Latest / ntv Wirtschaft / Verbände, Tourismus, Sportartikel: Das sind die Gewinner und Verlierer der WM
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- 0:30Die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:35Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:40Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:44geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:50Die Fußball-WM ist vorbei. Und einer der Gewinner kommt aus Deutschland.
- 0:54Nein, natürlich nicht der DFB.
- 0:56Im Gegenteil, der Deutsche Fußballbund hat für das Turnier viel investiert und
- 1:01verbucht nach dem frühen Ausscheiden der Nationalmannschaft jetzt ein Defizit
- 1:05von fast 10 Millionen Euro.
- 1:08Aber für Adidas lief es richtig rund. Der Konzern hat zwar weniger Teams ausgerüstet
- 1:13als Dauerkonkurrent Nike, stand am Ende aber mit Spanien und Argentinien bei
- 1:18beiden Finalteams auf dem Trikot.
- 1:20Insgesamt rechnet Adidas durch die WM mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz.
- 1:25Und auch die Sponsoren dieser XXL-WM gehören zu den Gewinnern.
- 1:30Mehr Spiele, Aufmerksamkeit und Werbefläche. Auch dank der neu geschaffenen Trinkpause.
- 1:36Der allergrößte Gewinner bleibt aber die FIFA, mit erwarteten Einnahmen von
- 1:41rund 15 Milliarden Dollar.
- 1:43Die Kosten für das Turnier tragen dagegen v.a. die Gastgeberstätte.
- 1:47Und auch für den US-Tourismus lief die WM weniger profitabel als erhofft.
- 1:52Der ganz große Besucher-Boom aus dem Ausland blieb aus.
- 1:56Was bleibt wirtschaftlich noch von dieser WM? Nancy Lanzendörfer hat mit einem
- 2:00Experten für Sportmanagement gesprochen.
- 2:03Florian Pfeffel, Präsident der Akkadis-Hochschule. Sie würden sagen,
- 2:06der große Gewinner ist auch die FIFA?
- 2:09Klar, der große Gewinner ist die FIFA. Die richten das Event aus.
- 2:11Das ist zunächst ja auch nichts Verwerfliches, dass Gewinnmaximierung ganz oben
- 2:16steht und alles Mögliche ausgeschwetscht wird, wie wir gehört und gesehen haben.
- 2:20Das kann man sicherlich in Frage stellen.
- 2:22Was meinen Sie, was kann vielleicht Deutschland oder Europa auch jetzt von der WM in den USA lernen?
- 2:28Gut, Gewinnmaximierung ist sicherlich ein Thema mit den verschiedenen Varianten.
- 2:32Trinkpause zum Beispiel, längere Halbzeit-Show, da lässt sich das sicherlich
- 2:37nochmal stärker vermarkten.
- 2:39Größere Stadien, mehr Spiele. Es wird ja schon über 64 Mannschaften diskutiert.
- 2:44Da an der Schraube kann man natürlich noch einiges drehen. Ob das gut für den
- 2:47Fußball ist, das steht auf einem anderen Blatt.
- 2:49Meinen Sie, die Trinkpause war ja auch teilweise mit Werbung finanziert.
- 2:55Bleibt die? Ich befürchte schon, weil es natürlich immer eine schöne Ausrede
- 2:59ist, zu sagen, die Spieler müssen sich in heißen Ländern dann auch mit Getränken
- 3:04versorgen. Klammer auf, es ging ja auch so in einer kurzen Pause beim Einwurf,
- 3:07wo man sich mit Getränken versorgen könnte.
- 3:10Und es ist natürlich wirtschaftlich attraktiv. Ich befürchte,
- 3:13es wird auf internationalen Turnieren bleiben.
- 3:15Und wir haben schon gehört, Gewinner FIFA etwa beispielsweise oder eben auch
- 3:20Adidas Verlierer, eher die Hoststädte, also die Austragensorte.
- 3:25Ich würde die nicht als Verlierer bezeichnen, weil die grundsätzliche Annahme,
- 3:28dass jetzt ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den Städten oder im Ausrichterland
- 3:32dadurch ereignet, ist auch eine falsche Annahme.
- 3:36Im Endeffekt will man ein tolles Event organisieren, seinen Einwohnern,
- 3:39den Sportfans, sich der Welt präsentieren. Das kostet was.
- 3:43Infrastrukturausgaben sind in den USA eher geringer. Die Stadien waren schon
- 3:46da, aber natürlich Sicherheit, Müll, Entsorgung.
- 3:49Dafür fließen Gelder zurück, typischerweise in die Privatwirtschaft.
- 3:54Hotellerie, Gastgewerbe, Einzelhandel, Logistik profitieren davon.
- 3:58Davon gibt es Steuerrückflüsse. Und wenn die zumindest einen Teil dieser Ausgaben
- 4:02der Städte refinanzieren, finde ich, ist das in Ordnung.
- 4:05Pfeffel über Gewinner und Verlierer. Vielen herzlichen Dank. Danke Ihnen.
- 4:08Vom Stadion jetzt ins Autohaus. Elektroautos sind in den vergangenen 5 Jahren
- 4:13deutlich günstiger geworden.
- 4:15Zumindest, wenn wir die Inflation rausrechnen.
- 4:18Dann sanken die Listenpreise sogar um fast ein Fünftel. Das hat das Fraunhofer-Institut
- 4:22für System- und Innovationsforschung zusammen mit der Organisation ICCT errechnet,
- 4:29die Analysen für Umweltbehörden macht.
- 4:31Die Forscher haben vergleichbare Fahrzeuge über die Zeit betrachtet.
- 4:35Demnach wurden Verbrenner in den letzten fünf Jahren real zwei Prozent teurer.
- 4:40Was die Forscher noch herausgefunden haben und was das für Käuferinnen und Käufer
- 4:44bedeutet, darüber hat Sibylle Schaar mit dem Europachef beim ICCT gesprochen, Peter Mock.
- 4:51Auf dem E-Automarkt hat sich die letzten Jahre ganz viel getan.
- 4:55Direkt die Frage an Sie, ist man dumm, wenn man sich heutzutage noch für einen
- 4:59Verbrenner entscheidet?
- 5:01Das hängt sehr von den persönlichen Verhältnissen ab. Das muss jeder für sich
- 5:04selber entscheiden, ob ein Elektroauto das Richtige ist.
- 5:07Aber was man schon sagen kann, ist, dass man natürlich aktuell sieht,
- 5:10wie die Spritpreise angestiegen sind und wie empfindlich diese Spritpreise eben
- 5:14für globale Entwicklungen sind, während die Strompreise relativ stabil sind.
- 5:19Und das zeigt eben unsere Studie, das Angebot ist sehr viel attraktiver,
- 5:22als es noch vor einigen Jahren der Fall war.
- 5:24Dennoch die Frage, warum gibt es immer noch so wenige Kleinwagen-E-Autos von
- 5:30deutschen Herstellern?
- 5:31Kommen die jetzt endlich mal in die Puschen? Wie schätzen Sie das ein?
- 5:34Ich denke, da tut sich einiges. Also leider war es tatsächlich bis vor einigen
- 5:38Jahren noch der Fall, dass eigentlich alle deutschen Hersteller eher in das
- 5:41Premium-Segment gehen wollten und so ein bisschen der Gedanke war,
- 5:44dort kann man mehr verdienen, dort kann man einfach höhere Profite machen.
- 5:48Man hat festgestellt, dass das nicht funktioniert, dass sich eben natürlich
- 5:51nicht alle Premium leisten können.
- 5:53Und so ist es zumindest bei Volkswagen inzwischen so, dass der Konzern mehr
- 5:57in Richtung kleinere, bezahlbare Fahrzeuge geht. Und da kommen gerade dieses
- 6:01Jahr einige Modelle auf den Markt.
- 6:04Bei Mercedes-Benz BMW ist es weiterhin so, dass diese Hersteller eher im höheren
- 6:07Segment unterwegs sind.
- 6:09Und da erwarte ich jetzt auch nicht für die nächste Zeit bezahlbare,
- 6:11kleinere Fahrzeugmodelle für die breite Masse.
- 6:14Aber insgesamt, wenn man jetzt nicht nur auf die deutschen Hersteller schaut,
- 6:16sondern die europäischen, also auch Renault und,
- 6:19Peugeot noch mit einbezieht oder Fiat, dann ist das Angebot an kleineren Fahrzeugen
- 6:24inzwischen schon besser geworden und wird, glaube ich, gerade in diesem und
- 6:27im nächsten Jahr nochmal deutlich attraktiver.
- 6:29Aber gerade jetzt zur Urlaubszeit, zur Ferienzeit, wo sich viele eben auf den
- 6:33Weg machen, auch innerhalb Europas, stellt man sich natürlich die Frage,
- 6:37wie weit komme ich denn mit einem E-Auto? Also ist das auch für eine Urlaubsreise
- 6:42überhaupt wirklich eine Alternative?
- 6:44Wie schätzen Sie die Reichweite, die man da aktuell erzielen kann,
- 6:48ein? Also vor einigen Jahren war es so, dass Elektroautos tatsächlich geringere Reichweiten hatten.
- 6:53Die Reichweite ist aber deutlich angestiegen. Wir haben das in unserer Studie
- 6:56statistisch ermittelt und kam darauf, dass die Reichweite um ein Drittel,
- 7:00also ungefähr 30 Prozent, angestiegen ist in den letzten fünf Jahren.
- 7:05Die tatsächliche Reichweite hängt sehr vom Segment ab. Also gerade im mittleren
- 7:08oder im höheren Segment haben wir heute standardmäßig Reichweiten von 500 Kilometer oder mehr.
- 7:14Das ist also schon sehr gut, wenn man auch längere Distanzen fahren möchte.
- 7:18Aber viel wichtiger oder mindestens genauso wichtig wie die Reichweite ist auch.
- 7:23Die Ladefähigkeit der Fahrzeuge.
- 7:24Und da hat sich eben auch einiges getan. Die meisten Fahrzeuge sind inzwischen
- 7:28schnell ladefähig. Es gibt diese Infrastruktur auf den Autobahnen oder Landstraßen,
- 7:32dass man Fahrzeuge auch wirklich innerhalb von wenigen Minuten auftanken kann,
- 7:35aufladen kann und damit eben auch in den Urlaub komfortabel reisen kann.
- 7:39Zum Schluss schauen wir noch auf die Krankschreibungen in Deutschland.
- 7:42Die Bundesregierung plant ja zusätzliche Hürden, um die Fehlzeiten zu reduzieren.
- 7:47Aber bei der Krankenkasse DAK gehen die Krankmeldungen schon ganz ohne Bremsen und Schranken zurück.
- 7:54Im ersten Halbjahr waren die Versicherten im Schnitt 9,6 Tage krankgeschrieben.
- 7:58Ein Jahr vorher waren es noch 9,9 Tage.
- 8:02Auch der tägliche Krankenstand sank leicht, auf 5,3 Prozent der Beschäftigten.
- 8:07Ein Problem bleiben aber Langzeitausfälle. Und bei den Krankheitsarten gibt
- 8:12es eine weitere Verschiebung.
- 8:14Atemwegserkrankungen gingen dieses Jahr wieder deutlich zurück.
- 8:18Dafür sind inzwischen psychische Erkrankungen wie Depressionen der häufigste
- 8:22Grund für Krankschreibungen.
- 8:24Woran liegt das? Und was bedeutet das denn jetzt für uns alle?
- 8:28Enno Maas versucht, Antworten zu geben. Er ist Vorsitzender der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung.
- 8:34Herr Maas, seit Jahren nimmt ja nun schon das Problem psychischer Erkrankungen zu.
- 8:38Woran liegt das? Berichten Sie gerne mal aus Ihrer Praxis. Ja,
- 8:42also das ist auch etwas, was wir in den Praxen erleben, dass die Nachfrage nach
- 8:46Psychotherapie und die Krankheitslast, die mit psychischen Erkrankungen einhergeht,
- 8:50in den letzten Jahren noch mal deutlich angestiegen ist.
- 8:54Ursachen und Zuspitzungen sicherlich auch durch die Corona-Pandemie und die
- 8:58Einschränkungen, die damit einhergegangen sind. Und ja, das ist jetzt der Zustand,
- 9:01den wir in den Praxen vorfinden, deutlich steigende Nachfragen.
- 9:05Sie haben gerade das Stichwort Corona-Pandemie gegeben. Würden Sie denn grundsätzlich
- 9:09sagen, dass die psychische Belastung zugenommen hat? Oder ignorieren die Menschen
- 9:15einfach ihre Krankungen weniger als früher?
- 9:18Ich glaube, dass das beides Effekte sind. Also die Studienlage ist ziemlich
- 9:21eindeutig, dass die psychischen Belastungen in der Corona-Zeit und danach deutlich zugenommen haben.
- 9:27Aber natürlich wird auch das Arbeitsleben und die Arbeitsvorgänge immer verdichteter,
- 9:33sodass eben auch psychische Probleme im Arbeitsalltag störender auffallen können.
- 9:37Und diese Effekte, die führen schließlich dazu, dass die Nachfrage in den Praxen deutlich steigt.
- 9:42Was können denn ganz konkret auch Unternehmen tun, um psychischen Erkrankungen
- 9:47eben vorzubeugen und betroffene Mitarbeiter mehr zu unterstützen?
- 9:51Ja, also auf jeden Fall auch ein Auge drauf zu haben, wie die psychische Verfassung
- 9:57der Mitarbeitenden ist.
- 9:59Frühzeitig versuchen, in die psychotherapeutische Sprechstunde Termine zu generieren,
- 10:05um dort eben auch frühzeitig diagnostisch abgeklärt zu werden.
- 10:09Und in den Betrieben selbst muss ja auch eine Gefährdungsbeurteilung für psychische
- 10:13Erkrankungen vorgenommen werden. Und das ist auch noch etwas,
- 10:17wo die Unternehmen Nachholbedarf haben, nach meinem Kenntnisstand.
- 10:20Sie haben gerade schon gesagt, am besten solle man sich einen Termin machen.
- 10:24Nun weiß aber, glaube ich, auch jeder, dass das gar nicht so einfach ist,
- 10:27sondern dass man zum Teil Monate warten muss, um eben einen Termin für eine
- 10:32Psychotherapie oder überhaupt für eine Beratung zu kommen.
- 10:35Deshalb die Frage an Sie, was kann denn jeder individuell schon mal für sich
- 10:39tun, um die psychische Gesundheit zu stärken oder sich insgesamt besser zu rüsten?
- 10:44Ja, da sprechen Sie was ganz Wichtiges an. Also die diagnostische Ersteinschätzung
- 10:49in der psychotherapeutischen Sprechstunde, die ist relativ gut und auch mit
- 10:53einigermaßen geringen Wartezeiten zu bekommen.
- 10:56Das kann man wirklich nur empfehlen, hier eben bei auftretenden psychischen
- 11:01Beschwerden sich zu melden.
- 11:02Und in der Tat haben sie recht, die Wartezeit dann einen Behandlungsplatz zu
- 11:06bekommen. Die sind gerade in ländlichen Regionen massiv lange.
- 11:10Und insofern können wir einfach nur dafür werben, sich frühzeitig zu melden
- 11:15und diese Probleme ernst zu nehmen.
- 11:18Herr Maas, in dem Zusammenhang abschließend noch die Frage. Es ist eh jetzt
- 11:22schon schwierig, an Therapieplätze zu kommen.
- 11:24Nun gibt es die Sparpläne der Bundesregierung, insbesondere auch mit Blick auf
- 11:29die psychotherapeutische Behandlung. Wie dramatisch wird das?
- 11:33Ja, durch die jetzigen Regelungen wird der zukünftige Bedarf von Psychotherapie eingedeckelt.
- 11:39Das heißt, hier sind keine Wachstumsraten mehr zu erwarten.
- 11:43Und wir stehen in den Praxen vor einer steigenden Nachfrage,
- 11:47einer steigenden Belastung durch psychische Erkrankungen und können nicht mehr
- 11:51angemessen auf diese Zuwächse in Zukunft reagieren. Das hat die Politik jetzt so beschlossen.
- 11:56Ja, das ist eine sehr, sehr schwierige Situation, vor allen Dingen eben für Betroffene.
- 12:02Hoffen wir, dass sich da gemeinsam eine Lösung finden lässt.
- 12:05Ganz herzlichen Dank für Ihre Einordnung.
- 12:07Enno Maas, Ihnen noch einen schönen Tag. Das wünsche ich Ihnen auch.
- 12:09Vielen Dank. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 12:15Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.