Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Aufstiegsbuch und Trainingsstart beim HSV: Das müssen Fans wissen
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- Music. Wie kam es zum wahrscheinlich emotionalsten HSV-Interview des Jahres mit Mario Wuskowitsch? Warum hatte Bakari Yatta im Gespräch mit dem Arm? Da hat Tränen in den Augen. Und wie ist das erste Interview mit Tim Walter nach seiner Entlassung beim HSV-Ausgestand gekommen? Über all das wollen wir heute in einer Sonderfolge HSV, wir müssen reden, sprechen. Und natürlich schauen wir aber auch auf den Trainingsstart morgen im Volkspark ein bisschen voraus. Und ja, wir, das sind Hendrik Jakobs. Moin Hendrik. Moin Kai. Das ist Stefan Walter. Moin Stefan. Moin Kai. Und damit möchte ich natürlich auch meinen geschätzten Kollegen Kai Schiller begrüßen. Moin Kai. Moin. Danke für die Begrüßung. Ja, genau. Ich habe schon gesagt, wir machen einen kleinen Behind-the-Scenes zu unserem neuen Abendblatt-Buch, Der lange Weg zurück. Das Buch ist am Montag rausgekommen, beziehungsweise nicht überall im Handel, aber zum Beispiel bei uns hier im Abendblatt. Das ist doch am großen Bus, da kann man es kaufen, einen ausgewählten Buchhandel. Und wir wollen so ein bisschen darüber sprechen, wie das eigentlich zustande gekommen ist, dass wir in Rekordzeit mit vielen, vielen, vielen HSV-Protagonisten gesprochen haben. Aber wir sollten schon mit der Aktualität beginnen. Und die Aktualität ist nun mal der Trading-Start. Morgen geht es los. Frage an euch beide. Wer von euch ist eigentlich im Volkspark dabei? Haben wir schon drüber gesprochen, Stefan? Ich glaube, wir beide, ne? Ich würde auch sagen, dadurch, dass keiner zurückzieht, werden wir wohl beide aufdribbeln. Mal gucken, welche Rolle Merlin für uns vorgesehen hat. Also schön Stefan und Henrik Sonnenbaden bei wunderschön, angenehmen Roundabout 30 plus Grad im Volkspark. Und statt hier am Schreibtisch zu sitzen, wo ich dann sitzen werde und muss. Aber ja, was erwartet ihr vom Trainingsstart? Außer, dass ihr beide dabei seid. Beim HSV habe ich gehört, ist ja auch ein, zumindest mal ein neuer Spieler dabei, der seinen Medizincheck erfolgreich abgeschlossen hat und wenn mich nichts trügt, dann auch jetzt in den nächsten Stunden seinen Vertrag unterschreibt oder schon unterschrieben hat. Genau, um auf deine Frage zurückzukommen, was erwarten wir vom Trainingsstart? Auf jeden Fall den vierten Neuzugang, also nach Nikolai Remberg, Jordan Torunariga, Fernando Dickes, den Ersatz-Torhüter, kommt jetzt Rajan Philipp. Er hat heute seinen Medizincheck absolviert und im Anschluss unterschreibt er im Volksparkstadion einen Vertrag bis 2029 und wird dann mit Sicherheit am Mittwoch um 11 Uhr, der HSV hat die Uhrzeit noch etwas nach vorne verlegt, vielleicht auch aufgrund des Wetters. Dann das erste Mal im Volkspark dabei sein und mit seiner neuen Mannschaft trainieren. Jetzt habe ich gefragt, was erwartet ihr vom Trainingsstart? Dann bleiben wir aber bei der Personalie. Was erwartet ihr von Ryan Philippe? Also das ist ja, ich weiß nicht, ist das ein, kann man, darf man den als Königstransfer bezeichnen? Also erstmal ist er ein Franzose, von daher spricht man ihn, glaube ich, Ryan, oder? Stefan, du bist sehr französisch, Experte, Ryan. Ryan Philippe ist die Sprechweise, die ich kenne. Okay. Also man kennt ihn natürlich aus den Spielen mit Braunschweig gegen den HSV. Da hat er den HSV zweimal richtig geärgert. Braunschweig hat beide Spiele auch aufgrund seiner Performance deutlich gewonnen. Einmal 3 zu 1, ne Stefan? Und im Rückspiel dann 4 zu 2, wenn mich nicht einmal alles täuscht. Und Philipp im Hinspiel schon überragt mit zwei Toren, mit seinem Doppelpack und im Rückspiel dann auch nochmal getroffen. Da hat er vor allem vorne in der Spitze gespielt. Und beim HSV ist er jetzt allerdings für alle möglichen Offensivpositionen eingeplant. Also natürlich holt man ihn als Stürmer, der vor allem mit seiner Geschwindigkeit dann in der Bundesliga erfolgreich auch gerade bei Kontersituationen sein soll. Aber er ist auch auf den Außenpositionen eingeplant, also sowohl rechts, da spielt er offenbar sehr gerne, weil er dann in die Mitte gerne zieht und mit seinem linken starken Fuß den Abschluss sucht. Aber er kann auch auf dem linken Flügel spielen, also sehr vielseitig vorne einsetzbar. Aber wird dann natürlich die Frage sein, wie dann auch Polzin spielt, ob mit Doppelspitze oder mit einer Spitze in seinem altbewährten System mit drei Offensiven, mit zwei klaren Flügelspielern. Das könnte ich mir vorstellen, wird ein bisschen anders aussehen, vielleicht sogar mit einer Doppelspitze Königsdörfer Philipp. Das wäre dann auch möglich. Auf jeden Fall erhöht er die Vielseitigkeit des HSV und gerade diese Geschwindigkeit, also Königsdorfer ist ja auch sehr schnell, aber ich glaube 36 läuft Königsdorfer nicht. Diese Geschwindigkeit hat Philipp in der vorigen Saison einmal aufgestellt und gehörte damit zu den schnellsten Spielern der zweiten Liga. Gerade dieses Element würde HSV brauchen. Also Henrik, ich weiß noch genau, wie wir den Podcast vor dem Rückspiel gegen Eintracht Braunschweig hier mit einem Braunschweig-Experten aufgenommen haben und ich auch nochmal berichtet habe, wie ich ihn wahrgenommen hatte im Hinspiel und damals hat er wirklich die komplette HSV-Abwehr auseinandergenommen. Die bestand natürlich auch mit Sebastian Schonlau und Lukas Perrin aus zwei eher langsameren. Luker, wie ich damals gelernt habe. Ja, Luker habe ich ihn immer ausgesprochen. Er selbst dachte, ja dann mal Lukas möchte er gerne genannt werden. In jedem Fall Perrin und in jedem Fall ist er nicht sehr schnell und da ist er wirklich allen davon gelaufen und hätte sogar mehr als diese zwei Tore erzielen können. Im Rückspiel fand ich ihn dann nicht mehr so auffällig. Trotzdem hat er insgesamt die Hälfte aller Braunschweiger Tore geschossen, was wirklich für eine Mannschaft, die bis zum Schluss gegen den Abstieg gekämpft hat und erst in der Relegation sich gerettet hat, eine herausragende Quote ist. Er gehört in allen Bereichen, intensive Sprints, Anzahl der Sprints. Laufdistanz, gehört er zu den Top 5 der 2. Liga. Also man hat schon im Hinspiel gesehen, dass dieser Spieler bundesligatauglich ist. Und deswegen erwarte ich mir da auch relativ viel. Und da kommen wir wieder zurück auf deine Frage. Kai, ist das jetzt so eine Art Königstransfer? Naja, also Jordan Toro und der Riga war in erster Linie mal jetzt der wichtigste Transfer, weil man nahezu keinen Innenverteidiger mehr hatte. Und die Rolle von Daniel Elfadli ja noch nicht ganz klar ist. Aber von Ryan Philipp würde ich mir schon erwarten, dass er ein Unterschiedsspieler dieser Mannschaft werden kann. Keinen Innenverteidiger mehr haben. Da würde ich Einspruch einlegen, weil ein paar Innenverteidiger sind ja noch auf der Payroll. Die wollen eher noch ein paar abgeben, oder? Also Perron haben wir schon angesprochen. Dann, wen gibt es noch? Ramos kommt zurück, den wollen sie ja dann auch nicht behalten wahrscheinlich. Also wie ist überhaupt die Situation in der Abfahrt? Einen haben sie jetzt schon geholt, haben wir schon drüber gesprochen. Aber ich glaube, dabei soll es nicht bleiben, oder? Ja, also Ramos und Perron werde ich aktuell nicht wirklich für die Bundesligaplanung mit einbeziehen. Natürlich stehen die noch auf der Payroll. Noch werden aber sehr wahrscheinlich dann auch abgegeben werden in diesem Sommer. Und wenn das nicht der Fall ist, dann werden sie aussortiert. Aber sie spielen auf jeden Fall keine Rolle für den Kader. Sebastian Schonlau ist da noch. Stand jetzt akzeptiert er seine mögliche Reservistenrolle und möchte natürlich um seinen Platz kämpfen und vielleicht so eine Art Rolle Innenverteidiger Nummer drei einnehmen. Einen Innenverteidiger wird der HSV in jedem Fall noch verpflichten und je nachdem, ob El Fadli eher ins Defensive Mittelfeld rückt oder Sebastian Schonlau sich doch noch für einen Abgang entscheidet, könnte auch noch ein zweiter Innenverteidiger zukommen. In jedem Fall drückte dort im Abwehrzentrum der Schuh am meisten. Das hat alleine der Einsatz von Lukas Poreba im entscheidenden Aufstiegsspiel gegen Ulm gezeigt. Und deswegen für mich Toru Nariga erstmal der wichtigste Transfer, weil dort ein erhebliches Vakuum war. Und trotzdem bleibe ich dabei, Philipp, Tendenz Unterschiedsspieler. In der Aufzählung der Namen fehlte jetzt einer. Ist es eigentlich völlig klar, dass Hatsika Dunic dann keine Rolle mehr im Volkspark spielt? Ich glaube, es ist offiziell noch nicht kommuniziert, aber ich glaube, alles deutet darauf hin. Ja, man müsste ihn nochmal neu unter Vertrag nehmen und ich glaube, jetzt gerade Richtung Bundesliga, natürlich ist er sehr zweikampfstark, aber er hat auch seine Schwächen, gerade so in der Geschwindigkeit. Er ist jetzt auch nicht der Allerschnellste, auch das wird ja in der Bundesliga noch wichtiger sein als bisher. Und ich glaube, Hatzika Dunic wird dann in den Planungen keine Rolle mehr spielen. Einen dritten potenziellen Stammspieler werden die Fans dann morgen, wenn sie zum Trainingsstart kommen, auch begutachten können. Remberg kam aus Kiel, auch der, so genau wie die anderen beiden, ist ja ein schneller Spieler, dass es ja so ein bisschen Geschwindigkeit ist, sodass die Überschrift über die Kaderplanung in diesem Sommer... Intensität würde ich es mal nennen, weil ich glaube, Remberg ist jetzt auch kein Supersprinter, aber er ist sehr laufstark und sehr zweikampfstark vor allem. Also gerade diese Intensität, die der HSV in der letzten Saison nicht hatte, Das hat man ja auch ganz klar ausgewertet. Man hat zwar gute Fußballer, auch Spieler wie Jonas Meffert zum Beispiel, die sehr ballsicher sind. Aber jetzt in der Bundesliga kommt es da auf andere Faktoren an und da ist Rembeck ein wichtiger Spieler. Rambo, sein Spitzname, das sagt glaube ich schon viel aus. Erinnere ich mich eher an Spieler wie Klaus Grasula, die auch schon mal hier waren. Aber gerade Rembeck bringt da dann auch nochmal andere Skills mit. Zum Beispiel auch nicht die super Geschwindigkeit im Vergleich zu Grasula. Der war sehr langsam, aber eine hohe Zweikampfstärke und eine gute Dynamik und ist dann vor allem auch so auf der Acht eingeplant. Also je nachdem, ob man dann mit einer Doppel-Sechs spielen will oder mit zwei Achtern, eine dieser Positionen wird er dann besetzen, wahrscheinlich eher dann die Acht. Und da möchte ich ganz gerne Wasser in den Wein kippen an dieser Stelle. Aus meiner Sicht muss Remberg erstmal beweisen, dass er wirklich eine Verstärkung der Bundesliga für den HSV darstellt. Er hat mit seiner Ablösesumme von 2,4 Millionen jetzt nahezu genauso viel wie Philipp gekostet. Ist für mich keinesfalls gesichert, dass der den HSV voranbringt. Also der muss jetzt auch erstmal liefern. Wenn er am Ende abliefert, könnt ihr mich hier gerne wieder hinsetzen und ich fresse meine Worte und gebe zu, dass ich ihm Unrecht getan habe. Aber ich wäre erstmal vorsichtig. Der hat jetzt noch nicht so viel gezeigt, dass man sicher weiß, dass er den HSV in der Bundesliga wirklich verstärkt. Und deswegen genieße ich die Personale ein bisschen mit Vorsicht. Ja, vielleicht Kai, kannst du mal erzählen, was du aus Kiel gehört hast? Denn du hast da auch mit einem Trainer, der jetzt da im Trainerstab ist, noch gesprochen. Und der hat dir, glaube ich, sehr viel Positives über Remberg erzählt. Ja, klar, er ist abgestiegen mit Kiel, aber war da einer der Leistungsträger. Und da würde ich dann wiederum sagen, Philipp ist für mich jetzt noch nicht der Königstransfer. Ich weiß gar nicht, ob er dann überhaupt von Anfang an spielt. Da sehe ich jetzt aktuell Königsdörfer noch in der Königsrolle und Philipp dann erst mal als Außenseiter. Aber Remberg, denke ich, wird von Anfang an, dadurch, dass er jetzt auch von Anfang an in der Vorbereitung dabei ist, auf jeden Fall eine der wichtigen Säulen sein. Aber Kai, erzähl mal. Was der Kieler Trainer gesagt hat, ist auf jeden Fall, dass es ein richtig, richtig, richtig guter Typ ist, der sich sehr gut einbringt in die Mannschaft, der auch gut ist für die Kabine. Und tatsächlich, das ist ja auch ein Stichwort, das ich nochmal kurz mit euch sprechen wollen würde, die Kabine, weil jetzt haben wir ein bisschen über die Neuzugänge gesprochen, aber da fehlt mir jetzt noch eine große Komponente, ich würde sie mal neudeutsch Leadership nennen. Wir müssen gleich nochmal über David Selkel sprechen, der ja vermutlich nicht zurückkehren wird zum HSV. Ludwig Reis ist schon weg. Sebastian Schonlau, der Kapitän, will um seinen Platz kämpfen, ist aber nicht mehr gesetzt. Und dann ist da auch noch Jonas Meffert, der ja auch ein ganz eindeutiger Leader war in dieser Mannschaft, der aber auch erstmal sich in der Bundesliga durchsetzen muss. Und das sind alles ganz klare Führungsspieler der letzten Saison. Und da könnte es aus meiner Sicht so ein kleines Führungsvakuum geben. Sicherlich, die Transferphase hat gerade erst begonnen. Stefan, wie siehst du das? Also muss der HSV in diesem Bereich nochmal richtig nachlegen? Auf jeden Fall, ganz klares Ja auf diese Frage. Sehr wahrscheinlich gehen Davy Selk und der HSV getrennte Wege. Alles andere würde überraschen. Ich würde es sogar mal schon auf 95 Prozent beziffern. Du, da musst du vorsichtig sein. Ich kann mich erinnern, dass wir hier an ähnlicher Stelle saßen vor ein paar Monaten im HSV-Check. Ich glaube, da war es so ungefähr bei 90 Prozent, dass er bleibt. Aber früh war es ein schnelllebiges Geschäft. Das stimmt, das war damals auch meine Haltung. Und dazu stehe ich auch. Und es ist am Ende nicht dazu gekommen, weil sich beide Seiten nicht geeinigt haben. Und dann ja auch noch, das wussten wir damals ja nicht, die Klausel zur automatischen Verlängerung bei Aufstieg dann aus dem Vertrag gestrichen haben. Und das war für mich immer das Hauptargument, dass sich deswegen die Wege auf gar keinen Fall im Sommer trennen werden. Dieses Argument fehlt jetzt. Die Zeichen gehen ganz klar in Richtung Trennung. Und Selke war natürlich der absolute Leader auf dem Platz. Und ich meine nicht seine 22 Saison-Tore, sondern ich meine die Art und Weise, wie er die Fans mitgerissen hat, wie er in der Kabine Einfluss genommen hat, wie er alles zusammengehalten hat, wie er nach Rückständen die Mannschaft teilweise mal zum Mannschaftskreis auf dem Platz formiert hat, wirklich alle mitgerissen hat mit seiner Art und eigentlich aus meiner Sicht das entscheidende Puzzleteil von der Mentalitätsstärke her war, was dem HSV in den letzten Jahren gefehlt hat. Dazu hat sich auch Ludovic Reis an seiner Seite möglicherweise auch, hat er auch nochmal einen Step gemacht in Sachen Führungsstärke, war gerade zum Saisonende ebenfalls ein Leader, gerade wie ein Darmstadt, beim wahrscheinlich entscheidenden Spiel, dem 4-0-Sieg. Da ist er vorangegangen, hat wirklich die Mannschaft angeführt. Und beide sind jetzt weg. Und die sind dann möglicherweise sportlich zu ersetzen, gar keine Frage. Aber die Aufgabe, der verantwortlich ist es jetzt, sie auch von der Führungsstärke her zu ersetzen. Und das ist relativ einfach. Daran müssen sich Klaus Koster und Stefan Kunz am Ende messen lassen. Und dieses Vakuum müssen sie füllen. Das haben sie noch nicht gefüllt. Das wissen sie natürlich, dass sie es füllen müssen. Und nur daran kann man am Ende bewerten, ob es richtig war, Davy Selke nicht noch meinen neuen Vertrag zu geben. Ich finde es auch interessant, als du das Wort Leadership eben angesprochen hast, das war ja einer der Hauptgründe, worüber hinterher alle gesprochen haben, diese Leadership-Gruppe, das waren dann neun Spieler, die dabei waren und alle haben gesagt, es hat so gut getan, dass diese Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt wurde und jetzt sind mal mit Tom Mikkel, mit Ludovic Reis, mit wahrscheinlich Davy Selke drei auf jeden Fall schon mal weg, Sebastian Schonlau vielleicht auch noch, auf jeden Fall auch nicht mehr in der Rolle, Jonas Meffert vielleicht auch auf dem Platz dann nicht mehr, Also da muss tatsächlich eine ganz neue Führungsachse erstmal gefunden werden. Ich glaube aber, es gibt so Spieler, gerade wie Daniel F. Hadley oder auch Miro Muhalm, vielleicht sogar Ransford Königsdorfer, die jetzt dann in der neuen Rolle mehr Verantwortung tragen. Und trotzdem brauchst du natürlich dann noch zwei, würde ich mal sagen, klare Leader auf dem Platz, die zum Beispiel dann auch das Kapitänsamt übernehmen. Auch das wird dann noch eine spannende Frage sein. Also Daniel F. Hadley könnte ich mir da gut vorstellen, Miro Muhalm auch. Ja, sind wir mal gespannt. Daniel F. Hadley, wer findet das? Das wäre auch eine Möglichkeit, ja. Naja, noch sind wir ganz am Anfang dieses Transfersommers, der sicherlich aus Hamburger Sicht auch noch einige Überraschungen parat halten wird und den man mit Spannung verfolgen kann. Wenn denn Stefan Kunz und Klaus Koste ihre Arbeit richtig gut machen, dann können wir vielleicht am Ende dieser Saison ein neues Buch machen, nämlich wie der HSV die Klassiker halten hat. Das ist noch eine ganze Weile hin. Oder der lange Weg zurück in die zweite Liga. Ich weiß nicht, wer dieses Buch lesen wollen würde. Wir hoffen aber, dass unser aktuelles Buch, nämlich nach dem Aufstieg, dass das ganz viele Leser findet. Wir wollen ein bisschen Eigenwerbung machen, beziehungsweise wir wollen nicht nur Werbung machen, sondern wir wollen so ein bisschen einen Blick hinter die Kulissen liefern, weil tatsächlich war das ein ziemliches Mammutprojekt, was wir in relativ kurzer Zeit gestemmt haben. 256 Seiten, die Ansage, wollen wir ein HSV-Buch machen, kam wenige Wochen vor Saisonende. Und ja, vielleicht könnt ihr mal gleich ein bisschen erzählen, wie das eigentlich so in der Arbeit war. Wir haben mit sehr, sehr vielen HSV-Protokanisten dieser Saison und auch der vergangenen Jahre gesprochen, um ein paar Beispiele zu nennen. Mario, Wuskowitsch, Jatta, Polzin, Bolt, Kühne, Glatzel und, und, und, und. Und normalerweise kriegt man die jetzt auch nicht alle für ein Interview in einer normalen Trainingswoche. Ich würde ehrlicherweise mit dem aktuellsten Interview, was wir dann auch bei uns im Abendland nochmal gerade gegeben haben und online gestellt haben, was sehr viele Leser gefunden hat. Stefan, du hast mit Mario Wuskowitsch das erste wirklich ausführliche, sehr, sehr lange Gespräch über seinen Fall, über seinen Dopingfall geführt. Nimm uns aber ganz kurz mit, also wie hast du ihn angefragt, wo habt ihr gesprochen, wie habt ihr gesprochen, auf welche Sprache habt ihr gesprochen, erzähl einfach mal ein bisschen. Also da muss ich ja ein bisschen ausfohlen, weil ich an dem Thema mit Mario Huskovic über seinen Dopingfall zu sprechen schon sehr, sehr lange dran bin. Und ich hatte auch schon mal eine terminliche Zusage und hatte sogar schon mein Hotel in Split gebucht. Und dann gab es kurz vorher dann doch nochmal eine Absage. Da muss ich jetzt nicht tiefer drauf eingehen, aber in jedem Fall bin ich da schon länger dran, habe es jetzt aber mal über den HSV versucht, den Spieler anzufragen, obwohl er ja gar nicht mehr beim HSV unter Vertrag steht. Also der HSV hätte sich rausreden können oder sagen können, nicht unser Thema, kümmere dich selbst drum. Sie haben sich dann aber gekümmert und waren wirklich von vornherein sehr, sehr kooperativ, wollten diesen Termin auch realisieren, gerade auch für das Buch und ich habe dann relativ zügig eine Zusage erhalten, dass ich Ihnen wenige Tage nach dem finalen Aufstiegsspiel gegen Ulm per FaceTime sprechen kann. Es war dann zu kurzfristig, um nach Split zu reisen. Ich war erst etwas skeptisch. Ursprünglich hieß es ein Telefontermin. Und war etwas skeptisch, inwiefern man, gerade auch in einer anderen Sprache, das am Telefon dann wirklich auch mit so viel Tiefgang, wie es mein eigener Anspruch auch an dieses Thema war, hinkriegt. Wir sind dann auf FaceTime umgestiegen. Und es war wirklich hervorragend. Es war sicherlich das bewegendste Gespräch, das ich bisher in meiner noch jungen Sportreporter-Karriere führen durfte. So jung ist sie auch nicht mehr. Danke, dass du mich daran nochmal erinnerst. Es war wirklich echt auch schön. Also ich versuche natürlich auch die journalistische Distanz zu wahren, aber es war für mich jetzt kein normaler Termin. Es war ein sehr besonderer Moment, auch Mario bei FaceTime zu sehen. Er konnte mich sofort zuordnen. Klar, wir haben mehrere Stunden in Gerichtssälen gemeinsam verbracht. Und haben dann eine Stunde lang gesprochen. Er hat jede Frage, jedes Thema wirklich angenommen, hat mit einer erstaunlichen Tiefe geantwortet, sehr selbstreflektiert. Und man darf nicht vergessen, dieser junge Mann ist erst 23 Jahre alt. Ich war wirklich beeindruckt, einfach wirklich mit welcher Größe er über seine nicht leichte, wirklich sehr, sehr schwierige Situation spricht. Und hängengeblieben ist bei mir zum Beispiel, wie seine Mutter rote Augen hatte, als er von der Vier-Jahres-Sperre vom Kass erfahren hat und sie einfach nur wütend war. Aber auch, wie er über seinen Bruder spricht, der den HSV lieben gelernt hat durch den eigenen Dopingfall und wie er seinem Bruder sogar wünscht, dass er hier für den HSV aufläuft. Wie er sich fit hält, wie er einfach unfassbar ehrgeizig da dran bleibt, jeden Tag so viel Sport macht, dass man eigentlich erwarten muss, dass hier eine Maschine dann zum HSV irgendwann zurückkommt. Und er hat einen Privattrainer. Er spielt regelmäßig Futsal mit einer Truppe in Kroatien. In der Sommerpause nehmen auch aktive Sportler teil. Also die Fans müssen sich keine Sorgen machen. Dieser Mann ist fit und der kann auch noch kicken nach vier Jahren. Das Gespräch war ja nicht ganz unheikel. Es ging da ja auch um ganz viele juristische Geschichten. Vielleicht muss man da einmal jetzt unseren Hörern erklären. Normalerweise bei einem Interview, und in dem Fall gehe ich mal davon auch, dass es auch so war, führt man das Interview, man schreibt das auf und dann gibt es den Prozess der Autorisierung. Das heißt, man schickt das Interview dann nochmal entweder an den Gesprächspartner, an den Manager, an den Verein oder an wen auch immer zurück. Dort guckt man sich das alles an, ob das alles genauso gesagt worden ist, ob man sich da wiederfindet. Und wenn man Pech hat, kriegt man ein rotes Dokument wieder mit vielen Änderungswünschen. Im Idealfall gibt es dann kleine Feinarbeiten und dann geht das Gespräch genauso, wie man sich das auch erwartet, durch und steht dann entweder in der Zeitung oder bei uns bei amt.de oder wo auch immer. Wie war es in diesem Fall? Also wie war der Autorisierungsprozess? Ja, erstmal genauso, wie du es geschildert hast. Und dann war die klare Absprache, dass ich das Interview an den HSV schicke. In Klammern, ja, stimmt, der Klub ist eigentlich nicht mehr zuständig für Mario Ruskovic. Das war aber der Deal dafür, dass dieser Termin auch vom HSV organisiert wird. Und vor allem war die Sorge eben da, dass er möglicherweise auch nur dieses eine falsche Wort nennt, was die Sperre noch einmal erweitern könnte. Und deswegen haben natürlich auch seine Anwälte und auch der Klubjustizia vom HSV nochmal drauf geschaut. Und war es rot oder war es spannend? Tatsächlich ist fast alles durchgegangen. Es gab ein einziges Thema, da ist sogar meine Frage gestrichen worden. Eigentlich ja macht man das nicht. Also an die Fragen gehen normalerweise die Pressesprecher bei der Autorisierung nicht ran. Dabei ging es aber wohl wirklich um eine heikle Sache, bei der niemand so richtig wusste, ob ihm das negativ ausgelegt werden kann. Deswegen ist ein thematischer Bereich, den ich jetzt logischerweise dann auch nicht erwähne, ist gestrichen worden. Ansonsten ist fast alles genauso geblieben, wie er es gesagt hat. Was mich auch erstaunt hat, auch die Geschwindigkeit der Autorisierung hat mich erstaunt. Und ich hätte vorher wahrscheinlich Wetten abgeschlossen, dass das mindestens zwei Wochen dauert, wenn alle Anwälte nochmal draufschauen müssen und über jede Formulierung kritisch alles hinterfragt wird. Aber dem war nicht so. Und ich fand es gut, dass sie seine authentischen Worte und seine Schilderung dann auch so gelassen haben, weil sie, glaube ich, ihn auch genauso darstellen, wie er ist. Nämlich einfach auch wirklich ein toller Mensch, der es schafft, irgendwie mit dieser eigentlich aussichtslosen Situation extrem souverän und mental stark auch umzugehen. Was mich da an der Stelle auch interessieren würde, du warst jetzt natürlich über all die Jahre sehr, sehr nah dran an diesem Fall. Du hast von ihm dann viele Momente miterlebt, wie er im Gerichtssaal gesessen hat und da schon ja geweint hat, jetzt in dem Gespräch, ich so emotional wurde. Und viele andere, die davon hören, die sehen nur, okay, das ist ein Dopingfall, zwei positive Proben, A-Probe und B-Probe, ein klares Urteil dann auch von mehreren Gerichten. Da würde man jetzt erstmal sagen, das ist ein überführter Doping-Sünder. Jetzt mit all dem, was du erlebt hast, würdest du trotzdem so weit gehen und sagst du, du glaubst dem, was Mario Wuskowitsch sagt? Oder hast du da auch immer noch so deine Zweifel, ob dann das wirklich alles so stimmt, was er auch sagt? Also erstmal ist es natürlich korrekt, dass im Prinzip nur Mario Wuskowitsch selbst weiß, ob er wirklich gedopt hat oder nicht. Auch seine Anwälte können es nicht wissen. Sie können es vermuten, aber sie können es nicht wissen. Auch ich kann es logischerweise nicht wissen. Aber wenn man sich mit diesem jungen Menschen unterhält, dann bekommt man ein Gefühl für seine Situation. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er nicht nur mich, sondern ja im Prinzip die ganze Sportwelt, noch all seine Anwälte, seine Familie, dass er alle derart getäuscht hat. Und ich wäre auch maßlos enttäuscht, wenn das irgendwann mal rauskommen sollte. Und ich kann es mir aber beim besten Willen nicht vorstellen. Ich würde deswegen wirklich... Ja fast schon meine Hand für ins Feuer legen und sagen, nein, Mario Buskutsch hat nicht gedopt, dafür gibt es viel zu viele Zweifel, dafür gibt es gar keine Hinweise auf die Hintermänner, die es zweifellos geben muss bei Epo-Doping und dafür kommt mir Mario auch einfach zu authentisch rüber und ich glaube seiner Version und ich sage, er erzählt die Wahrheit. Da muss man vielleicht auch sagen, ich habe das bei Twitter gesehen, du hast ja den Artikel heute geteilt und dann kam sofort, als du ähnliches geschrieben hast, hat einer dann geantwortet, ja genau und Jan Ullrich, der hat ja auch immer gesagt, er hätte nicht gedubt. Und der Unterschied vielleicht, oder ein Unterschied ist, dass es gab eigentlich immer große Zweifel an all diesen Radsportlern, ob das denn wirklich so sein könnte. Und gerade bei Jan Ullrich gab es eigentlich nicht nur Zweifel, sondern eigentlich war für alle klar, dass es gar nicht anders geht, als dass er gedopt hat. Auch dieses ganze Netzwerk ist dann ja tatsächlich aufgeflogen. Das ist so ein entscheidender Punkt, glaube ich. Es fehlt ein Netzwerk. Und das hat man bis heute nicht gefunden, obwohl man alles bei ihm beschlagt hat. auch darüber habt ihr ein Interview ausführlich gesprochen. Also ich kann, wir wollen das ganze Interview jetzt hier nicht durchbesprechen. Ich kann nur eins raten, kauft euch das Buch oder guckt es bei abendblatt.de. Also das Interview ist wirklich ein sehr, sehr besonderes Gespräch und es ist aber nicht das Einzige. Also wir hatten viele und Hendrik, du hast zum Beispiel mit Tim Walter gesprochen. Ich vermute mal, da war der Autorisierungsprozess ein anderer, weil der, obwohl Mario Wuskowitsch auch nicht mehr beim HSV angestellt war, der war schon länger nicht mehr beim HSV angestellt, hat er eigentlich einen Medienberater? Hat er irgendeinen anderen Berater? Hat das Tim Walther alles selbst gemacht? Hat er gesagt, kannst du alles so schreiben? Oder wie ist es da abgelaufen? Also natürlich hat er einen Berater, einen Medienberater hat er, soweit ich weiß nicht. Also ich habe dann mit ihm telefoniert, wir haben ungefähr 45 Minuten gesprochen und hinterher habe ich ihn dann, wie wir es immer so machen, die Sätze bzw. Die Zitate geschickt und er hat dann seine Änderung selbst vorgenommen, hat dann noch zwei, dreimal geschrieben nach dem Motto hier, das wäre noch schön, wenn du das erwähnst. Also ihm war dann zum Beispiel wichtig, auch Jonas Bolt nochmal zu erwähnen, obwohl er ihn ja am Ende auch entlassen hat. War er ihm, ja, oder ist ihm bis heute sehr dankbar, dass er natürlich auch die zweieinhalb Jahre, die er hier war, immer hinter ihm gestanden hat. Und natürlich vielleicht auch in Zukunft wieder mal mit ihm zusammenarbeiten wird. Da war dann der Wunsch von Tim Walter, ja, fügt doch den Jonas doch nochmal bitte dazu. Das habe ich dann auch gemacht. Ja, auch wenn er ihn im Gespräch natürlich schon mehrfach erwähnt hat, aber in den Zitaten dann nicht. klar. Wir haben ja alle hier beim HSV viele, viele Trainer erlebt und alle Trainer sind unterschiedlich. Wie war das bei Tim Walter, bei euch beiden jetzt in der Zusammenarbeit? Konnte man den jede Woche anrufen? Hat man den irgendwann mal angerufen? Gab es da eigentlich wenig Kontakt, obwohl er ja so lange beim HSV war? Wie war Tim Walter so mit meinem Kontakt? Also dadurch, dass wir ihn natürlich zwei, dreimal unter der Woche auch dann sprechen konnten, gerade diese Runde Anfang der Woche nach dem Training, da stellt man ja dann in der Regel so die Fragen, die einen auch aktuell beschäftigen, da braucht man ihn dann nicht noch ein, zwei Mal anrufen. Natürlich gibt es dann hier und da mal vielleicht ein Thema, wo man ihn dann nochmal direkt braucht, aber das läuft dann auch in der Regel, zumindest bei Tim Walter was, so dann über den Pressesprecher, was glaube ich bei ihm immer gut ging, nach dem Motto, wir haben ja hier im Podcast dann auch oft mal so Sprachnachrichten von ihm. Eingespielt, wo man ihm einfach schreibt, so hey, wir haben hier einen Gast und zu dem hast du eine Verbindung, schick doch mal eine Frage. Da war er eigentlich immer sehr schnell und hat auch Spaß daran gehabt. Und grundsätzlich gab es, glaube ich, andere Trainer, die auch mehr Interesse daran hatten, auch mit den Medien zu sprechen. Ich erinnere mich da an Dieter Hecking oder auch Steffen Baumgart am Anfang noch, die gesagt haben, irgendwann nicht mehr, als er gemerkt hat, die Medien schreiben doch nicht das, was ich mir dann so vorgestellt habe. Aber die auch gesagt haben, ruft mich gerne an, ich bin erreichbar, ich will auch was sagen. Und das war bei Tim Walter eigentlich nicht so. Der hatte da jetzt auch nie so den großen Spaß dran. Pressekonferenzen, glaube ich, das werden alle bestätigen können, waren jetzt nicht so seine große Leidenschaften und auch nicht so seine große Stärke. Seine Stärke war die Kabine, so die Kommunikation mit den Spielern. Und das hat man auch jetzt noch so gemerkt, wie nah er noch dran ist. Er hat gleich erzählt, wie er dann das Aufstiegsspiel gegen Ulm geschaut hat auf dem Sofa. und danach all seinen Spielern, seinen Jungs, für die er ja schon so eine Art Vaterfigur auch war. Also die ganzen Bobbys, wie er sie dann nennt, oder Ludo oder Miro, Bascho, Meffo, so nennt er sie ja dann alle noch. Also das sind ja alles so die Spieler, mit denen er sehr eng war und bei denen er sich dann auch, ja, oder denen er gratuliert hat, die ihn wiederum dann aber auch geschrieben haben, was er erzählt hat und sich nochmal bedankt haben, auch für seine Arbeit. Das Aufstiegsspiel gegen Ulm, das fand ich ganz schön. in der einen Geschichte, die ja auch du geschrieben hast, nämlich mit Jonas Bolt. Der hat das Spiel tatsächlich im Stadion gesehen und diesen Moment, den hast du ziemlich genau beschrieben, als dann der Aufstieg des HSV feststand, wo er da stand, wie er da gewirkt hat und auch was er gedacht hat, hat er ja auch verraten. Ja, das hat man wirklich sehr, sehr gerne gelesen. Wie war das mit Jonas Bolt? Also der hat ja, der war sehr lange beim HSV und ich würde mal sagen, es gab viele Momente, wo man Jonas Bolt auch wirklich sehr loben musste, wo der wirklich gute Arbeit geleistet hat. Es gab aber auch viele Momente, die wir als Abendblatt sehr, sehr kritisch gesehen haben. Und jetzt hast du ja diese ganzen fünf Jahre nochmal mit ihm zusammen reflektiert. Also wie war da dein Eindruck von diesem Gespräch? Also wir saßen noch, glaube ich, so zwei, drei Wochen vor Saisonende hier beim Abendblatt oben auf der Dachterrasse. Und er war relativ sicher schon, da wird nichts mehr schief gehen. Also deswegen war er auch schon bereit, dieses Gespräch zu führen. Als ich noch meine Zweifel hatte, ob es dann wirklich auch jemals erscheinen wird, dieses Gespräch. Aber ja, am Ende hatte Jonas Bolt recht und wir haben relativ lange da gesprochen über all seine einzelnen Geschichten, auch die er hatte jetzt über die Jahre und unter anderem den Fall Vuskovic, aber auch Jatta. Da kannst du ja gleich dann nochmal was zu erzählen. Hat er auch in ganz vielen detailreichen Geschichten nochmal beschrieben, wie er das so erlebt hat. Gerade der Fall Jatta, wie sie dann in der Vorstandssitzung zusammensaßen und dann kam diese Nachricht auf den Tisch und sie erst mal gar nicht wussten, wie sie damit umgehen sollen oder bei Wuskowitsch, wo er auch eine Stunde vorher noch mit dem Berater zusammengesessen hat und sie haben über eine Vertragsverhandlung gesprochen und dann gehen sie auseinander und zehn Minuten später macht er sein Handy an, hat drei Anrufe von Götz Welch, dem HSV-Arzt und der ihm dann mitgeteilt hat, es gibt einen Dopingfall und er dann direkt runter ist in die Kabine und Wuskowitsch erst mal fragen musste, was ist hier los? Also ganz, ganz viele Geschichten und man merkt einfach bei Jonas Bolt. Klar, er hat da schon sehr, sehr viel Arbeit und Leidenschaft in den HSV gesteckt über die fünf Jahre und es wurmt ihn wirklich, das merkt man in jedem Halbsatz, dass am Ende, ja, kaum ist er weg, steigt der HSV auf und natürlich werden da viele irgendwie auch einen Zusammenhang dann herstellen. Am Ende hat er es nicht geschafft. Das wird ihn auch, glaube ich, bis zum Ende seines Lebens irgendwie noch ärgern, dass er auch diesen Moment verpasst hat. Also das hat er relativ emotional und authentisch auch erzählt, dass er da im Stadion stand und sich schon auch gefreut hat, so in den ersten Momenten und das auch genießen konnte, die glücklichen Menschen zu sehen. Aber als er dann zu Hause war und dann auch der HSV auf dem Rathausmarkt gefeiert hat, dann schon so auch viel Wehmut aufkam nach dem Motto, das hätte er schon auch gerne erlebt. Aber so ist das im Fußball und im Sport und ihm war es jetzt aber glaube ich schon dann auch wichtig in diesem Buch, wo dann nochmal wirklich all die Zweitliga-Zeit ja gut zusammengefasst wird, da dann auch dabei zu sein und genauso war es bei Tim Walter, der ja dann auch das erste Mal wirklich jetzt ausführlich über seine HSV-Zeit gesprochen hat. Dass sie einfach gerne dabei sein wollten, wenn man jetzt nochmal auch als Leser durch diese Jahre geht. Und ja, Kai, erzähl du doch mal von deinem Interview mit Bakaryatta. Also ich glaube, über keinen anderen Spieler haben wir in diesen sieben Zweitliga-Jahren so viel und so ausführlich gesprochen. Vielleicht noch Voskowitsch, aber gerade so die ersten drei Jahre. Ich glaube, du bist dann mit den ganzen Artikeln, mit den Überschriften in das Gespräch gegangen mit Bakaryatta und hast ihm die auch nochmal vorgelegt. Wie war das, dieser Moment? Und erzähl du doch auch, wo habt ihr euch getroffen? Wie war das? Ihr kennt euch jetzt ja da auch schon von ein, zwei Terminen. Ja genau, wir haben uns im Stadion getroffen und ich war ein bisschen vorher da und habe da tatsächlich einfach, nicht alle, aber wirklich sehr sehr viele, ich weiß nicht, ich habe 20 Artikel ausgedruckt. Er auch jeweils dann über eine ganze Seite Geschichten über ihn waren, diese ganze Identitätsdebatte, die uns ja nun wirklich sehr, sehr lange, beschäftigt hat und ich habe die einfach alle auf den Tisch gelegt, damit er ein Gefühl dafür bekommen konnte, das fand ich irgendwie besser, als einfach nochmal zu sagen, du warst ja so sehr in den Medien, da konnte er richtig sehen, was, seine Geschichte nochmal und er kam dann halt auch tatsächlich rein in den Raum, und hat direkt Tränen in den Augen gehabt, du merkst einfach, dass ähnlich, ja wahrscheinlich Stefan, wie bei mit Mario Wuskowitsch. Das macht nicht, das sind ja auch alles junge Kerle, das macht ja was mit einem. Und hat sich dann erst mal ganz in Ruhe und ganz ausführlich, bevor wir überhaupt das Gespräch begonnen haben, wirklich minutenlang alles angeguckt, hat sich noch mal die eine Seite genommen, die Überschriften angeguckt, durchgelesen. Hat jetzt nicht jeden Artikel noch mal komplett aufgearbeitet, aber er fand das auch sehr beeindruckend. Und er hat dann tatsächlich darum gebeten, er wollte, dass ich ein Foto von ihm mache mit all den Artikeln, wo er da sitzt und die Artikel um ihn herum und ja, wir haben dann, es ging mir auch ein bisschen ähnlich, wie du es beschreibst, Stefan, mit Mario Wuskowitsch, also wir haben sehr, sehr lange, über eine Stunde. Zusammengesessen und diese ganze Geschichte nochmal aufgearbeitet und das war dann auch für mich ein besonderes Interview, weil ich gemerkt habe, wie besonders es für ihn war und wie emotional er da drin steckte und zum Beispiel, weil du Jonas Bolt ja eben erwähnt hast, wie Jonas Bolt davon davon hat, also Bakariata hat erzählt, wie er auf dem Weg nach dem Auswärtsspiel, ich glaube in Nürnberg war es, auf dem Weg vom Flughafen zum Stadion vom Berater angerufen worden ist und ihm gesagt worden ist, du pass auf, es gibt da was, du musst zum Vorstand, du musst zu Jonas Bolt. Und dann wollte er wissen, was habe ich denn gemacht? Warum muss ich zum Vorstand, warum muss ich zum Chef, hat er gesagt. Und das wollte dann der Berater ihm nicht sagen, und er meinte, geh halt hin und ist wichtig. Also nicht woanders hinfahren und so, dann ist er zum Stadion und war super nervös und hat dann nochmal seinen Berater angerufen und hat gesagt, du musst mir jetzt sagen, also ich gehe doch jetzt nicht zu Jonas Bolt ins Vorstandsbüro, ohne dass ich weiß, worüber das geht. Und dann hat er es ihm halt gesagt und hat gesagt, es gibt Zweifel an deiner Identität. Die Sportbild will eine Geschichte machen, haben eine Anfrage gemacht und jetzt musst du mit Jonas Bolt und auch damals mit Michael Mutzel, dem Sportdirektor, darüber sprechen und muss dazu Stellung beziehen und das hat ihn komplett durchgeschüttelt, zwar komplett und dann ist er halt ins Büro rein, hat dann seine Sicht der Dinge. Berichtet, er war natürlich aufgeregt, jeder ist aufgeregt, wenn er mit dem Chef sprechen muss und dann hat aber Jonas Bolt, das hat er dir glaube ich auch nochmal erzählt, ziemlich eindeutig gesagt, so okay, du sagst mir ins Gesicht, so und so ist es, wir glauben dir und wir stehen zu dir und genau so war es dann ja auch die ganzen Jahre, Egal was da kam, der HSV hatte da eigentlich eine ziemlich klare Haltung, ganz nebenbei ähnlich wie bei Mario Voskovic. Und das ist ja auch so ein kleines, vielleicht gar nicht kleines, sondern ein größeres Puzzleteil, warum dieser Zusammenhalt im Club über die Jahre durch Jonas Bolt, durch Tim Walther, durch andere Figuren, dann am Ende zu so einer Gemeinschaft geführt hat, die dann zwar nicht im ersten, auch nicht im zweiten und auch nicht im sechsten Jahr aufgestiegen ist, aber irgendwann sind sie aufgestiegen, auch ohne Tim Walther, auch ohne Jonas Bolt. Aber man hat dann das Gefühl, das hat diesem HSV, und das hat Bakari, hat er auch in diesem Interview gesagt, fand ich einen ganz bemerkenswerten Satz. Es ging um seine Identitätsdebatte, aber irgendwie hat seine Identitätsdebatte eine neue Identität für den HSV geschaffen. Und diesen Satz, den fand ich ganz passend irgendwie und ja, so war das Gespräch mit ihm. Vielleicht kann man aber auch da nochmal erwähnen, dass auch über all die Jahre wir natürlich deutlich auch von vielen Lesern Kritik bekommen haben, dass wir uns vielleicht auch relativ stark positioniert haben. Gerade du am Anfang hast dann schon auch als Journalist Bagariata geglaubt. Und im Prinzip sein Berater. Es gab natürlich dann auch die Geburtsurkunde und es gab erstmal nur Anschuldigungen. Und trotzdem hast du auch in Kommentaren relativ klar Positionen bezogen, im Gegensatz zu anderen Sportjournalisten in Deutschland. Vielleicht kannst du ja auch nochmal sagen, gab es da Kritik, die du dir zu Herzen genommen hast? Oder würdest du bis zum Ende auch sagen, ja, da haben wir als Abendblatt schon alles richtig gemacht? Das macht man natürlich nie, aber... Nee, genau. Also ich würde auf jeden Fall sagen, man macht nie alles richtig. Und anders als Stefan, der jetzt seinen linken oder rechten Arm hier möglicherweise ins Feuer schmeißen würde oder abhacken würde, würde ich das nicht tun. Am Ende des Tages war für mich, also ich fand diese ganze Geschichte, natürlich musste man die in allen Details dann irgendwann nachrecherchieren. Und wir haben sehr, sehr viel recherchiert. Wir haben mit Afrika, mit vielen Menschen recherchiert. Genau, so wie das die anderen aber auch gemacht haben. In the first place, wenn ich jetzt einen Strich drunter ziehe, dann könnte man schon mal die Frage aufwerfen, warum haben wir eigentlich alle, also das Abendblatt, die Mopo, die Bild, die Sportbild und alle anderen, warum haben wir eigentlich jahrelang, sind wir dieser Frage so mit diesem Eifer nachgegangen, warum ist das eigentlich so entscheidend? Und natürlich kann man die Antwort geben, naja, wenn er betrogen hat, dann muss man das ja auch aufklären. Ich würde die Theorie aufzustellen wagen, dass bei anderen Menschen, die dann 2014, 2015 oder wann auch immer nach Deutschland gekommen ist, dass man mit diesem Eifer nicht dem nachgegangen wäre. Ich würde nicht heute meinen rechten Arm ins Feuer schmeißen oder auch nicht meinen linken. Und möchte jetzt gar nicht sagen, auf 100 Millionen Prozent, das war so oder so. Bei beiden Fällen, ganz nebenbei, ich finde bei Mario Wuskowitsch, bei Bakariata, das sind junge Kerle. Dieses Urteil würde ich mir schon erlauben. Das sind gute Kerle. Egal, was da war, was da nicht war, das sind gute Kerle. Und dann muss man halt versuchen, bestmöglich nach bestem Gewissen zu, dem nachzurecherchieren und dann kommt man irgendwann für sich als Journalist zu einer Antwort und die kann man dann, und das haben wir ja gemacht, in vielen Kommentaren, in vielen, vielleicht zu vielen, ich weiß es nicht. Darstellen und so war es dann bei Bagariata, so war es bei Mario Wuskowitsch und so war es bei vielen anderen und ja, es war, das haben wir jetzt, glaube ich, ein bisschen drüber gesprochen, es war viele besondere Geschichten, die wir für dieses Buch gemacht haben, die wir vielleicht sonst so in dieser Form nicht gemacht hätten, waren viele Überstunden, die aber aus meiner Sicht Spaß gebracht haben. Und ja, wir haben jetzt schon ein bisschen Schleichwerbung gemacht, aber es ist ja auch unser Produkt, also können wir es auch noch einmal machen. Sollte man kaufen, oder? Also die entscheidende Werbung vielleicht noch für alle, die es gerne digital kaufen möchten, das Buch, das könnt ihr tun unter shop.abendblatt.de slash hsv-aufstieg. Genau, und da werdet ihr, wie gesagt, auch viele spannende Geschichten mit, haben wir heute ja gar nicht besprochen, mit Klaus-Michael Kühne hat nach langer, langer Zeit mal wieder ein Interview über den HSV gegeben, auch sehr spannend. Merlin Polzin hat detailliert nochmal die ganze Saison Revue passieren lassen. Genauso Stefan Kunz. Auch das Interview von Stefan mit Robert Glatze war wirklich sehr, sehr lesenswert. Sonny Kittel nicht vergessen. Sonny Kittel nicht zu vergessen. Abschlag nicht zu vergessen. Die uns erzählt haben, Wochen vor dem Aufstieg, wie sie zwei Aufstiegssongs schon seit Jahren in der Schublade haben und uns den auch im Vertrauen vorgespielt haben, fand ich auch ganz witzig. Also, es hat richtig, richtig Spaß gemacht. Und wer Lust hat, der kauft sich einfach das Buch und wer keine Lust hat, kann auch sonst im Abendblatt andere Artikel lesen, aber, ich finde, es hat sich gelohnt und es lohnt sich auch, hoffe ich zumindest, dass wenn ihr nächste Woche wieder hier rein hören möchtet, jetzt geht es wieder so richtig los, die nächste Bundesliga-Saison startet. Erstmal geht es jetzt los mit der Vorbereitung in diese Bundesliga-Saison des Hamburger Sportvereins und die startet an diesem Mittwoch, wir sind dann nächste Woche wieder für euch zu hören. In Hamburg sagt man Tschüss und das heißt bei uns auf Wiederhören. Music.