Latest / heute journal - der Podcast / Was wäre, wenn die AfD im Osten allein regierte? Mit Alexander Prinz „Der Dunkle Parabelritter“
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- 0:08Ihr seht es hinter mir. Alles ist möglich. Es ist möglich, dass wir am 6.
- 0:12Neuen Geschichte schreiben und uns unser Land zurückholen.
- 0:18Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat der AfD, will sich das Land zurückholen.
- 0:23Und hinter ihm jubelt die Menge, wählt mit Deutschlandfahnen und Schildern in
- 0:27Herzform, auf denen sein Gesicht zu sehen ist.
- 0:31So sieht aktuell der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt aus.
- 0:34In knapp einem Monat könnte dort zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik
- 0:39Deutschland eine Landespartei die absolute Mehrheit erreichen,
- 0:43die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
- 0:48Wir wollen heute wissen, was wäre, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt allein regiert,
- 0:53stürzt dann die Brandmauer ein und welche Folgen hätte das für den Rest des Landes?
- 0:58Und was treibt eigentlich so viele Menschen dazu, eine rechtsextreme Partei zu wählen?
- 1:04Und damit sage ich herzlich willkommen zum Heute-Journal-Podcast. Schön, dass ihr zuhört.
- 1:08Ich bin Helene Reiner und mir gegenüber sitzt Christian Sievers,
- 1:11Moderator des Heute-Journals. Hallo Christian. Hallo Helene.
- 1:14Oder schön auch, dass ihr zuschaut, falls ihr nämlich zuschaut.
- 1:17Wir bieten ja auch ein Video-Feed an von alledem. Zum Glück.
- 1:21Und uns sind zugeschaltet zwei tolle Gäste. Einmal eine prominente ostdeutsche
- 1:27Stimme und zwar Alexander Prinz. Er ist Content-Creator, vielleicht kennen viele
- 1:32von euch ihn auch als den dunklen Parabelritter.
- 1:35Damit erreicht er über Social Media ein Millionenpublikum und hat außerdem ein
- 1:41Buch über den sogenannten Oststolz geschrieben. Hallo Herr Prinz. Hallo.
- 1:46Hallo, schön, dass ich dabei sein darf heute.
- 1:49Außerdem können wir mit dem Politikwissenschaftler Professor Marcel Lewandowski
- 1:53sprechen von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
- 1:56Er hat das Buch geschrieben, was Populisten wollen, wie sie die Gesellschaft
- 2:00herausfordern und wie man ihnen begegnen sollte.
- 2:04Freue mich sehr, dass das klappt. Hallo in die Runde. Hallo, freue mich auch.
- 2:08Christian, wir haben über eine Landtagswahl noch kein einziges Mal im Podcast
- 2:13so ausführlich geredet. Jetzt wird am 6. September in Sachsen-Anhalt gewählt.
- 2:19Warum blicken nicht nur wir, sondern auch viele internationale Medien in diesen
- 2:24Tagen und in diesen Wochen nach Sachsen-Anhalt?
- 2:28Ich glaube, das kann man ganz kurz zusammenfassen, weil da nach den Umfragen
- 2:32eine Partei, die tatsächliche Möglichkeit hat, die Mehrheit zu bekommen und
- 2:37damit auch die Regierung zu stellen.
- 2:40Eine Partei, die ein, wir haben es ja gerade selber gehört, ganz offen davon
- 2:44spricht, ein anderes Land zu wollen.
- 2:46Und was vielleicht noch wichtiger ist, eine andere Gesellschaft,
- 2:49eine andere Art des Zusammenlebens hier bei uns.
- 2:52Und das hat es so noch nie gegeben in der Bundesrepublik Deutschland.
- 2:57Ja, du hast die Umfragen angesprochen. Es war auch in den Schlagzeilen diese
- 3:00Woche, da wurde von einer Schockumfrage in Sachsen-Anhalt gesprochen.
- 3:06Die AfD fast doppelt so stark wie die CDU. Das deckt sich auch mit den Umfragen,
- 3:11die in den letzten Wochen rausgekommen sind. Die AfD bei 41,
- 3:1642 Prozent, die CDU zwischen 22 und 24 Prozent.
- 3:21Danach folgt die Linke mal bei 13, mal bei 14 Prozent.
- 3:27Herr Prinz, Sie sind in Halle an der Saale geboren und da wohnen Sie auch.
- 3:33Wie nehmen Sie aktuell die Stimmung wahr bei diesem Erfolgskurs der AfD?
- 3:38Da jubeln die Leute, die anderen heulen und dazwischen gibt es nichts?
- 3:42Es ist sehr viel Unsicherheit dabei, glaube ich, auch bei denen,
- 3:44die die AfD wählen werden und denen, die das eigentlich nicht vorhaben.
- 3:48Ich war beispielsweise bei einem AfD-Werbetag, anders kann man es gar nicht
- 3:53nennen, einem Simson-Treffen in Weißenfels und bin mit den Menschen dort vor
- 3:57Ort ins Gespräch gekommen.
- 3:59Und die ersten, mit denen ich da gesprochen habe, die sind tatsächlich ehemalige
- 4:03Linkenwähler gewesen, die gesagt haben, okay, hat uns nichts geholfen,
- 4:06jetzt sind wir hier und hören uns mal an, was die AfD zu sagen hat.
- 4:10Und vielleicht finden die ja einen Ausweg.
- 4:12Es ist einfach sehr viel Unsicherheit und ich glaube, niemand kann so richtig
- 4:16abschätzen, was der 6.9.
- 4:18Dann konkret für Sachsen-Anhalt bereithalten wird. Und ob man da nicht die Büchse
- 4:23der Pandora aufmacht und ob man sie vielleicht auch aufmachen sollte.
- 4:26Es gibt auch viele, die sind fatalistisch genug zu sagen, ja,
- 4:29dann machen wir es jetzt mal und dann gucken wir mal, ob es wirklich so schlimm
- 4:31ist, wie die anderen die ganze Zeit behaupten.
- 4:34Ganz kurz eine Zwischenfrage, weil Sie gerade sagten von den linken Wählern,
- 4:36die sagten, hat uns nichts geholfen, jetzt versuchen wir es mit der AfD.
- 4:40Wobei suchten die denn Hilfe? Gehört zu werden, glaube ich. Es geht sehr viel
- 4:45um Wahrnehmung, sehr viel um das Platzieren der eigenen Probleme,
- 4:50der eigenen Perspektiven.
- 4:52Nicht nur bundespolitisch, sondern auch im Land.
- 4:55Ich sage mal, Sachsen-Anhalt ist ja doch sehr lange jetzt CDU-basiert regiert
- 5:00worden und wir steigen eigentlich jetzt schon ziemlich tief ein.
- 5:04Es geht sehr viel um das Auf und Ab der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte.
- 5:08Und wir befinden uns gerade in so einem Down-Turn. Also es geht gerade irgendwie
- 5:12bergab. Man hat eine negative Perspektive, was auch global bedingt ist,
- 5:15also nicht nur landespolitisch, nicht nur bundespolitisch.
- 5:18Aber wir haben hier gerade eine sehr negative Zukunftsaussicht. Und in dieser,
- 5:22Diese Situation nach 35 Jahren, nach der Wiedervereinigung, fragt man sich,
- 5:27okay, wer hat es denn in den letzten Jahren geschafft, uns final irgendwie in
- 5:32eine gute Position zu bringen?
- 5:35Offenbar keiner. Wir haben die Linken gewählt, wir haben die CDU gewählt,
- 5:38die SPD hat auch mal was mitregiert.
- 5:40Wer bleibt übrig? Die AfD. Also man testet sich so durch offenbar und hat bisher
- 5:47noch nichts Erfreuliches gewählt.
- 5:51Anders kann ich es mir nicht erklären, so diese Perspektive.
- 5:54Professor Lewandowski, wir wollen ja
- 5:55heute auch mal dieses Szenario einer Alleinregierung der AfD durchspielen.
- 6:00Wie wahrscheinlich halten Sie es dann, dass das wirklich so kommt?
- 6:05Oder ist jetzt auf den letzten Metern des Wahlkampfs, sage ich mal,
- 6:08doch noch, steckt noch was drin und eventuell holt die CDU, der Hauptherausforderer
- 6:14mit dem Spitzenkandidaten Sven Schulze, doch noch auf?
- 6:18Das Entscheidende ist gar nicht unbedingt, ob die CDU aufholt,
- 6:21sondern ob es noch andere der kleineren Parteien ins Parlament schaffen.
- 6:25Das betrifft die SPD, das betrifft vor allem die Grünen.
- 6:29Wenn das gelingt, wenn es also mehr Fraktionen im Parlament gibt,
- 6:33dann wird eine Alleinregierung der AfD unwahrscheinlicher.
- 6:38Und das ist, glaube ich, auch eine Dynamik, die wir gerade in dem Wahlkampf sehen.
- 6:42Auf der einen Seite durch die Kampagne Taktisch Wählen, die in den letzten Tagen
- 6:46aufgekommen ist, die genau dieses Szenario aufgreift und zum anderen sicherlich
- 6:52auch durch die Parteien selbst.
- 6:53Und ich könnte mir vorstellen, dass etwa es den Grünen knapp gelingt,
- 6:58über die Fünf-Prozent-Hürde zu springen, ebenso wie der SPD.
- 7:01Und dann wäre die AfD-Alleinregierung verhindert. Und Ulrich Sigmund hat zuletzt
- 7:06ja auch nochmal betont, dass er allein regieren will, was bei.
- 7:13Dem Anspruch der AfD, der Reinheit ihrer Lehre nachzukommen,
- 7:16gar nicht so überraschend ist als strategisches Ziel.
- 7:19Jetzt gibt es ja interessanterweise, weil Sie gerade von kommen die rein oder
- 7:22nicht reinkommen, sprechen, die Bestrebung die 5% Hürde abzusenken.
- 7:28Fand auch interessanterweise die SPD ganz gut.
- 7:32Da stellt sich ja zunächst mal die ganz große Frage, wo sind wir eigentlich
- 7:35hingekommen als stolze Volkspartei SPD, wenn man jetzt bangen muss die 5% Hürde,
- 7:42nicht reißen zu können oder am Ende doch lieber von 3% Hürde sprechen zu wollen,
- 7:46damit man noch irgendwie reinkommt.
- 7:48Ist das so eine Verzweiflungssituation, die sich da breitmacht,
- 7:52auch bei den kleineren Parteien, eben weil es gerade eben aktuell so wichtig
- 7:55für die ist, aus mehreren Gründen, Sie haben ja einen gerade genannt,
- 7:58in den Landtag zu kommen?
- 8:00Also das ist eine Diskussion, die man aus einer demokratiepolitischen Sicht
- 8:05immer wieder führen kann.
- 8:06Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob es richtig ist oder nicht,
- 8:09wenn drei Prozent, vier Prozent, zwei Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung
- 8:16nicht im Parlament vertreten sind. Die Niederlande gehen da generell einen ganz anderen Weg.
- 8:20Da hat man ein zerspittertes Parlament, aber auch eben stärkere Präsentation.
- 8:24Nur kommt so eine Diskussion natürlich in so einer Lage ein Stück weit zu Unzeit,
- 8:29weil man solche taktischen Überlegungen den Parteien unterstellen muss praktisch
- 8:35schon und da nicht herauskommt.
- 8:37In einer entspannteren Situation könnte man auch mit aller Gelassenheit über
- 8:42so etwas sprechen, weil natürlich auch teilweise Gründe dafür sprechen.
- 8:46Das Wahlverhalten wird volatiler, die Volksparteien binden nicht mehr so viele
- 8:51Wählerinnen und Wähler an sich.
- 8:53Also könnte man durchaus argumentieren, das muss im Parlament abgebildet werden,
- 8:57aber dann eben auch zum Preis einer noch schwereren Koalitionsbildung eventuell.
- 9:01Aber das lässt sich natürlich auch nicht entspannt diskutieren,
- 9:04wenn Sie so wollen, wenn wir jetzt gerade darüber sprechen, ob die AfD die Regierung stellt oder nicht.
- 9:09Weil man da vielleicht ein bisschen durcheinander kommen könnte,
- 9:12wenn wir immer von dieser absoluten Mehrheit sprechen. Und ich habe ja gerade
- 9:15die Umfragewerte auch nochmal zitiert, AfD so bei 41, 42 Prozent.
- 9:21Aber um die absolute Mehrheit zu erreichen, könnte es eventuell auch mit 44
- 9:27Prozent am Ende gelingen, weil wir da nicht mehr von der absoluten Mehrheit
- 9:31der Wählerstimmen sprechen, sondern von der absoluten Mehrheit der Sitze im Landtag.
- 9:36Und wenn eben mehrere Parteien, kleinere Parteien nicht über diese 5%-Hürde
- 9:40kommen, dann werden die Stimmen bei der Verteilung der Sitze nicht berücksichtigt.
- 9:45Dadurch könnte die AfD auch mit weniger als 50% der Wählerstimmen trotzdem die
- 9:50Mehrheit der Sitze im Parlament bekommen.
- 9:52Also je mehr Parteien über diese 5%-Hürde kommen, desto geringer sind die Chancen
- 9:58der AfD auf eine Alleinregierung.
- 10:00Und Sie haben auch diese Initiative angesprochen, die ist mir auch begegnet
- 10:04oder auch einzelne Menschen, die dazu aufrufen, wählt taktisch,
- 10:09wählt die kleinen Parteien, um diese AfD-Alleinregierung zu verhindern.
- 10:13Ist das nicht auch eine riskante Strategie?
- 10:17Ja gut, kommt drauf an für wen, aber es ist natürlich schon so,
- 10:21dass das ein bisschen diffundiert.
- 10:22Also es könnte natürlich darauf hinauslaufen, dass vielleicht auch das BSW gestärkt
- 10:29wird, dass wenn es in den Landtag einzieht, sich enthalten würde im dritten Wahlgang.
- 10:36Das würde dann bedeuten, dass ein Ministerpräsident Ulrich Siegmund mit einer
- 10:40Minderheitsregierung allein mit der AfD regieren könnte.
- 10:43Es könnte sein, dass manche vielleicht diesen Aufruf so verstehen,
- 10:48dass sie Parteien wählen, die möglichst weit weg von der 5%-Hürde sind.
- 10:51Also sagen wir kleinere Parteien wie Volt oder die FDP.
- 10:54Und das würde dann dazu führen, dass diese Stimmen für die anderen,
- 10:59die es vielleicht knapp schaffen könnten, verloren gehen.
- 11:02Also im Grunde genommen ist das jetzt eigentlich eine Situation,
- 11:06wo Wählerinnen und Wähler sich eigentlich genau informieren müssen, wie dieser Mechanismus,
- 11:13von Wählerstimme zur Sitzverteilung funktioniert und dann ganz genau überlegen müssen.
- 11:20Was sie eigentlich wollen.
- 11:22Jetzt ist es ja an sich nichts Neues, dass auch eine Partei in einem Bundesland
- 11:28alleine regiert, siehe die CSU in Bayern.
- 11:32Bei der AfD geht es aber um eine vom Verfassungsschutz des Landes als gesichert
- 11:37rechtsextrem eingestufte Partei, die auch noch nie beteiligt war in einer Landesregierung.
- 11:44Ich habe mir nochmal die Begründung angeschaut vom Verfassungsschutz des Landes.
- 11:48Die AfD verstöße gegen den Artikel 1 des Grundgesetzes, weil sie Menschengruppen
- 11:53abwehrte und sei staats- und demokratiefeindlich, weil sie die Abschaffung der
- 11:58parlamentarischen Demokratie in ihrer derzeitigen Form anstrebe.
- 12:04Herr Prinz, werfen wir mal einen Blick zusammen ins Wahlprogramm dieser Partei,
- 12:11einer solchen Partei. Gibt es da etwas, bei dem Ihre Alarmglocken geläutet haben?
- 12:17Also grundsätzlich muss man sagen, so ein Wahlprogramm ist sehr viel Wunschkonzert.
- 12:22Auch bei der AfD steht da viel drin, was am Ende sich höchstwahrscheinlich nicht
- 12:26bewahrheiten wird. Also gerade wenn es um Einsparung geht, da wird ja viel über
- 12:30Einsparung im Integrationsbereich gesprochen.
- 12:34Und viele von den Dingen, die dort gefordert werden, sind auch auf landespolitischer
- 12:38Ebene gar nicht umsetzbar.
- 12:39Allerdings gibt es einige Punkte, die tatsächlich angestoßen werden könnten.
- 12:44Und besonders im Bereich Bildung könnte das wirklich sehr, ich sag mal,
- 12:49tiefgreifende Konsequenzen haben für Sachsen-Anhalt.
- 12:52Beispielsweise, dass die Schulpflicht abgeschafft werden könnte.
- 12:56Also man könnte die Kinder dann zu Hause unterrichten. Das ist etwas,
- 12:59das noch nicht so richtig funktioniert.
- 13:05Was das für Konsequenzen für die Schullaufbahn der Kinder auch im gesamtdeutschen
- 13:09Kontext so eine Konsequenz haben könnte. Man möchte mehr oder weniger die Inklusion abschaffen.
- 13:15Und da haben wir dann schon wieder diese Anleihen an Menschen werden nicht gleichwertig
- 13:20behandelt von dieser Partei.
- 13:22Dass man sozusagen wieder eine.
- 13:26Zweiklassenschulgesellschaft einrichten möchte. Dass es eben die guten Schüler
- 13:31und die anderen gibt, die man dann lieber auf andere Schulen wieder abschiebt.
- 13:36Man möchte aus Bologna aussteigen, dementsprechend wieder die eigenen Berufsabschlüsse
- 13:41an Universitäten einführen.
- 13:42Also ein Sonderweg für Sachsen-Anhalts Bildungspolitik und dadurch natürlich
- 13:47auch Einfluss nehmen auf die Zukunft, die künftige Generation.
- 13:53Und das finde ich doch schon sehr bedenklich in seiner Ausformung und vor allen
- 13:58Dingen in seiner Allumfassendheit.
- 14:00Und da gehen bei mir auf jeden Fall die Alarmglocken an.
- 14:03Was hätte denn das konkret zu bedeuten jetzt? Ich stelle mir jetzt gerade vor,
- 14:06ich bin Lehrer oder ich bin Schuldirektor in Sachsen-Anhalt oder vielleicht
- 14:12auch Leiterin eines Museums in Sachsen-Anhalt, die bestimmte politische Ausstellungen plant.
- 14:18Was hätte das konkret für Folgen? Auf was muss ich mich einstellen?
- 14:21Naja, diese Folgen und diese Auswirkungen sind jetzt schon spürbar.
- 14:24Da ist sehr viel politischer Druck da. Es werden jetzt schon.
- 14:30Durch diesen Druck Förderprogramme eingestellt, überdacht.
- 14:35Lehrer werden durch Hetzkampagnen im Netz und tatsächlich auch real vor Ort
- 14:41dazu gezwungen, ihren Unterricht zu überdenken.
- 14:44Der Beutelsbacher Konsens sagt ja nicht, dass Lehrer komplett neutral sein müssen.
- 14:49Also Lehrer haben durchaus die Möglichkeit, ihre Haltung auch auszudrücken.
- 14:53Sie dürfen nur ihre Schüler nicht einseitig manipulativ in eine politische Richtung bewegen.
- 15:00Und die AfD hat es in den letzten Monaten sehr gut hinbekommen,
- 15:03so darzustellen, als ob Lehrer, die nicht auf ihrer Seite stünden,
- 15:09konkret gegen sie agitieren würden.
- 15:11Und das würde natürlich, sobald das Bildungsministerium in Hand der AfD wäre,
- 15:17das könnte durchaus dann auch Konsequenzen für Lehrerinnen und Lehrer haben.
- 15:21Das sind natürlich jetzt alles Mutmaßungen, muss man an dieser Stelle sagen.
- 15:24Wir können natürlich nicht wissen, was das konkret für Konsequenzen hat.
- 15:28Aber diese Befeuchtung besteht.
- 15:30Es ist interessant, was Sie sagen, dass das jetzt bereits Folgen hat.
- 15:32Also weit vor der Wahl. Helfen Sie uns noch ganz kurz Beutelsbacher Konsens? Was ist das?
- 15:38Das ist im Grunde eine Grundlage, auf die man sich als... Ja, als...
- 15:45Lehrer verpflichtet, dass man sich dem sozusagen an diesen Konsens hält,
- 15:51der definiert oder verhindert sozusagen, dass man seine Schutzbefohlenen,
- 15:56die ja die Schüler in dem Moment sind,
- 15:58dass man die mit seiner eigenen persönlichen Position beeinflusst für ihren eigenen Lebensweg.
- 16:05Und da ist auch strikt darauf zu achten, wird aber gerne eben öffentlich uminterpretiert,
- 16:10dass es bedeuten sollte, dass der Lehrer gar keine Haltung haben und zeigen darf, dem ist nicht so.
- 16:16Also natürlich hat man bei einem Wahlprogramm, wie Sie es auch gesagt haben, weiß man nie,
- 16:23mit hundertprozentiger Sicherheit, was am Ende davon umgesetzt wird,
- 16:25aber auch auf der anderen Seite spürt man jetzt schon Auswirkungen,
- 16:29spüren viele Menschen Druck.
- 16:33Ich frage mich noch, wenn wir jetzt von den Auswirkungen in Sachsen-Anhalt absehen,
- 16:38beispielsweise auf die Bildungspolitik, auf Integration, Kulturförderung,
- 16:43Verwaltung und so weiter,
- 16:45könnte denn eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt der AfD auch...
- 16:50Folgen für die Bundespolitik haben? Also beispielsweise Bundesgesetze blockieren, Herr Lewandowski?
- 16:57Also eine Landesregierung Sachsen-Anhalt, die im Bundesrat vertreten wäre,
- 17:06könnte nicht im Alleingang Bundesgesetze blockieren.
- 17:10Sondern es wäre eher so, dass dann bei der parteipolitischen Zusammensetzung
- 17:16mit Blick auf die Regierung und die Opposition im Bundesrat es für die Bundesregierung
- 17:21noch etwas schwerer würde,
- 17:24weil ihre bis jetzt bei ungefähr einem Drittel liegender Anteil im Bundesrat an SPD- bzw.
- 17:30CDU-geführten Ländern noch geringer würde.
- 17:34Das heißt, erstmal würde sich aber nichts verändern mit Blick auf die Frage,
- 17:40ob so eine Partei oder so eine Landesregierung einfach allein Dinge blockieren könnte.
- 17:46Auch bei Beschlüssen, die eine Zweidrittelmehrheit benötigen,
- 17:51etwa Verfassungsänderungen, ist der Spielraum da gering.
- 17:55Aber sie wäre natürlich trotzdem an Verhandlungen beteiligt und sie könnte natürlich
- 18:00je nachdem, wie uneins die Bundesregierung ist oder wie uneins die Parteien,
- 18:06im Bundesrat in Gestalt der jeweiligen Regierungen sind, könnte sie Zünglein
- 18:10an der Ware bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen sein. Das lässt sich aber nicht voraussehen.
- 18:16Es kommt natürlich ein Stück weit hinzu, dass die parteipolitische Zusammensetzung
- 18:20des Bundesrates ohnehin stark ausdifferenziert ist und die Bundesregierung,
- 18:24also die Koalition aus CDU, CSU und SPD,
- 18:28bei vielen Dingen ohnehin sehr streitgeneigt ist.
- 18:33Und das würde zumindest nicht einfacher, aber unmittelbar zu sagen,
- 18:37jetzt ist die AfD im Bundesrat sehr mächtig, das sehe ich realistischerweise erstmal nicht.
- 18:43Aber sie wäre natürlich Teil von Gremien plötzlich und das ist ja auch in der
- 18:49Diskussion jetzt bereits, also Innenministerkonferenz etwa, bei dem es auch um.
- 18:54Dinge der Sicherheit Deutschlands geht, bis hin zu Geheimnissen im Verteidigungsbereich zum Beispiel.
- 18:58Wie problematisch sehen Sie das, wenn die AfD da mit drin sitzt oder ein Vertreter
- 19:02der AfD dann mit am Tisch sitzt?
- 19:04Na gut, das ist ja vor allem der Informationsaustausch zwischen den Landes-
- 19:08und Bundesbehörden, der da betroffen ist.
- 19:10Das heißt, eine AfD-geführte Regierung säße da nicht nur mit am Tisch,
- 19:14sondern sie würde eben auch entsprechende Informationen erhalten.
- 19:19Und in der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit kann es sich eben auch um Fragen
- 19:25der bedrohten Sicherheitslage Deutschlands handeln, etwa mit Blick auf Russland.
- 19:30Und da vertritt die AfD andere Interessen, als es Konsens ist innerhalb der Bundesrepublik.
- 19:37Die würde sie da einerseits einspeisen, auf der anderen Seite würden natürlich
- 19:40auch Informationen abfließen. Und in welche Richtung das und wie weit das dann
- 19:45geht, ist eine andere Frage.
- 19:47Aber die AfD säße dann mit am Tisch und wäre an diesem Informationsaustausch
- 19:53beteiligt, das ist klar.
- 19:55Sie sagen es jetzt, es gibt ja den Vorwurf, dass dann quasi,
- 19:58also hört man zumindest in der Kritik immer wieder, Russland mit am Tisch sitzen
- 20:02könnte. Lässt sich das in irgendeiner Form verhindern?
- 20:06Also wenn irgendeine Landesregierung entscheidet, über irgendwelche Kanäle irgendwelche
- 20:12Informationen weiterzugeben, lässt sich das generell nicht verhindern.
- 20:15Und wenn eine Partei Russland nahe steht und daran ein Interesse hat,
- 20:19dann kann sie das generell machen, ja.
- 20:22Man kann, weil wir ja auch noch die Frage stellen wollen, warum so viele Menschen
- 20:26diese Partei, diese als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei wählen möchten,
- 20:32man kann nicht mehr sagen, dass die AfD,
- 20:36ein ausschließlich ostdeutsches Phänomen ist. Dazu gibt es auch im Westen viel
- 20:41zu viele AfD-Hochburgen. Jetzt erst zuletzt bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
- 20:45hat ein Rekordergebnis von fast 20 Prozent eingefahren.
- 20:49Aber in Ostdeutschland erreicht die AfD im Schnitt doppelt so viele Stimmen
- 20:54wie im Westen. Bei der letzten Bundestagswahl wurde die AfD in allen fünf ostdeutschen
- 20:59Bundesländern stärkste Kraft.
- 21:02Wir wollen versuchen zu verstehen, warum das so ist. Und dabei ist wichtig zu
- 21:05sagen, es gibt nicht den einen AfD-Wähler.
- 21:08Die Partei wird von verschiedenen sozialen Gruppen gewählt, aber es gibt ein
- 21:12paar Gemeinsamkeiten und die hat sich Gundula Gause mal für uns angeschaut.
- 21:23Die AfD hat bei der Bundestagswahl 2025 im Osten rund doppelt so viele Stimmen bekommen wie im Westen.
- 21:31Dabei wird die Partei in Ostdeutschland eher in ländlichen Regionen gewählt.
- 21:36Dort spielen Themen wie Abwanderung und wirtschaftliche Unzufriedenheit eine große Rolle.
- 21:42Blickt man darauf, wer die AfD bei der Bundestagswahl 2025 gewählt hat und warum,
- 21:48fallen zwei Aspekte besonders auf.
- 21:51Zum einen ist die AfD in der Wählergruppe der 35- bis 59-Jährigen am erfolgreichsten.
- 21:58Diese Gruppe sieht sich vor allem mit Abstiegs- und Zukunftsängsten konfrontiert.
- 22:03Bei der jüngsten Wahlgruppe, den Wählern unter 25 Jahren, erfährt die AfD 19 Prozent Zustimmung.
- 22:11Zum anderen zeigt sich hier ein ganz anderer Trend, der vor allem die AfD,
- 22:16aber auch die Linke betrifft.
- 22:18Hier ist der sogenannte Modern Gender Gap besonders deutlich,
- 22:22also das Auseinanderdriften von männlicher und weiblicher Wählerschaft.
- 22:28Dieser Gender Gap tritt in fast allen Altersgruppen auf, besonders deutlich
- 22:33aber bei den jungen Wählern.
- 22:35Demnach haben junge Frauen unter 25 Jahren deutlich häufiger links gewählt,
- 22:41junge Männer im gleichen Alter dagegen deutlich häufiger die AfD.
- 22:49Es gibt da also diesen großen Unterschied zwischen jungen Frauen,
- 22:53die eher links wählen und jungen Männern, die eher rechts bis rechts extrem wählen.
- 22:58Herr Prinz, wie erklären Sie sich das? Warum ist die AfD bei jungen Männern so beliebt?
- 23:04Ich glaube, ganz so grob kann man das nicht sagen.
- 23:08Ich würde es ein bisschen breiter aufstellen. Also es geht vor allen Dingen
- 23:11bei der AfD hier in Ostdeutschland um Revanchismus, würde ich sagen,
- 23:15um Aufholen von verpassten Chancen, um es jemandem zu beweisen.
- 23:21In vielen anderen westlichen Staaten ist es auch so, dass gerade populistische
- 23:26Parteien gewählt werden aus einem stärkeren Impuls, den Gegner zu beschädigen,
- 23:31als sich selbst etwas Gutes zu tun.
- 23:32Also es geht wirklich darum, jemanden, den man vermeintlich als den Feind darstellt, abzustrafen.
- 23:38Auch dieser Gender-Gap ist in eigentlich allen westlichen Demokratien so zu
- 23:43sehen. Also es ist auch kein ostdeutsches Thema.
- 23:46Ich glaube, was ein ganz großes Problem hier in Ostdeutschland ist,
- 23:51dass vor allen Dingen sehr viele gut ausgebildete Frauen einfach auch nach wie
- 23:55vor vor allen Dingen die ländlichen Regionen verlassen.
- 24:00Wir sehen in vielen Gebieten einen sehr krassen Männerüberschuss.
- 24:04Das klingt jetzt alles ein bisschen technisch, aber am Ende hat das natürlich
- 24:08einen starken Einfluss auf das Leben vor Ort, wie man seine Zukunftsperspektive,
- 24:14Familiengestaltung etc. wahrnimmt.
- 24:16Und diese Männer, die fühlen sich dann eben zurückgelassen und wollen um sich schlagen.
- 24:22Die Fackel an das politische Berlin halten oder Magdeburg.
- 24:25Ja, nirgendwo sonst in Deutschland ist der Überschuss an jungen Männern so groß wie in Sachsen-Anhalt.
- 24:31Es fehlen junge Frauen, aber das kann ja auch nicht der Grund sein.
- 24:35Die Frauen fehlen, also wählen wir AfD.
- 24:38Tja, also ich denke schon, dass das für viele tatsächlich eine ziemlich eindringliche
- 24:46Lebensverschlechterung darstellt, sich allein zurückgelassen auf dem Land zu fühlen.
- 24:50Gerade bei dieser Alterskohorte, um die es geht. Also irgendwie was zwischen Ende 40, Anfang 60.
- 24:57Das ist auch die Generation, die von diesem Epochenbruch des Umschwungs von
- 25:03DDR zu BRD besonders in Turbulenzen geraten ist. Man ist irgendwie aufgewachsen
- 25:09in dem einen System, musste dann umlernen auf das andere System.
- 25:12Ein Drittel der eigenen Generation ist abgewandert. Man hat sozusagen seine
- 25:18Familie und Freunde verloren, die dann weggegangen sind.
- 25:23Ich bitte darum zu entschuldigen, dass das Bild gerade ausgefallen ist.
- 25:28So, jetzt bin ich wieder da. Genau, also das sind die, die sehr viel Verlust,
- 25:34erleben mussten in der Vergangenheit und auch Angst davor haben,
- 25:38dass dieser Verlust fortschreitet und die wissen, wie diese Räume aussahen,
- 25:43bevor dieser Verlust an Gleichaltrigen stattfand.
- 25:46Die Lebendigkeit von ländlichen Räumen beispielsweise und Sachsen-Anhalt ist
- 25:50ein sehr stark ländlicher Raum, das darf man auch nicht vergessen.
- 25:53Wir haben irgendwie Halle und Magdeburg als große Stadtzentren,
- 25:59sage ich mal, aber der Rest ist wirklich sehr, sehr ländlich geprägt.
- 26:02Und auch der ländliche Raum ist konkret eher konservativ,
- 26:07hat eher ein traditionelles Familienbild und dementsprechend auch andere Werte
- 26:12als eine großstädtische Gesellschaft, die dann auch das Wahlverhalten verändert.
- 26:19Also ich kann das verstehen, dass man sich zurückgelassen fühlt,
- 26:21wenn man plötzlich merkt, die Frauen sind weg und man lebt dann noch alleine
- 26:26und dann nicht mehr viel los ist, auch auf dem lokalen Marktplatz in seinem Dorf.
- 26:30Was Sie aber gerade gesagt haben, Herr Prinz, da würde ich gerne nochmal nachhaken.
- 26:33Sie haben gesagt, es geht jetzt bei der Wahlentscheidung diesen Menschen dann.
- 26:37Eher darum, verpasste Chancen aufzuholen, es jemandem zu beweisen und andere abzustrafen.
- 26:44Da stellt sich mir mal die ganz grundsätzliche Frage, was hat man denn davon?
- 26:48Was bringt es denn einem, wenn man andere abstraft mit seiner Wahlentscheidung?
- 26:52Davon wird ja für einen selbst nichts besser. Herr Sievers, das ist irrational.
- 26:56Das ist natürlich ein Bauchthema.
- 26:59Es geht um das Gefühl, irgendwie geht es bergab.
- 27:03Wir müssen uns irgendwie verteidigen. Wir sind zurückgelassen.
- 27:07Das hat mit der Globalisierung zu tun, mit dem Wegbrechen von Chancen in der
- 27:12Chemieindustrie, die für Sachsen-Anhalt, vor allem das südliche Sachsen-Anhalt extrem wichtig ist.
- 27:18Da sind so viele sich überlagernde Zusammenhänge, die dann darauf einwirken,
- 27:23dass man sagt, so jetzt reicht es, ich muss jetzt irgendetwas dagegen tun.
- 27:27Und das führt, natürlich führt das zu nichts, aber man darf den Menschen nicht
- 27:32absprechen, dass es etwas gibt, was dieses Gefühl erzeugt.
- 27:37Es gibt diese wirtschaftliche Schieflage und es gibt die fehlende Krisenresilienz
- 27:42in Ostdeutschland, besonders durch die Vermögensungleichheit.
- 27:46Also wir haben in Sachsen-Anhalt ja sehr viel geringere Vermögen und auch Erbschaftschancen,
- 27:52als im Rest Deutschlands.
- 27:53Und deswegen fühlen wir hier sehr viel schneller, wenn eine Krise uns betrifft,
- 27:58die starke Inflation, Corona, das alles drängt sozusagen auf die Leute nach wie vor ein.
- 28:04Und das ist sozusagen die Art Panikreaktion. Wir haben im Wahlverhalten der
- 28:08letzten Jahrzehnte auch immer wieder dieses Auf und Ab gesehen.
- 28:11Anfang der 2000er beispielsweise, da gab es einen starken Trend zu Parteien
- 28:16wie der NPD beispielsweise und das hing damit zusammen, dass,
- 28:21der starke Start in die BRD mit Investitionen, mit dem Ausbau von beispielsweise
- 28:27Eigenheimen, dass dieser erste starke Start.
- 28:32Zu einem Ende kam.
- 28:33Man hat gemerkt, okay, diese blühenden Landschaften, die uns versprochen wurden, die treffen nicht ein.
- 28:38Und dementsprechend hat sich auch die politische Lage verändert. Aber interessant.
- 28:42Ich verstehe, dass es viel volatiler ist in Ostdeutschland, die Wahlentscheidung
- 28:46und so langfristige Überzeugungen, die vielleicht in Westdeutschland sich entwickelt
- 28:50haben, wo man immer dieselbe Partei wählt. Diese Parteibindung ist auch nicht
- 28:52da. Genau, die Parteibindung nicht so stark ist.
- 28:54Und trotzdem, was Sie sagen, ist ja total spannend. Weil wenn es wirklich so
- 28:57ist, wie Sie sagen, dass ein Gutteil einfach aus einem,
- 29:01möglicherweise durch rationale Effekte geborenen, aber am Ende doch Bauchgefühl
- 29:06entsteht, dann kann man ja auch als Politik kaum noch was dagegen machen.
- 29:11Weil was bringt das denn zu sagen, Leute, ich habe hier Programm X gestartet,
- 29:15Programm Y gestartet, wenn die Leute aus einem Bauchgefühl heraus sagen,
- 29:20nee, jetzt reicht's, ich mach mal was ganz anderes.
- 29:23Gegen das Bauchgefühl ist doch mit tatsächlicher Politik kaum noch anzukommen, oder?
- 29:28Deswegen würde ich sagen, wir können akut jetzt nicht schnell irgendwas verändern.
- 29:33Das ist ein Vertrauensvorschuss, den diese Partei, die sich ja auch noch nie
- 29:38beweisen musste, jetzt bekommen hat, weil sie sich noch nie beweisen musste,
- 29:42weil sie ja alles behaupten kann, was sie möchte und sich dann jetzt sozusagen,
- 29:47diesen Vorsprung gönnen kann.
- 29:49Und die Führungsschwäche, möchte ich sagen, der aktuellen kompetitiv irgendwie
- 29:56noch in Frage kommenden Parteien spielt da natürlich auch eine Rolle.
- 29:59Ich habe als Jugendlicher im südlichen Sachsen-Anhalt nie einen Politiker gesehen.
- 30:04In den 2000er und 2010ern hat das gar keine Rolle gespielt, Politik bei uns.
- 30:08Und dann kam die AfD, die sind sehr schnell in die ländlichen Räumereien,
- 30:12haben da ihre Lokalgruppen gegründet,
- 30:15und sind dadurch überhaupt zu dem Gesicht von Politik, von irgendetwas,
- 30:21was man selber machen kann, wenn man sich sonst abgehängt fühlt, zu dem geworden.
- 30:27Und natürlich ist das nicht unbedingt alles rational, das ist völlig klar.
- 30:32Und hier auch nochmal die Frage an den Politikwissenschaftler,
- 30:35Professor Lewandowski, wie hoch ist denn der Preis, den man bereit ist.
- 30:39Da zu bezahlen, auch von Menschen, die die AfD wählen in Ostdeutschland oder
- 30:45wählen wollen, die sich zurückgelassen fühlen, die sich frustriert fühlen,
- 30:49die sich alleine fühlen, die anderen etwas auswischen sollen.
- 30:53Wollen diese Menschen einen Politikwechsel oder steckt dahinter wirklich auch
- 30:57der Wunsch nach einem tieferen Systemwechsel?
- 31:00Ich glaube, man muss sich zunächst einmal vor Augen führen, dass Menschen,
- 31:04die die AfD wählen, zum großen Teil sagen würden, sie haben den Preis schon bezahlt.
- 31:09Schlimmer kann es gar nicht werden.
- 31:12Was meine ich damit? Ich meine damit, dass Menschen, die die AfD wählen,
- 31:17zu großen Teilen glauben, dass sie nicht mehr in einer Demokratie leben.
- 31:22Sie glauben, dass sie in verschiedener Hinsicht in einem, wie auch immer,
- 31:27gearteten, nicht demokratischen System leben. Einerseits, weil sie nicht repräsentiert
- 31:31werden, also dass Menschen wie sie in der Politik nicht repräsentiert sind.
- 31:36Ein Stück weit ist das übrigens auch richtig. Es gibt eine starke soziale Verzerrung
- 31:40in der Politik hin zur akademisch, weiß, männlich, juristisch.
- 31:46Es gibt einen bestimmten Sprech in der Politik und der holt einfach auch tatsächlich.
- 31:51Viele Menschen nicht ab, was auch daran liegt, dass bestimmte Milieus stärker
- 31:56in der Politik repräsentiert sind als andere.
- 31:58Und das hat übrigens auch Auswirkungen auf die Politik-Tätigkeit.
- 32:01Wir wissen, dass etwa die politischen Entscheidungen stark sozial verzerrt sind,
- 32:06nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern.
- 32:09Und das, was wir gerade sehen in Form des Populismus, auch des rechten Populismus,
- 32:13ist eine Auswirkung dessen.
- 32:14Das andere ist, dass es ein ganz tiefes Misstrauen in die Politik gibt,
- 32:20insbesondere in das, was,
- 32:23gerne politisches Establishment genannt wird, also die etablierte Politik und
- 32:28Parteien. Und Menschen...
- 32:31Die die AfD unterstützen. Übrigens auch oftmals diejenigen, wie das BSW unterstützen.
- 32:35Das ist eine große Gemeinsamkeit.
- 32:38Da können wir etwas Interessantes feststellen. Ein gewisser Teil von denen ist
- 32:42tatsächlich auch autoritär eingestellt, will eine starke Führungspersönlichkeit,
- 32:46die über alles schnell entscheiden kann und lehnt auch die Demokratie ab.
- 32:49Das gibt es ja. Aber was es auch
- 32:51gibt, ist, dass die auf der einen Seite sagen, ich bin für Demokratie.
- 32:55Die haben ein bestimmtes Verständnis von Demokratie, wo dann die Mehrheit auch
- 32:58entscheidet und so weiter. Das ist dann kein sehr liberales Verständnis,
- 33:01aber durchaus diese Selbstbeschreibung, ich bin Demokratin, Demokrat.
- 33:05Aber alle anderen, der politische Mainstream, die sind es nicht.
- 33:09Und die AfD stellt sich dann sozusagen dar als die einzige Partei,
- 33:14die die Demokratie wiederherstellen kann. Das ist etwas, das man nicht unterschätzen darf.
- 33:18Nicht umsonst haben die fünf ostdeutschen Fraktionen der AfD Anfang des Jahres
- 33:24eine Resolution herausgegeben zur Rettung der Demokratie.
- 33:27Das resoniert mit diesem Grundgefühl, dass es in weiten Teilen ihrer Wählerschaft gibt.
- 33:33Und deshalb verfängt es auch nicht unbedingt, wenn man sagt, wie
- 33:38schädlich beispielsweise die AfD ökonomisch wäre, weil das Selbstgefühl und
- 33:43teilweise aber auch die Erfahrung vieler Menschen, die die AfD wählen, ist,
- 33:47ich werde doch sowieso nicht gehört und mir wird sowieso nichts mehr gegeben,
- 33:51dann kann ich auch eine Partei wählen, die aufräumt, denn diesen Vorteil hat sie mindestens.
- 33:57Jetzt ist es, ich würde gerne mal so eine persönliche Beobachtung reinbringen
- 34:00und sagen Sie mir, ob das totaler Quatsch ist.
- 34:03Man fährt nach Ostdeutschland, nach Sachsen-Anhalt, wir bleiben in Sachsen-Anhalt.
- 34:06Wunderschöne Stadt, Halle, wo Sie geboren sind und jetzt leben,
- 34:10wie ich gerade gehört habe, Herr Prinz.
- 34:13Wirklich eine traumhaft schöne Stadt, in der auch echt viel los ist.
- 34:15Oder Naumburg, auch eine Perle geradezu.
- 34:18Unfassbare Altstadt, fantastischer Dom, Wein.
- 34:23Also man hat eigentlich alles, was man braucht.
- 34:27Selbst auf den kleineren Örtchen perfekt restaurierte Marktplätze,
- 34:31auf denen zugegebenermaßen nicht besonders viel los ist.
- 34:34Und dazu aber auch verglichen mit dem Westen dieses Landes wirklich noch intakte
- 34:40Straßen, Autobahnen, Telefonleitungen, Handynetze.
- 34:43Wenn man die Leute fragt, sagen sie, ja okay, aber wir sind unzufrieden,
- 34:47weil. Und dann kommt vieles von dem, was wir schon besprochen haben.
- 34:50Dasselbe jetzt in Polen, Rumänien, Litauen, der Tschechischen Republik.
- 34:56Selber Marktplatz, neu rausgeputzt. Man redet mit den Menschen und die sagen,
- 35:01ja, das haben wir geschafft. Da sind wir total stolz drauf.
- 35:04Das hat sich wirklich verändert und wir sind sehr glücklich,
- 35:08dass wir das hinbekommen haben.
- 35:10Ist das nur so eine Beobachtung, die am Ende keine richtige Basis hat oder würden
- 35:17Sie sagen, da ist was dran, dass einfach auch so ein bisschen Stolz auf Erreichtes,
- 35:23auf Selbsterreichtes fehlt?
- 35:25Das passt ganz gut, Herr Prinz. Sie haben ja ein Buch über den sogenannten Oststolz
- 35:29geschrieben. Er ist natürlich eine absolute Steilvorlage jetzt zu meinem Buch, muss ich sagen.
- 35:33Mir ist tatsächlich sehr wichtig, dass wir uns umschauen, diesen Blick nach
- 35:38hinten wagen und ansehen, was eben geleistet wurde im Vergleich zu der Situation,
- 35:43in der wir in den 90ern gesteckt haben.
- 35:46Und das versuche ich auch den Menschen um mich herum, denen das nochmal zu vergegenwärtigen.
- 35:52Ich bin so vielen begegnet, die auch nach der Wende gesagt haben,
- 35:56wir bleiben hier, wir investieren in unser Land, wir wollen,
- 35:58dass daraus was wird und die sind einfach gerade extrem frustriert,
- 36:01weil die Perspektive negativ ist.
- 36:04Was man aber dazu noch sagen muss, das muss ich jetzt an der Stelle leider auch
- 36:07noch sagen, diese schön restaurierten und schick gemachten Innenstädte,
- 36:12die gehören natürlich auch vor allen Dingen westdeutschen oder ausländischen Investoren.
- 36:16Also es ist jetzt nicht so, dass... Ja, aber ist das das Problem,
- 36:18dass man sagt, das sind gar nicht unsere Innenstädte, sondern das sind eure
- 36:21Innenstädte quasi? Ist das das Problem?
- 36:24Oder liegt es daran, dass es mit Transferleistungen erwirtschaftet wurde und
- 36:29man eben nicht sagt, das haben wir selber geschafft?
- 36:31Oder erklären Sie uns das? Ich glaube, das ist ein Teil, der unterschwellig
- 36:35mitschwingt und dann sind diese Räume natürlich auch sehr leer,
- 36:39wie Sie gerade gesagt haben, weil die Gemeinschaft vielerorts mittlerweile fehlt.
- 36:43Und ein Raum, in dem Gemeinschaft fehlt, der wird natürlich auch trist, leblos und kreativ.
- 36:51Brütet dann die Frustration. Und Naumburg ist total schön, wenn man sich das
- 36:56als Tourist anschaut, aber wenn man als
- 36:58Mensch in Naumburg lebt, dann fällt einem auch auf, dass dort Arbeitslosigkeit eine Rolle spielt,
- 37:03dass dort Vereinsamung eine ganz große Rolle spielt, dass da auch fehlende Perspektiven
- 37:08eine Rolle spielt, wenn man nicht beispielsweise im Amtsgericht,
- 37:11glaube ich, ist es da oder im Krankenhaus arbeitet. Wo sind die Arbeitsplätze?
- 37:15Wo kann ich sozusagen als normaler, nicht akademischer Mensch da meine Zukunft aufbauen?
- 37:21Aber exakt, Herr Prinz, die selben Probleme gibt es ja auch im Westen Deutschlands.
- 37:25Sie gibt es in Gegenden von NRW, wo die Perspektive fehlt, wo die Arbeitsplätze
- 37:29fehlen. Und dazu kommt auch noch, es gibt keinen einzigen hübschen Marktplatz. Exaktamente.
- 37:34Das ist genau mein Buch im Grunde. Ich habe das zweiteilig aufgebaut.
- 37:38Das eine ist, wir schauen uns an, was ist wie in Ostdeutschland und der andere
- 37:42Teil ist, ja, aber ist das denn überhaupt ein ostdeutsches Problem?
- 37:45Wenn wir ins Saarland gucken, wenn wir in die Oberpfalz gucken,
- 37:48wenn wir eben Rheinland-Pfalz, ich war gerade im Sauerland, wenn wir uns das Sauerland anschauen.
- 37:53Altena hat beispielsweise seit den letzten 50 Jahren die Hälfte seiner Bevölkerung verloren.
- 37:59Auch da gibt es unfassbare Angst davor, was die Zukunft bringt und inwieweit
- 38:04sich eine solche Kommune überhaupt noch über Wasser halten kann. Im Zweifel gar nicht.
- 38:09Und das ist eigentlich das Relevante. Wir schauen immer auf Ostdeutschland und
- 38:13sagen, das da ist ein ostdeutsches Problem.
- 38:16Aber es ist eigentlich ein Problem eines strukturschwachen ländlichen Raumes,
- 38:21der beispielsweise durch Prozesse der Globalisierung seine Zukunftsfähigkeit
- 38:26verloren hat, wo investiert werden müsste, wo neue Zukunftsperspektiven entwickelt
- 38:31werden müssten. Man kann nicht nur sagen, ach guck mal, das ist schön.
- 38:34Ja, du kannst da hinfahren und sagen, es ist schön, dann fährst du weg.
- 38:38Aber die Leute, die dort wohnen, brauchen ja auch etwas, womit sie sich ihren
- 38:41ganzen Alltag lang finanzieren und beschäftigen können.
- 38:44Also deswegen, wir haben ein gesamtdeutsches Problem im ländlichen Raum und
- 38:49das müssten wir stärker adressieren, als immer wieder das Ostthema hochzuhalten.
- 38:53Es ist wichtig, dass wir das hochhalten.
- 38:56Und deswegen sage ich auch, Krisenresilienz ist relevant. Ich komme gleich zum Schluss.
- 38:59Krisenresilienz ist relevant. Wir haben gesehen statistisch,
- 39:02eine Wahlperiode liegt zwischen den Ergebnissen für die AfD im Osten und den
- 39:06Ergebnissen der AfD in westlich vergleichbaren Räumen, weil dort eben noch Vermögen existieren,
- 39:13die aber auch in Zeiten der Krise aufgebraucht werden.
- 39:16Und deswegen sind selbe Probleme, die in ostdeutschen ländlichen Regionen besprochen
- 39:23werden, werden jetzt in Baden-Württemberg beispielsweise besprochen,
- 39:26wo die Automobilzulieferer gerade die Hufe hochmachen.
- 39:31Und dementsprechend, wir müssen unseren Blick weiten. Vielleicht können wir
- 39:35diese Landtagswahl als Anlass dafür nehmen.
- 39:39Mir ist auch in dem Zusammenhang noch ein Kommentar aufgefallen.
- 39:42Unter einem ihrer Videos, Herr Prinz, da hat ein User kommentiert und sich auch.
- 39:49Kritisch geäußert, man würde in den überregionalen Medien nichts über positive
- 39:55Entwicklungen auch aus Ostdeutschland mitbekommen.
- 39:58Und dann habe ich da nochmal geschaut. Es gibt nicht nur Martin Luther in Sachsen-Anhalt,
- 40:03sondern tolle Weine, die älteste bis heute produzierende Schokoladenfabrik Deutschlands.
- 40:08Es ist das Bundesland mit der höchsten Dichte an UNESCO-Welterbestätten.
- 40:13Das Deutsche Zentrum für Luft-
- 40:14und Raumfahrt forscht an klimaneutralen Treibstoffen für Luftverkehr.
- 40:18In Sachsen-Anhalt soll die größte Forschungsanlage der Welt für strombasierte
- 40:22Kraftstoffe entstehen.
- 40:24Außerdem ein Bauboom, jetzt angefeuert durch das Sondervermögen für Infrastruktur,
- 40:29das besonders schnell auch durch die Landesregierung auf die Straße gebracht
- 40:34werden wollte, dieses Geld.
- 40:37Also das sind Dinge, die tatsächlich auch passieren und von denen so zumindest
- 40:42die Vermutung einiger oder der Eindruck einiger zu wenig gesprochen wird.
- 40:48Das kann ich so nur unterstreichen und ich hoffe, dass es den Menschen hier
- 40:51im Land, also den normalen Durchschnittsmenschen auch zugutekommt,
- 40:55was hier an Zukunftsprojekten und Entwicklungen herkommen soll,
- 41:00beziehungsweise wie sich das hier weiterentwickelt.
- 41:02Mein Appell ist, hier zu bleiben. Es ist wunderschön hier und ich würde mir
- 41:06so wünschen, dass mehr Menschen sich mit Sachsen-Anhalt im Speziellen beschäftigen
- 41:10würden, aber eben die politischen Aussichten helfen da jetzt nicht besonders.
- 41:15Wir hatten beispielsweise ja schon eine Phase, wo wir auch einen größeren Zuzug
- 41:19wieder oder beziehungsweise Rückzug in den Osten erlebt haben.
- 41:22Dieser Trend hat sich, ich sage mal, abgeflacht.
- 41:28Und ich hoffe, dass die Außenwahrnehmung Ostdeutschlands und speziell Sachsen-Anhalts
- 41:33irgendwie nochmal besser wird. Und ich kämpfe dafür.
- 41:36Aber ich nehme mal was mit, was Sie gerade gesagt haben. Und das ist vielleicht
- 41:38auch mal Thema für einen weiteren Podcast. Denn das ist ein bisschen mein Thema,
- 41:42ehrlich gesagt, mein Grundthema, das ich seit Jahren habe.
- 41:45Und das ist gesamtdeutsch. Das spielt überall in Deutschland.
- 41:48Das ist das, was Sie vorhin gesagt haben, dass uns was verloren geht.
- 41:50Und zwar, wir brauchen nicht noch weitere sanierte Marktplätze.
- 41:54Die sind schön, aber wenn da nichts los ist, helfen sie auch nicht weiter.
- 41:57Was wir brauchen, ist wieder neue Gemeinschaft. Wir brauchen wieder ein Gefühl
- 42:03von Zusammengehörigkeit. Wir brauchen etwas zu tun. Wir brauchen Erlebnisse,
- 42:07die Menschen miteinander haben.
- 42:09Das gab es eine lange Zeit mal auf dem Dorf, wenn Kirchweih war und dann das
- 42:15einzige Wirtshaus Party gemacht hat. Oder es gab sogar im kleinen Dorf mehrere
- 42:19Wirtshäuser. Auch das gibt es in Bayern ja mittlerweile an vielen Orten nicht mehr.
- 42:24Auch da stirbt ja was weg. Ich glaube, wir können manchmal viel lernen von Gegenden
- 42:30in Südeuropa, also in Italien, in Griechenland zum Beispiel,
- 42:34wo sie sich immer noch bewahrt haben.
- 42:36So eine Gemeinschaft einfach. Es fängt in der Familie an, geht über das Dorf
- 42:40hinaus und das hat viel auch zu tun mit einem Einzelhandel, der vor Ort noch
- 42:46vorhanden ist, mit Ärzten, die es vor Ort noch gibt, mit der Möglichkeit.
- 42:51Etwas vor Ort zu erleben und zwar bis hin ins kleinste Nest.
- 42:56Und ich glaube, das ist essentiell, weil sonst verlieren wir etwas in diesem
- 43:00Land und zwar weit über die Landesgrenzen von Sachsen-Anhalt hinaus,
- 43:03was wir nicht verlieren sollten und was uns allen gemeinsam am Ende total fehlen
- 43:08wird. Und das spüren wir, glaube ich, jetzt schon.
- 43:11Und zwar, wie gesagt, überall in diesem Land. Das ist so ein bisschen das,
- 43:14worüber vielleicht wir generell mal noch viel stärker reden müssten,
- 43:18als wir das jetzt aktuell schon tun.
- 43:20Das wird passieren, kann ich mir vorstellen und,
- 43:24wir werden natürlich auch die Wahl in knapp einem Monat aufmerksam,
- 43:28beobachten und an der Stelle möchte ich erstmal Danke aber für heute sagen an
- 43:33den Politikwissenschaftler Professor
- 43:35Marcel Lewandowski von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
- 43:40Vielen Dank. Schön, dass das geklappt hat.
- 43:43Und auch danke an Alexander Prinz, Content Creator oder auch bekannt als der
- 43:49dunkle Parabelritter. Vielen Dank. Dankeschön.
- 43:53Wenn euch die Folge gefallen hat, dann freuen wir uns sehr über eine positive
- 43:57Bewertung oder Feedback, Anmerkungen entweder als Kommentar oder an heutischneuminospodcast.zdf.de.
- 44:04Helene, darf ich noch eine kurze Frage stellen? Ja, bitte. Ganz kurz vor.
- 44:07Ich weiß sowieso schon, was kommt. Wo ist unser zweites Thema geblieben eigentlich?
- 44:12Ich vermisse das so ein bisschen. Hast du das jetzt so langsam,
- 44:14läuft das so aus, unser zweites Thema oder verschluderst du das absichtlich?
- 44:17Nein, es können ja gerne auch nochmal die Leute, die zuhören,
- 44:21Bezug nehmen, sagen, ob sie sich in jeder Folge ein zweites Thema hier wünschen würden.
- 44:28Wir haben oft den Eindruck, dass tatsächlich das erste Thema,
- 44:30über das wir sprechen, schon sehr komplex ist auch jetzt.
- 44:33Du wirst gar nicht wissen, wie viele Sachen ich mir hier eigentlich noch aufgeschrieben
- 44:36hatte, über was ich gerne gesprochen hätte.
- 44:38Ich weiß. Da haben wir jetzt gar nicht die Zeit zu gehabt. Umso wichtiger ist
- 44:40es, ein zweites Thema zu haben, das weniger komplex ist und einem ein bisschen das Herz öffnet.
- 44:44Na oder wir machen mal eine Stunde Podcast. Wir versuchen ja immer so bei einer
- 44:47halben Stunde zu bleiben oder zwei Stunden oder drei Stunden,
- 44:50aber irgendwann muss man ja mal zum Ende kommen.
- 44:52Okay Helene, ich wollte eigentlich auch nur ganz kurz festhalten,
- 44:54du weißt, ich bin großer Fan des zweiten Themas, nur damit es nicht verloren
- 44:57geht an dieser Stelle. Sorry fürs Reingrätschen. Ist angekommen.
- 45:00Also danke auch an dich Christian und danke an euch da draußen. Bis nächste Woche.
- 45:11Heute Journal der Podcast wird produziert von Pool Artists.