Latest / emoose Fulfillment Podcast / August-Update: DHL GoGreen Plus & neue Pflichten beim Verpackungsgewicht
Transcript
- 0:00Speaker 1: Fünfzehn Cent.
- 0:01Speaker 1: Also wenn du im Monat vielleicht zehn Päckchen verschickst, dann lachst du wahrscheinlich darüber?
- 0:06Speaker 0: Ja total!
- 0:07Speaker 0: Das fällt ja gar nicht groß auf.
- 0:09Speaker 1: Genau aber äh...wenn Du als Händler zehn tausend oder sagen wir fünfzigtausend Sendungen im Monats über die Rampe schiebst Dann sind diese fünfzehn Zent pro Paket plötzlich.
- 0:20Speaker 1: naja Die harte Differenz zwischen Profitabilität und Verlust
- 0:23Speaker 0: Absolut das ist ein massiver Einschnitt direkt in die Marge des Händlers.
- 0:28Speaker 1: Richtig, und genau diese fünfzehn Zentt trennen ab heute den wirklich grünen E-Commerce vom herkömmlichen dreckigen Standardversand.
- 0:36Speaker 1: Damit herzlich willkommen zu einer neuen Tiefenanalyse!
- 0:40Speaker 1: Schön dass du heute dabei bist.
- 0:42Speaker 0: Hallo auch von mir.
- 0:43Speaker 0: Wir haben ja ein Dokument vorliegen das auf den allerersten Blick wie reine Routine wirkt oder?
- 0:49Speaker 1: Ja total unscheinbar.
- 0:52Speaker 0: Es ist der Monatsrückblick August, im Jahr für die E-Mos GmbH.
- 0:58Speaker 0: Also ein professioneller Fulfillment und Versanddienstleister außer Brücken.
- 1:02Speaker 0: Die sitzen da in den Hallen.
- 1:04Speaker 0: neun und dreizehn?
- 1:05Speaker 0: Ja!
- 1:05Speaker 1: Und solche Updates lesen sich ja normalerweise wie trockene administrative Notizen vor der Sommerpause.
- 1:13Speaker 1: Aber genau da müssen wir heute ansetzen.
- 1:16Speaker 0: Weil sich das viel mehr dahinter verbirgt.
- 1:18Speaker 0: Exakt!
- 1:19Speaker 1: Denn wenn man zwischen ins Zeilen liest dann Also dann dröhnt in diesem unscheinbaren Dokument eigentlich der Motor einer kompletten Branchenveränderung.
- 1:28Speaker 0: Das kann man so sagen, ja?
- 1:29Speaker 1: Wir haben es nämlich mit zwei massiven Verschiebungen zu tun die den gesamten Onlinehandel betreffen.
- 1:35Speaker 1: zum einen Die wahre Natur und eben auch die echten Kosten von Klimaneutralität in der Logistik Und zum anderen die gnadenlose automatisierte Realität der deutschen Verpackungsbürokratie.
- 1:47Speaker 0: Diese beiden Themenkreise zeigen wirklich sehr deutlich, dass der Markt sich gerade extrem wandelt.
- 1:53Speaker 0: Also es geht nicht mehr nur um nette Absichtserklärungen oder irgendwelche grünen Logos auf einer Webseite?
- 1:59Speaker 0: Nee
- 2:00Speaker 1: das reicht halt nicht mehr!
- 2:01Speaker 0: Richtig Es geht um knallharte Daten, um API-Schnittstellen und letztendlich um finanzielle Haftung.
- 2:08Speaker 1: Dann lass uns doch direkt mit dem ersten Punkt starten – dem Weg des Pakets.
- 2:12Speaker 1: Bevor ein Artikel bei dir als Endkünder ankommt legt er ja erstmal Kilometer zurück.
- 2:16Speaker 0: Ja Meistens sogar ziemlich viele.
- 2:19Speaker 1: Genau!
- 2:20Speaker 1: Und Imus informiert seine Händler in diesem Rückblick darüber, dass ihr Versandpartner DHL ab September das bisherige Programm Go Green abschafft und durch Go Green Plus ersetzt.
- 2:31Speaker 0: Das ist ein riesiger Schritt.
- 2:33Speaker 0: Ja
- 2:33Speaker 1: aber das klingt für den Line ja erstmal nach einem simplen Rebranding oder?
- 2:37Speaker 1: Ein plus Zeichen mehr neues Logo und fertig.
- 2:40Speaker 1: Aber das ist ein fundamentaler Systemwechsel.
- 2:43Speaker 0: Was hier faszinierend ist, ist der technologische und vor allem methodische Bruch zwischen diesen beiden Modellen.
- 2:50Speaker 0: Das alte Go Green System das wir ja seit Jahren kennen, basierte komplett auf dem Prinzip der Kompensation.
- 2:56Speaker 0: Also
- 2:56Speaker 1: dem sogenannten Offsetting?
- 2:58Speaker 0: Genau!
- 3:00Speaker 0: Die Emissionen die durch den Diesel LKW auf dem Weg zu dir nach Hause entstanden sind wurden quasi einfach hingenommen.
- 3:06Speaker 1: Weil der Lkw ja ohnehin fährt?
- 3:08Speaker 1: Richtig
- 3:09Speaker 0: Man hat die Menge des CO-Zweidern berechnet und nachträglich Zertifikate gekauft.
- 3:14Speaker 0: Das Geld flosst dann in externe Klimaschutzprojekte, also Aufforstung in den Tropen oder Windkraftanlagen in
- 3:22Speaker 0: Schwellenländern.".
- 3:23Speaker 0: Okay
- 3:23Speaker 1: – lass uns das mal aufdröseln!
- 3:25Speaker 1: Das bedeutet ja….
- 3:26Speaker 1: Die eigentliche Logistik-Kette hier in Deutschland wurde dadurch kein Stück sauberer?
- 3:31Speaker 0: Ne, überhaupt nicht!
- 3:32Speaker 0: Ein
- 3:32Speaker 1: ineffizientes Server einfach weiterlaufen zahls aber jemandem auf nem anderen Kontinent dafür dass er Bäume pflanzt
- 3:39Speaker 0: Ja, damit deine Bilanz auf dem Papier am Ende bei null ist.
- 3:43Speaker 0: Das ist eine sehr präzise Analogie!
- 3:45Speaker 1: Danke.
- 3:46Speaker 0: Und genau dieses Offsetting gerät branchenweit ja auch immer mehr in die Kritik weil es eben an der eigentlichen Quelle der Emissionen absolut nichts ändert.
- 3:54Speaker 0: Go Green Plus ist nun der Wechsel zum sogenannten Insetting.
- 3:58Speaker 0: DHL kauft sich also nicht mehr frei sondern investiert das Geld direkt ins eigene Netzwerk.
- 4:04Speaker 1: Was heißt das konkret?
- 4:05Speaker 0: Das bedeutet, sie ersetzen fossilen Treibstoff durch Sustainable Aviation Fuel – also nachhaltigen Flugkraftstoff beim Luftfrachtransport.
- 4:15Speaker 0: Sie rüsten die Flotte massiv auf Elektroantriebe um.
- 4:18Speaker 0: Sie bauen klimaneutrale Sortierzentren.
- 4:21Speaker 0: Das CO² wird also gar nicht erst in die Atmosphäre geblasen.
- 4:24Speaker 1: Aber warte mal!
- 4:25Speaker 1: Wenn DHL an der eigenen Infrastruktur schraubt?
- 4:28Speaker 1: Also quasi endlich mal neue effizientes Server im Beispiel Rechenzentrum einbaut… Warum muss der Händler dann pro Paket extra dafür bezahlen?
- 4:37Speaker 0: Gute Frage.
- 4:38Speaker 0: Sollte diese Modernisierung der eigenen Flotte nicht einfach ganz normale Unternehmensentwicklung sein, also Kapitalausgaben die DHL aus den eigenen Gewinnen stemmt...
- 4:48Speaker 1: Da sprichst du den entscheidenden Konfliktpunkt an!
- 4:51Speaker 1: Die Logistikbranche ist extrem margenschwach da bleibt nicht viel hängen und Insetting ist unglaublich kapitalintensiv.
- 4:59Speaker 0: Okay das leuchtet ein.
- 5:01Speaker 0: Dieser Sustainable Aviation Fuel kostet zum Beispiel das drei bis fünf Fache von herkömmlichem Kerosin.
- 5:08Speaker 0: DHL kann diese Kosten unmöglich komplett alleine schlucken, ohne die Grundpreise für alle massiv anzuheben.
- 5:15Speaker 1: Ah, versteher!
- 5:16Speaker 0: Das Go Green Plus Modell ist also der Versuch, diese enormen Infrastrukturkosten verursachergerecht auf die Händler umzulegen – zumindest auf die, die sich den grünen Anstrich für ihre Pakete wünschen.
- 5:29Speaker 0: Und das bringt uns eben zu den besagten fünfzehn Cent pro Sendung.
- 5:32Speaker 1: Was mich an der Umsetzung im Emo-Serückblick jetzt aber so irritiert, ist der Mechanismus dahinter.
- 5:37Speaker 0: Wie meinst du das?
- 5:38Speaker 1: Sie schreiben dass der Händler dieses Go Green Plus aktiv buchen muss Also ein klassisches Opt in.
- 5:45Speaker 0: Ja genau
- 5:46Speaker 1: Wenn ein Shopbetreiber diese Mail jetzt im Augusturlaub einfach überliest wird er im September genadenlos auf den Standardversand zurückgestuft.
- 5:53Speaker 1: Seine Pakete sind dann plötzlich nicht mehr klimaneutral.
- 5:56Speaker 0: Richtig!
- 5:57Speaker 0: Der fällt da einfach raus.
- 5:58Speaker 1: Aber warum kicken die mich aus dem grünen Versand, wenn ich nicht aktiv auf den Knopf drücke?
- 6:04Speaker 1: Wäre ein Opt-out im Sinne des Klimaschutzes nicht viel logischer gewesen.
- 6:09Speaker 1: Also jeder bleibt Grün – es kostet jetzt halt fünfzehn Zent mehr und wer das absolut nicht will, der muss widersprechen!
- 6:15Speaker 0: Aus einer rein ökologischen Perspektive wäre Opt-Out absolut sinnvoller ja… aber hier grätscht das Vertragsrecht dazwischen.
- 6:23Speaker 1: Ah ok … Die Juristerei mal wieder!
- 6:26Speaker 0: Genau Ein Dienstleister wie Emus kann im Bitubi-Bereich nicht einfach einseitig die Gebühren für jeden einzelnen Versandvorgang erhöhen, ohne dass der Händler dem Explizit zustimmt.
- 6:38Speaker 1: Selbst wenn es nur fünfzehn Zentz sind?
- 6:40Speaker 0: Genau!
- 6:40Speaker 0: Fünfzehn Cent klingt erst mal wenig aber bei vertraglich festgelegten Volumenstaffeln ist das eine signifikante Preisänderung im Monat.
- 6:49Speaker 0: Emus sichert sicher rechtlich einfach ab.
- 6:51Speaker 0: Sie überlassen die finanzielle Entscheidung und damit letztlich auch die moralische Verantwortung komplett dem Händler.
- 6:58Speaker 1: Verstehe, wenn wir bei DHL also sehen wie die finanzieren Kosten für den Wandel schonungslos auf den Händlers durchgereicht werden dann zeigt der zweite Teil des Dokuments eine noch viel härtere Realität finde ich.
- 7:10Speaker 0: Ja absolut da geht es ans Eingemachte
- 7:13Speaker 1: E-MOS reicht nämlich nicht nur Kosten durch, sondern auch die knallharte gesetzliche Haftung.
- 7:18Speaker 1: Und das bringt uns zu dem Punkt wo es für Händler richtig gefährlich wird.
- 7:22Speaker 1: also das Verpackungsgesetz und die neue AP Integration im Dashboard.
- 7:26Speaker 0: Richtig!
- 7:27Speaker 0: Der Monatsrückblick kündigt da eine neue Pflichteingabe an das Produktverpackungsgewicht.
- 7:33Speaker 0: ab sofort muss für jede einzelne Artikelnummer –also jeder SKU–das exakte Gewicht der Produktverpackungen in Gramm im System hinterlegt werden.
- 7:41Speaker 1: Hier wird es jetzt Wirklich interessant!
- 7:45Speaker 1: Als Händler kennst du natürlich die Lizenzierungspflicht über das Verpackungsregister Lucid.
- 7:50Speaker 1: Das ist ja ein alter Hut.
- 7:51Speaker 1: Ja,
- 7:52Speaker 0: das sollte mittlerweile jeder wissen.
- 7:53Speaker 1: Genau Jeder weiß dass der Versandkarton lizenziert werden muss.
- 7:57Speaker 1: Aber das neue und gefährliche hier ist diese granulare völlig automatisierte Ebene.
- 8:03Speaker 1: wir reden hier nicht über den braunen Versand karton von Imus oder?
- 8:07Speaker 0: Nee gar nicht.
- 8:09Speaker 1: Deren Gewichtsberechnung für den Transport bleibt ja völlig unangetastet.
- 8:13Speaker 1: Wir reden über das, was auf der Artikelnummer-Ebene passiert, bevor der Article überhaupt ins Verfümentlager kommt.
- 8:20Speaker 0: Ganz genau!
- 8:21Speaker 0: Wenn wir das in einen größeren Zusammenhang stellen, sprechen wir hier über die Primär und Sekundärverpackungen – also die hauchdünne Schrumpffolie um das Kosmetikprodukt.
- 8:32Speaker 0: Gert Blister, indem das Ladekabel steckt.
- 8:34Speaker 0: Der kleine Pappschuber um die Handyhülle herum….
- 8:37Speaker 0: All das ist lizenzpflichtig.
- 8:39Speaker 0: Und der Gesetzgeber zieht die Daumenschrauben da gerade massiv an.
- 8:43Speaker 1: Weil früher ja viel geschätzt wurde, ne?
- 8:45Speaker 0: Genau!
- 8:46Speaker 0: Aber die zentrale Stelle Verpackungsregister akzeptiert keine Schätzungen mehr... Die Zeiten in denen ein Händler am Ende des Jahres eine Exeltabelle aufgemacht und groot gepeilt hat also so nach dem Motto Ach, die Folie wiegt bestimmt so um die fünf Gramm im Durchschnitt diese Zeiten sind endgültig vorbei
- 9:03Speaker 1: Wahnsinn.
- 9:05Speaker 1: Aber warum dieser Zwang zur Gramm-genauen Eingabe direkt in das Emos?
- 9:09Speaker 1: der Sport?
- 9:10Speaker 1: Ich meine, Emos ist ja eigentlich nur der Logistiker.
- 9:13Speaker 1: Die sind für die Lizenzierung des Händlers gar nicht verantwortlich!
- 9:17Speaker 1: Richtig
- 9:17Speaker 0: – rechtlich nicht….
- 9:19Speaker 0: aber wir sehen hier die Verschmelzung von Logistikinfrastruktur und gesetzlicher Compliance.
- 9:25Speaker 0: Emos baut hier quasi einen Datentrichter für den Händler.
- 9:28Speaker 1: Okay … wie funktioniert der
- 9:30Speaker 1: Trichter?!
- 9:30Speaker 0: Der Händlerträger trägt das Gewicht in Gramm pro Einheit ein.
- 9:34Speaker 0: Wenn jetzt eine Bestellung ausgelöst wird, nimmt das System die versendete Menge, multipliziert sie mit diesem hinterlegten Grammwert und generiert automatisch einen Datensatz.
- 9:44Speaker 1: Ah!
- 9:44Speaker 1: Und das passiert dann im Hintergrund?
- 9:46Speaker 0: Genau.
- 9:47Speaker 0: Und am Ende entsteht daraus ein Verpackungsnachweis als PDF den der Händler direkt für seine rechtliche Meldung nutzen kann.
- 9:54Speaker 0: Emos liefert also sozusagen das digitale Werkzeug für die Compliance.
- 9:58Speaker 1: Das klingt in der Theorie ja auch extrem praktisch.
- 10:01Speaker 1: Ich trage einmal meine Fünfhundert Artikel-Gewichte ein und die Software erledigt den Rest für mich, dauernd neue Artikelvarianten kurzfristige Bandels, lieferanten Wechsel bei denen die Folie dann plötzlich dicker ist?
- 10:15Speaker 0: Oh ja!
- 10:16Speaker 0: Das ist Alltag...
- 10:17Speaker 1: Was passiert also wenn ein Händler sagt
- 10:19Speaker 0: Puh
- 10:20Speaker 1: das schaffe ich jetzt im August beim besten Willen nicht mehr.
- 10:23Speaker 1: Ich lasse die Felder im Dashboard erst mal leer und trage die Gewichte dann im Oktober für das ganze Quartal einfach nach.
- 10:30Speaker 0: Das ist der Moment, in dem die Falle zuschnabbt!
- 10:33Speaker 0: Okay?
- 10:33Speaker 0: Das System ist gnadenlos auf Echtzeit ausgelegt – Die Quelle warnt mit einem sehr präzisen fettgedruckten Satz…und zwar «Die Auswertung erfolgt nicht rückwirkend».
- 10:43Speaker 0: Oh wow …
- 10:44Speaker 1: Also was bedeutet das alles
- 10:45Speaker 1: konkret?!
- 10:46Speaker 1: Wenn ich das Feld leerlasse und auf Versenden klicke, dann ist der Datensatz
- 10:50Speaker 1: weg!?
- 10:50Speaker 0: Das wirft eine wichtige Frage auf….
- 10:53Speaker 0: nämlich wie diese IT-Systeme im Hintergrund wirklich arbeiten.
- 10:56Speaker 0: Warum geht das nicht rückwirkend?
- 10:58Speaker 1: Ja, warum nicht – ist doch nur Software!
- 11:01Speaker 0: Weil Fulfillmentdienstleister wie EMUS die Versandmanifeste in Echtzeit an die Carrier und internen Datenbanden übergeben.
- 11:09Speaker 0: Sobald das Versandlabel gedruckt und der Artikel gescannt ist wird der Datensatz generiert und zeitgestempelt
- 11:15Speaker 1: Es also quasi digital versiegelt.
- 11:17Speaker 0: Exakt.
- 11:18Speaker 0: Es gibt bei solchen compliance relevanten Daten keinen Rückgängigbutton mehr.
- 11:23Speaker 0: Wenn das Feld für das blister Gewicht in dem Moment der API-Abfrage leer war, dann geht eine Null in die Datenbank
- 11:29Speaker 1: ein.
- 11:30Speaker 1: Und ich kann da nicht am ersten Oktober ins System gehen und sagen hey wende dieses zwölf Grammgewicht mittelnachträglich auf alle Verkäufer aus dem September an!
- 11:39Speaker 0: Genau das funktioniert nicht.
- 11:41Speaker 0: Eine nachträgliche Manipulation von Versanddatenordnern wird von den Systemarchitekten oft absichtlich unterbunden, weil diese Daten eben absolut manipulationssicher sein müssen falls es mal zu einer Prüfung durch die Behörden kommt.
- 11:55Speaker 0: Das bedeutet halt jeder Artikel der ohne hinterlegtes Gewicht das Lager verlässt reist eine permanente nicht flickbare Lücke in deine Datenhistorie.
- 12:04Speaker 1: Das ist ja ein absoluter Albtraum für die Buchhaltung und Direchtsabteilungen.
- 12:08Speaker 1: D.h.,
- 12:09Speaker 1: wenn die Behörde zur Prüfung anklopft, stehst du da mit monatelangen Lücken?
- 12:14Speaker 0: So sieht's aus!
- 12:15Speaker 1: Und das Dokument, dass Imos ausspuckt – das ist ja auch noch so gebaut, dass es dir direkt unter die Nase reibt
- 12:20Speaker 1: oder?!
- 12:21Speaker 1: Ja
- 12:21Speaker 0: leider... Die Quelle erwähnt ausdrücklich, dass der generierte Verpackungsnachweis explizit ausweist bei wie vielen versendeten Artikeln das Gewicht noch gefehlt hat.
- 12:30Speaker 0: Ach
- 12:30Speaker 1: du meine Güte….
- 12:31Speaker 0: Das System generiert also nicht einfach nur eine unvollstättige Summe und Schweigs darüber, sondern es protokollierte deine Versäumnisse präzise mit.
- 12:40Speaker 1: Das Dashboard verpetzt dich also bei dir selbst?
- 12:42Speaker 0: Genau das tut es.
- 12:43Speaker 1: Wenn ich als Prüfer vom Verpackungsregister so ein PDF anfordere und da steht schwarz auf weiß, bei viertausend fünfhundert Artikeln im September fehlte das hinterlegte Produktverpackungsgewicht dann ist das ja wie eine offizielle Einladung für einen Bußgeld.
- 12:58Speaker 1: Da brauchst du gar nicht mehr anfangen dich irgendwie rauszureden
- 13:01Speaker 0: Gar nicht.
- 13:02Speaker 1: Das ist der ultimative Beweis für strukturelles Versagen im Unternehmen.
- 13:06Speaker 1: Es
- 13:06Speaker 0: ist der Beweis, dass der Händler seine Produzesse einfach nicht im Griff hat und genau deshalb ist dieses eigentlich unscheinbare Update von Emus so extrem brisant!
- 13:15Speaker 0: Es zwingt den Händlern, seine Produktdatenbank vor dem eigentlichen Fulfilmenprozess in Ordnung zu bringen.
- 13:21Speaker 0: Wenn er nicht misst oder einträgt darf gar nicht mehr verkaufen wenn er nicht massive rechtliche Risiken eingehen will.
- 13:27Speaker 1: Wahnsinn Wenn man sich diese beiden Updates aus dem August mal im Gesamtbild ansieht, also die Fünfzehn Cent für echtes Incenting bei DHL und die grammgenaue Apiflicht für jede winzige Plastikfolie dann zeichnet das Ein sehr klares Bild davon, wohin die Reise im E-Commerce geht.
- 13:47Speaker 0: Das
- 13:47Speaker 1: Zeithalter des wir schicken einfach mal günstig Pakete durch die Gegend und schauen dann am Ende des Jahres wie wir die Bilanzen gerade rücken ist endgültig vorbei!
- 13:56Speaker 1: Die gesamte Branche wird grade in ein extrem enges datengetriebenes und automatisiertes Korsett gepresst.
- 14:09Speaker 0: Das Netzwerk aus Verantwortlichkeiten verdichtet sich total.
- 14:13Speaker 0: Der Logistiker stellt die hoch entwickelten Werkzeuge und die physische Infrastruktur zur Verfügung.
- 14:18Speaker 0: sein, dass jetzt die Elektrolaster oder die API-Schnittstellen.
- 14:21Speaker 0: aber die rechtliche operative und eben auch finanzielle Verantwortung wird unmissverständlich an den Händler durchgereicht.
- 14:28Speaker 1: Er ist derjenige der handeln muss
- 14:30Speaker 0: Genau!
- 14:30Speaker 0: Erst derjenig der den Opt in Button klicken und die Feinwaage bedienen muss niemand sonst.
- 14:35Speaker 1: Wenn du uns jetzt zuhörst, vielleicht bist du ja selbst E-Commerce Manager oder bereitest dich auf ein Logistikmeeting vor.
- 14:42Speaker 1: Oder du bist einfach nur fasziniert davon was für eine Maschinerie deinem Hintergrund anläuft wenn du dir abends auf der Couch ein neues Ladekabel bestellst.
- 14:52Speaker 1: Diese Tiefenanalyse zeigt wirklich das unsichtbare Gerüst unserer Konsumwelt.
- 14:57Speaker 0: Ja, das war auch das Ziel heute.
- 15:05Speaker 1: Es ist
- 15:12Speaker 0: eine absolute Datentransparenz die hier im Backend der Shops und der Logistiker entsteht.
- 15:18Speaker 0: Jedes Gramm Kunststoff und jedes Gramm CO² ist mittlerweile beziffert und einer konkreten juristischen Person zugeordnet.
- 15:28Speaker 1: Und genau das bringt mich zu einem finalen Gedanken, den ich dir lieber Zuhörer heute gerne mit auf den Weg geben möchte.
- 15:35Speaker 1: Denkt das doch mal konsequent weiter!
- 15:37Speaker 1: Wenn Logistikunternehmen wie DHL die wahren Klimakosten von Insetting auf exakt fünfzehn Cent pro Paket berechnen können Und wenn IT-Systeme wie das von Emozies, dass Gewicht jedes winzigen Plastikblisters in Echtzeit beim Klick auf Versenden verarbeiten und melden.
- 15:54Speaker 1: Die Daten sind ja alle längst da!
- 16:00Speaker 1: Wie lange wird es dann wohl noch dauern bis diese knallharte Transparenz das Backend verlässt und ins Frontend wandert?
- 16:07Speaker 1: Bis wir als Endkunden beim Checkout im Warenkorb nicht mehr nur den Preis in Euro sehen….
- 16:14Speaker 1: Stell dir das mal vor.
- 16:15Speaker 1: Direkt neben dem Jetzt-Kaufen-Button läuft ein Live-Ticker, der dir in Echtzeit vorrechnet – diese Bestellung kostet dich thirty-four Euro!
- 16:24Speaker 1: Sie verbraucht fünfzehn Zent für klimaneutrale Logistik und du holst ihr damit exakt zwölf.
- 16:29Speaker 1: Komma vier Gramm irreduziblen Plastikmüll in die Welt, der jetzt auf deinen Namen gemeldet ist.
- 16:34Speaker 0: Da würde man zweimal überlegen.
- 16:35Speaker 1: Absolut
- 16:36Speaker 0: Wann bekommen wir als Konsumenten die harte Rechnung für unsere Bequemlichkeit eigentlich genauso gnadenlos präsentiert wie die Händler heute?
- 16:44Speaker 0: Das ist eine extrem spannende Überlegung.
- 16:46Speaker 0: Wenn die Infrastruktur dafür bereits steht und das tut sie ja, ist es am Ende vielleicht nur noch eine Frage der Zeit
- 16:52Speaker 1: oder der Regulierung
- 16:53Speaker 0: genau bis diese Daten auch für den Konsumentensichtbar gemacht werden müssen.
- 16:57Speaker 1: Eine Welt in der man die Konsequenzen des eigenen Konsums nicht mehr einfach weckklicken kann.
- 17:02Speaker 1: Daran werde ich definitiv denken wenn morgen das nächste Paket vor meiner Tür liegt.
- 17:06Speaker 1: Vielen Dank, dass du heute bei dieser tiefen Analyse dabei warst und mit uns dieses komplexe aber wirklich faszinierende Logistik Update entschlüsselt hast.
- 17:14Speaker 0: Es war mir wie immer eine Freude, bleibt kritisch und schau immer hinter die Kulissen bis zum nächsten Mal!