Latest / LebensUnterhalt. Wovon Menschen leben — und wofür. / Promis. Karriere, Burnout. Neustart. - Yasemin Dikmen über ein Leben als Reporterin und den Weg zurück zu sich selbst.
Transcript
- 0:00,630 Automatisch generiertes Transkript. Aus Gründen der Klarheit wurden möglicherweise Änderungen vorgenommen.] Du warst zuletzt ja auch Redaktionsleitung von prominent, Bist ja beruflich ganz schön hoch gekommen die Karriereleiter. 2
- 0:07,830 Da bin ich lange, lange ausgefallen und habe gemerkt, ich muss mich jetzt entscheiden. 3
- 0:12,070 Wenn ich ganz ehrlich bin, so macht mir das keinen Spaß mehr. 4
- 0:15,230 Ich habe meinen Job immer geliebt, aber so werde ich nur unglücklich und kann so nicht weitermachen. 5
- 0:21,070 Und dann war die große Frage Was mache ich jetzt? Und das hat lange gedauert, mir zu überlegen, was ich mache. 6
- 0:27,670 Können wir das so sagen? Du hattest ein Burnout? Ja, ganz klassisch. Ja. 7
- 0:30,230 Es war ganz schwer für mich, das wahr zu haben. Weil ich immer dachte, ich habe nicht genug gearbeitet, um einen Burnout zu haben. 8
- 0:36,830 Was ein klares Zeichen für einen Burnout ist, wenn man so denkt. Lebensunterhalt. 9
- 0:43,670 Der Podcast über das, wovon wir leben und was uns Halt gibt. 10
- 0:47,510 Und hier sind die Botschafterinnen und eure Hosts. Dorothee Dahinden und Silvia Janzen. 11
- 0:54,590 Moin, bei unserem Podcast Lebensunterhalt und unsere heutige Gästin ist Yasemin 12
- 0:59,670 Diekmann und Yasemin oder Jassy ist unter anderem vielen bekannt vom Red Carpet, 13
- 1:06,510 weil sie unter anderem George Clooney, Antonio Banderas oder eben auch Cindy Crawford interviewt hat. 14
- 1:12,510 Aber auch Karl Lagerfeld. Und jetzt was ganz, ganz anderes macht, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. 15
- 1:19,630 Aber auch, was ihr einen ganz anderen Halt gibt. 16
- 1:22,790 Heute geht es nicht nur um den Halt von Jacky, sondern auch, wie Sylvia gesagt hat, um ihren Neuanfang. 17
- 1:29,350 Und ja, mit dir wollen wir auch darüber sprechen, was eigentlich die Highlights deines Lebens waren und wie du dahin gekommen bist, 18
- 1:36,150 diesen Job für RTL exclusiv ganz lange zu machen. 19
- 1:40,470 Also erstmal herzlich willkommen bei uns. Ja, danke schön, dass ich da sein darf. 20
- 1:45,830 Hallo? Ja, Deinen Namen weiß ich von früher immer noch. 21
- 1:48,310 Wir sind ja auch schon seit 20 Jahren bald Kolleginnen und Freundinnen. 22
- 1:53,110 Den haben sich die Leute wie Sylvia das eben so schön gesagt hat, ja auch immer gemerkt. 23
- 1:57,660 Jasmin Dickmann, eng verbunden mit den Promis. Ja, ja, ganz süß das. 24
- 2:02,820 Weil das hat mich immer total gefreut, wenn. Wenn die Leute meinen Namen sich gemerkt haben. 25
- 2:08,780 Und ich weiß noch. Einmal kam sogar Riccardo Simonetti zu mir und meinte Du bist Yasemin Diekmann. 26
- 2:14,500 Ich habe mich dich immer so alt vorgestellt, weil ich schon so ewig bei Exclusiv gearbeitet habe. 27
- 2:21,620 Ja, also ich fand das immer ganz schön, wenn die Leute meinen Namen erkannt haben. 28
- 2:25,300 Vielleicht kannst du alle, die jetzt zuhören, mal reinholen. Wie bist du dazu gekommen, Promi Reporterin zu werden? 29
- 2:33,060 Wie kommt man da überhaupt hin? Ist das überhaupt ein Beruf? Oh, Silvia. 30
- 2:38,100 Ja. Das ist ein Beruf, den ich lange gemacht habe. 31
- 2:45,460 Wie ich da hingekommen bin, so über Umwege. 32
- 2:48,220 Ich wollte schon immer was mit Journalismus machen und habe bei meinem ersten Fernsehpraktikum damals in Wien, 33
- 2:54,700 bei dem ProSieben Austria Top News habe ich Praktikum gemacht und habe gemerkt, 34
- 3:00,020 das ist total spannend, 35
- 3:01,740 irgendwie mit Bewegtbild zu arbeiten und Beiträge zu produzieren und bin dann bei meinem nächsten Praktikum zu RTL Nord gekommen. 36
- 3:10,620 Woher wir uns Ja, kennen wir beide. 37
- 3:12,460 Und mir hat das total Spaß gemacht, weil man da ja im Regionalfernsehen auch so viel lernen kann und so viel selber machen kann. 38
- 3:19,580 Dann habe ich das Volontariat gemacht und wie du ja weißt, wie du weißt, haben wir da ja echt alle Themen abgedeckt, die wir abdecken kann. 39
- 3:29,220 Und ich habe dann auch viele, viele soziale Themen gemacht und habe aber gemerkt, dass das geht mir echt immer ans Herz. 40
- 3:39,500 Also ich habe da schwer abschalten und die Distanz bewahren, 41
- 3:45,900 die man als gute Journalistin auch unbedingt braucht und habe dann als Station irgendwann explosiv gemacht. 42
- 3:54,690 Und da habe ich gemerkt also das ist es, das das ist es. 43
- 3:57,970 Das macht Spaß. Also ich habe schon immer irgendwie Promis, Promi Team, Red Carpet und Mode geliebt. 44
- 4:04,490 Und diese Leichtigkeit und da den Abstand zu gewinnen, weil das Personen des öffentlichen Lebens sind, 45
- 4:11,210 die die Profis sind und da auch eine gewisse Leichtigkeit mitbringen. 46
- 4:16,170 Und dann bin ich da gelandet und habe da irgendwie über 15 Jahre als Reporterin gearbeitet und habe das auch geliebt. 47
- 4:23,050 Es ist schwierig, da eigentlich an solche Leute wie George Clooney oder so ranzukommen oder wie Wie hat das funktioniert? 48
- 4:31,170 Du standest ja sicherlich nicht in irgendeiner Nespresso Bar und dann ist George vorbeigekommen. 49
- 4:38,610 Clooney. Was ist tatsächlich ein Event? Oh, das weiß ich gar nicht mehr. 50
- 4:43,730 Es war irgendwo. Das war irgendein Event, wo der Stargast George Clooney war. 51
- 4:49,290 Und Thomas Gottschalk war auch da. Das war irgendwie baden, Baden, glaube ich, so ein Event. 52
- 4:55,020 Und da war ich sehr aufgeregt, muss man sagen und stand am roten Teppich. 53
- 4:58,580 Und irgendwie habe ich das geschafft, so die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und ihn dann in ein Gespräch zu verwickeln. 54
- 5:06,300 Da kann man natürlich keine tiefen Interviews führen am roten Teppich, aber mit George Clooney funktionierte das ganz gut, mit so ein bisschen bunter. 55
- 5:14,380 Also so ein bisschen necken. Der ist ja auch so charmant. Und ich war wirklich dann zwei Wochen lang richtig verliebt. 56
- 5:20,100 Es war richtig crazy. Also da hat es mit dem Abstand wirklich so funktioniert, mit dem journalistischen Abstand. 57
- 5:28,780 Ich weiß nicht. Meine Frau, meine Freundin, meine beste Freundin und Mitbewohnerin, die auch bei Explosiv gearbeitet hat. 58
- 5:33,340 Die meinte dann zu mir Was ist los mit dir? Du bist einfach auf Wolke sieben und ich meine, das ist der George Clooney Effekt. 59
- 5:40,220 Aber ja, für alle von außen. Wir hören ja gerade am Red Carpet die ganzen Reporterinnen und Reporter auf zu rufen. 60
- 5:47,020 Also dieses Aufmerksamkeit gewinnen. Wie? Ja, wie funktioniert das denn? 61
- 5:53,320 Rufst du dann? Ja. Also, wie können wir uns das vorstellen? Ja, leider, leider muss man das machen. 62
- 6:00,760 Das war auch immer. Ich bin ja eher ein zurückgenommener Mensch und nicht so laut. 63
- 6:06,920 Und das hat mich auch viel Überwindung gekostet. Immer. Man muss auf dem Red Carpet Wenn es so ein Stargast wie George Clooney gibt, 64
- 6:14,560 muss man rufen und winken Und komm mal her, hier, jetzt und hier Und dann. 65
- 6:21,600 Und ich habe den Mut auch immer gefasst, weil man dann natürlich da auch nicht so alleine steht, 66
- 6:26,480 sondern mit einem Kamerateam, Kameramann oder Kamerafrau und Ton, Ton, Frauen oder Männer. 67
- 6:34,960 Und da tritt man dann als Team auf und dann hat das. Dann hat man so ein bisschen Backup, das man dann rufen kann. 68
- 6:39,080 Aber es gibt auch rote Teppiche, da ist das ganz toll organisiert. Dann ist man da so aufgereiht, je nach Sender. 69
- 6:45,800 Und dann kommen die Promis einfach von Sender zu Sender und bleiben bei dir stehen, ohne dass man rufen muss. 70
- 6:51,080 Aber man muss sagen, mir hat das immer mehr Spaß gemacht, wenn ich so ein eins zu eins Interview habe, 71
- 6:56,680 weil man da mehr auf die Person irgendwie eingehen kann, 72
- 6:59,960 weil so ein Interview ist ja wie so ein Kennenlernen und wie so ein Gespräch mit jemanden, 73
- 7:06,440 den man noch nicht so gut kennt und irgendwie was über den erfahren möchte. 74
- 7:09,880 Und das funktioniert dann irgendwie in dem Wahnsinn nicht so gut. 75
- 7:13,480 Und bei so eins zu eins Interviews hat man dann die Möglichkeit einfach in die Augen zu schauen, 76
- 7:18,600 unabgelenkt zu sein und auf die Antworten anders einzugehen. 77
- 7:22,280 Was macht das denn mit deinem Leben, 78
- 7:24,200 wenn du auf der einen Seite Glamour Red Carpet Promis und andererseits bist du halt die ganz normale Jessi und kommst nach Hause in deine Wohnung? 79
- 7:34,880 Ja, und dann, äh, ja. Ach, das konnte ich aber immer ganz gut trennen. 80
- 7:39,120 Also ich hatte nie das Bedürfnis, irgendwie diese Welt mitzunehmen in mein Privatleben. 81
- 7:46,000 Ich wusste auch, ich gehöre da nicht dazu und das ist auch gesund und kurz. 82
- 7:52,950 Man sollte nie versuchen, ein Teil dieser Welt zu werden. Weil dann kann man das nicht mehr trennen. 83
- 7:58,870 Und das war. Das war immer ganz gut. 84
- 8:00,910 Ich habe mich dann in die Joggingbuchse geschossen und dann und dann meine Cartoons geguckt im Fernsehen zum Ablenken. 85
- 8:07,430 Also das ist das war nie Teil meiner Welt. Silvia Hatte ich ja gerade gefragt, Ist das eigentlich ein richtiger Job? 86
- 8:13,430 Und die Frage ist ja irgendwie für alle Menschen von außen auch. 87
- 8:18,390 Also die wurde mir auch schon gestellt, nach dem Motto Was macht ihr denn da den ganzen Tag beim Fernsehen? 88
- 8:22,990 Und wenn die Leute dann miterlebt haben, wie das auf Dreh ist und dass wir teilweise nicht mal 12:00 gegessen haben, 89
- 8:27,710 sondern tatsächlich enorm unter Druck waren und auch, sage ich mal, 90
- 8:30,670 8 bis 18 Stunden Tage hinter uns hatten, dann ist das ja oft von außen schwer greifbar. 91
- 8:36,310 Und ich finde, gerade in der Welt, in der du so viele Jahre warst, also auch vom Fernsehen aus gesehen, herrscht ja schon ein schöner Druck. 92
- 8:45,590 Du musst liefern. Und wenn du ohne Interview kommst, ja was dann? 93
- 8:49,120 Und die Beiträge müssen fertig werden. Also kannst du uns da mal ein bisschen so reinholen, wie viel Druck tatsächlich auch da ist? 94
- 8:56,360 Auch Quotendruck? Ja, also das war es ist so schön, das auch alles wahr und so viel Spaß das auch gemacht hat. 95
- 9:04,720 Wenn man auf so einen Red Carpet gegangen ist und irgendwie nichts dabei rumgekommen ist. 96
- 9:11,720 Das war der persönliche Ehrgeiz, der dann natürlich ein Kratzer bekommen hat. 97
- 9:16,680 Aber natürlich, wir müssen diese Sendung füllen, Wir brauchen ein Thema. Und gerade bei Promis geht es um die Sendung sagt Das ist exklusiv. 98
- 9:23,720 Du musst mit exklusiven Themen kommen. 99
- 9:26,440 Und dazu gehört auch, manchmal, unangenehme Fragen zu stellen und nicht die, der Sonnenschein zu sein, der irgendwie ein leichtes Interview macht. 100
- 9:34,680 Dazu gehört auch Kritische Fragen sind, was die Leute interessiert. Und das hat, da habe ich mich auch selbst sehr unter Druck gesetzt. 101
- 9:41,200 Und das Umfeld hat auch diesen Druck gemacht, weil klar, es geht um Quoten, es geht um exklusive Themen, es geht darum, was mitzubringen. 102
- 9:48,790 Am Anfang habe ich auch sehr viel gedreht, als ich noch in Hamburg war, im Außenstudio und auch noch mehr Events in Hamburg waren. 103
- 9:55,350 Und am Anfang auch. Als ich dann nach Köln gewechselt bin und da war schon ein großer Druck, den ich mir selbst gemacht habe, 104
- 10:02,550 aber der natürlich auch bei so einem schnelllebigen Medium, wie Fernsehen es damals war, auch ist. 105
- 10:08,630 Und mit exklusiven Stories zu kommen ist halt. Ja, das ist halt der Titel der Sendung Du musst liefern und wenn du nicht lieferst, dann ist halt blöd. 106
- 10:20,430 Dann ist es, dann hat man nicht, kann kein Ärger bekommen. Aber natürlich ist es dann. 107
- 10:25,430 Dann macht man sich selber auch irgendwie Vorwürfe. Was habe ich denn da gemacht und warum habe ich dann die nichts gebracht? 108
- 10:30,910 Und dann habe ich auch manchmal vielleicht zu viel gemacht. 109
- 10:34,470 Weil wenn man dann sich selbst so ein Druck macht, dann dann will man halt die Frage oder die Antwort haben und geht dann halt so weit. 110
- 10:42,510 Vielleicht manchmal auch, wie man normal nicht gehen würde oder fragt vielleicht auch manchmal ein bisschen frecher. 111
- 10:50,580 Was ich vielleicht im Privatleben nicht machen würde. Das war auch ganz wichtig. 112
- 10:54,620 Immer, dass ich dann irgendwie Leute hatte, die mich dann auch wieder auf die richtige Spur geschickt haben und mir gesagt haben Guck mal, was. 113
- 11:01,180 Wie würdest du das finden, wenn dich jemand so was fragt? Irgendwie. Und da. 114
- 11:06,260 Da habe ich dann in all den Jahren eine gute Balance gefunden, auch für mich. 115
- 11:09,180 Weil das ist auch wichtig, Sonst kann man den Job nicht so lange machen, wenn man da irgendwie persönliche Grenzen überschreitet. 116
- 11:15,340 Ja, sie ist. Meinst du, uns ist unsere Zeit schnelllebiger geworden, gerade in Bezug auf Promis? 117
- 11:21,300 So ein George Clooney, oder der ist ja schon ewig im Geschäft, der große Charmeur und allen bekannt. 118
- 11:28,260 Und mir fallen im Moment gar keine Prominente ein, die tatsächlich ähnliches Charisma haben. 119
- 11:37,860 Ja, also ich glaube schon, dass es schnell, dass es sich ändert und schnelllebiger wird und ganz andere Art von Prominenten gibt mittlerweile. 120
- 11:47,170 Also es sind so viele Medien Dazu gekommen und so viele Möglichkeiten, eine große Bekanntschaft zu bekommen, 121
- 11:55,210 dass da eine ganz andere Art von Prominenten auch gekommen ist und das gar nicht möglich ist, alle zu kennen. 122
- 12:02,930 Also ich, ich kenne. Ich kenne da auch nicht mehr alle. 123
- 12:05,130 Weil wenn du so ein Nischenpromi bist oder so, dann, dann ist das, dann ist das halt nicht wie George Clooney und so, 124
- 12:12,490 es ist schon schneller geworden und es ist auch schon schneller geworden, 125
- 12:16,810 was so Themen angeht, ne, 126
- 12:18,090 Weil auf einmal sitzt du im Schnitt mit einem Beitrag und einem Interview und dann kommt die nächste Schlagzeile und die nächste Schlagzeile. 127
- 12:24,450 Und man muss bis kurz vor der Sendung gucken, dass man wirklich alles drin hat im Beitrag. 128
- 12:30,930 Also ich würde sagen, es ist schon schneller geworden und anders geworden. 129
- 12:34,730 Es ist schnelllebiger geworden und das normale Fernsehen TV spielt vielleicht auch gar keine große Rolle mehr. 130
- 12:42,820 Wenn ich sehe, dass Influencer Millionen Follower haben auf Insta oder YouTube, die aber niemals im TV waren und die ich zum Beispiel. 131
- 12:51,500 Teilweise auch gar nicht kenne, dass man denkt was ist das für ein Kind, Welche Schminktipps oder so? 132
- 12:56,780 Oder Beauty Palace sowieso Ist das. 133
- 12:59,540 Ist das manchmal für dich auch auf eine Art merkwürdig gewesen, dieses diese Entwicklung zu beobachten? 134
- 13:06,340 Wir haben ja nun mal klassisch Fernsehen machen gelernt und heute können ja fast alle Content machen. 135
- 13:13,420 Ja, das war total schwierig und am Anfang war das auch so Ach, jetzt muss man irgendwelche Instagram Videos, 136
- 13:19,020 die Leute selbst gepostet haben, irgendwie mit in die Beiträge reinnehmen. 137
- 13:23,540 Das weiß ich doch. Das haben wir uns alle so ein bisschen am Anfang nicht gewehrt, aber das ist halt so ungewohnt, ne? 138
- 13:31,620 Womit wir uns dann beschäftigt haben, ist dann halt schon zu sagen ja, komm, wie können wir uns denn dann noch unterscheiden, 139
- 13:39,140 wenn die Leute einfach selbst viel privatere, viel, viel bessere Einblicke geben auf ihren persönlichen Accounts? 140
- 13:45,290 Aber der Unterschied bei uns war dann noch die Einordnung, weißt du, 141
- 13:49,450 weil es ist dann eine sehr subjektive Sicht auf die Dinge und die zeigen natürlich nur, was das was sie wollen. 142
- 13:56,930 Und wir haben dann noch die Einordnung gemacht von außen oder das zusammengefasst das Thema, dass die Leute das dann einfach noch mal sehen können. 143
- 14:05,290 Und die Promis. Ja, das war dann tatsächlich so, 144
- 14:08,370 dass man sich noch mal anders vor einem Dreh oder so vorbereiten musste und wirklich recherchieren musste Wer sind die Leute? 145
- 14:15,570 Was? Was macht die aus? Wie kann ich die auch einem Publikum sichtbar machen, 146
- 14:21,690 die so wie ich sind und die vielleicht nicht kennen und trotzdem klar machen, dass das Promis sind? 147
- 14:27,970 Ja, also es hat sich schon verändert über die Zeit. Du machst ja jetzt was ganz anderes. 148
- 14:32,410 Ja, sie ja auch Aufgrund dieser ganzen Veränderung, oder? 149
- 14:36,010 Wie bist du auf deinen jetzigen Lebensunterhalt gekommen? 150
- 14:40,850 Erzähl doch mal! Ich mache ja jetzt was ganz anderes. Ich habe mich nach ganz vielen Jahren entschieden. 151
- 14:47,480 RTL und die Sendergruppe zu verlassen und vertreibe jetzt handgefertigte 152
- 14:54,520 Teppiche aus der Heimat meines Vaters aus der Türkei und arbeite da mit Frauen, 153
- 15:00,760 Kooperativen zusammen und mit Frauen, um diese alte Handwerkskunst irgendwie wieder sichtbar zu machen. 154
- 15:07,560 Und nicht vergessen zu machen. Und das ist tatsächlich was ganz anderes. 155
- 15:12,080 Also ich weiß gar nicht, wo soll ich anfangen? Vielleicht fängst du sonst kurz da an? 156
- 15:17,400 Du hast dich entschieden. Hast du gerade gesagt, die Sendergruppe zu verlassen? Ja. 157
- 15:21,680 Was waren deine Beweggründe? Du warst zuletzt ja auch Redaktionsleitung von Prominent. 158
- 15:26,800 Bist ja beruflich ganz schön hoch gekommen. 159
- 15:30,760 Die Karriereleiter. Ja, genau. Ich habe prominent als Redaktionsleiterin betreut und die Vox Stimme. 160
- 15:38,200 Die Inhalte auf der Vox.de und die Prominent Spezial. Das waren so kleine Dokuformate oder lange Reportagen. 161
- 15:45,240 Ja, es war halt. Ich glaube, man muss das gesamt sehen, dass Fernsehen sich natürlich sehr verändert hat, 162
- 15:53,160 ganz andere Ansprüche gibt, gleichzeitig aber weniger Ressourcen. 163
- 15:59,120 Man muss mit weniger. Also die fetten Jahre sind halt vorbei. 164
- 16:02,720 Man muss mit weniger Geld Themen generieren, man kann nicht mehr die großen Drehs machen, irgendwie überall hinreisen, überall Reporter hinschicken. 165
- 16:11,200 Das muss auch gar nicht sein. Aber für mich war das halt schwer, weil ich natürlich ein kleiner Streber bin. 166
- 16:19,600 Ich möchte die beste Sendung und die besten Sendungen produzieren. 167
- 16:23,040 Ich möchte aber auch, dass die Redakteure und die Leute, die an der Sendung arbeiten, 168
- 16:29,520 denen auch gut geht und trotzdem die Sendergruppe zufrieden mit mir ist, die Quoten stimmen usw. 169
- 16:37,960 Und da habe ich mich so ein bisschen selbst verloren drin in dieser Rolle. 170
- 16:41,870 Das wurde einfach. Ja, man muss halt Abstriche machen irgendwo und das konnte ich nicht und habe die Abstriche dann in meinem Privatleben gemacht. 171
- 16:51,830 Und dann irgendwann ging es nicht mehr. Also bei mir war das wirklich so, dass mein Körper gesagt hat So nicht. 172
- 16:58,830 Ich wurde immer kränker, immer öfter krank. 173
- 17:01,030 Und dann, ab einem gewissen Zeitpunkt kam dann so wie hat mein Körper die Notbremse gezogen und Schluss jetzt gesagt und dann bin ich lange, 174
- 17:10,270 lange ausgefallen und habe gemerkt ja, also ich muss mich jetzt entscheiden. 175
- 17:15,710 Wenn ich ganz ehrlich bin, so macht mir das keinen Spaß mehr. Ich habe meinen Job immer geliebt. 176
- 17:20,390 Ich habe das alles geliebt. Aber so werde ich nur unglücklich und kann so nicht weitermachen. 177
- 17:26,470 Und dann war die große Frage Was mache ich jetzt? Ich bin ein großer Sicherheitsmensch, sonst wäre ich auch so lange nicht da geblieben. 178
- 17:34,430 Wahrscheinlich. Und das hat lange gedauert, mir zu überlegen, was ich mache. 179
- 17:39,790 Können wir das so sagen? Du hattest ein Burnout. Ja, Ganz klassisch. Ja, ganz klassisch. 180
- 17:44,190 Das war. Es war ganz schwer für mich, das so wahr zu haben, weil ich immer dachte, ich habe nicht genug gearbeitet, 181
- 17:50,950 um ein Burnout zu haben, was ein klares Zeichen für ein Burnout ist, wenn man so denkt. 182
- 17:56,830 Ja, ich hatte ein ganz klassisches Burnout und bin dann auch echt ein Loch gefallen, weil ich einfach nicht wusste, wie es weitergehen soll. 183
- 18:04,710 Weil ich habe seit ich irgendwie seit ich Anfang 20 bin, schon im Studium immer nur Fernsehen gemacht und ich habe mich auch darüber definiert, ne? 184
- 18:15,990 Also das ist so, das war einfach ich und dann dachte ich, was bleibt denn jetzt noch von mir ohne das? 185
- 18:22,230 Und das war eine ganz krasse Reise, um zu gucken, was ist mir wirklich wichtig, Was möchte ich vom Leben, 186
- 18:27,550 Was bringt mir Freude und was kann ich machen, ohne wieder in so Strudel zu kommen? 187
- 18:35,190 Das hat echt ein Jahr gedauert. Die Handwerkskunst sozusagen, die ja deine Vorfahren schon, mit der sie sich schon beschäftigt hatten. 188
- 18:44,790 Das war wirklich. Wie das halt so ist. Dann wollte ich ein Buch schreiben, dann wollte ich eine Serie konzipieren. 189
- 18:51,510 Dann wollte ich einen Hundeladen aufmachen. Das wollte ich. 190
- 18:57,230 Also ich finde alle Ideen immer noch gut. Und dann? Ich weiß gar nicht mehr, wie die Idee aufgeploppt ist. 191
- 19:02,670 Irgendwie kam dann auf einmal diese Teppiche wieder. Ich bin immer mit Teppichen aufgewachsen. 192
- 19:08,150 Mein Vater kommt aus einer Region in der Türkei, wo Teppiche immer eine große Rolle gespielt haben. 193
- 19:13,950 Also gewebte Teppiche im sogenannte. Und in den 90er hat er auch Teppiche mitgebracht und die verkauft mit meiner Mama zusammen. 194
- 19:24,870 Also vertrieben, so nebenbei. 195
- 19:26,590 Und irgendwann haben die das dann aufgehört und wir hatten noch so viele Teppiche im Keller und die sind immer von Wohnung zu Wohnung mit mir gereist. 196
- 19:34,550 Ich konnte mir immer welche aussuchen und habe welche verschenkt. Und das war immer ein großer Teil meines Lebens. 197
- 19:42,420 Und dann dachte ich Das ist doch. Das ist doch krass, dass ich das eigentlich nicht mache. 198
- 19:47,820 Weil das verbindet so alles, was ich toll finde Interior Design, Handwerk, Tradition, Meine, meine Herkunft, meine Wurzeln. 199
- 19:59,060 Und dann hat mir meine Mutter erzählt, dass meine Oma ja tatsächlich eine Zeit lang auch selber Teppiche geknüpft hat. 200
- 20:07,380 Und dann war es für mich klar. Also dann dachte ich Ja, ist ja klar. 201
- 20:11,460 Und das ist weibliche Handwerkskunst, die irgendwie die Frauen dahinter werden so wenig gesehen. 202
- 20:17,700 Und dann dachte ich ach, das kann ich dann ja verbinden mit meinen. Mit meinem Storytelling, mit meinen Geschichten erzählen. 203
- 20:23,460 Und dass das jetzt halt keine Promis mehr sind, sondern Teppiche. Und die Frauen, die die ganz kunstvoll hergestellt haben. 204
- 20:29,260 Kennst du die Frauen, die die Teppiche herstellen? Persönlich leider nicht. 205
- 20:34,220 Also ich habe so eine Fernbeziehung mit denen. Ich habe verschiedene Frauen, 206
- 20:39,610 Kooperativen und Geführte Webereien oder kleine Werkstätten angeschrieben und wir haben 207
- 20:47,890 uns dann immer unterhalten und dann haben wir uns entschieden zusammenzuarbeiten. 208
- 20:52,290 Also die Weberinnen selbst kenne ich jetzt nicht oder die Teppichknüperin, aber das nehme ich mir vor. 209
- 21:00,690 Sobald ich wieder ein bisschen Geld habe, auf jeden Fall eine Riesen Türkei Rundreise zu machen und die alle mal persönlich kennenzulernen. 210
- 21:07,010 Weil ich habe das Gefühl, ich kenne die, weil ihre Persönlichkeit in den Teppichen stecken. 211
- 21:11,930 Also ich kenne die Chefs oder die die Vorstände der Kooperativen, mit denen bin ich immer im Kontakt. 212
- 21:19,730 Also du sagst jetzt, sobald du wieder Geld hast, was ist denn dein Plan? 213
- 21:24,530 Also ich meine, das ist ja auch ein ganz schön großer Schritt, aus dem Unternehmen rauszugehen. 214
- 21:28,370 Wirklich? Mit Ja, sicher ein sicherer Lebensunterhalt. Und ich sage Ja, die macht das. 215
- 21:35,690 Also wie funktioniert das jetzt für dich, dass du dein Lebensunterhalt auch sichern kannst? 216
- 21:40,890 Ja, ich habe gut verdient und ich bin nicht sehr gut mit meinem Geld umgegangen bzw 217
- 21:44,810 habe das auch gut ausgegeben und dann war das erstmal ein krasser Schock für mich. 218
- 21:50,250 Was mache ich denn jetzt? Und dann aus der Arbeitslosigkeit raus mit einer Gründung geht. 219
- 21:54,850 Das war auch ein anstrengender Prozess für mich, weil ich dann so ein Businessplan mit mit, mit, mit Einkünften usw erstellen musste. 220
- 22:05,530 Das hat auch gut funktioniert. Und jetzt ist es aber so, dass der Gründungszuschuss ausläuft und ich noch nicht von den Teppichen leben kann. 221
- 22:14,610 Also dafür muss ich da eben noch viel mehr Zeit geben. 222
- 22:18,450 Das trägt sich noch gar nicht. Und ich habe natürlich laufende Kosten. 223
- 22:23,170 Das war jetzt auch ein großer Unsicherheitsfaktor bei mir und ich als Sicherheitsmensch bin da auch wieder echt in Panik geraten, muss man sagen. 224
- 22:31,090 Und jetzt habe ich beschlossen, ich muss halt wieder in eine Anstellung gehen, ich muss Geld verdienen, dass ich meine Rechnungen alle zahlen kann, 225
- 22:40,290 dass ich irgendwie Jasmin am Leben erhalten kann und muss ein Job finden, wo ich nicht wieder in so viel Stress gerate wie damals. 226
- 22:51,090 Aber auch, was mir Spaß macht. Und da bin ich jetzt gerade auf dem Weg, irgendwie was zu finden und möchte Jasmin aber natürlich weiter vertreiben, 227
- 23:00,330 weil es einfach nicht nicht nur eine Einkommensquelle ist, sondern auch ein Herzensprojekt. 228
- 23:06,250 Was wäre denn das Wichtigste für dich, wenn du einen neuen Job oder wenn man dir einen neuen Job anbieten würde? 229
- 23:12,130 Was würdest du als den wichtigsten Punkt erachten, was du deinem Arbeitgeber dann sagen würdest? 230
- 23:17,690 Kein Stress. Kein Stress. 231
- 23:22,250 Ich kann einfach nicht mehr. Das ist auch ganz krass für mich, jetzt wieder zu bewerben. 232
- 23:25,450 Ich habe mich, seit ich 20 war, irgendwie nirgends mehr beworben, außer für das Praktikum bei RTL. 233
- 23:30,050 Das war das letzte Mal und da steht in einem dynamischen Umfeld und auch mal, wenn man belastbar sein soll usw, Ich bin nicht belastbar. 234
- 23:41,170 Ich möchte einfach einen Job haben, der interessant ist, aber der nicht belastend für mich ist. 235
- 23:49,370 Und dazu gehört kein übermäßiger Druck, kein Zeitdruck, kein dynamisches Umfeld, 236
- 23:57,130 sondern ein ruhiger Job mit netten Menschen und keine tägliche Bewertung mehr, Weil das war ja bei uns so! 237
- 24:05,450 Wenn jegliche Bewertung durch die durch die Sendungskritik, durch die Quote usw. 238
- 24:11,290 Das macht ja auch was mit einem das brauche ich alles nicht mehr. Auch viele Bewertungen des Äußeren. 239
- 24:17,210 Ich glaube, das ist schon auch ein extremes Umfeld sozusagen. 240
- 24:21,530 Ja, eben, das ist auch das, was einen dann so reizt an diesem Job und so, 241
- 24:26,770 das ist dann auch manchmal was dann vielleicht nach fast 20 Jahren einen dann auch ein bisschen dann weg bringt von diesem Job. 242
- 24:35,230 Alles ist aufregend, alles ist Lärm, alles ist Blitz und schnell und man trifft spannende Leute. 243
- 24:41,870 Das ist dann halt das, was ich dann am Ende nicht mehr will. 244
- 24:45,470 Also ich bewerbe mich für echt. Ich möchte in eine Behörde. Das ist mein großer Wunsch, weil ich immer denke, das ist so das Gegenteil. 245
- 24:52,310 Das müsstest du mal sehen, wie das Gesicht sehen. Ich grinse Nein. 246
- 24:59,150 Aber es ist wirklich so Ich weiß noch, als ich, als ich noch. 247
- 25:03,190 Als es mir noch ziemlich schlecht ging, da war mein großer Wunsch. 248
- 25:07,110 Ich möchte in irgendein Archiv im Keller und Sachen sortieren und Sachen sortieren, katalogisieren. 249
- 25:16,310 Und das war mein großer Traum, dass mich einfach niemand anguckt, 250
- 25:19,030 mich niemand anspricht und ich da jetzt im Keller mein Leben, meinen Lebensunterhalt mache. 251
- 25:26,950 Da bin ich jetzt schon wieder weg von. Also ich muss nicht mehr im Keller sein und ich will auch nicht mehr nur noch Sachen sortieren. 252
- 25:32,510 Dafür bin ich dann doch zu kommunikativ. Irgendwie ja. Aber ich habe immer noch dieses Gefühl, was ich möchte. 253
- 25:37,390 einfach etwas Langweiliges, aber nicht zu Langweiliges, aber etwas Langeweile oder etwas Ruhiges. 254
- 25:45,790 Genau. Nicht langweilig, sondern ruhig. Ruhig und beständig. Hätte man das dir vor 20 Jahren gesagt, hättest du wahrscheinlich zusammengebrochen. 255
- 25:55,910 Ja, auf gar keinen Fall. Ich hätte mir links und rechts eine Ohrfeige gegeben. 256
- 26:01,670 Aber die Langweiligkeit kann manchmal auch das Leben retten. Ja, total. 257
- 26:06,550 Und man muss auch sehen, was es am Ende wichtig im Leben Am Ende ist Wichtig, dass ich meine, dass es mir gut geht. 258
- 26:14,510 Dass ich, dass ich ein gewisses Gewissen Grad an Sicherheit habe, so dass ich dann irgendwie meine, meine Hobbies und Träume verwirklichen kann. 259
- 26:25,550 Und jetzt führe ich ein ganz beschauliches Leben mit meinem. 260
- 26:29,550 Ich habe einen kleinen Hund, ich habe einen kleinen Schrebergarten. Ich wohne in einer schönen kleinen Wohnung, die ich mir schön einrichte. 261
- 26:37,110 Habe mit Armin irgendwie ein Projekt, das mir total am Herzen liegt und mich wirklich glücklich macht. 262
- 26:44,950 Und jetzt fehlt nur noch ein Job, der das sichere, schöne Leben auch so macht. 263
- 26:50,470 Und ich brauche keine Reisen mehr nach New York Fashion Week oder zu Ich muss jetzt die Promis 264
- 26:56,070 nicht mehr persönlich treffen und mich darüber irgendwie auch so ein bisschen definieren. 265
- 27:00,590 Das ist. Das ist vorbei. Aber das ist halt ein Learning process für mich, dass das für mich so funktioniert. 266
- 27:07,670 Für andere ist es gewiss anders. Was hat dir eigentlich so in. 267
- 27:11,230 Wenn das nicht zu persönlich ist, in deiner schlimmsten Phase den Halt fürs Leben gegeben? 268
- 27:17,070 Ah ja, das waren tatsächlich meine Freunde und meine Familie. 269
- 27:22,510 Das hört sich dann immer so, ja so an, irgendwie. 270
- 27:26,110 Aber es war auch am Ende so ich habe viel immer für mich behalten, weil ich vor mir selber und vor anderen nicht schwach sein wollte. 271
- 27:34,500 Weißt du das? Ich wollte halt. Mein Umfeld war so stolz auf mich, als ich dann irgendwie Redaktionsleitung wurde. 272
- 27:42,140 Und ich war auch sehr stolz auf mich und ich wollte das irgendwie nicht nicht zeigen, 273
- 27:47,540 dass mir das von Anfang an irgendwie zu viel wurde und ich gemerkt habe, das bin ich ja gar nicht und habe dann nicht so viel geteilt. 274
- 27:54,540 Meine beste Freundin hat das schon immer gemerkt, dass es mir nicht gut geht, sich auch Sorgen gemacht. 275
- 28:00,380 Und meine Familie ist ja in Hamburg, nicht in Köln. Die haben das irgendwie auch ein bisschen gemerkt, aber waren da vielleicht zu weit weg. 276
- 28:07,020 Und dann, als es mir schlecht ging, hat es mir am meisten geholfen, dass ich einfach gesagt habe Leute, 277
- 28:13,780 ich habe einen Burnout und mir war das zu viel und mir war das schon lange zu viel und mir geht es schlecht. 278
- 28:18,580 Und dieses, was ich mir selber oft eingeredet habe, dieses Du bist zu schwach und noch nicht mal das hast du hinbekommen und und so, 279
- 28:29,700 dass mein Umfeld mir gar nicht gespiegelt, sondern haben mich da irgendwie haben mich da aufgefangen. 280
- 28:36,060 Ja, das war echt schön. Und es war auch ein langer Prozess. 281
- 28:40,220 Und dann war das auch ganz toll, dass ich dann auch andere geöffnet haben, die vielleicht eine ähnliche Geschichte haben. 282
- 28:48,020 Und das hat die Freundschaft einige Freundschaften auch vertieft. 283
- 28:53,780 Weil sobald man ehrlich ist und sich ganz öffnet, 284
- 28:56,260 wird die Freundschaft nur noch schöner und die echten Freundschaften und niemand wird einen dann verurteilen dafür. 285
- 29:05,700 Und das war ein schönes Erlebnis, was ich dann erst so richtig zu schätzen wusste. 286
- 29:10,700 Und das hat mich tatsächlich daraus getragen. Und mein Hund Vito aber auch eigentlich wirklich für mich eine. 287
- 29:20,420 Ja, ich ziehe den Hut vor dir, dass du diesen Job freiwillig verlassen hast, diese Entscheidung getroffen hast. 288
- 29:28,540 Natürlich mit diesem Hintergrund, dass es dir nicht gut ging. 289
- 29:32,380 Ich glaube aber, dass du da in gewisser Weise auch anderen Menschen einen Weg bereiten kannst zu sagen, 290
- 29:37,060 wenn es wirklich körperlich nicht mehr geht oder mental. 291
- 29:40,140 Dann muss ich versuchen, bevor ich krank werde, nicht den Schein zu wahren, sondern das zu tun, 292
- 29:46,420 wenn ich die Chance habe, was meinen Lebensunterhalt auf eine andere Art und Weise sichert. 293
- 29:51,500 Na total, total. 294
- 29:53,580 Weil ein kleiner Teil von mir war manchmal auch so oder du gehst halt zurück oder du gehst halt zurück und versuchst das so ein bisschen so zu machen, 295
- 30:04,700 dass es nicht mehr so viel Druck ist und dass er das was ist. Aber für mich war irgendwie ganz klar von innen heraus. 296
- 30:11,820 Das geht so nicht mehr. 297
- 30:13,540 Dieses Umfeld, was so wahnsinnig spannend und schnell und kommunikativ ist und aufreibend ist, das geht für mich einfach nicht mehr. 298
- 30:24,260 Und mein Psychiater hat zu mir auch gesagt am Anfang, ich soll jetzt nicht in der Phase, in der es mir ganz schlecht geht, 299
- 30:32,450 Entscheidungen fällen, weil man ist nicht man selbst oder Ich war nicht ich selbst in dieser Phase. 300
- 30:38,250 Ich war eine andere Version von mir und ich soll warten, bis es mir besser geht und dann diese Entscheidung treffen. 301
- 30:44,370 Und das war auch gut so, das habe ich auch gemacht. Ich habe halt gewartet, bis es mir besser ging und dann offiziell die Entscheidung getroffen. 302
- 30:51,130 Aber das war in meinem Herzen, wusste ich schon die ganze Zeit und war auch fast ein bisschen sauer. 303
- 30:57,850 Manchmal, wenn die Leute gesagt haben Ach ja, jetzt schau doch mal, so ne, ich weiß, dass ich das ist nicht mehr mein Weg. 304
- 31:07,890 Und das war schon, wenn ich ehrlich bin, auch schon länger nicht mehr mein Weg. 305
- 31:11,250 Und ich habe das halt alles so ein bisschen runter gedrückt und dann hat mein Körper mir gesagt, 306
- 31:16,890 dass das so nicht mehr geht und dafür bin ich dem auch sehr dankbar. 307
- 31:20,970 Also ich brauchte das. Ich glaube, das braucht auch Zeit einfach. Und das war, glaube ich dann auch genau der richtige Tipp. 308
- 31:26,090 Also wir geben ja hier keine Tipps in unserem Podcast und lassen unsere unsere Gäste sprechen und das ist für jeden anders. 309
- 31:32,570 Einige können das sofort die Tür zumachen und was Neues machen. 310
- 31:36,930 Klar, Aber ich glaube auch, dass man gerade in solchen Phasen wirklich nicht man selbst ist. 311
- 31:42,090 Und wenn man da Entscheidungen trifft, dann tut es einem nachher wahrscheinlich unendlich leid. 312
- 31:47,770 Und wenn man sich nicht die Zeit nimmt? Ja, ja, total. 313
- 31:51,130 Weil es hätte ja auch sein können, dass ich dann irgendwie sage okay, ich mache halt was anderes im Sender oder ich gestalte mir das um. 314
- 31:58,090 Aber für mich war es so. Genau. Aber es ist für jeden unterschiedlich. 315
- 32:02,610 Ich weiß auch von von Menschen, die was ähnliches hatten und die dann wieder zurück gegangen sind. 316
- 32:09,930 Und. Aber für mich war es nicht der Weg ganz zum Schluss. 317
- 32:12,570 Wenn du jetzt an einem Küchentisch sitzen würdest mit einer Person, die gerade ähnliches durchmacht. 318
- 32:19,850 Was würdest du genau jetzt zu diesem Menschen sagen? 319
- 32:24,290 Dieses Ja auf der einen Seite. Warte erst mal ab, dann fällt noch keine Entscheidung. 320
- 32:29,790 Aber gibt es noch was anderes, wo du rückblickend sagst Ja, diesen Tipp hätte ich gern bekommen. 321
- 32:35,510 Ach, ich weiß gar nicht. Ich würde immer sagen, Du bist nicht allein. Du bist nicht allein damit. 322
- 32:41,710 Es gibt ganz viele, denen es genauso geht. Mir hat das total geholfen, dass mir Leute gesagt haben Bei mir war das genauso. 323
- 32:48,750 Oder ich hatte das auch. Oder weil ich dachte, ich wäre zu schwach. 324
- 32:54,790 Du, Ich weiß. Ich dachte, das wäre mein Problem. Ich. 325
- 32:58,950 Das wäre. Das liegt an mir, weil ich irgendwie nicht stark oder tough genug bin. 326
- 33:05,750 Aber als mir dann so Leute gesagt haben, wie es ihnen geht, dachte ich Ja, 327
- 33:10,310 vielleicht ist das das ist nicht nur meins, das ist ein Problem, was viele haben. 328
- 33:14,830 Und es liegt nicht an mir. Ich war nicht zu schwach, sondern es ist halt das passiert. 329
- 33:19,510 Halt! Ja, das würde ich vielleicht sagen. Ja. 330
- 33:23,030 Vielen, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte erzählt hast. 331
- 33:26,030 Ich kann mir vorstellen, dass ich wirklich viele Menschen damit auch identifizieren können. 332
- 33:30,590 um eben auch wieder Halt zu finden, wenn sie gerade keinen Halt haben bezüglich ihres Lebensunterhalts. 333
- 33:36,590 Danke dir. Vielen Dank, dass du so ehrlich warst und auch gesagt hast Meine Familie, die ist ja woanders, die haben was ganz anderes gedacht. 334
- 33:44,190 Und ja, dass du auch eine Zeit lang einfach weitergemacht hast, obwohl es dir schlecht ging und dann aber für dich herausgefunden hast. 335
- 33:53,710 So, jetzt mal ehrlich. Und ich sage jetzt einfach, wie es mir geht. Also da gehört eine ganze Menge Mut und auch Kraft dazu. 336
- 34:00,990 Und ja, Hut ab, dass du das gehabt hast. Danke, danke, danke, danke. 337
- 34:06,270 Dann wünschen wir dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg mit Jamin. Und dass du. 338
- 34:10,070 Ja, Danke schön. Ja, jetzt den Weg gehen kannst, der dich glücklich und zufrieden macht. 339
- 34:15,350 Und. Ja, ihr da draußen. 340
- 34:18,510 Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast teilt und weiter empfehlt, abonniert oder uns eine Mail schreibt, wenn euch das ähnlich ging. 341
- 34:27,340 Also Mail an Kontaktat Die Botschafterin. Wir freuen uns auf jede Zuschrift und beantworten die auch. 342
- 34:35,740 Ganz bestimmt. Und Jassy an dich. Nochmal Ich wünsche dir, dass du einen ganz langweiligen, tollen Job findest. 343
- 34:41,740 Danke schön. Mit Sachen sortieren im Keller oder Bücherei oder Bibliothek. 344
- 34:47,380 Das finde ich zum Beispiel nicht langweilig. 345
- 34:48,300 Aber ich glaube, dass da die Menschen so richtig wertschätzend sind, wenn sie da einen tollen Tipp bekommen oder so Und das es gibt glaube ich ganz, 346
- 34:56,940 ganz viele Jobs, die nicht im Keller stattfinden, aber wertschätzend sind und das Menschen dann genau erkennen auch was in dir steckt. 347
- 35:04,900 Tschüss und vielen Dank. Tschüss. Lebensunterhalt Ein Podcast von Dorothee und Sylvia Jansen aka die Botschafterinnen. 348
- 35:13,260 Abonniere diesen Podcast und verpasse keine Folge mehr. Und denkt bitte daran das Leben ist kein Lebenslauf.