Latest / Erstklassisch mit Mischke - Klassik hautnah / Anastasia Kobekina: „Ohne Cello bin ich ein normaler Mensch“
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- Wenn ich in fünf Minuten sterben sollte, würde ich mich erinnern an die anderen Momente, als auf den größten Dünnen mit meinem Cello zu stehen. Erstklassisch mit Mischke, der musikalische Podcast des Hamburger Amt. Schönen guten Tag zu einer neuen Folge. Bei mir ist ein Gast, von der ich immer mal wieder mitbekommen habe, dass sie größer und größer und toller wird. Jetzt hat das geklappt. Es ist Anastasia Kubekina. Sie war in Hamburg, glaube ich, vor zwei Jahren. Das letzte Mal im nächsten März ist sie wieder hier in der Elbphilharmonie mit Bach und Sascha Walz. In diesem Sommer spielt sie die Eröffnung vom Schleswig-Holstein Musikfestival und später ist sie Solo beim Musikfest in Bremen. Zu ihrer Biografie. 94 geboren in Yekaterinburg vor den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, irgendwo am Ural, mit zwölf nach Moskau ins Konservatorium, Tonali-Wettbewerb gewonnen, Bernstein Award gewonnen, 25 eine Doku-Serie im letzten Jahr bei der ARD, jetzt oder nie und jetzt ist sie hier bei uns, hat also alles richtig gemacht, würde ich denken. Oder vielleicht auch nicht, aber das werden wir gleich besprechen. Erstmal schönen guten Tag. Hallo, vielen Dank für die Einladung. Möchten Sie eine einfache oder eine schwere Frage? Oh, na gleich, warten wir gleich mit schwere. Na gut. Ohne ihr Cello fühlen sie sich weh. Oh, ist das eine schwere Frage? Ich fühle mich eigentlich als normaler Mensch, weil wenn man so einen riesigen Kasten auf den Rücken trägt, ist man überall eine Cellistin. Und ja, also dann ohne Cellu bin ich halt ein normaler Mensch und kann auch, mal genießen, meinen Rücken ein bisschen gerader zu halten. Ich hätte gedacht, dass Sie sowas sagen wie, dann bin ich nackt, unvollkommen oder fühle mich komisch oder sowas. Ich würde das nicht sagen. Natürlich, Cello ist Musik, ist der wichtigste Teil meines Lebens und nimmt auch ganz schon einen guten Stück in meine tägliche Leben. Aber das ist nicht alles. Ich glaube, am Ende. Wenn ich in fünf Minuten sterben sollte, würde ich mich erinnern an die anderen Momente, als auf den größten Dünnen mit meinem Cello zu stehen. Ich glaube, am Ende, was es ist, ist doch etwas mit Menschen verbunden und nicht mit Erfolgen der Berufe. Okay, wenn Sie von Menschen sprechen, Sie haben beim SMF bei der Eröffnung mit einer Dirigentin zu tun, mit Carina Kanellakis, ganz interessante Künstlerin. Ist es denn für Sie als Solistin anders, mit einer Dirigentin zu spielen oder ist das eine extrem blöde Frage? Ist es Ihnen Wurst und wirkt es auch gleich, ob es ein Dirigent oder eine Dirigentin ist? Ich würde nicht sagen, dass es die Frage von Geschlecht ist, sondern manchmal die Frage von, wie ich angesehen werde. Zum Beispiel bei der älteren Generation von Dirigenten gibt es eine Gefahr, dass ich als ein kleines Mädchen gesehen werde oder behandelt werde, rein aus Altersunterschied und auch ein bisschen aus dieser Generation, glaube ich. Ich würde sagen, nicht immer, aber ab und zu es gibt einfach andere, diese, Abstufung zwischen dem Maestro und allen anderen. Ja, das habe ich schon ein paar Mal erlebt und ich kann damit umgehen, weil ich das gelernt habe vor jungen Jahren. Ich glaube, in Russland, wo ich aufgewachsen bin, da ist, diese Differenz zwischen Professor und Schule oder zwischen dem großen Maestro und allen anderen ist viel deutlicher als im letzten Jahr. Aber trotzdem, ich glaube, finde ich schön, wenn man so mit den Dirigenten oder Dirigentinnen spricht auf einem Ebenenniveau oder auf einem menschlichen Niveau, sagen wir so. Gab es einen Moment auf der Bühne jetzt in Ihrer Laufbahn, die ja schon ein paar Jahre dauert, an dem Sie einen Fehler, ein richtiger Fehler, am Ende doch zu einer besseren Interpretation geführt hat, dass Sie gemerkt haben, nö, also bislang, was ich da gemacht habe, es geht auch anders und ist vielleicht auch schöner so? Auf der Bühne, wenn ich einen großen Pele gemacht habe. Sorry, ich habe mich nicht ganz verstanden. Wenn Sie auf der Bühne vielleicht tatsächlich mal nicht perfekt waren oder in der Nähe von perfekt, sondern Ihnen was widerfahren ist, was Sie eigentlich gar nicht so geplant haben. Sie haben sich irgendwo verfahren im Stück und haben dann am Ende gedacht, eigentlich ist es viel schöner so. Ich könnte das jetzt auch so weiterspielen beim nächsten Mal, dann spiele ich es halt so und nicht, wie ich es bislang dachte, dass es richtig war. Ja, also ich würde sagen, dass ich nie perfekt spiele, nie ganz perfekt. Auch was perfekt ist, ist das die Frage von technisch perfekt, dass jeder Klang hat hundertprozentige Qualität von Ton, Lautstärke und alles. Ich glaube, wir sind alle Menschen. Und für mich, wie ich bewerte ein Konzert, war ich präsent in diesem Moment. Konnte ich wirklich alles ausdrucken, was ich in mir hatte und das rüberbringen. Ich glaube, diese Verbundenheit mit mir selbst, für mich ist das Wichtigste, im Moment, wenn ich auf der Bühne stehe. Und klar, also ab und zu auch kleine Fehler erwachen einen. Zu hier und jetzt zu sein, dass man nicht irgendwo in der Träumenwelt ist oder Fantasiewelt und dann landet man ganz hart auf jetzt. Und zum Beispiel, wenn man mit anderen Musikern spielt, es natürlich verlangt, totale Konzentration im Jetzt, zu sein, weil wir haben halt natürlich geprobt, aber es, doch bewegt sich vieles und passiert auch vieles, weil es ein Ensemble ist wie ein Organismus, der, lebt und auch manchmal, also zum Beispiel, wenn ein Tempo plötzlich schneller oder langsamer wird, alles in der Probe. Natürlich dann. Bin ich schon sofort mit meinen Antennen sehr, sehr wach. Mhm. Ihr Vater ist Komponist, Ihre Mutter Pianistin. Da ist man womöglich ein bisschen gefangen im Berufswunsch. Wenn Sie jetzt gesagt hätten, ich will unbedingt Ärztin werden, dann wären Sie dann das schwarze Schaf der Familie geworden. War das jemals irgendeine Art von Option, die zur Frage stand? Oder war von Anfang an, Sie haben ja wie alle im Prinzip in Ihrem Beruf mit, zweieinhalb angefangen, ein Instrument zu beherrschen und dann war der Weg schon relativ klar, aber gab es das nie, diese Überlegung, eigentlich könnte ich auch was ordentliches werden, aber dann haben alle gesagt, na bist du verrückt, Ärztin, was soll das denn? Also ehrlich gesagt, ja, ich habe mich nicht mit zweieinhalb, sondern mit dreieinhalb angefangen. Und ja, ehrlich gesagt, kann ich mich nicht so ganz erinnern, an solche Gespräche etwas anders machen, weil ja, die Musik war einfach zu Hause, war überall. Und es war so natürlich, ein Instrument zu spielen, zu singen. Mit anderen zusammen zu spielen. Das war eigentlich eine Art des Lebens. Und ich glaube nicht, dass ich so wirklich in Berührung oder mit anderen Berufen so wirklich in Berührung kam. Deswegen vielleicht war das für mich auch ein einfacher Weg. Später natürlich. Es gab natürlich immer wieder und es gibt immer noch Momente, wo ich zweifle und denke, ach, jetzt reicht es, soll ich etwas anderes ausprobieren? Das kam immer ja natürlich. Aber ich glaube, solche Momente gibt es in jedem Beruf. Wenn man etwas so intensiv und so täglich sich mit etwas beschäftigt, gibt es natürlich da auch, Fragen. Dann bin ich, habe ich das richtig gewählt? Bin ich gut genug, was ich mache? Ich habe von Ihnen ein Zitat gefunden. Sie sind, glaube ich, mit zwölf nach Moskau ans Konservatorium und haben Wettbewerbe gespielt, all das, was man so macht. Und dieses Zitat ist, ich bin so aufgewachsen, man bekommt Liebe und Anerkennung, wenn man etwas geliefert hat. Das klingt einerseits sehr ehrlich, aber andererseits auch ganz schön hart. In dem Alter, in dem Sie durchgestartet sind in Richtung Musik, möchte man vielleicht nicht gleich so in diese Leistungsschiene geworfen werden. Ja, ich meine, als Kind hat man vielleicht so viel Wahl, oder? Natürlich, als Kind wahrscheinlich, man protestiert über etwas, was man gerade keinen Bock zu machen, aber das ist genauso wie im Sport, dass man früher anfängt und dann sich einfach, ja, der Charakter, der ganze Mensch, die Persönlichkeit wird geformt durch diesen, Wendbewerb und diese Leistung, was man bringen soll schon vom frühen Alter. Und ich sage nicht, dass es reibungslos war und dass ich das jetzt gerade gar nicht merke. Doch, es ist natürlich Teil meiner Persönlichkeit und Teil meiner, Vielleicht auch kleine. Traumas. Es ist dieser Kind, der angefangen hat, Cello zu spielen, ist immer noch in mir und manchmal kommt er auch mit mir auf die Bühne. Und das ist etwas, was dieses kleine Kind damals vielleicht nicht schaffen konnte oder Angst hatte, der manchmal wirkt auch heute noch in mir. Und führe ich dann, weil es ist so verbunden mit dem Cello. Ich praktisch seit, sagen wir so vier, bis jetzt, habe ich immer Cello gespielt. Und ich bin ausgewachsen, meine Lebensphasen waren mit dem Cello verbunden. Und natürlich da kommen viele Flashbacks auch, was ganz normal ist. Ich habe mir diese vierteilige Doku-Serie angesehen über Sie und habe mir danach gedacht, also manchmal, manchmal ja, manchmal würde ich gerne auch mal mit Ihnen tauschen, viel reisen, überall hinkommen, das ist schon ganz schick, aber an anderen Stellen dachte ich auch, nee, also diesen Beruf kann man mir schenken, das ist mir zu anstrengend. Hören Sie das öfter, seit diese Doku draußen ist? Bin ich der Erste, der Ihnen das sagt? Oder kommt Ihnen das gar nicht so vor? Das ist eben nicht nur das Reisen, der Applaus. Die Begeisterung, die Adrenalinschübe, die man auf der Bühne hat und danach, sondern eben auch das in das Loch fallen nach einem Konzert und sagen, warum bin ich jetzt überhaupt hierher gefahren? War gar nicht so gut, wieso haben alle geklatscht? Also all das ist ja auch nicht nur schön, was Ihren Beruf ausmacht. Kommt Ihnen das, seitdem Sie auch diese Doku gemacht haben oder Teil dieser Doku waren und das ja auch gezeigt haben, also vieles, was man hinter den Kulissen normalerweise nicht sieht, kommt Ihnen das, öfter so ins Bewusstsein, dass Sie denken, also 100% toll ist mein Job jetzt auch nicht, sondern wenn ich Glück habe, 70%, vielleicht aber auch nur 40% manchmal? Aber ist es nicht überall bei allen Berufen? Mag sein, mag sein. Aber gerade bei Künstlern, glaube ich, glauben ganz viele, das Leben ist eine einzige Blumenwiese. Und die Tollen von Applaus zu Applaus spielen ihre Musik, sind Gottfroh und machen sich ein tolles Leben und haben keinerlei Probleme, weil sie ja immer diese schöne Musik spielen können und alle sie ständig ganz toll finden. Deswegen vielleicht bin ich glücklich, dass es diese Doku gibt und auch, dass es so gemacht wurde. Ich selbst habe mich überhaupt nicht beteiligt am Schneideprozess oder wie die Entstehung dieser Doku. Die haben ganz viele über anderthalb Jahre gefilmt und am Ende bin ich froh, dass du zeigen, nicht nur diese Bühnen in der Seite, sondern wirklich was dahinter steckt. um, Zweifeln, allein sein und das ist, ich rede nicht nur von mir, sondern von jeder Musiker, Musikerin, ja, das ist einfach Teil der Beruf, den man nicht sieht und vielleicht auch nicht gerne darüber spricht, ja. Ja, es ist. Etwas, was man versteckt, vielleicht auch sogar, weil es vielleicht nicht so, glänzend und Social Media appropriate ist. Aber wenn ich, es sind diese zwei Seiten, ja, aber oft denke ich, wie schön, dass ich das machen darf, weil doch, es gibt sehr viele wunderschöne Seiten und auch diese Begegnung mit Menschen, was finde ich ganz besonders und kostbar für mich an diesem Beruf ist, dass ich so viele unterschiedliche Menschen kennenlernen darf und auch in unterschiedlichen. Soziale Schichten, in unterschiedliche Orten, in unterschiedliche soziale, sagen wir so, Bubbles, weil mit Musik kann man kommen und das, bewundert mich immer noch, dass in heute unsere digitale Zeit, es gibt so viele Menschen, die zusammen kommen an einem Abend, sich Zeit nehmen, um etwas live zu erleben, live zu erleben, ein klassisches, ein akustisches Instrument oder Instrumente zu hören und nicht so wirklich sich beschäftigen vielleicht mit Augen, sondern wirklich mit, zuhören, reinhören, hier und jetzt und, das finde ich so, ich schätze das so sehr, deswegen für mich ähm, Ich glaube, in unserer Zeit, das wertvollste ist Zeit. Und die Menschen, die sich Zeit nehmen und ins Konzert kommen, das, finde ich einfach volle Dankbarkeit. Welchen Erfolgsdruck finden Sie schlimmer? Den von innen oder den von außen? Ich glaube, es ist Kombination von beiden. weil mehr der Druck von außen ist, mehr macht man von innen sich Druck, um das zu erfüllen die Erwartung Was ich interessant fand auch in der Doku war dass sie ein, ich glaube es ist ein Ehepaar, also sie haben Mäzene, Menschen die sich um sie kümmern, die ihnen helfen, die sie unterstützen Ob das nun darum geht, irgendein blödes Behördenformular richtig auszufüllen oder ob sie eine finanzielle Unterstützung bekommen, ob sie Lebenshilfe bekommen, was auch immer. Das ist ja auch ein Punkt, der oft nicht thematisiert wird, habe ich das Gefühl in der Branche. Dass es an manchen Stellen und gerade am Anfang von Karrieren oft nicht anders geht, als dass einem jemand unter die berühmten Arme greift und sagt, ich helfe dir, egal ob das um eine Wohnung finden, einen Flügel finden, ein Stipendium bekommen oder vielleicht auch mal eine Reise mitfinanzieren geht. Das fand ich ehrlich und gut, aber es wird viel zu selten thematisiert, dass Musiker oft nicht alleine aus dem Startblock rauskommen, sondern sie brauchen dann vielleicht auch ganz stumpf einfach mal jemanden, der Rechnungen bezahlt. Ja, absolut. So war ich auch. Vor 14 Jahren, als ich nach Deutschland kam, ohne Stipendien würde ich hier überhaupt nicht überleben. Aber auch nicht ohne diese Menschen, die Sie ja auch in der Doku gesehen haben, die mir einfach geholfen haben zu verstehen, was ist hier. Weil ich hatte. Überhaupt keine Idee, was ist Versicherung, wenn es so viele Versicherungen gibt, dass ein Supermarkt am Sonntag zu hat oder man muss, Krankenversicherung zahlen und auch möglichst nicht zu spät sind, kriegt man die Mahnung und dann, wenn die Mahnung nicht bezahlt wird, auch kriegt man irgendwann eine noch größere Mahnung. Das alles war mir gar nicht bewusst, weil ich in total anderen Sozialsystemen aufgewachsen bin. Das waren einfach die Themen, die ganz neu für mich waren. Natürlich das alles noch dazu in eine andere Sprache, die ich am Anfang gar nicht sprach. Ich musste dann rasch Deutsch lernen. Und ja, deswegen sind diese Menschen wirklich so, wie meine Schutzengel oder meine Familie. Ich würde definitiv nicht hier sein, ohne diese Leute, die so viel Zeit genommen haben, um mich quasi zu adoptieren. Ja. Wo wir beim Adoptieren sind, das ist jetzt mal ein bisschen in die andere Richtung. Sie haben ein Cello adoptiert oder das Cello hat Sie vielleicht auch adoptiert, das weiß man nicht so genau. Sie haben ein Stradivaten-Cello. Ist Ihnen schon mal das passiert, was alle fürchterlich befürchten, dass Sie das Ding mal irgendwo vergessen haben und sagen, Sie sitzen im Flugzeug, im Taxi, im Flug und sagen, irgendwas fehlt doch jetzt und dann, soweit kam es noch nicht, oder? Nein, noch nicht, noch nicht, aber ich habe immer noch Angst. Das ist kommen könnte. Aber im Vergleich zu Geiligem muss ich sagen, der Channel ist schon ganz schön, groß und man merkt schon, dass etwas fällt. Selbst wenn ich alleine zum Peren zum Beispiel, ohne mal zu verreisen, das passiert sehr selten, aber dann auch am ersten halben Tag fühle ich mich so, etwas habe ich vergessen. Was habe ich vergessen? Das Instrument gehört ja nicht Ihnen, das wir schön, sondern es gehört einer Stiftung. Ich frage mich immer, weil die Vorbesitzerin oder die Vorspielerin war Solgabetta. Ob es da jetzt eigentlich sowas wie, gibt es da eine Gebrauchsanweisung von Solgabetta oder von der Stiftung? Muss man da vortanzen, vorspielen? Gibt es irgendeine Art von Charakterprüfung oder heißt es einfach, ja, Frau Gabetta, schade, die drei Jahre sind um, können sich schon mal verabschieden von dem Cello, das geht jetzt weiter. Welche Bedingungen sind daran geknüpft und wie läuft das ab, Wenn man so ein Stradivari-Cello, von denen gibt es glaube ich nur 14 oder 20 oder so um den Dreh, die sind ja längst nicht so viele sind noch da wie von den Geigen. Kriegt man das einfach so? Müssen sie einmal vorspielen oder wie läuft das? Also in meinem Fall war das einfach eine E-Mail, die ich bekommen habe mit der Frage, ob ich Lust hätte, ein Stradifari-Cello zu schließen. Und sie hat gesagt, ach na ja. Ich fand das ganz schön schockierend, dass man einfach eines Tages so gefragt wird. Aber zu Solga Bette muss ich sagen, dass so eine Künstlerin mit so großem Namen und wirklich, weltberühmter Karriere die Stiftungen würden einfach nicht sagen, dass sie jetzt bitte zurückgeben. Es war schon ihre eigene, ich weiß nicht auf welchen Gründen, aber sie hat das Cello zurückgegeben. Das war nicht angefordert von der Stiftung. Aber es für mich natürlich war ein großer Geschenk, dieses Instrument kennenlernen zu dürfen. Und dann natürlich gibt es eine sehr große Gefahr, von dem Namen, geflasht zu sein und nur in die Ohren eigentlich oder Gefühle dann nicht wahrzunehmen und nur denken, oh, das Cello ist Stradivaria, so muss mir passen. Was natürlich gar nicht der Fall ist, zum Beispiel mit diesem Cello, was ich jetzt spiele, es ist eine wunderschöne Stradivaria aus dem Jahr 1717. Es ist goldene Periode von Stradivaria, das heißt die Zeit, wo er die besten Instrumente gebaut hat. Es hat mir ganz schon lange gedauert, bis ich mich wirklich zurecht erfüllte mit diesem Instrument. Es waren bestimmt acht oder zehn Monate, wo ich richtig gelitten habe, dieses Chatter zu spielen. Also es war keine Liebe auf den ersten Blick dann. Doch, doch, es war schon in den ersten Wochen, zwei oder drei Wochen, war ich total verliebt. Aber natürlich kennenlernen, Prozess, dann kommt danach und dann merkt man so, ah ja. Wie funktioniert das eigentlich? Funktioniert mit sehr viel Kraft, mit sehr viel unnötiger vielleicht Fokus oder etwas. Also vielleicht die Anstellung von dem Instrument ist nicht richtig. Vielleicht war das auch Grund, warum man soll das zurückgegeben hatte, also wirklich die ersten 10 Monate waren gar nicht so einfach für mich, also es klang wunderschön, aber, ich glaube Leute würden das auch nicht merken aber ich selbst, ich war total fertig, also mit dem Instrument zurecht zu kommen es war einfach sehr schwierig und dann hatte ich Glück, einen Geigenbaut kennenzulernen, der Instrument einfach gut angestellt hat. Er hat einen anderen Steck. Es gibt auch die Seele, so einen Stock, die Seiten des Instrumentes hält und, innen drin ein Cello ist. Eine kleinste Bewegung von diesem Stock, von dieser Seele verändert den ganzen Ton, den ganzen Klang und auch die. Wie man wie entspannt man spielen könnte als Chilisten, ja, und da habe ich diese perfekte Kombination gefunden und jetzt, ja, es bringt viel mehr Freude, das zu spielen. Ich hatte schon kurz überlegt, um das zurückzugeben, weil es lohnt mich nicht, den schönen Namen im Programmheft zu haben und so total kaputt nach dem Konzert sein, weil es mir einfach zu viel Kraft und Konzentration kostet, so ein rühmtes Instrument zu spielen. Ich hatte schon gedacht, dass das so ein bisschen ist, wie so ein bockiges Pferd einzureiten, dass es dann irgendwann funktioniert und bis es soweit ist, wird man fünfmal abgeworfen und dann irgendwann sagt das Pferd, okay, gut, wir versuchen es mal miteinander. So ungefähr war es bei mir, ja. Hatte diese Periode ungefähr zehn Monate gedauert, ja. Aber jetzt sind wir ganz gut befreundet. Okay. Sie haben im letzten Jahr, glaube ich, die Bach-Suiten aufgenommen. Das ist ja so ungefähr das Allerheiligste und Größte, was man so anfassen kann, wenn man Cello spielt. Das haben alle gemacht, manche mehrfach. Und überhaupt, haben Sie da Angst vor dieser Messlatte gehabt oder sich gesagt, mir doch egal, ich mache das jetzt, weil schwieriger kann es eigentlich, oder sagen wir mal, offensichtlicher kann es nicht sein, dass man was Großes vorhat, wenn man sich sagt, so, jetzt die sechs Solo-Suiten, da gehen wir jetzt mal ran. Natürlich hatte ich Angst. Also alle die Worte wie Bibel oder Heilige Testament, Mount Everest, alles das hat in meinem Kopf natürlich abgespielt. Und. Bis zum letzten Moment, als ich das aufgenommen habe und zusammengeschnitten, das war noch eine andere Geschichte natürlich, weil in dem Studio, wenn man aufnimmt, Da nimmt man ganz viele Versionen auf und danach kommt man, zum Moment, wo man sich entscheiden muss, welche Version man nimmt und als endgültige notiert. Und das war natürlich sehr schwierig, weil bei Bachmusik, es gibt so viele Möglichkeiten, wie man eine Phrase spielt. Es ist wirklich unglaublich. Natürlich in Barockmusik gibt es keine Notierung zur Dynamik oder zu welchen Strichen man nutzt, welches Tempo. Also diese Parameter geben schon so viel Freiheit, dass man sich oft einfach gar nicht entscheiden kann, was klingt jetzt besser, was wäre meine Wahl. Und deswegen der Prozess von Aufnehmen hat mir wirklich Spaß gemacht, obwohl es natürlich sehr intensiv und sehr, Ja, sehr intensiv war. Ich habe bis 1 Uhr nachts aufgenommen, eine Woche lang. Und am Ende, glaube ich, habe ich immer gewählt, beim Schreiben, beim gültigen Auswählen, habe ich immer gewählt, die Version, die sich nähert hat an Konzertversionen. Etwas, was spontan war, im Moment und nicht so wirklich nachgedacht, sondern einfach, gespiegelt aus dem Moment. Und das habe ich dann am Ende mehr ausgewählt, diese Variante als etwas, was ich dann so wirklich gesucht habe. Deswegen, ich glaube, bei Bachmusik natürlich der intellektuelle Anteil ist sehr groß, aber auch diese, glaube ich, ja, menschliche Palette von Gefühlen ist so wahnsinnig groß. Man kann mit diese Musik so viel sagen, so viel ausdrucken und ähm, Am Ende dachte ich, dieses Projekt mache ich auch für mich selbst, um mich eine Woche lang nur mit Bachsieten zu beschäftigen. So intensiv mit Mikrofon, weil man hat die Möglichkeit, in höchster Qualität sich zurückzuhören. Es ist so wie in einem sehr ehrlichen Spiegel, eine Woche lang reinzugucken, auf sich selbst, auf Art, wie man spielt. Und. Ich bin froh, aber es ist so gekommen. Und ich bin mir sicher, dass wenn wir heute ins Konzert kommen, wo ich Bachschüten spiele, wenn die ganz anderes klingen wie auf der Aufnahme. Weil es ist doch wie ein Foto, ein Moment, der nur jetzt aufgenommen wird und, nur Abdruck von diesem Moment. Soll ich mal raten, zu wie viel Prozent Sie mit der Aufnahme zufrieden sind? Raten Sie bitte. 65 Prozent. Mehr nicht. 65. Ja, also ich habe nicht, nachdem ich das abgegeben habe, um das in Druck zu geben, habe ich das nie wieder gehört. Nie wieder gehört? Ist vielleicht besser. Aber ich kann sowieso jetzt nicht mehr ändern. Es ist schon Geschichte, schon Vergangenheit. Na gut. Ja, Jetzt kommen wir so ein bisschen in die Zitateabteilung. Wir hatten vorhin schon eins, ich habe noch eins gefunden. Ja, tut mir leid. Das Zitat ist, ich wünsche mir zwar eine große Karriere zu machen, aber das ist nicht mein Lebensziel. Was denn dann? Gemeine Frage, ich weiß, aber... Erfülltes Leben zu haben. Und ich glaube, das ist nicht nur, abzutun, mit Musik machen, was natürlich ein großer Teil ist, zu erfüllen geht. Aber für mich ist auch. Wunderbare Freundschaften haben, Zeit mit Menschen zu verbringen, die wirklich kennenzulernen, die Welt zu sehen. Das alles gehört zu diesem Erfüllungsmoment. Ja, würde ich sagen, dass. Können Sie sich vorstellen, Ihr Cello wieder ins Paket zu stecken und zurück zu stecken an die Stiftung und zu sagen, danke, aber ich mache jetzt was ganz anderes oder ist dieser Zug abgefahren für Sie? Ich würde sagen, ja. Ich kann mir vorstellen, ein anderes Leben anfangen mit einem anderen Beruf. Aber ich würde nicht denken, dass ich für immer aufhören würde, Cello zu spielen. Ich kann mir vorstellen, für einen Moment das nicht zu machen. Weil das Leben ist so vielseitig. Es gibt ja nicht nur eine Option. Tausende Wege. Mein großer Traum wäre, alle Berufe der Welt für zwei Wochen auszuprobieren. Das wäre ganz toll, oder? Also ich meine, jemand muss ein Business daraus machen, dass man diese Möglichkeit gibt. Also ich finde, in zwei Wochen hat man wirklich die Möglichkeit, in den Schuhen von anderen sich einzufüllen und zu verstehen, wie es ist. Mit welchem Beruf würden Sie dann anfangen? Ich glaube doch etwas, was mit Kunst oder mit der Kunst zu tun hat, Weil ich liebe Fotografie, zu malen. Ich bin nicht begeistert mit der Fashion, die wirklich Kunst ist, die nicht nur als Bekleidung ist, sondern wirklich ein Ausdruck ist. Und es gibt so viele spannende Drufe. Aber das kann ja alles noch kommen. Sie können sich auch eine Auszeit nehmen und sagen, ich übe mal ein halbes Jahr nicht und dann gehe ich nach Paris und mache ein Praktikum bei irgendeinem Modedesigner. Vielleicht. Also wenn es Zeit gäbe, würde ich auch, ja, also ich meine, in Musik gibt es auch natürlich andere Art Musik zu machen, zum Beispiel Elektronikmusik zu machen, ja, oder mit, ich weiß nicht, was anders zu lernen. Also ich würde gerne auch andere Instrumente lernen, das ist nur das Problem, dass man nicht schnell gut wird. Habe ich auch probiert. Ich dachte so, Violine wollte ich schon immer spielen, immer noch als Kind. Und dann habe ich mir eine eingemittelt und auch Unterricht genommen. Und ich dachte, Mensch, also mit meinen Kenntnissen im Cello, mit meinen vier Master, kann ich doch etwas ein Ständiges an die Violine produzieren. Ich muss sagen, ich klang so furchtbar. Auch nach acht unterrichtet bei der Lehrerin und musste leider die Börlinde zurückgeben, weil halt gar nichts genutzt hat. Na gut, aber Geige spielen kann jeder, Cello ist die Kunst. Einverstanden. Ganz was anderes. Wissen Sie noch, was Sie mit Ihrem allerersten professionellen Honorar gemacht haben? Das erinnere ich mich leider nicht. Aber ich erinnere mich, dass es war ein Wettbewerb, weil ich habe angefangen, einen Wettbewerb zu spielen mit dem Alter von sechs. Ich glaube, das war ein bisschen Geld, aber auch so Geschenke, so wie Puppe oder Schokoladen. Ich kann mich nicht erinnern, was ich mit dem Geld gemacht habe. Leider nicht, aber ich erinnere mich an dem Wörterwerb. Wir sind in Russland in einem anderen Stadt gefahren. Und da war gerade ganz viel Schnee. Also lag, ich weiß nicht, anderthalb Meter Schnee. Und das war Winter, so wirklich Dezember. Und ich mit diesem Tschevo ging zu diesem Ort, wo ein Wettbewerb stattgefunden hat. Es war nämlich dunkel in der. Zeit, wo ein bisschen hell war, war auch sehr kurz. An dem Moment erinnere ich mich. Aber an dem Honorat nicht. Ich habe schon die sonderbarsten Antworten bekommen. Ich glaube, es war Solga Betta, die gesagt hat, dass sie sich ein Fahrrad gekauft hat. Ein anderer hat seine Eltern zum Essen eingeladen. Also sie sind da in guter Gesellschaft, was das angeht mit Puppe und Schublade und so. Neulich war ich hier in einem Konzert und habe Wilde Frangen gesehen. Die hat das Berg-Violinkonzert gespielt und hat danach sich bei Corentesis und Utopia ins Orchester gesetzt für Maler Erste Sinfonie auf dem Konzertmeisterstuhl und mitgespielt. Fehlt Ihnen das, dieses Geborgensein im Tutti, da so zwischen acht bis zehn anderen Shelley zu sitzen und zu sagen, irgendwer wird die Stelle schon können, und sich da ein ganz anderes Leben zu machen, womöglich mit einem, ganz anderen Angang und einem ganz anderen Gefühlshaushalt, als ständig immer vorne vor allen zu sitzen, alle gucken einen an, sie haben das Solo. Es könnte ja auch ganz schön sein zu sagen, ich spiele mal mit und wenn es nicht so richtig klappt, fällt es vielleicht auch nicht auf. So glaube ich es nicht, aber bei den großen, wunderbaren Orchestern, da sind alle natürlich auf dem höchsten Niveau. Und ich muss sagen, es ist ein anderer Beruf, eine andere Spezialität von Beruf, die man auch üben muss. Und, ich kann mir erinnern, die Momente, als ich das erkannt habe, noch in der Schulzeit, als ich im Orchester als Konzeptmeisterin gespielt habe. Und ja, also diese Verantwortung für die ganze Gruppe ist ganz schön groß. Man muss gut zählen, man muss gut führen können und auch mit anderen Menschen, umgehen können. Das ist auch ein Großanfall von der. Sozialweisheit, würde ich sagen, weil man natürlich die Meisterzeit verbringt mit anderen Menschen und nicht nur spielt, sondern auch muss viele Probleme lösen. Und als ich das noch in der Schulorchester gemacht habe, das war, das fiel mir nicht so einfach. Und auch dieser Moment, dass man vielleicht immer in Tute spielt und dann plötzlich kommt ein Solo-Moment, wo man für einen Takt, für eine, ich weiß nicht, für zehn Sekunden irgendwo ganz alleine spielt und da schwierige Stelle muss spielen. Also das konnte ich wirklich nicht gut machen, weil diese Aufregen schon vor zehn Tagen kamen und dann bin ich so, oh Gott, jetzt bin ich alleine. Aber dieser Wechsel von Tutti auf Solo, was natürlich alle Solisten vom Orchester sehr, sehr gut können, da war ich nicht trainiert. Ich konnte mich auf 30 oder 20 Minuten konzentrieren, um Solo zu sein oder gar nichts, nur Tutti. Vielen Dank. Wenn ich das richtig erinnere, um nochmal auf Sol zurückzukommen, die hat mir erzählt, dass sie praktisch ihren ganzen Cello-Kasten vollstofft mit dunkler Schokolade, weil sie immer braucht, vor und nach Konzerten und auf Tourneen und auf Reisen, muss dunkle Schokolade mehr dabei sein. Bei ihnen ist es ja, glaube ich, diese Gemüsebrühe, die sie immer haben wollen. Ist nicht Gemüse, das ist die Fleischbrühe. Fleischbrühe, okay, gut. Wolle ich kein Fleisch essen. Aber das ist das Einzige, was sie, ohne das können sie nicht spielen? Oder gibt es noch andere Dinge, die sie bringt und haben? aber nicht so gut. Ich finde es gut zu trainieren, sich nicht abhängig zu sein auf bestimmte Rituale oder. Eingestände. Aber natürlich ist es einfach aus praktischen Gründen, weil ich vor dem Konzert dann so aufgeregt bin und nichts essen kann. Deswegen so ein Kraftbrühe Getränk kommt ganz gut an bei mir. Vor dem Konzert, alles so ein Schub an Energie und, aber ich habe das natürlich nicht immer dabei, sonst werde mein ganzer Koffer nur aus dieser Flasche entstellen und nicht die, ja, also ich versuche nur, ich kann auch ohne das spielen, aber was für mich wichtig ist, vor dem Konzert ist, ja. Das Schwierigste für mich ist, da zu sein. Diese Momente der Aufregung und manchmal auch Angst zu akzeptieren und nicht davon wegzufliegen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht bereit bin, zu konfrontieren, meine Angst, heute auf der Bühne zu stehen. Manchmal bin ich super extrovert und freue mich auf diese Momente und manchmal fühle ich nicht, ach, heute kann ich das nicht schaffen. Und in diesem Moment... Mich zu fokussieren auf diesen Moment und wirklich da zu sein und zu sagen, ich mache das, ich freue mich daran. Auch wenn ich in den ersten Momenten denke, oh, das muss ich jetzt faken, dass ich mich darauf freue. Aber das ist eine ganz gute Übung. Wenn man das macht, wird man auch glauben. Ich glaube, es ist. Nur Gedanken. Am Ende sind das nur die Gedanken, die man bekämpfen soll. Deswegen finde ich mentale Training neben dem Training von Cello so wichtig. Weil am Ende denke ich, dass es sogar mehr wichtiger ist, als gut zu üben. Oder sagen wir so, genau so wichtig ist, mental stark zu sein. Weil das ist die Herausforderung bei vielen Konzerten. Weil man nie genügend Zeit hat, um bereit zu sein, um sich vorzubereiten, um gut zu üben, gut ausgeschlafen zu sein, jetzt den ganzen Stress zu managen. Das, im täglichen Leben von Reisen ist nicht möglich. Deswegen mental stark zu sein, ist genauso wichtig wie in guter Form zu sein. Und stimmt dann für Sie der Satz, je größer die Vorfreude auf einen Auftritt, desto tiefer das Loch, in das man danach fällt, weil der Auftritt vorbei ist? Oder anders gefragt, was ist schlimmer für Sie, auf die Bühne zu gehen oder wieder runter zu müssen? Ich würde sagen, nach den Konzerten habe ich auch dieses Gefühl von Entspannung, weil ich etwas hinter mir gewacht habe. Und mittlerweile übe ich, dass ich das auch nicht ganz im Loch zerfalle oder mich total kaputt und nicht in der Lage fühle. Sonst würde ich das nicht mehr schaffen, nach jedem Konzern so abgestützt mich zu füllen. Mittlerweile lerne ich das. Aber natürlich ab und zu passiert es auch, dass ich dann total zerschlagen bin und muss mich dann wieder ausbauen zu dem Nächsten. Wie muss ich mir das dann, vorstellen, ohne jetzt so persönlich zu werden? Aber sind Sie dann drei Stunden nicht ansprechbar? Gehen Sie in die Hotelbar und gießen sich einen auf die Lampe? Sehen Sie vier folgende Netflix-Serie oder dieselt das so langsam raus und Sie merken dann nach einer gewissen Zeit, okay, jetzt kann ich wieder mit Leuten sprechen, jetzt bin ich wieder in diesem Universum? Ich habe das manchmal erlebt bei Künstlern nach Konzerten, die also wirklich, komplett neben sich stehen. Man sieht die zwar, die antworten vielleicht auch, aber die sind noch ganz woanders und kommen so langsam wieder so auf diesen Planeten zurück. Ja, also normalerweise nach dem Konzert treffe ich mich noch viel mit Menschen, mit Leuten oder mit Organisatoren oder Unterstützern von den Konzerten. Das manchmal dauert länger als der Konzert selbst und das ist auch ein wichtiger Teil. Von meinem Leben, von dem Engagement. Aber danach, wenn meine Sozialbatterien sind ganz leer, dann gehe ich ins Hotelzimmer. Und im schlimmsten Fall, dann bin ich bis drei Uhr morgens wach, weil ich noch ganz, hochgepumpt bin von der ganzen Auffregung, von dem, was ich hinter mir gebracht habe. Meistens verschwende ich diese Zeit, immer drüber Katzenvideo zu schauen, oder ich weiß nicht. Etwas, was überhaupt nicht sinnvoll ist, also anstatt ein Buch zu lesen, werde ich meistens in meinem Handy schauen und etwas, ja. Keine Ahnung, manchmal so. Ja, was man so halt um zwei Uhr morgens anschaut. Katzenvideo und dumme Spiele oder über andere Menschen lesen, was diese sozialen Medien alles anbieten. Aufregende Leben des Anderen. Ich mache nochmal wieder eine ganz harte Kurve. 2022 war es, glaube ich, da sind sie in der Schweiz ausgeladen worden von dem Konzert, weil sie Russin sind. Man hat, glaube ich, auch gesagt, der Grund, also kein Grund für die Konzertabsage, das Zitat habe ich gefunden, ist die junge Musikerin selbst, was ich also mehr als absurd finde. Jedenfalls hat man sie ausgeladen, das ist jetzt vier Jahre her, sie haben sich damals schon gegen den Krieg positioniert und es war mehr als eindeutig, dass man mit ihnen die Falsche aus dem Konzertplan wirft. Wie ist denn das dann danach gewesen und wie ist es jetzt? Haben sie seitdem nie wieder sowas erlebt, weil so klar war, dass das ein Fehler war oder kommen immer mal wieder, Angebote oder gehen Angebote wieder weg, weil man dann merkt, oh, das ist ja, die kommt aus Russland. Also wird sie jetzt kollektiv mit eingenommen in diese Denke, dass man sagt, wer aus Russland kommt, der kann hier kategorisch nicht spielen. Wie ist es Ihnen seitdem gegangen? Gab vielleicht auch eine große Solidarität von Veranstaltern, von anderen Künstlern und man hat gesagt, also das darf dieser Celliste nie wieder passieren, weil das trifft garantiert die falsche. Wie ist es jetzt? Ja, also ich muss sagen, das war ein einziger Fall, ein einziger Fall und ich hatte auch sehr große Unterstützung bekommen von vielen Veranstaltern und Künstlern, Künstlerinnen, die, ja, es war, natürlich, es ist menschlich Fehler zu machen und ich wurde auch wieder eingeladen zu diesem Ort, wo das Konzert nicht stattgefunden hat. Und damit glaube ich es auch, würde die Geschichte abgeschlossen es ist. Es ist natürlich dieser Klick ist, für viele sehr emotional besonders in den ersten Momenten in den ersten Monaten war das eine sehr emotionale Geschichte, wo man vielleicht nicht unbedingt rational entscheiden konnte. Und ich verstehe, dass es dazu gekommen ist, aus menschlichen Gründen, ja, das war, man ist einfach einen Fehler gemacht und dann versucht hat, das wieder gut zu machen. Und ich muss sagen, dass aufgrund meiner Nationalität wurde ich überhaupt nicht in den letzten Jahren belastet, Und ich bin sehr dankbar. Dass ich diesen, Grundschutz habe, das Grundbedürfnis an diese Rechte, meinen Beruf auszuüben, mir wurde nicht weggenommen. Aber natürlich, ich spreche immer wieder und finde es sehr wichtig, nicht zu vergessen, dass in unserer überfüllten Welt von Kriegen, es ist wichtig, nicht zu vergessen, dass, dieser Krieg immer noch geht und schon über vier Jahre ist und Russland angefangen ist. Das muss nicht von der Aktualität unter sinken, weil es einfach andere Kriege gibt, immer noch. Und ich habe mich von dem ersten Tag positioniert und natürlich, das ist einfach mir wichtig, dass die Menschen wissen, meine Position und meinen Halt dazu. Ist das realistisch oder ist es zynisch womöglich zu sagen, ja, ja, die Musik, man sagt immer, die Musik kann da weiterhelfen und Kunst kann uns da irgendwie rausmanövrieren und so. Also glauben Sie daran, dass das Kunst und das Kultur und, das Beschäftigen damit wirklich einen Unterschied machen können oder ist das vielleicht alles Kulturromantik, die keinerlei Wurzeln mehr in der Realität hat, weil, Putin interessiert das nicht, wie gut sie spielen, und niemand stirbt nicht, weil sie Bach spielen. Das ist jetzt drastisch formuliert, aber ich weiß nicht, ob das womöglich nicht ein frommer Wunsch ist, zu sagen, wenn wir nur oft genug an die Kraft von Kunst und Kultur glauben, dann hat sie auch Kraft. Vielleicht hat sie die gar nicht mehr in Zeiten wie diesen. Ich weiß es nicht. Pfeuerkultur und Musik hat Kraft, Menschen zu helfen, uns Menschen zu helfen, die schwierigen Zeiten zu überbrücken. In uns menschliche Seite auch, Menschliches aufzuwachen, weil Musik spricht zu uns Menschen, die nicht rational sind, sondern auch Gefühle haben. Und das finde ich sehr, sehr wichtig auch. Aber natürlich, es wäre utopisch daran zu denken, dass, wir kleine Menschen. Auf der politischen Bühne ändern können, wo natürlich die großen Entscheidungen kommen von, den Menschen, die Macht haben. Aber ich glaube fest daran, dass diese Machtmenschen, die vergehen, diese Diktatoren, die vergehen, aber die Werte der Kultur, die menschlichen Werte, die verbundenen alle Völker, definieren auch jedes Volk, werden bleiben. ähm, Ja, was kann ich noch mehr dazu sagen? Ich weiß auch nicht mehr dazu. Also ich bin da auch, ich habe keine Antwort. Ich hoffe nur, dass sie halbwegs recht haben. Und was anderes bleibt uns, glaube ich, auch nicht übrig, als das zu glauben, dass sie recht haben. Und dass wir alle damit recht haben und denken, es hilft schon noch, egal was passiert. Und es kann so viel passieren, wie will. Solange es Musik gibt, ist es ein Lichtblick. Aber wir sind soweit fertig. Ich habe noch eine Abschlussfrage und die geht jetzt wieder in die andere Richtung. Ich will das jetzt nicht auf diesem ernsten Tonfall enden lassen. In der Videodoku habe ich gesehen, dass The National ihr erstes Rockkonzert war. Ich glaube, in Irland, ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls haben Sie schon irgendwas anderes auf dem Zettel, weil ich mir dachte, wenn Sie jetzt hier in der Gegend sind im Sommer, haben Sie schon mal von Wacken gehört? Wissen Sie, was das ist? Wacken? Nein. Wacken ist ein Heavy-Metal-Festival, das ist in Schleswig-Holstein. Ah, Wacken. Ja, genau, das ist ungefähr in der Zeit, wenn sie da sind. Also wenn sie da nochmal hinwollen, das Cello müssten sie gut einpacken, aber ansonsten. Wie in die Toten Hosen, deren letzten Konzerte dauert. Ich glaube nicht, ich glaube nicht, aber es gibt jede Menge Heavy-Metal auf dem Kopf. Ja, also ich suche mir natürlich die Konzerte sehr gerne aus, die nicht klassisch sind. In der Zeit war ich auch zur Radiohead-Show in Berlin und das war auch ein unvergesslicher Abend. Ich muss mir ein gutes Programm anschauen bei dem Festival. Das Wichtigste ist da, die Gummistiepel mitzubringen nach Wacken, weil es immer eine einzige Matschwiese ist. Das ganze Areal ist voll mit Schlamm und es regnet und alle Leute rutschen mit Bier in der Hand durch die Gegend. Also es ist genau Ihre Kragenweite, glaube ich. Da spricht ein Kenner. Schön, also dann kann ich nur hoffen, dass Sie da womöglich noch eine Karte kriegen und viel Spaß haben werden. Aber ich bedanke mich erstmal. Es war total interessant. Ich freue mich auf die nächsten Konzerte mit Ihnen und ich wiederhole es nochmal. Damit haben wir dann alles im Sack. Sie sind im Anfang Juni, 4. und 5. Juli in Lübeck bei der Öffnung mit dem Dwaschakonzert, ganz überraschend, mit dem NDR und Carina Kanellakis. Dann sind Sie beim Festival Mecklenburg-Vorpommern und ich glaube am 18.8. In Bremen beim Musikfest. Und im März 27 mit Sascha Walz hier an der Ed Flammheim mit Bach. Das fügt sich, die letzte CD ist Bach. Und ich bin gespannt, wie das alles so wird. Und ich drücke Ihnen die Daumen und hoffe, also ich weiß nicht, was man unter Cellisten so sagt, Mast und Schobbruch gibt es da ja nicht. Aber solange das Shell weit bleibt, ist alles in Ordnung. Dann erst mal. Man ist nicht im Kasten. Genau. Super. Also, tolle Tage und viel Erfolg. Und immer noch genügend Brühe im Kasten. Und ansonsten viel Spaß. Vielen Dank, Herr Mischke. Alles, alles gut.