Latest / ntv Wirtschaft / 50.000 Punkte beim Dax "ist näher, als man denkt"
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- Die Lufthansa kämpft sich aus den roten Zahlen und will trotz Streiks und steigender Kosten deutlich mehr verdienen. Die Deutschen hängen weiter am Auto, aber das Elektroauto holt langsam auf. Und der DAX hat die 25.000-Punkte-Marke kurz überschritten. Und Raimund Brichter fragt sich, wann kommen die 50.000? Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir starten mit der Lufthansa. Und da sehen wir ein bekanntes Bild, aber mit einer neuen Nuance. Der Konzern schreibt im ersten Quartal wie üblich Verluste, kann sie aber spürbar verringern. Und das ist in diesem Umfeld alles andere als selbstverständlich. Der Umsatz steigt um 8 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro. Gleichzeitig drückt die Lufthansa ihren operativen Verlust um 15 Prozent auf rund 612 Millionen Euro. Unter dem Strich bleibt zwar ein Minus von 665 Millionen Euro, aber auch das fällt deutlich geringer aus als im Vorjahr. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat mit Gegenwind von vielen Seiten zu kämpfen. Streiks und Kerosinkosten sind da besonders zu nennen. Wie geht's weiter für die Airline? Frank Mayer hat darüber mit Michael Gierse gesprochen. Er ist Fondsmanager bei Union Investment. Herr Gierse, schauen wir die Lufthansa an. Man zeigt sich ja deutlich optimistisch, will den Gewinn deutlich steigern. Nun fragt man sich, bei diesen Kerosinpreisen? Ja, ich glaube, im Moment dreht sich wirklich alles um die Kerosinpreise. Und zwar als erstes, ob die Lufthansa die höheren Preise beim Kerosin an die Passagiere weitergeben kann. Das ist die erste Frage. Und der zweite ist, ist genug Kerosin im Sommer da? Wir kennen diese Diskussion. Können die Preise weitergeleitet werden an die Touristen? Ja, als erstes muss man sehen, die Lufthansa sichert ja sozusagen die Positionen ab. Das heißt, im Moment fliegen sie einen Großteil des Kerosinsverbrauchs noch mit Preisen vom letzten Jahr, was gut ist. Auf der anderen Seite die andere 40 Prozent, die nicht abgesichert sind, da schlägt voll durch. Sie können das im Moment nicht 100 Prozent an die Passagiere oder an die Tarife weitergeben. Es dauert einen Moment. Aber irgendwann laufen ja die Absicherungsgeschäfte ab. Das heißt, sie rutschen dann in diese höhere Kategorie. Und da ist im Moment fraglich, ob sie das dann tatsächlich noch weitergeben können und ob das nicht die Nachfrage dämmt. Ein Viertel der Umsätze wird durch die Kerosinpreise aufgefressen, 8,9 Milliarden dieses Jahr. Was passiert, wenn es nicht genügend Kerosin gibt? Ja, dann bleibt man auf der Strecke. Deswegen greifen viele Fluggesellschaften schon vor und kürzen Kapazitäten. Die Lufthansa selber wollte dieses Jahr um 4% die Plätze ausbauen. Sie ist jetzt bei knapp über, also vielleicht 1%. Andere Fluggesellschaften kappen aber schon und gehen runter eher bei minus 5%, sehen wir dort. Weil die unprofitablen Strecken werden jetzt erstmal als erstes gekappt. Und vielleicht in entlegene Orte, wo man vielleicht nicht so einen Zugriff auf Kerosin hat, kann man erwarten, dass es dort einfach kein Kerosin gibt. Aber die Lufthansa macht in der Hinsicht die richtige Politik, nimmt mit den Kapazitäten welche rein, welche raus und schaut auf Profitabilität. Aber wenn man sich so optimistisch für dieses Jahr zeigt, ist das vielleicht zu viel Optimismus? Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Herr Spohr, hat nochmal bestätigt, er geht davon aus, dass es eine starke Nachfrage gibt. Nimmt man aber zum Beispiel die TUI als Indikator, so sind die Buchungszahlen nach dem Irankrieg extrem zurückgegangen. Wir sind tief im Minus. Das heißt, aus dem TUI-Ergebnis kann ich das nicht ableiten, dass es eine starke Nachfrage gibt. Es gibt sogar Verschiebungen, man reist eher ins westliche Mittelmeer anstatt ins östliche und dergleichen gereist wird. Aber die Frage ist, wenn man dann kurzfristiger bucht, weil im Moment die Unsicherheit sehr groß ist, kann es sein, dass es natürlich dann zu Preiszugeständnissen wieder gibt. Das heißt, die letzten Plätze kriegt man nur los, wenn man mit dem Preis runter geht. Ist es vielleicht dieses Wörtchen noch, dass noch gereist wird, dass man sich noch in den Flieger setzt? Also nicht wegen der Flugscham, sondern weil einfach auch die Unternehmen auf Kosten achten. Das ist klar. Als erstes wird bei den Unternehmen, bei Reisekosten kann immer gespart werden. Wir haben heute Teams, wir haben Videokonferenzen, das ist heute alles machbar. Da wird als erstes gekürzt, die konjunkturelle Lage ist schlecht. Aber der Privatkonsument, der für den Sommer entscheidend ist, für den Hochsommer, worauf alle Kapazitäten abgestimmt sind, im Moment macht die Lufthansa Verluste, weil im ersten Quartal fliegen einfach viel weniger als im Durchschnitt des Jahres, weil die Kapazität ist auf den Sommer abgestimmt. Wenn der normale Mallorca-Tourist, so nenne ich ihn einfach mal, nicht reist, haben wir ein Problem. Wenn man dann die Lufthansa sich mal vergleicht mit den anderen großen Airlines, wo steht die da? Man hat immer den Begriff Platzhirsch im Hinterkopf. Ist sie der Platzhirsch auch, was die Struktur betrifft? Ja, im Moment hat sie einen Vorteil gegenüber ihren großen Konkurrenten, weil Richtung Osten will man ja nicht im Mittleren Osten im Moment umsteigen. Ich denke, das wird auch wahrscheinlich noch für das ganze Jahr der Fall sein. In zwei Jahren ist das vergessen. Aber dieses Jahr spielt das der Lufthansa zu, weil ihre Drehkreuze liegen östlicher als die von London und Paris. Deswegen ist sie kurzfristig eher im Positiven. Das Jahr ist aber auch noch lang. Dankeschön, Herr Gierse. Und während die Luftfahrtbranche versucht, sich neu auszutarieren, stellt sich am Boden eine ganz grundsätzliche Frage. Wie bewegen wir uns eigentlich künftig fort? Der aktuelle Mobilitätsmonitor 2026 des Allenbach-Instituts zeigt, die Deutschen bleiben ihrem Auto treu. Für jeden Zweiten gehört es zum Alltag. Das überrascht kaum. Das Auto steht für Unabhängigkeit. Das E-Auto holt auf. Jeder Vierte zieht es beim nächsten Kauf in Betracht. Langsam, aber stetig. Doch es bleibt teuer, für viele unerschwinglich. Die Politik fördert zwar, aber entscheidend ist die Infrastruktur. Viele fordern mehr Ladesäulen. Der Engpass verschiebt sich, vom Preis zur Alltagstauglichkeit. Auch nach dem Zustand der Infrastruktur wurde im Rahmen des Mobilitätsmonitors befragt. Was ist nach Meinung der Bürger besonders dringlich? 83 Prozent halten die Sanierung des bestehenden Straßennetzes für besonders wichtig. 71 Prozent wünschen sich aber auch ein Ausbau des Nahverkehrs. Etienne Bell hat darüber mit Thomas Weber gesprochen. Er ist Mobilitätsexperte bei der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Schönen guten Tag, Herr Weber. Fangen wir mal mit der Infrastruktur an. Ist die wirklich so mies? Also in Italien, Frankreich, Belgien, da habe ich schon deutlich schlechtere Straßen gesehen. Also auf jeden Fall sieht die Bevölkerung, dass handlungsbar besteht und dass hier dringend was passieren muss. Und Gott sei Dank sieht man ja auch, dass es vorangeht. Besonders bemerkenswert neben Brücken und Straßen sehen wir seitens Akitekt, dass es einen deutlichen Sprung gab. Auch die Vorbereitungen, ich will vielleicht ein Elektroauto kaufen, zu unterstützen mit der entsprechenden Ausbausituation der Ladeinfrastruktur. Also in Summe bemerkenswerte Ergebnisse. Müssen, glaube ich, mal ein bisschen aufteilen. Wir haben zum Beispiel die Zahl der Neuzulassungen, die in diesem Jahr bei E-Autos ja sehr stark ansteigt. Liegt das an der Kaufprämie? Liegt das an einem generellen Umdenken bei den Deutschen? Wie interpretieren Sie das? Gut, wir verfolgen dieses Thema schon seit 2019, fragen wir immer wieder, was muss denn passieren, dass für mich als Kunde ein Elektroauto attraktiver ist. Und am Anfang war es ganz stark das Thema Reichweitenangst und so langsam setzt sich durch, dass moderne Autos 500, 600 Kilometer Reichweite haben und damit das Laden eigentlich viel weniger in den Hintergrund tritt. Aber es ist nicht nur das Thema Laden. Laden darf nicht so teuer sein und es muss einfach funktionieren. Es ist eine Summe von Maßnahmen, sodass der Trend in der Bevölkerung, für mich ist Elektromobilität jetzt inzwischen wirklich attraktiv, der setzt sich durch. Und ich möchte betonen, diese Befragung haben wir gemacht im Februar. Da waren die Kraftstoffpreise noch viel niedriger. Jetzt mit der Sperrung von der Straße von Hormuz und mit der Explosion der Kraftstoffpreise spüren wir einen deutlichen Push. Das sieht man im Übrigen auch in den Zulassungszahlen. Die Showrooms sind fast leer und selbst gebrauchte Autos, Elektroautos sind schwierig zu bekommen. Die Kunden springen jetzt an, das gilt es weiter zu unterstützen. Da besteht jetzt in Deutschland wirklich eine Chance aufzuschließen, zum Beispiel zu China. China, ganz wichtiger Punkt, kommen wir auch gleich nochmal drauf zu sprechen. Aber der Preis ist natürlich auch ein wichtiger Punkt. Wird ja immer gesagt, die Autos sind zu teuer bei uns in Deutschland. Trotzdem glauben Sie, dass die Leute nicht davon abhält? Gut, das war schon ein sehr großer Kaufhinderungsgrund. Die Elektroautos waren deutlich teurer. Inzwischen, wenn man draußen bei den Händlers fragt, Elektroautos gleich Verbrennerautos, ist schon mal ein erster großer Schub. Die flankierenden Maßnahmen der Politik haben ganz sicher geholfen, dass es jetzt Incentives gibt, nicht nur für das Auto selbst, sondern auch für die entsprechende Installation von Ladeinfrastruktur. Also diese zwei Maßnahmen waren wichtig und wir haben in unseren Statistiken auch ganz klar nachweisen können, der Tiefpunkt war 2024, wo über Nacht die Kaufförderung gestrichen wurde. Das war wirklich ein katastrophaler Einschnitt. Jetzt ist zwei Jahre in Folge die Bereitschaft um drei Prozent gestrichen. Ich glaube, jetzt könnte der Durchbruch wirklich gelingen. Sie haben China angesprochen. Die China-Dominanz zeigt sich ja auch in den Zahlen, aber wirklich viele Chinesen sehe ich noch nicht bei uns auf den Straßen. Wie erklären Sie sich diese Zahlen? Warum denken die Menschen, dass China da gut und weit vorne ist? Liegt es nur an der Berichterstattung? Die öffentliche Berichterstattung hat da sicher dazu beigetragen, Bericht von den Autoshows in China. Und man muss schauen, wenn man jetzt ein bisschen breiter sich in Europa umschaut, dann ist der Angriff der chinesischen Hersteller schon voll im Gange, zum Beispiel in England oder in den Benelux-Ländern oder zum Beispiel in Griechenland. Da sind die Verkaufszahlen schon deutlich höher. In Deutschland hat das noch nicht eingesetzt, aber es wird kommen. Und das Image ist hier ganz klar, chinesische Autos, Elektroautos sind kostengünstig und inzwischen auch recht gut. Allerdings die Chance der Hersteller aus Deutschland ist, dass wir in dieser Image-Studie auf Platz 2 sind. Immerhin mit deutlichem Abstand zu China. Wenn es jetzt gelingt, diese Autos auf die Straße zu bringen, den Kunden die Chance zu geben, sowas zu testen, dann glaube ich, ist das eine große Chance, auch in Deutschland der Automobilindustrie und der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen. 226, also ein ganz wichtiges Jahr für die E-Mobilität, sagt der Mobilitätsexperte Thomas Weber. Schönen Dank für das Gespräch. Am deutschen Aktienmarkt ging es trotz ungelöster Krisen weiter aufwärts. Zeitweise sogar über die Marke von 25.000 Punkten. Das wirkt auf den ersten Blick fast widersprüchlich. Aber die Börse blickt eben nach vorne. Und sie setzt darauf, dass Unternehmen auch in schwierigen Zeiten Gewinne machen. Oder zumindest stabil bleiben. Die Frage ist jetzt, geht da noch mehr? Genau das analysiert unser Börsenexperte Raimund Brichter. Und er sagt, die nächste Schallmauer ist näher als viele denken. Der DAX hat heute 25.000 Punkte erreicht. Für mich ist das Anlass, mir mal die Frage zu stellen, wann könnten denn die 50.000 Punkte erreicht werden? Oh, das ist ja noch ein weiter Weg. Der DAX hat ja, so sollte man meinen, da erst die Hälfte zurückgelegt bei 25.000. Aber das ist nicht richtig. Er hat schon mehr als die Hälfte dieses Weges geschafft. Denn an der Börse zählt nicht die absolute Veränderung, also von 25.000 auf 50, sondern die prozentuale, also eine Verdoppelung. Der DAX hat nämlich bei 1.000 Punkten angefangen. Bis 25.000 hat er sich also schon ver-25-fach. Darin waren also schon viele Verdoppelungen. Die nächste Verdoppelung ist also näher, als man denkt. Mehr als 80 Prozent sogar dieses Weges sind schon geschafft. Die Frage ist natürlich, wie lange wird es dauern bis dahin? Das weiß niemand, das steht in den Sternen. Aber man kann auch hier in die Vergangenheit gucken. Manchmal hat es zehn Jahre gedauert oder länger, manchmal aber auch nur fünf Jahre. In den USA zum Beispiel hat sich der dortige Index sogar schon mal innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Fazit also, die 50.000 Punkte, die könnten früher erreicht werden, als manch einer denkt. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, in TV oder hier im Podcast.