Latest / Am Ballhausplatz / Folge 21: Schulstart 2026: Was sich jetzt ändert.
Transcript
- 0:00Wir haben zu viele Jugendliche ohne Pflichtschulabschluss,
- 0:02die nicht gut die Sprache können, die kaum Chancen am Arbeitsmarkt haben. Das wollen wir ändern über
- 0:07Mittlere Reife. Bedeutet, wir zählen Schulpflicht nicht mit Jahren, 9 Jahre und dann ist vorbei,
- 0:13sondern wir schauen, was können die Jugendlichen am Ende der Schule. Und wenn sie die Kompetenzen
- 0:18noch nicht haben, dann müssen die noch weiter vertieft und verstärkt werden,
- 0:22denn unsere komplexe Gesellschaft braucht gute Bildung. Gute Bildung
- 0:26ist das A und O. Es ist die Startrampe für ein selbstbestimmtes und gelungenes Leben.
- 0:31[Musik]
- 0:34Moderatorin: Willkommen „Am Ballhausplatz“, dem Podcast des Bundeskanzleramts Österreich. Mein
- 0:39Name ist Annette Weber und gemeinsam blicken wir hinter die Kulissen und
- 0:42sprechen über aktuelle Themen. Ja, die Sommerferien gehen zu Ende,
- 0:46die Schultaschen werden wieder gepackt und für rund 1,1 Millionen Schülerinnen und Schülern
- 0:51geht's schon bald wieder los. Der Schulbeginn bringt natürlich auch sehr viele Fragen mit
- 0:57sich und genau über diese Fragen wollen wir heute sprechen mit Bildungsminister
- 1:00Christoph Wiederkehr. Herzlich willkommen. Schön, dass Sie heute unser Gast sind.
- 1:03Bildungsminister Christoph Wiederkehr: Sehr gerne. Freue mich mit dabei zu sein.
- 1:05Moderatorin: Herr Minister, wie gesagt, bald geht's wieder los. Einige haben ja noch ein
- 1:09bisschen eine Verschnaufpause, andere wiederum sind schon seit Montag wieder
- 1:13in der Schule. Da hat die Sommerschule begonnen. Die Sommerschule gibt's ja
- 1:17schon länger. Aber heuer gab es eine ganz wichtige Neuerung, glaube ich. Was war da?
- 1:22Wiederkehr: Am Montag ist es für einige schon losgegangen in Ostösterreich, nämlich in Wien,
- 1:26Niederösterreich und Burgenland. Ich war selber in einer Schule in Wien im
- 1:3016. Bezirk zu Besuch und da haben mir die Kinder erzählt, sie haben sich gefreut,
- 1:34dass es endlich wieder losgegangen ist. Ich weiß nicht, ob das bei allen der Fall ist,
- 1:38aber als Bildungsminister freut man sich natürlich, wenn Kinder schon gerne
- 1:42im Sommer lernen. Die Sommerschule hat sich die letzten Jahre sehr, sehr gut etabliert,
- 1:45ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Und heuer ist diese erstmals verpflichtend für Kinder, die nicht
- 1:50ausreichend Deutsch können, denn wichtig ist, dass alle Kinder, die in Österreich aufwachsen,
- 1:55die deutsche Sprache gut beherrschen. Und für diejenigen, die das noch nicht gut genug können,
- 2:00die müssen heuer 2 Wochen in die Sommerschule kommen. Ich sehe das als Startvorteil, um dann
- 2:05im kommenden Schuljahr wieder gut mitzukommen, wieder sich an den Alltag zu gewöhnen, ans Lernen
- 2:10zu gewöhnen, an die deutsche Sprache zu gewöhnen, um so allen Kindern gute Bildungschancen zu geben.
- 2:15Moderatorin: Wissen wir in etwa, wie viele Schülerinnen und Schüler in der Sommerschule sind?
- 2:18Wiederkehr: Ja, es sind heuer über 58.000 Kinder in ganz Österreich, die sich entweder freiwillig
- 2:25gemeldet haben oder dazu verpflichtet worden sind. Das sind immerhin 17.000 mehr als im Jahr davor.
- 2:31Das ist eine wirkliche Erfolgsbilanz und ein ganz wichtiges Instrument für mehr
- 2:37Chancengerechtigkeit. Da geht's um individuelle Förderung, insbesondere bei den Grundkompetenzen,
- 2:44beispielsweise Mathematik, aber auch die Sprache. Und es geht auch darum,
- 2:48dass für die Eltern das ein gutes Angebot ist, nämlich wenn am Schluss der Ferien
- 2:53hier auch eine Betreuung und Bildung der Kinder in der Schule stattfinden kann.
- 2:57Moderatorin: Sie haben gesagt, das sind mehr als letztes Jahr,
- 3:00mehr Schülerinnen und Schüler. Gab's auch genügend Lehrkräfte und genügend Plätze?
- 3:04Wiederkehr: Es gab genug Lehrkräfte, die sich gemeldet haben. Das war tatsächlich eine spannende
- 3:09Frage, ob mit der Verpflichtung auch ausreichend Lehrkräfte sich freiwillig melden. Wir haben mehr
- 3:15als genug Lehrkräfte gefunden. Über 7.000 wollten mitmachen. Es gibt hier auch ein klares Signal der
- 3:22Lehrkräfte, dass sie in der Sommerschule arbeiten wollen. Ungefähr 4.500 haben wir ausgewählt. Es
- 3:27sind Lehrkräfte, die schon unterm Schuljahr unterrichten, aber auch Studierende aus dem
- 3:33Lehramtstudium, die dann im Sommer das machen, und beispielsweise auch ein paar pensionierte
- 3:37Lehrkräfte, die sagen, das ganze Jahr nicht mehr, aber 2 Wochen im Sommer mache ich das noch gerne.
- 3:43Moderatorin: Herr Minister, kann man nach 2 Wochen tatsächlich einen
- 3:46messbaren Fortschritt beim Deutschlernen erwarten?
- 3:50Wiederkehr: Ich würde nicht unterschätzen, wie schnell Kinder lernen können,
- 3:54wenn das Umfeld gut ist und wenn sie wollen. Das Gute an der Sommerschule ist,
- 3:58das sind kleinere Gruppen. Es sind spezialisierte Lehrkräfte auch auf Deutsch als Zweitsprache,
- 4:04das heiß, die haben hier Fortbildungen gemacht. Und in den 2 Wochen kann man einiges bewegen.
- 4:10Man kann natürlich nicht von gar nicht Deutsch zu perfekt Deutsch, aber um das geht's ja auch
- 4:15gar nicht, sondern es geht darum, auch wieder in die Sprache hineinzukommen,
- 4:18in Alltag hineinzukommen. Es gibt viele Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, die den ganzen
- 4:24Sommer über gar nicht Deutsch sprechen. Und da machen 2 Wochen einen riesigen Unterschied,
- 4:29weil die dann auch wieder am ersten Schultag in Schwung gekommen sind. Die sind schon im ersten,
- 4:35zweiten Gang und können dann gleich weiter in der Schule durchstarten.
- 4:41Moderatorin: Ich nehme an, die Sommerschule wird's
- 4:42auch nächstes Jahr geben. Kann man da mit weiteren Neuerungen rechnen?
- 4:46Wiederkehr: Auf jeden Fall. Die Sommerschule ist gekommen, um zu bleiben, weil sie so angenommen
- 4:50gut angenommen wird. Auch nächstes Jahr ist das Ziel, sie weiter auszubauen. Es werden auch noch
- 4:56mehr Schülerinnen und Schüler verpflichtet werden. Heuer waren es diejenigen, die fast überhaupt kein
- 5:02Deutsch gekonnt haben. Nächstes Jahr auch diejenigen, die schwere Mängel haben. Also,
- 5:06wir weiten auch die Verpflichtung aus auf eine neue Gruppe, für die es auch wichtig ist. Und ich
- 5:12bin sehr, sehr zuversichtlich, dass auch nächstes Jahr die Sommerschule sehr gut funktionieren wird.
- 5:17Moderatorin: Kommen wir zu einem anderen Thema. Die aktuellen Temperaturen deuten jetzt nicht
- 5:20drauf hin, aber wir erinnern uns an den Juni, wo es wirklich sehr heiß war auch in den Schulen.
- 5:25Die Frage ist, haben Sie den Sommer genützt, um die Schulen für die nächste Hitzewelle zu rüsten?
- 5:31Wiederkehr: Die Hitzewelle im Juni war wirklich extrem. Man merkt den Klimawandel. Und die
- 5:36schlechte Nachricht ist, das wird in Zukunft immer öfters kommen. Und es war fast unmöglich,
- 5:42in dieser Hitzewelle mit bis zu 40 Grad in der Schule zu lernen. Ich habe deshalb im
- 5:46Bildungsministerium eine Hitzegipfel veranstaltet mit Schulpartnern, halt mit Schülern, mit Lehrern,
- 5:52mit Eltern, aber auch mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Klimaforschung,
- 5:56aber auch des Gebäudemanagements, wie wir unsere Schulen resistenter machen für den Klimawandel.
- 6:03Und es gibt hier 2 große Ergebnisse: Das erste ist Investitionen in die Schulinfrastruktur. Das
- 6:08bedeutet, bekühlen, beschatten, belüften, um so durch das Gebäude die Klimawandelanpassung besser
- 6:16zu schaffen. Und ein zweiter Bereich, an dem wir gerade gesetzlich arbeiten,
- 6:20der herausgekommen ist, ist, den Schulen auch flexibler Maßnahmen in die Hand zu geben,
- 6:26um bei Hitzewellen auch Entlastung zu bringen. Bedeutet, wenn es zum Beispiel über 30 Grad hat,
- 6:32im Turnsaal 35 Grad hat, ist Sportunterricht eigentlich nicht möglich. Und da sollen in
- 6:37Zukunft die Schulen die Flexibilität bekommen, am Standort solche Entscheidungen zu treffen,
- 6:42sobald eine Hitzewarnstufe ausgerufen worden ist. Und je höher die Hitzewarnstufe, desto mehr
- 6:48Maßnahmen können die Schulen treffen. Das geht bis zu einer möglichen Entschuldigung der Kinder,
- 6:55wenn die Eltern auch zu Hause betreuen können. Was sichergestellt sein muss,
- 7:00ist, dass immer die Schulen offen sind für Eltern,
- 7:03die nicht zu Hause ihre Kinder betreuen können. Das ist garantiert, aber es soll hier flexible
- 7:08Möglichkeiten geben, beispielsweise auch mal Nachmittagsunterricht ausfallen zu lassen.
- 7:12Moderatorin: Sie haben ja auch Hitzemaßnahmen an 50 Bundessschulen angekündigt. Wie werden denn
- 7:17diese Schulen ausgewählt und was passiert mit all den anderen, die da jetzt nicht dabei sind?
- 7:20Wiederkehr: Wir haben die 50 am meisten betroffenen Schulen identifiziert,
- 7:25nämlich der Bundesschulen. Das muss man auch erklären: Für die Schulen sind in Österreich nicht
- 7:30nur das Bildungsministerium zuständig, nämlich das Bildungsministerium ist nur für die Bundesschulen,
- 7:35das heißt für Gymnasien und höhere Schulen zuständig. Volksschulen, Mittelschulen sind
- 7:39in der Hand der Gemeinden oder der Länder. Das heiß, wir sind verantwortlich für Gymnasien,
- 7:45aber auch andere höhere Schulen. Hier haben wir die 50 meist betroffenen Schulen identifiziert,
- 7:50um dort individuell ein Programm aufzusetzen. Das kann sein Beschattung durch Jalousien,
- 7:57das kann Bekühlung sein, das kann Belüftung sein. Da gibt's unterschiedlichste Maßnahmen,
- 8:02die wir jetzt unmittelbar setzen und damit ein klares Signal setzen, nämlich, wir investieren
- 8:10auch in Zeiten von knappen Budgets in die wichtige Infrastruktur des Landes und das sind die Schulen.
- 8:15Moderatorin: Sprechen wir noch über das kommende Schuljahr. Welche Neuerungen kommen da?
- 8:20Wiederkehr: Eine große Neuerung ist, dass wir mehr Unterstützung für die psychosoziale
- 8:25Gesundheit zur Verfügung stellen, das heißt mehr Schulpsychologinnen und Schulpsychologen. Weil
- 8:30wir sehen, die psychische Gesundheit ist ein ganz, ganz essenzielles und wichtiges
- 8:34Thema. Eine weitere Neuigkeit ist die Suspendierungsbegleitung. Wenn Kinder
- 8:39gewalttätig werden, was leider öfters vorkommt, dann werden die suspendiert. Bisher war so,
- 8:46dass die einfach nach Hause gehen konnten oder in dem Park oder ins Einkaufszentrum.
- 8:50Das haben‘s oft auch auf Instagram gepostet. Ab nächstem Schuljahr ist es nicht mehr möglich,
- 8:55sondern gibt's eine verpflichtende Begleitung, nämlich pädagogisch. Man wird weiter Stoff lernen
- 9:00und auch psychosoziale Unterstützung, damit man dann wieder in die Klasse zurückkommen kann.
- 9:05Und was Neues: Die Eltern werden hier einbezogen, verpflichtet einbezogen, denn Konflikte kann man
- 9:10nur gemeinsam lösen. Ein drittes Projekt möchte ich noch exemplarisch erwähnen,
- 9:15weil es tut sich sehr viel zum Glück gerade im Bildungsbereich, ist der Chancenbonus,
- 9:19nämlich: 400 Schulen, die österreichweit besondere Herausforderungen haben aufgrund der
- 9:24Zusammensetzung der Schülerinnen und Schüler, die werden ab kommendem Jahr besondere Unterstützung
- 9:29bekommen. Das heißt, mehr Personal dort, wo es für die Schule notwendig ist. Zum Beispiel in
- 9:34einer Schule, die Deutschdefizite hat, können die mehr Lehrkräfte für die Deutschförderung
- 9:38anstellen. Oder eine Schule, die psychosoziale Schwierigkeiten hat, kann einen Schulpsychologen
- 9:43oder einen Schulpsychologin anstellen. Das ist ein wirklich wichtiges Programm und das ist gezielt,
- 9:49das heißt, nicht mit der Gießkanne über alle Schulen verteilt, sondern genau dort angesetzt,
- 9:54wo wir es am meisten brauchen, damit wirklich alle Kinder in Österreich die beste Bildung bekommen.
- 10:00Moderatorin: Ein Kritikpunkt ist ja auch oft die Bürokratie
- 10:02in den Schulen. Gibt's da auch irgendwelche Pläne?
- 10:05Wiederkehr: Das ist mir ganz ,ganz wichtig, einerseits die Bürokratie zu reduzieren. Da
- 10:10ist schon vieles gelungen. Wir haben nämlich 80 Prozent der Rundschreiben, das sind die
- 10:14Verordnungen des Ministeriums, schon gestrichen. Wir haben einen großen Beteiligungsprozess
- 10:19gestartet mit Freiraumschule, wo Lehrkräfte insbesondere eingemeldet haben, was sie verändern
- 10:25wollen. Das arbeiten wir jetzt schrittweise ab, um so die Bürokratie zu reduzieren. Denn jede Minute,
- 10:31die wir gewinnen in der Bildung mit den Kindern, ist eine gewonnene, ist weniger Zettelwirtschaft,
- 10:36mehr Zeit für Pädagogik. Das ist das, was wir wollen. Und es kommt eine wichtige Unterstützung
- 10:41für die Pflichtschulen im kommenden Jahr, nämlich ein mittleres Management.
- 10:45Das soll die Schulleitungen unterstützen beim Führen der Schule, beim besser werden in der
- 10:51Unterrichtsentwicklung, in der Schulentwicklung. Da geht's beispielsweise darum, ein gutes
- 10:55Deutschförderkonzept am Standort aufzustellen, damit wirklich alle Kinder die Sprache lernen.
- 11:00Das war oft jetzt on top neben vielen anderen Sachen. Und dafür gibt's im kommenden Schuljahr
- 11:06eigene Ressourcen, damit Lehrkräfte, die besonders engagiert sind, dafür auch Zeit bekommen und dafür
- 11:11bezahlt bekommen. Das mittlere Management ist hier eine wichtige Maßnahme zur Stärkung der Schulen.
- 11:17Moderatorin: Eine Neuerung ist ja auch, dass mit kommendem Schuljahr ein Kopftuchverbot
- 11:21eingeführt wird für Mädchen unter 14 Jahren. Sind die Schulen gut drauf vorbereitet?
- 11:26Wiederkehr: Wir haben die Schulen sehr rechtzeitig informiert und auch eingebunden. Es gibt einen
- 11:31klaren Beschluss im Nationalrat, dass wir Mädchen unter 14 schützen wollen und in ihrer Entwicklung
- 11:37unterstützen wollen. Deshalb das Kopftuchverbot unter 14. Es gibt hier Informationen für die
- 11:43Schulen. Wichtig zu sagen ist, den Konflikt muss nicht die Lehrkraft im Klassenzimmer selber
- 11:48austragen. Wir wollen nämlich eine gute Bindung der Schülerinnen mit den Lehrerinnen und Lehrern.
- 11:54Aber die Lehrkraft muss das melden, nämlich der Direktion. Dann wird's Gespräche geben mit der
- 11:58Schülerin, die sich nicht an die Regeln hält, aber auch mit den Eltern. Die Eltern haben nämlich eine
- 12:02wichtige Verantwortung. Und wenn sich die Eltern nicht an diese Regeln halten, kann es eine Strafe,
- 12:08eine Sanktion von bis zu 800 Euro geben. Das ist dann ein behördliches Verfahren
- 12:12über die Bildungsdirektion. Das ist nicht im Klassenzimmer und ist auch ganz, ganz wichtig.
- 12:17Wir unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer in Österreich bei der Umsetzung von diesem Gesetz.
- 12:22Moderatorin: Ja, das war schon ein sehr guter Einblick. Herzlichen Dank. Ich habe noch eine
- 12:26Abschlussfrage für Sie. Das Schulthema ist ja schon sehr komplex und Sie haben sicher noch
- 12:31sehr viele Ideen, die Sie umsetzen werden oder wollen. Wenn es jetzt ein Ding gäbe,
- 12:35wo dass sofort ändern könnten, was wäre das?
- 12:38Wiederkehr: Das ist ein Projekt, an dem wir auch gerade arbeiten. Haben aber schon viele
- 12:42Regierungen vor dieser vorgehabt, aber bisher noch nicht geschafft. Das ist eine Mittlere
- 12:47Reife. Das bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler, die die Schule beenden, gut lesen,
- 12:53schreiben und rechnen können. Das ist jetzt leider nicht gegeben. Wir haben zu viele
- 12:56Jugendliche ohne Pflichtschulabschluss, die nicht gut die Sprache können, die kaum Chancen
- 13:01am Arbeitsmarkt haben. Das wollen wir ändern über eine Mittlere Reife. Bedeutet, wir zählen
- 13:06Schulpflicht nicht mit Jahren, 9 Jahre und dann ist vorbei, sondern wir schauen, was können die
- 13:10Jugendlichen am Ende der Schule. Und wenn sie die Kompetenzen noch nicht haben, dann müssen die noch
- 13:16weiter vertieft und verstärkt werden, denn unsere komplexe Gesellschaft braucht gute Bildung. Gute
- 13:21Bildung ist das A und O. Es ist die Startrampe für ein selbstbestimmtes und gelungenes Leben.
- 13:26Moderatorin: Wann wird das in etwa kommen?
- 13:28Wiederkehr: Soll noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden.
- 13:31Moderatorin: Das ist super. Darf ich Sie abschließend noch fragen,
- 13:33was war denn Ihr liebstes Fach in der Schule?
- 13:35Wiederkehr: Am liebsten hatte ich Geschichte. Ich war immer fasziniert
- 13:40von der Menschheitsgeschichte, was die Menschen schon geschaffen
- 13:43haben. Und wir hatten eine sehr spannende Lehrkraft, die mich auch fasziniert hat.
- 13:49Wir haben auch immer wieder über Politik gesprochen. Das habe ich damals schon
- 13:52spannend gefunden. Geschichte ist mir besonders positiv und prägend in Erinnerung geblieben.
- 13:56Moderatorin: Ja, dann sage ich herzlichen Dank, dass Sie heute unser Gast waren und ich glaube,
- 14:00ich darf auch für Sie sprechen, wenn ich jetzt allen Schülerinnen und Schülern einen sehr guten
- 14:04Schulstart wünsche und ein erfolgreiches Schuljahr. Das war „Am Ballhausplatz“,
- 14:09der Podcast des Bundeskanzleramts. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.
- 14:13[Musik]