Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM "Lass uns doch mal sachlich bleiben" in einem Konflikt garantiert niemals funktioniert?
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zusammen erfinden wir es heraus und heute zu der Frage, warum, lass uns doch mal sachlich bleiben, bei einem Konflikt garantiert niemals funktioniert. Und über diese Warum Frage diskutiere ich heute mit einem ganz besonderen Gast, nämlich mit dem Stefan Wehrer. Die wenigen unter euch, die ihn vielleicht jetzt noch nicht kennen, der Stefan ist ja einer der gefragtesten Körpersprachexperten überhaupt. Und er hat ein riesengroßes Know-how und verhilft dadurch jährlich Tausenden von Menschen zu mehr Selbstbewusstsein und Charisma. Ich durfte ihn schon selber erleben auf einer Bühne und ich muss sagen, ich habe wahnsinnig viel gelernt, ich habe wahnsinnig viel gelacht und es war ein Ich würde jeden von euch empfehlen, euch das einmal anzuschauen. Stephanie ist ganz viel unterwegs in Europa, über Asien und die USA. Überall steckt er seine Expertise hinein. Er hat zahlreiche Auftraggeber wie die NATO, die US Navy sowie global führende Unternehmen und Organisationen, habe ich von seiner lieben Frau gehört. Er ist auch Bestsellerautor, was mich jetzt gar nicht wundert. Er hat über 200.000 Follower auf Social Media. Finde ich ganz toll. Und eine davon bin ich. Und ich freue mich wahnsinnig, dass er heute bei mir im Podcast ist. Ich habe mich nämlich einfach getraut. Ich war mutig, habe ihn angeschrieben. Lieber Stefan, möchtest du bei mir mal in den Podcast kommen? Und seine Frau, die liebe Sabina, die ja meine Namensträgerin auch ist. hat dem zugestimmt und so muss der liebe Stefan heute bei mir im Podcast sitzen und mit mir über diese Warum-Frage diskutieren, die auch etwas mit seinem Bühnenprogramm zu tun hat, über das wir vielleicht auch ein bisschen was erzählen, dass jeder von euch weiß, was im Herbst alles so mit ihm passieren kann. Aber wir fangen jetzt einmal an, über diese Frage zu diskutieren, nämlich dieses Lass uns doch einmal sachlich bleiben. Bei einem Konflikt, lieber Stefan, bitte erklär uns einmal aus deiner Perspektive, warum funktioniert das garantiert nicht? Stefan Verra body language: Also zuerst mal danke Sabine für die Einladung, bin sehr gern hier. Alle Sabines, die mich fragen, da komme ich immer gerne. Naja, das ist ja so, wenn du hast einen Chef, Choleriker, der dich gleich ausflippt wegen jeder Sache oder du hast einen Nachbarin, die dich wegen allem gleich aufregt oder vielleicht deine Partnerin, die sehr schnell Sabine Osterauer: sind. Stefan Verra body language: sehr schnell sich eschoffieren, sich aufregen. Und da hat man ja nichts anderes als nur den Wunsch, kann man nicht endlich das in Ruhe, bitte brüll mich doch nicht an, schrei mich doch nicht an, kann man das bitte einfach nur in Ruhe besprechen. Das ist unser Wunsch. Unser Wunsch ist es sachlich. Wir nennen es dann sachlich. Sachlich ist, das wird jetzt ein paar überraschen, was ich jetzt gleich am Anfang sage, sachlich ist ein Gefühl. Wir glauben dann, es wäre so. Nur faktisch, nur nüchtern. Aber es ist eigentlich ein Gefühl, weil da kommt eben jemand her, der spricht mit sehr ruhiger Stimme, die Bewegungen sind sehr ruhig und wenn sie sind, dann sind sie sehr zielführend, also sehr abgesteckt, nichts herumfuchteln. Dann haben wir das Gefühl, ⁓ das ist eine sachliche Information. Aber wenn ich es jetzt so erklärt habe, dann hast du schon gemerkt, das ist eigentlich auch nur ein Gefühl. Das müssen wir also wissen. Das heißt, wenn wir das jetzt wissen, Sachlichkeit, ist ein Gefühl, was? Ich hab dann das Gefühl, der Professor hat mir das so sachlich erklärt. Diese Frau, hat das so toll rein faktisch erklärt. Und auf der anderen Seite haben wir jemanden, der ist total hektisch und trägt sich total auf. Was macht der? Der hat eine andere Stimme, der ist lauter mit seiner Stimme, der redet intensiver, seine Bewegungen sind fahrig. Jetzt hab ich es genau beschrieben, die Stimme ist anders, die Bewegungen sind anders. Das sind also alle Signale und das ist eben auch ein Gefühl, das da bei uns ausgelöst wird. Aber, und jetzt kommt der Punkt, ganz ein anderes als das, was wir jetzt gerne hätten. Und nur weil es ein anderes Gefühl ist, heißt das nicht, dass es grundsätzlich schlecht ist. Das ist einmal ganz wichtig. Jetzt, was wir aber mit dem Satz sagen wollen, sei mal doch endlich sachlich, lass uns das vernünftig lösen. Da wollen wir einfach nur sagen, du musst genau das gleiche Gefühl jetzt ausleben, mir zeigen. das ich jetzt gerade haben will. Und du merkst jetzt schon, wenn es nur noch mir geht, dann funktioniert das nicht. Und deswegen explodieren hier Konflikte. Wir müssen also tatsächlich aufpassen, wenn wir andere Menschen auf unsere Ebene runter zwingen wollen. Vielleicht bringe ich am besten ein Beispiel eines Kindes. Das macht jede Mutter und jeder Vater genau richtig. Das Kind kommt nach Hause und ist total aufgerührt und total ektisch. Und ist total... und der hat mir die Schaufel weggenommen und ist doch ein Wahnsinn. Und jetzt würde die Mutter hergehen und sagen, jetzt beruhigt ihr mal und redet mal. Das macht die Mutter nicht. ist eine Mutter? Na erzähl, na was ist denn gewesen? Na das möchte ich jetzt wissen. Das heißt die Mutter geht ein wenig auf das Gefühl des Kindes ein. Und die Mutter sagt nicht, du musst so ruhig werden wie ich. Sprich mal ruhig. Sondern zuerst geht die Mutter hin und gibt dem Kind das Gefühl, na das ist ja wirklich, na erzähl einmal, na wie war es. Das heißt die Mutter nimmt mit dieser Kurzatmigkeit ein klein wenig die Emotionalität des Kindes auf. Weißt du was dann passiert? Das Kind hat das Gefühl, meine Emotionalität ist bei der Mama angekommen und jetzt kann ich mich beruhigen. das Problem, was wir im Erwachsenenalter aber machen, diesen Zwischenschritt machen wir nicht mehr. Das heißt, wir gehen nur mal her und sagen, der andere muss sachlich werden. Der andere muss genau gleich werden wie wir. Und, weißt du, jetzt kann ich es dir ja sagen, das beruhigt die Leute gar nicht, sondern im Gegenteil, man explodiert gleich zehnmal mehr. Sabine Osterauer: Ist logisch, ich kenne das ja auch so. glaube, etwas sachlich zu besprechen bedeutet ja in Wahrheit emotionslos. Sachlich ist er etwas, was er keine Emotionen mehr hat, weil der eine hat die ruhigeren Emotionen und der andere hat die aufbrausenden Emotionen. Aber im Grunde, wenn ich jetzt sage, ja, berät man das doch sachlich, dann müssten wir ja alle Befindlichkeiten, alle Emotionen raussperren. Und das, was dann überbleibt, ist ja dann in Wahrheit gar kein Konflikt mehr, weil ein Konflikt ist ja in Wahrheit Emotion auf irgendein Thema. Deswegen funktioniert das, glaube ich, auch überhaupt nicht. Frage, wie kommt es denn überhaupt zu einem Konflikt? Stefan Verra body language: Ja, das ist eine ganz wichtige Frage, wie es zu einem Konflikt kommt. Ein Konflikt ist immer... Es gibt einen Auslöser für einen Konflikt und in fast allen Fällen ist es nichts Inhaltliches. Da gibt es spannende Studien dazu, weltweit durchgeführte Studien. Da kommt man drauf, dass nahezu alle Konflikte aus Nichtigkeiten entstehen. Wir glauben immer, Konflikte... Man ja Beziehung nehmen. Oder mit der Kollegin ein Konflikt. Schaut, es fängt ganz einfach an. Unten die Rezeptionistin von der großen Firma, wo sie die Rezeptionistin und du kommst ins Büro unten rein und begrüßt sie und sagst hallo, hi, wie geht's jetzt? sagt, ⁓ ja mir geht's ⁓ gut. Du, ihr habt gesehen, du hast schon wieder auf den Parkplatz gepackt direkt neben der Tür. weißt ⁓ der Chef mag das nicht gern, wenn das ist. Ja, pass auf, nein, sorry, danke, sorry, morgen pack ich ganz woanders hin und gehst einfach weg. Denkst das war nur eine Kleinigkeit. Sie sagt aber nichts, weil sie will jetzt keinen Konflikt auslösen. Aber das stört sie wahnsinnig, weil sie weiß ganz genau, sie kriegt einen Deckel, wenn der Chef 10 Minuten später kommt, sagt er zu ihr, habe ich Ihnen nicht schon fünfmal gesagt, dass der Backplatz nur mir gehört, kenne es nicht endlich. So, jetzt muss sie das auch. Du hast sie aber nicht ernst genommen. Jetzt kommst du am Abend zurück bei ihr und verabschiedest sie in den Abend. Sie wird dich schon ein wenig kühler jetzt verabschieden. Und du hast aber gar nichts Bösartiges getan. Du hast ⁓ gesagt, ich mach's morgen. Aber für sie ist es morgen schon zu spät, weil sie hat es dir schon einmal gesagt. Und da, so entsteht ein Konflikt. So, das nächste Mal bei der Begrüßung, begrüßt sie dich nicht mehr freundlich, sondern sie ist ganz kühl noch. Sie ist nur mehr ganz so, du merkst sofort, irgendwas stimmt nicht. Und du denkst, ich weiß nicht, was hat sie denn schon wieder? Ist die ein bisschen zickig jetzt gerade? Und so entsteht ein kühles, und dann vergisst wieder mal das Auto hinstellen und irgendwann redet sie gar nicht mehr. Dann kommst du mit deiner Kollegin und die schaut sie nur von über die Schulter an und mit deiner Kollegin redet sie ganz, ganz nett. Und dann merkst du, entsteht ein wahnsinniger Konflikt. So, jetzt passiert was anderes. Es wird ein Jahresmeeting, vielleicht Weihnachtsmething oder so. Und plötzlich wird herumgeredet und dann sagt sie zu einer anderen Kollegin hinter deinem Rücken, dass du ein wahnsinnig unangenehmer und ignoranter Mensch bist. Und das hörst du über andere Leute und du bist plötzlich völlig konsterniert und weißt überhaupt nicht, was passiert ist. Und du hast gemerkt, der Auslöser war minimal. Es ist noch nicht mal ⁓ den Parkplatz gegangen. Du hast es ⁓ gelöst, aber du hast es einfach nur einen Tag zu spät gelöst. Du hättest nur sagen müssen, ⁓ sorry, tut mir leid, du kriegst dann immer die Probleme, was war, ich pack schnell ⁓ und die Sache wäre erledigt gewesen. So entstehen viele Konflikte. So entstehen auch kleine Konflikte in der Partnerschaft zum Beispiel. Weißt du, ganz am Anfang ist man verliebt. Jeder ist verliebt und man findet dann am Anfang beim Partner, bei der Partnerin alles toll. Das ist ganz absurd. finden alles toll. Das hat übrigens hormonelle Gründe, weil verliebt sein ist was anderes wie Liebe. Verliebt sein ist ein Hormonexzess. Das ist kein Hormonzustand, sind die Hormone völlig gaga und das Denken wird ein wenig blockiert. Das heißt mit Vernunft geht gar nicht. So, jetzt bist du verliebt, bist mit deinem Partner zusammengezogen. Das ist alles nett. Irgendwas, wenn in der Küche bist, schneidest Gemüse und der kommt rein und der trinkt sogar Milch. Macht den Kühlschrank auf, nimmt das Milchbackel, trinkt die Milch. Aber er ist ein Schussel, er lässt die Milch hier draußen stehen. Aber es macht nichts, du bist so verliebt in ihn. Nimmst die Milch und stellst sie für ihn in den Kühlschrank rein. So ein lieber Kerl, ein Schussel. Nächsten Tag wieder, trinkt wieder Milch, lässt sie wieder raus. Du bist immer noch so verliebt, stellst sie wieder rein. Das geht wochenlang so hin. Du stellst ihm immer die Milch rein, aber die Freude lässt immer mehr nach, ihm die Milch reinzustellen. Sie lässt immer mehr nach. Und irgendwann einmal stellst du die Milch nicht mehr ruhig und freudig rein, sondern du stellst sie schon so rein. Irgendwann schaust du ihm dann schon mit so einem Blick nach. Und dann braucht nur Klarigkeit passieren und er lässt die Milch heraus und stehen und der Farmel explodiert und sagt, kannst du nicht endlich die Milch wegräumen? Das ist... Völlig überraschend für ihn. Er schaut sich jetzt an, jetzt macht es bei ihm rataratarata in der Birne. Er denkt, was mache ich jetzt? Ich muss mich verteidigen und sage, ja schau mal an, wie es Badezimmer ausschaut, was du alles herumliegen lässt. Und schon hat sie eine riesengroße Freude. Und der Auslöser war ja eine Kleinigkeit, genau genommen die Kleinigkeit war, dass du es nicht früh genug gesagt hast. Natürlich macht er einen Blitzsinn. hätte es natürlich, aber dass es dich stört, hast du einfach früher sagen müssen. Du merkst, der Auslöser war so klein, aber dann ist die Explosion und plötzlich kann man nicht mehr miteinander reden. Das war jetzt nur ein Milchbackel. Macht das beim Milchbacken, macht das mit den Schuhen, macht das, weil er zweimal zu spät nach Hause kommt, macht das bei 4-5 Sachen und die Beziehung kann sich zerrütteln. Man mag es gar nicht glauben und das bestätigen eben diese Studien. Das heißt wir kommen drauf, dass es nicht die Information war, gibt das Milch, die Milchpackung in den Kühlschrank rein, sondern es war dieses Brüllen, was er gemacht hat, was du gemacht hast und dieses Brüllen zurück, was er gemacht hat. Das heißt nicht die Information, sondern die Körpersprache war es. Wir wieder zum ersten Beispiel zurück. Bei der Rezeption ist ganz das gleiche. Du bist freudig an ihr vorbeigegangen und hast nur gesagt, ja, das mache ich morgen. Du hast sie quasi, jetzt ich ein österreichisches Wort, abgeschasselt. So, wie man so sagt. Einfach so links liegen lassen. Und damit ist sie emotional natürlich so getroffen und sie kann in dem Moment nichts sagen. Jetzt werden ein paar sagen, doch, der würde wohl sagen, nein, wahrscheinlich würdest du es nicht. Es würde fast nie jemand etwas sagen, ich auch nicht. Es hat gar nichts mit Mann oder Frau zu tun, weil wir Konflikte vermeiden wollen. Wir schlucken so viel runter und wir halten so viel runter und dahinter. lösen sich die Konflikte aus. Wir müssen also unterscheiden, es gibt diesen faktischen Auslöser und es gibt dann auch die Körpersprache. Jetzt könnte man natürlich sagen, naja, hey ist halt das Auto weggefahren. Dann sag ich dir, auch da spielt die Körpersprache eine Rolle. Wenn du sagst, ja stell ich halt weg das Auto. Du kannst es vorstellen, ich sag's jetzt nur verbal, das wird sie nicht beruhigen. Das wird ihr normal ein ungutes Gefühl geben, sogar doppelt, weil jetzt hat sie ein schlechtes Gewissen und jetzt hat sie das Gefühl, jetzt muss ich mich entschuldigen, weil du das am falschen Packungstest, du merkst wie die Spirale sich weiter nach unten dreht und unten dreht und unten dreht. In der Küche, bei der Milchpackung ganz gleiche. Was bist denn du für ein kleinlicher Mensch, nur weil die die Milchpackung nicht in den Kühlschrank stelle. Und du merkst es ist nicht die Sache selber. Die gibt es immer wieder. Sondern es ist wir reagieren falsch. Und dieses falsch reagieren hast immer wir müssen uns immer auf den der sich gerade ärgert einstellen. Sabine Osterauer: Da kriegt er diese Redewendung, Mücke und Elefant, gehört ganz anderer Bedeutung, dass eine Mücke einen Elefanten machen, weil das ist es ja dann in Wahrheit. Das heißt, es ist ja eigentlich dann gar nicht so das Milchbackel per se, was stört und auch nicht der Parkplatz, sondern es sind die Emotionen wieder dazu, sind wir wieder dort. Das heißt, dieses Nichtgehört, ja, dann müsst ihr doch eigentlich ... Stefan Verra body language: Gönns G'n'Nell! Sabine Osterauer: Bei der Beziehung müsste er doch eigentlich wissen, jetzt kennt er mich doch schon länger, jetzt müsste er doch wissen, dass ich das nicht mag, dass er das Milchbackel herausstehen lässt. Da kommen ja dann Interpretationen dazu. Das heißt, die Mücke wird durch viele Interpretationen und Befindlichkeiten und dann vielleicht noch einen schlechten Tag, weil ich keine Ahnung ins Radar gefahren bin oder mein Chef ein Trottel isst oder, oder, oder wird das Milchbackel dann wirklich riesig. Stefan Verra body language: Gott's Gnade. Und jetzt brauchen wir uns nur überlegen, jetzt komme ich auch wieder zur Körpersprache, wie löst man so etwas? Wenn er jetzt dann, oder nehmen wir noch mal zuerst das Autobeispiel, ⁓ in der Reihenfolge richtig zu bleiben. Die Rezeptionistin ärgert sich, sie ist getroffen, weil sie ist die Schwächere, weil der Chef kommt 10 Minuten später vorbei und macht sie zur Mücke. Jetzt ist es so, sie braucht vor allem zuerst eine emotionale Lösung. Es nutzt also nichts zu sagen, ja okay, dann fahre ich halt weg. Sondern... Es geht darum, sie emotional abzuholen. Das heißt, ist, jetzt kann man es mal sagen, ich stelle vor, Adrenalin, Testosteron, auch bei Frauen, das ist viel höher und innerlich kocht man schon. Und jetzt löst es jemand ganz schnell, das nutzt uns nichts, wie ich vorher in dem Beispiel gesagt habe. Ich bringe dir Beispiel, dass das ganz klar wird. Folgendes. Du fährst am Abend nach einem langen Arbeitstag mit dem Auto nach Hause. Und kurz bevor du daheim bist, fällt dir ein, ⁓ Gottes Willen, habt den wichtigen Arzttermin vergessen. Du rennst ins Haus rein und brüllst deinen Mann an, gib mir schnell das Rezept, ich muss schnell zum Arzt, hab den Termin vergessen. Und er sagt zu dir, jetzt beruhigen wir uns zuerst einmal. Dann fliebst du natürlich aus, weil du sagst, hast du nicht verstanden, dass ich einen riesengroßen Stress habe? Das heißt, dieses Gefühl, dass er dir zeigt, du warst, dass es jetzt gerade ein Stress ist, das brauchst du unbedingt, diese Bestätigung. Was, wenn du einen klugen Mann hast, was der macht, der gibt dir zuerst emotional das Verständnis, was es ist, du fährst nach Hause, rennst ins Haus und sagst, ich hab den richtigen Arztdermin vergessen und er zu dir, ach genau, ich werde es sagen. Das heißt, er spiegelt wie die Mutter beim Kleinkind ein wenig diesen Stress wieder und du denkst, er hat genau gecheckt, wie es mir jetzt gerade geht. Und das ist die einzige Möglichkeit, dass wir nach unten kommen. So, wir kommen zur Rezeptionistin zurück. Die ist innerlich total verärgert, weil das Auto schon wieder... ⁓ sie sagt es aber nicht. Sie sagt, ⁓ du hast schon wieder das Auto dort geparkt. Jetzt wäre wichtig, genau die gleiche Körpersprache zu machen, wie ich es gerade gemacht habe. ⁓ genau, ma sage ich bin so ein Schusel, ma sage ich, das tut mir jetzt total leid, was weiß ich, ich raus und fahre wieder rein. Oder sagst ma, es tut mir total leid, jetzt löst du es nicht mal, aber hoch einmal zu, du sagst, ⁓ es tut mir total leid, Mensch, ich bin so ein Schusel, aber was weiß ich, ich bin... In einer Minute habe ich einen Call. Darf ich es morgen machen? dann wird sie für dich beim Chef einstehen und sagen, ob morgen klappt was, weil sie das Gefühl hat, du hast sie emotional verstanden. Jetzt könnt ich sie über das Milchbackel genauso sagen, ist genau das gleiche, kannst du nicht einmal das Milchbackel reinstellen, bist schon richtig zornig und er so, ⁓ sorry, du hast vollkommen recht. Ich bin ja schon ein depper, ignoranter Depper, was weiß ich still sein. Aber du merkst immer meine Körpersprache, ich versuche es auch stimmlich zu machen, für alle, die das jetzt nur nur akustisch hören, diesen Podcast. Du musst stimmlich auf die Ebene gehen. Zu glauben, dass meine Emotion zählt nur, weil ich mich nicht aufrege, das führt erst zu Konflikten. Sabine Osterauer: Jetzt gibt es aber natürlich Menschen, die ja schon länger auf der Welt sind, die auch schon mehr Konflikte hatten. Und so wie du das jetzt beschreibst, wir lernen ja aus Fehlern. Also sollten wir, denke ich mal. Warum, Frage, warum ist es aber immer noch so, dass Menschen in Konfliktsituationen dann nicht so handeln, wie du es gerade beschrieben hast. Ich muss doch im Laufe meines Lebens lernen, mit komm, komm einmal runter, entspann dich, chill dich ein bisschen, ist alles gut, es ist schon sicher nicht so tragisch, wie du das jetzt gerade schilderst, muss mir ja gezeigt haben, dass ich mein Gegenüber nicht abholen kann damit. Also warum gibt es ganz, ganz viele Menschen auf Gottes Erdboden, die das immer noch anders machen? Stefan Verra body language: Da gibt es eine ganz einfache Antwort. Es fehlt das Wissen. Und ich weiß ganz genau, als wenn einige diesen Podcast hören und sagen, das klingt eigentlich logisch, er gesagt hat. Und trotzdem haben sie beim nächsten Konflikt das Gefühl, der andere muss gleich ruhig sein wie ich. Und deswegen habe ich das Beispiel mit dem Rezept genannt, dass wir mal uns reinfühlen, wie es uns geht. Wenn wir uns gerade aufregen und jemand kommt daher und sagt, jetzt sei einmal sachlich, dann regen wir uns gleich noch mehr auf. Und ich kann allen nur sagen, du regst dich noch mehr auf, weil das emotional ein Hilfeschrei ist. Das heißt, deine Emotionen schreien nach Hilfe. Ich will Verständnis haben. Stell dir so kleine Emotionsding in der Birne vor. Die schreien ich will Verständnis, ich will verstanden werden. Jetzt ist der andere Überzeug nur sachlich zu dir. Jetzt werden die lauter und sagen wir fühlen uns noch immer nicht verstanden. Wir müssen also lauter werden. Jetzt will der immer noch, kannst du nicht einmal ruhiger werden? Jetzt brüllen die schon und es geht es eskaliert immer mehr. Und jetzt sage ich dir wie das weitergeht diese Sache. Irgendwann fängt man an, nehmen in der Kollegenschaft und erzählt es anderen Kollegen. Man kommt nämlich bei dieser Personen nicht durch. Das heißt, ich fang's anderen Kollegen an zu erzählen. Man fang's auch Kollegen an zu erzählen, die mit dir gar nichts zu tun haben. Das heißt, das schlägt unglaubliche Kreise. Dann geht's sogar so weit, dass es Menschen erzählt wird, die mit der Firma gar nichts zu tun haben. In der Nachbarschaft zum Beispiel. Was ich für blöde Kollegen hab. Du ahnst es gar Ich kann jeden Tag bei der vorbei gehen, ich kann das Gesicht schon nicht einmal mehr sehen. Die ist zu ignorant. So geht's dann weiter. Das heißt, der Ruf, den du dir damit aufbaust, geht weit über die Kollegenschaft, weit über die betroffene Person hinaus. Und jetzt kommen so ein Vielleicht noch stärkeren Punkt ist es der Partnerschaft. Manche in der Partnerschaft... haben so das Gefühl, ich werde emotional nicht verstanden, dass ich zuerst eine Freundin erzähle, was schon völlig absurd ist. Das muss ich tatsächlich sagen, wenn man eine Partnerschaft hat, dann ist es enorm wichtig, dass man zuerst mit dem Partner das löst. Aber viele gehen her und erzählen es der Freundin. haben mit dem Partner gar... der versteht mich nicht, jetzt muss ich mit der Freundin einfach reden. Das ist doch der erste Bruch, jetzt stell dir mal vor, du hast einen Konflikt, du sagst etwas, was dich beim Partner stört und er macht nichts anderes, geht zu seinen Freunden in die Kneipe und erzählt, was die Alte daheim mir jetzt wieder gerade gesagt hat. Jetzt stell dir mal vor, was du da dafür ein Gefühl hast. So, heißt, man redet nicht mehr mit ihm, sondern man redet mit anderen. Man löst das und der Freund von ihm erklärt ihm natürlich genau, wie das zu lösen wäre, wie du die zu verhalten hättest. Jetzt haben die zwar das Problem gelöst bei zwei Bier und du und eher seid ihr euch immer noch nicht näher gekommen, im Gegenteil seid ihr euch weiter auseinander gekommen. Geschlechtlich kannst du jetzt reden, wie du das willst. Jetzt geht es aber noch weiter. Ich habe Video dazu gemacht und zwar manche pfeffern es einfach in Social Media rein. Das heißt, sie sagen jetzt, da gibt es ja endlos Videos, wo mehrheitlich Frauen, das hat einen bestimmten Grund, einfach nur vor die Kamera hingehen und sagen, wie deppert die Männer seien und was sie gerade für Erlebnis gehabt haben und so weiter. Der Punkt ist einfach nur, jetzt stell dir mal vor, Wie würde es dir gehen, wenn du jemanden triffst, wo du vorher fünf Videos schon gesehen hast, wie die über ihre Männer, über ihre Partner vorher im Internet öffentlich geredet haben? Das heißt, dass der Glaube, wenn ich es vielen Menschen erzähle und dann... von anonymer Quelle in den Kommentaren Bestätigung bekomme, dass dann meine Konfliktlose Fähigkeit besser werden würde. Irgendwas besser wäre das einfach nur, ich habe einfach nur bisschen Aufmerksamkeit gekriegt von Menschen, die sich in Wahrheit gar nicht für mich interessieren. Und das halte ich für enorm gefährlich. Und jetzt muss ich kurz ausholen, darf ich das ganz kurz? Und zwar... Sabine Osterauer: Also darfst du natürlich. Stefan Verra body language: Unsere Konfliktlösefähigkeiten nehmen dramatisch ab, weil du hast mich gefragt, warum machen wir es denn nicht, wenn es ⁓ so offensichtlich ist. Jetzt weißt du wie das war? Vor langer, langer Zeit, also vor mindestens 10.000 Jahren, da waren wir nomadisch unterwegs. waren Nomaden, herumgegangen. Da war die Gruppe nicht wahnsinnig groß. Wir sind immer zusammengeklebt. Und wir haben miteinander auskommen müssen. Dann sind wir sesshaft geworden vor 10.000, 11.000 Jahren und dann haben wir in kleinen Einheiten gelebt. Und jetzt stell dir das so richtig, so bildlich vor wie das Dorf des Asterixdorf, die Galja. Weißt du, da hat es einen Wirten geben, da hat es einen Schmied geben, da hat es einen Miraculix geben, einen Bürgermeister und so weiter. So stellen wir uns das so vor. Das heißt, wenn du in der Dorfgemeinschaft aufgenommen werden wolltest, dann hast du irgendwie beim Schmied deine Sachen gemacht und beim Fischhändler hast du dir Fische gekauft, wenn du krank warst, bist du mit Miraculix gegangen, wenn du neue Hütte baust, bist du Bürgermeister gegangen. Das heißt, du hast mit allen irgendwie auskommen müssen. Am Freitag sind alle immer ins Wirtshaus gegangen. Alle haben sich getroffen. ins Wirtshaus. So, jetzt gehst du in das Wirtshaus rein und da wird verrechnet da zu viel. Aber du kommst nicht gleich drauf, du kommst nach Hause und bemerkst, der hat da viel zu viel verrechnet. Jetzt bist du total angefressen auf den. Jetzt ist es so, du bist so angefressen, denkst, der hat dich über den Tisch gezogen. Jetzt ist natürlich aus dem Möglichkeit, denkst, er geht doch zu den Deppen immer hin. Ist der völlig daneben, der kann ja nicht sein, dass der... Und jetzt hast du natürlich die Möglichkeit, einfach nicht mehr hinzugehen. Und das hast du vielleicht auch an zwei Freitagen gemacht, bis vielleicht nicht mehr hingegangen. Irgendwann bist du aber drauf gekommen, da geht es mehr als ⁓ den Wirten und mich, sondern da geht es darum, ich bin in der Dorfgemeinschaft nicht mehr aufgenommen. Das kann lebensgefährlich sein. Wenn ich keinen Zugang mehr habe, wenn ich Hilfe brauche von irgendjemandem, was wir dann machen müssen, wir müssen irgendwann über unseren Schatten springen müssen und trotzdem irgendwie wieder mit dem Wirten ein Auskommen finden. Vielleicht wäre da nicht unser bester Freund, aber irgendwie eine Ebene herstellen, dass wir dort wieder auskommen. Was wir das heute ist, wir leben nicht mehr in einem Miraculix-Dorf. Wir leben in Dörfern, die haben 10.000, 20.000, 100.000, Millionen Einwohner. Weißt was? Wenn man der wird blöd kommt, weißt was ich mache? Ich gehe zum nächsten Wirt. Wenn das eine Fitnesscenter teppert ist, gehe ich zum nächsten Fitnesscenter. Wenn die eine Club und Vereine gut ist, gehe ich zum und so weiter. Wenn die eine Wohnumgebung nicht gut ist, dann kündige ich die Miete und gehe woanders hin. Das heißt, wir müssen die Konflikte nicht mehr lösen, sondern wir können einfach gehen. Und das ist eine große Gefahr. Und das Sabine Osterauer: Leder. Stefan Verra body language: Deswegen habe ich das auch mit Social Media erkannt, weil das ist eine Pseudolösung. Die Pseudolösung ist einfach, vielen Menschen im Internet das zu sagen und egal was du sagst, du kriegst immer genug Feedback. Du kannst eine absurde Meinung haben und du willst trotzdem noch Leute, du findest viele Gegner auch, aber du willst trotzdem noch viele Leute finden, sagen, der Fehler liegt nicht bei dir. Du musst nichts tun, deppert seien die anderen. Du merkst, wo das hinführt und dann fragst du mich, warum wäre man da nicht besser? Ja, es wären nur jene besser, die tatsächlich mal das Wissen sich aneignen, was wir tun müssen und dann erkennen, es liegt an mir. Nicht, ob der andere nicht auch einen Fehler gemacht hat. Nicht, ob der Wirt mir tatsächlich falsch rausgegeben hat. Das ist nicht das Thema. Sondern habe ich die Fähigkeit, eine Lösung anzuzetteln, dass ich wieder in das Wirtshaus gehen kann. So, das war jetzt das Ausholen. Entschuldigung, dass ich jetzt so... Sabine Osterauer: Nein, alles gut. ist ja total interessant und es stimmt ja so. Also ich beobachte das ja auch. Ich bin jetzt nicht so der Social Media Freund, muss ich ehrlicherweise sagen. Aber ich kenne solche Postings. Wenn ich Zeit habe und die Muße finde, dann lese ich mir das ab und zu mal durch und denke mir dann, okay, da hat sich jetzt wirklich jemand so richtig ausgekotzt, wunderbar. Das nehme ich ja noch hin. Okay, ja. Aber wenn du dann die Kommentare darunter liest, die streiten ja dann oder die haben dann Konflikte auch untereinander, das finde ich ja dann so spannend, weil da geht es dann gar nicht mehr ⁓ diesen Post, sondern da hat der eine was drunter geschrieben, da meint der andere aber ganz was anderes und der dritte ist sowieso einer ganz anderen Meinung. Der vierte übernimmt dann die Partei für den ersten und der andere für den zweiten und dann hast du Konflikte unter den Postings, in den Kommentaren. Manchmal, wenn ich es wieder mal nicht anders kann, dann schreibe ich drunter. Finde ich total spannend, was hier alles steht. Aber Hauptsache, der, den Post jetzt gemacht hat, der hat ganz, ganz viel vom Algorithmus jetzt abgekupfert. der denkt sich dann, okay, da sind jetzt 300 Kommentare, cool. Aber in Wahrheit ist das ja Blödsinn, weil ich kann ja nichts, nur weil jetzt jemand was... und schreiben, wir wissen das. WhatsApp. Also wenn du WhatsApp-Nachrichten bekommst, Stefan Verra body language: Genau. Sabine Osterauer: Diese ganzen Emojis, schon alleine, ich mir vorstelle, so ein ganz normales Smiley, glaube ich, hat ja vier oder sieben unterschiedliche Bedeutungen. Also für mich hat es eine, aber andere sehen da wieder ganz was anderes drin. Das heißt, wenn wir nicht miteinander sprechen und uns immer wieder hinterfragen, das heißt, ich glaube, ich habe dich nicht richtig verstanden, kannst du mir das noch einmal erklären? Und ich glaube, solange wir das nicht machen, wird sich ein Konflikt auch nicht lösen können. Weil nur durch das geschriebene Wort kann ich zwar Emotionen natürlich erahnen, aber wirklich, ich sehe es ja dann nicht, ich habe keine Körpersprache dazu. Also ich habe nur das geschriebene Wort. ist ja, in meiner Welt ist es zu wenig, ⁓ wirklich eine Beurteilung abgeben zu können oder ⁓ wirklich zu erkennen, wie geht es meinem Gegenüber wirklich damit. Weil dann kommen dann so schlaue Sachen wie, nein, passt ⁓ alles. Und du fragst, wie geht es dir? Ja, passt ⁓ alles. Ja, das kann jetzt und das kann das und das kann das auch noch bedeuten. Das heißt, ist immer dieses Miteinander, dieses Miteinander kommunizieren, ⁓ auch zu schauen, wie reagiert der, wie ist eben die Körpersprache, wie ist die Mimik dazu. Ja, weil ich kann ja auch etwas sehr sarkastisch sagen, ja, oder auch etwas gelangweilt sagen, so ja, mal wurscht oder so. Und ich glaube, solange wir nicht miteinander sprechen, kannst du auch keine Konflikte lösen. Und wie du gesagt hast, speziell bei den Partnerschaften, ich biete ja auch paar Beratungen immer wieder an. Und ich finde das dann immer total spannend, wenn sie mir etwas erzählen und dann kommt sie von der Seite wieder zu mir, aber das stimmt ja so gar nicht. Und ich sage dann immer, Was haltet ihr denn jetzt davon, wenn ihr einfach mal miteinander redet und ich höre mir das jetzt einmal an? Einfach einmal so. Aber das geht meistens gar nicht, sondern die brauchen oft wirklich einen dritten, vierten, fünften, ⁓ das aussprechen zu können, was sie wirklich da drinnen fühlen. Und was mir jetzt auch noch aufgefallen ist, dass du so lieb gesagt hast, ja die Männer gehen halt dann ins Wirtshaus und sprechen dann darüber. Das glaube ich nicht immer. Ich habe schon mit einigen Männern gesprochen, die mir wirklich gesagt haben, wenn ich mit meinem Freund ins Wirtshaus gehe, dann rede ich sicherlich nicht über das, was zu Hause ist, weil ich gehe ja von dem Konflikt weg, ⁓ eine Ruhe zu haben. Gibt es natürlich wahrscheinlich schon auch Männer, die darüber reden, aber das ist mir vorher so aufgefallen, weil da habe ich wirklich Männer auch schon genießen. Wenn ich mich jetzt mit meinem Freund treffe auf ein Bier, dann sicher nicht rede ich jetzt mit dem über meine Schwierigkeiten zu Hause, deswegen bin ich ja auch weggegangen. Also so ist zumindest meine Erfahrung. Was würdest du aber jetzt sagen oder anders? Ab wann würdest du sagen, ist es ein Konflikt? Also wie fühlt sich das an? Ab wann ist es ein Konflikt? Ab wann ist es ein Missverständnis? Aneinander vorbei reden oder ist das alles das Gleiche? Stefan Verra body language: Du hast jetzt so viele Dinge gesagt, da muss ich jetzt auf ein paar Dinge eingehen. Das erste war, die Leute sagen, ihren Sermon ins Internet, das würdest du ja noch akzeptieren, aber die Kommentare drunter. Das sage ich ganz am Ende, da will ich etwas ganz Wichtiges dazusagen. Nummer zwei hast du gesagt, Sabine Osterauer: Gen! Stefan Verra body language: Wenn ein Konflikt entsteht, du, ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig verstanden habe, das war dein Satz so circa. Wir müssen aufpassen, das ist aus Sicht eines Menschen, der jetzt sehr ruhig spricht. Auf was ich aber ein will, ist das Emotionale. Du willst schon lösen. Wir müssen die Stufe davor machen. Und das darf man echt nicht vergessen. ist dieses, kannst du dieses Stuhlkreis lösen? Dass man glaubt, sitzt da im Stuhlkreis drinnen und jeder sagt, na wie geht's dir denn und wirft diesen Ball zu. Da sitzen nur die, und jetzt sage ich es dazu, fast nur Frauen drinnen, die alle emotional gleich sind. Aber Konflikte haben es mit denen da draußen. Und das ist ganz gefährlich, wenn man der eigenen Gruppe immer noch ist und da sind wir alle und da meditieren wir vorher und zünden Räucherstäbchen an und werfen uns den Ball zu und sagen, wie es uns geht, ja wunderbar. Wir verlieren damit die Fähigkeit. Wir müssen aufhören nur in unserer Bubble zu sein. das meine ich, deswegen finde ich es gut, man Social Media sehr selektiv macht. Ich bin nicht dagegen, dass man es gar nicht macht, aber selektiv macht. Echt aufpassen zu glauben, wir lösen das vernünftig. In meiner Live-Show spreche ich dann immer von den Menschen, die quasi glauben, alles ausdiskutieren zu können. Der zweite Punkt ist, warum ich vorher von Männern in der Kneipe gesprochen habe. Ich bin selber Mann, es ist mir schon bewusst, dass wir nahezu gar nicht über das reden. Ich wollte nur bei Frauen das Verständnis damit auslösen, was es für ein Gefühl auslöst, wenn er mit seinem Freund über dich dort redet. Und das machen Frauen nämlich wahnsinnig oft. mit der Freundin und vielleicht auch in der großen Mädelsrunde über Männer reden. Was das für ein ausgeschlossen fühlen von Männern auslöst, was das für ein ausgeliefert sein auslöst, das wollte ich damit einfach nur sagen. Ich hoffe, das ist jetzt angekommen. So, und jetzt komme ich zu dem Punkt, Fähigkeiten zu lösen. Ich finde es gar nicht gut, dass man einfach seinen Sermon ins Internet reinzagt. Jetzt werde ich es einmal erklären. Wie entsteht Gesellschaft? Gesellschaft entsteht, Sabine Osterauer: Ja. Stefan Verra body language: weil wir nicht alle gleich sind. Okay, du hast einen Partner. Mit denen bist du wahnsinnig eng. Du hast Kinder, mit denen bist du auch wahnsinnig eng. Dann hast du die beste Freundin, mit der bist du auch unglaublich eng. Dann hast du die Mama, Papa und Schwester und so weiter. Du bist sehr eng. Dann hast Kollegen, mit denen bist du auch eng, aber schon nicht mehr so eng. Das heißt, du teilst manche Dinge mit deinem Mann, aber nicht mit der Kollegin zum Beispiel. Und dann hast du die Nachbarin, mit der bist du noch weiter entfernt, mit der teilst du einmal noch weniger. Und das geht jetzt immer weiter und irgendwann hast du fremde Menschen, mit denen teilst du ganz wenige Dinge einfach nur. Was wir aber jetzt machen, ist, wenn wir Social Media unsere intimsten Details und da geht es bis ins sexuelle Details, was da manche Menschen sagen, wie peinlich der nicht im Bett war zum Beispiel. Das heißt wir lösen jegliche Unterschiede zwischen Nähe und Distanz zwischen Menschen auf und das halte ich für enorm enorm gefährlich, weil es gibt dann kein... kein nahe und kein fern, sondern der unbekannteste Mensch ist mir gleich nahe wie der, der mir am nähersten ist. Und ich kann es auch auf einer anderen Ebene bringen, wie gefährlich das ist, wenn wir unsere Körperlichkeit auch in die Öffentlichkeit tragen. Also, ich werde jetzt einmal ein Video dazu machen, weil jetzt ist Sommer und ich sehe, wie mehrheitlich junge Mädchen, nicht nur junge, also Frauen, draußen rumlaufen, einfach mit der Berechtigung, ja ich darf ja. Und das schreibt mir keiner vor, wie wenig ich anziehe. Natürlich darfst du. Also Hollywood gehen sie mit Nacktkleidern. Aber du merkst schon, auf was ich raus will. Und Männer gehen heute joggen, immer oben ohne. Quer durch die Stadt rennen, oben ohne joggen. Und ich will damit einfach nur sagen, da wird aufgelöst zwischen, weißt du, meinen Körper, sehen nur die intimsten Menschen von mir. Und es ist heiß. Vor 10, 20, 30, 40 Jahren war es auch heiß. Bitte nicht Klima, das Wärmerwetter, das aber nicht das Thema. Wir lösen damit etwas aus. Wir können diese direkte Intimität, ich sage alle Details, die intimsten Details aus der Batterie schafft. bläre ich einfach ins Internet. Ich gehe dann auf die Straßen raus und zwar habe ich so wenig an, wie ich dann an habe, wenn ich meine Partnerin oder meinen Partner verführen will. Das heißt, der wildfremde Mann sieht gleich viel Dekolleté, gleich viel Haut. Du verstehst, auf was ich raus will. Wir müssen echt aufpassen, dass wir nicht glauben alles, nur weil ich darf. Ja, du darfst, aber du gibst wahnsinnig viel dafür auf. Sabine Osterauer: Ja, Ja. Stefan Verra body language: Du gibst einen unglaublichen und ich glaube da müssen wir sehr vorsichtig sein in diesem Drang. Niemand schreibt mir vor was ich zu tun habe. Nein, es hat dir auch vor 20 Jahren niemand was vorgeschrieben. das ist das was ich und damit sage ich nicht alle müssen sich verhüllen und niemand darf was sagen. Das darf man bitte nicht falsch verstehen, da bin ich ja ein völliger Gegner. Aber dieses Grenzen los ist gefährlich. Wir müssen schon wissen. das ist der Punkt. Und jetzt hast du was richtiges gesagt, wo ich völlig bei dir bin ist Konflikte entstehen, weil wir nicht die volle Kommunikation zur Verfügung haben. Du hast gesagt WhatsApp oder Social Media. passt schon, das Österreichische, passt schon, ja passt schon. Das kann auch sagen, na passt schon. Also wenn man eine Stimme hat, na passt schon. Wie geht's denn? Ja passt schon. Oder kann sagen, na ja passt schon. Das heißt, alleine die Stimme, das eine heißt, ist alles okay und das andere heißt, frag besser nicht. Und du hast vollkommen recht, wenn wir die Körpersprache außer Acht lassen und das gilt eben bei Konflikten auch. Ich gebe einen ganz konkreten Tipp dazu, wie du einen richtig eschofierten Menschen beruhigst. Das ist relativ einfach und zwar, was macht denn der eschofierte Mensch? Wenn aufgeregt bist, wenn du jetzt meine Hände ziehst, der macht hochfrequente Bewegungen nennt man das. Das heißt Bewegungen, sehr schnell sein. Der sagt ja jetzt hoch haben wir endlich zu, das kann doch nicht. Das heißt sehr schnelle Bewegungen. Wenn ich jetzt aber bin und ganz ruhige Bewegungen mache, ganz gechillte Bewegungen mache, hat der natürlich das Gefühl, ich werde nicht verstanden. Kannst du erinnern an das Kind, was ich vorher gesagt habe? Der hat die Schaufel mal weggenommen. So reden die Kinder. Ganz kurzatmig und ganz hochfrequent. Und die Mama sagt, na jetzt erzähl mal, na was war denn? Und macht genau die gleichen Bewegungen. Und das darf er aber nicht machen. Und plötzlich hat das Kind das Gefühl, es wird verstanden. Jetzt bin ich schon selber ganz kurzatmig. Das heißt, diese schnellen Bewegungen, diese kurzen Bewegungen, und sie gehen in eine bestimmte Richtung, sie gehen kurz nach oben. Na erzähl mal, was war denn? Erzähl, das ist so schlecht bei dir. Sabine Osterauer: Ja. Stefan Verra body language: angekommen. Also alle die den Podcast jetzt mit Video auch sehen ist, ich gehe in ganz kurzen Bewegungen, na erzähl, ⁓ sorry, na das ist so bei dir ankommen, na das wollt ihr eigentlich gar nicht. Diese kleinen Bewegungen und nicht dieses, jetzt beruhigt ihr mal. Das habe ich gar nicht so gemeint. Das ist ein völliger Bruch in der Bewegung. heißt hochfrequente, schnelle Bewegungen, leicht nach oben gehen. Das habe ich auch, wenn man zurückspult, dem Beispiel gebracht vom Rezept. Wenn dein Mann sagt, Marzil, ja, weiß genau das Rezept, da bin ich auch mit kurzen Bewegungen nach oben gegangen. Das ist ein ganz konkreter Tipp, was du machen solltest, ⁓ dem anderen das Gefühl zu geben, ich habe deinen Ärger, deinen Stress, deine Ungeduld verstanden. Sabine Osterauer: Also pacing. Stefan Verra body language: Ja, pacing. Ja. Sabine Osterauer: sozusagen den anderen in seiner Bewegung abholen. Diese kurzen, schnellen, aufgeregten Bewegungen hat ja glaube ich auch etwas mit dem Nervenkostüm zu tun. Man sagt auch immer, wenn man sich ausschüttelt, macht man ja, wenn man sehr gestresst ist, wenn man sich da oft Schütteln machen zum Beispiel die Tiere auch, wenn sie in einer gefährlichen Situation waren, dass sie sich ausschütteln. Das entspannt ja auch. Man darf das ja auch gar nicht immer so negativ sehen, so, das ist jetzt ein Kuläriger und der regt sich jetzt auf, sondern das macht ja auch, eigentlich beruhigt es ja auch. Also wenn du Emotionen herauslässt, kannst du dich ja viel schneller wieder beruhigen, als wenn du in der Aufregung gestoppt wirst. Also das ist schon etwas, was ich selber auch als Mama mitbekommen habe. Also wenn mein Kind nach Hause gekommen ist und sich fürchterlich über was auch immer aufgeregt hat, ob das jetzt gestimmt hat oder nicht, sei jetzt dahingestellt. Aber ich habe ihm dann gesagt, ja dann schreis raus, was war noch? Und dann bin ich mit ihm wirklich voll und dann ist er langsam, hat er sich beruhigt und dann kannst du aber auch ganz entspannt und in Ruhe darüber sprechen. Aber die Emotionen, wie du es gesagt hast, zu stoppen, das ist in Wahrheit wirklich das Schlimmste, was du machen kannst. Weil das muss ja raus, das will er raus, diese Energie will er raus. Stefan Verra body language: Der Heinrich Hara, ich bin ganz bei dir, ich will nur unterstützen etwas sagen. Der Heinrich Hara, war ja einer der ersten Besteiger der Eiger Nordwand, der hat gesagt, du kannst einen jungen Bergsteiger nicht mehr schwächen, als du vor ihm zu langsam gehst. Das heißt, der strotzt vor Kraft. Und jetzt, du kannst nicht mehr schwächen, als ständig dieses Tempo ein klein wenig nach unten halten. Irgendwann gibt er auf, irgendwann sagt er, jetzt hab ich einfach keine Lust mehr. Und das ist ungefähr so metaphorisch betrachtet, das was du gerade sagst. Ich muss aber nur mal einklinken, weil es reicht nicht Sabine, dem Kind zu sagen, ja lass es raus. Und man sitzt daneben und schaut an, wie das Kind das rauslässt. Sabine Osterauer: Also nein, ganz klar, nein, nein, mit, also... Ja. Stefan Verra body language: Genau, man muss dem Kind sagen, jetzt erzähl einmal, war denn, und das hat er gesagt, na das ist ja weh. Also das kann ich mir auch vorstellen, dass du da drin gesessen bist und die völlig aufgeregt hat. Und wie war das genau? Und was haben die anderen Kollegen? So dieses Gefühl zu geben, wir sind jetzt auf einer Ebene, das darf man nicht vergessen, dass man nicht quasi da im Spielfeld dran schaut und jetzt spielt mal ein wenig, lasst es mal so richtig raus, das führt die Sache auch absurd ⁓ aber ich glaube du hast es selbst verstanden. Sabine Osterauer: Ja, na, also da war er bei dir und das hab ich auch damals, wie mein Kind noch kleiner war, jetzt ist er schon erwachsen, aber da sind wir dann auch mal dumm und ganz laut, ich hab dann auch sehr laut mit ihm gesprochen und gesagt, ja, und erzähl mir, was war denn da jetzt genau und hat mich auch aufgeregt mehr oder weniger und dann wird's ja ⁓ ruhiger. Aber jetzt hab ich dazu eine Frage. Stefan Verra body language: Ja. Sabine Osterauer: Ich habe mein Kind ist jetzt schon über 20, das heißt, es ist auch schon ein paar Jahrchen her, dass ich da so mitgegangen bin. Jetzt bin ich aber schon in einem Alter, wo ich mich ja so gut wie, ja, also ich reg mich sehr, sehr wenig auf. Also Konflikte, nicht, dass ich sie nicht nehmen kann. Ich würde auch nicht sagen, dass ich sie vermeide. Ich reg mich einfach sehr wenig über viele Dinge nur mehr auf. jetzt bin ich, ich bin ein Stefan Verra body language: Ja. Sabine Osterauer: relativ ruhigerer Mensch geworden. Wie gehen jetzt solche Menschen ⁓ die noch ruhiger sind wie ich, also noch viel viel ruhiger sind wie ich und die haben aber jetzt ein Gegenüber, das kommt jetzt mit einem Konflikt daher und die sind eben genau so unterwegs. Welchen Tipp hast du dann für so ganz gechillte, eher so bisschen phlegmatische Typen vielleicht? Was gibt es da für einen Tipp? Stefan Verra body language: Also ich hab's vorher ganz konkret erwähnt. Egal ob du phlegmatisch bist oder nicht. Mach schnelle Bewegungen nach oben. Na jetzt erzähl, schau mal her wie ihn nur mit den Augenbrauen nach oben geht. Na erzähl, was das ist. ⁓ das ist so bei dir angekommen, das wollt ihr eigentlich gar nicht. Nur diese kleine Bewegung signalisiert dem schon, meine Emotion ist angekommen. Und da brauchst gar nicht ausflippen. Das kann die Angela Merkel machen, ⁓ mal ein Bild zu geben. Wenn sie so, ⁓ so wollt ich gar nicht, dass das ankommt. Nur dieses schnelle Bewegen und nicht sagen, Sabine Osterauer: Ja. Stefan Verra body language: So wollte ich gar nicht. Und in dem Moment hat er das Gefühl, ja es ist angekommen. Das kann jeder. Schnelle Bewegungen nach oben. Und ich kann jetzt an der Stelle nur empfehlen, Leute kommt 27 zu meiner Live Show. Dort zeige ich das alles vor. Ich mache es mit ein, zwei Leuten aus dem Publikum, du warst schon mal dabei. Das wird unglaublich lustig werden und du wirst plötzlich einen Eyeopener haben und denk, ja das kann ich auch. Sabine Osterauer: Mhm. Stefan Verra body language: Ich muss mich nicht verstellen, es hat gar nichts mit Temperament zu tun, sondern einfach die Augen nach oben. Ich schließe gleich an an das, was du am Anfang gesagt hast, nämlich du hast gesagt, ich bin ein ruhiger Mensch und immer ruhiger geworden und ich sage, Sabine, schade. Leute, es ist nicht das Lebensziel, sich nirgendwo mehr aufzuregen, weißt du warum? Weil es für die anderen emotionslos ist und ich sage ein konkretes Beispiel, wenn du ein Weihnachtsgeschenk kriegst und du bleibst total ruhig und schaust nur an und sagst, wow, das freut mich aber jetzt schon sehr. Verstehst du was ich meine, was ich damit sagen will? Wenn du nicht sagst, wow, das hast du für mich. Wenn du das nicht mehr kannst im Leben, weil man glaubt, wäre das Beste nur mehr auf einer Sinus, die Sinuskurve quasi ganz flach gemacht zu haben, dann löst das beim anderen zu wenig Emotionalität aus. Und ich weiß, es gibt manche Kreise, die glauben, nimmer aufregen ist wichtig. Das ist nicht der richtige Punkt, sondern... Wir müssen wissen, ob wir uns zu viel manchmal aufregen, ob wir in unserem Aufregen beleidigend werden, ob wir in unserem Aufregen vielleicht aggressiv werden, unfair werden. Da ist die Handbremse zu ziehen. Vielleicht regen wir uns auch zu oft auf. Ich mache immer wieder Videos, da kriegst du es ⁓ mit, wo Leute sagen, Leute, regt euch doch nicht über Dinge auf, aber gar nicht mehr aufregen. Deswegen habe ich jetzt ein Positives Beispiel gefunden. Kann nicht das Lebensziel sein. Im Alter nimmt es ab, da hast du recht, es hat mit unserem Hormonhaushalt aber zu tun. Und noch was zum Thema Phlegmatika. Sabine Osterauer: Hm, jaja. Jaja. Stefan Verra body language: Achtung, kein Mensch regt sich nie auf, sondern wir haben alle unterschiedliche Triggerpunkte. es gibt manche, schau mal her, ist bildhaft, du hast da einen Phlegmatiker, wo du denkst, der freut sich über nichts, der regt sich über nichts auf, der nimmt irgendwie alles einfach so hin. Männer werden mehr wie Frauen übrigens. hat einen körperlichen Grund, aber der nimmt alles so hin und geht er am Wochenende zu Red Bull Salzburg und der Schiedsrichter pfeift etwas Falsches. Dann regt sich der plötzlich dermaßen auf, du verständlich, was ich damit bildhaft sagen will, es braucht nur den richtigen Triggerpunkt und dann regt sich der auch auf. Das heißt, es ist nicht das Ziel, dass wir uns nie mehr aufregen. Übrigens, ich arbeite immer wieder mit Menschen, nämlich mit Autisten, denen fehlt das manchmal. Da geht alles so dahin und du hast das Gefühl, du kommst bei denen nicht Sabine Osterauer: Ja. Stefan Verra body language: Du kommst nicht durch. Dabei checken sie es schon, aber sie zeigen dir keine Reaktion. Wir müssen also aufpassen, nur weil der andere zum anderen Zeitpunkt gerade cholerisch ist wie ich, heißt es nicht, dass wir die ruhigen Menschen sind. Sondern es war halt ein Triggerpunkt, der uns am Anfang nicht berührt. Das hat, glaube ich, auch in einer Partnerschaft ganz enorm wichtig, in der Kollegenschaft ganz, ganz enorm wichtig. Das Meeting dauert zehn Minuten länger und das ist dir doch wurscht. Aber die Kollegin regt sich dermaßen auf, weil sie hat das Kind vom Kindergarten zu holen. Das ist ein anderer Triggerpunkt. Sabine Osterauer: Ja, das sehe ich auch so. Ich kann mich über Weihnachtsgeschenke sehr freuen. Das funktioniert schon noch. Aber wie du sagst, ich glaube, es auch manchmal eine Entscheidung ist, reg ich mich jetzt drüber auf oder nicht. Bei mir ist es zumindest so, man denkt, da könnte ich mich jetzt aufregen, weil mir irgendein Trottel vor mir den Parkplatz weggenommen hat. Dann denke ich mir, zahlt ich das jetzt aus oder nicht? Ja oder nein? Also ich treffe wirklich manchmal bewusst Entscheidungen, rege ich mich jetzt drüber auf oder nicht. Und erzähle ich das dann am Abend meinem Mann oder nicht. Ist wichtig für mich, dass ich es ihm erzähle oder nicht. Also ich glaube, dass man schon auch bewusster Entscheidungen treffen kann, wie ich mich aufreje, ja oder nein, positiv oder auch negativ. Aber würdest du schon sagen, dass das schon auch eine Charaktereigenschaft ist, dass es Menschen gibt, einfach ... sich viel mehr aufregen und viel schneller als andere? Stefan Verra body language: Natürlich ist es temperamentabhängig. bin jetzt zurückhaltend mit dem Wort Charakter. Es ist temperamentabhängig. Es ist auch kulturabhängig. Sabine Osterauer: Ja, ja. Stefan Verra body language: Also wenn wir jetzt mit ihr reden und die bei Italiener die sagen, was ist denn jetzt die Frage Sabine, bitte, gehen wir zunächst. Denkst du dir, der Stefan ist gerade aggressiv. In Italien denken sie sich, der ist gerade mitten im Ding. Schau mal, ganz ein Mimik, das wird bei uns ziemlich aggressiv ankommen. Das heißt, es ist ein Kulturabhängen und das stimmt schon, man kommt nicht mit jedem Menschen gleich gut aus und das ist doch wunderbar. Es muss doch nicht jeder so sein, aber bitte heirat den Menschen halt dann nicht. wenn du dann, ja, also ich merke das dann manchmal, sind manchmal Menschen in eine Ehe gegangen, wo sie das gar nicht Sabine Osterauer: Ja. Hahaha Stefan Verra body language: aushalten, weil der Partner sich überhaupt nichts aufregt. Der hat überhaupt keine Emotionen, der sitzt daneben wie ein Schlafsack die ganze Zeit. Oder der regt sich wegen jeder Klarigkeit auf, hier ist doch wunderbar, aber bitte nicht gemeinsam das Leben verbringen. Das ist ganz wichtig. Und genauso, das muss ich jetzt auch sagen, beruflich, wenn man sich so aufregt, weil in meiner Kollegenschaft niemand Emotionen hat, ist ein Beispiel, was mir konkret zugetragen wurde. Da kann ich machen, was ich will, die sind alle nur, ja, wenn das die Kultur dieses Unternehmens ist und es tut dir so weh. dann wirst du diese Kultur nicht verändern können, sondern dann musst du schauen, dass du in eine andere Kultur kommst. Das ist schon wichtig, aber das normal. Das löst nicht das Thema, dass wir trotzdem die Fähigkeiten haben müssen, dem anderen auch die Emotionalität wiederzuspiegeln. Selbst die Phlegmatiker brauchen das. Sabine Osterauer: Interessant. Du hast vorher kurz angesprochen, dass du nächstes Jahr, 2027, wieder auf der Bühne stehst und dass du praktische Beispiele zeigst. Die werden definitiv lustig. Ich kenne dich ja schon von der Bühne und ja, ist definitiv lustig. Also wenn jemand einen lustigen Abend verbringen möchte und etwas lernen möchte, dann ist das wirklich ein ganz ganz guter Tipp. Erzähl ein bisschen, was wird auf dieser Bühne noch so passieren? Worüber wirst du noch sprechen? Also was ist das Hauptthema? Stefan Verra body language: Das Programm heißt Konfliktlöser Körpersprache und die wäre genau die Frage, die du so wunderbar gestellt hast ganz am Anfang, warum der Satz, lass uns sachlich bleiben, zu noch mehr Konflikten führt. Warum wir immer mehr verlernen, zuerst emotional zu lösen, zuerst emotional eine Bindung zu weil wir alle glauben, wir müssen alles sachlich lösen. Wir sind kein sachliches Lebewesen. Wir sind kein rationales Lebewesen. In der Wissenschaft sagt man, wir sind rationalisierende Lebewesen. Das heißt, wir haben eine Emotionalität und versuchen sie rational zu benennen. Und die Sprache der Emotionen ist nun mal die Körpersprache. Du hast es so wunderbar gesagt, wenn ich Menschen wirklich verstehen will, muss ich schauen, wie schaut er, wie ist seine Kopfhaltung, wie dreht er sich hin. Und wenn ich erkennen will, wie Konflikte in der Partnerschaft entstehen, muss ich zuerst die Körpersprache betrachten. Weil die Körpersprache ist ja immer direkt an den Hormonhaushalt gebunden. Das heißt, wenn ich wissen will, da ist was im Busch. ist das Erste, das sich verändert, immer die Körpersprache. Und es gibt bestimmte Signale, die muss ich wahrnehmen, ⁓ zu erkennen, da entsteht jetzt gerade ein Konflikt. Das ist nicht irgendwas Zufälliges, da entsteht gerade ein Konflikt. Da gibt es ganz konkrete Signale, die Leute gehen raus und werden diese Signale erkennen. Wenn du die nämlich erkennst, weiß was das Wunderbare ist, du kannst diesen Konflikt lösen noch bevor er wirklich explodiert. Wenn du erkennst, dass die Rezeptionistin, die ich am Anfang erwähnt habe, wenn die wirklich getroffen ist durch meinen Satz, Sabine Osterauer: Mhm. Stefan Verra body language: Wo ich nur sage, ja, das mache ich morgen und ich drehe mich dann ⁓ weil ich es mitgekriegt habe und kann das korrigieren, ist sie plötzlich die beste Freundin von mir. Und wenn das mit dem Milchbackel, wenn er erkennen würde, dass da etwas getroffen wurde, dann würde der Konflikt gar nicht erst entstehen. Und die Leute werden mit riesen Aha-Eleveniss rausgehen und am Ende sage ich immer, die werden nicht wissen, ob sie mehr gelacht oder mehr gelernt haben. Weil ich glaube, Lernen muss mit ganz viel Leichtigkeit passieren. Sabine Osterauer: Das es bleibt dann bei der Mücke sozusagen und die hat kein Elefant. Wir behalten uns die Mücke. Aber jetzt habe ich noch eine Frage dazu, weil du gesagt hast, wenn ich diese Anzeichen, wenn ich das sehe, weil sich ja in der Körpersprache einiges verändert und dadurch dann eben, das wird jetzt ein Konflikt. Also so, da kommt ein Konflikt. Meine Frage ist jetzt, wieso wissen wir das nicht instinktiv oder wissen wir das ⁓ und haben es verlernt? Stefan Verra body language: Besser kann man es nicht ausdrücken. Mhm. Wir wissen es bei manchen Menschen, zum Beispiel bei deiner besten Freundin weißt du es, aber auch nur dann, wenn du emotional aufnahmefähig bist. Wenn du gerade selber völlig in der Emotion drinnen bist, dann nimmst du es nicht mehr wahr. Unser Gehirn ist sehr limitiert in der Aufnahmefähigkeit. Und die Haltzaffe ist gefährlich, wenn sich viele Menschen sagen, ich bin so empathisch. Sabine Osterauer: Ja. Ja. Stefan Verra body language: Sei vorsichtig mit der Aussage. Wir fühlen uns dann empathisch, wenn wir unsere Gefühle in andere rein interpretieren. Und dann glaub mal, wir sind besonders empathisch. Also ich brauch nur ein Foto machen, ein Video machen und ich schau so in die Kamera rein. kannst unten in den Kommentaren lesen, was die Menschen dann rein interpretieren, weil sie genau wüssten, wie es mir gerade geht. Und dabei hab ich es nur gestellt, die ganze Geschichte, weil sie rein interpretieren. Jetzt schreiben sie aber hin, es ist jetzt nur fiktiv, sie schreiben hin, ich bin so empathisch, ich weiß genau, wie es dir jetzt gerade geht. Du weißt überhaupt nichts, eben nur... Ich habe nur vor der Kamera meinen Kopf ein wenig zu... Du weißt, was ich einfach raus will. Sabine Osterauer: Ja, natürlich. Stefan Verra body language: Das ist das erste. Wir könnten es schon. Und Frauen, das muss ich jetzt auch sagen können, ist besser als Männer. Warum ist das so? Weil sie die Kinder erziehen und die Körpersprache besser lesen können. gehe nicht in Detail sein. Deswegen könnten wir es schon, aber wir sind so stark mit uns selber beschäftigt. Du kennst es selber. Wir reden am liebsten über unsere Probleme, wo wir ungerecht behandelt worden sind, wo etwas Schlimmes ist, wo wir glauben, dass politisch was falsch läuft, wo wir glauben und so weiter. Wenn wir da wieder ein bisschen zurückgehen und dem anderen wirklich mehr zuhauchen, sich für den anderen mehr interessieren, Sabine Osterauer: Kindheit zu Ihnen. Stefan Verra body language: dann würden wir mehr Zeit haben, Körpersprache zu beobachten. du nämlich selber nicht redest, sondern den anderen reden lässt, kannst du nämlich gaffen auch und dann siehst du plötzlich die Körpersprache. Sabine Osterauer: Dazu kann man eigentlich nicht nur sagen, die Körpersprache wirklich gut zu lernen, auf der einen Seite natürlich beim Bühnenauftritt natürlich vorrangig, ist ganz klar. ich traue mich jetzt einfach, einen kleinen Tipp mitzugeben, vielleicht ein bisschen weniger aufs Handy schauen und ein bisschen mehr Menschen schauen. Da kann man nämlich auch ganz, ganz viel lernen, indem man nicht den Kopf nach unten senkt, sondern geradeaus. das Gegenüber so ein bisschen beobachtet, betrachtet, halt nicht starren, weil das immer dann wieder, ich kann nicht anstarren oder so. Wenn man so bisschen durch die Gegend schaut, mein Gott, es ist so interessant, den Menschen zuzuschauen, wie sie so reagieren und da kannst du dann für dich ja selber hinein interpretieren, was immer du möchtest, ist ja Kabaret mehr oder weniger in Liveform und so. Genau, also das wäre von mir jetzt so ein bisschen ein Tipp ⁓ ein bisschen mehr in diese Körpersprachewelt wieder einzutauchen. Lieber Stefan, wir haben 51 Minuten jetzt miteinander diskutiert. Wir haben ganz viel untergebracht, weil Stefan auch ein Mensch ist, der ganz schnell reden kann, so wie ich, was super cool ist. Genau, und ich wage jetzt zu behaupten, man kann das Video auch ein bisschen langsamer drehen, dass auch die, nicht so schnell, also wer es braucht und das vielleicht ein bisschen langsamer braucht das Ganze, aber es ist ganz wichtig, dass da, lieber Stefan, nicht so schnell gesprochen weil wir haben ganz viele Informationen bekommen. Ich bin begeistert, wie du auch die Dinge wirklich jetzt gut erklärt hast mit diesen Beispielen, denn ich glaube ohne Beispiele haben wir keine Bilder im Kopf und ohne Bilder im Kopf lernen wir auch nicht. Und in diesem Sinne denke ich, dass wir es zusammen wieder einmal herausgefunden haben, eben dieses, komm lass uns das Ganze ein bisschen sachlich doch betrachten. definitiv keine Konflikte lösen wird können. Und in diesem Sinne, lieber Stefan, ich wünsche dir ganz, ganz viel Glück. Also, die wirst du nicht brauchen, aber ganz, ganz viele Zuschauer auf deiner Bühne für nächstes Jahr. Und alles zur Tournee und so weiter ist natürlich dann auch verlinkt in den Show Notes. ich bedanke mich ganz herzlich mit dir, dass du bei mir warst. mir eine ganz, ganz große Freude. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich hier wieder dort oder dort. Stefan Verra body language: Ich würde mich sehr freuen, Sabine. Danke für die Einladung. Mir das Gespräch große Freude gemacht. Sabine Osterauer: Danke schön.