Latest / Gegen den Strom / Die Demokratie wurde durch die Medien außer Kraft gesetzt – Roger Köppel
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- 0:00Ich bin sicherlich klar meine, ich bin sozusagen innerlich, bin
- 0:04ich natürlich, mein Herz schlägt eher für Israel als für die
- 0:08Mulas. Ich finde das zum Teil fast
- 0:09unerträglich, was da in den letzten paar Jahren alles
- 0:12fabuliert und fabriziert wurde, man hat ja gar nicht mehr
- 0:15analysiert, man hat gar nicht mehr nachgedacht, man nach
- 0:18Feindbilder bewirtschaftet, man hat sozusagen eine Dämonologie
- 0:21betrieben, wenn es nur noch eine Meinung gibt zum Thema Ukraine,
- 0:25zum Thema Putin, zum Thema Trump, zum Thema Corona, zum
- 0:29Thema Migration. Und zum Thema Klima, wenn da nur
- 0:31noch eine Erzählung als die wahre und die Tolerierbare
- 0:35angesehen wird, dann haben sie faktisch durch die Medien die
- 0:38Demokratie außer Kraft gesetzt. Wird hier regiert durch die
- 0:42Mobilisierung von Angst gegen den Strom zur Person?
- 0:58Hallo bei gegen den Strom. Wir präsentieren Positionen und
- 1:03Perspektiven, welche die Propaganda Medien verschweigen,
- 1:08unabhängig, kritisch, gut gelaunt, das ist sein Motto bei
- 1:14Kommentaren und Analysen. Er sagt von sich selbst, ich bin
- 1:20eine Art intellektuelle Müllabfuhr, die den ganzen
- 1:23Schutt wegräumt, damit man mal wieder klar sehen kann, er ist.
- 1:27Herausgeber und Chefredakteur der Weltwoche Willkommen, Roger
- 1:31Köppel. Servau wir.
- 1:33Haben ja eine Gemeinsamkeit. Wir waren im Krieg in der
- 1:36Ukraine auf beiden Seiten der Freund, wir kennen beide Seiten,
- 1:42wir gehören zu den wenigen, die uns auch auf der anderen Seite
- 1:46umgesehen haben. Warum ist das in ihren Augen so
- 1:48wichtig? Also an der Front war ich nicht,
- 1:51da kann ich mich nicht, darüber kann ich nichts sagen und.
- 1:57Wenn man. Auf allen Seiten unterwegs ist.
- 2:01Dann stellt man vielleicht fest, dass alles, was man zu wissen
- 2:04glaubt, vielleicht doch nicht unbedingt stimmt.
- 2:09Wird ein bisschen demütiger und ja, für so die Weltwoche, auch
- 2:16für mein Verständnis vom Journalismus ist natürlich der
- 2:18unkonventionelle Ansatz wichtig, wenn alle sich in ihrem Urteil
- 2:22so sicher sind. Wo die Bösen und wo die guten
- 2:25Sitzen. Man geht bei mir immer so ein
- 2:28kleines Alarmglöcklein los und dann denke ich, fühle ich mich
- 2:32genötigt, vor allem auch dann mit denen zu sprechen, mit denen
- 2:35niemand mehr redet, hat man gesagt, ja, fühle mich dann
- 2:39gedrängt oder man wird in diese Rolle gerückt, zwangsläufig,
- 2:42dass man da fast schon zum Pflichtverteidiger.
- 2:45Der einen gegen die anderen. Kommt, aber ich glaube, für uns
- 2:49Außenstehende ist einfach wichtig, gerade in Kriegen, in
- 2:53schwierigen Situationen, bei Konflikten.
- 2:56Immer wieder gegen den Strom zu gehen, gegen den Strich
- 3:00Gegensteuer zu geben, nicht weil man selber die Wahrheit
- 3:05gepachtet hätte, aber vielleicht, weil man den
- 3:07offiziellen Wahrheiten nicht so rasch vertrauen sollte.
- 3:11Wer gegen den Strom schwimmt, findet die Quelle.
- 3:15Wäre schön. Manchmal erfährt das ist ja
- 3:18auch, man kann auch im Gegenstrom irgendwo im Unterholz
- 3:22landen, aber. Ich bin eigentlich mit diesem
- 3:25Prinzip nicht schlecht gefahren. Man hat immer gesagt, Ja, Köppel
- 3:28schon früher, also ich bin ja schon lange journalistisch
- 3:30tätig, ja, also wenn die ganze Schweiz das sagt, dann sagt
- 3:34Köppel etwas anderes. Wissen Sie, das stimmt ja
- 3:36richtig, genau das ist eigentlich der journalistische
- 3:39Auftrag, glaube nie das, was die Regierungen oder was da die
- 3:43tonangebenden Kreise als Wahrheit ausgeben, das ist doch
- 3:48der Journalismus, Skepsis. Misstrauen hoffentlich auch
- 3:52gegenüber sich selbst. Und immer neugierig bleiben und
- 3:56eben ja nicht in diesen Hochmütigen moralismus.
- 4:00Verfallen. Da hat ja vielleicht Karl Marx
- 4:02Recht gehabt, wenn er gesagt hat, die herrschende Meinung ist
- 4:06meistens auch die Meinung der Herrschenden.
- 4:08Gut, ich würde natürlich sagen, dass Karl Marx eigentlich in.
- 4:13Mehr oder weniger allen fundamental geirrt hat.
- 4:17Und wenn es natürlich Berührungspunkte gibt mit der
- 4:21Wahrheit, dann werden sie natürlich rein zufälliger Art,
- 4:24aber das stimmt. Die, die die vorherrschende
- 4:28Meinung, ist oft die Meinung der Herrschenden und die Medien
- 4:33haben den Auftrag vor allem auch immer wieder die andere Sicht
- 4:39hineinzubringen, einfach auch deshalb.
- 4:42Um den Menschen in seiner Neigung zur Anmaßung etwas zu
- 4:48verunsichern. Denn das ist ja der Mensch, ich
- 4:51sie vermutlich auch, wenn wir mal eine Erkenntnis gewonnen
- 4:55haben oder glauben, eine gewonnen zu haben, dann bilden
- 4:57wir uns drauf, was ein, ja, was haben wir jetzt hier diesen
- 5:00Krieg durchschaut, oder wir sehen es viel schlauer, nein,
- 5:04nein, immer ein bisschen dagegenhalten, dass man nicht
- 5:07abhebt, was ist die Aufgabe, wir sind eigentlich.
- 5:11Weniger Müllabfuhr wir produzieren eigentlich zu viel
- 5:14Müll dafür. Der Journalismus, um uns als
- 5:15Müllabfuhr zu bezeichnen, aber wir sind manchmal doch auch die,
- 5:19die vielleicht etwas erden können.
- 5:22Licht ins Dunkel oder einfach nur auch die allgemeine
- 5:25Überforderung aus unterschiedlichen Seiten
- 5:27beleuchten, ohne in Arroganz selber hinein sich zu steigern.
- 5:33Sie waren mal bei der Neuen Zürcher Zeitung, heute sind Sie
- 5:35Chefredakteur der Weltwoche, positionieren die Weltwoche.
- 5:39Ja, man kann sagen, abseits der selbsternannten Qualitätsmedien.
- 5:43Wie schätzen Sie heute die Schweizer Medienlandschaft ein?
- 5:47Also mit dem Begriff Qualitätsmedien hatte ich immer
- 5:50Mühe, weil als Journalist weiß. Sich natürlich, wie viele Fehler
- 5:54und wieviel Mangel an Qualität in vielen Zeitungen drin ist,
- 5:58auch in Guten. Und ich bin ein
- 6:02leidenschaftlicher Journalist. Ich finde das auch einen tollen
- 6:05Beruf und. Warne aber auch davor oder kenne
- 6:09gewisse journalistische Berufskrankheit neben sich
- 6:12selber da zu überschätzen oder eben diese Qualitätsdiskurse.
- 6:16Das hat mich in den letzten Jahren zunehmend gestört, dass
- 6:18man sagt, das sind jetzt die. Qualitätsmedien also.
- 6:21Das ist sozusagen das Schwimmabzeichen oder der Orden,
- 6:24den man sich selber verleiten. Da muss man vielleicht auch
- 6:27wieder ein bisschen marxistisch oder mit Marx dahinterschauen,
- 6:32was stehen da für Absichten und für Interessen.
- 6:34Dahinter, wenn plötzlich solche Begriffe.
- 6:37Gekommen. Und ja, die die Weltwoche ist
- 6:40natürlich ein alter Qualitätstitel.
- 6:43In der Schweiz, zählt auch zu den etablierten, langjährigen,
- 6:49auch angesehenen Medienhäusern unseres Landes und hat dort
- 6:53eigentlich immer eine Sonderrolle eingenommen als
- 6:56unkonventionelle Stimme, das heißt, das hat man mir hier auch
- 7:01so beigebracht, ich habe ja mit vielen Leuten von meiner beim
- 7:04Stellenantritt darüber auch mich unterhalten.
- 7:07Mit der Geschichte dieses Titels auseinandergesetzt das
- 7:10unkonventionelle man nimmt sich hier in dieser Redaktion, das
- 7:14muss man auch immer wieder die Freiheit heraus, die Dinge von
- 7:18einer anderen Seite zu beleuchten, das heißt natürlich
- 7:21immer auch etwas, den Leser zu verunsichern, weil das schaffen
- 7:26wir auch nicht immer. Nicht einfach eine Erwartung zu
- 7:29bestätigen, eben ein Evangelium zu verkünden, sondern eben
- 7:33dieses Widerspenstige, dieses gegenläufige.
- 7:36Und das zeichnet die Schweiz insgesamt aus, auch als Land.
- 7:39Wir sind nicht EU Mitglied, wir machen viele Dinge anders, wir
- 7:42haben eine andere Demokratie, und dieser, ich sag jetzt mal
- 7:47für die Schweiz sehr, sehr vorteilhafte Staatsaufbau führt
- 7:50auch dazu, dass wir ein insgesamt.
- 7:54Qualitativ hochstehendes Mediensystem haben gute
- 7:57Journalisten, aber wir wollen nicht zu sehr loben, weil dann
- 8:01fängt die Einbildung schon an. Also es gibt.
- 8:04Viele Missstände, die man auch hier beleuchten kann, aber
- 8:06insgesamt sicherlich ein ein gutes Niveau, das aber auch
- 8:14etwas mit dieser merkwürdigen, anarchischen Staatsordnung zu
- 8:18tun hat. Die Medienforschung stellt fest,
- 8:21dass über die Ländergrenzen hinweg die großen Medien dem
- 8:27Propaganda Narrativ der Staatspolitik folgen.
- 8:31Ist das auch in der Schweiz so? Also Journalisten laufen immer
- 8:37Gefahr, Hofschranzen der Macht zu sein.
- 8:42Das ist ja irgendwo auch verständlich, weil ein.
- 8:47Ein Journalist bezieht natürlich irgendwo auch seine soziale
- 8:51Anerkennung und seinen Status und sein Prestige aus dem
- 8:54Zugang, den er bekommt, zu den Mächtigen, zu den
- 8:59Einflussreichen, zu den Stars. Und ich habe lange im Kultur und
- 9:03Sportjournalismus gearbeitet, und natürlich war das für mich
- 9:07ein Highlight, wenn ich mal ein dreistündiges Interview mit dem
- 9:11ACDC Gitarristen Angus Young führen konnte und ich hätte
- 9:15dieses Interview sicher nicht bekommen, wenn ich.
- 9:17Meine Karriere bis dahin auf total verrissen des des Werks
- 9:22von ACDC aufgebaut hätte und in der Politik ist natürlich auch
- 9:26so, dass selbstverständlich die Korridore der Macht, die sind
- 9:30nicht für alle gleichermaßen offen und das hat etwas sehr
- 9:34verlockendes und da ist es natürlich schwierig, irgendwo
- 9:38die die macht, auch die die eigene Position zu finden.
- 9:43Mein Eindruck in den letzten Jahren, Jahrzehnten.
- 9:47Als Journalist, der quasi von außen gekommen ist, eben aus dem
- 9:51Kultursport viel später eigentlich erst in den
- 9:53politischen Berichterstattungsmodus.
- 9:57Tatsächlich, dass ein großes Maß an Konformität da ist und das
- 10:04einfach so eine Art stillschweigende Konvention, was
- 10:08man schreiben soll, was man gut finden soll, das gibt es in
- 10:11allen Genres der Politik, des Journalismus.
- 10:14Bei den Filmen welche Filme darf man gut finden?
- 10:17Was sind die angesagten Regisseure und so weiter in der
- 10:20Politik ist es noch ein bisschen stärker und da hat mich mal ein
- 10:26ein Interview, das ich mal führen durfte, auch mit so einem
- 10:28Superstar, da des Journalismus mit Ben Bradley von der
- 10:31Washington Post, Watergate Chefredakteur, da hab ich ihn
- 10:37gefragt, was ist eigentlich der wichtigste Grundsatz im
- 10:39Journalismus, hat er gesagt, 2 Dinge erstens.
- 10:45Besorgen Sie sich einen guten Eigentümer, in denen sie
- 10:49arbeiten müssen. Das ist ganz wichtig und das
- 10:51zweite glauben sie einfach nie etwas, was Ihnen die Regierung
- 10:55sagt. Das ist natürlich die Erfahrung
- 10:57des Vietnamkriegs der kritischen amerikanischen Medien, der
- 11:00nächsten Berichterstattung, das ist für mich schon auch ein
- 11:03Heldenzeitalter, wenn man so will, des Journalismus, und das
- 11:07hat sich in den letzten Jahren schon stark in eine andere
- 11:10Richtung verändert, sodass eben. Auch nicht Journalisten.
- 11:15Ich will hier nur ein Beispiel nennen.
- 11:17Der deutsche Regisseur Werner Herzog, den ich sehr schätze im
- 11:22Zuge der ganzen Berichterstattung über jetzt,
- 11:24nicht nur Corona und und diese Themen, sondern auch dann vor
- 11:28allem nach dem Ukrainekrieg in einem großen Interview mal
- 11:31geraten hat, also. Journalist Journalismus müsse
- 11:36doch den offiziellen Erzählungen von Gut und böse Misstrauen.
- 11:40Und ich glaube, diesen Eindruck haben viele Leute, und darum
- 11:43wenden Sie sich auch ab von vielen etablierten Medien.
- 11:46Sie sagen, das ist für mich nicht mehr unabhängige
- 11:48Berichterstattung, sondern das sind eingebettete Journalisten,
- 11:53die allerdings behaupten, nicht eingebettet zu sein, hier stimmt
- 11:56etwas nicht mehr, die Nähe zwischen Staat und.
- 12:00Medien ist zu groß geworden das hat natürlich auch damit zu tun.
- 12:04Letzter Punkt, dass dass Staaten auch in der Schweiz die Medien
- 12:09zum Teil subventionieren und dass auch Bestrebungen im Gang
- 12:12sind, hier eben die Qualitätsmedien zu
- 12:15subventionieren, kurz zu kaufen, das sind gefährliche
- 12:18Entwicklungen. Die allerdings auch wieder
- 12:21kompensiert werden im Internet. Da gibt es dann wieder gegen
- 12:24Gegenbewegungen diese Tendenz. Diese Gefahr ist da, und im
- 12:28Moment beobachte ich einen starken Griff der Politik auf
- 12:32die Medien, eine Einschränkung der Medien, auch den Versuch,
- 12:37eben die Meinungsäußerungsfreiheit, die
- 12:40Vielfalt von Status wegen einer. Einzuschränken.
- 12:46Der Konformismus in den Medien das Hofschranzentum kam auch
- 12:50deutlich zum Ausdruck, als auch die Schweizer Medien sowie die
- 12:54Deutschen sowieso über ein wichtiges Ereignis gar nicht
- 12:57berichtet haben. Das ist nämlich die
- 12:59Sanktionierung von Jacques Beau. Durch die EU.
- 13:03Ein Mann, der der Schweiz in Kriegs und Krisengebieten als
- 13:08Offizier gedient hat, der kritische Bücher geschrieben hat
- 13:11und nun, weil er nicht mehr in den Propagandarahmen passt,
- 13:15sanktioniert wird. 20 schweizer, die freiheitsstrichler.
- 13:20Sind vor einiger Zeit nach Brüssel gefahren, um ihn
- 13:23erkennbar zu unterstützen. Sind auch in der Schweizer
- 13:26Botschaft empfangen worden. Warum reagiert die Presse nicht
- 13:30auf sowas? Es geht doch auch um die
- 13:31Freiheitsrechte der Presse. Das ist eine interessante Frage.
- 13:36Woher kommt das eigentlich? Das zeigt natürlich die
- 13:41Vereinnahmung eben dieser. Etablierten Medien oder gewisser
- 13:49etablierter Medien durch eine bestimmte Erzählung eben von Gut
- 13:54und böse. Und das ist für mich, und da
- 13:58reden wir jetzt im Zusammenhang mit Jakbo, reden wir über den
- 14:01Ukraine Krieg, vor allem, dem er sich da als Analytiker
- 14:06hervorgetan hat, mit Schilderungen, mit
- 14:10Darstellungen, die die. Die so nicht geteilt werden,
- 14:14eben in bestimmten politischen Kreisen oder quasi dem
- 14:18offiziellen Narrativ. Oder wie man dem sagt,
- 14:21widerspricht, da wird es sanktioniert, also wie ein
- 14:25Terrorist quasi behandelt. Das ist natürlich ein
- 14:28ungeheuerlicher Vorgang, und das Alarmierende ist tatsächlich,
- 14:31dass dass so etwas eigentlich gar nicht mehr als als Problem
- 14:35wahrgenommen wird, das stimmt ja nicht, das geschieht dem ja noch
- 14:38nicht, wenn einer so einen Unsinn erzählt und.
- 14:41Es da wagt sich da dagegen zu verhalten und das fühlt mich
- 14:47einfach an dem Punkt, wo man sagen muss, das ist jetzt eben
- 14:49die die Folge einer allzu konformistischen Öffentlichkeit,
- 14:55das einer, ich kann das nicht anders nennen, einer Gewackigen
- 15:00Fake News Orgie oder einer einer Einseitigkeit, die man im Umgang
- 15:07mit diesem Ukraine Krieg, mit diesem Ganzen.
- 15:11Diesem ganzen Unheil, was da jetzt tobt, seit vielen Jahren,
- 15:17was sich da abgebildet hat und muss ich ihnen sagen, das ist
- 15:20also schon, ich finde das zum Teil fast unerträglich, was da
- 15:23in den letzten paar Jahren alles fabuliert und fabriziert wurde,
- 15:27man hat ja gar nicht mehr analysiert, man hat gar nicht
- 15:29mehr nachgedacht, man hat noch Feindbilder bewirtschaftet, man
- 15:32hat sozusagen eine Dämonologie betrieben, aber.
- 15:36Verboten, sich mit den historischen Ursachen dieses
- 15:38Konflikts auseinanderzusetzen. Es hat gar keine Diskussion
- 15:42stattgefunden, quasi eine eine Verstümmelung des Denkens und
- 15:46auch der Demokratie, denn in der Demokratie müssen ja auch in
- 15:51öffentlichen Diskussionen unterschiedliche Sichtweisen
- 15:54aufeinander planen, dass man überhaupt eine Auswahl hat, und
- 15:56das ist natürlich etwas, was hier kulminierte, dass es gar
- 15:59keine Auswahl mehr geben durfte, wie man über diesen Konflikt
- 16:03redet, und wenn es dann einen noch macht, so.
- 16:06Sei es eine Zeitung, dann ist das eine Fake News Zeitung.
- 16:08Oder wenn es einer Macht wie der Jacques Beau oder andere, dann
- 16:12werden die wie Kriminelle auf eine auf eine Sanktionsliste
- 16:15gestellt und das sind schon ungeheuerliche Vorgänge, die
- 16:19natürlich auch alarmierend sind und zeigen, dass wir die ein
- 16:23Grundpfeiler eigentlich unserer Demokratie nicht mehr
- 16:25gewährleistet ist. Und das heißt, selbst wenn
- 16:28jemand wie Jacques Beau den größten Unsinn erzählt, ist
- 16:31solange niemanden verleumdet, kein.
- 16:33Strafrechtlichen Grundsatz verletzt, dann ist er frei zu
- 16:38sprechen, dann darf der Staat ihn doch nicht behelligen und
- 16:42andere damit einschüchtern. Also hier sind wir auf einer
- 16:45ganz abschüssigen Bahn und ich sage, ich bin Journalist, Ich
- 16:48bin Medienunternehmer und das kommt daher, wenn eben in
- 16:52demokratischen Öffentlichkeiten, und das gibt es, das steht schon
- 16:55in der Klassiker der Klassiker der politischen Theorie, da hat
- 16:59schon Dockville gewarnt, andere haben gesagt, in Demokratien
- 17:02kann der Meinungsfall. Des Konformismus eine totalitäre
- 17:06Macht werden. Und darum braucht es ja diese
- 17:08Medien, die eben diesen Widerstreit, diesen Wettstreit
- 17:11der Ideen aufrechterhalten und, und das gilt es immer wieder zu
- 17:17Unternehmen, Klaras Weltwoche profitiere ich vielleicht auch
- 17:22davon, je einseitiger das andere ist, umso einfacher ist es, sich
- 17:25von dieser. Einseitigkeit vorteilhaft
- 17:27abzuheben aber das ist die Folge einer.
- 17:33Undemokratischen Vereinseitigung des Meinungsbilds denn wenn es
- 17:36nur noch eine Meinung gibt zum Thema Ukraine, zum Thema Putin,
- 17:42zum Thema Trump, zum Thema Corona, zum Thema Migration, zum
- 17:45Thema Klima, wenn da nur noch eine Erzählung als die wahre und
- 17:50die Tolerierbare angesehen wird, dann haben sie faktisch durch
- 17:54die Medien die Demokratie außer Kraft gesetzt, weil dann gaukelt
- 17:57man den Wählern vor, dass es keine Alternative mehr gibt,
- 18:01keine Auswahl der. Perspektiven quasi, wie wenn es
- 18:05der. Staat und da bestimmte Instanzen
- 18:07die Wahrheit gepachtet hätten. Also dann sehen wir sehr schnell
- 18:11wieder in einer politischen Wirklichkeit, die irgendwo.
- 18:16Vor der Aufklärung anzusiedeln ist.
- 18:18Und dann? Sehen wir hier einen Rückfall in
- 18:19die Inquisition? Ja, ich meine, der Versuch ist
- 18:22aber, wissen Sie, das ist ganz wichtig, man muss das ohne
- 18:25jegliches, ohne jeglichen Moralismus und auch ohne
- 18:29jegliches Drama vor Augen sich halten.
- 18:32Was wir hier erleben, ist doch im Grunde nichts Neues unter der
- 18:37Sonne. Also seit die ersten
- 18:40Höhlenmenschen aus ihren Höhlen gekrochen sind und und
- 18:43Gemeinschaften gebildet haben, die man dann irgendwie regeln
- 18:47musste, mit Macht und Ohnmacht. Und dann hatte man das
- 18:50Verhältnis zwischen dem Einzelnen und dem Kollektiv, dem
- 18:52Staat, oder wie man das immer nennen will, ist die Freiheit
- 18:57ein stets bedrohtes gut gewesen. Ich meine, schauen Sie mal die
- 19:00Geschichte an. Aber doch nicht
- 19:02selbstverständlich. Demokratie ist ja heute auch
- 19:04nicht mehr Freiheit, individuelle Menschenrechte,
- 19:08über die man immer so gerne redet.
- 19:09Ja, wo sind denn die, wenn einer nicht mehr sagen darf, was er
- 19:13will? Wenn da gleich, wenn du dann
- 19:14abgeholt wirst, am morgen oder auf der Sanktionsliste anders.
- 19:18Und ich glaube, die Botschaft von diesen Vorgängen ist doch
- 19:21für uns heute, auch für mich, mach die Augen auf das.
- 19:26Das ist alles. Das sind alles Errungenschaften,
- 19:29freiheitliche Errungenschaften. Für die unsere.
- 19:31Vorfahren gekämpft haben. Ich will es jetzt nicht
- 19:34sozusagen melodramatisch ausdrücken, aber das ist nichts
- 19:37Selbstverständliches und die Demokratie, die Freiheit muss
- 19:41immer wieder neu errungen und verteidigt werden und die Gegner
- 19:45der Freiheit, die Gegner dieser Vielfalt und der Demokratie, die
- 19:50kommen ja nicht und sagen. Wir sind die Gegner der
- 19:53Demokratie, wir sind die Gegner der Freiheit, ganz im Gegenteil,
- 19:58sie kommen. Natürlich im Gewand des
- 20:01Wohltäters. Ja, wir wollen die Demokratie
- 20:04schützen, wir wollen die Informationen schützen gegen
- 20:07Fake News. Wir wollen den Bürger schützen
- 20:11vor Verirrenden verwirrenden und verirrenden Botschaften, die ihn
- 20:15auf einem falschen Weg führen können.
- 20:17Und das sind so diese Schalmeienklänge.
- 20:19Ich finde das eigentlich hochinteressant, das heute zu
- 20:22beobachten, diese Prozesse, ich hab das früher nur aus so
- 20:24Geschichtsbüchern gekannt. Und jetzt merkt man, du, wir
- 20:28stecken wieder mittendrin und das ist eigentlich eine
- 20:31großartige Zeit für Journalisten, weil da können sie
- 20:34das tun, was sie am liebsten tun, nämlich da ein paar Masken
- 20:37Herunterreißen, entlarven und den Leuten wieder einmal.
- 20:42Sagen Freunde, öffnet die Augen, das ist gefährlich.
- 20:45Hier geht es nicht einfach nur um den Body Maß Index und ein
- 20:48Paar. Schöne Wohlfühlthemen, sondern
- 20:52wir sind wieder mal am Eingemachten.
- 20:54Wir müssen in Europa wieder mal die Freiheit verteidigen, die
- 20:58Demokratie und hoffen wir, dass es nicht ist wie 1945 an uns,
- 21:03die Amerikaner und die Russen von uns selber retten mussten,
- 21:07auch diese. Maßnahmen in der EU erleben
- 21:10braucht die Europäische Union, braucht insbesondere Deutschland
- 21:14als die bestimmende Kraft in der EU.
- 21:17Heute in Sachen Demokratie wieder Hilfe von außen.
- 21:21Also gut, wir. Können ja hier offen sprechen.
- 21:24Also Deutschland braucht sowieso Demokratie, Nachhilfe, aber das
- 21:28ist ja auch kein Wunder, Deutschland ist ja noch eine
- 21:31sehr junge Demokratie. Also in der Schweiz sind wir
- 21:35immer noch am Üben. Wir üben jetzt seit etwas über
- 21:37700 Jahren. Kann man sagen, für das machen
- 21:41wir auch noch ziemlich viele Fehler, denn es gibt nämlich
- 21:43auch demokratische Missstände oder undemokratische Phänomene.
- 21:47Ich war ja ein Parlament, ich hab das gesehen, wie da
- 21:50verfassungsartikel, Volksentscheide des Souveräns,
- 21:54des obersten Verfassungsgebers wurden vom Parlament einfach
- 21:57nicht umgesetzt, im Bereich der Zuwanderung, ja, das können wir
- 22:01nicht umsetzen, das setzen wir nicht um, beziehungsweise wir
- 22:04setzen es natürlich um, aber. Aber so, dass es gar nicht
- 22:07gemerkt wird, dass man es umsetzt, also dass es nichts
- 22:09ist. Wir haben auch unsere
- 22:10Missstände. Ich will hier also nicht
- 22:12arrogant klingen, aber es ist vielleicht nicht so falsch, sich
- 22:15in Sachen Demokratie an den Schweizern zu orientieren, weil
- 22:19wir längere Übung haben, und da hapert es dann manchmal bei den
- 22:22Deutschen, weil der Deutsche, ich bin selber 25% deutscher, er
- 22:27hat so etwas eine Neigung zum Oberlehrer und zum Moralisten
- 22:32und. Vor allem, wenn man dann mal in
- 22:33so öffentlichen Funktionen ist. Mit der Demut hat man es dann
- 22:37weniger. Man bildet sich dann ein, das
- 22:39Rad erfunden zu haben, von dem man noch gar nicht weiß, wie es
- 22:42eigentlich so richtig funktioniert.
- 22:44Also ganz klar, also Nachhilfe ist immer gut, Deutschland
- 22:49sowieso, und die EU ist dann noch mal ein Spezialvolk, um
- 22:53vielleicht darauf zu sprechen, in der Schweiz, glaube ich,
- 22:56würden viele sagen, die EU ist eine gut gemeinte aus
- 23:01historischen. Nach sehr legitimen und
- 23:04ehrenwerten Gründen entstandene institutionelle Fehlkonstruktion
- 23:09und das, was wir heute sehen, das sind Symptome von
- 23:14Konstruktionsfehlern, die man einfach wie immer, wenn
- 23:19nirgendwo es irgendwo eine Fehlschaltung gibt, die man mit
- 23:21aller Offenheit zur Kenntnis nehmen muss, um dann die
- 23:25entsprechenden korrigierenden Eingriffe zu machen, aber in der
- 23:28Politik ist es halt leider oftmals so, dass eben.
- 23:32Diese Fehler nicht korrigiert werden, weil man sich es leisten
- 23:34kann, weil man glaubt das noch bezahlen zu können.
- 23:37Da muss dann eine härtere Abrissbirne kommen, muss das
- 23:41Geld zuerst ausgehen, da muss es, da muss viel passieren.
- 23:44Im Unternehmen könnten sie sich nie das erlauben, diese
- 23:47Missstände wie in der Politik, wenn ich im als Unternehmer die
- 23:51Kunden missachte, so wie zum Teil in Deutschland oder in
- 23:55anderen Ländern und auch bei uns die Wähler missachtet werden,
- 23:58wie man ihre. Entscheide nicht ernst.
- 24:00Also da wärst du als Unternehmer schon längstens bankrott.
- 24:04In Brüssel wirbt die EU mit Plakaten, auf denen steht, wir
- 24:08sind die größte transnationale Demokratie der Welt.
- 24:12Stimmt das? Ich glaube, es gibt gar keine
- 24:15transnationale Demokratie. Das ist eine Unmöglichkeit.
- 24:22So etwas kann es gar nicht geben, denn eine Demokratie ist
- 24:27zwingend auch. Auf ein bestimmtes Gebiet
- 24:31konzentriert, auf ein begrenztes Gebiet, eine
- 24:34Gebietskörperschaft, auf ein Demos, auf eine Bevölkerung, die
- 24:41eben diese Demokratie dann ausübt und eine demokratische
- 24:44Staatsverfassung, die innerhalb dieser Grenzen die Macht
- 24:48begrenzt, der betreffenden Politik des Staates und
- 24:52kontrolliert wird durch ein Volk, durch eine Bevölkerung,
- 24:57die der souverän ist. Und wenn sie natürlich eine
- 25:00transnationale Demokratie haben, ja, wo ist denn das Demos, wo
- 25:05sind die Grenzen, wo sind die Strukturen, wo sind die Checks
- 25:09und Balances, und dann sind sie da eben schnell einmal in einer
- 25:12Situation, wie wir sie in der EU beurteilen und beobachten, alle
- 25:16sind. Für alles verantwortlich, aber
- 25:18niemand für etwas. Dann haben sie Phänomene wie den
- 25:21Euro Sie eine Einheitswährung nehmen, über unterschiedlichste.
- 25:25Volkswirtschaften, die Deutsche, die griechische, die
- 25:29Italienische, die spanische. Das funktioniert ja nicht, die
- 25:32ist ökonomisch unmöglich, da muss man Geld zahlen, braucht es
- 25:37Finanzausgleich, solange dann einer Zahlen kann.
- 25:42Bei den Grenzen hat man es gesehen, wenn alle für die
- 25:45Grenzen die Außengrenzen zuständig sind, dann ist eben
- 25:48niemand verantwortlich und die. Die Staaten an der Außengrenze
- 25:52haben gesagt, was sollen wir da jeden Migranten registrieren,
- 25:55dann bist du ja der Dumme, dann muss ich ja diese Migranten auch
- 25:58wieder nach Hause bringen, geben wir denen lieber ein Zugbillet,
- 26:02dann gehen sie nach Deutschland, die wollen sowieso lieber in die
- 26:04Schweiz oder nach Deutschland, die wollen gar nicht in
- 26:06Griechenland bleiben oder in Italien, ich hab da schon
- 26:09Anekdoten erlebt im Gespräch mit italienischen Politikern, wieso
- 26:13kommen eigentlich all diese Migranten in die Schweiz oder
- 26:17was meinen sie? Ja, sie registrieren die doch
- 26:19nicht. Ja, natürlich registrieren wir
- 26:21die ja, wieso kommen dann so viele unregistriert in die
- 26:23Schweiz? Ja, das sei ein Phänomen, also
- 26:26ist jetzt kein Witz, hat mir einer erzählt, wissen sie die
- 26:30kommen und dann zum Teil verschwinden die einfach über
- 26:33Nacht, wir haben da gar keine Kontrolle mehr und ich mache gar
- 26:36keinen Vorwurf oder ich sage einfach das sind eben
- 26:39Konstruktionen, die der Wirklichkeit nicht standhalten
- 26:42und das ist immer das gleiche Problem überall, der Mensch wird
- 26:46arrogant, er bildet sich ein sie.
- 26:48Sie sagen, Transnationale Demokratie geht überhaupt nicht.
- 26:53Erleben wir im Fall Drag Beau und bei den Sanktionen in der EU
- 26:58gegen Personen, dass eine transnationale Despotie sehr
- 27:02wohl funktioniert. Ja, ich meine, das ist ja ein
- 27:05ein ein Argument, das schon lange gebracht wird.
- 27:08Auch in Deutschland haben ja berühmte Institutionen,
- 27:10Kritiker, die EU immer wieder da kritisch unter die Lupe
- 27:13genommen, wenn sie aus dem Wort Demokratie.
- 27:18Den Demos rausnehmen, also das Volk, dann bleibt ja nur noch
- 27:21die Kritik übrig, das ist die. Herrschaft griechisch haben sie
- 27:25natürlich am Schluss eine Herrschaft, dann haben Sie eine
- 27:28eine Regierung, die bestimmte Direktiven anordnet, bei denen
- 27:34man sich dann fragt, wie kommen die eigentlich zustande, und das
- 27:37hat mich ja früher, jetzt diesmal etwas anekdotisch
- 27:40Anschauend immer wieder verblüfft, schon lange, wenn
- 27:44beispielsweise abendspaziergänge, wenn.
- 27:46Während der Finanzkrise zwischen Kanzlerin Merkel und dem
- 27:49damaligen französisch Präsidenten Nicolas Sarkozy, da
- 27:52wurden ja gewaltige, zum Teil Finanzpakete geschnürt, so die
- 27:56teuersten 20 Minuten der abendländischen Geschichte, da
- 28:01hat man sich gefragt, wo sind denn jetzt hier eigentlich die
- 28:04die parlamentarischen Prozesse, ist da der Bürger gefragt worden
- 28:08und diese. Ja, demokratischen
- 28:14institutionellen Errungenschaften.
- 28:16Die muss man natürlich verteidigen und in der EU ist
- 28:18das Halt sehr schwierig, weil sich diese EU sozusagen mit
- 28:21diesen auch auf legitime Art und Weise und nachvollziehbar mit
- 28:25bestimmten Werten in Verbindung bringt und sich quasi zur
- 28:28Gralshüterin der Demokratie erklärt, zur Gralshüterin des
- 28:32Rechtsstaats. Wir sind der Rechtsstaat, andere
- 28:35sind das nicht unsere europäischen Werte, und das sind
- 28:38eben auch so rhetorische. Darstellungen, die gefährlich
- 28:44sind, weil man spürt schon die Hybris.
- 28:46Man spürt schon die Überheblichkeit, und heute ist
- 28:49es ja so je. Das Wort Demokratie ist ja
- 28:52vermutlich noch nie so häufig gebraucht worden im öffentlichen
- 28:55Diskurs wie heute, und man muss sagen, dort, wo am lautesten von
- 29:00Demokratie gesprochen wird, dort steckt vermutlich am wenigsten,
- 29:04am wenigsten Demokratie drin. Und Sie meinen?
- 29:07Diese supranationale Organisation Europäische Union
- 29:11sei wie geschaffen, als als zur Verhängung von
- 29:16Außerdemokratischen außergesetzlichen Sanktionen.
- 29:19Schauen Sie, es ist einfach eine ganz große Gefahr, dass eine
- 29:25solche Organisation zu wenig kontrolliert wird.
- 29:27Und wenn Sie müssen das ja nicht auf der Stufe eines
- 29:31Staatsphilosophischen Seminars abhandeln.
- 29:33Aber das Grundproblem ist doch das.
- 29:36Die Macht ist ein Problem, die Macht ist immer ein Problem und
- 29:41der Mensch hat über Jahrhunderte jahrtausende Techniken
- 29:46entwickelt, der Machtbegrenzung und am Schluss ist man
- 29:49eigentlich dazu übergegangen, dass man den Menschen selber
- 29:52zugetraut hat, nach der Aufklärung, dass er in
- 29:54Institutionen diese Macht kontrolliert, alle Macht geht
- 29:58vom Volke aus, steht zum Beispiel im deutschen
- 30:01Grundgesetz, steht sinngemäß auch im in der schweizerischen
- 30:05Verfassung und. Unter Gott, dem Allmächtigen
- 30:08also, da wird auch schon mal ne Machtschranke reingezogen, soll
- 30:12sich niemand einbilden, dass er quasi oberhalb des Allmächtigen
- 30:16steht. Ist nicht für alle Politiker
- 30:19selbstverständlich, man sieht ab und zu solche, die glauben, sie
- 30:24seien auf dem Allerobersten Thron und diese Checks und
- 30:28Balances, die funktionieren natürlich und innerhalb der
- 30:33Staaten, weil. Ein Staat ist ein begrenztes
- 30:36Gebiet, und je größer ein Staat wird, desto problematischer ist
- 30:40natürlich die Verfassungsordnung und die Vereinigten Staaten von
- 30:45Amerika sind ein sehr großer Staat, die aber ein
- 30:48funktionierendes demokratisches System haben, weil sie dort eben
- 30:53Staatsgrenzen haben. Sie haben ein Staatsvolk, das
- 30:55sich als solches identifiziert, einen souverän und.
- 31:00Und Sie haben die entsprechende Staatsverfassung, die dann
- 31:03sowohl von den Bürgern wie auch von den Gerichten überwacht
- 31:06wird, auf die Einhaltung und das System ist so aufgebaut aus
- 31:10einem Misstrauen gegenüber der Macht, und das ist auch in der
- 31:13Schweiz der Fall. Die Demokratie und die direkte
- 31:16Demokratie ist eine Staatsform des institutionalisierten
- 31:20Misstrauens des Bürgers gegenüber der Macht, aber wenn
- 31:23sie dann natürlich ein System haben, das über Staaten
- 31:27transnational. Ausgerollt wird das quasi
- 31:33großräumig als Oberstruktur mit schwierig zu benennenden
- 31:40Verantwortungen und Zurechenbarkeit, wo man nicht so
- 31:43genau weiß, wen muss ich eigentlich abwählen, wenn ich
- 31:47denn nicht mehr will, wo sie das Gefühl haben, dass dort
- 31:49Politiker hinkommen, die man bei sich zu Hause gar nicht
- 31:52gebrauchen konnte. Europa steht in Europa.
- 31:57Das sind natürlich alles alles Indizien, die Ihnen die die
- 32:03Problematik aufzeigen, und ich glaube tatsächlich, dass die
- 32:06Europäische Union in ihrer heutigen institutionellen Form
- 32:10in vielerlei Hinsicht eine Bedrohung für die Demokratie
- 32:14dasteht, nicht weil das Genuine. Antidemokraten wären oder
- 32:19bösartige Menschen, die dort arbeiten, sondern man einfach
- 32:21aufgrund dieser institutionellen Beschaffenheit eben die Gefahr
- 32:26des Missbrauchs der Kritik ohne Demos der Macht, die sich da
- 32:32allzu ungehindert entfalten kann und sich dann aber auch selber
- 32:37verneinte, sagen, ja dann, wir sind ja gar nicht mächtig, wir
- 32:39machen gar nichts, aber plötzlich merkt man, dass da
- 32:42schon etwas ist. Und dieses Unbehagen an dieser
- 32:45EU in. Ist im Wachsen begriffen.
- 32:48Das ist ja nicht nur etwas, was sie vielleicht mit Ihren Fragen
- 32:51jetzt zum Ausdruck bringen oder ich mit meinen versuchten
- 32:54Antworten, sondern wir sehen es ja, dass die Leute ein Unbehagen
- 32:58spüren, dass sie sich immer mehr Parteien zuwenden, die eben hier
- 33:02kritisch sind. In der Schweiz haben wir das
- 33:05alles schon in den 90er Jahren diskutiert, da waren diese
- 33:08Fragen akut. Wir sind den anderen etwas
- 33:11zuvorgekommen wegen unserer direkten Demokratie, weil wir
- 33:15darüber reden mussten und für uns das natürlich ganz
- 33:17elementare Fragen der Staatlichkeit sind.
- 33:20Aber diese direkte Demokratie hat im Falle Jacques Beaux wenig
- 33:25bewirkt. Ich war mit den 20 Gästen aus
- 33:29der Schweiz in der Schweizer Botschaft, und ein Botschaftsrat
- 33:34hat auf Nachfrage erklärt, man habe ja Jacques Beau.
- 33:39Keinen Diplomatenpass ausstellen können, um ihn zu schützen.
- 33:43Man könne ja auch nicht jedem Thailand Touristen, wenn er sein
- 33:47Geld mit leichten Mädchen ausgegeben hat, einen
- 33:50Diplomatenpass ausstellen. Ist das angemessen?
- 33:53Gut, ich kann jetzt über den betreffenden Herrn hier nicht
- 33:56sprechen. Er kann sich da nicht
- 33:58verteidigen, aber dieser Fall öffnet natürlich den Blick in
- 34:01Abgründe. Und wissen Sie, es ist doch ein
- 34:04absoluter Skandal, dass ein. Ein Schweizer Bürger, aber man
- 34:09es ist egal, ob es ein Schweizer ist oder nicht, ein Schweizer,
- 34:12dass ein Bürger aufgrund einer Meinung, die den Mächtigen nicht
- 34:16passt, ja, also fast schon viel vogelfrei erklärt wird, dass man
- 34:23ihm die Bankkonten sperrt, dass man in sozusagen die.
- 34:28Die Daseinsgrundlage raubt, dass man ihn dazu verurteilt,
- 34:32irgendwo um Almosen zu betteln. Dass er überhaupt noch
- 34:35existieren kann, dass man ihn wie einen Schwerverbrecher
- 34:37behandelt, das sind doch ganz gewaltige Missstände, die ihnen
- 34:41doch zeigen, dass diese eine Struktur, die so vorgeht, die
- 34:45hat doch überhaupt nichts mehr mit Demokratie zu tun, denn in
- 34:47der Demokratie gilt jede Meinung, jede falsche Meinung,
- 34:53die musst du widerlegen, die darfst du nicht verbieten und.
- 34:56Und das sind ganz elementare Dinge.
- 34:57Und sie sehen natürlich an solchen Sätzen, die sie jetzt
- 35:00gehört haben oder eben an diese Gleichgültigkeit, dass das ein
- 35:05schleichender Prozess ist, wie plötzlich solche demokratischen
- 35:09Selbstverständlichkeiten. Hätten sie von unserem
- 35:12Landgossenamt mehr erwartet? Ich hätte vielleicht von der
- 35:19Weltwoche mehr erwartet, dass wir schon in anderen Fällen
- 35:23dermaßen, so auch. Auf die Trommeln geschlagen
- 35:27hätten, ist der nicht der erste, der jetzt da sanktioniert wurde?
- 35:31Wo ist eigentlich der Aufschrei gewesen, als zum Teil russische
- 35:35Staatsbürger in Europa, wo man auch nicht genau weiß, was haben
- 35:40jetzt die eigentlich verbrochen, dass man denen die Häuser
- 35:43gesperrt hat, die Einreise verweigert hat?
- 35:45Mir sind Fälle bekannt, auch von Journalisten, die differenziert
- 35:50ihre Arbeit ausüben. Dass die auch auf solchen
- 35:54Sanktionslisten gelandet sind, und da muss man sich schon die
- 35:57Frage stellen, ich meine, gelten denn unsere Regeln nichts mehr
- 36:02und sind wir eigentlich nicht mehr bereit, wie im Kalten
- 36:04Krieg, sogar im Kalten Krieg war man ja bereit, auch eine Prafta,
- 36:09das durfte man ja lesen, machtest du sich nicht strafbar,
- 36:12wenn du da eine sowjetische Zeitung gelesen hast.
- 36:15Aber heute ist das was anderes, da werden also die russischen
- 36:18Portale verboten, warum eigentlich haben wir das
- 36:21Selbstvertrauen verloren? In unsere offene Gesellschaft
- 36:26haben wir das Gefühl, dass vielleicht das andere Narrativ
- 36:30wahr sein könnte, dass man mit Argumenten gar nicht dagegen
- 36:33ankommt. Das sind doch alles Alarmzeichen
- 36:35und der Fall Bo ist sozusagen wie die, wieso ein jetzt aus
- 36:39Schweizer Sicht ist das natürlich sozusagen ein
- 36:41Kulminationspunkt in negativer Hinsicht und eine ein
- 36:46grauenhafter Augenöffner, an welchem Punkt hier bereits sind
- 36:50und also das sind schon. Das sind sehr besorgniserregende
- 36:54Entwicklungen, die mir zeigen, dass dieser ganze Ukraine Krieg,
- 36:59und das ist jetzt schon die hoffnungsfrohe Variante, wie ein
- 37:02Spuk die Hirne auch vernebelt, dass man sich vergisst, dass man
- 37:07gar nicht mehr merkt, auf was für einem falschen Gleis man
- 37:10gelandet ist. Und glauben Sie mir, wenn es
- 37:13gelingt, diesen Krieg zu beenden, wenn sich da die
- 37:16Amerikaner und die. Russen einigen und und die
- 37:20Ukrainer dann irgendwann auch noch mit im Boot sind und die
- 37:24EU, dann wird das worüber wir jetzt reden von einem Tag auf
- 37:30den anderen wie Weggezaubert sein.
- 37:32Das ist wie die Corona Pandemie, die ja mit dem Moment, als die
- 37:36russischen Panzer die ukrainische Grenze überschritten
- 37:39hat, diese Pandemie weg vorher die absolute Obsession, übrigens
- 37:45auch die Klima. Thematik die grösste
- 37:48Menschheitsbedrohung aller Zeiten wurde ja aus den
- 37:50Schlagzeilen gedreht. Das zeigt Ihnen ja.
- 37:53Auch was für eine fiebrige, fiebrige Atmosphäre wir hier
- 37:57haben. Wird hier regiert durch die
- 38:00Mobilisierung von Angst, Corona, Russland, jetzt Iran?
- 38:05Also die Angst ist auch nichts Neues.
- 38:08Ich meine, sie ist ja ein langjähriger Journalist, also
- 38:11mit Ängsten, das ist ja auch etwas Reales, ist auch nicht
- 38:14verboten. Mit Ängsten zu regieren, wenn
- 38:17ein Politiker sagt, wir sollten eigentlich Angst davor haben,
- 38:21dass uns das Öl ausgeht, oder wir sollten vielleicht Angst
- 38:25davor haben, dass es nicht die schlauste Idee ist, die
- 38:28Kernkraftwerke abzustellen, wenn man jetzt nicht in der Lage ist,
- 38:32zum Beispiel die ganze Bundesrepublik mit mit
- 38:35Windrädern und Solarpanelen Vollzupflastern.
- 38:38Dann wäre das ja vielleicht eine legitime, ein legitimer Hinweis
- 38:42auf eine Sorge oder auf eine Angst, die man ja tatsächlich
- 38:45haben kann. Also die Politik wird immer mit
- 38:47Ängsten gemacht, manchmal sind es eingebildete, manchmal sind
- 38:51es reale, meistens. Ist es so, dass.
- 38:55Dass man vor den falschen Angst hat und sich über die falschen
- 38:58Dinge sorgen macht und über die Dinge, die man sich eigentlich,
- 39:02über die man sich bekümmern muss, müsste, die werden etwas
- 39:04verdrängt, das ist ja auch der Mensch deshalb.
- 39:07Damit habe ich kein Problem. Ein Problem habe ich erst dann,
- 39:11wenn die institutionellen Voraussetzungen, wenn die
- 39:14Freiheit unterdrückt wird, wenn die freie Rede unterdrückt wird,
- 39:18nur schon wenn draußen eine Atmosphäre entsteht und
- 39:23bewirtschaftet wird, dass bestimmte Meinungen nicht mehr
- 39:26erwünscht sind, das ist doch eine, also mein, das löst bei
- 39:30mir richtiggehende rebellische Instinkte aus, also wenn mir
- 39:35jemand sagen will, also. Auf Ihre Meinung haben wir jetzt
- 39:38gerade noch gewartet. Dann ja jetzt erst recht.
- 39:42Ja, umso wichtiger ist das also, wenn alle sagen, das Klima ist
- 39:46das größte Problem, ja dann muss ich doch um Himmels willen dem
- 39:49widersprechen, das ist doch unsere.
- 39:54Das ist doch unser Staat. Das ist doch unsere Welt.
- 39:56Du musst allen widersprechen und wenn die anderen dir das Gefühl
- 39:59geben, da ist jetzt also Widerspruch nicht erwünscht.
- 40:02Also da musst du mit dem Megaphon widersprechen.
- 40:05Aus diesem Geiste mache ich auch meine Arbeit.
- 40:08Sie waren in Russland, Sie kennen das Land, haben mit
- 40:11Verantwortlichen gesprochen, jetzt heißt es hier, mit Putin
- 40:14kann man ja gar nicht verhandeln, wie haben sie das
- 40:17während ihres Besuches erlebt? Ja gut, das ist ja der größte
- 40:20Unsinn. Der da behauptet wird, ich meine
- 40:22du musst ja nicht mal Geschichte studiert haben.
- 40:25Und diese riesige Fake News Welle, die da.
- 40:28Gebracht wurde mit der Zeitenwende und all diesen
- 40:30Dingen. Also ich will mir jetzt auch
- 40:33nicht allzu viel einbilden auf mein Geschichtsstudium und meine
- 40:36etwas angelesenen Kenntnisse, aber etwas muss ja klar sein,
- 40:39also eine Zeitenwende in der Geschichte, das gibt es gar
- 40:42nicht, also es wird nie ein Blatt gedreht, die Geschichte
- 40:45ist immer eine Abfolge von Ereignissen, von merkwürdigen
- 40:49Kausalketten und. Und da wirbelt alles
- 40:52durcheinander. Es ist sehr, sehr schwierig,
- 40:54sich da ein Urteil zu bilden. Und wir sind heute noch dabei,
- 40:57Herr BAB über die Ursache des Ersten Weltkriegs nachzudenken.
- 41:02Aber jetzt also beim Ukraine Krieg, da war sozusagen noch
- 41:07nach einer halben Stunde alles klar, Diskussion verboten, wir
- 41:12wissen, wo Gott hockt und wie, und wir wissen, wo der Teufel.
- 41:16Hockt. Das ist doch einfach eine
- 41:18himmeltraurige Schande, dass unsere Medien, unsere Politik,
- 41:22sich mit diesen primitiven Theorien begnügt, abgefunden
- 41:29und. Diese dann auch noch aktiv
- 41:32bewirtschaftet und vorangetrieben, haben
- 41:35Widerspruch verboten und das zeigt ihnen jetzt nur an diesem
- 41:39Beispiel, wie gefährlich das ist.
- 41:41Denn wenn alle den gleichen Unsinn erzählen.
- 41:45Dann rennen alle in die gleiche Richtung und wenn nur noch
- 41:48einseitig geredet wird, also wie eine Diktatur, wo quasi
- 41:52ausgegeben wird, das ist die offizielle Wahrheit.
- 41:54Und wer widerspricht, der wird sofort ins Sanatorium geschickt,
- 41:58ja dann haben sie auch eine einseitige Politik, dann ist die
- 42:01Gefahr der Fehler am größten und einer dieser Fehler, diese fixe
- 42:05Vorstellung mit Putin kann man gar nicht reden, das ist ja
- 42:08lächerlich, ich mein, das ist, wie kommt man eigentlich dazu,
- 42:11so eine Behauptung aufzustehen, Putin hat ja noch. 2 Monaten
- 42:15bereits nach diesem, nach dieser Kriegseskalation.
- 42:19Das ist ja auch kein Kriegsbeginn da, da fängt ja der
- 42:21Betrug schon an mit dem Anfangspunkt, wenn sie mit
- 42:24Leuten des IQRK sprechen, dann sagen die ihnen, also damals
- 42:28haben die mir gesagt, internationales Rotes Kreuz, es
- 42:31heißt immer da, im Februar hat es 22, haben wir einen Krieg
- 42:34begonnen, ist doch Unsinn. Dieser Krieg läuft schon seit
- 42:372014 und wenn man noch etwas historisch oder äquat anschauen
- 42:41möchte, könnte man vielleicht sogar noch weiter zurückblenden.
- 42:44Das sind doch komplexe Ursachenketten, aber eben in
- 42:48dieser Arroganz, in diesem Moralismus, in dieser Anmaßung.
- 42:52Wir sind die guten Widerspruch verboten, hat man sich dermaßen
- 42:57das Denken verbarrikadiert, dass man am Schluss eben mit diesem
- 43:00Salat endet, der heute die Politik ist und die Schweizer
- 43:04auch. Wir sind ja auch einseitig da
- 43:06mit galoppiert aus der verständlichen Empörung heraus,
- 43:10dass da ein großes Land einfach in ein anderes einmarschiert.
- 43:13Das finde ich auch nicht in Ordnung, es ist ja auch nicht zu
- 43:16rechtfertigen, dass der Russe jetzt einfach in die Ukraine
- 43:19einmarschiert, und darüber kann man sich auch aufregen und kann
- 43:23sagen, um Himmels willen, was ist das für ein himmeltrauriges
- 43:26Land und dass so viele Leute misstrauisch gegenüber Russland
- 43:29sind, muss man sich auch nicht wundern, ist ein riesiges Land.
- 43:33Was in der Sowjetunion passiert, ist in den letzten 80er Jahren,
- 43:36ist auch nicht so lange her. Es ist auch nicht unbedingt eine
- 43:39riesige vertrauensbildende Maßnahme mit Blick auf die
- 43:43baltischen Staaten oder andere Länder, die zum Beispiel
- 43:46unmittelbar unter dieser Knute gelitten haben, aber ich meine,
- 43:50man kann sich doch nicht einfach mit solchen emotionalen
- 43:54Vorstellungen zufrieden geben, da muss man ja diskutieren, muss
- 43:59man in die Geschichte einsteigen und fragen wie.
- 44:02Wir haben jetzt einen Krieg, schlimm, niemand will das.
- 44:05Was machen wir jetzt eskalieren oder versuchen wir ihn kleiner
- 44:10zu machen oder grösser zu machen, und das war für mich das
- 44:13Überzeugende an einem Viktor Orban, das eher von Anfang an
- 44:17Hingestanden ist als Ungarn, die ja unter den Russen auch
- 44:22gelitten haben in der Geschichte und den Sowjets immer wieder,
- 44:25also die sind erhaben über jeden Verdacht sich da irgendwo
- 44:28reinkuscheln zu wollen ist eigentlich eine.
- 44:30Frechheit, so etwas überhaupt ihnen vorzuwerfen.
- 44:33Eine anmassung er hat gesagt, wir müssen diesen Krieg, doch
- 44:37den Krieg ist nicht zu rechtfertigen, natürlich nicht,
- 44:41aber das geht auch nicht um den Moralismus, es geht darum,
- 44:43diesen Krieg zu beenden, es geht darum, diesen Krieg kleiner zu
- 44:47machen, das ist meine Beobachtung, dass unsere Medien
- 44:51und auch unsere Politik, auch die Schweizer Politik, die die
- 44:54Neutralität preisgegeben hat, die haben eigentlich alles daran
- 44:57gesetzt. Diesen Krieg grösser zu machen.
- 45:00Sie haben sich eigentlich alle Verwettet, sie haben gedacht,
- 45:02ja, diese Russen, das sind doch alles Flaschen und der Putin,
- 45:08das ist sowieso so ein aufgeblasener Typ, da so ein
- 45:11Macht Autokrat und so weiter. Jetzt werden denen mal jetzt
- 45:19zeigen wir denen mal den Meister da, jetzt wird da mit der
- 45:22Ukraine wie ein amerikanischer Senator bis zum letzten Ukrainer
- 45:26kämpfen wir da. Ich saß an einem Tisch mit
- 45:28amerikanischen Militärs und Forschern, die haben schon im
- 45:32Oktober 22 gesagt, wie sie Russland aufteilen wollen, wie
- 45:36Jugoslawien Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, ich hab
- 45:38gesagt, ich hab mir so gedacht, das ist wie deswegen du so an
- 45:42einem. Abendessen bei metzgern.
- 45:45Zu Hause bist. Die schon über das Saftigste
- 45:47viele Stück diskutieren, obwohl sie den Ochsen noch gar nicht
- 45:51gefangen haben. Also diese Anmaßung, diese
- 45:54Arroganz, aber eben nichts Neues unter der Sonne, da braucht es
- 46:00eben den kritischen Diskurs, und da haben die Medien versagt.
- 46:03Die Medien haben versagt. Hat auch die Schweiz versagt?
- 46:06Mit der sogenannten Friedenskonferenz auf dem
- 46:09Birkenstock, bei der die Russen ja gar nicht eingeladen waren?
- 46:12Ja, selbstverständlich hat die Schweiz versagt, wobei ich
- 46:15natürlich gegenüber einem ausländischen Journalisten jetzt
- 46:18nicht über die Schweiz herziehe, sondern die Schweiz verteidigt.
- 46:21Ich war mal in einer Diskussion an der Waldei Konferenz in
- 46:25Russland, da hat mir da die Sprecherin des Außenministeriums
- 46:29vorgeworfen, dass die Schweiz. Also eine himmeltraurige
- 46:33Angelegenheit sei und dass wir da die die Neutralität verletzt
- 46:37hätten. Ich habe dann der Frau Sacharowa
- 46:39gesagt, was heisst da, die Schweiz sei nicht mehr neutral?
- 46:42Ist ja eine Frechheit so etwas zu behaupten.
- 46:45Natürlich ist die Schweiz neutral, habe ich ihr gesagt,
- 46:48seit 500 Jahren haben wir kein anderes Land mehr angegriffen,
- 46:51unsere Armee ist nie mehr über die eigene Landesgrenze egal.
- 46:55Zweitens Wir liefern keine einzige Waffe und die Ukraine
- 46:59drittens. Bei den Sanktionen gebe ich
- 47:02Ihnen recht. Haben wir mitgemacht, sind wir
- 47:05dabei im Wirtschaftskrieg gegen Russland.
- 47:07Ich finde das einen Fehler, das ist ein außenpolitischer Fehler,
- 47:10der. Schweiz aber es gibt noch ein
- 47:12paar andere Länder, die. Machen auch außenpolitische
- 47:15Fehler, zum Beispiel Russland. Aber natürlich hat auch die
- 47:18Schweiz sich hier verrannt, aber ich bin jetzt auch nicht der,
- 47:21der den Moralfinger ausstreckt und sagt, Was haben wir alles
- 47:25dafür, für Vollidioten in der Politik, die das nicht merken.
- 47:29Ich sage einfach, wir als Journalisten haben versagt.
- 47:33Wir haben diese Einseitigkeit mit bewirtschaftet oder auch
- 47:37ich. In der Weltwoche habe es ja
- 47:38nicht geschafft, dieses Narrativ zu drehen und da ein paar Leute
- 47:43zum Nachdenken zu bringen. Vielleicht ist das eine
- 47:45Selbstüberschätzung, aber das muss ja die Aufgabe sein, man
- 47:47muss doch als Journalist die andere Sicht aufzeigen und eben
- 47:52zeigen, du aber wart mal schnell die Schweiz, wir müssen doch
- 47:54neutral bleiben, wir können doch nicht friedenskonferenzen
- 47:57machen. Nur für eine Seite, das ist ja
- 48:00ein Bruch mit unserer ganzen neutralen Tradition, und das ist
- 48:05nach wie vor das riesige Problem heute auch in Deutschland oder
- 48:08mit dem Irankrieg mit dem ganzen nose Konflikt, dass alle
- 48:11Politiker in der Schweiz, in Deutschland überall das Gefühl
- 48:15haben, sie müssen überall reinreden, überall müssen sie
- 48:19den Schiedsrichter geben, überall müssen sie Noten
- 48:22verteilen, das sind die Guten, das sind die Aggressoren, das
- 48:26sind die Bösen, der hat recht, genau.
- 48:28Gerade die Europäer, die ja so viel Unheil angerichtet haben in
- 48:33ihre Geschichte, auch gute Sachen, fantastische Dinge, aber
- 48:36natürlich mit diesem Imperialismus, den man früher
- 48:40mit Schiffen und Armeen praktiziert hat.
- 48:42Heute ist der Moralimperialismus, wo man sich
- 48:45aufspielt, und ich sage als Schweizer, als Schweizer
- 48:48Politiker in der Außenpolitik, vor allem, wenn es draußen so
- 48:52kracht wie heute dieses Tohuwabohu.
- 48:57Da quatschen schon viel zu viele rein.
- 49:00Schweigen ist Gold, reden ist Silber, aber das gilt auch da
- 49:05für einige Freunde in Deutschland auch das Gefühl
- 49:08haben, sie müssen die ganze Zeit reinquatschen.
- 49:10Was ist denn das eigentlich für ein deutscher Mitteilungsdrang?
- 49:13Gerne groß, heute braucht es mehr gerne klein.
- 49:17In der Politik und in den Medien.
- 49:19Sie haben auch mit Alt Bundeskanzler Gerhard Schröder
- 49:23gesprochen. Er gehört zu jenen, die.
- 49:27Unmittelbar nach dem russischen Einmarsch noch im Februar 2022
- 49:32dabei unterstützt haben beide Seiten an einen Tisch zu
- 49:36bekommen, diesen Krieg zu beenden.
- 49:38Was hat er ihnen gesagt, welchen Eindruck hatten Sie?
- 49:42Also Gerhard Schröder, muss man sagen, ich war ja früher mal
- 49:45Chefredakteur der Welt, als Gerhard Schröder noch in den
- 49:48letzten Monaten, quasi im letzten halben Jahr Jahres eine
- 49:53Kanzlerschaft war. Und der Springer Verlag groß ist
- 49:58sehr dankbar, dass ich dort arbeiten durfte.
- 50:00Fantastische Erfahrung, tolle Kollegen und so weiter und ich
- 50:05bin da hingekommen, so mit dem Ruf, ich sei etwas, jetzt kommt
- 50:08da der Rechte aus der Schweiz, da der Bürgerliche da, der ist
- 50:11ja für diesen komischen Blocher da, für die SVP, das war ein.
- 50:14Bisschen unheimlich. Und eine meiner ersten
- 50:17Amtshandlungen war, dass ich immer Gerhard Schröder
- 50:20verteidigt habe für seine Agenda Politik.
- 50:22Und am Anfang waren die Kollegen in der Welt, sind gar nicht
- 50:24rausgekommen, die haben gedacht, das sei irgend so eine ironische
- 50:28Masche, dass ich jetzt versuche, ist ja unmöglich, dass dieser
- 50:33Krüppel, da diese Konservative, den sozialdemokratischen Kanzler
- 50:37loben könnt. Habe ich natürlich voll.
- 50:40Dagegen habe ich gesagt. Der Bionikanzler Bioni ist eben
- 50:43gut, sozialer Aufstieg, der hat es geschafft, das ist doch das
- 50:46Ideal der sozialen Mobilität. Also ich habe großen Respekt vor
- 50:50Kanzler Schröder, für mich ein ein Politiker, der die Kraft
- 50:54gehabt hat, Deutschland über die Partei zu stellen, er hat
- 51:01gesagt, jetzt müssen wir Deutschland reden mit der Agenda
- 51:04Politik. Aber dann verlieren wir
- 51:06vermutlich die Wahlen. Wir verlieren die Partei, ich
- 51:08verliere mein Amt, aber das Risiko gehe ich ein und hat das
- 51:11noch einmal mit einem unglaublichen Wahlkampf bis
- 51:14hinzu diesem denkwürdigen Abend da vor dem Fernsehen dieser
- 51:18leicht übersteuerten Darbietung hat er das ja auch hingelegt,
- 51:22also großer Respekt, und in dieser Ukraine, in diesem
- 51:28Ukraine Debakel hat. Habe ich einfach nie verstanden,
- 51:31warum eigentlich die Bundesrepublik Deutschland, da
- 51:34gibt es ja auch sehr viele hochintelligente.
- 51:36Menschen viel mehr als in der. Man soll es nicht meinen, ja.
- 51:39Ja gut, wenn sie 80000000 Einwohner haben, gibt es einfach
- 51:42zwangsläufig mehr intelligent. Ich weiß nicht, ob pro Kopf der
- 51:46Bevölkerung, das wird jetzt vielleicht ungefähr gleich sein,
- 51:48dass man dieses Asset eines Schröder nicht eingesetzt hat,
- 51:52sondern dass man den von Anfang an eigentlich.
- 51:54So quasi degradiert hat. Blöd hingestellt, weil er eben
- 51:58eine vermittelnde Position. Man muss ja mit beiden Seiten
- 52:01reden, hat ja nicht gesagt, großartig, und jetzt erschwingen
- 52:05wir die Russlandfahne und mein Freund Wladimir hat alles
- 52:08richtig gemacht, im Gegenteil hat er es ja verurteilt, ist
- 52:10Nein, dieser Krieg war ein Fehler und es war ein Fehler,
- 52:14ich würde es auch sagen, es war ein Fehler, vielleicht war es
- 52:17ein unausweichlicher Fehler, ein tragischer Fehler, aufgepasst
- 52:22mit Hochmut und anstatt dass man den eingesetzt hat.
- 52:25Um eben hier einen konstruktiven Beitrag zu erzielen, hat man
- 52:31eben ihn eigentlich bekämpft. Eine Hexenjagd auch gegen ihn
- 52:35gemacht, was zeigt, dass eben die ganze Öffentlichkeit, die
- 52:37Politik sich regelrecht aufmunitioniert hat, sich in
- 52:41diesen Krieg gestürzt hat, mit einer Kriegsbegeisterung fast
- 52:45schon und auch einem Kriegszynismus, denn selber wäre
- 52:49man ja nie bereit gewesen, in der Ukraine zu kämpfen.
- 52:52Man hat immer nur gesagt, das ist unsere Freiheit, die dort
- 52:55in. Verteidigt wird also das grösste
- 52:57Gaunerwort. Also wenn ich Ukrainer wäre und
- 53:00dann würde ich diese Sonntagsreden hören.
- 53:02Ja, die Ukraine verteidigt da unsere Freiheit ja gut, wenn wir
- 53:05eure Freiheit verteidigen, was seid denn ihr für Himmel
- 53:08traurige Kerle, wieso zieht ihr da nicht die Uniform aus an,
- 53:12wieso müssen wir für euch sterben und dass der Präsident
- 53:16das noch bedient, dieses Narrativ, ja wir kämpfen für
- 53:19euch, wir. Wieso kämpfen?
- 53:21Wieso kämpft er, wenn er das ernst meint, dann müssten wir
- 53:24sagen du aber da müssten wir sofort alle dorthin kämpfen und
- 53:27da merken sie den Mangel an Ernsthaftigkeit dieser ganzen
- 53:32glorreichen Rhetorik, da völlig Freiheit.
- 53:36Die Verlogenheit ist nicht ehrlich und Schröder ist
- 53:40natürlich in diese, ja in diese Kampfzone da natürlich
- 53:43zwangsläufig hineingeraten, es ist klar, er hat vielleicht.
- 53:49Zu stark sich in den letzten Jahren auch seine Tätigkeit mit
- 53:55Russland verbündet, sodass man ihn eigentlich zum zum reinen
- 53:58Anwalt und und Befehlsempfänger und Geldempfänger gemacht hat.
- 54:02Durch seine Tätigkeit, Tätigkeit.
- 54:04Herkommen aber auch da wieder wissen sie was was was da fehlt,
- 54:08aber da nehme ich nicht Deutschland als Beispiel, das
- 54:10gilt auch in der Schweiz, das gilt für alle, das ist der
- 54:14Mangel an Pragmatismus, man hatte hier wieder das
- 54:17moralische. Scherbengericht gemacht ja,
- 54:20nein, also dieser Himmel eben, dieser fürchterliche Schröder
- 54:23da, der das Geld von den Russen genommen hat, das ist der
- 54:26Moralismus, das ist nicht mehr schlau.
- 54:30Welchen Anteil hatte Gerhard Schröder ihres Erachtens an den
- 54:35Friedensgesprächen im weißrussischen Gomil und in
- 54:39Israel? Also das ist ja, das ist die
- 54:41ursprüngliche Frage, die ich da mit einem Exkurs etwas umschifft
- 54:45habe. Ich glaube, dass Schröder als
- 54:51sicherlich hohes Ansehen genießt.
- 54:55Bei einem Politiker wie Wladimir Putin nach wie vor.
- 55:00Das bekräftigt er auch immer wieder in öffentlichen Aussagen
- 55:04und dass dies alleine natürlich ein Ausdruck ist beziehungsweise
- 55:09ein Hinweis, dass er eine eine wichtige Rolle spielen kann.
- 55:12Und Deutschland ist ein ganz entscheidendes Land für
- 55:15Russland. Eine wichtige Brücke auch der
- 55:19Verständigung der Zusammenarbeit.
- 55:22Und ich glaube, hat eine ganz bedeutende Rolle gespielt, ob
- 55:29könnte ich sie jetzt quantifizieren, nein, wäre ich
- 55:33überfragt, aber wenn ich jetzt Politiker wäre in so einer
- 55:37Situation, dann würde ich mir die Frage stellen, wie kann ich
- 55:42eigentlich die Ressource Schröder.
- 55:46Maximal einsetzen im Sinne des nationalen Interesses
- 55:51Deutschland. Und ich glaube, wir kommen erst
- 55:54wieder an den Punkt, da sind wir auch wieder bei diesen
- 55:57transnationalen Gebilden, bei dieser Überfliegerpolitik, bei
- 56:01diesen Abgehobenheiten, bei diesen ganzen rhetorischen
- 56:05Abstraktionen, denen man sich da hingegeben hat.
- 56:08Ja, der Krieg um die Freiheit, und es geht dagegen gut und
- 56:11böse. Wir müssen wieder anfangen zu
- 56:14lernen und vor allem in der EU müssen das einige Lernen, auch
- 56:17in Deutschland. Was sind eigentlich unsere
- 56:19nationalen Interessen, ist eigentlich ein Krieg mit
- 56:22Russland im nationalen, auch in den Stellvertreterkrieg, ist das
- 56:25ein Interesse Deutschlands, ist ein Krieg im Nahen Osten in
- 56:30unserem Interesse, da sind wir dann beim Buch von Klaus von
- 56:33Donani nationale Interessen, dem früheren Hamburger
- 56:36Oberbürgermeister, der ja auch anmahnt, die diese Dimension
- 56:40wieder stärker einzubauen und eben Abschied zu nehmen von
- 56:43diesen großräumigen Abstraktionen.
- 56:46Wir treten für das Gute ein, für die Demokratie, für die
- 56:49Freiheit, für diese wunderbaren Werte, und jeder, der da
- 56:53widerspricht, ergibt sich ja sofort als Unmensch zu erkennen,
- 56:56vielleicht muss man da ein bisschen rhetorisch abrüsten,
- 56:59wieder auf den Boden kommen, dorthin, das sage ich als
- 57:02grosser Bewunderer der Bundesrepublik, dorthin, wo
- 57:06dieses Land. Und ich bin eben wie gesagt,
- 57:09Teil meiner Familie, kommt auch aus Deutschland, wo dieses Land
- 57:13auf bewundernswerte Art und Weise einen Neuaufbau hingelegt
- 57:16hat nach 45 und alle Stürme der Geschichte seither überstanden
- 57:20hat, auch mit Pragmatismus, mit Stärke, mit Leistung eine
- 57:24Wiedervereinigung wieder geschultert, aber eben nichts
- 57:27ist schwerer zu ertragen als eine Folge von guten Tagen, dann
- 57:31fängt man an abzuheben, zu moralisieren und.
- 57:34Und man vergisst die eigenen Interessen, man wird übermütig
- 57:37und jetzt merkt man es auf die harte Tour Wirtschaft am Boden,
- 57:43Industrie nicht mehr konkurrenzfähig, weil die
- 57:46Energiepreise durchs Dach gehen, wollte sich von Russland
- 57:50unabhängig machen, hat sich total in die Abhängigkeit von
- 57:53Amerika begeben, jetzt haben wir noch dieses Durcheinander an der
- 57:59Straße von Hormus, um es ein bisschen zurückhaltend zu
- 58:02formulieren. Und ich glaube einfach, dass das
- 58:05ist jetzt wieso eine Art Chemotherapie der Wirklichkeit,
- 58:09durch die da einige dieser Traumtänzer und am Schluss sind
- 58:12das wir alle, denn wer hat die eigentlich gewählt, das sind wir
- 58:16also ja nicht arrogant da auf die Herunterschimpfen, sondern
- 58:19wer hat denn diese Leute da gewählt, jetzt werden wir
- 58:22eigentlich alle wieder hart auf den Boden der Wirklichkeit
- 58:26zurückgeholt, und ich bin zuversichtlich, dass das.
- 58:30Ein heilsamer Prozess ist, wenn auch ein schmerzhafter und ein
- 58:33schlimmer. Und ich wünschte mir, dass wir
- 58:35nicht solche Kriege und solche Dinge brauchten, aber das ist
- 58:38jetzt auch schon wieder moralismus, wenn ich so rede,
- 58:40fast schon pastoral. Sie haben gesagt, Deutschland
- 58:43ist ein ganz wichtiges Land, auch im Ukraine.
- 58:46Krieg. Was hätten sie von der
- 58:48Bundesregierung erwartet? Also Deutschland ist einfach mal
- 58:51das interessanteste Land sowieso.
- 58:54Ich würde mal sagen, Deutschland ist das.
- 58:56Neben der Schweiz für mich erstmal.
- 58:59Deutschland hat mich einfach immer fasziniert.
- 59:01Ich bin ein ein richtiger. Also ich will sagen, bin ein
- 59:04richtiger Deutschland Fan, das klingt jetzt ein bisschen
- 59:07lächerlich und gönnerhaft und da denkt der Deutsche, da will mir
- 59:09ein Schweizer ein bisschen zu nahe treten, oder jetzt kommen
- 59:12da die Schweizer da mit ihren Umarmungen und ist uns fast ein
- 59:15bisschen übergriffig. Sagen wir so, Deutschland
- 59:19fasziniert mich, bilde mir nicht ein zu verstehen, wie
- 59:22Deutschland da in allem funktioniert, ist ein sehr
- 59:24kompliziertes Land, ist ein komplexes Land.
- 59:28Mit einer Geschichte mit Brüchen, die nicht leicht zu
- 59:34managen sind. Vor allem, wenn dir diese
- 59:36geschichtlichen Brüche auch von deinen freundlichen Nachbarn und
- 59:39Freunden bei jeder EU Tagung wieder unter die Nase gerieben
- 59:43werden und die Deutschen auch immer wieder kritisiert werden.
- 59:48Also Deutschland ist sicherlich ein ein, ein, ein ein sehr, sehr
- 59:51interessantes und faszinierendes Land und ein Land, das eben ja.
- 59:58Ein West östlicher Diwan ist wie das glaube ich schon geht.
- 1:00:01Deutschland hätte vermitteln müssen.
- 1:00:03Ist es das? Ja klar, Deutschland ist doch
- 1:00:05die natürliche, nachdem man selber immer den Platz an der
- 1:00:09Sonne wollte und da in diesem Raubtier Zoo der ganz großen da
- 1:00:14mitzuspielen, mit dem ist man auf die Nase gefallen.
- 1:00:18Mit dieser Großmachtpolitik ist man ja krachend gescheitert an
- 1:00:22sich selber und an den Nachbarn. Da müsste man ja ein bisschen
- 1:00:26aus der Geschichte gelernt haben.
- 1:00:27Jetzt sind wir demütig, jetzt wollen wir nicht mehr groß
- 1:00:30hinaus, jetzt sind wir die Therapiestation, jetzt sind wir
- 1:00:33sozusagen die, die, die aus das Erholungsheim für die anderen.
- 1:00:38Die im gleichen. Spital krank sind, wo wir ja
- 1:00:41auch schon 2 Weltkriege brauchten.
- 1:00:44Um davon geheilt zu werden, wobei ich nicht zu denen gehöre,
- 1:00:47die alle Schuld den Deutschen in die Schuhe schieben.
- 1:00:49Da braucht es immer mehrere um so ein Riesen, eine riesen
- 1:00:52Katastrophe wie die des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa
- 1:00:56anzurichten, aber Deutschland ist der natürliche
- 1:01:00Verständigungs und Vermittlungsort, sozusagen die
- 1:01:05große Schweiz, Magna, Helvetia, darum sage ich auch, Deutschland
- 1:01:10müsste eigentlich neutral werden.
- 1:01:13Schweizer Vorbild zumindest sollte man mal darüber
- 1:01:16diskutieren, ohne das gleich wieder hochmütig wegzuwischen.
- 1:01:20Stattdessen sagt Bundeskanzler Friedrich Merz, Wir wollen
- 1:01:24wieder die stärkste Militärmacht Europas werden.
- 1:01:28Was halten Sie davon? Die Frage ist halt immer, ob man
- 1:01:31das wörtlich und ernst nehmen soll.
- 1:01:35Gibt es denn so stimmen in meinem Hirn, die sagen, Na gut,
- 1:01:40Friedrich Merz ist entschuldigt, oder?
- 1:01:43Ist ja ein Deutscher, die übertreiben ja alles.
- 1:01:46Vielleicht müssen Sie übertreiben, dass sie sich in
- 1:01:49diesen emotionalen Ausnahmezustand versetzen
- 1:01:52können, um dann eigentlich das Notwendige zu tun, nicht die
- 1:01:56Kriegstüchtigkeit und auch nicht die stärksten konventionellen
- 1:01:59Streitkräfte. Aber es wäre ja schon mal schön,
- 1:02:02wenn man wieder eine verteidigungsfähige Bundeswehr
- 1:02:05hätte. Die anständige Manöver
- 1:02:09durchführen kann und so weiter wo das funktioniert und wo man
- 1:02:12glaubwürdig das eigene Land im Kriegsfall verteidigen kann,
- 1:02:16dass es hier große Missstände gibt, das ab März, das haben
- 1:02:20auch andere deutsche Politiker richtigerweise erkannt, die
- 1:02:25Frage ist nur, was macht man dann, mit welcher Motivation
- 1:02:28macht man das? Und mit welchen
- 1:02:30finanzpolitischen Instrumenten? Und dann sind wir dann schon
- 1:02:33wieder in der nächsten Problemzone, die es zu
- 1:02:36berücksichtigen gilt. Also ich neige dazu, vielleicht
- 1:02:41weil ich nicht in Deutschland lebe und weil ich nicht
- 1:02:43deutscher Bürger bin und nicht unmittelbar dem ausgesetzt bin,
- 1:02:46bin ich natürlich als Schweizer etwas im Beschwichtigungsmodus
- 1:02:49und sage ja gut, also. Da übertreibt er.
- 1:02:52Jetzt kann er auch nichts dafür, er ist ja Deutscher.
- 1:02:56Schauen wir lieber, was ist sinnvoll an dem was er sagt und
- 1:02:58versuchen wir das Beste draus zu machen und so habe ich es auch
- 1:03:01von meinen. Großeltern gelernt, die ihr
- 1:03:03Leben lang in Deutschland gelebt haben.
- 1:03:05Obwohl Auslandsschweizer. Sie haben vorhin die Straße von
- 1:03:10Hormus erwähnt, den Krieg gegen den Iran.
- 1:03:13Ist das ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg?
- 1:03:16Also gut mit diesen Begriffen. Operiere ich schon gar nicht
- 1:03:20mehr, weil ich sage, das Völkerrecht, das gibt es gar
- 1:03:23nicht. Das Völkerrecht ist so eine
- 1:03:26noble Fiktion, ich will jetzt nicht zynisch klingen, natürlich
- 1:03:30bin ich ein Befürworter des Versuchs, zwischen den Staaten
- 1:03:37nicht einfach das Recht des stärkeren und die Gewalt
- 1:03:40regieren zu lassen, aber ich bin hoffentlich nicht so naiv, mir
- 1:03:43einzubilden. Dass es zwischen den Staaten
- 1:03:46rechtliche Verhältnisse geben kann, wie sie es innerhalb von
- 1:03:49Staaten gibt, das Völkerrecht an sich.
- 1:03:54Ich bin nicht Jurist, gibt es nicht, weil erstens haben es
- 1:04:00nicht die Völker gemacht, sondern wer auch immer keine
- 1:04:06Volksabstimmung oder so etwas, das sind einfach Abmachungen,
- 1:04:09regeln, Verträge durch, es gibt die UNO Charta, die.
- 1:04:14Sie aber auch nicht. Um etwas damit etwas von einem
- 1:04:17bloßen Postulat, von einer Abmachung zwischen uns beiden
- 1:04:21oder einer moralischen Forderung.
- 1:04:23Also wir sollten jetzt also nicht einen anderen Staat
- 1:04:25angreifen, dass so etwas zu recht wird, sozusagen Definition
- 1:04:31des Gesetzes Verbindlichkeit braucht sie eine
- 1:04:34rechtsdurchsetzende Instanz. Und die haben wir nicht.
- 1:04:37Es gibt keinen Staat, über den Staaten, keinen Superstaat,
- 1:04:41keinen Weltstaat, der dann sozusagen alle diese
- 1:04:45zwischenstaatlichen Konflikte wie innerkantonale
- 1:04:48Auseinandersetzungen betrachtet und notfalls halt mit der
- 1:04:51zentralen Polizeitruppe entsprechend diese
- 1:04:54Rechtssatzungen durchsetzt. Das gibt es nicht, ergo gibt es
- 1:04:57kein Völkerrecht, das heißt aber nicht, dass man den Versuch
- 1:05:00nicht aufnehmen sollte. Diese Dinge zu regeln, also es
- 1:05:03bringt, da sollen die Juristen, da sollen die Experten drüber
- 1:05:06streiten, ob jetzt das völkerrechtswidrig oder ist oder
- 1:05:09nicht, ob es das Völkerrecht gibt.
- 1:05:12Entscheidend ist, seit es die Menschen gibt, gibt es Kriege
- 1:05:15noch nie, hat ein Aggressor behauptet, er breche das
- 1:05:18Völkerrecht, meistens braucht es 2 Seiten für einen Konflikt,
- 1:05:22aber man muss immer auch schauen, wer nimmt an diesen
- 1:05:25Konflikten teil, was sind da die einzelnen Positionen am Ende des
- 1:05:28Tages muss man wieder Frieden schließen, muss man eine Lösung
- 1:05:31finden, die und diese Rechthabereien führen da nicht
- 1:05:36viel leid. Wer hat diesen Krieg begonnen?
- 1:05:38Wo kam die Initialzündung her, aus Israel oder aus Washington?
- 1:05:44Wenn ich das wüsste, ich würde mich im weitesten Sinne dem
- 1:05:49Konservativen Denken zugehörig. Sehen, wobei ich eigentlich eine
- 1:05:57Klektiker bin. Gibt auch Leute, die sagen, ich
- 1:05:59sei da jetzt wieder linker oder ich weiß ich kann da diese
- 1:06:03etiker ich bin sicher eher ein ein bürgerlich denkender rechts
- 1:06:07von der Mitte stehender Zeitgenosse und ich saß auch auf
- 1:06:10der. Rechten Seite in unserem
- 1:06:12ehrwürdigen Parlament in Bern und.
- 1:06:16Das heißt zu beurteilen, wie jetzt genau warum aufgrund von
- 1:06:23welchen? Spezifischen Motiven und
- 1:06:26Aktionen dieser Krieg so zustande, ist sehr, sehr
- 1:06:29schwierig und im Nahen Osten haben wir sowieso mit einer
- 1:06:33Problemzone zu tun, indem das Konservative heißt, ich meine,
- 1:06:40es ist schon mal schwierig, die schweizerischen Verhältnisse zu
- 1:06:43überblicken, die Interessenlagen, wie schwierig
- 1:06:46ist es erst dann in dieser Region, die anspruchsvoll ist,
- 1:06:50also. Da gibt es einfach
- 1:06:51Konstellationen, da gibt es auch Konflikte, kriege, verschiedene
- 1:06:56Massaker hat es gegeben, es gibt, es gibt einen Staat wie
- 1:07:01Iran, es gibt Israel, das Ganze ist auch noch religiös
- 1:07:05überfrachtet, wieviel ist schwierig zu sagen, ein
- 1:07:08komplexes Gebilde, dass die Amerikaner gegen Iran einmal
- 1:07:13Krieg führen, Trump das jetzt gewagt hat in dieser Form, ist
- 1:07:18ist auch nichts Neues. Die Amerikaner haben schon oft
- 1:07:21alle amerikanischen Präsidenten seit Reagan, haben gesagt, mit
- 1:07:25der Ankunft dieses Mullah Regimes, das ist ein Feind der
- 1:07:27USA und umgekehrt bezeichnet der Teheran, den Iran, die USA als
- 1:07:33als einen großen Satan, und Israel ist der kleine Satan, und
- 1:07:38das sind einfach feinkonstellationen, die jetzt
- 1:07:40in diesem Moment ausgebrochen sind.
- 1:07:42Jetzt kann man sagen, wer, wer hat da wohl wen hineingezogen,
- 1:07:46dabei weiß ich auch nur das was. Was die Medien schreiben und was
- 1:07:50da die einzelnen Politiker sagen und der amerikanische
- 1:07:53Außenminister Dubi hatte gesagt, ja, die Situation sei die
- 1:07:57gewesen, dass einfach nach den Schwächungen der iranischen
- 1:08:01Verbündeten in Libanon, Syrien und Hamas diese Stellvertreter
- 1:08:06dieser fünften Kolonnen habe Israel sowieso aus der
- 1:08:11Befürchtung heraus, dass die Amerikaner, dass dieser Iraner
- 1:08:14eine Atombombe haben oder irgendwelche
- 1:08:16Massenvernichtungswaffen. Ist man hinein, ist man
- 1:08:19hineingegangen. Günstige Gelegenheit und wir
- 1:08:22Amerikaner sind dann da mitgegangen, weil sonst wären
- 1:08:25wir auch Ziel der Vergeltung gewesen, sehr schwierig zu
- 1:08:28beurteilen, da laufen natürlich auch alle Alarmsirenen mit
- 1:08:32Wasservernichtungswaffen haben wir auch alles mal gehört, aber
- 1:08:38nach meinem Verständnis, ich mag falsch liegen, ist natürlich der
- 1:08:42Iran auch kein Staat zu igeneris wenn.
- 1:08:46Wenn man seit einem halben Jahrhundert eine
- 1:08:49Vernichtungsdrohung ausspricht gegen ein anderes Land mit den
- 1:08:53entsprechenden auch Stellvertreter Militärverbänden
- 1:08:57das auch umzusetzen versucht und das dann nicht unbedingt sich
- 1:09:06andere Staaten zum Freund macht, muss auch klar sein.
- 1:09:10Gibt es natürlich in Israel auch ein paar Leute, die einem nicht
- 1:09:12so gefallen, aber ich finde das wahnsinnig schwer, jetzt da
- 1:09:16schon wieder als Oberrechthaber aus Europa zu sagen, wer sind
- 1:09:20die guten und wer sind die Bösen.
- 1:09:22Aber als Analytiker haben sie ein Bild davon, worum es
- 1:09:26wirklich geht. Geht es um den Schutz Israels,
- 1:09:28geht es ums Öl oder geht es darum, dass die BRICS Staaten
- 1:09:34nicht stärker werden und vor allem China natürlich nicht?
- 1:09:42Es geht da sicher um alles ein bisschen.
- 1:09:43Es geht immer um um macht, es geht immer um Öl, es geht um
- 1:09:48Interessensgebiete, aber was wir jetzt beobachten, ist ja im
- 1:09:53Grunde die Folge eines Zusammenbruchs der
- 1:09:56amerikanischen Alleinhegemonie, wenn man so will, nach dem
- 1:10:00Kalten Krieg, Zusammenbruch, Sowjetunion, Fall der Berliner
- 1:10:05Mauer. Standen die Amerikaner jetzt
- 1:10:07fast 30 Jahre Jahre unangefochten an der Spitze?
- 1:10:11Man merkt jetzt, sie haben nicht mehr die Kraft, sie sind nicht
- 1:10:14mehr stark genug, sie sind noch sehr stark, aber wie stark auch
- 1:10:17schwierig zu sagen, aber sie sind nicht mehr so stark,
- 1:10:21Russland hat aufgeholt, China ist auf der Überholspur, andere
- 1:10:26Länder, Indien auch, die sogenannten BRICS, auch andere
- 1:10:30Länder, Vietnam und so weiter die sind ja nicht mehr so arm
- 1:10:33wie sie es einmal waren. Und deshalb sehen wir hier eine
- 1:10:36Neuaustarierung der internationalen
- 1:10:40Machtverhältnisse und diese Konflikte sowohl im der Ukraine
- 1:10:46wie jetzt auch da im Nahen Osten sind sicherlich auch Ausdruck
- 1:10:49dieser Machtverhältnisse. Jetzt nach meinem Verständnis,
- 1:10:52aber auch da. Ich beobachte einfach, dass das
- 1:10:55ein Eindruck über viele Jahrzehnte, wir haben natürlich
- 1:10:58über diese Nahost Situation berichtet.
- 1:11:02Was ist wie ist der Iran einzuschätzen?
- 1:11:05Wie ist Israel einzuschätzen? Das eine ist eine Demokratie,
- 1:11:09das andere ist ein Gottesstaat, eine Theokratie, eine
- 1:11:13Theokratie, die mit ganz bestimmten, ich würde sagen,
- 1:11:17fast metaphysischen Zielen antritt, das erinnert mich dann
- 1:11:21immer, aber eben ich dilettiere jetzt hier als außenpolitischer,
- 1:11:25ich gebe ihnen einfach etwas, meine Orientierungspfeiler für
- 1:11:29mich, für mich wichtig war. Die Analyse eines Henri
- 1:11:33Kissinger wird gesagt, man muss sich in der Außenpolitik immer
- 1:11:37Fragen, mit wem habe ich es zu tun, habe ich es mit einem
- 1:11:40rationalen Akteur zu tun, der innerhalb einer sich vielleicht
- 1:11:43etwas verändernden Mächtekonstellation eine
- 1:11:46Stabilität des gesamten Systems anstrebt, oder haben wir es mit
- 1:11:49jemandem zu tun, der eine Ordnung umzustürzen versucht, um
- 1:11:53quasi nach seinen Prinzipien eine Gegend oder die ganze Welt?
- 1:11:58Umzuordnen hat er gesagt, Napoleon und Hitler, das sind
- 1:12:00ganz klare, revolutionäre Staaten, die eine bestimmte
- 1:12:04Ordnung über den Haufen werfen wollten und durch ihre
- 1:12:07Prinzipien umsetzen. Henrik Kissenscher, der auch
- 1:12:11promoviert hat über den Wiener Kongress.
- 1:12:13Natürlich, und das ist der Buch Diplomacy, das ist sozusagen
- 1:12:16dann sein Hauptwerk und den das das andere war ja dann das
- 1:12:19Vorstufen Buch über den Wiener Kongress, in dem er genau diese
- 1:12:23Fragen der Machtballons angeschaut hat, und das ist für
- 1:12:26mich zum Beispiel jetzt die Frage mit dem Iran.
- 1:12:31Und Israel hat ja dem Iran eigentlich nichts zuleide getan
- 1:12:331979 als da die die Regierung gestürzt wurde und da dieser
- 1:12:38dieser Revolutionsführer Chomenia an die Macht gekommen
- 1:12:41ist. Aber vom ersten Moment an haben
- 1:12:43ja die Iraner, wenn ich das richtig erinnere, diese
- 1:12:47Auslöschung des zionistischen Gebildes, also quasi die
- 1:12:50Verneinung der Staatsform. Eine Art zur zur Staatspflicht
- 1:12:55erklärt. Und das ist natürlich aus Sicht
- 1:12:56dieser Welt eine völlig unmögliche Situation.
- 1:12:58Wie willst du denn mit so jemandem einen einen Kompromiss
- 1:13:01schließen, und das sind ja nicht einfach nur Lippenbekenntnisse
- 1:13:04gewesen, es gibt natürlich wieder eine Vorgeschichte, warum
- 1:13:06ich mir an die Mulas, an die Macht gekommen sind, da spielen
- 1:13:10dann auch wieder die Amerikaner eine unrühmliche Rolle, aber am
- 1:13:13Ende des Tages kommt man eben mit dieser Diskussion vielleicht
- 1:13:19nicht zum Ziel, sondern man muss sich fragen.
- 1:13:22Was können wir aus unserer Sicht tun?
- 1:13:24Was sollten wir überhaupt tun, um hier eine vernünftige Rolle
- 1:13:27zu spielen? Und ich sag Ihnen einfach, was
- 1:13:29ich als Schweizer sag, ich glaub, wir können diesen Krieg
- 1:13:31nicht beenden, wir können auch nicht entscheiden, wer da die
- 1:13:34guten und die Bösen sind, wir sollten in größter Demut, auch
- 1:13:38mit Respekt, wir sind nämlich verschont, wir sind zum Glück
- 1:13:41nicht weder in der Situation des Iran noch in der Situation
- 1:13:44Israels. Was heißt dieser Krieg für
- 1:13:46unsere nationalen Interessen, für unsere Energie, für unsere
- 1:13:49Wirtschaft? Was kann die Schweiz für einen
- 1:13:51Beitrag leisten mit der Neutralität, wie können wir hier
- 1:13:54zu einer Befriedung der Verhältnisse führen, ob jetzt
- 1:13:57der Iran unmöglich sich einfügt in eine stabile Ordnung mit
- 1:14:02einem Israel, das nun einmal ein Israel ist, wie es jetzt ist,
- 1:14:06das werden wir sehen, aber ich bin sicherlich klar meine, ich
- 1:14:10bin sozusagen innerlich. Bin ich natürlich.
- 1:14:13Mein Herz schlägt eher für Israel als für die Mulas, und
- 1:14:17ich muss Ihnen sagen, ich staune etwas, wenn ich zum Teil die
- 1:14:20Publizistik anschaue, dass ich das Gefühl habe, dass für manche
- 1:14:24Kommentatoren eigentlich Trump und Netanjahu eigentlich die die
- 1:14:28größeren Ungeheuer sind als diese Regierung, da in Teheran,
- 1:14:33und war ich noch nie in Iran, ich kenne da einfach die
- 1:14:36Medienberichte, aber das sind nie im Detail studiert, aber das
- 1:14:40ist schon. Teil sonnenfinsternis was dort
- 1:14:43passiert. Aber jetzt bin ich auch schon
- 1:14:45wieder im Moralisieren, sollte man nicht tun, aber ich glaube
- 1:14:48das ist ein ein komplexer Konflikt.
- 1:14:51Man sollte es sich nicht so leicht machen mit diesen, ja mit
- 1:14:55diesen Zensuren und Noten. Vertrauen sich Trump und
- 1:14:58Netanjahu verschätzt? Gibt viele.
- 1:15:04Hinweise in die Richtung aber im Moment sind natürlich alle diese
- 1:15:08Meinung. Sie, das ist sozusagen das
- 1:15:10vorherrschende Narrativ. Trump und Netanjahu das größte
- 1:15:14Debakel, wenn man da einigen Analytiken zuhört, auch solchen,
- 1:15:18die ich sehr schätze, die eigentlich schon nach dem ersten
- 1:15:21oder nach der nach der ersten Woche gewusst haben, wer da den
- 1:15:24Krieg verloren hat und wer ihn gewinnt, da bin ich etwas
- 1:15:28zurückhaltend, da plädiere ich etwas für Vorsicht in der
- 1:15:31Beurteilung von kriegen. Ich kann mich erinnern.
- 1:15:35Oktober 22 gab es auch viele Letztüberzeugte, die gesagt
- 1:15:39haben, Russland sei dann schon im Februar 23 am Boden oder
- 1:15:43schon im Oktober 22 schwierig zu sagen, also es gibt große
- 1:15:47Risiken, es gibt viele Anzeichen, dass es natürlich
- 1:15:50überhaupt nicht so gelaufen ist, wie sich das die Amerikaner und
- 1:15:53die Israeli vorgestellt haben, aber es ist wie immer im Krieg
- 1:15:59sehr, sehr schwierig. Fakten, Propaganda, Nebel,
- 1:16:07Ungewissheiten und so weiter voneinander zu trennen, also
- 1:16:10demütig auf den Bereich auch schauen, den man selber
- 1:16:14beeinflussen kann in unseren Ländern.
- 1:16:17Wenn Sie den Ukraine Krieg anschauen, den Krieg in Nahost
- 1:16:23um den Iran anschauen, hängen diese Kriege zusammen.
- 1:16:28Ist das? Ein einziger grosser Konflikt
- 1:16:31und den Fortbestand der Unipolaren Welt gegen jene
- 1:16:35Kräfte, die eine multipolare Welt anstreben.
- 1:16:44Ich halte Trump nicht für einen Vorkämpfer der Unipolaren Welt.
- 1:16:50Ich glaube, dass ich glaube, dass man, dass man auch etwas
- 1:16:55abstrahieren muss von der Betrachtung der Personen.
- 1:17:02Wobei es Ausnahmen geben kann, wenn zum Beispiel ein bestimmtes
- 1:17:04Land ein ganz spezifisches Regime hat.
- 1:17:08Nehmen wir jetzt Nazi Deutschland mit Hitler, das ist
- 1:17:11natürlich die Person des Staatsführers, ist natürlich
- 1:17:15absolut entscheidend für den ganzen Charakter eines
- 1:17:19Gemeinwesens, und wir sind natürlich geprägt durch diese
- 1:17:22historische Erfahrung, darum eigen wir natürlich auch mit zu,
- 1:17:25mit dieser Schablone anders zu beurteilen, aber meine Sicht auf
- 1:17:28Trump ist eigentlich eine andere, ich sage, die Amerikaner
- 1:17:31haben die. Einen Außenseiter gewählt, der
- 1:17:37angetreten ist mit dem Satz Ich beende alle diese sinnlosen
- 1:17:41Kriege und da stellt man sich ja die Frage, was eigentlich mit
- 1:17:45Trump passiert ist. Ist er zu seiner eigenen
- 1:17:47Karikatur geworden oder durchschauen wir nicht, was hier
- 1:17:51läuft? Ist es noch zu früh, das Urteil
- 1:17:53zu bieten, aber die Amerikaner haben ja gemerkt, und Trump hat
- 1:17:56ja mit dieser. Erzählung mit dieser Ansage
- 1:17:59America first hat er die Wahlen gewonnen, hat sich gegen das
- 1:18:02ganze Establishment gestellt und hat gesagt, wir dürfen nicht
- 1:18:05mehr diese Kriege machen, wir dürfen nicht mehr diese Fehler
- 1:18:08machen, und dann hat man ja gesagt, er sei ein Isolationist,
- 1:18:13das eine, der nur noch auf Amerika schaut, und ich habe
- 1:18:16damals auch schon vorhin geschrieben, Achtung, Achtung,
- 1:18:20ich einfach ein isolationist, aber er ist vermutlich ein
- 1:18:23Pragmatiker, er ist sicher kein Neokonservativer.
- 1:18:27Interventionsbegeisterter wie zum Beispiel John Bolton, sein
- 1:18:32früherer Sicherheitsberater, habe ich mir gesagt, er greift
- 1:18:34John Lander an, bevor er überhaupt den Namen richtig
- 1:18:37aussprechen kann, des betreffenden Landes.
- 1:18:39Diese Sprungbereite Weltbeglückungsallüre, dieser
- 1:18:45irregeleitete Idealismus. Jetzt mal wohlwollend
- 1:18:49formuliert. Andere Präsidenten hat Trump
- 1:18:52sicher nicht, er ist ein Pragmatiker, er ist einer, der
- 1:18:54eine ganz andere Art auch von Kriegen führt.
- 1:18:56Jetzt kann man natürlich sagen, ja gut, was macht er da und ich
- 1:19:01glaube, wenn ich, wenn ich seine Sicherheitspolitik anschaue,
- 1:19:03würde ich sagen, das ist nicht die unipolare Situation, sondern
- 1:19:07es ist eigentlich eine Politik der Interessensphären, Monroe
- 1:19:13Doktrin in Südamerika, er sagt Venezuela.
- 1:19:17Absolut inakzeptabel, dass Venezuela seine Öl da an
- 1:19:21Russland und China verkauft. Das sind geopolitische Rivalen
- 1:19:25von uns, das sind nicht unsere Todfeinde, das sind Rivalen.
- 1:19:27Werden da claims? Abgestellt, ja klar, na
- 1:19:30natürlich, das sind die Reviere der Raubtiere und du musst auf
- 1:19:33kleiner schauen, dass du da nicht dazwischen gerätst.
- 1:19:36Und die Russen haben ja genau das gleiche gemacht in der
- 1:19:39Ukraine, die haben gesagt, du Freunde, seid ihr eigentlich von
- 1:19:42allen guten Geistern Verlass? Wir sollen jetzt akzeptieren,
- 1:19:45dass die Nato, egal aus welchen Motiven, wie gerechtfertigt, die
- 1:19:49auch immer sein mögen, aus subjektiver Sicht.
- 1:19:51Wir schauen es aus unserer Sicht an, den nationalen Interessen
- 1:19:54nicht der transnationalen narrative und diese gut
- 1:19:57menschlichen Verkleisterungen, sondern die sagen einfach, das
- 1:20:00ist nicht in unserem Interesse, wenn die Nato dann am Schluss
- 1:20:05auch noch jenes Gebiet sich unter den Nago reißt.
- 1:20:10Wo eigentlich unsere Kultur herkommt, nämlich die Kiewer,
- 1:20:13Russen und so weiter ob jetzt die Russen da legitime Ansprüche
- 1:20:16anmelden? Um Himmels Willen ist die
- 1:20:18Monrodektrin völkerrechtlich beglaubigt, können die
- 1:20:21Amerikaner sagen, das ist unser Einflussgebiet, mit dieser
- 1:20:24Betrachtung kommst du ja nicht weiter, also die Russen haben
- 1:20:27gesagt, bis hierher und nicht weiter und der Westen, und das
- 1:20:30ist mein Vorwurf an den Westen, der Westen, die Amerikaner, die
- 1:20:33Europäer haben den kalten Krieg gewonnen und werden werden Krieg
- 1:20:39gewinnt. Quasi gegen einen früheren
- 1:20:42Mitstreiter im Zweiten Weltkrieg.
- 1:20:44Die Russen haben auch 26000000 Menschen verloren, die so wie
- 1:20:47jetzt die, die haben verloren, du musst eben mit dem Verlierer
- 1:20:52auch sorgfältig umgehen, und wenn du natürlich den Verlierer
- 1:20:55zu verstehen gibst, ja, du bist da so eine Regionalmacht, du
- 1:20:58bist eine quantité Neglisch ab ne, jetzt kommen Sie da wieder
- 1:21:01mit der Wodka Flasche aus Moskau und glauben uns da die NATO
- 1:21:06Osterweiterung madig reden zu müssen, ja irgendwann.
- 1:21:10Sind die dann nicht mehr geschwächt?
- 1:21:12Und dann sagen Sie, jetzt stecken wir unsere Claims ab und
- 1:21:17mein Verdacht ist eben, dass man Putin da völlig falsch
- 1:21:21eingeschätzt hat, weil man eben nicht diskutiert hat, man sieht
- 1:21:24jetzt in Putin diesen Hitler 20, also das war ja quasi das
- 1:21:27Narrativ der letzten Jahre, es steht jetzt unmittelbar davor.
- 1:21:31Quasi die, die EU anzugreifen. Da wissen die alle schon ganz
- 1:21:34genau Bescheid, an welchem Tag, zu welchem Zeitpunkt und so
- 1:21:38weiter der dann kommt. Ich staune, wie all diese
- 1:21:40Nichtversteher Putins jetzt plötzlich ganz genau verstehen,
- 1:21:43was er will und man redet sich jetzt, da in diese Fiktion
- 1:21:48hinein, aber vielleicht ist Putin ein ganz anderer Typus mir
- 1:21:51gemäss Kissinger ist er einfach der großrussische Nationalist.
- 1:21:56Der jetzt in diesem in dieser neuen multipolaren Ordnung, der
- 1:22:01auch Einflussgebiete der Sicherheitsfern seine Claims
- 1:22:04absteckt. Und jetzt ist die große Frage im
- 1:22:07Nahen Osten, was ist der Iran, ist der Iran auch so ein
- 1:22:13rationaler Player und diese ganze endzeitliche Rhetorik da
- 1:22:18der religiösen, der Mulas, der Islamisten, das ist sozusagen
- 1:22:23nur eine Art ideologische. Luftblase, die man ja nicht so
- 1:22:28wörtlich nehmen soll, obwohl sie dann also schon Leute
- 1:22:31unterstützen, die in Israel nicht einfach nur Gebetsbücher
- 1:22:35verteilen, sondern also mit Raketen schießen, die das
- 1:22:38Existenzrecht eines anderen Staates absprechen.
- 1:22:41Und da muss ich sagen, dann bin ich nicht sicher, ob der Iran in
- 1:22:44die gleiche Kategorie fällt wie Russland, obwohl vermutlich der
- 1:22:47Iran auch ein Land ist mit rationalen Interessen, aber eben
- 1:22:52auch einem ideologisch. Unterfütterten Machtapparat, der
- 1:22:56ganz etwas anderes ist, als was man zum Beispiel in Israel
- 1:23:00beobachten kann, obwohl es auch dort ein paar religiös Verrückte
- 1:23:04gibt, was einen kalten Rücken runterläuft und wo man sich
- 1:23:07fragt, um Himmels Willen, machen die eigentlich auch alles, um
- 1:23:10quasi ihr ansehen in der Weltöffentlichkeit zu
- 1:23:12beschädigen? Aber ich finde es zum Beispiel
- 1:23:14falsch, wenn eine af D in Deutschland jetzt plötzlich sich
- 1:23:19in diesen. Auskrieg in dieser Art und Weise
- 1:23:22einmischt und da auch die zum Beispiel Israel kritisiert, das
- 1:23:26ist doch nicht die Aufgabe von Deutschland, ist auch nicht
- 1:23:29meine Aufgabe oder unsere Aufgabe.
- 1:23:31Unsere Aufgabe besteht vielleicht darin, bestimmte
- 1:23:33Missverständnisse aufzuklären. Das heißt, Sie würden Kanzler
- 1:23:38Merz zustimmen, wenn er sagt, es ist jetzt nicht die Zeit, unsere
- 1:23:43Verbündeten zu kritisieren? Ich würde mal so, ich würde noch
- 1:23:47weitergehen. Es ist sowieso nicht an der
- 1:23:50Zeit, dass Deutschland irgendjemanden da draußen
- 1:23:53kritisiert, mit welchem Recht eigentlich.
- 1:23:55Und ich rede jetzt nicht von den Deutschen, ich rede nicht von
- 1:23:57ihnen, von den deutschen Bürgern, sondern ich rede von
- 1:24:00einem Kanzler, hat eigentlich die Welt darauf gewartet, wenn
- 1:24:04da der deutsche Kanzler kritisiert, interessiert das
- 1:24:07eigentlich irgendjemanden, bewirkt das irgendetwas Gutes,
- 1:24:11wenn der deutsche Kanzler jemanden kritisiert, das bringt
- 1:24:14ja gar nichts, also der kritisierte.
- 1:24:17Wird ja nicht deswegen sagen. Danke Friedrich Merz, dass Sie
- 1:24:20es mir gesagt haben, ich werde. Selbstverständlich jetzt sofort
- 1:24:23alle Ihre. Beanstandungen umsetzen?
- 1:24:25Nein, das schadet nur und ich glaube, man muss diesen
- 1:24:28Politikern mal sagen, Freunde, jetzt einfach mal Klappe halten.
- 1:24:33Versucht mal die Probleme zu lösen in eurem eigenen Land,
- 1:24:37bevor ihr euch da sozusagen aufplustert als Weltgeister und
- 1:24:41Weltschiedsrichter, die sich da in alle möglichen Kriegsgebiete
- 1:24:45einmischen. Und ich sage, es fällt ja schon
- 1:24:47unseren Politikern schwer, darum habe ich ein gewisses
- 1:24:49Verständnis auch für deutsche Politiker, die vielleicht ein
- 1:24:52noch größeres Sendungsbewusstsein.
- 1:24:55In die Wiege geleckt bekommen haben.
- 1:24:59Roger Köppel sagt. Etwas mehr Bescheidenheit tut
- 1:25:03den Politikern gut. Sie sollten sich nicht das Maul
- 1:25:07verreißen über die Konflikte dieser Welt, sondern die
- 1:25:12Probleme zu Hause lösen. Dafür herzlichen Dank für dieses
- 1:25:15Gespräch wir bei gegen den Strom zeigen ihnen Positionen und
- 1:25:19Perspektiven, welche die Propaganda Medien verschweigen.