Latest / Berlin Booth / Mischa Fanghaenel über seine Arbeit als Bouncer, verschwommene Bildwelten und die Freiheit der Nacht
Transcript
- 0:08Mischa, Herzlich Willkommen. Schön, dass du da bist.
- 0:11Vielen, vielen Dank. Vielen Dank.
- 0:13Vielen Dank. Immer großes Thema bei mir.
- 0:17Wie steigt man ein, was ist sozusagen der Aufhänger, hat man
- 0:20irgendwas, irgendein Gimmick, den man rauskramt irgendein
- 0:23brisantes Thema bei dir ist habe ich gedacht oder habe mich
- 0:28gefragt, hast du jemals die Line?
- 0:30Es gibt in irgendeiner Form in deiner in deiner.
- 0:34In deinem Ausgehen. Überhaupt nur wenn ich durfte.
- 0:42Ja, ich bin gerne früher viel weggegangen und ich glaube das
- 0:51erste Mal, es gibt, habe ich tatsächlich, weiß Sven gesagt
- 0:58hat, kannst du ohne anstehen nach vorne kommen.
- 1:00Weiß einer steht noch, wann das war.
- 1:03Ey. Lass mich mal rechnen, das muss
- 1:062007 oder 8 gewesen sein. Ich hatte so ne Phase, dass ich
- 1:13da privat hingegangen bin, bevor ich dort angefangen hab zu
- 1:15arbeiten, da war hab ich vorher woanders, ich hab vorher
- 1:17woanders gearbeitet und das war so mein Ort, den ich sonntags
- 1:22früh besucht habe nach meiner Schicht um normale Leute zu
- 1:25sehen, weil ich. Was heißt normale Leute?
- 1:27Na, ich hab in auf russischen Partys gearbeitet, ich hab in
- 1:31Brandenburg gearbeitet. Bin in Brandenburg auch mit
- 1:35Techno das erste Mal in Berührung gekommen und das war
- 1:38dann doch anders, das war anstrengender, es war auch toll
- 1:43und hat Spaß gemacht, aber ganz ganz anders und dann bin ich
- 1:47halt Sonntag früh da rein, auch ins Golden Gate, damals noch
- 1:52einfach um Kopf frei zu bekommen und auch das Weekend damals noch
- 1:55erinnerst du dich daran als die als da schön war?
- 2:00Die sind jetzt nicht mehr so elektronisch unterwegs.
- 2:02Genau. Absolut verblasst.
- 2:04Ja, die haben die Orte der. Standard ist relevant, ne
- 2:06absolute Relevanz früher ne ja voll.
- 2:07Ja, und das war alle diese 3 Orte, das war für mich, weil sie
- 2:13auch so unterschiedlich gewesen sind, schöne schöne Momente,
- 2:17einfach wieder runterzukommen und zu sehen.
- 2:20Es gibt ganz viele tolle Menschen, ganz viele
- 2:23unterschiedlich. Ich hab ich hab die Frage
- 2:25gestellt, weil. So zum zum Berghain gehört auch
- 2:29so n bisschen für viele auch so diese Auseinandersetzung, was
- 2:32alles so drumherum ist. Ne also dieser und Social Media
- 2:35ist immer liest sich immer wieso Kurzgeschichten wenn man so
- 2:38durchgibt und ich hatte mich gefragt, also die eine Frage die
- 2:41daherkommt war ob du dich damit beschäftigst in irgendeiner
- 2:44Form, also ob das so ne ne Relevanz immer mal bei dir hat
- 2:47und und und. Sozusagen das was bei Reddit
- 2:50oder Telegram oder sowas passiert ob das n Abbild auf
- 2:53dich n Bild auf dich in irgendeiner Form wirft.
- 2:57Genau. Und die zweite Frage war dieses,
- 2:58also das Lineskip ist ja auch so n omnipräsentes Thema was die
- 3:04Schlange betrifft. Zur zweiten Frage ich, ich hab
- 3:10es wirklich nie gemacht. Ich find es scheiße und ich
- 3:13denke auch speziell Gäste die sich Stammgäste schimpfen und
- 3:18dann vordrängeln eher unangenehm.
- 3:22Das ist für mich einfach unschön.
- 3:25Also weil es so respektlos gegenüber den anderen ist, die
- 3:27da noch dabei sind. Und darum geht es ja an diesem
- 3:29Ort, dass man sich gegenseitig wertschätzt, ja, glaube ich
- 3:32zumindest. Und was dieses ganze Social
- 3:35Media betrifft, ich selber verfolge das nicht, aber mir
- 3:39schicken ab und zu Leute Screenshots, das ist gerade vor
- 3:422 Tagen wieder passiert, aber weil es was Schönes war und dann
- 3:45haben wir uns da kurz ausgetauscht das das war was.
- 3:48Mir wurde auch einer geschickt von dir.
- 3:49Ja ja, da wurde erbeten, dass Micha wieder an der Tür steht.
- 3:54Weil du für die für die spezifische Crowd sorgst und
- 3:58die. Genau die Wochenende, den habe
- 4:00ich bekommen und dachte, das ist unglaublich süß, aber auch ein
- 4:05bisschen beängstigend, ein bisschen scary.
- 4:10Warum? Weil ich bitte nicht in dieser
- 4:14Rolle sein möchte. Also weil ich denke, dass da
- 4:17genug kompetente Leute sind, die ja hoffentlich.
- 4:21Das alles ähnlich machen und sehen wie ich ja, aber offenbar.
- 4:27Vielleicht kommt ja mein Herz da n bisschen durch, dass die Leute
- 4:29merken, ich mach das gern. Aber da kommen wir da, da kommen
- 4:32wir ja vielleicht schon zu zu diesem, wie wie wie man so n
- 4:35Raum baut und du bist ja sozusagen die die erste Person
- 4:37oder ihr seid als Team die ersten, für die ja die mit dafür
- 4:43verantwortlich sind, was sozusagen drin passiert an, ich
- 4:47sag jetzt, ich bleib jetzt mal wirklich bei diesem wie.
- 4:50Wieso n Raum kreiert wird, also da kommt dann die Musik noch
- 4:53dazu, da kommen die ganzen Leute, die im Hintergrund
- 4:55wirken, da sind die Barpersonen, die verantwortlich sind für das,
- 4:57da ist das Publikum am Ende des Tages das, was dazu beiträgt,
- 5:01aber ihr seid so die, die die erste Station, die so n Raum
- 5:06baut für Personen. Glaubst du aber nicht, dass es
- 5:11auch ganz doll davon abhängt, was es für n Ort ist?
- 5:15Weil inzwischen wissen die Leute was es für n Ort ist.
- 5:17Die kommen deswegen ich. Glaube also so gerne ich da auch
- 5:21bin und so viel Spaß mir das immer noch macht, ist es der Ort
- 5:26und dann doch die Musik in aller erster Linie.
- 5:30Wir sind nur n Stein auf dem Weg, aber ja wahrscheinlich hast
- 5:34du recht, dass wir schon ne Rolle spielen, aber ich würd die
- 5:37jetzt nicht so herausheben. Ich ich meinte das auch gar
- 5:41nicht so so stark herausgehoben, aber so n bisschen so auch
- 5:43dieses Abbild. Man man, egal in welchem Beruf.
- 5:50Man fragt sich ja auch immer, so, was tut man so n bisschen
- 5:52dazu bei glaub ich, oder das ist ja glaub ich so n so n so n
- 5:54Standard wenn man so n Anspruch vielleicht auch an sich selbst
- 5:57hat in irgendeiner Form absolut so und bei dir kommt ja
- 5:59wahrscheinlich auch der Aspekt dazu, man lernt ja auch sehr
- 6:02viele Menschen kennen so und baut dadurch so n so n
- 6:06Erfahrungsschatz in gewisser Form auf und dann sozusagen wär
- 6:09dann die die relevante Frage für mich OK, was also was passiert
- 6:13denn da so bei dir? Also was ist denn zum Beispiel?
- 6:15Dieses diesen Erfahrungsschatz kannst du Menschen schnell lesen
- 6:18mittlerweile oder konntest du das schon immer, ich.
- 6:24Hoffe, dass das so ist, aber ich hab einfach auch unglaublich
- 6:28viel Freude daran, Menschen lächeln zu sehen und das trägt
- 6:32ja dazu bei. Und natürlich ist es was
- 6:36Schönes, dass ich an einem Ort bin, der vielen Menschen was
- 6:39bedeutet und da ist es entsprechend leichter.
- 6:43Menschen, Menschen lächeln zu sehen als ja, wenn ich in
- 6:46Brandenburg stehe, wo es nur darum geht oder ging, das ist
- 6:50ich hab das nicht lange gemacht und ich kann dir aber sagen, ich
- 6:54denke, dass es ein besonderer Ort ist und deswegen ist es so
- 6:58leicht für mich, oder bilde ich mir ein, dass es so leicht ist,
- 7:02Menschen zu lesen dort, ich will nicht sagen, dass ich das im
- 7:04Privaten so gut kann, ich hab da auch schon negative Erfahrungen
- 7:07gemacht, weil ich es einfach nicht verstanden hab.
- 7:10Den richtig einzuschätzen gegenüber.
- 7:12Aber ich glaub schon, ich mag Menschen einfach, weil ja das
- 7:18ist erleichtert, vieles ja. Fällt es dir dann schwer, nein
- 7:22zu sagen? Mir tut es dann wirklich leid,
- 7:27dass es nicht für jeden der richtige Ort ist.
- 7:29Ja, aber nur kurz. Ja, man muss ja gehört ja dazu.
- 7:33Ja, wann hast denn du? Erinnerst du dich noch an deinen
- 7:36ersten Job an der Tür? Oder einen ersten Club?
- 7:39Meinst du überhaupt? Ja, ja, das war vor, ich kann
- 7:46dir das ja nicht genau sagen, aber sagen wir mal 25 Jahre, es
- 7:48kann 12 plus oder minus sein, aber 25 Jahre war ist es her und
- 7:52ich komm eigentlich aus so einer ganz anderen Welt.
- 7:57Ich wusste als Teenager, dass ich Fotograf werden möchte, hab
- 8:00zu Schulzeit und nach dem Abi alles dafür getan in diese
- 8:04Richtung. Mich zu entwickeln.
- 8:06Aber wenn man Geld braucht, habe ich angefangen, mit der
- 8:10Hotellerie zu arbeiten, und das habe ich gemacht.
- 8:17Da stand ich auch am Eingang interessanterweise und hab Hallo
- 8:20gesagt, aber natürlich ganz anderes Klientel und ganz
- 8:22anderes Ziel, aber ich habe in einem anderen gearbeitet, oben
- 8:28in der Etage, wo. Dieses Apartment ist diese
- 8:32Suite, die so ganz gesondert gesichert wird.
- 8:35Also das heißt, da hat mir Jackson damals sein Kind
- 8:38rausgehalten und da steigen viele genau, da steigen viele
- 8:42auch Politiker ab oder Personen, die in irgendeiner Form
- 8:45besonderen Schutz benötigen, ist alles mit Kameras überwacht und
- 8:48da hab ich rumgesessen und weil ich russisch spreche, wurde ich
- 8:53angesprochen, ob ich mal an einer Disco stehen könnte.
- 8:57Wo es so Befürchtungen gab, dass die russische Mafia da
- 9:00übernimmt. Und dann haben Sie mich da mit
- 9:03an die Tür gestellt, stand ich da nach ein 2 Stunden hab ich
- 9:07aber auch gesagt, Männer, also weil ich tatsächlich, so wie wir
- 9:11jetzt beide gesprochen haben, so tat, als würde ich kein Russisch
- 9:14sprechen, aber es war alles Blödsinn, das waren einfach nur
- 9:16n paar Jungs, die ihren Spaß hatten und dann hab ich
- 9:19angefangen an bei russischen Partys zu arbeiten deswegen.
- 9:23OK. Also ich bin da, ich bin
- 9:25Entschuldigung, ich bin da reingekommen.
- 9:28Über einen kleinen Umweg aber hab dann realisiert, wieviel
- 9:31Freude mir das auch macht. Kannst du sagen, was sozusagen,
- 9:35dass dass dass das ausgelöst hat, dass du meinst, OK, das ist
- 9:39eine Richtung, in die ich gehen möchte, oder da fühle ich mich
- 9:40wohl, also das Momentum, weil also spricht ja vieles, der
- 9:44Biorhythmus spricht dagegen, du arbeitest nachts, erlebst wenig
- 9:48vom Tag, ja, so also ist ja schon eine Herausforderung auch.
- 9:53Für mich fühlte sich das gar nicht so schlimm an, weil ich eh
- 9:56so n Byrhythmus, der dem sehr nahe kommt.
- 9:58Das heißt also, ich bleib nachts lange wach und ich glaube aber
- 10:02am meisten hat mich dann das die Musik da auch gehalten, also das
- 10:08war dann am Anfang vielleicht nicht 100% meins da auf den
- 10:13russischen Partys, aber ich hab halt auch woanders gearbeitet
- 10:15und dann war es ja dieses. Das Wochenende was ich an der
- 10:22Tür verbracht hab, das war zwar teilweise hart, es ist immer
- 10:24noch das Wetter in Berlin ist halt das Wetter in Berlin, aber
- 10:29ich hatte, da ich auch genug Zeit in der Woche, weißt du ich
- 10:31konnte ich selbst sein und mich weiterentwickeln in dem, was ich
- 10:36machen wollte und daher war das so ne schöne Kombination und
- 10:39wenn du bedenkst, dass es wirklich dass es Musik ist und
- 10:42dass es Menschen sind, dann ist es.
- 10:45Passte das einfach, fühlte sich ganz gut an.
- 10:47Gibt's ne beste Jahreszeit für für deinen Berufsteig?
- 10:57Nachts im Sommer ist schon krass.
- 11:02Ist toll, wenn es denn dieser eine Nacht, manchmal 2 Nächte
- 11:06pro Jahr gibt, die ich. In kurzer Hose und Nicky stehe,
- 11:11das ist n großes Highlight. Ja, aber Kollegen von mir stehen
- 11:17ja auch tagsüber im Sommer, ich glaub für die ist es nicht so
- 11:20lustig, also aus meiner Perspektive, aber der Sommer ja.
- 11:23Ich mir kam der Gedanke, gerade weil ich, ich hatte ja auch
- 11:25Thomas Karsten im Interview und hab mit ihm so über das wie, wie
- 11:28baut man so n Club gesprochen und da war der Aufhänger, dass
- 11:31ich so n Dach jetzt endlich hab. Endlich war es ja sehr lange
- 11:34gedauert hat. Auf jeden Fall.
- 11:36Ja. Das ist n riesengroßer Luxus,
- 11:38ja. Kommen wir mal vielleicht so n
- 11:41bisschen bisschen bisschen größer gezogen zu Berlin.
- 11:43Du hast ja jetzt dann in den, du hast ja das die letzten 2
- 11:48Jahrzehnte quasi Berlin mitgemacht mit all dem, was
- 11:51geworden ist, ist ist. Denkst du, dass Berlin heute
- 11:56noch ne schöne Clubstadt ist? Warst du, verzeih die
- 12:05Gegenfrage. Warst du in den Neunzigern schon
- 12:07unterwegs? Na nee, nicht so richtig.
- 12:08Also nicht in Berlin. Bin immer so n bisschen
- 12:11bisschen, bisschen tachy, mal so größere Sachen wie Loveparade
- 12:14oder sowas. Ich glaub ich war auch mal
- 12:17irgendwann im E Werk und einmal im Tresor in den Neunzigern aber
- 12:23dann eher zweitausender. OK mein mein Ansatz ist der
- 12:26folgende. Wenn du dir die 90er anschaust,
- 12:28dann war Berliner Hip Hop Stadt aus meiner Perspektive.
- 12:31Es gab unzählige Läden wo du hingehen konntest für Hip Hop
- 12:35und elektronische Musik gab es wenig und damit meine ich da gab
- 12:40es denn es gab es 23 Läden 4 vielleicht wo ich sagen würde
- 12:45das zählt alles ging so richtig los, erst Anfang der 2000 er das
- 12:49ist meine Erinnerung korrigiert mich wenn ich falsch bin, aber
- 12:51ich meine das. So so erinner ich mich daran und
- 12:58das hat n unglaublichen hat unglaublich an Popularität
- 13:01gewonnen. Berlin als Clublandschaft als
- 13:05als als Ort, wo Leute aus der ganzen Welt hinkommen wegen der
- 13:08Musik und jetzt flacht es gerade wieder n bisschen ab, aber ich
- 13:14weiß nicht ob das so schlimm ist oder ob das eventuell eher so
- 13:19ist, dass auch weniger Leute. Ausgehen, ich meine da so n
- 13:23Bruch wahrgenommen zu haben nach den Lockdowns, das war da hat
- 13:29sich was verändert, aber ich seh es ja immer noch jedes
- 13:33Wochenende so traurig das ist, wie viele Diskotheken
- 13:38geschlossen haben in den letzten Jahren sind wir immer noch, ich
- 13:43würd sagen auf der Welt einzigartig in der Bandbreite
- 13:46die die Berlin bietet daher. Will ich eher das Positive sehen
- 13:50als nur dem Nachzutrauern, was nicht mehr ist.
- 13:55Also ich meine die 2 Zehner waren ja auch davon geprägt,
- 13:57dass Berlin so n touristenmecker geworden ist, weil es auch sehr
- 14:00günstig war, voll ne, entsprechend hast du da.
- 14:04Jetzt kannst du sagen ob sich da schon auch was vom Publikum
- 14:06verändert hat, also dass was Wegbleibt in irgendeiner Form,
- 14:10weil jetzt eine einfach Sachen auch faktisch teurer geworden
- 14:13sind. Und dadurch, dass sozusagen
- 14:15vielleicht wieder n bisschen mehr lokaler in irgendeiner Form
- 14:17ist, auch was das Publikum betrifft, oder?
- 14:21Du, ich bin selber nicht in dieser Stadt geboren, daher ist
- 14:23es so ne Frage. Ich freue mich über alle die
- 14:27hier sind und ob sie für n Wochenende kommen oder ihr Leben
- 14:30hier verbringen ist finde ich beides cool und ich glaube es
- 14:34gibt halt diese Touristen und diese aber die.
- 14:40Als Beispiel aus Japan kommen wegen der Musik aus Georgien,
- 14:43aus den USA. Wenn du mit Leuten redest, die
- 14:48in der elektronischen Musik unterwegs sind, in den USA, die
- 14:50haben sowas nicht aus verschiedenen Gründen, aber
- 14:53daher ist das ist n Tourist, aber ist mir hochwillkommen.
- 14:56Und auch ich glaub auch von von der von der Clubkultur ist
- 14:59einfach. Also meine Berlin ist ja viel
- 15:00Unhierarchischer in dem wie wie Clubkultur funktioniert und
- 15:04eigentlich auch viel einladender Erfolg an vielen Enden.
- 15:07Sondern wohl ne das ich. Glaube, dass wir ziemlich
- 15:13einzigartig in der Welt dastehen.
- 15:15Aber das ist auch schon seit langer Zeit, also wenn du dir
- 15:18Geschichten, die Anhörst, wer hier in Westberlin in den 60er
- 15:2170er Jahren unterwegs war, wer hier Musik produziert hat, wer
- 15:24hier durchs Nachtleben gezogen ist.
- 15:28Berlin war schon immer was Besonderes, das äußert sich
- 15:32jetzt in einer elektronischen Musik, aber, und ja, hat sich
- 15:36verändert, aber. Ob es jetzt, ich weiß nicht ob
- 15:42es du hast nicht gefragt ob es schlechter geworden ist, aber
- 15:45ich es ist bestimmt anders, aber es ist.
- 15:47Also man könnte jetzt sagen, schlechter in dem Sinne, dass
- 15:50Berlin betroffen davon ist, dass Clubs schließen müssen, wobei da
- 15:54die Gründe auch sehr differenziert zu betrachten
- 15:56sind. So ne also es hängt wirklich von
- 15:58Club zu Club ab, auf der anderen Seite kommt Berlin aus einer
- 16:02Ära, wo man Clubs im Inneren Zirkel des oder im inneren
- 16:04Bereich einfach relativ einfach aufmachen konnte, weil die Räume
- 16:07in irgendeiner Form da waren. Und jetzt nach Corona kommt
- 16:10glaub ich auch noch massiv dazu, dass man ne Verteuerung spürt,
- 16:14also dass es nicht nur im im Clubbereich teurer wird, also
- 16:17dass die Preise ansteigen, sondern dass die Stadt generell
- 16:19auch teurer wird. Also früher hat Berlin auch
- 16:21davon erlebt, dass man seine Zeit verschwenden konnte, voll
- 16:24also im positiven Sinne ne. Ja, Berlin verliert so n
- 16:28bisschen das Dörfliche. Ne Berlin wird jetzt zur
- 16:29Großstadt und damit einhergehend auch die negativen Seiten, aber
- 16:35ist immer noch ne coole Großstadt.
- 16:37Ja. Preis ich würd da gerne noch mal
- 16:39hin. Ne weil also Berlin ist auf der
- 16:43internationalen was so Konzert Ticks anbetrifft glaub ich voll
- 16:47angekommen so in in der Sache aber was immer wieder n Thema
- 16:50ist, dass ich dass dass häufig kommentiert wird, dass auch
- 16:54Clubs so teurer geworden sind oder teuer geworden sind, wo ich
- 16:58auch so manchmal denke, wenn man mal so n bisschen hinguckt, ist
- 17:02es ja teurer geworden ne, aber es ist immer noch ne
- 17:04fantastische Spielwiese meinerseits.
- 17:06Also meiner Meinung nach. Das ist eine interessante Frage,
- 17:09weil ich immer so denke, wenn ich nach Berlin komme, bin im
- 17:14zweiten Semester oder im 1.2. Ausbildungsjahr und ich möchte
- 17:19mir ein Wochenende gönnen. Ich denke schon, dass das eine
- 17:21Herausforderung ist inzwischen aber speziell bei uns ist es ja
- 17:31dann trotzdem so, dass du 26 Stunden eintritt hast. 25
- 17:37Stunden ist die Kasse auf 25 Stunden ist die Kasse auf, ja,
- 17:40und dafür ist es nicht so teuer, aber ich versteh schon, dass die
- 17:45Zahl selbst ne deutlich andere ist als vor 10 Jahren.
- 17:49Ja, also vor 15 Jahren. 16€ oder so war das ne 1416 und den
- 17:54letzten Jahren ja ne ja. Ich hab angefangen bei 12 weißt
- 17:58du ja, es ist ja aber ich, ich will jetzt auch nicht sagen.
- 18:06Sind auch die DJS teurer geworden?
- 18:09Die Mitarbeiter kriegen auch n bisschen mehr Geld, aber ich
- 18:13will auch nicht wissen, wie das ist, wenn du da sitzt und dir
- 18:15das alles durchrechnen musst. Wenn du weißt wie groß das ganze
- 18:19Haus ist. Wenn du das aufmachst, einmal
- 18:23die Anlage angeschmissen hast, was da an Energie fließt.
- 18:26Ist schon ne Kleine kostenlos oder gar keine.
- 18:28Wie viele Bar hast du da hast? Also ich bin da wirklich nicht
- 18:31genug drin, aber die Zahl ist tatsächlich.
- 18:36Deutlich gestiegen aber gab. Es schon mal n Moment wo du
- 18:39gesagt hast, ich hab jetzt alles.
- 18:42Ich hab alles gesehen quasi hab alles durchlebt, hab alle
- 18:45Emotionen gehabt, könnte was anderes kommen in irgendeiner
- 18:48Form gab es sowas mal bei dir so oder auch vielleicht so ne
- 18:51gewisse Müdigkeit, dass du sagst Sonntag kann ich mir vorstellen
- 18:54auch anders zu verbringen. Einmal im Monat verbringe ich
- 18:58meinen Sonntag zu Hause. Das ist sehr angenehm.
- 19:06Aber ich bin immer noch oft genug.
- 19:09Wenn ich dann Montag früh nach Hause gehe, sehr glücklich, dass
- 19:14ich da war. Aber ich habe es reduziert im
- 19:20Vergleich zuvor 10 Jahren, sagen wir mal so, und ich denke auch
- 19:23in den nächsten Jahren wird irgendwann noch mal eine
- 19:24Reduktion kommen, aber ich denke jetzt nicht darüber nach, dass
- 19:27es mir alles langweilig ist. Ne, ist wirklich schön, bin da
- 19:31gerne, das ist so. Vielleicht auch ne kleine
- 19:35Alltagsflucht, weil es ja wirklich so ne ganz andere Welt
- 19:37ist. Weißt du noch genieße ich das?
- 19:42Hast du mal noch mal vielleicht mal so n bisschen den den den
- 19:46Zeitstrahl gedehnt? Clubwelt war ja lange Zeit kein
- 19:52großes Thema in der Stadt, auch politisch und ökonomisch in
- 19:55irgendeiner Form nicht, und? Kannst du sagen wann auch so n
- 20:00bisschen das eingeflossen ist, dass das Techno und Clubkultur
- 20:04auch nen so n Lifestyle entwickelt hat, der andere
- 20:09Kunstbereiche und andere gesellschaftliche Bereiche so
- 20:11angezogen hat? Also ich sag jetzt mal ganz
- 20:14vorsichtig so n bisschen auch elitär, so dass man so
- 20:16anschließen kann an so andere Kunstbereiche bei die liegt
- 20:19jetzt naher Fotografie zum Beispiel, also wirklich so
- 20:22hochästhetische Kunstbereiche oder das auch so.
- 20:26Sich andere Musikräume erschlossen haben, das also
- 20:29heute hat man Techno im Theater, Techno im Film so ne so, und da
- 20:35ist ja sozusagen das Schmuddelkind gewaschen, raus,
- 20:39so weißt du kannst du, weißt du wann, das kannst du sagen, wann
- 20:41das passiert ist. Gab es da bei dir irgendeine
- 20:43Zeit, wo du gemerkt hast, Ich glaub mein Bruch war und weißt
- 20:46du das Jahr noch als das Berghain auf Platz 1 dieser DJ
- 20:51Liste clubliste da gewählt wurde?
- 20:53Das war, weißt du das ja. Irgendwann Anfang der 2000
- 20:56Zehner ne war das glaub ich das erste Mal.
- 20:58Ja weißt du ja, da war so Touri. 10 und dann gab es auf einmal so
- 21:02N unglaublichen Run und auch medial wurde das dann ganz
- 21:08anders begleitet auf einmal und gibt.
- 21:10Quasi keine großen Quellen die ersten Jahre so ne.
- 21:12Also da ist sozusagen der Tauchberghan ist dabei aber so
- 21:15ab dem 2000 Zehner war so n. Gab es auf einmal und das Ding
- 21:18ist so gestanden. Auch ich hab 2010 angefangen da.
- 21:22Und ich weiß, die Jahre 1112 13 keine Ahnung wann das war, aber
- 21:26mit dieser Nummer 1 auf dieser Clubliste da, aber ich stand da
- 21:31schon immer rum und hab mit meinen Kollegen gesagt, es ist
- 21:34Samstag Nacht, wir sehen das Ende der Schlange nicht, was ist
- 21:36hier los und dann gab es aber noch mal so n Bruch mit dieser
- 21:39mit dieser Rangliste, dann ging es komplett verrückt und jetzt
- 21:44ist es aus anderen Gründen verrückt, aber immer noch.
- 21:50Wild ich würd ich würd sagen, also vor 10 Jahren sag ich jetzt
- 21:53mal so über den Daumen gepeilt hat sich was verändert, dass es
- 21:56dann so in einer Populärkultur angekommen ist, ja.
- 22:00War war kein früher immer bunter.
- 22:03Sehr ja, sehr. Also jetzt guckst du mich an und
- 22:08bin auch komplett im Spaß, aber weißt du wie ich die vermisse,
- 22:11diese Zeiten, dieses. Und das ist eine meiner
- 22:17Kernerinnerungen, wie ich da privat reingegangen bin, bevor
- 22:20ich da gearbeitet hab und dann in dieses auf die linke Seite.
- 22:24Die ganzen Bären haben da getanzt, die hatten bunte Shorts
- 22:28an, wenn sie überhaupt was an hatten und das war ne andere, ne
- 22:31andere Welt, das ist jetzt alles, hat sich leider leider so
- 22:36n bisschen einseitig entwickelt, aber wenn jemand in Farbe kommt
- 22:40feier ich das auch und sag das auch gerne.
- 22:42Also. Ist das kannst du sagen, warum
- 22:45dieser Zeitgeist sich so n bisschen geswitcht hat?
- 22:47Hast du da ne Idee woher das kommt?
- 22:48Also seid ihr verantwortlich froh ne prekäre Frage.
- 22:50Nee, es gab da irgendwann mal diese, dieses Missverständnis,
- 22:57dass man so angezogen sein müsste, weil vielleicht jemand
- 23:00an der Tür so angezogen war, der medial auch so aufgetreten ist.
- 23:04Aber haben sich halt viele einfach gemacht und das
- 23:08umgelegt. Aber.
- 23:09Waren es nicht. Ist es nicht auch von der Mode
- 23:11so begleitet worden, so so, Leute wie Records und so, die
- 23:13eben genau diese Mode gemacht haben zu so einer gewissen Zeit
- 23:16und dann schwappte das alles hoch, jetzt ist wieder n
- 23:19bisschen entspannter und Leute trauen sich wieder in Farbe zu
- 23:21gucken, ich denke das ist einfach so ne Zeit gewesen so ne
- 23:26besondere also wie du ja über die letzten Jahre mehrere Phasen
- 23:30beobachten konntest, also in Mode und in Musik hat sich klar
- 23:35ne Menge entwickelt und verändert.
- 23:37Wann hast du für dich angefangen, Berufszweige zu
- 23:42verknüpfen? Also Fotografie war ja sozusagen
- 23:45immer so n so n so n Standard wurde.
- 23:47Du hast vorhin gesagt, du hast damit auch sehr früh angefangen,
- 23:49aber wann hast du das erste Mal angefangen das so n bisschen zu
- 23:52verknüpfen, also auch so Fotografie und Nachtleben mit
- 23:55reinzunehmen? Ich für mich bewusst, als ich
- 24:00dieses Projekt nachts gemacht habe. 2022 23 da, einfach weil
- 24:06ich was hinterlassen wollte, weil ich dachte, das ist mir zu
- 24:10wichtig und dann bin ich damit auch das erste Mal in die
- 24:13Öffentlichkeit getreten und wahrscheinlich auch anders
- 24:17wahrgenommen worden, aber da ging es mir nur darum geht es
- 24:20mir immer noch darum, was zu hinterlassen, weil ich halt
- 24:25sehe, wie sich alles verändert. Zum Guten.
- 24:30Das große Bild für mich ist ein positives, aber es wird dann
- 24:34doch spannend in 10 Jahren zurückzugucken und zu sagen, das
- 24:37war diese Zeit damals und jetzt hat gerade wieder jemand anderes
- 24:40ein ähnliches Projekt gemacht, das ist dann halt 23 Jahre
- 24:45später aber auch eine interessante, eine interessante
- 24:46Perspektive und ich denke in 5 Jahren kommt der nächste und
- 24:49wenn es überhaupt so lange dauert, aber ist irgendwie immer
- 24:54interessant auf. Ja, darauf zu schauen, wer man
- 24:59ist, wo man steht und wie es gerade aussieht.
- 25:01Weil im Rückblick erinnern wir uns alle dran, wie es irgendwie
- 25:04war, aber n Bild davon zu haben ist glaub ich schon n
- 25:07Unterschied. Ist deine Fotografie stark mit
- 25:11deiner Arbeit, also mit mit dem Bergheim verknüpft oder stärker
- 25:14mit den Personen? Mit den Personen ganz doll.
- 25:16Ich hab angefangen, als ich als Teenager ne Kamera in die Hand
- 25:21genommen wegen Menschen und das war ist immer noch mein
- 25:24zentraler Ansatz und ich. Macht deswegen auch n wichtiger.
- 25:31Teil meiner Fotografie sind halt Porträts, eben wegen der
- 25:33Menschen, aber an der Tür zu arbeiten ist irgendwie dem sehr
- 25:40ähnlich, weil ich es ja auch wegen der Menschen mache.
- 25:41Das heißt also, ich hab in beiden Fällen das Glück gehabt,
- 25:46etwas zu tun, was mit Menschen zu tun hat und ich kann in also
- 25:52diese Hoffnung, es ist zumindest das Leben.
- 25:56N bisschen schöner machen. Ob ich denen nun zeige, wie gut
- 25:59die tatsächlich aussehen oder ob ich zum kleinen Teil dazu
- 26:03beitragen kann, Hallo sage und bis zum nächsten Mal.
- 26:08Und die hoffentlich entspannt positiv in die Woche starten,
- 26:12das ist beides ähnlich, aber Fotografie war immer der Mensch,
- 26:18dass ich zufällig an so einer Diskothek gelandet bin, die auch
- 26:22noch so populär ist. Hilft mir bestimmt auch, aber
- 26:28geht um die Menschen ganz viel. Du sagst, du sagst Diskothek
- 26:32voll ist, weil ja darum. Weil Club bedeutet, du hast n
- 26:38Kärtchen, das zeigst du und gehst ran.
- 26:41OK, Exklusivität an der Stelle. Und das gibt es nicht.
- 26:44Ja, und ich denke, Diskothek ist n schöneres Wort.
- 26:49Ich find es spannend, dass du das sagst, weil das ist ja auch
- 26:52n Thema, woran sich sozusagen die Leute auch immer reiben.
- 26:54Ne, das ist so, Bergheim wird was sozusagen die Auswahl
- 26:57betrifft, als elitär empfunden. Viele die so aus der
- 27:00Technogeneration 19 herkommen, sagen Techno ist für alle da,
- 27:03Techno müssen alle rein und auf der anderen Seite gibt es
- 27:06Menschen. Wir waren vorhin bei den Posts,
- 27:07die sagen ist schon schön, wenn man in den Raum kommt, in dem
- 27:10man sich wohlfühlt, in dem man nicht sich die ganze Zeit auch
- 27:13gegen andere Menschen wehren muss, ne weil es ne Sortierung
- 27:16gibt. Ist ein doofes Thema, was leider
- 27:22ganz doll dazugehört. Ne, weil wir ja wissen woher das
- 27:27kommt. Das hat eine Minderheit für sich
- 27:30entdeckt, hat das ausgebaut und ich sehe das immer so, es kommt
- 27:34halt von schwulen Schwarzen aus den USA, die genau das gemacht
- 27:39haben, aber die haben ganz früh auch ihre Türen geöffnet und ich
- 27:43bin genauso in diese Szene reingegangen und fühlte mich da
- 27:47sehr willkommen. Das Ding ist, wenn wir jetzt
- 27:50diesen Ansatz verfolgen und sagen, das ist für alle das, was
- 27:55heißt, wir machen die Türen auf, bis der Laden voll ist, und
- 27:58sagen, dann kommt keiner mehr rein, ist ne andere
- 28:03Veranstaltung, ja ist ne andere Veranstaltung.
- 28:06Ich hab das Schätzen gelernt, glaub ich, also war bei mir auch
- 28:10n Prozess mit dem Alter. Manchmal nimmt man ja Sachen
- 28:12auch überhaupt nicht wahr, man ist mit sich selbst beschäftigt,
- 28:15man ist mit seinen Freunden beschäftigt.
- 28:17Aber wenn man manchmal Zeit hat, und die hat man im Club, oder
- 28:19die kann man, die kann man haben, dann und dann einfach so
- 28:25so Bewegung sieht das Publikum am Morgen ist anders als es am
- 28:29Nachmittag ist. Das die die Hitze in den in auf
- 28:32den Floors ist ne andere an über den Tag als dass sie zur Peak
- 28:36Time 20:00 Uhr ist so ne so und in in Referenz so auf frühere
- 28:41Zeiten wo ich manchmal auch so gedacht, ich konnte gar nicht
- 28:43sagen warum mir was nicht gefallen hat aber manchmal so
- 28:45auch dieses. Dass so ne Ungleichgewicht zum
- 28:48Beispiel zwischen weiblich und männlich gelesenen Personen da
- 28:50ist, dass dann so so Jäger Modus an war das ja, und da denk ich
- 28:56dann immer so da, da will ich dann milde sein und denken, ja,
- 29:00es hat seine Gründe und ich find es auch gut, wenn es manchmal
- 29:02Strukturen gibt, die man nicht so gemeißelt hat.
- 29:06Alle wissen jetzt, wie man sich zu verhalten hat, aber sie sind
- 29:08da, weil sie weniger dafür da sind was zu verhindern als was
- 29:12zu ermöglichen. So schön.
- 29:14Was soll ich jetzt noch sagen? Das hast du sehr schön auf.
- 29:16Ja, ich weiß weiter nicht so viel Monologisiert.
- 29:18Nee, das ist genau der Punkt, das glaube ich.
- 29:21Die, die da mal drinne waren beziehungsweise regelmäßig
- 29:26kommen, verstehen auch das Prinzip und alle anderen
- 29:29verstehen das spätestens wenn sie einkaufen gehen und da steht
- 29:35ein Preisschild, da fragen sie auch nicht warum das so ist,
- 29:37sondern akzeptieren das ist genau das gleiche, da wird.
- 29:41Für einige ist es dann halt das Nein und genauso ist es, wenn du
- 29:48gehst in ein Restaurant und suchst dir aus, wo du hingehst.
- 29:54Nur ist es ja selten so, dass n Restaurant oder irgendein Shop
- 29:59so populär ist, dass da ne Schlange steht und spätestens
- 30:01dann musst du halt gucken, nach welchen Kriterien, nach welchen
- 30:06also oder wie wie organisierst du dich dann halt und.
- 30:11Ja, dort ist es ein bisschen leichter, weil andauernd Leute
- 30:15kommen, dass man auch sagen kann, vielleicht wissen wir
- 30:20schon, mit wem wir feiern möchten und können uns das
- 30:26erlauben. Ja, aber darum geht es, es ist
- 30:28so ein, wie du auch zu Hause einlädst und nicht jeden
- 30:35Einlädst. Ne, du suchst dir aus, wen du
- 30:37dabei haben möchtest und. Ist trotzdem ne riesengroße
- 30:42Diskothek, da kommen jedes Wochenende viele Leute zusammen,
- 30:47aber sie ist halt nicht so groß, dass wirklich alle reinpassen.
- 30:50Ja und daher musst du, wenn du es nicht über den Eintrittspreis
- 30:56machst, da irgendwo anders ne Stellschraube setzen.
- 30:59Ich weiß, dass es doof ist, kann das auch nachvollziehen, dass
- 31:04wenn du als Tourist kommst nach 5 Stunden abgewiesen wirst, dass
- 31:07das so ne scheiß Situation ist und ich.
- 31:10Sag ja, es tut mir dann auch leid, aber warum hast du denn
- 31:15überhaupt in der Schlange gestanden?
- 31:18Manchmal weiß man es vorher nicht.
- 31:19Ja, ja, hast du mal. War war Teil deiner Fotografie,
- 31:24auch mal Diskotheken, also so Räume und Menschen in den Räumen
- 31:28zu fotografieren. Nee nee, kannst du sagen, warum
- 31:30dich das so nicht interessiert hat.
- 31:32Ich hab so ein Buch zu Hause, da hat das jemand gemacht.
- 31:35Zu den Lockdowns, die ganzen leeren Orte fotografiert, das
- 31:37finde ich toll. Aber wenn du meine Fotos
- 31:45anguckst, meine Portraits speziell.
- 31:47Ich arbeite auch viel mit der Unschärfe, dass man den
- 31:49Hintergrund gar nicht so erkennt, weil ich glaube, dass
- 31:56der Fokus auf den Menschen liegen sollte und daher ist der
- 31:59Ort, der lenkt, dann zu sehr, weißt du, der?
- 32:04Hast du. Ich meine, du beschäftigst dich
- 32:07in der Fotografie mit Menschen. Hast du eigentlich ja dazu dann
- 32:10auch noch den perfekten Job, weil du viele Menschen sehen
- 32:15kannst und die kommen alle zu dir, also im übertragenen Sinne.
- 32:19Ich begreif das wirklich als mein großes Glück, weil ich
- 32:25viele Menschen sehe, viel Inspiration mitbekomme und mir
- 32:30jedes Wochenende auch wieder gezeigt wird, wie
- 32:32unterschiedlich alle sind. Und wie schön es ist, dass die
- 32:35da drin aber zusammen so ne gemeinsame Sprache finden, das
- 32:38ist der Tanz. Dann ne ich sag ja ich geh das
- 32:42mal raus und freu mich. Ich bin dann glücklich da.
- 32:45Hast du, du warst ja mit Nacht auch unterwegs.
- 32:49Ne, du hast es ja auch in in Paris hast du das vorgestellt,
- 32:54ist das Publikum sind gucken die Leute da womöglich anders drauf,
- 32:57als es Menschen tun, die hier aus Berlin kommen oder in Berlin
- 33:00verhaftet sind? Das ist das krasseste.
- 33:04Ich war mit nachts in Paris und in der Mongolei in Ulambato.
- 33:09Ich war allerdings mit nur einem Bild und den Rest digital sogar
- 33:15in Südkorea damit und überall kamen Leute, die mich
- 33:22wiedererkannt haben. OK, kannst du dir das
- 33:24vorstellen? Nee, ist total verrückt.
- 33:26Kann ich nicht. Nee, ich auch nicht.
- 33:28Ich wirklich ganz, ganz krass ich.
- 33:31Ich glaub ich war diesen Augustin in der Mongolei und da
- 33:34sind dann in einem unnovator Leute auf mich zugekommen, die
- 33:37mich auf Deutsch begrüßt haben. Was hab ich gelernt, die
- 33:40Geschichte und die Verbindung Mongolei und Deutschland ist ne
- 33:44sehr feste seit schon DDR Zeiten existent ich bin immer wieder
- 33:50sehr gerührt und weiß gar nicht mehr was du jetzt gefragt hast.
- 33:53Aber ich kann dir sagen es ist es ist verrückt.
- 33:57Ob die Leute, die das anders anders wahrnehmen, wie?
- 34:00Das ist, da kann ich jetzt den Bogen zu den, was wir Touristen
- 34:05gesagt, zu was wir gesagt haben, Touristen und so weiter, aber
- 34:08die kommen deswegen, die sind Touristen, weil sie eben wegen
- 34:10der Musik kommen, ja, und weil in Berlin sowas Spezielles
- 34:14stattfindet, wo sie teilhaben möchten, und ich denke, das ist
- 34:19das. Allerschönste Kompliment an die
- 34:21Stadt, dass dass dass das hier möglich ist, dass wir hier so
- 34:23zusammenkommen können. Wahnsinn, ob du das wie gesagt
- 34:26für ein Wochenende machst, ob du einen Sommer hier lebst oder
- 34:29dein dein Lebensmittelpunkt hier in irgendeiner Form dir
- 34:32schaffst. Ich denke, das bestätigt mich
- 34:38dann immer wieder in dem, was ich dann empfinde, dass da.
- 34:42Das ist n Ort, der so viele Menschen zusammenbringt, dass
- 34:45das auch über Zeit und distanzräumliche Distanz immer
- 34:49noch funktioniert. Ich bin wirklich sprachlos, das
- 34:52ist was für mich ganz doll Positives, wo ich dann auf die
- 34:56Welt gucke und denke, es ist schön, dass sowas existiert.
- 34:59Bist du, wenn du unterwegs bist, international guckst du die
- 35:05Clubwelten an. Nee, ich versuch es ja, ich kann
- 35:09dir sagen. Hier ist am schönsten.
- 35:14Ja, es ist zu Hause ne. Es ist irgendwie zu Hause und
- 35:19wir leben auch in so einem und unsere rechtlichen
- 35:25Rahmenbedingungen sind halt so, dass in Deutschland, wenn du ob
- 35:29du ein Restaurant hast oder ob du eine Diskothek hast, das ist
- 35:32so, dass du sagen kannst, das ist meins, ich kann bestimmt,
- 35:35wer reingeht, und das ist dein Hausrecht, ja, das kannst du
- 35:39schon in Italien nicht. Wenn du nicht betrunken oder
- 35:42aggressiv bist, dann müssen die Leute rein, das kannst du.
- 35:48Ich meine kaum irgendwo auf der Welt, weißt du.
- 35:51Und da davon profitiert die Stadt, davon profitiert diese,
- 35:56diese Club Landschaft, ja das ist enormer Vorteil.
- 36:00Gibt es ne? Gibt es n Ort außerhalb von
- 36:04Berlin wo du sagst da da hast du n ähnlich n Weib für dich auch
- 36:08selber wo du sagst ah da gibt es n bisschen.
- 36:10So ne Verknüpfung kannst du andocken, was so nach dem
- 36:14betrifft. Nee, nach dem weiß ich nicht.
- 36:18Dafür hab ich zu wenig Erfahrung gemacht.
- 36:20Woanders, also weil das waren dann immer so punktuelle
- 36:24Erlebnisse, aber nichts eben in einem längeren Zeitraum, also
- 36:28kann dir aber sagen, Paris war krass, das hab ich im April n
- 36:34Wochenende erlebt, ist trotzdem anders, aber es war krass.
- 36:40Magst du das dich in unterschiedlichen Räumen zu
- 36:41bewegen? Also so ne Ausstellung wo du
- 36:45dann präsent bist, bist du ja anders präsent als an der Tür
- 36:48und an der Tür bist du ja auch schon so Omni.
- 36:49Also da bist du ja schon so sehr exponiert, oder du und dein
- 36:52Team. Ihr seid exponiert sehr so ne
- 36:55wenn du so ne nen Raum hast den du mit mit Fotografien gestaltet
- 36:59hast, ist da noch mal n anderes. Bild ja, da ist es ja dann
- 37:04wirklich was sehr persönliches. Das hab ich auch erst spät
- 37:07begonnen. Öffentlich zu zeigen, und das
- 37:09ist aber etwas, da sehen Leute etwas von mir, was ich selber
- 37:15geschaffen habe, womit ich die Leute auch abholen möchte, womit
- 37:18ich da, das ist meine Art von Kommunikation, und das ist
- 37:22jetzt, da geb ich was preis, wo wo ich dann schon ne ganze Runde
- 37:28nervöser bin als am Wochenende an der Tür.
- 37:31Ja, gibt Sachen. Arbeitest du gerade hast du
- 37:34gemerkt, dass sich deine Arbeit jetzt in den letzten Jahren auch
- 37:35so n bisschen verändert hat? Ich frag das mal mit.
- 37:38Straight n Blick zu Corona. Das hatte ja einerseits ne
- 37:43Bedeutung für dich, weil sich dein Alltag mit der Diskothek
- 37:47gravierend verändert hat und dann ja zweitens auch, dass du
- 37:53ja eigentlich die Frage, ob sich das dann auch in in irgendeiner
- 37:56Form auf deine Kunst künstlerische Expression
- 37:58ausgewirkt hat. Das Gefühl hatte ich nicht.
- 38:03Ich hatte nur durch diese Lockdowns das den unbedingten
- 38:06Wunsch. Dieses Leben am Wochenende
- 38:10irgendwie einzufangen, da, da wollte ich was hinterlassen,
- 38:12weil ich dachte, durch diesen Bruch, als alles geschlossen
- 38:17war, dass da auch irgendwas sich aufgelöst hat, wo es für im
- 38:23Moment nicht klar war, ob es weitergeht und wenn wie.
- 38:27Aber nee, meine Kunst ist auch grundsätzlich eher ne Stille,
- 38:31keine politische, sondern eher, da geht es um.
- 38:37Wohlfühlen und und unsere Umwelt auf ne positive Art und Weise
- 38:41wahrnehmen. Also vielleicht hab ich n
- 38:46bisschen mehr gelernt noch das jetzt zu schätzen, noch mehr als
- 38:48ich es ohnehin getan habe, weil das dann doch n enormer Bruch
- 38:54war. War das ne andere Situation,
- 38:56nachdem Clubs wir da regulär aufmachen durften vom vom Gefühl
- 39:01her auf von denen von den Personen die dort an der.
- 39:04An der Tür standen so vielleicht auch so auf emotionaler Ebene.
- 39:10Die ersten Wochen, Monate nachdem alles wieder auf hatte,
- 39:14waren so ein Rausch und zwar von beiden Seiten glaube ich so,
- 39:19weil wir uns da wieder was zurückgeholt haben, alle aber
- 39:23inzwischen ja, ich glaube ich denke einfach nur ab und zu
- 39:28daran zurück. Wie wild es war, durch Berlin zu
- 39:32laufen, alles war still. Wir durften nicht auf Parkbänken
- 39:36sitzen und jetzt kommen wir wieder zusammen und tauschen
- 39:39Körperflüssigkeiten aus, ist schon ist schon n toller, so wie
- 39:42es jetzt ist. Entdeckst du Menschen auch tags?
- 39:48Mhm, entdecke ich Menschen tags nicht so viel, nicht so viel
- 39:57Mhm. Hast du manchmal auch den
- 40:00Eindruck, dass das da am Wochenende so n Mikrokosmos ist
- 40:03und ganz besonderer und in einer Woche klar treffen wir unsere
- 40:09Freunde und Bekannten, aber das große Bild ist n anderes, also
- 40:16wenn du durch Berlin läufst. Immer, immer.
- 40:18Man. Wundert sich eher am Wochenende,
- 40:20wo kommen die alle her? Ja, das.
- 40:22Ich bei mir war es, bei mir war es immer so und das ist jetzt
- 40:25nicht nur im Bergland, sondern auch in anderen, in anderen
- 40:28Clubs so. Ich mir denke so, ich kann mir
- 40:30gar nicht vorstellen, wie unterschiedlich Menschen sein
- 40:32können und das passiert mit dem Alltag nicht.
- 40:35Also so und tagsüber so ne und da ist es immer so, ich denke.
- 40:38Irre irre. Im positiven Sinne.
- 40:40Wie unterschiedlich Menschen sein können.
- 40:42Wahnsinn. Und wie schön es ist, dass all
- 40:45diese unterschiedlichen Menschen dann doch zusammengebracht
- 40:47werden können und dass die für n paar Stunden im gleichen
- 40:50Rhythmus unterwegs sind. Das ist so wunderschön, dass man
- 40:54dann sieht, was uns alles verbindet, ne, das ist im Alltag
- 40:57immer nicht so klar, aber. Wie sehr wir alle auch danach
- 41:03streben, nach diesem schönen Moment, nach dieser Harmonie und
- 41:07im Alltag verliert sich das leider oft unnötigerweise.
- 41:12Erinnerst du dich an an an an Türsituationen, wo du manchmal
- 41:15auch vielleicht in anderen Clubs auch gedacht hast?
- 41:17Nee, da will ich nicht mehr hin. Das ist sozusagen, die gab es ja
- 41:20ja genug gesehen. Ich hatte auch kurz bevor ich.
- 41:25Da muss man noch angefangen habe.
- 41:26War so n Moment als ich dachte, reicht eigentlich, muss mich
- 41:30jetzt nicht mehr mit Achtzehnjährigen auf den Boden
- 41:32rollen, das und ich aber da ich den Laden, das Haus privat
- 41:38kannte und mich jemand gebeten hat der da gearbeitet hat ob ich
- 41:43es nicht noch mal ob ich nicht Bock drauf hätte hab ich mich
- 41:45dann doch da beworben und jetzt 15 Jahre später.
- 41:53Hab ich es nie beruhigt, ja. Ich hab ich, ich hatte die, die
- 41:58die Frage tendiert bei mir auch dahingehend so n bisschen ich
- 42:00hatte. Ich hab mir überlegt warum ich
- 42:03das Clubleben erst so spät in meinem Leben gelassen habe,
- 42:06obwohl es schon immer da war so ne und ich bin ich ich komme aus
- 42:09Brandenburg und da war Club auch immer anstrengend in irgendeiner
- 42:15Form so also ich hab ich ich hab n Lieblingsclub gehabt in in
- 42:17Neuruppin. Der war jetzt so n bisschen
- 42:20links angehaucht, er war immer Stress so, da war das war das
- 42:24und es gab immer so so n latentes Bedrohungsszenario.
- 42:27Aufgewachsen bin ich in Oranienburg, Baseballschläger,
- 42:29jage und das ausgehend feiern gehen war immer, war immer damit
- 42:34aufgeladen, dass es eskalieren konnte, unangenehm eskalieren
- 42:37konnte, dass es anstrengend war und dass es immer Raufereien
- 42:39gab. Siehst du und ich komm, ich hab
- 42:44doch gerade den Brandenburg angezogen, war trotzdem lustig,
- 42:47aber anders lustig. Aber ich komm musikalisch so aus
- 42:52dem Hip Hop Dancewall, das waren so die 90er Jahre und ich bin
- 42:57einfach auch nicht mehr tanzen gegangen, nicht mehr in den Kopf
- 43:00gegangen, weil das genauso ist, wie du beschrieben hast.
- 43:02Und interessant ist ich, das war mitten in Berlin, ganz andere
- 43:06Musik und trotzdem war das so n unangenehmes Gefühl von ich will
- 43:11zwar unbedingt Musik hören und tanzen, aber zu wissen, dass da
- 43:16immer so was mitschwingt. Super unangenehm.
- 43:20Und dann fing ich an auszugehen auf elektronische Musik, nicht
- 43:23weil ich so n großer Fan war, sondern einfach nur was machst
- 43:28du Sonntag früh wo, wo willst du noch hingehen wenn du jetzt
- 43:31gearbeitet hast? Also da, so bin ich dann
- 43:32eingestiegen und hab schnell realisiert wie wie unglaublich
- 43:37viel angenehmer das alles ist und dass die Leute auch na ja,
- 43:43es fühlte sich so an als seien die nicht so vorurteilsbehaftet.
- 43:45Weißt du, dass ich dann da reinkomme?
- 43:50Und hatte andere Klamotten an hatte.
- 43:53Ich sehe aus, wie ich aussehe und trotzdem war das so ein
- 43:57Gefühl von offenen Armen, weißt du, ich?
- 44:02Kann ich, kann ich anknüpfen? Genau, kann ich verstehen, ja
- 44:07gibt es, gibt es den Lieblingsort bei dir im Club?
- 44:10Jetzt nicht unbedingt Bergheim, sondern generell jetzt mal
- 44:12unabhängig von Deiner von dem Wirken an der Tür.
- 44:15Wo du sagst, so, das ist so n Space, da bin ich irgendwie
- 44:18gerne gibt es gibt es sowas? Es gibt einen, den sag ich aber
- 44:22nicht, weil ich mich dann versuche zurückzuziehen, wenn
- 44:24ich mal Musik hören möchte bei uns und ist ein schattiges
- 44:29Plätzchen. OK, trotzdem noch mal zurück zur
- 44:34Kunst. Gibt es auch.
- 44:35Gab es auch Momente wo du sagst, da funktionieren manchmal Sachen
- 44:39nicht nachts oder da funktioniert etwas, sozusagen
- 44:42das Motto das ich habe. Was ich rein arbeitet in meine
- 44:45Bilder, das funktioniert nicht oder kann hab ich noch nicht
- 44:47einfangen können. Weißt du, ich mach so ne Serie
- 44:51und da egal wo ich bin auf der Welt versuch ich das
- 44:53fortzuführen, zu zeigen wie schön die Welt ist, in der wir
- 44:57leben. Allerdings nicht, indem ich sie
- 45:001 zu 1 abbilde, sondern auf meine Art und Weise zeige.
- 45:02Das heißt, ist alles ganz schön unscharf und falsch belichtet,
- 45:05aber ich find es halt schön und Leute honorieren das auch und es
- 45:11gibt. Ja, es gibt Orte, wo das nicht
- 45:14funktioniert, wo ich dann nicht auf die Stadt irgendwie mir das
- 45:21nicht vermittelt, in dem Moment dann dauert es 23 Anläufe
- 45:24manchmal. Manchmal klappt es auch gar
- 45:25nicht, dass ich dann ohne ein Bild nach Hause fahre, das
- 45:28genau, ja, ja. Mir ist das Wort verhuscht
- 45:31gerade eingefallen, warum auch immer, was man ja im im Club
- 45:36Kontext gerne mal isst. So ne, das hast du damit aber
- 45:40nicht gemeint, wahrscheinlich nee.
- 45:42Kann man denn 226 bei dir was sehen?
- 45:46Gibt es, gibt es da in irgendeiner Form Pläne bei dir?
- 45:48Ja, da gibt es Pläne. Leider sind die noch nicht so
- 45:51weit gediehen, also da fehlen die letzten Unterschriften, dass
- 45:53ich euch was erzählen könnte, OK, aber.
- 45:57Dann letzte Frage, weil wir jetzt so viel meines Empfindens
- 46:01nach Schönes über Berlin gesagt haben und über die Menschen gibt
- 46:04es was wo du sagst, das wünscht du dir für die Stadt.
- 46:07Mehr Sonne, mehr Sonne. Viele flüchten ja immer im
- 46:10Winter. Ja, sag mir jetzt lieber.
- 46:12Kann ich nachvollziehen. Auf der anderen Seite denke ich
- 46:14immer, ich bin hier auch groß geworden, ich kenn das ja so ne.
- 46:18Du bist dran gewöhnt, ja, aber wenn du heute Rausgehst, siehst
- 46:23du diese typische graue Berliner Decke.
- 46:25Da hast du nach 2 Tagen eigentlich immer schon und
- 46:28denkst. Boah, wir haben nicht mal n
- 46:29Schatten, haben wir ja weißt du, kannst du dir auch vorstellen
- 46:31wie langweilig das aus Fotografensicht ist.
- 46:33Wenn du das anschaust. Das ist alles so ne eine Suppe.
- 46:37So sind die Fotografien der 70er von Berlin ne, die auch die auch
- 46:42die Musik, auch die Musikfotografie hat davon damals
- 46:44gelebt. Ne, diese graue Suppe, die über
- 46:46ihnen hängt. Ja, weil sie bestimmtes Bild
- 46:49vermittelt, ne bestimmte Stimmung, aber nur diese
- 46:51Stimmung ist irgendwie auch auf Dauer anstrengend und da ist es
- 46:55so schön, dass diese graue graue Stadt so ne wunderschöne Szene
- 47:00ermöglicht hat, bei der so viele unterschiedliche Menschen
- 47:03zusammenkommen. Ich liebt es.
- 47:07Da bleiben wir auch, da bleiben wir auch.
- 47:09Danke, dass du da warst. Vielen Dank, dass ich da bin.
- 47:11Tschau, tschau, tschau.