Latest / Indiefilmtalk - Der Podcast über das Filmemachen | Produktion | Drehbuch | Regie / #205 – Salzgeber: Filmverleih als gesellschaftliches Engagement | Mit Björn Koll
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- 0:00Speaker 1: Guck dir jeden Film, den ihr zugeschickt bekommt oder nur die wo ihr eine Beziehung zu den Leuten habt?
- 0:06Speaker 0: Wir gucken schon in jeden Film rein.
- 0:08Speaker 0: Es gibt natürlich manchmal Filme... die kommen mit einer Beschreibung, wo man irgendwie sagt ja Kind also wir haben noch nie ein Horrorfilm ins Kino gebracht und wir haben uns auch noch nicht für das und das Thema interessiert.
- 0:21Speaker 0: Das ist jetzt völlig daneben.
- 0:23Speaker 0: dass du uns irgendwie diesen Film anbietest da hast du schlecht recherchiert.
- 0:28Speaker 0: Also das wird dann auch erst gar nicht
- 0:30Speaker 1: geguckt.
- 0:30Speaker 1: Okay okay.
- 0:32Speaker 1: Da könnte ein Pär drin
- 0:33Speaker 0: sein?
- 0:34Speaker 0: Ja kann so sein!
- 0:57Speaker 1: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Indie-Filmtop Podcast und dass ihr wieder dabei seid bei unserem Gespräch rund um den Film oder die Filmarbeit.
- 1:04Speaker 1: Heute dreht sich alles um die Verleiharbeit und um Independentfilme, um Queersinema ... ... Themen, die wir versuchen in unserer eine stündigen einstündigen Folge unterzukriegen.
- 1:19Speaker 1: Ich bin gespannt wo wir am Ende landen?
- 1:21Speaker 1: Das ist immer so wie ich sag mal so... Wir haben paar Themen vorbereitet aber manchmal bleibt man dann im Gespräch bei anderen Punkten hängen, wo man denkt okay das ist eigentlich viel spannender und sauber.
- 1:30Speaker 1: der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin und ich ... ist Gefühl haben, okay das ist jetzt genau unser.
- 1:36Speaker 1: Da fühlt sich es wohl an und da bleiben wir meistens auch und darüber reden wir.
- 1:39Speaker 1: Ihr habt gerade am Anfang schon so ein bisschen eine Stimme gehört die ihr vielleicht hier noch nicht gehört habt im Podcast.
- 1:44Speaker 1: Wir waren zu Gast ist heute Björn Koll.
- 1:46Speaker 1: er ist Filmproduzent... ...und Verleier oder warst du mal Filmproduzent?
- 1:50Speaker 0: Ich habe auch in meinem Leben mal ein paar Filme produziert.
- 1:53Speaker 0: Aber hauptsächlich bin ich Filmverleier.
- 1:55Speaker 1: Genau also er ist Filmpferleiher bei Salzgeber.
- 1:58Speaker 1: Gleich kannst du kurz.
- 1:59Speaker 1: Sie haben immer so Eine Sache, die wir immer die Gäste fragen bevor wir loslegen.
- 2:03Speaker 1: Nämlich wie bist du zum Film gekommen?
- 2:08Speaker 1: Genau was ist deine Schuhgröße?
- 2:11Speaker 1: Damit die Leute dich ein bisschen einschätzen können... Nein!
- 2:14Speaker 1: Wie bist du denn zum Film genommen?
- 2:15Speaker 1: Was hat Dich zum Film gebracht?
- 2:17Speaker 0: Ich bin Jahrgang'六undsechzig und bin nach Bundeswehr dann noch nach Westberlin gekommen Und hatte ein bisschen Geld von meiner Großmutter bekommen und meinte unbedingt einen eigenen Film machen zu müssen.
- 2:31Speaker 0: Das habe ich auch getan, dann war der Film irgendwann mal fertig mit einer unmöglichen Länge von forty-fünf Minuten.
- 2:39Speaker 0: Ich meinte da müsste jetzt natürlich auf einem Festival laufen!
- 2:43Speaker 0: Und dann reichte man den so ein und das war die Berlinale natürlich damals.
- 2:49Speaker 0: Ich rede jetzt hier über die achtziger Jahre, also achtundachtzig oder ne?
- 2:52Speaker 0: Das war achtundachzig glaube ich!
- 2:55Speaker 0: Dann wurde der Film vernünftigerweise dort natürlich nicht genommen.
- 2:59Speaker 0: Und es gab aber natürlich überallhin Verbindungen und es gab einen Vorführer, Berlinale, der wusste dann zu berichten... Ja, der Manfred Salzgeber hat den Film auch gar nicht geguckt.
- 3:10Speaker 0: Den hat der Wieland geschaut und er ist nach einer Minute eingeschlafen.
- 3:13Speaker 0: Ich erzähle die Geschichte ganz gerne weil sie natürlich etwas zutiefst menschliches irgendwie auch beinhaltet.
- 3:19Speaker 0: also wie Filme auch wahrgenommen oder empfunden oder bearbeitet werden so was passiert halt?
- 3:25Speaker 0: Wenn der Wieland jetzt nicht eingeschlafen wäre, dann hätte er den Film trotzdem nicht empfehlen können und hätte der Manfred den Film gesehen.
- 3:31Speaker 0: Hätte ihn auch nicht ins Programm genommen.
- 3:34Speaker 0: Und dann war das für mich der Anlass... Ich war damals noch als Regieassistent bei Götz Friedrich an der Deutschen Oper unterwegs.
- 3:42Speaker 0: Ich wollte eigentlich immer Opernregime machen und hatte sozusagen meinen Ausflug mal mit Instelloloid gemacht.
- 3:49Speaker 0: Dann habe ich Manfred Salzgeber kennengelernt war ich neben dem Studium so was wie ein Dauer-Praktikant, also früher machte man lange Praktiker und dann bin ich einfach hängen geblieben.
- 4:02Speaker 0: Und das geht jetzt schon, keine Ahnung...sechsundmalzig Jahre oder sowas mache ich Salzgeber.
- 4:08Speaker 1: Bist du zu ächzen als ich habe, bist du hengeblieben?
- 4:09Speaker 0: Bin ich hengengebläubt und hab sehr zum Ärger meiner Mutter auch nie das Studium abgeschlossen!
- 4:15Speaker 0: Also ich habe keinen akademischen Grad oder irgend sowas.
- 4:19Speaker 0: und es war bei Manfred natürlich und jetzt wird's ernst Der war damals schon schwer krank, also jetzt.
- 4:27Speaker 0: Und vierneinzig gestorben.
- 4:29Speaker 0: und dann war natürlich auch immer die Fragestellung oder Seilenthema, wie soll es denn mal weitergehen?
- 4:36Speaker 0: Was passiert mit meinen Filmen, die ich da so gesammelt habe, was passiert mit meinem Film nicht ins Kino gebracht habe... Da stand ich natürlich nie und habe irgendwie mit Anfang zwanzig gesagt, Hurra!
- 4:47Speaker 0: Ich will das jetzt haben.
- 4:49Speaker 0: Sondern Gott sei Dank wusste ich glaube ich nie was da auf einen zukommt Und was man sich da selber auch somit antut.
- 4:56Speaker 0: und dann ist es halt einfach passiert.
- 4:58Speaker 0: Und vierneinzig war uns der Kurt Kupperschmied und ich die gesagt haben Ja also wir nehmen dieses völlig überschuldete sehr schwierige Erbe an und sehen mal zu wie weit wir kommen als Geber seit viertzig, komm mal irgendwas jungen oder einem vierzig Jahren.
- 5:16Speaker 0: Wir zählen das nicht so genau.
- 5:19Speaker 1: Im letzten Jahr?
- 5:20Speaker 1: Vierzig Jahre!
- 5:20Speaker 0: Ja, danke.
- 5:22Speaker 1: Herzlichen Glückwunsch.
- 5:23Speaker 1: und genau wenn du schon erzählt hast, dass du damals völlig überschuldest, hast du gesagt jetzt halt daran also... Da für den vierzig Jahre hinzukriegen und dann halt das weiter zu entwickeln ist ja auch eine wachliche Zeit insgesamt.
- 5:36Speaker 0: Ja jetzt gab damals noch nicht so richtig Filmförderung also nicht dass es viel besser geworden ist mit dem Förderung.
- 5:41Speaker 0: im Prinzip waren damals die Kopierwerke, so die Banken der Filmbranche das heißt man hatte in den Kopierwirken ... immensisch schulden, also weil die Produzenten, die verleiher natürlich auch.
- 5:54Speaker 0: Man brauchte Filmkopien und die konnte man immer nicht bezahlen... ...und dann bezahlte man irgendwie das Vorprojekt oder das Vorvorprojekt dann irgendwann mal.
- 6:03Speaker 0: Und ich bin sehr gut mit Thomas Geier, das war damals der Geschäftsführer hier von den Geierwerken.
- 6:08Speaker 0: Mittlerweile wahnsinnig gut befreundet!
- 6:10Speaker 0: Die hatten auch was Tolles.
- 6:12Speaker 0: Es ist mir in Erinnerung, die hatten so das erste Zins- und Zinsrechnungsprogramm also das Computer waren ja noch nicht erfunden aber die hatten schon irgendwas womit zu einem Nadeldrucker dann acht oder neunseitige Seiten rauskam mit offenen Posten und der Berechnung der Zinsen und es wurde immer mehr.
- 6:31Speaker 0: wir waren immer arm
- 6:35Speaker 1: Da wurde viel gedruckt für euch.
- 6:36Speaker 1: Das klingt so auf jeden Fall!
- 6:39Speaker 1: Ich bringe noch einmal kurz zurück, du hast nämlich gesagt gehabt, er ist dabei eingeschlafen als er das Film gesehen hat.
- 6:45Speaker 1: Wie ging es dir dabei?
- 6:46Speaker 1: Als du das gehört hast und weil ich meine, du hattest ja trotzdem Ambitionen gehabt mit dem Film.
- 6:53Speaker 0: Ja, da ist mein einundzwanzig oder zweieinzwanziger.
- 6:56Speaker 0: Das ist natürlich irgendwie so einen Schlag, den man so abkriegt.
- 7:01Speaker 0: aber wenn ich jetzt meinen Berufslegen versuche zurückzublicken dann ist eigentlich jeden Tag ja irgendwas was so ein Tiefschlag irgendwo ist und wo man ja irgendwie durch muss.
- 7:14Speaker 0: also und viele dieser Tietchläge Sieht natürlich tatsächlich gemein, das finde ich dann auch echt doof.
- 7:21Speaker 0: Aber viele dieser Sachen sind ja einfach so weil sie so sind und das muss man dann glaube ich ein bisschen trennen und damit muss man umgehen können.
- 7:29Speaker 0: Und nicht jeder Film ist für alles gemacht.
- 7:32Speaker 1: Ja vielleicht noch gleich ein gutes Learning ausmachen.
- 7:38Speaker 1: Wir sitzen für die Leute, die uns öfters hören, vielleicht auch das wir ein bisschen anders klingen.
- 7:41Speaker 1: Wir sitzen nämlich heute nicht im Studio oder neben nicht online auf sondern wir sind gerade bei der Deutsche Kinematik in Berlin und sind im Rahmen einer Ausstellung hier, die ihr gerade habt.
- 7:53Speaker 1: Vielleicht kannst du dazu ein bisschen was erzählen bevor ich jetzt gleich nochmal über so'n bisschen die Verleihrarbeit auch wie sie sich verändert hat für Salzgeber von damals bis heute darauf eingehe?
- 8:06Speaker 0: Ja wir haben gestern Abend, deshalb klinge ich vielleicht auch so ein bisschen leicht nicht ganz hyperperfekt eine Ausstellung mit dem Titel Inventing Queer Cinema eröffnet.
- 8:14Speaker 0: Das war immer ein Lebenstraum von mir mal zu zeigen was das queere Kino eigentlich sein könnte und was es in den letzten Jahrzehnten geworden ist.
- 8:26Speaker 0: Das inventing muss man glaube ich manchmal erklären also für mich müsste man das nie erklären auf wen sich das eigentlich bezieht.
- 8:33Speaker 0: Das Inventing ist für die Hunderttausenden, die Millionen von Menschen auf der Welt.
- 8:39Speaker 0: in den letzten hundert Jahren oder wie lange es eine Kinogeschichte schon gibt, ein Traum hatten.
- 8:44Speaker 0: Dieser Traum war das sie mal vorkommen auf der Leinwand dass Sie mal nicht nur als neurotische blöde Tunte den Berg runter springen oder ermordet werden oder sonst was sondern dass sie repräsentiert und wahrgenommen werden.
- 8:58Speaker 0: Das waren halt Festivalmacher, filmemacher, Journalisten, Kinobetreiber und natürlich auch Verleier die immer an diesem Traum weitergearbeitet haben und für die ist diese Ausstellung gedacht.
- 9:10Speaker 0: Und von diesen Filmarbeitenden oder Filmarbeiter, das habe ich mochte dein Wort da total.
- 9:15Speaker 0: also wir sprechen auch immer Ganz ganz blöde, alt- und sechzigermäßig von Filmarbeitern.
- 9:21Speaker 0: Also für diese Filmarbeiter die auch nicht alle queer waren also ganz häufig war es auch gerade die heteronormativ gelesenen Personen die wahnsinnige Solidarität und Unterstützung gegeben haben.
- 9:33Speaker 0: von diesen Menschen erzählt die Ausstellung und Es ist ein bunter chaotischer total schwerer Haufen mit vielen Filmen, vielen Bildern Einzelstücken, das geht von irgendwelchen Regiestylen.
- 9:48Speaker 0: Von Rainer Werner Fassbinder bis Rosa von Braunheims Kostümen und ich habe das korratiert Und wie gesagt durfte mich da ein bisschen selbst austoben.
- 9:59Speaker 1: Ich fand es wir sind ja gerade kurz durchgelaufen und haben uns ganz ein bisschen angeschaut und ich fand hier auch spannend wieder was für eine Geschichte da einfach drin steckt.
- 10:08Speaker 1: ihr habt ja auch ganz viele werke die vielleicht kurzzeitig das Licht der Welt erblickt haben und dann immer noch auf CO-Leuts zum Teil noch, aber auch zum Teil auch noch auf Videokassetten etc.
- 10:25Speaker 1: verblieben sind gar nicht digitalisiert wurden.
- 10:28Speaker 1: Und die habt ihr im Archiv und habt ihr hier ausgestellt, dass man sich mal ansehen kann.
- 10:34Speaker 1: Ja
- 10:34Speaker 0: unser thirty fünf Millimeter Bestand ist in die Kinematik übergegangen.
- 10:38Speaker 0: das war ein Lkw und mehr voll also ein paar tausend Kopien.
- 10:45Speaker 0: was jetzt noch langsam rübergeht ist das digitale Archiv... ...und was du ansprichst das wir natürlich aus den achtzigeren und neunzigern auch noch sehr viele Filme auf VHS haben oder aus sonstigen Bandmedien.
- 10:59Speaker 0: Also auch vor der Digi Beta und so weiter gab es schon die scheuslichsten Dinge, die sich da alle so angesammelt haben.
- 11:07Speaker 0: Das sind zum Teil natürlich auch Filme, die uns nur zur Sichtung angeboten wurden oder unsere damaligen Sichtungsmedien waren.
- 11:19Speaker 0: Zelo-Leuts zu transferieren ist ja ein komplizierter Prozess und was wir nicht genau wissen – ich kann es immer so ein bisschen einschätzen wenn mir jetzt weiß five ways to kill yourself.
- 11:31Speaker 0: Das ist ein Kurzfilm von Gas van Zendt in die Hände fallen würde, dann weiß ich auch da liegt eine sechzehn Millimeter Kopie bei uns im Archiv und ich weiß aber auch dass mittlerweile auch in Los Angeles noch einer aufgetaucht ist.
- 11:43Speaker 0: also das is denn so Nerd-Wissen was man als Verleier ansammelt weil man natürlich immer die Rechnung bezahlt hat und weil man irgendwie mit jeder Kopie auch irgendeine Beziehung hatte und das steht.
- 11:59Speaker 0: Ich sage mal ein bisschen aufräumen, sich darum kümmern was da alles so liegt.
- 12:03Speaker 1: Wo liegen da die Rechte dann bei solchen Material?
- 12:10Speaker 0: Ja also wir haben da eine Situation das Gast von Zendt lebt noch.
- 12:16Speaker 0: Die kann man anrufen oder... Das kann man klären!
- 12:21Speaker 0: Bei den AIDS-Filmen die ja für Salzgeber in den Achtziger und Neunzigarden wahnsinnig wichtig waren gehe ich davon aus, dass viele dieser Fragen nicht mehr klärbar sind.
- 12:31Speaker 0: Weil da sind Menschen gestorben und da sind ganze Nachlässe irgendwo in Container geworfen worden.
- 12:37Speaker 0: Da wollten Menschen was nichts damit zu tun
- 12:39Speaker 1: haben.
- 12:40Speaker 0: Und ich bin dann auch immer für so ein bisschen Frechheit und dann lieber mal gucken das die Filme raus kommen und da sein als sich damit jetzt aufzuhalten um zu klären wie wer da eigentlich Wasser hat.
- 12:54Speaker 1: Mal schauen.
- 12:55Speaker 1: Aber
- 12:56Speaker 0: Recht ist ein wahnsinnig kompliziertes
- 12:58Speaker 1: Thema, weil
- 12:59Speaker 0: wenn da auch noch Ausschnittrechte drin sind und Musikrechte drinnen sind dann ist das natürlich einfach irgendwann mal nicht mehr klärbar und man kann hoffen dass die siebzig Jahre irgendwo einmal vorbei sind.
- 13:11Speaker 1: Naja auch besonders, weil du gerade auch Musikreichte angesprochen hast.
- 13:14Speaker 1: also wir hatten auch wo wir durchgegangen sind im Punkt Nimm dir die siebziger, achtziger nochmal anders mit Rechnung gegangen ist.
- 13:25Speaker 1: Was jetzt so einbauen von Musik in den Filmen
- 13:28Speaker 1: etc.,
- 13:29Speaker 1: pp.
- 13:29Speaker 1: was ja jetzt vielleicht... Wenn du es heute siehst müsstest du anders rangehen und sagen okay da muss man irgendwie noch rechte abbezahlen.
- 13:36Speaker 1: Ich frage mich gerade wie mit solchen Stücken umgeht, die dann halt damals vielleicht einfach an genutzt wurden?
- 13:42Speaker 1: Du kannst dich nicht mehr extrahieren das gehört auch zum Werk deswegen macht's keinen Sinn.
- 13:46Speaker 1: Und ob man jetzt noch mal... Jetzt musst du mal nachhinein nochmal klären, eben wie man da die Rechte dafür bekommt.
- 13:52Speaker 0: Naja das kannst du glaube ich nicht weil es sind dann ja mittlerweile irgendwelche Arschlochkonzerne wo's gelandet ist und du kannst ja nicht mehr Frau Ciccioni oder wie die heißt also der lieben Madonna in Brüche schreiben und sie sagt Ja, ja!
- 14:04Speaker 0: Also was ja vielleicht im Sieb meistern hundert irgendwas noch ging?
- 14:09Speaker 0: Das kannst dir voll knicken und ähm... Ich weiß zum Beispiel Wir haben ja sehr viel mit Musikfilmen, also jetzt auch so halb des Quiren-Ginos gearbeitet.
- 14:20Speaker 0: Aber da gibt es ein Film Niko Aiken über Nico die Sängerin Christoph Hefken und Warhol usw.
- 14:27Speaker 0: Das geht nicht mehr zu klären.
- 14:29Speaker 0: oder kannst du jetzt irgendwie aufbewahren?
- 14:31Speaker 0: Und dann hoffen das irgendwann mal sich das erledigt.
- 14:34Speaker 1: Ja, spannend!
- 14:37Speaker 1: Nutzen wir das doch um den Bogen zum Verleihrarbeit zu gehen und auch da so ein bisschen zu schauen wie Damals war es vielleicht auch der ausschlaggebende Grund, als Geber zu gründen damals.
- 14:50Speaker 1: Das wäre vielleicht spannend.
- 14:53Speaker 0: Das war ganz konkret bei Manfred.
- 14:54Speaker 0: Es war in den VAT-Ausgaben.
- 14:56Speaker 0: Da war HIV positiv und es gab schon für die Berlinale das Panorama – das hieß damals aber noch Infoshow – unterwegs in New York und sah bei seinem Freund Arfi Bressen den ersten Spielfilm zum Thema AIDS Und das war Buddies.
- 15:16Speaker 0: Und er hatte, sagen wir mal ja einen persönlichen Druck.
- 15:22Speaker 0: Er musste oder er wollte dass dieser Film da ist weil er glaubte das dieser Film Menschenleben retten kann.
- 15:28Speaker 0: also im Umgang.
- 15:29Speaker 0: Das ging ja damals wirklich noch um ganz banale Dinge.
- 15:32Speaker 0: darfst du so wie ein menschen anfassen die handgeht und der Strohhalm Also diese Sachen die wir natürlich komplett vergessen haben.
- 15:39Speaker 0: Und dann ist er mit diesem film hier durch die lande gezogen und hat verleiher gesucht und die haben alle die so verleiher sind erstmal abgeslehnt.
- 15:48Speaker 0: Er ist auch in die Redaktionen gegangen zu den Fernsehveranstaltern, die haben alle abgelehnt.
- 15:53Speaker 0: und dann... hat er halt gesagt, dann mach ich's halt selber.
- 15:56Speaker 0: und dann sind die mit AFI Pressen.
- 15:59Speaker 0: damals war Wieland Speck schon dabei.
- 16:01Speaker 0: Dann sind die damit durch die Lande gezogen und das hatte er aber glaube ich auch da man schon bei Rosa gelernt oder schon mit dem Film nicht der Homosexuelle.
- 16:09Speaker 0: also das sind jetzt in den Siebzigern, also in den Seventies haben die das ja schon genauso gemacht.
- 16:14Speaker 0: Also da ist ein Film konnte damals noch sehr viel mehr Menschen erreichen und man reiste dann unter dem Arm mit der Filmkopie durch die Lande.
- 16:24Speaker 0: Und schlief irgendwo, machte Kinoveranstaltungen und diskutierte und erzählte von dem Film und zeigte den Film.
- 16:31Speaker 1: Ja also viel direkter auch ne?
- 16:34Speaker 1: Also zum Publikum wenn man so möchte.
- 16:37Speaker 1: Spannend!
- 16:38Speaker 0: Habe ich auch jahrelang gemacht.
- 16:39Speaker 0: das Schlimmste was mir mal passiert war.
- 16:42Speaker 0: Das war unmittelbar nach der Wende.
- 16:43Speaker 0: Ich glaube so einundneunzig oder sowas ultra komplizierten Kurzfilmprogrammen, Liebe im Zeitalter von AIDS, A Tribute to the New York Gay and Lesbian Experimental Film Festival.
- 16:57Speaker 0: Also da waren zum Beispiel Stummeaufnahmen von einem Protestmarsch aus New York dabei.
- 17:05Speaker 0: die waren bewusst stumm gelassen weil der Filmmacher erzählte sie sind verstummt und die waren verstorben ... ging nach Magdeburg und hatte irgendwie ... ... eine sechshundert ehemalige NVA.
- 17:16Speaker 0: Und Bundeswehrsoldaten, die waren noch so halb-halb gekriegt.
- 17:20Speaker 0: Ich dachte ich sterb tausend Tode... mit meinem Belina in der Provinz dann und dieses Programm erklären und erzählen durfte.
- 17:30Speaker 1: Und?
- 17:31Speaker 0: Ja ja klar aber geht!
- 17:35Speaker 1: Manchmal ist es auch hier wieder die Stärke vom Film.
- 17:38Speaker 1: Ich meine dass man da den Austausch schaffen kann.
- 17:40Speaker 1: Ich weiß nicht, wie es in dem Moment war.
- 17:43Speaker 0: Was ich daran mag ist, dass es vielen Filmen gut tut wenn man sie ein bisschen erzählt oder vermittelt oder auch versucht zu erzählen... Ich formuliere es nochmal an.
- 17:56Speaker 0: Wir haben schon sehr elitären Ansatz, ich finde auch Filme völlig in Ordnung die vielleicht nur für zwei oder drei Menschen ungefähr auf der Welt wichtig sind.
- 18:04Speaker 0: also das kann man auch machen.
- 18:06Speaker 0: aber natürlich haben wir bei uns bei Salzgeber zu jedem Film eine ganz persönliche kleine Liebesbeziehung kann auch Filme ertragen, die mich sechzig Minuten nicht so sehr packen.
- 18:18Speaker 0: Aber wenn da zwei oder drei Minuten sind wo ich dann irgendwie gerade auf meinem Stuhl sitze und denke wow das habe ich aber jetzt so noch nicht gesehen.
- 18:26Speaker 0: Dann finde ich das schon ganz toll und davon auch zu berichten finde ich auch gut.
- 18:30Speaker 0: es hilft vielleicht auch im Publikum sich ein bisschen anders mal oder Filme anders zu sehen.
- 18:36Speaker 1: Wenn du dir diese Verleiharbeit damals anschaust, wo du's mit übernommen hast Jetzt ist ein weiter Sprung, vierzig Jahre hat sich viel getan in der Zeit.
- 18:48Speaker 1: Wir haben jetzt eine Zeit wo wir sehr viele Medien haben Schwierigkeiten vielleicht aber auch den Film selber sichtbar zu bekommen.
- 18:54Speaker 1: zum Teil Was wünschst du dir?
- 18:56Speaker 1: Vielleicht auch zurück von da und wünsche es vielleicht falsche Wort weil man kann's ja nicht verändern im Sinne Aber vielleicht was kann man aus derzeit mitnehmen dass man vielleicht heutzutage anmenden weil meistens ist ja die Welt bewegt sich ja ist ja meist nicht nur
- 19:11Speaker 0: Der
- 19:11Speaker 1: Film ist jetzt weg, sondern immer im Wandel.
- 19:15Speaker 1: Deswegen so ein bisschen dieser Gedanke was vielleicht damals mitgenommen werden kann für unsere jetzige Arbeit.
- 19:23Speaker 0: Dann versuche ich mal die Unterschiede zu beschreiben.
- 19:26Speaker 0: Früher haben wir vier oder fünf Filme im Jahr betreut und jetzt geht das um die Dreißigvierzig.
- 19:32Speaker 0: Also einfach die schiere Menge, die wir machen müssen, um uns zu ernähren.
- 19:38Speaker 0: Es gibt einfach wahnsinnig viele Filme mittlerweile, um die man sich dann so kümmern kann.
- 19:45Speaker 0: Das ist ein kompletter Unterschied, wenn du jede Woche mehr oder weniger Texte, Presseheft-Artwork von Titel unter Titelsynchronfassung.
- 19:53Speaker 0: Also das ist eine Maschine die dann da auch irgendwann mal läuft und das macht das Arbeiten nicht schöner.
- 19:59Speaker 0: also und es macht natürlich auch einen ziemlichen Druck dass ich bei vielen Sachen immer so ein bisschen auf die Uhr gucken muss.
- 20:07Speaker 0: nach dem Motto Darf ich jetzt eigentlich, so gleichzeitig habe ich auch das Gefühl dass die Menschen also auch Filmemacher oder Produzenten viel viel komplizierter geworden sind und neurotischer geworden sind.
- 20:21Speaker 0: Ja?
- 20:21Speaker 0: Also dann erarbeitet man aus den vorhandenen Materialien eigentlich ein ziemlich gutes Artwork, Tage, Wochen sonst wie immer hin und her diskutiert.
- 20:32Speaker 0: Man weiß eigentlich genau man erklärt immer den gleichen Scheiß.
- 20:35Speaker 0: Entschuldigung das Wort sollte ich so nicht sagen aber mein sagt am Ende des Tages muss das ja auch bei Amazon als Briefmarke funktionieren.
- 20:42Speaker 0: deshalb können wir diesen Titel nicht so klein schreiben.
- 20:45Speaker 0: und du denkst immer also können die vielleicht auch mal irgendwie ein bisschen mitdenken dann können sie vielleicht auch Mal irgendwo akzeptieren, dass man jetzt schon ein bisschen weiß was man da eigentlich so tut oder welche Lock-Line man nimmt.
- 20:59Speaker 0: Man kann ja immer über alles diskutieren und wir sind natürlich auch Maßschneider.
- 21:05Speaker 0: also bei uns gibt es keine fertige Kampagne sondern man versucht das immer für die Filme anzupassen.
- 21:10Speaker 0: Aber am Ende des Tages weißt du natürlich auch immer, das macht jetzt zweitausend Besucher in den Kinos und noch X-Umsatz in der Restauswertung.
- 21:19Speaker 0: Und du darfst dich damit eigentlich gar nicht mehr beschäftigen weil mir Geld ist da gar nicht drin
- 21:24Speaker 0: usw.,
- 21:24Speaker 0: also das ist halt schon sehr viel enger alles geworden.
- 21:28Speaker 0: gleichzeitig wenn du die aber anschaust wie früher Pressearbeit ging, war viel einfacher.
- 21:36Speaker 0: Da kamen seitens das Spandauertagblatt zur Pressevorführung und dann schrieben und machten wir es.
- 21:42Speaker 0: Es gab sehr viel mehr Presse- und Aufmerksamkeit für die Filme damals.
- 21:49Speaker 0: Und heute ist natürlich alles ein bisschen... Also es gibt wahnsinnig viel aber wenig fokussiert.
- 21:56Speaker 0: Und das hat uns zum Beispiel ja vor ein paar Jahren mal dazu geführt, als wir feststellten, dass zu vielen queeren Filmen eigentlich kein einziger anständiger Artikel mehr erschienen.
- 22:07Speaker 0: Also mit dem anständigen Artikel meine ich, dass sich irgendjemand wirklich mal mit dem Film auseinandergesetzt hat und nicht drei Daumen hoch fünf Sterne links oder irgendwas.
- 22:15Speaker 0: Ja also das war dann ja der Status der Journalisten weil sich die Medien natürlich auch in ihrer Not auf Hochzeitsmessen oder Bodywear oder Schönheitsprodukte oder irgend sowas konzentrierten Und für Filme ja gar kein Platz mehr war.
- 22:31Speaker 0: Also diesen Satz mal zu Ende.
- 22:33Speaker 0: damals haben wir denn die Sissi gegründet Magazin, wo wir Journalisten gebeten und bezahlt haben Filme zu besprechen.
- 22:42Speaker 0: Und das war für alles was es so im queeren Bereich gab also nicht nur Salzgeberfilme sondern auch alles andere.
- 22:48Speaker 0: Das war von uns mal ein Ansatz dass es da irgendwie mal zumindest eine Grundlage gibt.
- 22:54Speaker 0: Wenn ich mir jetzt Wikipedia angucke dann muss ich auch sagen ein wahnsinnig schlechtes Produkt naja aber das ist natürlich viel.
- 23:00Speaker 0: viel unserer Kunden oder Publikum ist das immer noch ein wichtiges Leitmedium Und das ist natürlich das Thema in diesem Sumpf.
- 23:08Speaker 0: Also, wo findest du überhaupt noch irgendwo verlässliche Informationen?
- 23:12Speaker 0: Was ist nicht Werbung und was ist nicht manipulativ?
- 23:14Speaker 0: Und worauf kannst du dich verlassen?
- 23:18Speaker 0: Wikipedia muss ja sprengenneutral sein aber es ist einfach alles wahnsinnig
- 23:24Speaker 1: viel Arbeit.
- 23:26Speaker 1: Wie würdest Du denn einschätzen?
- 23:27Speaker 1: also wie hat sich jetzt gerade ausgeführt hast?
- 23:29Speaker 1: Wie hat sich denn die klassische Verleiharbeit von der Du gerade gesprochen hast dann zu deiner aktuellen Arbeit verändert.
- 23:37Speaker 1: Also mit welchen Medien, woum versuchst du den Film hinzubringen?
- 23:41Speaker 1: Klar, Social Media ist ein Punkt klar aber wie macht ihr das also was... Wie geht dir jetzt an einen Film ran?
- 23:47Speaker 1: Wenn ihr einen Film bekommt und sagt hey ihr habt Lust den bei euch aufzunehmen heranzugehen müsst ihr anfangen irgendwie Pressemedien zu bauen.
- 23:55Speaker 1: genau wie sieht das aus?
- 23:56Speaker 1: vielleicht kannst du da mal so einen Einblick geben.
- 23:58Speaker 0: Ja, also ich mein alles was vom Film wahrnimmt stammt irgendwie vom Verleiher mehr oder weniger.
- 24:04Speaker 0: Also von Titelentscheidung bis zur Farbgebung des Logos und des Artworks und der Texte und das Unterhalt auch natürlich... Das ist das eine aber dann hat's ja noch keiner gesehen.
- 24:20Speaker 0: Wie kriegst du das denn in die Presse?
- 24:22Speaker 0: Wo taucht es auf?
- 24:23Speaker 0: Welche Anzeigen schaltest Du?
- 24:26Speaker 0: U-Bahn Buchung machst du, gehst du ins Radio eher.
- 24:30Speaker 0: Was passiert bei Social Media?
- 24:32Speaker 0: Da passiert ja herzlich wenig wenn man es nicht selbst steuert oder in die Hand nimmt.
- 24:36Speaker 0: Das muss man glaube ich immer wieder erklären dass das natürlich alles irgendwo auch gesteuert und auch teilweise bezahlt ist.
- 24:44Speaker 0: wir versuchen es halt mit so was wie der Sissy zum Beispiel also unserem eigenen Hefti gibt's jetzt online als immer noch.
- 24:51Speaker 0: ja versuchen wir natürlich andere Wege zu
- 24:54Speaker 1: finden
- 24:55Speaker 0: anders zu kommunizieren und bei uns, ich nenne das immer so ein bisschen möglichst wenig Bullshit-Kommunikation.
- 25:03Speaker 0: Das heißt... Also jetzt eine Inhaltsangabe, wo steht Granios außerordentlich beste Film aller Zeiten.
- 25:10Speaker 0: Das kann gern Verleier blind und ruhig zwischen dem Frühstückskaffee zusammenrühren.
- 25:17Speaker 0: also wir versuchen das mit einer ehrlicheren Kommunikation und so dass es gegenüber auch die Chance hat sich zu entscheiden.
- 25:25Speaker 0: will ich das?
- 25:26Speaker 0: jetzt geht mich das was an will Ich das gucken?
- 25:28Speaker 1: ja wie unterscheidet sich denn für dich der live light auch so von Mainstream Filmen, was du auch vielleicht mitbekommst von anderen Verleiern.
- 25:37Speaker 1: Weil ihr habt ja auch sehr viele gesellschaftkritische Filme, independent Filmprojekte.
- 25:42Speaker 1: Das heißt auch hier wieder die Schwierigkeit eben wie diese Dimension vielleicht auch für diese Stoffe zu begeistern und zu interessieren.
- 25:50Speaker 1: Ich lends mal einfach mal Schwierigkeiten.
- 25:52Speaker 1: Du kannst mich gerne verbessern wenn das gar nicht die Schwichtigkeit ist.
- 25:57Speaker 1: Aber was es da auch wieder eurer Rangehensweise um genau bei solchen Stoffen die Masse zu tragen.
- 26:05Speaker 0: Also ich finde das wirklich tolle oder gute ist, dass man diese Frage eigentlich nicht wirklich beantworten kann und man es sich auch nicht wirklich weiß... ...und dass das Publikum eine erstaunliche und bewunderenswerte Intelligenz hat Dinge zu finden.
- 26:23Speaker 0: Und dass dieses Word of mouth so wie wir das nennen oder dieses Gespür des Publikums will ich damit mich jetzt beschäftigen und so weiter wirklich schon sehr gut noch vorhanden ist.
- 26:37Speaker 0: Und dafür reichen eigentlich eine Reihe von kleineren Informationen, nichts ist besser als eine Empfehlung oder einfach eine Weitergabe von Informationen.
- 26:49Speaker 0: Dann ist es häufiger eher das Problem ... das Timing dann zum Beispiel nicht stimmt, ja?
- 26:57Speaker 0: Also was im Jahr... ... zwanzig, dreieinzwanzig cool und gut ist.
- 27:03Speaker 0: Das kannst du ein halbes Jahr später komplett vergessen.
- 27:06Speaker 0: also,... ...das liegt dann auch nicht an dir,... ...sondern es liegt daran dass sich die Welt gerade mal wieder geändert hat... ...und irgendwie alle anders drauf gucken.
- 27:14Speaker 0: Und da gibt es wirklich Filme, die finden ihren Weg mehr oder weniger alleine.
- 27:22Speaker 0: Da ist eher das Problem,... dass das Kino dafür eigentlich Zeit braucht.
- 27:27Speaker 0: Also wir haben früher... Ich weiß nicht, ich hab mal ein Film gemacht rausgebracht über Elisabeth Kübler-Ross Das wird eurer Generation jetzt nichts mehr sagen in den Siebziger-Achtzigern ganz wichtige Sterbeforscherin, also die mal das Thema wie sterben wir eigentlich?
- 27:45Speaker 0: und so weiter angesprochen hat.
- 27:47Speaker 0: Und dieser Film ist in Deutschland mit weit über zweihunderttausend Besuchern geendet, also wirklich sehr viele Menschen.
- 27:53Speaker 0: aber die Auswertung hat damals zwei Jahre gedauert bis wir dann mit den Kopien so übers Land und hier und dahin.
- 28:01Speaker 0: Das war auch völlig in Ordnung weil die Menschen haben davon gehört dass es dieser Film die waren geduldig sagt, ach dann kommt er jetzt nach Hitzocker, Blickete oder sonst wohin in drei Monaten.
- 28:12Speaker 0: und dann hing das da schon.
- 28:14Speaker 0: Und es ist halt eine andere Welt gewesen die war sehr viel langsamer und heute muss ja alles irgendwie zacki-zackig gehen und das ist natürlich auch so.
- 28:24Speaker 0: ein physikalisch hängt damit zusammen dass wir nicht mehr mit wenigen Celluloid Kopien arbeiten sondern mit einer digitalen Kopie die mehr oder weniger ja unbegrenzt verfügbar hat die Welt aber nicht unbedingt besser gemacht.
- 28:39Speaker 1: Ja, oder auch diese Auswertungszeit ist ja auch kürzer geworden.
- 28:44Speaker 1: Auch wenn du sagst Kino erst mal vielleicht in den Kinofenster hast von so und so vielen Wochen oder Monaten vorher... Und jetzt hast du halt nur noch sechs Wochen zum Teil im Kino und dann bist du sofort im VOD direkt erreichbar was natürlich relativ schnell auch so dieses ... diesen genau wie du sagst, diese Auswertungszeit halt verengert weil du halt einfach dann abdammt bist ja schon auf dem Krabbeltisch das falsche Wort vielleicht aber auf dem... Ich würde
- 29:12Speaker 0: mich gerne widersprechen.
- 29:14Speaker 0: Das stimmt glaube ich nicht.
- 29:16Speaker 0: Also ich sehe das anders.
- 29:18Speaker 0: Ich denke das Publikum fürs Kino und VOD usw.
- 29:23Speaker 0: bis vor ein paar Jahren hat sich das noch komplett.
- 29:25Speaker 0: ... äh, unterschieden.
- 29:26Speaker 0: Also das kam dann mit Covid oder Corona-Kampf, denn halt hat sich's geändert also dass Menschen auch auf einmal streamten... ...die das vorher mit der Kneifzange nicht angefangen haben.
- 29:36Speaker 0: Nichtsdestotrotz, ähm, musst du das ja erst mal mitkriegen ob irgendwas verfügbar ist in der ARD in Mediathek und so weiter und es gibt immer noch genug Platz.
- 29:46Speaker 0: oder ich glaube wenn du das dann im Kino anbieten würdest und sagen würdest du machst mal eine Veranstaltung dazu oder so Wenn der Film Potenzial hat, dann ist es trotzdem voll weil es ist ein anderes Es ist ein anderes Gucken und das konsumiert man dann.
- 30:02Speaker 0: Ich denke, es tun sich nicht weh diese Auswertungsformen.
- 30:08Speaker 1: Ich frage mich halt ob für das Kino besser wäre wenn die länger im Kino bleiben würden?
- 30:14Speaker 0: Ich glaube nicht!
- 30:15Speaker 0: Also ich sehe natürlich auch... Wir haben zum Beispiel einen Channel auf Amazon mit einem schönen Titel Queer Cinema Und da sehe ich natürlich auch die Watchtime-Sekunden genau für jeden Film.
- 30:30Speaker 0: Ich kann mich immer wundern, was da so geguckt wird... Darüber müssen wir jetzt ja nicht im Detail geben.
- 30:37Speaker 0: aber ich kenne natürlich jeden Film, ich seh die Watchtimes und ich sehe die Verhältnisse und ich sehe da etwas los ist.
- 30:44Speaker 0: Also es gibt, zum Beispiel ganz erstaunliche Übereinschneidung mit ein paar lesbische Filme.
- 30:55Speaker 0: Die haben dann derartig hohe Watchtime und das ist keine lesbischen Zielgruppe die das da guckt ja?
- 31:00Speaker 0: Das ist jetzt nicht Quersinema den Schenner sondern sozusagen einfach normales Angebot.
- 31:05Speaker 0: Es gibt natürlich aber auch Seien wir mal so was wie ein Derek Jarman.
- 31:09Speaker 0: Also jetzt Hochkultur, das kannst du auch... Musst du da gar nicht hinstellen?
- 31:13Speaker 0: Das guckt da eh keiner!
- 31:14Speaker 0: Ja also das heißt, was da in diesem dann eher privaten Bereich auf den Sofa geguckt wird reduziert sich schon sehr auf ein bisschen, sagen wir mal Tra-La-La und Easygoing und Unterhaltung und ein bisschen Sex darf es auch noch sein aber alles andere hat da eigentlich auch keine Chance und würde da nicht
- 31:31Speaker 1: gehen.
- 31:33Speaker 1: Genau, aber das macht es ja nicht unbedingt leichter für die Auswertung.
- 31:36Speaker 1: Das klingt so als auch... Herzlichen
- 31:38Speaker 0: Dank für diese Bemerkungen!
- 31:43Speaker 0: Ja wir haben durchaus eine ganze große Anzahl von Filmen, die nicht im Entferntesten ihre Herausbringungskosten je einspielen, die wir aber natürlich trotzdem machen weil wir sie einfach für richtig und wichtig finden.
- 31:58Speaker 0: Und wo wir eigentlich vorher schon wissen, also die Definition ist dafür Flop.
- 32:01Speaker 0: Also Flop ist ein Film der seine Verleihvorkosten nicht einspielt.
- 32:06Speaker 0: Das tut man aber in, sagen wir mal, in Traditionen und als Selbstverständlichkeit.
- 32:11Speaker 0: auch das muss sein.
- 32:12Speaker 0: Ja.
- 32:13Speaker 1: Welche Rolle spielen dabei die Filmpförderungen?
- 32:15Speaker 1: Um halt genau solche Filme weiter zu unterstützen, besonders bei euch weil ihr ja so viele Filme habt...
- 32:21Speaker 0: Ja, Filmpörderung ist bei mir kein Lieblingsthemen, falls ich... Also es wird immer komplizierter Und Salzgeber kriegt dann mal zehn oder fünfzehntausend Euro.
- 32:33Speaker 0: Dafür brauchst du aber eigentlich eine Arbeitsabteilung, also das kann sich jetzt hier irgendwie ein Großverleier leisten weil da geht es um paar Millionen ungefähr.
- 32:44Speaker 0: Aber was das an Komplizität mittlerweile hat ist unglaublich.
- 32:49Speaker 0: Da muss man etwas Positives sagen über die EU-Förderung aus Brüssel, die zwar alle paar Jahre immer ihren Namen ändert sowas ähnliches wie eine Art automatische Verleihförderung.
- 33:00Speaker 0: Das heißt, da wird der europäische Besucher gezählt und der Besucher aus Litauen bringt mehr als der aus Spanien und das wird dann alles da irgendwie gemahlen und am Ende des Jahres mit sehr viel Verspätlung kommt mal irgendeine Summe raus die du denn da bekommst.
- 33:16Speaker 0: und das ist eigentlich ein ziemlich vernünftiges System weil dieses geld darfst du frei verfügen also du darf selber entscheiden ob du davon ein film kaufs als eine garantie bezahlt.
- 33:27Speaker 0: Ob du davon plakate druckt oder ne social media kampanien machst oder was auch immer.
- 33:32Speaker 0: und dieses deutsche system wird ja auch jetzt mehr auf automatik umgestellt ist aber für kleine Filme eigentlich der komplett Mord, weil da muss man ja Besucher und Festivals erzielen.
- 33:47Speaker 0: Und das ist jetzt gerade alles nochmal geändert worden, die ist jetzt eigentlich eine komplette Abschaffung dieser kleinen Filmen.
- 33:54Speaker 0: Die werden kein Geld mehr bekommen und ich glaube dass es auch politisch so gewollt und damit müssen wir uns erst mal leben.
- 34:00Speaker 1: Schwierigkeiten!
- 34:01Speaker 1: Das wäre auch eh die Richtung, wo ich gerne mit dem Gespräch hin wollte.
- 34:05Speaker 1: Wir heißen Indie-Filmtalk.
- 34:10Speaker 1: Auch so ein bisschen die Frage von wie bekomme ich einen Verleiher für meinen Film?
- 34:15Speaker 1: Und wir hatten kurz wie ihr euch entscheidet für Filme!
- 34:19Speaker 1: Oft ist ja auch die Aussage, dass man eigentlich mit einem fertigen Film ganz schwer einen Verleiher findet.
- 34:24Speaker 1: Weil du halt einfach die Identiförderung nicht mehr mitbekommen könnt für den Filmen.
- 34:28Speaker 1: Das gilt ja immer noch.
- 34:29Speaker 1: Ist es so das man mit dem fertigen Filme schwieriger an euch herantreten kann zum Beispiel?
- 34:35Speaker 1: Oder sagst du, naja, ne, es ist eigentlich ... Solange sich ein Film anmacht, das ist egal eigentlich!
- 34:41Speaker 0: Ja, das mit den deutschen Filmen und den fertigen Filmen ist schon in der Tat sehr schwierig.
- 34:46Speaker 0: Also ich habe natürlich eine lange Leidensgeschichte von begeisternden Projekten die großartig auf dem Papier klangen und dann wurden sie irgendwann mal fertig und du hattest eine Verpflichtung unterschrieben diesen Film mit dreißig oder fünfzig oder sonst was Kopien auf die Welt zu bringen und dachtest irgendwie wirklich nur noch Das geht einfach gar nicht.
- 35:08Speaker 0: Also das ist irgendwie nicht machbar, weil es ist ja sozusagen der Standard beziehungsweise das was dann die FFA da immer fordert, Herausforderungsgrößen und so weiter, weil sie eine reine Größenlogik haben, größer ist besser hier mehr usw.. Wir versuchen oder ich habe jetzt für mich beschlossen, ich mache das nicht mehr.
- 35:30Speaker 0: Also bei Dokumentarfilm kann man es noch machen weil das ist da relativ gering aber... Jetzt ein Spielfilm.
- 35:35Speaker 0: der geht einfach schief und ich hab den sind wieder an der Backe und ich verpflichtet es zu machen.
- 35:39Speaker 0: Ich hatte keinen Bock mehr drauf weil und das sage ich auch genauso immer und das ist natürlich schon hoffnungsvollen Produzentenfilmemacher ist das natürlich auch der sitzt mit dieser Scheiße da.
- 35:52Speaker 0: Ich finde es wirklich doof, weil ich finde es wird ein Problem vertagt irgendwo wo es nicht hingehört ist und zu den Verleihern geschoben die sich dann dazu entscheiden sollen.
- 36:04Speaker 0: Und eigentlich bräuchtest du dafür ganze Lektorate, Abteilung oder sonst was.
- 36:09Speaker 0: Ich mache das alleine.
- 36:11Speaker 0: Das heißt wann soll ich noch diese ganzen Drehbücheretc.
- 36:13Speaker 0: lesen?
- 36:14Speaker 0: Ich gucke natürlich diese Projektmasse mängen... Also die Zeit sich damit mal irgendwie zu beschäftigen ist eigentlich gar nicht da.
- 36:21Speaker 0: Das heisst automatisch reduzierst du dich schon auf die Dinge, die du kennst also entweder auf die Produzenten oder auf die Filmemacher mit denen du schon gearbeitet hast Kann auch schief gehen.
- 36:33Speaker 0: Und also ich tue mir das jetzt nicht mehr an, weil die Förderungen sind zu feige, dass letztendlich in ihren Juries alleine zu entscheiden und vielleicht auch mal eine Entscheidung zu haben nach dem Motto wow!
- 36:45Speaker 0: Das überzeugt mich jetzt wirklich und da gehe ich jetzt mal volle Kanne rein und da mache ich auch nicht die Fördereinscheidung, dass sie dann andere Forderungen zusammensuchen müssen sondern da stehe ich jetzt einmal wirklich dabei mit einer höheren Summe usw.
- 36:59Speaker 0: Nein, das sollen jetzt die Verleiher richten.
- 37:02Speaker 0: Ich tue es nicht.
- 37:04Speaker 0: Es gibt ja in Deutschland mittlerweile so eine ganze... Ich nenne die immer so ein bisschen Bestatter, also wo du dann mit entsprechenden Konditionen oder Zugeständnissen kriegst.
- 37:14Speaker 0: Da auch wieder alles durch.
- 37:16Speaker 0: Also jede Subvention hat immer schreckliche Auswirkungen und das versteht aber in Deutschland keiner damit kümmert sich auch keiner.
- 37:25Speaker 0: Das ist so wie dieses ganze Land ja gerade in einer beschissenen Situation ist und keiner die Probleme mal anfasst oder benennt.
- 37:31Speaker 0: Aber diese ganze Filmförderung ist definitiv ein Problem.
- 37:36Speaker 0: Und ja, wir versuchen halt unsere Firmen machen dann irgendwo die Stange zu halten.
- 37:43Speaker 0: Das ist schon schwer genug also auch aus jahrzehntelanger Zusammenarbeit da irgendwie die Hand weiter ausgestreckt zu halten.
- 37:53Speaker 0: und letztendlich möchte ich mir aber in meiner Programmhohe nicht so reinfuschen lassen.
- 38:00Speaker 1: Ja das heißt ihr geht denn in Vorleistung oder wie stelle ich mir das vor?
- 38:04Speaker 1: Irgendwo traut darauf, dass der Film... Ich hab dir eine Kalkulationen in Tabelle, wo ihr sagt okay, das sind so ein paar Texts die dieser Film hat.
- 38:14Speaker 1: Wir gehen davon aus, dass da was passiert.
- 38:15Speaker 1: Mach mal dein Buch auf!
- 38:19Speaker 1: Wenn es für dich okay ist.
- 38:20Speaker 1: Also
- 38:20Speaker 0: ich glaube, das kann hier jeder Verleier... Das ist jetzt nicht so wahnsinnig kompliziert.
- 38:26Speaker 0: Jeder Verleiher weiß sofort wenn ein Film sieht und hat eine Einschätzung und hat das irgendwo im Magen oder sonst wo und weiß was für den Publikum das haben wird und wo der Film seine Probleme haben wird?
- 38:39Speaker 0: Und warum er die nicht erreicht?
- 38:41Speaker 0: Gleichzeitig weiß er natürlich auch immer so ein bisschen was muss er da reinstecken um diese Zielgruppen zu erreichen Und so weiter.
- 38:49Speaker 0: Das kann man natürlich, das ist ein bisschen wie Roulette spielen und du kannst an den Tisch gehen mit den hunderter Ships oder mit den einen Dollar Ships, ja?
- 38:57Speaker 0: Das ist in Las Vegas schön getrennt wer auf welchen Tisch darf!
- 39:01Speaker 0: Und Salzgeber spielt dann natürlich mit den allerkleinsten Einsätzen am allerniedrigsten Tisch und ich hab... Ich habe feste Dinge im Kopf von sogenannten Mindestgarantien.
- 39:13Speaker 0: Also das, was man für ein Film dann für eine bestimmte Zeit, ein bestimmtes Territorium einen bestimmten Rechtumfang auf den Tisch legt.
- 39:21Speaker 0: ich hab da klar ne Obergrenze und sag mehr zahle ich nicht und sonst half of fun also.
- 39:28Speaker 0: Und ja und dann sitzt man da zusammen und versucht halt eine Lösung mit dem Verkäufer zu finden.
- 39:34Speaker 0: Es wird natürlich klassischerweise immer ein Film dann für einen Territorium eine Zeit verkauft und das ist aber jetzt nicht so ein Verkauf nach dem Motto, dann ist alles weg.
- 39:44Speaker 0: Sondern wir brechen den halbjährlich mit den Lizenzgebern ab und erklären was wir an Umsatz gemacht haben, was wir eingenommen haben und geben die Teile davon weiter.
- 39:57Speaker 1: Licht, was hier an und ausgeht.
- 39:59Speaker 0: Das bringt mich aber nicht zum Niesen.
- 40:01Speaker 1: Genau, richtig zu niesen!
- 40:05Speaker 1: Nee das ist auch spannend, dass du sagst.
- 40:08Speaker 1: Hast du ein Beispiel wo dich mein Film-Projekt überrascht hat?
- 40:13Speaker 1: Negativ wie positiv.
- 40:14Speaker 1: also wo du vielleicht eingegangen bist mit so... Du hast den gesehen, hast sich verliebt wurde der Ausgang davon ganz anders war als du gedacht hast.
- 40:22Speaker 1: Zeitgäste hast du vorher genannt solche Sachen die da mit rein spielen Die Metrigen, die du selber im Kopf gemacht hast vielleicht nicht mehr funktioniert haben oder sowas.
- 40:32Speaker 0: Ja also komischerweise in den letzten zwei drei Jahren gab es da nicht so viel Positives.
- 40:35Speaker 0: Schön!
- 40:38Speaker 0: Die Welt wird nicht besser um das mal sozusagen... Also man macht eigentlich mit jedem Film immer wieder Lernerfahrungen weil Verleiharbeit heißt natürlich auch das.
- 40:51Speaker 0: wenn ich's möchte Dann könnte ich jetzt auch genau gucken, wieviel Umsatz welches Kino mit welchem Film gerade heute oder morgen.
- 40:58Speaker 0: Nein nicht morgen das weiß ich noch nicht.
- 41:00Speaker 0: Aber was ist in der Vergangenheit gemachtes?
- 41:02Speaker 0: Also das ist relativ transparent und man sieht natürlich auch in so einer Unterscheidung zwischen einer siebzehn Uhr dreißig oder einer zwanzig Uhr Vorstellung.
- 41:12Speaker 0: also man weiß ziemlich viel und man kann dass wenn man es so jahrzehntelang gemacht hat auch alles ein bisschen einordnen Kopf schnell hochrechnen und so weiter.
- 41:23Speaker 0: Also da sind jetzt nicht so viele Überraschungen, aber das ist jetzt nicht wirklich auf deine Frage die Antwort.
- 41:33Speaker 0: Ich habe immer wieder komplett erstaunliche Dinge wie es gab mal vor ein paar Jahren den Film Rafiki.
- 41:43Speaker 0: Erster Lessenfilm aus Kenia.
- 41:46Speaker 0: Ich würde jetzt sagen, Film ist nicht so unbedingt die Offenbarung.
- 41:49Speaker 0: Also jetzt nicht der beste Arthaus-Film aller Zeiten.
- 41:54Speaker 0: Aber dieser Film hat zum Beispiel... Das waren dann so Initiativen, ich glaube so Grießmühle.
- 42:01Speaker 0: Das waren ganz andere, nicht klassische Kinoauswertungsformen, die das irgendwie einfach im Freiluftkino und dann irgendwie unterwegs hatten.
- 42:09Speaker 0: ... eine Besucherzahl erreicht hat, die war jetzt auch nicht so riesig.
- 42:14Speaker 0: Aber ich glaube es waren irgendwie zwölftausend Besucher oder... ...die hätte ich diesem Film nie zugetraut weil in meinem Pitch oder als wir den Film diskutiert hatten, habe ich gesagt, naja, ehe alles Rassisten guckt kein Schwein ja?
- 42:26Speaker 0: Also das ist so hart sich dann übrigens auch bewahrheitet, weil das ist unglaublich... Normalerweise, wenn du dann eine Kinozahl hast, Besucherzahl hast, hast du da noch eine Videoabrufzahl oder eine DVD-Verkaufsabzahler.
- 42:43Speaker 1: Die ist hiermit
- 42:43Speaker 0: nicht koorrent, das ist auch die schöne Rolle.
- 42:46Speaker 0: Und die ist bei Rafiki sowas von untypisch nicht koorient weil sie einfach... quasi null.
- 42:52Speaker 0: Also diesen Film guckt dann auf den anderen als VOD kein Mensch und wo ich dann wieder mit meinem unschönen Ausspruch Recht habe, wie dieser Markt in Deutschland eigentlich funktioniert.
- 43:05Speaker 0: aber es gibt da immer wieder... das sind aber meistens auch kleine einzelne Initiativen oder irgendwas die so den Geschäft komplett ändern können.
- 43:15Speaker 0: Die ist dann anders aussehen lassen.
- 43:17Speaker 1: Aber auch hier, ich finde sie gerade spannend weil Man könnte auch diese Zeit als spannende Zeiten nehmen, um zu sagen die alten Auswertungsstrukturen funktionieren nicht mehr.
- 43:28Speaker 1: In dem Sinne, um die Zielgruppen zu erreichen und wir müssen uns jetzt eigentlich neue Wege suchen vielleicht sogar zurückzunehmen... Ich glaube
- 43:38Speaker 0: aber eure Generation wird ein anderes Problem haben weil Wenn ich mir das jetzt bei den Kollegen, es gibt ja so ähnliche Strukturen wie Salzgeber auch in Polen und Großbritannien in anderen Ländern also Verleier die sehr viel für ihre Sachen in die Kinos gebracht oder auf dem Markt gebracht haben.
- 43:55Speaker 0: Die sind jetzt eigentlich alle so ein bisschen müde und alt und sie werden es auch nicht mehr ewig machen.
- 44:00Speaker 0: Und ich sehe nicht im Entferntesten irgendwas danach kommen.
- 44:06Speaker 0: Ich habe eher das Gefühl da gehen ganze Strukture kaputt die dann auch bedeuten werden, dass wir mal ein innovativer Ansatz muss man ja erst einmal machen.
- 44:16Speaker 0: Aber dafür brauchst du auch irgendeine Basis.
- 44:18Speaker 0: erstmal das versuche ich zu sagen also du musst irgendwie auch eine Untertitelung haben, du musst ein bisschen Geld haben.
- 44:24Speaker 0: Du musst irgendwie also so Basics machen und das wird dann glaube ich nicht mehr stattfinden und damit wird es dann auch schwieriger für Grassroots oder Do It Yourself, oder irgendetwas Geschichten.
- 44:37Speaker 1: Da wäre meine Frage, liegt der Fehler da bei den etablierten Firmen?
- 44:42Speaker 1: Oder bei den Talents die Nachkörper und die Nachwuchs?
- 44:45Speaker 1: Weil am Ende ...
- 44:46Speaker 0: Na wer will schon verleiher werden?
- 44:48Speaker 0: Wir wurden geschissensste Job der Welt!
- 44:51Speaker 0: Vielleicht
- 44:51Speaker 1: wäre das schon ein Fehler in dem System.
- 44:58Speaker 0: Verleihe ist ja wirklich total unsexy.
- 45:01Speaker 0: Also es gab früher mal so lustige Kartons nach dem Motto irgendwie.
- 45:05Speaker 0: Hatte keinen Kameramann, kein Geld, kein Dingsmunds... Aber Schuld ist der Verleih!
- 45:09Speaker 0: Der Verlei ist immer schuld und wenn's gut läuft, ist das nicht gut gelaufen.
- 45:13Speaker 0: Er hätte
- 45:13Speaker 1: sich mehr beheben müssen, wenn schlecht
- 45:15Speaker 0: laufen gelaufen ist er auch schuld.
- 45:18Speaker 0: Und wenn's mal einigermaßen gut läuft dann steckt er sich ja nur die Taschen voll.
- 45:25Speaker 1: Das ist vielleicht auch die Frage.
- 45:26Speaker 1: also ich meine am Ende Das merkt man ja bei allen, also auch in vielen Bereichen beim Film.
- 45:31Speaker 1: Diese Attraktivität für Leute in diesem Bereich einzusteigen ist zum Teil nicht gegeben aus verschiedensten Gründen.
- 45:39Speaker 1: Am Set verschiedene Gründe genauso wie aber auch so ein bisschen der Weg des Nicht-Familien-Freunds und was auch immer.
- 45:45Speaker 1: So wenn du gerade sagst es braucht diese Grundlage um halt innovativ zu sein das gebe ich vollkommen mit finde ich auch einen spannenden Gedanken andersrum ... dann müssen doch genau ... ... Verleihar wie ihr, müsstet ja dann diese Grund ... ... theoretisch diese ... ... die habt die Grundlage?
- 46:04Speaker 1: Ihr müsstet theoretisch ... ... diese Innovation erfördern oder die Leute halt.
- 46:08Speaker 1: Ich
- 46:08Speaker 0: würde dich gerne mal unterbrechen und mal auf meinen Alter hinweisen!
- 46:12Speaker 0: Und das ist auch schon jetzt wieder Jahrzehnte her.
- 46:18Speaker 0: aber ich habe auch mal sozusagen das digitale Kino in Deutschland erfunden... ... genau aus dieser Idee oder aus dieser ... aus dieser heraus, nach dem Motto da wurden immer Millionen im Jahr für den Transfer von Video auf Film überzahlt und hat gesagt kann mir das Geld nicht mal einmal in ein paar Programmkinos stecken damit wir eine Struktur haben für die Auswertung von Indie-Film.
- 46:38Speaker 0: Wir haben eine Structure für Dokumentarfilme, NTC.
- 46:42Speaker 0: so.
- 46:44Speaker 0: ich will damit sagen Das sehe ich ja hier auch in dieser Ausstellung.
- 46:48Speaker 0: Da sind irgendwelche Sachen von mir aus dem Jahre, neunzeigundneinzig als sich irgendwie der kleine Traumfabrik ein Kilo im Schwutzt irgendwie nebenbei noch nach der Arbeit irgendwie programmiert hat.
- 47:00Speaker 0: das ist irgendwann mal reichts mit der Innovation und irgendwann mal bist du einfach auch müde.
- 47:05Speaker 0: also ich jetzt noch nicht so besonders.
- 47:07Speaker 0: ich gelte ja auch sehr streitlustig und auch als zickig und böse.
- 47:16Speaker 0: Also ich bin schon natürlich so noch die Generation, die immer kämpfen musste.
- 47:20Speaker 0: Die es nie leicht hatte, die irgendwo gegen richtige und auch gläserne Wände gelaufen ist.
- 47:27Speaker 0: Und das merkst du schon in dir selber.
- 47:38Speaker 0: Wenn ich pessimistisch wäre, dann würde ich sagen... Wir wissen eigentlich, wie es gehen müsste.
- 47:45Speaker 0: Wir müssten für so Nischenfilme oder Filme die eigentlich keiner sehen will oder in die Filmen oder wie auch immer man das jetzt gerade nennt, bereichten wir eigentlich internationale Strukturen Weil das Geschäft ist irgendwann mal international, Netflix scherzt sich auch nicht mehr darum was irgendwo passiert und das werden wir nicht aufbauen können.
- 48:07Speaker 0: Aber darum geht es ja am Ende des Tages.
- 48:10Speaker 0: und weil ob jetzt ihm ... ... im Bielefeld oder so ist es zwar schön, wenn der Film dort läuft und da irgendwie fünfzehn Menschen sitzen.
- 48:22Speaker 0: Aber das hilft jetzt nix in der Finanzierung... ...und in dem ganzen Ding ist alles wichtig und so.
- 48:28Speaker 0: Und das werden wir nicht schaffen!
- 48:30Speaker 0: Also da ist zwar unglaublich viel Geld in diesem ganzen System drin,... ...in diesen ganzen Subventionensystemen.
- 48:35Speaker 0: aber daran hat natürlich keiner Interesse,... ...weil das ist ein System wo von nur die großen Strukturen sowieso profitieren sollen und die nehmen das mit.
- 48:46Speaker 0: Von daher sind wir E-Verraten und verkauft.
- 48:48Speaker 0: Und dagegen können wir uns immer wehren, aber besonders attraktiv ist dieses Wehre nicht.
- 48:55Speaker 1: Ich versuche gerade
- 48:56Speaker 0: einen... Ein harmonisches Ende zu filmen?
- 49:01Speaker 1: Ja ja auch so ein bisschen wie man jetzt das mitnimmt.
- 49:05Speaker 1: Am Ende du machst ja immer noch Filme oder Leistfilmen Du bist ja dabei und das heißt du hast ja irgendeinen intrinsischen Drang, sonst würdest du es nicht tun.
- 49:16Speaker 1: Und deswegen vielleicht auch hier... Wir müssen die Zukunft gucken.
- 49:21Speaker 1: oder was bräuchtes denn?
- 49:22Speaker 1: Du hast so ein bisschen gerade das Interaktional angesprochen.
- 49:25Speaker 1: Was bräuchtest du in deiner Meinung nach?
- 49:26Speaker 1: Auch um besonders diesen Independent-Filmen, die Queersinnnummer ... Denn lustigerweise im Marketing berechnet man das Quality Content, ne?
- 49:37Speaker 1: Und es ist so in der Marketing-Spreche dazu.
- 49:41Speaker 1: Man könnte sie aber auch Nischencontent nennen.
- 49:43Speaker 1: keine Ahnung dass da Sichtbarkeit geschafft wird für solche Verräte.
- 49:47Speaker 1: Am Ende gehe ich mal schon grundsätzlich mal mit der anderen Annahme voraus was ich sage okay wenn die Leute den Film sehen...
- 49:57Speaker 0: Sie sind
- 49:58Speaker 1: supergeist!
- 49:59Speaker 0: Das sehen wir natürlich, wenn so die Marketing-Maschine Berlinale losgeht.
- 50:03Speaker 0: Die Leute kaufen sich für jeden Kram ein Ticket und sitzen durch einen Experimental füllen über Fingermalen in Timbuktu oder sonst wo.
- 50:14Speaker 0: Finden sie auch teuer?
- 50:15Speaker 0: Ja,
- 50:15Speaker 1: das heißt... ...die Lust daran ist da.
- 50:17Speaker 1: Ich habe gerade im Gericht gelesen dass Gen Zee mehr wieder ins Kino geht als die Generation davor.
- 50:23Speaker 1: Das heißt grundsätzlich gesehen ist das Interesse da.
- 50:26Speaker 1: andersrum Wir haben eine Medien Flut.
- 50:29Speaker 1: Das heißt, wie kommen wir an diese Leute ran?
- 50:33Speaker 1: Was ist da deine Hoffnung oder dein Versuch, deine Arbeit?
- 50:38Speaker 1: Wie du das vielleicht versuchst in deiner Arbeit vielleicht auch zu implementieren?
- 50:41Speaker 0: Ja also ich meine wir haben ja noch so das Thema dieser Festivalschwämme mittlerweile aber gerade im queeren Bereich.
- 50:49Speaker 0: Ich bin da eigentlich relativ hoffnungslos weil wenn nicht dann immer die Gespräche für wo es eigentlich immer heißt denn den Film müsstest doch umsonst geben.
- 50:58Speaker 0: Das ist so mal die Grundvoraussetzung.
- 51:00Speaker 0: Ich mache doch ein Festival, ich mach tolle Arbeit!
- 51:02Speaker 0: Ich will auch den Regisseur einladen und du musst mich doch unterstützen.
- 51:08Speaker 0: am besten also erwarten die eigentlich immer nur dass man denen noch Geld gibt.
- 51:11Speaker 0: Und dann denke ich immer Kind kannst du mal für irgendwie drei Euro fünfzig denken.
- 51:16Speaker 0: Also da ist ein Mensch, der hat den Film gemacht.
- 51:19Speaker 0: Der braucht Geld und der muss davon auch irgendwie leben.
- 51:22Speaker 0: Dann haben wir Untertitel, wir haben eine FSK.
- 51:25Speaker 0: Wir haben also diese ganzen Mindestkosten, die da irgendwo... Und wo soll das Geld denn eigentlich herkommen?
- 51:30Speaker 0: Ja!
- 51:31Speaker 0: Und dann haben wir gleichzeitig einen Kinomarkt, dass wenn in Oldenburg der Film einmal auf dem Festival gelaufen ist, also du kriegst da eh nicht mehr ins Kino.
- 51:40Speaker 0: Die Zeiten sind ja vorbei, wo du mit kleinem independenten Kino überhaupt noch irgendwo landen konnte, weil die Kinos sind derartig verstopft und die zeigen und müssen dann auch zeigen lieber siebzehnmal irgendwie ja also den großen Mikrom.
- 51:57Speaker 0: Da ist überhaupt kein Platz dafür und denke ich immer also Solidarität ein derartiges Fremdwort geworden.
- 52:05Speaker 0: Also das ist selbst bei diesen Menschen, die sich dann solidarisch nennen eine derartige Ego-Nummer am Laufen war es entweder nicht verstehen aber so blöd kann man eigentlich gar nichts sein und ich weiß ja nicht welche erzieherischen Maßnahmen man da noch machen könnte.
- 52:23Speaker 0: da fällt mir echt nichts ein.
- 52:25Speaker 1: Was verstehe ich?
- 52:26Speaker 1: Vielleicht ist es ja auch so ein bisschen, was mir auf der Zunge liegt.
- 52:29Speaker 1: So ein bisschen auch das Thema Wirtschaftlichkeit des Films allgemein.
- 52:32Speaker 1: Also höre ich so ein bißchen raus also durch das durchgeförderte System.
- 52:38Speaker 0: Die natürlich die kriegen dann von der Stadt und vom Land und noch von hier und aus irgendeinem Topf kriegen sie irgendwie Geld.
- 52:45Speaker 0: aber fürs Programm.
- 52:46Speaker 0: also die drucken dann Vier Farb wie dicke Programmhälfte, die kriegen ihre Webseiten zwar nicht auf die Regel oder sonst was aber die verstehen überhaupt nicht das so.
- 53:02Speaker 0: Das haben sie eigentlich in allen Bereichen und das ist bei Büchern auch nicht viel besser.
- 53:06Speaker 0: also dass es die Menschen nicht verstehen wollen, das Kultur vielleicht auch mal
- 53:11Speaker 1: ein Euro kostet.
- 53:13Speaker 1: Ich lass dich aber nicht negativ raus.
- 53:16Speaker 0: Wie schade!
- 53:20Speaker 1: Was wäre denn, also jetzt wenn du dir was wünschen könntest für die Zukunft des diese dependent Films?
- 53:30Speaker 1: Was wäre das?
- 53:32Speaker 0: Also ich bin grundsätzlich der Meinung dass Menschen ein Recht haben vorzukommen und versorgt zu werden.
- 53:40Speaker 0: Und das ist natürlich jetzt bei dem queeren Kino relativ einfach zu verstehen, was ich damit meine.
- 53:49Speaker 0: also wenn du irgendwo in Neuropin oder Oxenfurt oder sonst wo aufwächst als junger Mensch dann hast du einen recht darauf Identifikationsfiguren kennenzulernen Natürlich heutzutage im Großteil irgendwelche Filmen oder Fernsehen, Serien oder Internet-Dinge.
- 54:09Speaker 0: Aber vielleicht ist es ja manchmal auch ein Film und so... Und das ist auch glaube ich bei jeder Generation anders wie die so tickt und funktioniert.
- 54:19Speaker 0: Also ist das eine!
- 54:20Speaker 0: Ich habe aber auch das Gefühl dass eine queere Zielgruppe wie ihr sonst keine Geschichtsschreibung kennt, also die ja sonst auch nicht stattfindet eigentlich.
- 54:31Speaker 0: Auch ein Recht hat ihre eigene Geschichte irgendwann mal zurückzuverfolgen und vielleicht für bevorstehende Kämpfe auch etwas aus den vergangenen Kämpfen zu lernen.
- 54:42Speaker 0: Und wir haben sehr stark gekämpft oder kämpfen müssen und tun sie auch immer noch...und das ist jetzt eine Frage.
- 54:51Speaker 0: Wir wollen ja versuchen positiv aufzuhören, also die Zukunft wird rosig und das
- 54:55Speaker 1: Toll
- 54:56Speaker 0: aus Amerika kommen.
- 54:58Speaker 0: Superimpulse!
- 55:00Speaker 0: Wunderbar... Also...
- 55:03Speaker 1: Na ist das so?
- 55:03Speaker 1: Ich weiß es will ich eben nicht sagen, ne?
- 55:05Speaker 1: Deswegen überlege ich gerade ob man da irgendwie auch vielleicht auch hier in Europa nur gucken kann wo es vielleicht... Einmal nur Impulse, wo man sagt okay das ist vielleicht spannend für... Für den deutschen markt einfach auch und wie sagt es heißt nicht ob das jetzt umgesetzt wird.
- 55:19Speaker 1: Das ist eine andere frage, aber wo man mal hingucken kann.
- 55:23Speaker 1: Also ich
- 55:23Speaker 0: versuche mal was positives zu formulieren.
- 55:25Speaker 0: erstmal muss ich noch was furchtbar negativ.
- 55:28Speaker 1: Dann darfst du.
- 55:28Speaker 1: Wenn
- 55:29Speaker 0: wir schon amerika erwähnt haben.
- 55:32Speaker 0: Ich finde es unglaublich weil wer über feste wir zum angesprochen
- 55:35Speaker 1: haben
- 55:36Speaker 0: Was du dir so anhörst von amerikanischen Festivals?
- 55:39Speaker 0: Nein, das ist viel zu kompliziert für meinen Publikum.
- 55:44Speaker 0: Wenn dann können sie auch noch Englisch oder Spanisch, aber Untertitel und ein Film auf Deutsch... Also da passieren nochmal ganz andere Dinge.
- 55:53Speaker 0: Und ich finde es ja schon irgendwie ausgesprochen xenophob mittlerweile.
- 55:56Speaker 0: also was da so auf einen zukommt gerade in einer Mische die eigentlich besonders offen sein sollte.
- 56:03Speaker 0: Das wird nicht lustig!
- 56:05Speaker 0: So, jetzt wollte ich etwas Positives sagen.
- 56:07Speaker 0: Was war denn das?
- 56:10Speaker 1: Das war so ein Trick!
- 56:11Speaker 0: Es war ja ein Trick um hier noch was unterzubringen.
- 56:16Speaker 0: Nein es ist positivist... Ich nenne mal das Good Old Fashion TV.
- 56:21Speaker 0: also wir haben ja seit ein paar Jahren die sehr gut funktionierende Zusammenarbeit mit dem RBB.
- 56:27Speaker 0: Man glaubt das gar nicht, also RBB Queer ist ein Erfolgsmodell.
- 56:31Speaker 0: Nicht so sehr in der linearen Form sondern dann vor allen Dingen online und lineares Fernsehen hat es sehr schwierig.
- 56:39Speaker 0: RBB queer ist eine regelmäßige Filmreiche im Sommer wo mittlerweile auch der BR und der MDR und der WDR klingen sich da so ein bisschen ein und dann muss man das mal Zur Rettung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch sagen, da läuft also dann tatsächlich auch so ein Film wie Rafiki.
- 56:59Speaker 0: Weil wir den ja schon erwähnt haben... Ich glaube die Sprache in Kenia ist so erhehlig?
- 57:04Speaker 0: Nein, die heißt irgendwie anders!
- 57:06Speaker 0: Bin ich jetzt schlecht vorbereitet.
- 57:07Speaker 0: aber da läuft auch vietnamesisches oder sonstiges mit deutschen Untertiepen Also etwas was es in diesem ganzen Fernsehen seit den achtzigeren eigentlich überhaupt nicht mehr gibt.
- 57:17Speaker 0: Das gibt es da eigentlich gar nicht mehr.
- 57:21Speaker 0: Dafür machen die das möglich und die Abrufzahlen in den Mediatheken, also da ist der Film dann auch umsonst für vier Wochen zu sehen, die erreichen Millionen.
- 57:33Speaker 0: Und da bin ich auch immer komplett überrascht und habe immer total Unrecht weil dann ist es auf einmal Ein Film wie Lola und das Meer.
- 57:43Speaker 0: Das ist ein kleiner belgischer Spielfilm, Transthema Teenager von zu Hause weg also wirklich Kassengift hoch sieben oder so zu sagen der da auf einmal die paar hunderttausend erreicht und wo man einfach sieht Menschen sind gar nicht so blöde.
- 58:01Speaker 0: Also Menschen haben auch irgendwie die wollen das dann gucken und die finden das auch.
- 58:06Speaker 0: Also das sind vielleicht die positiven.
- 58:09Speaker 0: Das Publikum ist eigentlich super klug und schlau, findet seine Filme auch.
- 58:14Speaker 0: Man könnte es ihnen bei diesen ganzen Sachen auch sehr viel einfacher machen, dem man es tatsächlich... Eigentlich, finde ich gehört sowas umsonst in die Mediatheken und das finde ich übrigens auch mit Dokumentarfilmen oder so was.
- 58:32Speaker 0: Wenn ich jetzt hier an den Raul Pack filmen dann mit dem Titel darf man sagen I'm not your Negro also ein Meisterwerk über Rassismus in einem Film, den muss man einfach gesehen haben.
- 58:44Speaker 0: ja ist übrigens auch mehr oder weniger ein queeres Thema, weil Bordel und so weiter.
- 58:48Speaker 0: Das hat aber noch kaum jemanden verstanden wie die Dinge da auch zusammenliegen.
- 58:54Speaker 0: Und der ist über die Bundeszentrale für politische Bildung erreichbar.
- 58:57Speaker 0: Da kenne ich die Abrufzahlen nicht.
- 58:59Speaker 0: Aber ich finde, da gehören solche Filme hin und das muss auch die Zukunft
- 59:04Speaker 0: sein.".
- 59:05Speaker 0: Und wenn ich mir dann aber angucke, dass wir hier irgendwie, keine Ahnung, fünfhundert, sechshundert Millionen in Deutschland für Filmförderung haben.
- 59:13Speaker 0: Aber für solche Initiativen oder so was ist kein Cent da?
- 59:18Speaker 0: Einfach eine Grundversorgung von gewissen Zielgruppen.
- 59:21Speaker 0: Das ist schon wieder negativ.
- 59:23Speaker 0: Du
- 59:23Speaker 1: hast es geschafft am Ende noch für das Paar, aber es ist ja auch vollkommen richtig.
- 59:28Speaker 1: Also ich verstehe deinen Punkt.
- 59:29Speaker 1: Hast
- 59:30Speaker 0: du dabei?
- 59:30Speaker 0: Es gibt ja so Journalisten die müssen in dem letzten Satz auch immer den Film noch einreihen dürfen.
- 59:36Speaker 0: Ein ganz großartiger Film, aber...
- 59:38Speaker 1: Genau!
- 59:38Speaker 1: Aber die Branche ist trotzdem ... Nee, aber das ist nicht nur gesagt, das ist ja richtig.
- 59:45Speaker 1: Genau, aber ich höre auch so ein bisschen wieder das Thema Mut natürlich auch raus.
- 59:48Speaker 1: Dass man halt solche Stoffe nimmt und sagt okay wir zeigen die in einem Fernsehrahmen... ...und da nochmal zu zeigen.
- 59:55Speaker 1: deswegen finde ich gerade gesagt ist es auch ganz spannend dass die Leute den finden wenn er da ist ne?
- 1:00:01Speaker 1: Das heißt diese Sorge besonders heutzutage wo wir eben die digitale Auswertung haben über VOD auch die öffentlich-rechtlichen genauso zu sagen, warum nicht den mal da reinzuprogrammieren und zu schauen ob wer da die Leute findet.
- 1:00:16Speaker 0: Auch meine Erfahrung übrigens so mit Werbemaßnahmen auf Insta oder sonstwo nützt nie was.
- 1:00:20Speaker 0: ja also das ist eine ganz andere Zielgruppe, die geht in der Regel sowieso nicht ins Kino und sie lässt sich auch nicht von irgendeinem... Also die nimmt es vielleicht wahr oder so aber die ist nicht so beeinflussbar und die wissen schon selber was sie dann sich raushoben.
- 1:00:36Speaker 1: Das finde ich aber auch spannend.
- 1:00:37Speaker 1: Aber dann mache ich gleich ein neues, das weiß ich nicht danach.
- 1:00:40Speaker 1: Weil ich kann mir vorstellen dass genau diese Filme schon bei so einem Video funktionieren könnten weil die hat einfach... ...weil dort ist ja auch so solche Filme also weiß was ich mein ne?
- 1:00:50Speaker 1: Also dass man halt irgendwie, weil sie emotionalisieren ja auch.
- 1:00:55Speaker 1: Also das ist glaube ich auch der Punkt worauf ich hinaus möchte und daher kann ich mir schon vorstellen dass man da mit gezielten Ja,
- 1:01:02Speaker 0: aber dann könntest du sie umsonst auf YouTube stellen und nach dem... ...sechshunderttausend Menschen den geguckt haben bekommst du weiß ich nicht.
- 1:01:11Speaker 0: Dreiundvierzig Euro sechzehn
- 1:01:16Speaker 1: Das stimmt schon!
- 1:01:17Speaker 1: Aber auch hier wieder geht es ja um andere Auswertungsmöglichkeiten.
- 1:01:21Speaker 1: Ich mache jetzt den Sack zu Sonst dauert das Sprich zu lang und ich glaube, es ist ein Grund, noch mal ein weiteres Gespräch zu führen.
- 1:01:27Speaker 1: Noch einmal eine zweite Runde zu machen irgendwann mal.
- 1:01:29Speaker 1: Deswegen bedanke ich mich bei dir!
- 1:01:31Speaker 1: Dass du da warst und vielen Dank auch an die Zuhörenden für eure Ohren und eurer Zeit.
- 1:01:36Speaker 1: Und wie immer sage ich guten Tag, guten Abend oder gute Nacht und wir hören uns bei der nächsten
- 1:01:41Speaker 0: Folge wieder.
- 1:01:41Speaker 0: Ciao!
- 1:01:41Speaker 0: Tschüss und danke!