist, das haben auch nicht alle geantwortet, obwohl man ja eigentlich dazu verpflichtet ist. Deswegen soll da jetzt auch ein Bußgeld eingeführt werden für diejenigen, die sich gar nicht zurückmelden, auch nach einer zweiten Aufforderung nicht. Aber da ist die Rücklaufquote dann am Ende relativ hoch. Also ich glaube, nach Ablauf dieser zweiten Frist, die man hat, irgendwie bei fast 96 Prozent. Bei den Frauen, die sich ja freiwillig melden können, sind das aber vier Prozent insgesamt nur, die sich da am Ende zurückgemeldet haben. Aber findest du das wenig oder findest du das... Ich muss dich anders fragen. Findest du das wirklich wenig? Denn ich habe heute kurz gedacht, dafür, dass es für die Frauen freiwillig ist und dafür, dass es ja ein hochumstrittenes Thema ist, sind vier Prozent am Ende möglicherweise doch gar nicht so wenige. Es hätte ja auch null sein können, dass alle jungen Frauen sagen, um ehrlich zu sein, nope. Ich habe da heute auch drüber nachgedacht und ich habe dann aber nochmal nachgeschaut, wie hoch die Frauenquote insgesamt bei der Bundeswehr ist. Und da sind es 13 Prozent. Und wenn man das vergleicht, dann würde ich sagen, ist es vielleicht fast sogar wieder ein bisschen wenig, weil man ja ungefähr davon ausgehen könnte, diese 13 Prozent, die haben sich ja auch freiwillig gemeldet. Bisher, vielleicht ist das so ungefähr die Quote der Frauen, die sich grundsätzlich das vorstellen könnten oder bereit wären. Und dann wäre 4 Prozent bei den jungen Frauen doch wieder fast ein bisschen wenig. Also ich muss auch sagen, ich habe jetzt nicht erwartet, dass es da einen großen Rücklauf geben wird bei den Frauen. Aber ich finde die Frage auch spannend, wie sich das entwickeln wird. Also auch jetzt, ich meine, jetzt starten ja erst die allerersten von denjenigen, die sich da zurückgemeldet haben. Es gibt jetzt die ersten Freiwilligen, die rekrutiert wurden und so weiter. Wenn das anläuft und natürlich auch je nachdem, wie sich die Bedrohungslage verändert, könnte ich mir vorstellen, dass sich dann auch nochmal die Zahl bei den Frauen verändert. Was ist denn deine Zahl diese Woche, Julia? Ich freue mich auf den 30. Juni. Das ist knapp vor dem 1. Juli. Das ist knapp vor dem 1. Juli, um nicht zu sagen, es ist der Tag vor dem 1. Juli, aber nicht deswegen. Sondern, weil, so ist es zumindest angekündigt, wir am 30. Juni zum ersten Mal das Porträt sehen, das ein junger Künstler von Angela Merkel gemalt hat. Im Bundeskanzleramt hängen ja von allen Kanzlern große Porträts unterschiedlicher Künstler, unterschiedlich renommierte Künstler. Scholz hat sich noch nicht entschieden, beziehungsweise das Bild von Scholz hängt noch nicht. Das Bild von Merkel hing auch die ganze Zeit noch nicht, weil es auch noch entstand. Aber jetzt ist es fertig. Und am 30. Juni wird es öffentlich. Und ich bin sehr gespannt, wie abstrakt es ist, wie konkret es ist. Und ich freue mich schon. Ich habe mich natürlich gefragt, ob Merz wohl auch schon einen Künstler oder eine Künstlerin im Kopf hat, von dem oder von der er sich eines Tages porträtieren lassen will, um dann auch in der Ahnengalerie zu hängen. Da habe ich aber erst mal aufgehört, weiter darüber nachzudenken, weil ich mich jetzt erst mal auf Merkel freue. Ich glaube, da freuen sich viele Menschen auf Merkel. Alles, was mit Merkel zu tun hat, kommt ja aktuell sehr gut an. Ich glaube, wir haben eine spannende nächste Woche vor uns, Julia. Wir sehen und hören uns hier dann nächsten Freitag wieder. Bis dahin freue ich mich sehr, dass ihr eingeschaltet habt. Und wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst uns doch sehr gerne eine Bewertung da. Bis nächste Woche. Tschüss. Ein Podcast von Funke.