Latest / Gin And Talk / Johannes Müller über Kämpferinnen, Krieg und Motive
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- 0:00Speaker 0: Also wir haben vielleicht so ein schrägiges Bild von Frauen in Uniform und ich kann nur sagen, also ich war tiefst beeindruckt.
- 0:10Speaker 0: Von den Frauen und Mädchen die da ihren Dienst gemacht haben ihr Training genossen haben oder genossen ist jetzt vielleicht der falsche Ausdruck aber dies absolviert dann.
- 0:17Speaker 0: das ist wirklich hardcore.
- 0:19Speaker 0: Wir hatten verschiedene Situationen.
- 0:20Speaker 0: also wir waren da gerade an einem Outpost der Pack Und wir hörten sehr genau eine Drohne über uns und du weißt ja immer nicht was es ist.
- 0:29Speaker 0: Du kannst sagen korrelieren zu den Erfahrungen der letzten Wochen, wenn sie zu deren zähert Tageszeit fliegt gerade zur Mittagssonne.
- 0:36Speaker 0: Wenn die Schatten weniger lang sind dann ist es normalerweise die Zeit der Aufklärungstronen weil dann die Bilder besser werden heißt aber nix.
- 0:44Speaker 0: Es ist ein Ich sag das jetzt mal psychologisch nicht ganz ausgereiftes Scheißgefühl Weil du kannst ja auch nichts machen.
- 0:53Speaker 0: also wenn du die Drohne über die hast du weißt es ah nicht was das jetzt in Vogel oder es ist was völlig harmloses you never know.
- 0:59Speaker 1: Herzlich willkommen, mein Name ist Daniel Fück und ich freue mich sehr dass ich euch heute zu einer Genetalk Episode begrüßen darf die endlich mal wieder hier bei uns in der Studio Bar aufgenommen wird.
- 1:10Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Johannes Müller.
- 1:12Speaker 1: er hat eigentlich einen ganz normalen Job aber nutzt all seine Urlaubs- und Freizeittage seit vielen vielen Jahren um in Kriegs- und Krisengebiete zu reisen und dort zu fotografieren.
- 1:23Speaker 1: Als offiziell akkreditierter
- 1:25Speaker 0: Fotograf
- 1:25Speaker 1: war er in vielen, vielen Krisenregionen im Nahen Osten und hat dort viele Erlebnisse mit nach Hause gebracht.
- 1:34Speaker 1: Gerade erst war er der Grenzregion zwischen dem Nordirak und dem Iran und hat sich dort in den Trainingscamps der Peshmerga umgesehen die heute viele Frauen ausbilden, die aus dem Iran geflüchtet sind.
- 1:48Speaker 1: Ich wollte von Johannes wissen, inwiefern sich seine Sicht auf die Welt durch seinen vielen Reisen in diese Regionen verändert hat.
- 1:55Speaker 1: Warum wir uns so schwer tun einen ganzheitlichen Blick auf das Geschehen im Nahen Osten zu haben und wie wir da vielleicht ein bisschen besser werden könnten?
- 2:04Speaker 1: Wenn euch dieser Episode von Genetalk gefällt folgt uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört und hinterlasst uns eine Bewertung.
- 2:13Speaker 1: Jetzt dabei erst mal viel Spaß beim Zuhören!
- 2:15Speaker 1: Schön dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:18Speaker 1: Zwei Menschen, eiskalte Drinks und eine Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 2:26Speaker 1: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 2:30Speaker 1: Herzlich Willkommen
- 2:31Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 2:35Speaker 1: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche
- 2:39Speaker 0: ein in die verrucht düstere
- 2:41Speaker 1: Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 2:51Speaker 1: Lieber Johannes, ich freue mich sehr dass du heute hier bei uns bist gerade wieder frisch in münchen wo du warst warum du da warst reden wir gleich nochmal drüber.
- 3:00Speaker 1: Aber erst mal herzlich willkommen.
- 3:02Speaker 0: danke dir du
- 3:03Speaker 1: hast ja eigentlich einen ganz normalen nicht langweiligen eigentlich auch spannenden job.
- 3:08Speaker 1: aber hast ihr irgendwann mal gedacht nee das reicht mir nicht ich möchte noch mehr machen und verwendest seitdem irgendwie deinen ganzen urlaub statt für partytrips nach mayorker dafür in Krisengebiete und Kriegsgebiete zu reisen, um dort Fotos zu machen.
- 3:27Speaker 1: Und auch nicht irgendwie als Tourist oder Schaulustiger sondern auch wirklich als akkreditierter Fotograf.
- 3:34Speaker 1: wie kam's denn überhaupt zu dieser verrückten Idee?
- 3:37Speaker 0: Puh!
- 3:38Speaker 0: Also es war keine Impulsentscheidung.
- 3:40Speaker 0: tatsächlich das fielen ganz früh in meiner Kindheit an mein Vater.
- 3:45Speaker 0: Der war Heavy User von National Geographic, Time Magazine, Live Magazine und die ganzen Gazetten.
- 3:51Speaker 0: Die von außenpolitischen Geschichten lebten.
- 3:54Speaker 0: und ich habe da relativ früh meine Faszination für gefunden.
- 3:58Speaker 0: dann hatte ich Gemeinschaftskunde Unterricht im GYMMI.
- 4:02Speaker 0: unser Lehrer war ein Reserveoffizierter Bundeswehr.
- 4:05Speaker 0: der hatte damals Ende der Achtziger ja ich bin schon zu alt dann über Afghanistan und den geschalteten Russland-Feldzug oder Sowjetunionsfeldzug berichtet.
- 4:16Speaker 0: Und mich hat das Thema nie losgelassen, und das gerte dann über die Jahre und ich habe nicht immer mehr reingesteigert in meinen außenpolitisches, geopolitisches Sicherheitspolitisches Interesse.
- 4:25Speaker 0: Letztlich war es so vor zwölf Jahren soweit dass ich gesagt hab okay Ich verstehe die Schichten, ich sehe die Bilder, ich seh die Reportagen.
- 4:36Speaker 0: Mich interessiert es total was da vor Ort passiert.
- 4:39Speaker 0: Ich möchte auch diese Menschen vor Ort kennenlernen, also diese Bevölkerungsgruppen da in Afghanistan im Irak und so weiter.
- 4:46Speaker 0: Und dann habe ich mir einen Herz gefasst und hab mich bei der Bundeswehr erkreditieren lassen für ein sogenanntes Embed.
- 4:54Speaker 0: Also eingebettete Journalist für damals die ISAF in Afghanistan irgendjemand eines besseren Belehren konnte, war ich dann auf einmal in Kabul am militärischen Flughafen und war auf meinem Weg nach Masayeshari von Kunduz.
- 5:10Speaker 1: Was war das für ein Gefühl, als du zum ersten Mal zurückgekommen bist?
- 5:13Speaker 0: Zurückgekommen.
- 5:16Speaker 0: Aber das ist eine extrem gute Frage.
- 5:18Speaker 0: Normalerweise werde ich gefragt wie es war, als ich dort das erste mal war.
- 5:21Speaker 0: Als ich zurückkam, war schlicht und ergreifend überfordert mit dem was ich gesehen hatte, mit dem, was ich erlebt hatte der ganzen Umwelt im Konflikt- und Kriegsgebiet Und auf einmal kommste zurück, damals war ich noch in Stuttgart und bis da im einem der wohlhabendsten Städte Europas.
- 5:41Speaker 0: Das war schon schwierig auch wenn ich das jetzt gar nicht so richtig in dem Moment erkannt hatte.
- 5:48Speaker 0: aber das hat schon ein bisschen was mit mir gemacht und es hat wirklich Wochen gedauert bis ich wieder voll akklimatisiert war.
- 5:54Speaker 1: verschiebt wahrscheinlich auch so ein bisschen die eigene sicht auf die welt oder?
- 5:58Speaker 1: wir sind ja hier sehr gewohnt daran dass irgendwie alles seine ordnung hat und alles in ordnung ist alles immer.
- 6:04Speaker 1: Irgendwie dann am ende doch bergauf
- 6:06Speaker 0: geht.
- 6:07Speaker 1: wenn man dann mal all das gesehen hat was in so einem gebiet stattfindet dann merkt man wahrscheinlich auch das, ja die schöne welt die wir uns hier malen halt nur auf diese region jetzt zu trifft.
- 6:21Speaker 0: Das richtig also ich meine es ja ein Teil einer Sozialisierung, man ist ja irgendwie total safe aufgewachsen.
- 6:29Speaker 0: Also mir mangerte es nichts im Elternhaus.
- 6:33Speaker 0: Es gab Sicherheit, es gab Bildung und es gab ein medizinisches Gesundheitssystem das einfach funktioniert.
- 6:39Speaker 0: Auf einmal bist du in so eine Region wo du sagst okay jetzt sollte mal besser nix passieren weil das nächste Krankenhaus ist zwar ne Kilometer entfernt auch auf irgendeiner komischen Forward Operation Base der Amerikaner oder der Deutschen.
- 6:52Speaker 0: da will man nicht verletzt werden.
- 6:54Speaker 0: Und gleichzeitig war der große Kläsch insofern gegeben.
- 6:59Speaker 0: Ich war dort, habe mit den lokalen Bevölkerungen natürlich viel Interaktion gehabt und hab mit denen geredet und die waren trotz des Krieges, trotz das Konflikts irgendwie weitestgehend gut drauf!
- 7:11Speaker 0: Das ist jetzt nicht zynisch gemeint.
- 7:13Speaker 0: Die waren einfach total freundlich, die haben mich eingeladen.
- 7:15Speaker 0: ich durfte Themen mit ihnen trinken essen mit denen obwohl sie fast nichts hatten.
- 7:20Speaker 0: Gastfreundschaft wird da einfach ein bisschen anders gelebt als vielleicht hier oder woanders.
- 7:26Speaker 0: Und die haben sich nicht wirklich beklagt, ne?
- 7:29Speaker 0: Die haben dann gesagt wie auch ja Mai irgendwie wieder einen Verwandter getötet worden beim bewaffneten Konflikt.
- 7:34Speaker 0: aber die haben das so dahin gesagt und ich wollte da mein Ohr nicht so richtig glauben dass der das scheint ja Normalität zu sein und das ist es eben auch gewesen.
- 7:42Speaker 0: Ist nach wie vor übrigens und dann kommst du zurück und die Leute beklagen sich über andere Themen Und ich möchte das dezidiert nicht werten.
- 7:56Speaker 0: Das ist halt einfach die Relation, in der wir leben.
- 7:58Speaker 0: also Ich würde da jetzt auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger rumrennen und sagt ihr solltet alle dankbar sein dass es schwach sind.
- 8:04Speaker 0: Wir sind creatures of habit und so leben wir halt.
- 8:08Speaker 0: Aber diesen diesen diesen Transfer von einer einen Region in die andere zu vollbringen Da muss man schon sehr diszipliniert sagen okay das hier ist hier ansonsten kommt mal ein bisschen ins Schwanken.
- 8:21Speaker 1: begrenzt aufnahmefähig zumindest in meiner wahrnehmung begrenzten aufnahmefähig für das große weltbild.
- 8:28Speaker 1: das heißt wir sind immer sehr krisen fokussiert.
- 8:32Speaker 1: also das thema was gerade irgendwie hoch popt dass was grade relevant ist da wo gerade am meisten passiert da stürzen wir unsere ganze aufmerksamkeit drauf und wenn dann auf einmal sich der fokus verschiebt dann vergessen wer das das andere überhaupt da war.
- 8:47Speaker 1: so stichwort afghanistan zum beispiel hatten Dieses Thema Omnipräsent, als die Amerikaner dort abgezogen sind war es Omnepräsent was dort am Flughafen in Kabul passiert ist.
- 9:00Speaker 1: Was überhaupt in Afghanistan passiert ist.
- 9:03Speaker 1: und wenige Wochen später hatten wir dann unseren Fokus wieder wo ganz woanders Und seitdem spricht gefühlt niemand mehr darüber was in Afghanistan Passiert dass es für jemanden wie dich, der ja in diesen vielen verschiedenen Gebieten immer wieder unterwegs ist.
- 9:19Speaker 1: Wahrscheinlich auch... Ja!
- 9:21Speaker 1: Ist das nachvollziehbar für Dich?
- 9:23Speaker 0: Ja, es ist natürlich nachvollziebar.
- 9:25Speaker 0: Ich meine wir haben unsere Sorgen und Nöte.
- 9:26Speaker 0: Wir haben unsere begrenzte Aufmerksamkeitsspanne.
- 9:30Speaker 0: Und das ist jetzt gar nicht irgendwie dispektierlich gemeint sondern es ist halt wie ... how much can you take?
- 9:36Speaker 0: Afghanistan ist ein sehr gutes Beispiel.
- 9:38Speaker 0: die Welt war total aus den Fugen gehoben, als es dann so überstürzt hieß wir verlassenes Land.
- 9:46Speaker 0: Gut ich war ein paar Wochen später dort also die Taliban schon die Macht übernommen hatten und hab da das große Privileg gehabt einen humanitäres Projekt zu organisieren.
- 9:55Speaker 0: vor Ort habe das auch begleitet.
- 9:57Speaker 0: dokumentarisch.
- 9:57Speaker 0: das war ja Weihnachten letztes Jahr.
- 10:02Speaker 0: Da war ich mit zwei Leuten von Stairt, das ist eine Stuttgarter NGO dort und wir haben Nahrungsmittel- und Medikamente verteilt an Kriegswittinnen und Weisen in der Wadak Province.
- 10:13Speaker 0: Das waren die Taliban Hochburg während des Konflikts auch danach und wir waren halt allein unter den Taliban.
- 10:19Speaker 0: Wir waren gefühlt die einzigen Europäer, die noch vor Ort waren.
- 10:24Speaker 0: Alle anderen hatten alles da liegen und stehen gelassen.
- 10:26Speaker 0: uns sind sind geflohen.
- 10:28Speaker 0: wir dachten das könnte es irgendwie auch nicht wahr sein also dass wir die jetzt so ganz alleine lassen weil es sind ja klar die Taliban kommen zurück.
- 10:34Speaker 0: Wir wussten nicht was die Taliban machen wie brutal die vorgehen, es war ehrlich gesagt vielleicht auch nicht die allerschlauste Entscheidung aller Zeiten die ich jemals getroffen habe aber nichts desto weniger ist immer dahin und haben dann realisieren müssen Situationen vor Ort doch nicht so ist, wie das hier zu landet.
- 10:54Speaker 0: Dann in der Hypothese dargestellt wurde.
- 10:57Speaker 0: also die Taliban haben uns zumindest sehr respektvoll behandelt.
- 11:01Speaker 0: Die haben auf uns aufgepasst Die haben uns geholfen beim verteilen Nahrungsmittel und Medikamente.
- 11:08Speaker 0: Die haben auch sichergestellt dass diese Hilfsküter wirklich bei den bedürftigen ankommt und nicht irgendwie ein stammes ältester die sich unter dem nagel reiß.
- 11:18Speaker 0: Und ganz klar Ich bin kein Fan der Taliban.
- 11:21Speaker 0: also ich habe immer noch einschraubt Nell von Roadside Bomb in meinem Helm.
- 11:25Speaker 0: Der Taliban hat sich dort den zwanzig zwölf mit der US Army war, aber es war.
- 11:29Speaker 0: es hat doch dieses hierzulande gelebte Narrativ ein bisschen aus den Angeln gehoben und dachte auch Ups du bist selber nicht ganz so frei von Bayes.
- 11:38Speaker 0: Du bist selber irgendwie dem einen oder anderen Narrativ allzu leichtfertig auf den Leim gegangen.
- 11:44Speaker 0: die Wahrheit die Realität ist halt dann doch irgendwie anders Als wir alle meinen, dass in unserer total nachvollziehbaren Simplifizierung der Komplexität von Außenpolitik und anderen Themen.
- 11:57Speaker 0: Aber ich bin da selber auch an meine intellektuellen und vor allem emotionalen Grenzen gestoßen.
- 12:00Speaker 0: also Ich kann das durchaus nachvollziehen, dass es ebenso ist.
- 12:04Speaker 0: aber Es war dann bei der Rückkehr Und in den Wochen danach auch tatsächlich für mich etwas frustrierend zu sehen Dass keiner mehr Interesse an der Geschichte hatte Dann eine Dokumentation über Drogensüchtige an der Suchtabridge in Kabul gemacht, wie die dann versorgt und nicht getötet sondern versorgt werden von den Taliban.
- 12:26Speaker 0: Wie die versucht werden irgendwie unterzubringen und dergleichen.
- 12:29Speaker 0: es waren teilweise sehr emotionale Momente und sehr rühställige Geschichten teilweise auch etwas gefährlich weil die natürlich... ...nicht ganz zurechnungsfähig waren.
- 12:37Speaker 0: aber das hat hier dann überhaupt niemand mehr interessiert.
- 12:41Speaker 0: Niemand!
- 12:43Speaker 0: War auch so ein Moment wo ich mir her dachte okay warum mach ich eigentlich den ganzen Scheiß?
- 12:47Speaker 0: Und siehe niemand interessierte.
- 12:48Speaker 0: Fokus war Ukraine for good reason.
- 12:54Speaker 1: Wo du gerade Hilfsorganisationen angesprochen hast, wir sprechen ja hier grade kurz vor Weihnachten und wir Deutschen sind ja immer ganz groß darin irgendwie Geld in alle Richtungen zu spenden für Weihnachten.
- 13:07Speaker 1: wie sinnvoll ist dann das was wir da eigentlich tun?
- 13:11Speaker 1: also kommt dass tatsächlich auch irgendwie an?
- 13:15Speaker 1: hat es wirklich einen Impact?
- 13:16Speaker 1: oder Ja, oder machen wir da eigentlich grundsätzlich Fehler?
- 13:22Speaker 0: Also die kurze Antwort ist alles hilft.
- 13:27Speaker 0: Die etwas ausführlichere Antwort ist man muss sich fragen über welche Organisation man spendet an welchen Organisationen man spendete.
- 13:36Speaker 0: gibt es Effektive große und effektive Kleine?
- 13:40Speaker 0: es gibt.
- 13:41Speaker 0: Große Organisationen im Riesenwasser Kopf, es gibt kleine Organisation die jetzt nicht ganz frei von Tadell sind.
- 13:46Speaker 0: was Korruption untergleichen angeht ist schwierig den Überblick zu behalten.
- 13:49Speaker 0: ich glaube neulich habe ich gelesen elf Millionen NGOs weltweit die registriert sind elf Millionen das ist eine höhere Zahl.
- 13:58Speaker 0: Und alle haben irgendwelche Spenden.
- 14:00Speaker 0: konnten das erst mal.
- 14:01Speaker 0: ja okay spricht für die Menschheit dass So viel Hilfsbereitschaft da, es spricht aber allerdings auch gegen gewisse Protagonisten die darin ein Geschäftsmodell ziehen.
- 14:11Speaker 0: Ich denke in Deutschland wenn man spendet an eine der großen Bekannten macht man zunächst mal nichts falsch.
- 14:17Speaker 0: gleichwohl ginge es vielleicht ein bisschen besser im Sinne der Effizienz und Effektivität.
- 14:22Speaker 0: wenn man sich eins zwei drei kleine aussucht wo nicht so ein enormer administrativer Wasserkopf klingt jetzt sehr despektilig, aber du weißt was ich meine.
- 14:32Speaker 0: also wird dann halt so ein Riesenatmengeschichte.
- 14:34Speaker 0: noch im Hintergrund zu bezahlen ist und das sind ja meistens Menschen die hier arbeiten oder in der Schweiz oder USA wo Gehälter und Löhne nicht so günstig sind.
- 14:44Speaker 0: Also die Frage is', Was von meinem Euro Gespendeten kommt denn auch wirklich on the ground an?
- 14:50Speaker 0: Ich glaube wenn man bei den Großen ist, dann ist es jetzt prozentual vermutlich deutlich weniger als wenn's klein ist.
- 14:56Speaker 0: nur die kleine muss er erstmal kennen Und dafür werbe ich immer wieder kleinere NGOs in den Vordergrund zu spülen.
- 15:04Speaker 0: Aber klar, also mit meiner begrenzten Reichweite ist das nicht so einfach.
- 15:07Speaker 1: Jetzt habe ich gerade schon vorhin erwähnt du bist grade erst wieder nach München gekommen.
- 15:11Speaker 1: Wo warst Du dieses Mal?
- 15:13Speaker 0: Dieses mal war ich im Grenzgebirge zwischen Iran und Irak – im kurdischen Teil des Iraks, also Kurdistan auch wenn es kein offizielles Land ist.
- 15:22Speaker 0: Und ich habe dort eine Woche junge Frauen und Mädchen begleitet, die aus dem Iran geflohen sind.
- 15:29Speaker 0: Weil sie sich da bei den Revolutionsgarn in Ungnade gebracht haben als dass sie bei den Demonstrationen teilweise mitgemacht haben dann auch registriert wurden.
- 15:41Speaker 0: Und die dann, als das nicht mehr weiterging, also dann klar auf der Watchlist waren im Iran sind geflogen in den irakischen Teil Kurdistanz oder in den kurdischen Teil des Iraks oben ist es eigentlich richtig und sich dort jetzt zu verschmerge als Kämpferin ausbilden lassen, um natürlich mit dem Ziel das Regime im Iran irgendwann auch irgendwie aus den Angeln zu heben.
- 16:03Speaker 0: Und das war schon eine extreme Woche!
- 16:05Speaker 1: Wie kommt man da hin?
- 16:07Speaker 1: Also wie kommst du auf so ne Story überhaupt, dass du sagst Das macht für mich jetzt Sinn dort mal hinzufahren und genau diese Leute zu treffen.
- 16:16Speaker 0: Da gab es viele Einflugschneisen und das Interesse am Irak ist, dass habe ich seit dem Krieg gegen den IE erst, den ich eigentlich fast über alle Jahre fotografiert und dokumentiert hab.
- 16:26Speaker 0: Also von den ersten Gefechten bis hin zum Heuserkampf in Mosul.
- 16:33Speaker 0: Und ich fand immer diese Peschmerger, also diese Milizen, diese kurdischen bewaffneten Milizen fand ich immer extrem spannend!
- 16:40Speaker 0: Die verschiedenen politischen Fraktionen auch... liberal und moderat bis sehr extrem.
- 16:45Speaker 0: Da muss man natürlich auch gucken, mit wem man da
- 16:47Speaker 0: arbeitet.".
- 16:47Speaker 0: Und ich fand diesen Ehren- und Verhaltenskodex der Peschmerger enorm interessant vor allem oder insbesondere weil es in den Rängen der Perschmerga ganz viele Frauen gibt ja auch was zu sagen haben.
- 17:00Speaker 0: also die Geschichte ist eigentlich auch mitdefiniert und beschrieben durch Frauen im politischen oder militärischen Ämtern Und das fand ich wahnsinnig spannend.
- 17:08Speaker 0: Ich hatte damals kurz vor der Mosuloffensive auch eine weibliche Brigade am Lake Mosul besucht und ich fand die Geschichten extrem spannend, und auch erschütternd... ...und dachte, dass muss irgendwie in die Welt gebracht werden.
- 17:23Speaker 0: Damals hatte ich da so ne Reportage über die weiblichen Verschmerger.
- 17:26Speaker 0: Als es jetzt im Iran losging, hat mich das auch nicht losgelassen weil ich wusste durchaus wie es im Iran abläuft in dem Regime mit den Revolutionsgarten, wenn du da einmal auf der Watchlist bist und hast ein Problem.
- 17:41Speaker 0: Dann gibt es da also von systemischen oder systematischem Vergewaltigung bis zu Folter gibt es alles.
- 17:47Speaker 0: Und gerade junge Frauen sind da extrem, extrem gefährdet und ich dachte was machen die?
- 17:54Speaker 0: Die wissen die darauf so eine Watchlist sind bleiben sie da verstecken sich wo gehen hin?
- 17:59Speaker 0: Dann hatte ich rausgefunden, da gibt es also wirklich mehrere Einheiten von den PAK-Peschmerger oder Komala-Penschmerga.
- 18:06Speaker 0: Die gezielt Frauen-Truppen ausbilden und Mädchen-Jungefrauen ausbildend zu Peschmerga mit einem klaren Ziel.
- 18:14Speaker 0: Das ist Freiheit und weg vom totalitären Regime und das fand ich so spannend dass ich gesagt habe okay jetzt hab ich dieses Jahr einen neuen Job angefangen.
- 18:22Speaker 0: Es war meine erste Woche Urlaub und ja, dann schaue ich im Flieger und war dann Erbil Ein paar Ecken, die ich jetzt nicht weiterbinden darf.
- 18:34Speaker 1: Wie muss man sich dann dieses Miteinander dort vor Ort vorstellen?
- 18:38Speaker 1: Also wenn hier diese Frauen aus dem Iran kommen und dort auf die Peshmerga
- 18:43Speaker 0: treffen,
- 18:44Speaker 1: auf diese Gruppen
- 18:44Speaker 0: treffen,
- 18:45Speaker 1: vor Ort, auf die Locals in Kurdistan dort treffen wie gehen sie miteinander um?
- 18:51Speaker 0: Nun also das ist jetzt kein blindes Zusammentreffen.
- 18:54Speaker 0: normalerweise, also Pakk- und Komala... Das sind politische Fraktionen, die auch im Iran aktiv sind.
- 19:00Speaker 0: Wenn man sagt der politische Teil ist eigentlich Opposition in Iran.
- 19:04Speaker 0: Die haben dann irgendwann mal gesagt es ist besser wenn wir aus dem Exil raus agieren.
- 19:10Speaker 0: Im Iran werden sie relativ schnell weg gewesen und die rekrutieren ganz aktiv junge Menschen im Iran.
- 19:18Speaker 0: Selbst also gerade die kurdische Bevölkerung würde ja niemals von sich behaupten dass sie Iraner sind.
- 19:24Speaker 0: Sie sind Kurden in Roschalat.
- 19:25Speaker 0: Das ist im Prinzip das Land der aufgehenden Sonne, dahin ging auch Rojava, das land der untergehenden sonne.
- 19:32Speaker 0: Das eine ist Nordsyrien, das andere ist Nordiran und die rekrutieren ganz gezielt über Social Media und helfen teilweise auch bei der Flucht aus Iran über die Berge in den irakischen Teil oder anderswo hin.
- 19:45Speaker 0: Es ist natürlich eine ganz schwierige Gemengelager für den Irak und für die kurdische Autonomieregion als das natürlich irgendwie illegale Grenzübertritte sind.
- 19:54Speaker 0: Nur auf der anderen Seite muss man einfach mal sagen, wenn die Immigranten bleiben würden wären sie weg und würden da ganz furchtbare Dinge erleben in den Folter- und wie auch immer Disziplinierungsinstitutionen der IRGC also der Iranischen Revolutionskarten.
- 20:11Speaker 0: Also insofern ist es jetzt keine Es ist kein Blind Date zwischen den beiden, sondern man kennt sich schon so ein bisschen zumindest aus den sozialen Medien und das ist eine aktive Rekrutierung.
- 20:23Speaker 0: Und viele junge Frauen im Iran streben auch genau dies an selbst wenn die nicht mal Probleme haben sagen wir sind gegen Unterdrückung wie es sind gegen dieses totalitäre Regime.
- 20:34Speaker 0: Wir wollen aber tun.
- 20:35Speaker 0: hier im Land ist momentan schwierig für uns.
- 20:37Speaker 0: Also es wirklich unter Lebensgefahr, dass die diese jungen Frauen unglaublich mutig sind auf die Straße gehen.
- 20:43Speaker 0: das ist nicht so wie hier also das nicht so okay.
- 20:46Speaker 0: du klebst sich irgendwo fest und bist halt von der Polizei weg geräumt.
- 20:51Speaker 0: Du wirst dann eingesagt kriegst eine Warnung wenn du Glück hast und wenn nicht dann bist du weg und dann setzt was ein was man sich nicht mal in den Albträumen vorstellen mag.
- 21:01Speaker 0: also insofern ist da schon gefühlt eine relativ freundliche Begegnung.
- 21:06Speaker 0: Jetzt
- 21:07Speaker 1: hast du die Flucht grad schon angesprochen, wie muss man sich das vorstellen?
- 21:11Speaker 1: Also wir kennen ja ganz viele Fluchtszenarien übers Meer und sonstwo nach Europa aber über solche Fluchtgeschichten hören wir hier in der Regel relativ wenig.
- 21:21Speaker 1: also was hast du da von diesen Flucht-Geschichten tatsächlich mitbekommen?
- 21:25Speaker 0: Also ganz viele Fluchtgeschichten mitbekommen, also teilweise auch Haarsträubend erstmal irgendwie in Deckung gehen im Iran.
- 21:32Speaker 0: Sich verkleiden als Mann sich total bis zur Unkenntlichkeit schminken um dann zu versuchen diesen Clown der Revolutionskarten oder der Geheimpolizei oder der Sittenpolizeie die jetzt offiziell ausgehebelt ist irgendwie zu entrinnen.
- 21:47Speaker 0: eine Geschichte war von einem jungen Mädel Ende zwanzig Anfang dreißig die ist auf einer Demonstration tatsächlich angeschossen worden.
- 21:56Speaker 0: Also für eine Schrotflinte hatte dann auch fünf Pellets in der Schulter und gleichwohl wurde ihr dann gleich gesagt oder zuteilt, dass sie jetzt auf der Watschel ist?
- 22:06Speaker 0: Dann hat sie eine Einladung Vorladungen gekriegt zu den Revolutionsgarten oder zur Polizei und sie wusste sehr wohl was passiert wenn sich da in die Fänge begibt.
- 22:14Speaker 0: dann kommt die nicht mehr raus.
- 22:15Speaker 0: Also hat sie sich mit ihrer Schusswunde, die dann schon anfing zu entzünden.
- 22:20Speaker 0: Hat die sich erst mal versteckt?
- 22:22Speaker 0: Hat Schmuck den Sie von Ihrer Mutter bekommen hatte veräußert um zwei Sachen zu machen erstmal eine neue SIM-Karte ein neues Mobiltelefon weil sie so helle war dass ich gesagt habe das wird alles getrackt und das zweite Um einen Menschenschmuggler zu bezahlen der sie dann über die Berge Und die Gebirgskemmel zwischen Iran und Irak bringt.
- 22:43Speaker 0: das ganze Ist jetzt vom preis für unsere verhältnisse überschaubart.
- 22:47Speaker 0: reiner dollar hat sie das gekostet.
- 22:48Speaker 0: aber das ist vor ort wenn du da völlig options und perspektiven los bist im nord iran.
- 22:54Speaker 0: Eine menge gelt?
- 22:56Speaker 0: Und dann die ganze flucht.
- 22:58Speaker 0: sechs tage fünf tage sechs tager gedauert erst mal versteckt dann in den bergen.
- 23:01Speaker 0: es war schon bitte kalt dort auch übernachtet, und ist dann von der geheim polizei oder stadtpolizei asaiisch in dem iraag erstmal gefasst worden wurde verhört, bis sie dann gesagt hat eigentlich bin ich hier um Pechmerga der Kommala zu werden.
- 23:16Speaker 0: und dann sagt er die Geheimpolizei okay alles klar.
- 23:19Speaker 0: Dann rufen wir mal hier die Kommala Leute an?
- 23:22Speaker 0: Und die wussten auch von ihr haben es abgeholt.
- 23:24Speaker 0: aber das klingt jetzt vielleicht gar nicht so prekär, aber stell dir vor mit einem Schusswunder.
- 23:30Speaker 0: Wer kennt eine Schuss-Wunde in der Schulter als junges Ding total verängstigt und verschreckt.
- 23:35Speaker 0: Die weiß wenn Sie jetzt den Polizei oder diesen Revolutionsgarten in Hinefeld Ich mag gar nicht weitersprechen, aber allein diese Antizipation dessen was passieren könnte furchtbar.
- 23:47Speaker 0: Und da noch einen klaren Kopf zu behalten um sich als Mann zu verkleiden mit angeklebten Bart und dann über die Berge rüberzumachen das ist schon höchst beeindruckend.
- 23:59Speaker 1: Das heißt sie sind dann auch also mit diesen Schmucklern zusammen in der Regel alleine oder in kleinen Gruppen unterwegs?
- 24:08Speaker 0: Normalerweise, also die Mädchen, die ich interviewt hatte, kamen alle über Schmuggler.
- 24:13Speaker 0: Und der Price-Tag war so relativ stabil zwischen zweihundert und dreihundert Euro oder Dollar.
- 24:20Speaker 0: Alleine ist es glaube ich ein Ding der Unmöglichkeit.
- 24:24Speaker 0: Also du verläufst dich... Das ist jetzt nicht so... Du läufst hier ja nicht über den Wendelstein oder so.
- 24:29Speaker 0: Da gibt's auch keine Wanderwege oder dergleichen.
- 24:31Speaker 0: Du bist wirklich in der Natur und da gibts auch Wölfe.
- 24:33Speaker 0: Also das ist schon harig!
- 24:36Speaker 1: Das hast du mir vorher ein paar Bilder und Videos gezeigt.
- 24:39Speaker 1: Das sieht ja wirklich aus wie ein richtiges Trainingscamp, wo die ausgebildet werden, wo sie auch ein Stück weit aufeinander eingeschworen werden.
- 24:53Speaker 1: Wie professionell muss man sich das vorstellen?
- 24:55Speaker 0: Also sehr per Schmerker.
- 25:02Speaker 0: Also groben Übersetzungen, die dem Tod ins Auge schauen.
- 25:06Speaker 0: Die meinen es wirklich auch ernst.
- 25:08Speaker 0: Die Peschmerger haben extreme Kampf-Erfahrung aus den letzten Jahren gegen den IS gesammelt und auch die Frauenbrigaden.
- 25:15Speaker 0: Und ich habe mit einer Kommandeurin gesprochen über die, schreibe ich gerade ein kleines Stück, weil sie ist wirklich faszinierende Persönlichkeit.
- 25:24Speaker 0: Sie hat in Kirkuk gekämpft, sie hat einen Teleskof gekämmt, die hat in Gwerge kämpft oder kurz vor Erbil auch gekämft Gegen den ihr erst die hat auch erwiesenermaßen mehrere Jihadisten erlegt, was für die immer ein Problem ist.
- 25:42Speaker 0: Wenn du von der Frau gestötet wirst dann kommst du ja nämlich in die Hölle und nicht im Himmel.
- 25:46Speaker 0: Tschüss Jungfrauen!
- 25:47Speaker 0: Also blöd.
- 25:48Speaker 0: deswegen gibt es auch so eine gewisse... Ja also keine besonders liebevolle Beziehung zwischen dem ES und weiblichen Beschmerger Und die ist extrem professionell gewesen und ich hab den drill angeschaut also wie close quarter combat dann nachkampftraining das ist schon beeindruckend.
- 26:08Speaker 0: Das ist schon auf einem niveau dass sie sich vielleicht in fortbrack mit anderen technischen hilfsmittel.
- 26:13Speaker 0: aber das ist wirklich ein sehr professionelles training, man muss ja auch sagen es gibt keine baseman eigentlichen zene also die die medien bei denen ich war die leben im wald In Schlafsäcken, wenn sie Glück haben ansonsten unterteppigen Decken Unterbäumen.
- 26:28Speaker 0: Weil die ganzen Cams und Bases die werden permanent von Raketen unter Beschuss genommen der Iraner und von Kamikaze drohen aus schon hartes Leben.
- 26:37Speaker 0: Ein sehr sehr hartes leben.
- 26:39Speaker 0: und dennoch waren die voll motiviert und haben dieses Training also wirklich auch richtig krass mitgemacht als da ist nichts mit.
- 26:47Speaker 0: Also wir haben vielleicht so ein schräges Bild von Frauen in Uniform und ich Kann nur sagen, ich war tiefst beeindruckt von den Frauen und Mädchen.
- 26:59Speaker 0: Die da ihren Dienst gemacht haben.
- 27:00Speaker 0: ihr Training genossen oder genossen ist jetzt vielleicht der falsche Ausdruck aber die ist absolviert an.
- 27:05Speaker 0: das ist wirklich hardcore.
- 27:06Speaker 1: viele von denen werden ja auch noch Familie im Iran haben Und es ist ja auch durchaus bekannt dass die iraner die ja radikaleren Mächte im Iran nicht so viel Spaß verstehen wenn Da auch wirklich Familienangehörige gegen das Regime agieren.
- 27:27Speaker 1: Wie gehen die mit der Gefahr für ihre Familien-Angehörigen um, dadurch dass sie eben aus dem Land rausgehen und dort sich ja auf einen Kampf gegen das regime vorbereiten?
- 27:37Speaker 0: Also zunächst ich glaube offiziell sagt dann niemand, dass Sie sich auf ein Kampf gegen dieses Regime vorbereiten habe.
- 27:42Speaker 0: Ich meine die Intention ist relativ klar erkennbar.
- 27:45Speaker 0: Ich hatte auch viele junge Mädchen und Frauen, die wollten sich nicht zu erkennen geben.
- 27:49Speaker 0: Die haben dann irgendwelche Kunstnamen, die haben dann auch einen Schal vor das Gesicht gebunden mehr trotzdem ihre Geschichten erzählt.
- 27:54Speaker 0: also da ist schon die Angst da?
- 27:56Speaker 0: Und natürlich von den Zuhause gebliebenen Familien, da hört man alles mögliche von Familien die sagen kommen doch bitte wieder zurück... ...und es hat nichts mit Regime treuer zu tun und von denen die wirklich auch dazu angehalten werden nein hilf uns!
- 28:13Speaker 0: Und das ist momentan im Iran.
- 28:15Speaker 0: Ich war jetzt nicht dort, ich hatte versucht vielleicht auch nochmal... ...über die Grenze rüber zu gehen.
- 28:23Speaker 0: Da hat man mir dann aber glaubhaft versichert dass es eine saublöde Idee wäre.
- 28:29Speaker 0: Gut, irgendwann bin ich allein fähig Aber insbesondere die Koden im Iran sind an einem Punkt.
- 28:35Speaker 0: da hört man dann so Wörter wie Genozid und ich glaube wenn du an dem Status bist Irgendwann ist es dir auch egal.
- 28:42Speaker 0: Also du willst dann einfach, dass dieses Regime aufhört?
- 28:46Speaker 0: Das sitzt meine Interpretationen das habe ich jetzt so nicht gehört.
- 28:48Speaker 0: aber ich mein Ich hab ja genügend junge Iranerinnen vor der Kamera gehabt und ich habe immer gefragt darf ich ein Bild machen.
- 28:54Speaker 0: Ja ja passt Und das ist natürlich schon irgendwie wenn du sagst in dem stadium bist also Hut ab
- 29:03Speaker 1: Du hast gerade von kamikazidronen gesprochen du hast von bombardierungen dieser camps gesprochen und zwar hast du da ja mitten drin.
- 29:12Speaker 1: Du hast mir vor einem Vorgespräch auch erzählt.
- 29:14Speaker 1: Man hat oft dieses Surren von diesen Drohnen im Kopf und man weiß gar nicht so richtig, wo sie jetzt gleich einschlagen wird?
- 29:24Speaker 1: Wie gehst du denn für dich selber mit dieser omnipräsenten Gefahr in solchen Momenten um?
- 29:31Speaker 0: Also eine richtig schlaue Antwort habe ich darauf nicht.
- 29:34Speaker 1: Blendest du es in den Moment aus oder ist es dir absolut bewusst?
- 29:38Speaker 0: Das ist absolut bewusst!
- 29:40Speaker 0: Also das Ausblenden geht nicht.
- 29:42Speaker 0: Und wir hatten auf verschiedene Situationen, also wir waren da gerade an einem Outpost der Pack und wir hörten sehr genau eine Drohne über uns und du weißt ja immer nicht was es ist?
- 29:52Speaker 0: Du kannst sagen korrelierend zu den Erfahrungen dann in der letzten Wochen wenn sie zu deren sehr Tageszeit fliegt grade zur Mittagssonne, wenn die Schatten weniger lang sind, dann ist es normalerweise die Zeit der Aufklärungsdrohnen weil dann die Bilder besser werden heißt aber nix.
- 30:07Speaker 0: Es ist ein... Ich sag das jetzt mal psychologisch nicht ganz ausgereift ist ein scheißgefühl.
- 30:15Speaker 0: Weil du kannst ja auch nichts machen.
- 30:16Speaker 0: also wenn du die Drohne über die hast du weißt es a nicht was ist jetzt hier in Vogel?
- 30:20Speaker 0: oder ist etwas völlig harmloses you never know?
- 30:24Speaker 0: Ist es eine surveillance drohne dann findest du es auch nicht so gut weil die haben dann hoch auflesende Bilder von dir.
- 30:31Speaker 0: und wenn's ne Kamikaze-Drohne ist, dann ist eigentlich alles egal weil du kannst egal wohin rennst Du weißt nicht wo das Ding dann runter kommt.
- 30:38Speaker 0: Und wenn du rennst und kommt natürlich naja, wenn ich jetzt der Steuerer dieser Drohne wäre und da rennt einer weg dann hat er vielleicht was zu verbergen.
- 30:45Speaker 0: also gehe erst recht auf diese Person.
- 30:46Speaker 0: Du weißt nicht so richtig was du machst.
- 30:49Speaker 0: Paraketenalarm ist es ein bisschen anders.
- 30:51Speaker 0: da ist das einfach nur hit the road.
- 30:53Speaker 0: Also so schnell wie möglich weg von dem Point of Interest wie es denn so schön heißt weil die haben vierhundertfünfzig Kilogramm Warheads und da ist dann natürlich relativ viel los und da will sie nicht in der Nähe sein.
- 31:06Speaker 0: Dann war das so bei dem Einbase, als dann der Krippenalarm kam auf die Pritsche vom SUV rausfahren.
- 31:11Speaker 0: Zweihundert, dreihundert vierhundert Meter und dann jeder für sich in eine andere Hinwillsrichtung rennen.
- 31:17Speaker 0: also bloß keine Gruppe bilden, bloß nicht im Auto bleiben.
- 31:20Speaker 0: ein Fahrzeug ist immer ein properitäres Ziel und eine Gruppe auch.
- 31:24Speaker 0: Also ja, also gehe auseinander und dann agierst du nur noch?
- 31:30Speaker 0: Du blendest es nicht aus aber du findest okay was habe ich gelernt?
- 31:34Speaker 0: wie verhalte ich mich jetzt am ehesten sodass Wenn das Ding einschlägt, idealerweise nicht drauf geht oder verletzt werde.
- 31:43Speaker 1: Wie schläft man dann nachts?
- 31:48Speaker 0: Also es klingt jetzt bizarr, aber ich schlafe ziemlich gut dort weil ich einfach fix und fertig bin.
- 31:53Speaker 0: Ich bin paniert wie ein Schnitzel am Abend oder bis zu vierzehn Stunden auf dem Bein.
- 31:59Speaker 0: Man reißt jetzt nicht besonders komfortabel, also meistens in der Kälte auf eine Britsche von einem SUV.
- 32:03Speaker 0: Du hast den ganzen Tag deine... ...deine fünfzehn Kilogramm Schussweste an und dein Helm.
- 32:08Speaker 0: das macht schon mürbe.
- 32:10Speaker 0: Also insofern du bist einfach erschöpft.
- 32:12Speaker 0: ist es erholsamer schlafen weiß ich nicht.
- 32:15Speaker 0: Ich habe eher das Problem wenn ich dann wieder nach Hause komme und dann wirklich zur Ruhe kommen.
- 32:19Speaker 0: Das ist ja, du kennst vielleicht das Phänomen irgendwie Wenn Stress in der Arbeit und du merkst wo ne Erkältung kommt Ja bügelste weg irgendwie des Adrenalin keine Ahnung was.
- 32:28Speaker 0: Wenn es auch kein Arzt und dann ist Wochenende, wirst du krank oder hast Urlaub wüsste krank.
- 32:32Speaker 0: Und so ist das bei mir auch.
- 32:33Speaker 0: also dort habe ich eigentlich ganz gut geschlafen und schlafen.
- 32:37Speaker 0: Also wirklich mieseste Kashemmen teilweise wenn überhaupt.
- 32:41Speaker 0: aber da bist ich körperlich so fixen alle dass sich dann einfach irgendwie so quasi bewusstlos dahin lag.
- 32:48Speaker 0: Aber als ich dann wieder in München war und das ist ja jetzt noch nicht so lange eine Woche jetzt.
- 32:53Speaker 0: Ich kämpfe schon ein bisschen mit dem Schlaf, aber das ist natürlich viel.
- 32:57Speaker 0: Was ist jetzt mit den Mädchen gerade?
- 32:58Speaker 0: Wie geht's denen so?
- 32:59Speaker 0: und ich krieg ja auch irgendwie permanent irgendwelche Nachrichten.
- 33:04Speaker 0: Und fragen wir nicht wiederkommen... Die schreiben mir jetzt mal so schön und lustig als du da warst oder da und es macht mich schon fertig!
- 33:15Speaker 1: Wie gehen denn die überhaupt damit um dass du da kommst?
- 33:17Speaker 1: also was wie sehen die dich als?
- 33:20Speaker 1: was sehen sie dich?
- 33:24Speaker 1: Also ich könnte mir vorstellen, wenn ich den ganzen Tag irgendwie im Stress bin mich irgendwie selber zu schützen und zu schauen dass wir da auch irgendwie noch ein vernünftiges Training hinbekommen.
- 33:33Speaker 1: Und dabei nicht schon im Camp sozusagen umgebracht zu werden.
- 33:38Speaker 1: Dann kommt ja jemand von außen irgendwie so ein Deutscher und macht irgendwie Fotos und läuft darum.
- 33:44Speaker 1: also weiß ich nicht wie nehmen die dich wahr?
- 33:48Speaker 0: Naja natürlich ist insbesondere Männern gegenüber Ja, und es hat ja leider Gottes auch einen guten Grund.
- 33:54Speaker 0: Es sind die sehr skeptisch am Anfang und sehr scheu.
- 33:59Speaker 0: Jetzt mache ich das schon seit elf Jahren und weiß dann schon auch okay geh halt nicht hin und ziehe sofort deine Kamera raus und mach blöde Bilder sondern erstmal nehmen die einfach mal in halben Tagen, dreiviertel Tage ein Tag Zeit und rede mit denen einfach versuchen mit dem bisschen ins Gespräch zu kommen.
- 34:14Speaker 0: Ich will hier nichts Böses Und sei einfach Teil des ganzen Treibens.
- 34:19Speaker 0: Versuch die nicht irgendwie zu dirigieren oder irgendwie sagen, bist einfach da beachtet mich.
- 34:24Speaker 0: Und dann fangen sie normalerweise an so ein bisschen aufzutauen und kommt so ein bißchen Gespräche.
- 34:30Speaker 0: wo sind die denn hin?
- 34:31Speaker 0: Ich fange normalerweise ans.
- 34:32Speaker 0: woher komme ich eigentlich?
- 34:33Speaker 0: was mache ich hier?
- 34:34Speaker 0: warum bevor ich überhaupt eine frage stellt idealer was?
- 34:37Speaker 0: ich stelle überhaupt gar keine frage sondern warte bis die anfangen zu erzählen.
- 34:42Speaker 0: das klappt manchmal natürlich nicht und lasse sich auch in ruhe.
- 34:44Speaker 0: also wenn da jemand sprechen will dann bin ich jetzt nicht derjenige der das pusht.
- 34:51Speaker 0: Und dann kommt das ist eine Beziehung, die man aufbaut in ja leider sehr kondensierter Zeit.
- 34:56Speaker 0: Aber das geht dann in vielen Fällen und manchen auch nicht.
- 35:01Speaker 0: Dann passiert immer wieder was völlig absurdes, dann gibt es mir zu erkennen für wie mutig man mich hält.
- 35:11Speaker 0: Man steht so da wie ein Depp.
- 35:14Speaker 0: Ich bin jetzt hier, ich habe irgendwie eine ballistische Weste, die kann sich... eure Einheit leider nicht leisten.
- 35:22Speaker 0: ich nehme sehr ernst mit der mit der Sicherheit.
- 35:26Speaker 0: Ich komme da schon ein bisschen blöd vor wenn die sagen du bist ganz mutig dass du hier bist und fotografierst weil wir wissen ja alle wie gefährlich das ist usw.
- 35:33Speaker 0: Da geht dann schon einiges auch in mir ab.
- 35:35Speaker 0: also wie sagt das ist völlig ungerechtfertigt eigentlich andersherum.
- 35:39Speaker 0: und dann sage ich dem nie ihr seid mutig, nur sagen wir sind nicht mutig wir folgen einfach unsere intrinsischen Motivationen.
- 35:44Speaker 0: das ist das wofür wir da sind.
- 35:47Speaker 0: Es relativiert dann auch wieder so ein paar Dinge.
- 35:48Speaker 0: unter den redet man darüber und wir haben dann zwei Mädels gesagt irgendwie und das war nicht mega rührend und sagt irgendwie.
- 36:00Speaker 0: You make us feel so special was geheult ich bin noch nur da also nie gesagt nee du willst uns hören du willst irgendwie bilden von uns ein, sehr rührend.
- 36:17Speaker 0: der moment muss ich sagen und wir sind dann auch total, also nicht als freund aber.
- 36:22Speaker 0: Es war schon auch eine sehr herzliche beziehung über die paar tage aber.
- 36:29Speaker 0: Mussnicht immer so sein.
- 36:30Speaker 0: also mit den mädchen wusste auch nicht so richtig wie die reagieren waren die natürlich irgendwie sehr sehr skeptisch sind.
- 36:35Speaker 0: aber es hat dann gut funktioniert.
- 36:36Speaker 0: und mit den meisten.
- 36:38Speaker 0: Die wollten noch sprechen und die wollten auch aktiv von mir dass ich fotos von ihnen mache.
- 36:44Speaker 0: Aber das ging dann schon gut.
- 36:46Speaker 0: Also mit Jungs sowieso immer, das ist so.
- 36:49Speaker 0: Da weiß ich wie man mit denen umgeht da habe ich jetzt irgendwie die meiste Erfahrungen mit aber mit den Mädchen dabei sehr sehr ja vielleicht ist es auch du musst halt sehr sehr devot und sehr respektvoll dahin gehen und Fuß vom Gas Fuß von Gas also bloß kein Zeitdruck.
- 37:06Speaker 0: dann hat das ganz gut funktioniert.
- 37:07Speaker 0: aber wer weiß nicht was am nächsten Mal ist.
- 37:10Speaker 1: Wie gut kommt man damit?
- 37:11Speaker 1: Englisch klar?
- 37:12Speaker 0: Übersetzer fixer.
- 37:14Speaker 0: also ich hab gerade im kurdischen irak habe ich einen sehr guten fixer oder Stringer je nachdem wie man das nennen will und der übersetzt ziemlich gut.
- 37:22Speaker 0: Paar können auch ein bisschen englisch und dann ist halt ganz viele hände und füße.
- 37:25Speaker 0: und dann komme ich mit meinen fünften halbwörtern, kurdisch oder Fasi komme ich dann auch noch ein bisschen weiter und manchmal geht es ja gar nicht um was du sagst sondern dass du die müde gibst.
- 37:36Speaker 0: aber klar sprache ist jetzt nicht so unbedingt das einfachste zu überbrücken.
- 37:42Speaker 1: jetzt für all denigen die zuhören und vielleicht geopolitisch nicht so ganz bewandert sind, ist auch relativ komplex in der Region.
- 37:53Speaker 1: Wir reden hier ja vom Grenzgebiet zwischen Iran, Irak gleichzeitig von einer eigentlich mehr oder weniger autonomen Region Kurdistan.
- 38:03Speaker 1: wenn da die ganze Zeit Bomben der Iraner einschlagen sagt mir mein leihenhaftes Verständnis von Geopolitik und Militär.
- 38:18Speaker 1: Müsste ja eigentlich da auch was passieren, unabhängig jetzt von den Perschmerger und den autonomen Gruppen dort.
- 38:23Speaker 1: also müsste doch eigentlich auch ein klassisches irakisches Militäre irgendeine Art von Aktivität zeigen wenn dieses, wenn deren Territorium irgendwie angegriffen wird ist das der Fall oder sagen die das ist irgendwie Kurdistan interessiert uns nicht?
- 38:41Speaker 1: Wir haben woanders genug Probleme.
- 38:42Speaker 0: Zum einen muss man schon sagen, also ich glaube Edenien mal bei Seite oder Religion die Souveränität eines Staates wenn die angekratzt wird dann ist das immer ein Problem.
- 38:53Speaker 0: Ich bin auch etwas verwundert darüber dass der Iran vor zwei Wochen tatsächlich mit einer Invasion gedroht hat.
- 39:03Speaker 0: sollten die Kurren und die Iraker nicht diesen Grenzverkehr unterbinden?
- 39:10Speaker 0: Da dachte ich auch, und es war genau der Tag, an dem ich angekommen bin.
- 39:12Speaker 0: Und da gab das in der Presse nach Dich Hopperler wieder eine richtige Zeitpunkt gewählter Müller... ...und sie haben dann auch gesagt bloß nicht, bloßnicht in Kurdistan und bloß-nicht Bloß-Nicht!
- 39:22Speaker 0: Nach Salimonia und an die Grenze.
- 39:24Speaker 0: Gut also war ich in Kurdestan und bin dann nach Salimania und in der Grenze gefahren.
- 39:28Speaker 0: Ein anderes Thema.
- 39:31Speaker 0: Ich war auch verwundert warum da nicht mehr kommen.
- 39:33Speaker 0: jetzt wenn man die die inpolitische Sicht des Iraks sich noch mal so ein bisschen zu Gemüte führt hat natürlich die Iran sehr viel Einfluss.
- 39:44Speaker 0: Also da gibt es ja nicht nur die Iraner, die aus dem Iran im Irak reinigen regieren, da gibt das auch die sogenannten Hashdashami also die Volksmilizen, die weitestgehend schiitische Moslems sind und die teilweise auch iranische Feldkommandeure haben.
- 40:02Speaker 0: Der Einfluß der Innen- und außerpolitischen Einfluchs des Iran im Iraq ist immens.
- 40:07Speaker 0: Wahrscheinlich auch einzig größere Probleme im Moment.
- 40:10Speaker 0: Das ist jetzt reine Hypothese.
- 40:11Speaker 0: Ich bin nicht politisch besonders versiert und ich bin da nicht in den Sitzungen drin um Gottes Willen, aber das könnte eine plausible Erklärung dessens ein Wocken der Irak dann nicht viel vehementer der Gegenheit.
- 40:29Speaker 1: Wie stabil muss man sich die politische Situation im Irak eigentlich momentan vorstellen?
- 40:33Speaker 1: Also wir haben ja eingangs schon gesagt über Afghanistan redet keiner mehr, aber über den Irak erst recht niemanden mehr seit Ewigkeiten.
- 40:40Speaker 0: Also ich tue mich intellektuell jetzt ein bisschen schwer, die Wörter Irak und Stabilität in einen Satz zu bringen ist überhaupt nicht stabil.
- 40:48Speaker 0: Und das haben wir ja gesehen da es auch nicht mehr des klassischen Feindbilds Sunniten gegen Shiitens sondern sind ja derzeit Geiten gegen Shia-Iten der eine Säkulare Theokratisch unterwegs.
- 40:59Speaker 0: Also das ist eine enorm, enorm fragile Gemengelager die die Bevölkerung ist auf den Barrikaden sprichwörtlich wegen den Strompreisen oder überhaupt keinem Strom, wegen Nahrungsmitteln, wegen Wasser, wegen Schulbildung.
- 41:16Speaker 0: also das ist wirklich eine ganz, ganz bezahlgefährliche Gemengelaage im Irak.
- 41:22Speaker 0: derzeit steht, glaube ich dem im Iran nicht viel nach.
- 41:27Speaker 0: Und wir hatten ja die Proteste oder ich zumindest war quasi in real time involviert also zumindest digital und über meine Kontakte in Bagdad.
- 41:36Speaker 0: Die waren auch am Rand von den Bürgerkrieg.
- 41:39Speaker 0: Viele sagen es war ein Bürgerkrig bereits.
- 41:42Speaker 0: Das ist eine brandgefährliche Situation.
- 41:45Speaker 0: Brandgefährlich!
- 41:46Speaker 0: Wenn man sich das erweiterte Perimeter anschaut.
- 41:48Speaker 0: du hast in Syrien, du hast die Türkei im Norden, du hasst den Iran im Osten Du hast Kuwaits unten im Süden, du hast Saudi-Arabien die natürlich da auch eine Rolle spielen.
- 41:57Speaker 0: Macht politisch, regionalpolitisch und am Ende des Tages ist da auch wieder der Konflikt zwischen Iran und Saudiarabienspürer.
- 42:04Speaker 0: das ist leider eine extrem fragile politische Gemengelage.
- 42:10Speaker 0: dann hast du über thirty six radikalisierte Gruppierungen die entweder politisch religiös oder ethnisch motiviert sind.
- 42:21Speaker 0: Ganz ehrlich, es ist fast nicht möglich da noch irgendwie zu sagen wer es schuld.
- 42:26Speaker 0: Wer hat recht?
- 42:26Speaker 0: Weil die Gemengelage, die ist im vierundzwanzigstunden Rhythmus kann die eine total andere sein.
- 42:30Speaker 0: Wer kollaboriert mit wem?
- 42:32Speaker 0: Also das ist wirklich ziemlich desaströs.
- 42:35Speaker 1: eigentlich muss man sich ja wundern dass dieses ganze Pulver fast nahe Osten wenn man's mal so über einen Kamm scheren will überhaupt noch so intakt ist wie es momentan irgendwie is und dass sich die Leute dann nicht noch viel mehr die Köpfe Zerbomben,
- 42:52Speaker 0: ja.
- 42:54Speaker 0: Stellt ihr einen clown in Fußgängerzone vor der mit zehn Bällen jungliert.
- 42:58Speaker 0: das ist ja schon sowieso ein relativ krasser Ballonsakt.
- 43:01Speaker 0: jetzt zünden noch drei von den Bellen an und machen Sprengsatz an den vierten.
- 43:09Speaker 0: Das ist ungefähr die stabilität über die wir gerade reden.
- 43:11Speaker 0: da darf halt wirklich nicht mehr viel passieren sonst explodiert die ganze region Und dass kriegt es auch politisch nicht nur gelöst.
- 43:20Speaker 0: also das ist wie alle.
- 43:22Speaker 0: Wann hast du das letzte mal über den IS nachgedacht?
- 43:25Speaker 0: Der ist immer noch aktiv.
- 43:26Speaker 0: Also ich war im letzten Winter dort und wir haben im Prinzip mit Spezialkräften, haben wir den IS gejagt die mit neuer Taktik, mit neurer Zellenstruktur, mit neuen Doktrinen da unterwegs sind, entführen, enthaupten... Und dergleichen.
- 43:38Speaker 0: es ist ja nicht vorbei!
- 43:39Speaker 0: Es ist nicht vorbei.
- 43:42Speaker 0: Da kommt jetzt eins zum anderen also Perfect Storm milde ausgedrückt und das beschreibt eigentlich in dieser Region genauso wie in jeder anderen ukraine konflikt oder was jetzt als nächstes passiert in china taiwan we don't know aber das ist es.
- 43:55Speaker 0: wir finden schon echt mich unbedingt auf einem guten wegkanal
- 44:00Speaker 1: wenn du mit den leuten dort sprichst also jetzt gerade auch die die frauen mit denen du da gesprochen hast was wäre denn eigentlich deren vision von einer zukunft?
- 44:12Speaker 0: das kommt ein bisschen drauf an aus welchem ethnischen oder politischen Lager die Mädchen und Frauen kommen, also gerade die Kurdinnen mit denen ich sprach.
- 44:20Speaker 0: Die wollen zwei Dinge in allererster Linie.
- 44:23Speaker 0: Wollen sie Gleichberechtigung für Mann und Frau?
- 44:25Speaker 0: Sie wollen nicht mehr Subjekt einer patriarchisch geprägten Kultur sein.
- 44:31Speaker 0: ob sie studieren dürfen wann sie den Schal zu tragen haben auf welche Schule sie gehen dürfen das wollen wir nicht mehr.
- 44:36Speaker 0: Und dagegen begären sie auf, weil Sie auch wissen, dass es anders funktioniert.
- 44:39Speaker 0: Und das andere ist gerade die Kurdinnen wollen halt einen unabhängigen Staat Kurdistan und das ist ja nicht nur ein Thema, was Iran betrifft sondern auch dem Nord Irak, Nord Syrien und die Süde Türkei.
- 44:50Speaker 0: und das is natürlich ... Ein nachvollziehbarer Wunsch aber ich fürchte auch unrealistische Wunsche.
- 45:00Speaker 1: Wie geht man denn also wenn man's überhaupt dort vor Ort mitbekommt oder diskutiert?
- 45:06Speaker 1: Wie geht man denn eigentlich mit der Situation, um dass gerade die ganze Welt irgendwie nach Grataz schaut und da irgendwie die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wird?
- 45:17Speaker 1: Und damit ja indirekt.
- 45:20Speaker 1: Jetzt kann man argumentieren dann schaut die Welt wenigstens mal drauf aber trotzdem damit indiregt zumindest ja mal ähnliche Strukturen in der Unterdrückung mit finanziert oder unterstützt oder zumindest mal billig.
- 45:33Speaker 0: Ja gut ich... Und das ist eine gute Frage und ist sehr schwierig zu beantworten.
- 45:41Speaker 0: Wir sind recht schnell dabei mit dem deutschen teutonischen lehrreichen Finger irgendwie in der Weltgeschichte umherzwingen, unser Angstholm müsste das tun und so aber auch nicht.
- 45:51Speaker 0: wir neigen aber auch zu wahlen etwas zu einer etwas naiver Verklertheit.
- 45:58Speaker 0: also die außenpolitischen Verflechtungen, die geopolitischen Verflegdungen, Die ökonomische Verflechungen, diese sind halt nur nicht mal so einfach wie wir das gerne hätten mich inklusive.
- 46:08Speaker 0: Das andere ist, die insbesondere ökonomischen Abhängigkeiten sind einfach mal gegeben.
- 46:13Speaker 0: Ich stell das jetzt einfach nur fest und ich werte es nicht.
- 46:16Speaker 0: Aber da jetzt alle überein kamen zu scheren, dass das genauso wenig stadthaft wie so zu tun als fänden keine Menschenrechtsverletzungen statt.
- 46:28Speaker 0: Wenn ich nach Qatar oder Saudi Arabien schau, dann sicherlich... Da gibt es viele Fragezeichen was das angeht.
- 46:34Speaker 0: auf der anderen Seite gibt es andere Regionen, da ist noch viel krasser Da gucken wir gar nicht hin.
- 46:38Speaker 0: Also, wir müssen schon ein bisschen aufpassen inwieweit wir da zu dieser schwarz-weißdenke drin sind.
- 46:43Speaker 0: und wer im Gotteswillen sagt, dass unser Föderalismus in Deutschland das den anderen Menschen wollen?
- 46:51Speaker 0: Ich sag jetzt nicht, dass Menschenrechtsverletzungen in irgendeiner Art Weise tolerierbar sein sollten.
- 46:55Speaker 0: Im Gottes Willen nein!
- 46:57Speaker 0: Aber wir neigen dann auch immerzu so nie.
- 46:59Speaker 0: ihr braucht unseres System.
- 47:01Speaker 0: Nun funktioniert denn unser System so gut?
- 47:04Speaker 0: im Moment wahrscheinlich schon.
- 47:06Speaker 0: Gott sei Dank Führt es nur zufrieden und zu einem friedvollen konstruktiven Diskurs?
- 47:12Speaker 0: Nein.
- 47:13Speaker 0: Also da kommen ganz viele Themen irgendwie miteinander, die da vermischt werden und vermengt werden und dann tut dann irgendjemand so als gäbs die einfache Lösung, die gibt das de facto nicht.
- 47:23Speaker 0: Ich tue mich schon ein bisschen schwer überhaupt Fußball zu schauen weil sie mich null also zur Vollgas nicht interessiert.
- 47:29Speaker 0: Das ist schon meine erste Challenge.
- 47:32Speaker 0: Das zweite ist dass wir jetzt so quasi auf den auf die Kataris einschlagen Ist auch nicht fair, wir tun dann so als wären alle Kataris vom selben Schlag genauso wie in Saudi Arabien oder sonst wo.
- 47:46Speaker 0: da gibt es unglaublich viele nette.
- 47:48Speaker 0: Leute und liberal geprägte Menschen.
- 47:50Speaker 0: also das ist nicht so dass die alle gleich sind.
- 47:53Speaker 0: damit tue ich mich am schwersten dass wir in so Schubladen denken.
- 47:57Speaker 0: Und ich auch Ich auch, ich glaube das ist anders gar nicht mehr da.
- 48:02Speaker 0: Manchmal musst du einfach digital werden um das Ding zu vereinfachen.
- 48:05Speaker 0: aber ich versuche immer wieder mich daraus zu raten und sagen okay es ist nicht so wie's scheint Es ist nie so wie es scheint und damit tue ich mich schon schwer.
- 48:14Speaker 0: Am Ende des Tages schauen wir doch alle fleißig Fußball Minus wir beiden vielleicht.
- 48:19Speaker 0: Aber Das alles gut so wie sie ist Und dass wir die Möglichkeiten haben hier darüber zu urteilen das ist auch erstmal gut und ich will dieses land auch Für mir lieben gerne nicht verlassen, weil ich deutschland wirklich liebe.
- 48:35Speaker 0: Aber teilweise sind wir schon ein bisschen naiv unterwegs und ich schließe mich damit ein.
- 48:40Speaker 1: woran liegt es eigentlich?
- 48:42Speaker 1: ist das Thema wo?
- 48:44Speaker 1: bei der Bildung bei der politischen Bildung auch früher eingreifen müssten.
- 48:49Speaker 1: also ich habe vor kurzem so einen schönen Satz Wir lernen irgendwie die komplexesten mathematischen Formeln in der Schule, die wir in unserem Leben fast alle nie wieder anwenden.
- 49:01Speaker 1: Haben aber irgendwie keine Ahnung von Geopolitik und politischen Systemen oder Verflechtungen von Außenpolitik.
- 49:09Speaker 1: Sondern lernen da eigentlich nur die oberflächlichsten rudimentären Grundlagen.
- 49:15Speaker 0: Ich bin kein Soziologe und auch kein Pädagoge, ich könnte mir vorstellen dass es was mit einer irgendwann limitierten Aufmerksamkeitsspanne hat die wir alle teilen als Mensch.
- 49:28Speaker 0: Und dann definiert einzig und allein Relevanz für deine Existenz das was du lernst, was du hörst oder was auch eben nicht gewisse Dinge.
- 49:39Speaker 0: die müssen wir weil ansonsten ist kein Durchkommen durch den nummeres klausus und medizin zu studieren beispielsweise und da kommen gewisse dinge dazu auch wenn du sie nie wieder anwenden wirst was mittlerweile.
- 49:49Speaker 0: Kälzer pries computer dergleichen gibt.
- 49:52Speaker 0: dennoch machst du sie warum?
- 49:53Speaker 0: weil es für dich relevant ist die hier diesen karriere fahrt einschlägen willst oder sonst was erreichen willst und du kannst nicht alles wissen und verstehen.
- 50:01Speaker 0: Und dann mal zum anfangen auch als wir angefangen haben zu sprechen ich will nicht werde die letzte der irgendjemand verurteilt weil die leute nicht hinschauen, Weil du kannst nicht alles verstehen, du kannst nichts wissen und ehrlich gesagt deine Psyche kommt auch an die Grenzen dessen was noch irgendwie zumutbar ist.
- 50:15Speaker 0: Du kannst auch durch Berichterstattung traumatisiert werden.
- 50:18Speaker 0: Und trotzdem versuche ich es!
- 50:22Speaker 0: Also auch ein bisschen verklärt... Ich bin ja selber naiv und romantisch verklärt ne?
- 50:25Speaker 0: Also will ich jetzt gar nicht falsch verstanden müssen dass man das einzige was sich mir irgendwie erklären könnte also wie vieles genug an Input und wenn man.. Ich kann jeden verstehen oder jede Die heutzutage sagt ich mache die Nachrichten Ertrag das nicht mehr.
- 50:42Speaker 0: Und das ist bizarrer!
- 50:45Speaker 0: Die Welt war noch nie so friedfertig wie jetzt, also eine kompletten Menschheitsgeschichte leben wir wahrscheinlich in der pacifistischsten aller Phasen.
- 50:55Speaker 0: Es wirkt aber nicht so.
- 50:56Speaker 0: warum?
- 50:57Speaker 0: Weil wir durch die Digitalisierung, weil wir über diese absolute Kommerzialisierung der Berichterstattung ganz, ganz krass tolle Möglichkeiten haben, aber auch vielleicht ein bisschen zu viel davon im Mittelalter... habe ich halt den Kreuzzug nicht in Echtzeit auf Social Media Kanälen gesehen oder auf YouTube.
- 51:15Speaker 0: Aber wie gesagt, das ist eine sehr amateurhafte Unterfangung, dass jetzt aus meiner Sicht zu werten und zu analysieren bin ich nicht der richtige Fichtig!
- 51:27Speaker 1: Vielleicht zum Abschluss noch etwas... vielleicht fast schon träumerische idealistische frage aber hältst du denn eigentlich irgendeine art von frieden egal wie er denn aussieht im nahen ostend eigentlich ganzheitlich für möglich?
- 51:43Speaker 0: ja auf jeden fall.
- 51:46Speaker 0: Auf jeden Fall.
- 51:47Speaker 0: ich weiß nicht ob ich den noch miterleben werde.
- 51:49Speaker 0: aber ich sage mal neun neun sich kümmern neunein neun Prozent aller menschen und es waren einige mittlerinnen oder erweiterten mittler in oszen oder sonst wo die wollen nichts anderes als frieden, Was zu essen was zu trinken bildung für ihre kinder gesundheitssystem die alle alle allermeisten menschen die ich kennengelernt habe egal in welchem land.
- 52:10Speaker 0: die wollten einfach nur frieden.
- 52:13Speaker 0: Und diese faktische macht der zahlen wird sich irgendwann mal durchsetzen.
- 52:22Speaker 0: das ist meine das ist mein glaube dass es meine hoffnung und ehrlich gesagt mir bleibt gar nicht mehr bleibt ja nichts anderes übrig.
- 52:30Speaker 0: Wenn ich jetzt aufhören würde zu glauben, warum soll ich denn überhaupt weiter machen?
- 52:34Speaker 0: Das wäre ja in Frage stellen meiner ganzen Existenz.
- 52:36Speaker 0: Klingt jetzt vielleicht ein bisschen groß aber da hätte ich dann ganz anderes emotionales Problem.
- 52:41Speaker 0: also Ja Ich hoffe ja ich glaube und ja verdammt noch mal ich will
- 52:45Speaker 1: Mit oder in klammern nur ohne Einmischung aus dem Westen
- 52:49Speaker 0: mit Unterstützung des vestens.
- 52:52Speaker 0: Anders wird es nicht funktionieren.
- 52:53Speaker 0: danke
- 52:54Speaker 1: dir Danke
- 52:54Speaker 0: dir
- 52:55Speaker 1: das war's leider schon.
- 52:57Speaker 1: die letzte runde ist ausgetrunken.
- 52:59Speaker 1: Das Gespräch zu Ende.
- 53:01Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!