Latest / Spirit Mind Energy – Dein Universum für moderne Spiritualität | Gespräche mit Petra Baum / 078 Griechische Götter & Mythen am Sonntag - Apollon & Aphrodite | Vera Zingsem & Petra Baum
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- Petra Baum: Hallo zusammen, ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Folge über Mythologie, über griechische und nordische Götter und das Ganze in Verbindung mit den Wochentagen in Wir starten heute nochmals den Sonntag, aber diesmal nicht mehr nordisch, sondern diesmal griechisch. Und schauen doch mal, was er in der griechischen Götterwelt zu sagen hat. Ich begrüße ganz herzlich Vera Zingsem an meiner Seite. Mythologin, Autorin, Theologin und absolute Fachfrau auf diesem Gebiet. Schön, dass du da bist, liebe Vera. Und ich sag einmal, deine Bühne, deine Götter, Vera Zingsem: Vielen Dank, schön, dass du da bist. Petra Baum: Ja! Vera Zingsem: Ja, ganz herzlichen Dank. Ich freue mich sehr. Der Sonntag in Griechisch ist eigentlich ein bisschen ein Kontrast, teilweise ein unangenehmer Kontrast, teilweise. Aber was gut ist, wir hatten es ja von den goldenen Äpfeln der Iduna letztes Mal und da gibt es eine griechische Parallele zum Garten der Hesperiden. Und im Garten der Hesperiden Also da, wo auch Hesperos, der Abendstern, seinen Töchtern, den Hesperiden, sich aufhält, also im westlichen Garten, also da, wo die Sonne untergeht, da bringt auch Apollo seine Rosse jeden Abend zum Stehen und zum Weiden. Und in diesem Garten der Hesperiden hat die Göttin Hera, die im lateinischen Juno heißt, also auch diese Göttin Hera, die Gemalin des Zeus, die hat dort einen Apfelbaum, auch mit den Äpfeln der Unsterblichkeit und der ewigen Verjüngung. Und diesen Baum hat sie von der Göttin Erde, also von der Gaia, zur Hochzeit geschenkt bekommen. Mit Zeus. In dieser Zeit, da hat sie also diesen wunderbaren Baum geschenkt bekommen und freut sich unheimlich und ist also ganz glücklich mit diesem Baum und das sind eben auch diese Sonnenäpfel, diese Abbilder der Sonne. Aber im Unterschied zu Iduna gibt sie keinen Apfel ab. Also sie sie hält die Äpfel am Baum und sie gibt keinen, sie verschenkt keinen Apfel, auch nicht an Zeus. Zeus bekommt da auch nichts von ab. Und Apollon eigentlich auch nicht. Also niemand hat von diesen Äpfeln eigentlich etwas, aber die Hesperiden, die Töchter des Abendsterns, die klauen immer mal wieder einen Apfel. Also da merkt sie, die Äpfel werden weniger. Also irgendwie gibt es welche, die die heimlich Äpfel stehlen. Und da sie sie eben nicht abgeben will, hat sie nur eine andere Möglichkeit. Sie setzt einen Wächter in den Baum und das ist eine Schlange. Und das ist die Schlange Lardon. Eine ganz große Schlange, die windet sich dann den Stamm und dann kommt keiner mehr auf den Gedanken, diese Äpfel zu entwenden. Und das erinnert natürlich wieder an diese Paradiesesgeschichte. Da merkt man eigentlich, wo die das auch herhaben. Also Petra Baum: Vielen Dank. Vera Zingsem: es gibt ja keinen Apfel im Paradies. gar nicht von Apfel geredet, aber es hat ja schon gesagt, die Äpfel sind eigentlich überall und diese Schlange, wird also auch, habe ich hier in meinem Buch zwischen Asgard und Olymp, fand ich das ganz schön. schuppige Drachen mit stechenden Blicke, der Hüter, goldenen erstrahlender Äpfel im Garten der Hesperiden, der mit riesigen Ringeln die Stämme des Baumes umwindet. Also das ist ein Pachtexemplar von Schlange und in dieser alten Sprache war Schlange und Drache immer identisch. Man kann sagen, es die Schlange, die Füße kriegt, ist dann der Drache. Also hier ist die Schlange. Da kann man natürlich sagen, jetzt haben wir eine Verdoppelung des Jungbrunnens. Denn der Apfel ist ja schon der Jungbrunnen. apple a day keeps the doctor away. Und auch diese Vorstellung der Apfel, ewiger Verjüngung. Und die Schlange ist natürlich auch wieder das Abbild ewiger Verjüngung. Die Schlange ist durch die Häutung geradezu prädestiniert, als Sinnbild der Unsterblichkeit und der Heilung und Gesundung. Sie die Kräfte der Unsterblichkeit und des Heilens verdoppelt. Nur leider kommt niemand anderes daran. Diese Schlange ist unglaublich weise, hat 100 Köpfe und spricht mehrere Sprachen. Damit kommt sie eigentlich in den Typus Schlange, den erfüllt sie voll und ganz. Die Schlange ist das Symbol der Weisheit, der Heilkraft, alles. Aber es kommt niemandem zu Gute. Das finde ich so fabrierend. Die Iduna gibt ihre Äpfel jeden Tag aus und hat überhaupt kein Problem. Und Hera klammert sich da dran, dass sie da dieses Nur-Nichts-Abgeben-Muss. Und Heracles, der ist ja dann so unverschämt und... und er schlägt die Schlange und nimmt die Äpfel. Und dann setzt sie aber das Sternbild dieser Schlange an den Himmel. Also es ist dann ganz untröstlich, dass die Schlange nicht mehr lebt. Aber sie setzt es als Abbild an den Himmel, als Sternbild der Schlange, sodass wir es dann da immer noch sehen können. Also ich finde es eigentlich schon sehr rührend, dass sie ihm auch dieses Denkmal setzt. ich habe auch den Eindruck, Hera ist einfach verzweifelt, weil sie fast nichts bekommt. Also sie hat ja auch gar keine Chance, weil so ist immer andere vergewaltigt. Und da kommen wir dann auch zum nächsten Thema, nämlich der Gott Apollon. ist ja auch die Frucht einer Vergewaltigung. die Mutter von Apollon und Artemis, die werden ja Zwillinge, das hatte ich ja letztes Mal auch schon angedeutet. Und die Mutter ist Leto. Und auch die Göttin der Nacht, da haben wir wieder die Vorstellung, die Nacht gebiert, den Tag und das Licht überhaupt auch, auch den Mond in dem Fall. Aber Zeus hat natürlich diese Leto auch wieder vergewaltigt. Und immer dann, wenn er eine vergewaltigt, dann versucht Hera, sich an der Frau zu rächen anstatt an ihm. Weil er zu machtvoll ist, das schafft sie nicht. Einmal hat sie es versucht, das war ganz schlimm. Also insofern versucht sie immer die Frau die vergewaltigt wird, zu drangsalieren. Und das hat sie hier auch gemacht. hat also gesagt, diese Letho, darf nirgends gebären, wo es feste Erde gibt. darf nur ein Ort sein, der noch nie von der Sonne beschienen wurde. Das heißt also, Apollo wird unter der Erde geboren. Der Sonnenbord selber wird, und das ist natürlich auch das, was wir anschaungsmäßig erleben, die Sonne versinkt in der Unterwelt und kommt am nächsten Morgen frisch wieder zurück. Das wird damit natürlich auch ausgedrückt. Das ging jetzt wieder nur mit Hilfe von Poseidon. Der hat nämlich die Insel Delos dann mit Wasser überflutet und hat sie dann ganz kurz rauskommen lassen, Letho gebären konnte. Und da die bis dahin aber von Wasser überflutet war, ist da auch noch nie die Sonne draufgeschehen auf die Insel. Das heißt also, in dem Sinn werden die fast unter Wasser geboren. Und Artemis ist aber die erste, die da herauskommt. Und die hilft auch ihrem Bruder schon zur Geburt. Artemis ist ja die Geburtsgöttin, da kommen wir beim Mond ja noch dazu. Sie ist Göttin der Geburt. Und der Erste, dem sie auf die Welt hilft, auch schmerzfrei auf die Welt hilft, das ist ihr Bruder Apollon. Also insofern hat sie ihn schon auf die Welt gebracht. Aber Apollon ist ja dann derjenige, am Orakel zu Delphi sich niederlässt. Da haben wir wieder eine Schlange, aber diese Schlange erschlägt er. Also da ist ganz stark so diese Vorstellung, die Sonnenkraft, die Lichtkraft, will gegen die Erdkraft vorgehen, obwohl sie eigentlich sie erwärmen muss. Das ist eine ganz schwierige Geschichte. Da gibt es zwei Geschichten. In der einen Geschichte erschlägt Apollon die Python am Orakel zu Delphi und setzt sich selbst an die Stelle. Und in der anderen ist es aber so, dass die Feube, die Dritte, die dieses Orakel hütet, dass sie ihm das zum Geburtstag schenkt. Diese Geschichte finde ich dann hübscher. Gaja, ist die erste Wahrsagerin am Oracle zu Delphi, da wird die Ehre als Wahrsagerin gesehen. Dann kommt Themis, die mit den Gesetzen auch hütet und die Ordnung. Und dann Phoebe, die Strahlende. Und von ihr hat dann Apollon im Lateinischen seinen Namen Phoebus, Strahlende. Also das heißt, sie gibt ihm das als Geburtstagsgeschenk und dann wäre es eine ganz harmonische Ablösung, aber er hat den Namen von ihr, zumindest im Lateinischen, das Phoebus Apollo, im Griechischen nicht. Aber da gibt es eben diese zwei Geschichten und mir ist natürlich die eine schon lieber, wo er es als Geburtstagsgeschenk bekommt. Aber auf der anderen Seite zeigt es eben auch, dass in Griechenland die männlichen Kräfte sich gegen die weiblichen richten. ich denke, hat auch mit diesen Eroberungen, die da von Osten rüber kamen, es auch zu tun. Mir ist mal aufgefallen, Zeus, der muss jede Frau vergewaltigen. Keine will ihn freiwillig. Das heißt ja auch, dass er nicht attraktiv ist, dass keine möchte ihn. Er kann machen, was er will. Selbst Hera hat er nur kriegen können, weil er sich als verletzlicher Kuckuck an ihre Brust geschmiegt hat und dann hat sie Mitleid mit ihm gehabt und dann hat er sie vergewaltigt. Also diese Vorstellung sofort, das ist in Griechenland eine Obsession und Zeus ist da besonders mit zugange. Das heißt für mich auch, dass da Einwanderer kamen, die von den dort Lebenden nicht gewollt waren, die die einfach nichts nicht haben Petra Baum: Nein. Vera Zingsem: wollten. Und deswegen kann auch Zeus nirgends ankommen. Er muss jede Frau, die er möchte, vergewaltigen. Das heißt, keine will ihn. Das heißt, er ist eigentlich nicht attraktiv. Also in dem Sinn kann man sagen, die Frauen wehren sich. Und am Orakel zu Delphi nimmt er dann den Platz ein und das heißt ja auch, erkenne dich selbst. Aber ich habe immer den Eindruck, er ist sehr weit davon entfernt, sich selbst zu kennen. Also das ist mal bei ihm ganz klar. Er bekommt ja dann auch von Hermes die Lyra geschenkt. Im Grunde hat er zwei Seiten. Das eine ist diese musische, sanfte, musikalische Seite und das andere ist diese kämpferische und auch tötende Seite. Also insofern hat er diese zwei Seiten. Ein Sohn von ihm ist dann Asklepios und der ist auch wieder Sonnengott und in Asklepios Eskulap, in dem vereinen sich ja wieder die Schlangenkräfte mit den Sonnenkräften. Und die Sonnenkräfte sind diese Heilkräfte auch. Das heißt dann auch, dass Asclepios dasselbe für Griechenland ist wie Isis für Ägypten, die Sonne und die Gesundheit. Und Asclepios ist ein Direktor nach Verason des Apollon. Also das heißt, in dem zeigen sich dann wieder diese... diese positiven Kräfte, die ja wie auch im Nordischen die Sonne als Heilschein gesehen wird und auch immer wieder dieses Wiedergeborenen werden, was sich ja in der Schlange auch ausdrückt. Also insofern kann man sehen, da Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: versucht man durchaus mit diesen Kräften umzugehen. Aber die Asklepios ist wiederum auch eine ganz tragische Geschichte, dass Apollon wieder mit einer Koronis zusammenkommen will und eigentlich ist er glücklich mit ihr und sie wird schwanger von ihm und dann hört er sie hat aber auch noch einen anderen Liebhaber und ohne sich auch nur zu besinnen tötet er dann die Koronis und nimmt den Asclepios dann aus der getöteten heraus. das tut ihm dann leid, aber das nutzt ja nichts mehr, die Koronis ist trotzdem tot. Das ist auch so was. Und dann hat er Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: Asklepios dann als seinen Sohn angenommen. Und Asklepios ist dann eigentlich ja auch als, er ist ja als große Schlange, ist Sonnengott und gleichzeitig kommt er als große Schlange an den Tiber. Das finde ich auch sehr faszinierend. Also er hat auch diese beiden Seiten, dass man das helle und in Asklepios kann man sagen, da hat sich eigentlich das Sonnenhafte mit dem Erdhaften verbunden. und in den Asklepios-Heiligtümern, da ging man ja auch in diese Traumwelt. In den Asklepios-Heiligtümern waren Kliniken, also Kline, da haben wir das Wort Klinik daher, die konnten da sich hinlegen aufs Bett und träumen und da waren auch Schlangen, die aber nicht gefährlich waren und dann waren die eigentlich im Heilsschlaf und im Heiltraum. eigentlich, kann man sagen, da kam das Sonnenhafte und auch das Tonische, also das Erdverbundene, das kam in Asklepios zusammen. Das, Apollo selbst nicht zusammenbringen konnte. Also das ist auch sehr, sehr spannend zu sehen. Und dann hat er ja auch noch den Lorbeer, aber mit dem Lorbeer, das ist wieder eine Vergewaltigung. Also er hat da auch wiederum Daphne, Bis heute heißt Daphne ja auch Lorbeer, ist der Lorbeerbaum. Und da hat ihn Eros gestachelt und hat, das heißt er hat Eros verspottet und gesagt, du hast ja nur kleine Pfeile, guck mal, ich kann mit meinem Pfeil eine große Schlange, die zöten. Und du hast ja nur so Minipfeile hier, du spielst dich doch nicht so auf, du kleiner Eros. Ja, und dann hat Eros sich gesagt, das kann nicht ihr beweisen. Dann schießt er ihm einen goldenen Pfeil ins Herz und er verliebt sich unsterblich in diese Daphne. Und Daphne kriegt von ihm aber gleichzeitig einen bleiernden Pfeil ins Herz geschossen. Das heißt, Daphne lehnt alles ab, was mit Sexualität und Eros zu tun hat. Ja, das ist natürlich toll. Er kann bei ihr nicht landen, er blendet, er glüht, er weiß gar nicht, sich zu lassen und sieh, ne, bloß nicht, nur nicht. zeigt ihm Eros auch wieder die Grenzen auf und sagt eigentlich, guck mal meine kleinen Pfeile sind viel wertvoller und Eros ist ja als Gott der Aphrodite auch wieder Sonnen, ist ja auch ein Sonnengott. das ist auch insofern schön, weil Aphrodite, da kommen wir noch in Erdat noch. intensiver dazu, aber Aphrodite wird schon im 6. Jahrhundert Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: vor Christus mit dem Sonnenkreis auf der Brust verehrt. Also sie ist klare Sonnengöttin, golden im Licht strahlende Aphrodite. Also die ist die große Sonnengöttin für den griechischen Bereich und zeigt damit auch, dass diese ganzen Vorstellungen, Frau mit Mondin und allem und Mann männlich mit Sonne, dass das auch nicht stimmt. Das lässt sich mythologisch gar nicht halten. Das ist aber bei C.G. Jung und so, ist das regelrecht so eingefleicht gewesen. das eher bildhafte Denken der Frauen mit dem Mond und so habe ich auch nichts gegen. Aber dann zu sagen, das männliche ist rational und klar denkend, da habe ich leider noch nicht so viel von gesehen. dieses Gegeneinander finde ich auch nicht hilfreich. Weil wir sehen, sehr viele Isis ist auch große Sonnengöttin. Also da wurde in Griechenland zur Mondgöttin, aber dieses, ja, dass das eine Denken ist, das Mondhafte ist jetzt nur für die weiblichen und das klare Sonnige wäre für die männliche. Diese Zweiteilung lässt sich mythologisch überhaupt nicht halten. Und gerade auch bei Aphrodite mit dem Sonnenkreis, die ist Sonnengöttin und bringt dann auch den Sonnensohn hervor, das ist wiederum Eros. die eben ganz klar auf der sonnigen Seite und mit Isis zusammen ohnehin. Das ist also ein großes, sonniges Paar. die Liebe ist wie die Sonne, wird ja sogar im Christlichen gesehen. Gottes Liebe ist wie die Sonne. Aber da denken die nicht an Aphrodite. Und das finde ich ganz nett. Also die Christen würden niemals bei Sonne Aphrodite assoziieren. Aber das finde ich eben wunderschön, dass die als Sonnengöttin eben strahlt und uns eigentlich zeigt, ja, die Liebe ist mit der Sonnenkraft vereinbar. eben auch, aber gleichzeitig auch mit Erkennen. Und Erkennen ist eben auch an dieses sonnenhaft weibliche gebunden. Und da muss ich sagen, hat Aphrodite mehr erkannt, glaube ich, als Apollon. Der ja im Grunde dieses Erkenn dich selbst nicht wirklich gelebt hat. Der ist eigentlich immer hinterhergelaufen. Also hat erst zu spät erkannt, was er gemacht hat. Und so hat er dann Diese Daphne, die hat sich dann selbst in einen Lorbeerbaum verwandelt. Die hat dann darum gebeten, dass sie doch bitte von diesem verfolgenden Apollon erlöst wird und hat dann eben den Lorbeerbaum gewählt. Und er hat aber, ihr nahe zu sein, den Lorbeerbaum zu seinem Baum gemacht. Und deswegen haben die auch die Siegesgrenze, sind ja alles aus Lorbeer. Das heißt, er versucht, wenigstens auf diese Weise noch nahe zu sein. Das ist eine ganz interessante Geschichte. Wie gesagt, finde, die Sonnenenergie, die griechische, ist nicht so ganz das, was man sich so vorstellt. Es ist nicht die Erleuchtung. Also das kann man nicht sagen. Also bei Apollo fehlt mir die Erleuchtung. gibt Leute, die das anders sehen. Aber ich finde, Gewalt, die immer dabei ist, die ist in Griechenland unausrottbar. gibt weibliche und männliche Kräfte, die kommen Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: eigentlich kaum mal zusammen. Ganz, ganz selten. ist bei Aphrodite vielleicht noch am ehesten. Aber was Aphrodite den Sonnenkreis trägt, weiß ja kaum jemand. in der Zauberflöte, Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: da wird ja, da heißt es ja, der Sonnenkreis ist von der Königin der Nacht usurpiert, die hat den Ansicht gerissen. Und Sarastro, muss nun den Sonnenkreis in die Männerwelt retten. Die Königin der Nacht kämpft ja darum, dass sie den Sonnenkreis zurückbekommt. Und das wird eben immer so getan, als hätte sie Unrecht. Wenn ich aber von Aphrodite ausgehe, dann muss ich sagen, sie hatte das volle Recht, diesen Sonnenkreis zurückzufordern. Weil er eben auch entwendet wurde. Vieles würde freiwillig gegeben werden, wenn man darum bittet. Aber nicht, wenn man es einfach nimmt, wie auch bei Demeter. Demeter hätte ihre Tochter, dem Hades, durchaus gegeben, wenn er sie geworben hätte. Aber in dem Augenblick, wo man etwas nur raubt oder etwas zur Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: Gewalttat wird, dann gehen die Stacheln raus und dann wird es zum Kampf. Das muss aber eigentlich nicht sein. Und wir halten das dann auch für typisch weiblich männlich, Zeus und Hera, immer diese Kampfbeziehungen, finden wir aber bei uns in der Mythologie nicht. Und ich finde das auch sehr schwierig, immer wieder zu sehen, wie Hera und Zeus sich dann so bekämpfen. Und die haben, ja, ich denke, haben nicht diese Harmonie. Und Apollon, wie gesagt, der hat ja dann auch noch einen Streit mit Marzias, das ist auch, das ist ein musikalischer Streit. Und da hat der Marzias eine Flöte gefunden, die Athene weggeworfen hat. Athene hat die Flöte eigentlich erfunden und hat sie auch gespielt. Und während sie spielte, haben sich Hera und Aphrodite über sie lustig gemacht, dass sie das Instrument spielt. Und dann hat sie sich mal im Wasser betrachtet, im See, und hat gesehen, sie sieht ganz albern aus, wenn sie die Flöte spielt. und hat dann gesagt, so will ich nicht aussehen mit aufgeblasenen Backen hier und hat die Flöte einfach weggeworfen und sie nicht mehr gewollt. Und der Zasatyr, der Masias, der sieht die dann da und weiß gar nicht, was es ist, setzt sie an den Mund und wunderschöne Melodien erklingen. Also er ist ganz begeistert. Und die Hirten, die sind ganz in vonner Uhr, wie schön und diese wunderbare Musik. Das ist ja, der spielt ja so schön wie Apollon. Der kann sich mit Apollon messen und das war sein Verhältnis. Er hat dann gedacht, ja, dann bin ich vielleicht wirklich so gut. Und dann kommt er mit Apollon in den Wettstreit und Apollon kann nicht vertragen, dass dieser Masias auch so gelobt wird. Eigentlich könnte man ja sagen, wunderbar, wir werden beide für unser Spiel gelobt, ich für die Lyra und er dann für die Flöte. Gibt sich ja nichts. Nein, die machen einen Wettstreit. Und dann steht der Wettstreif unentschieden aus. Also beide sind gleich gut und werden auch von den Hirten und allen Umstehenden als gleich gut gesehen. Und dann kommt Apollo auf den Gedanken, ich mache jetzt mit dir einen Wettkampf und ich möchte, dass du dein Instrument umdrehst und spielst und singst. Das kann er mit seiner Lyra tun, aber ein Flötenspieler nicht. Und also hat dann Marcias verloren und Apollon häutet ihn dann. Er tötet ihn, indem er ihn häutet. Also das gar keine schöne Vorstellung. Also das sind so Dinge, wo sich selbst die Erde noch aufbäumt und sagt, sie nicht. Und da habe ich so den Eindruck, da kann man wirklich sehen, das ist total unterschiedlich. Also so eine Geschichte gibt es bei uns jetzt, habe ich jetzt keine gefunden im Nordischen. Die ist so nicht. Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: Also insofern muss ich sagen, ist mir meine nordische Mythologie dann doch sympathischer. Und gerade dieses Erkenn dich selbst, das passt natürlich eigentlich zu diesem Apoll und auch zur Schlange. Denn die Schlange ist ja Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: das Erkenntnis-Symbol. Also eine Schlange, was schöneres als eine Schlange kann es fast nicht geben. Auch wenn wir das vielleicht nicht so sehen, aber Schlange ist immer das Großartigste. Insofern muss ich sagen, die griechische Sonne, da ist mir Aphrodite dann am liebsten. Da muss ich sagen, dann kann ich mit Aphrodite als Sonnengöttin, die finde ich wirklich großartig, aber die ist ja eigentlich mehr die Göttin des Freitags. Die strahlt am Freitag und mit dem Schwan. Die hat den Schwan als Symbol. Das hat übrigens Apollo auch. Beide haben den Schwan als Sonnensymbol. Der Schwan, der ja auch hoch hinauf geht. und die lichten, weißen, strahlenden Federn. Aphrodite hat den als Symbolvogel und Apollo auch. Das ist auch wieder spannend. Während Aphrodite hat diesen Schwan und bei Freya ist er dann ja noch als Walkürenvogel auch. Also bei Freya im Nordischen kann man sagen, da werden die Schwanfrauen, das sind ja noch die Schutzengel. Wir haben ja bei uns ganz viele Schutzengel-Motive, die gibt es in anderen Ländern nicht. In Griechenland eigentlich auch nicht. Und alle haben immer schöne weiße Flügel, die Kommunionbildchen, die waren ja auch immer so. Schöne weiße Flügel. Und diese Schwanfrauen, die Walküren, sind ja Schutzengel in unserer Tradition. Und die haben auch diese Sonnenenergie von Freyja mitbekommen. Also da finde ich diese Vorstellung... Der Schwan als Schutzengel und auch als Glückssymbol und die Vorstellung siehst du einen Schwan früh am Freitag, morgen, dann wirst du also immer glücklich sein und dein Besitz wird sich mehren. sind dann so Dinge, da geht mir dann das Herz auf, dass ich jedes Mal, ich den Schwan sehe, denke, wie schön. Das ist ein Glückssymbol, das ist ein Schutzsymbol. Während bei Apollon ist es eben auch dieses Erkenntnissymbol und so, aber nicht dieses für uns. Da war es oft diese Vorstellung, dass diese Schwäne auch für uns etwas Schönes bedeuten und uns auch unter ihren Schutz Petra Baum: Ja. Vera Zingsem: nehmen durch die großen Flügel. Petra Baum: Da kann ich nur sagen, was für ein Sonntag. Ein Griechischer dazu. Vera Zingsem: Ja, das ist bewegter Sonntag. Petra Baum: Aber wirklich ein richtig bewegter Sonntag. Und wir sind ja noch lange nicht am Ende mit unseren Wochentagen. Liebe Vera, ich danke dir Vera Zingsem: Wir haben noch vieles schöne. Petra Baum: für heute von ganzem Herzen. Es ist so spannend Vera Zingsem: Ja, Petra Baum: und vor allem der Vergleich, den wir immer wieder ziehen zwischen den nordischen und den griechischen Mythologien und wie unterschiedlich sie sind, auch wenn uns die griechischen Namen doch immer so vertraut vorkommen. Danke und tschüss! Vera Zingsem: Tschüss!