Latest / Felix Tierwelt / #34 Warum dein Hund an der Leine komplett eskaliert!
Transcript
- Felix Tierwelt: In dieser Folge wird es auch mal richtig spannend, weil es geht ⁓ ein alltägliches Problem. Nämlich mit der Hundeleine, weil viele Hunde gar nicht so richtig wollen mit der Leine. Vielleicht kennst du das auch. der gerade hier zuschaut oder zuhört, wenn der eigene Vierbeiner gerade nicht mehr so will, total stur ist, an der Leine zieht, wie bekloppt und man fühlt sich dann schon ein bisschen veräppelt oder irgendwo hilflos teilweise auch und deswegen haben wir auch dich dabei Luisa. Du bist ja Hundetrainerin und hast dich auch teilweise auf dieses Thema spezialisiert und viele Hundebesitzer kennen einfach dieses Problem. Sobald eben diese Leine dran ist, wird aus einem entspannten Vierbeiner komplett anderer ziehen, Bällen oder auch totale Eskalationen können passieren. Warum passiert das überhaupt so häufig? Luisa: Hallo Felix, vielen Dank, dass ich dabei bin. ja, das Thema Leine ist super spannend, denn anfangs nehmen alle ihre Welpen an die Leine, weil sie Angst haben, dass der Hund wegläuft. Und da ist eher noch das Thema, was du gesagt hast, dass der Hund sich irgendwie hinsetzt und nicht weiter möchte. Und später ziehen viele Hunde und geben so bisschen die Richtung vor. Ja, die Leine ist ja an sich eigentlich ein Ding, was wir uns als Menschen überlegt haben. Und das muss natürlich trainiert werden. Später in der Pubertät gibt es auch viele Hunde, die an der Leine völlig ausrasten, sobald sie andere Hunde sehen. Das ist dann die typische Leinenaggression. Und ja, all das sind irgendwie Sachen, die so bisschen zusammenkommen und sich im Laufe des Lebens des Hundes entwickeln. Genau. Dafür gibt es super viele Faktoren, die da rein spielen. Aber ein ganz großer Faktor ist Frust und über den sprechen wir auf jeden Fall später auch noch. Felix Tierwelt: Schöne Eingangsworte, würde ich mal so sagen. Im Endeffekt für jeden, gerade hier zuschaut oder auch zuhört. Es geht hier in dieser Podcast-Folgedrümm ⁓ einen einfach entspannten Austausch rund ⁓ das Thema mit der Hundeleine. Jeder, der mal Fragen hat oder irgendwelche Sorgen hat oder sonst was, gerne in die Kommentare reinschreiben. Wenn es euch auch gefällt, gerne einen Kommentar hinterlassen. Wir versuchen auch ein bisschen zu gucken, warum das Ganze so ist, also warum die Line ist so Verstärker zur Eskalation. Wir werden auch mal auf Fehler eingehen, woran man auch gewisse Sachen erkennt, was man auch besser machen kann. Wir schauen uns auch konkrete Tipps und Lösungen an. Wir gehen das so Stück für Stück durch. Dann ist für jeden etwas mit dabei. In dem Falle haben wir dich zu Gast, Luisa. Und meine Sache ist immer ein bisschen die, ich möchte natürlich auch deine Geschichte beleuchten. Wie bist du denn überhaupt zur Hundertrainingswelt gekommen? War das immer schon dein Wunsch gewesen oder war das per Zufall oder wie war das bei dir? Luisa: Also tatsächlich wusste ich nicht, dass man Hundetrainer oder Hundetrainerin werden kann. Hatte aber meinen ersten eigenen Hund mit zehn Jahren. Also wir hatten einen Familienhund vorher, dann ist der leider verstorben. Mit dem hatte ich nicht viel zu tun, der mochte mich auch nicht, als ich ein Kind war. Aber ich wollte immer mit dem auch schon spazieren gehen. Der wollte aber nicht mit mir spazieren gehen und genau, die ist dann verstorben. Dann hatten wir ein paar Jahre keinen Hund und dann habe ich Fiene bekommen. Fiene ist über tatsächlich so ein paar Umwege und Zufälle dann zu uns gekommen. Und ich hab sie mir ganz bewusst ausgesucht. Also eigentlich sollte ich ihre Schwester bekommen. Ja, dann hab ich aber gesagt schon als Kind, die möchte ich nicht, die passt nicht zu mir. Und ich möchte Fiene, und Fiene war schon in einer anderen Familie versprochen. Und dann konnte sie aber trotzdem bei uns einziehen. Und Fiene hat 15 Jahre dann auch später bei mir gelebt. Ich hab sie mit nach Hamburg genommen vom Dorf. Eigentlich komm ich aus der Kleinstadt Nibel. kurz vor Sylt, kurz vor der dänischen Grenze. Und genau, da hab ich insgesamt 15 Jahre dann Fina als mein Hund gehabt und Fina war ein Border Collie-Mix. Ich hab super, super viel mit ihr erlebt. Die war meine allerbeste Freundin als Kind. Und ich hab mir immer gewünscht, dass ich Menschen zeigen kann, wie sie so ein Team mit ihrem Hund werden können, wie ich es mit Fina war. Aber ich wusste nicht, dass man da zu einer Ausbildung machen kann. Und bin erst später durch Corona ... hatte ich dann Zeit und Homeoffice auf die Idee gekommen, das nebenbei als Ausbildung zu machen und ja, mache das inzwischen fünf Jahre lang hauptberuflich. Felix Tierwelt: Also im Endeffekt war der Beweggrund das Ganze zu machen, deine Fellrakete, die Fine sozusagen und jetzt hauptberuflich, also gar nicht mehr so bisschen nebenberuflich, sondern komplett 24-7, wenn ich es mal so nennen darf. Luisa: Genau, ich bin selbstständig und habe auch eine Hundetagesbetreuung hier in Hamburg. Eine Vollzeitangestellte inzwischen sogar schon, Kim, die ist volles Teammitglied und dann noch Lisa. Sie macht das auf Minijobbasis und hilft auch in der Huta aus. Also inzwischen schon echt cooles Team. Felix Tierwelt: Das hört sich echt genial an und dann ... weißt du, mir ist es einfach auch wichtig, ... du sprichst ja aus Erfahrung. Du machst das nicht seit gestern schon ... viele, viele Jahre, hast dadurch viel erleben dürfen. Und das ist schon der nächste Punkt, den ich immer interessant finde. Gab es in diesen fünf Jahren, in dem du das jetzt machst, ... gab es da einen Vierbeiner, also einen Hund, ... der dich besonders geprägt hat, über den du ... ein bisschen was erzählen darfst oder erkennst? Ich weiß es ja nicht. Luisa: Ja, gerade die ersten Hunde, die ich so im Training hatte, die haben mich schon geprägt. Denn mit Start der Ausbildung habe ich mir so ein paar Testhunde gesucht und da ist mir auch direkt der Aspekt Gesundheit vor die Füße gefallen. Wie wichtig es ist, auch darauf zu schauen. Und genau, das war ein kleiner Labrador-Welpe. Ja. Der ist mir sehr in Erinnerung geblieben, da hab ich einfach nur das Gefühl gehabt, dem stimmt irgendwas nicht, der ist nicht so ein typischer Welper, aber da hatte ich noch nicht so viele Referenzen, wie gesagt, da war ich am Anfang der Ausbildung und wollte so bisschen gucken, ob ich das erlernte, schon umsetzen kann. Und ja, da hat sich herausgestellt, dass der eine ganz schlimme Hüftesbasie hatte. Der ist mir auf jeden Fall in Erinnerung geblieben, weil das Training, so wie ich mir das vorgestellt hab, so natürlich überhaupt nicht funktioniert hat. Der hat sich sehr, viel hingesetzt und... konnte gesundheitlich nicht so gut mitmachen. Der Hund, der mich aber noch mehr dazu bewegt hat, diese Ausbildung anzufangen, war vorher, also bevor ich die Ausbildung angefangen hab, gab es bei meinem Nachbarn einen Hund, der hat immer in Zwinger gelebt. Der hatte auch vorne an der Grundstücksgrenze so eine Stromleitung, dass wenn er da drauf tritt, dass er das Grundstück nicht verlassen kann. Und da hatte ich halt schon meine Hündin Fine und zu diesem Hund bin ich ganz oft mit ihr rübergegangen und ich hab mich super mit dem Hund verstanden und hab immer gedacht, ich möchte meinem Nachbarn erklären, dass man den Hund erziehen kann und dass man team mit ihm werden kann und dass man den gar nicht den ganzen Tag irgendwie einsperren muss und dann an die Leine nehmen muss und dass er wegläuft, wenn man das nicht möchte. Ja und tatsächlich ist dieser Nachbar heutzutage mit seinem Hund auch bei mir im Training gewesen. Felix Tierwelt: Ist ja verrückt. Ich finde das immer total interessant, weil das sind immer so kleine Berührungspunkte in einem von seinem Leben, wo einen auch irgendwo prägen. das ist natürlich heutzutage gar nicht mehr so selten, dass Hunde im Zwinger leben oder eingezwängt sind und auch unter, ich sag mal, auch Schmerzen leiden teilweise. Und das ist schon interessant, weil man kann da ganz anders vorgehen. Klar, man muss es sagen aufgrund von Social Media. Jeder gibt irgendwo irgendwelche Tipps oder sonst was. Und deswegen machen wir auch den Podcast hier, um mal dieses Thema zu beleuchten, ... vorm aus deiner Erfahrung heraus, weil du machst es ja, ... wie ich schon vorhin genannt habe, nicht seit gestern. Das war ein bisschen zu dir. Lass uns jetzt mal auf das Warum eingehen. Also bedeutet, warum Hunde jetzt wirklich an der Leine total eskalieren. Es gibt natürlich Hunde, die das nicht machen, das ist logisch, ... aber es gibt leider auch viele, die das machen. Warum verhalten sich jetzt viele Hunde an der Leine komplett anders als ohne? Was ist denn so deine Erfahrung hier? Luisa: Ja oft ist das so eine Entwicklung, ich sagen. Also vorhin habe ich ja schon gesagt, dass wir als Welpe oder beim Welpen die Leine dran machen und da gar kein Training reinstecken, sondern einfach sagen, du läufst jetzt an der Leine, damit du nicht weglaufen kannst, weil das am Anfang die einzigen Bedenken sind, die man hat, der Welpe läuft bestimmt weg. Und dann entwickelt sich daraus so ein bisschen, hach. Man ist ja froh, wenn der Welp überhaupt an der Leine läuft und dann darf der ja auch hinlaufen, wo er möchte und dann trifft man andere Hunde und da darf der auch hin. Und da gibt's noch nicht so viele Regeln und das ist ja alles süß und schön und die Hundebegegnung war toll und alles hat gut geklappt. Und dann werden die Hunde ja erwachsen und manche Hunde ja auch groß und dann finden das andere Hundebesitzer nicht mehr so lustig, weil's dann nicht mehr so süß ist, wenn sich zwei Hunde an der Leine irgendwie miteinander vertüdeln und begegnen. Ja und dann... kommt so bisschen Frust bei den meisten Hunden auf. Und die ersten schlechten Erfahrungen werden so bisschen gesammelt. Also vielleicht bellt der eigene Hund dann mal zum ersten Mal, weil er augenscheinlich Frust hat oder dahin will, weil er nicht hinkommt, bellt er dann. Aber diese Intention oder die Motivation dahinter, die wird meistens nicht so richtig hinterfragt, sondern es ist nur so, oh Gott, warum bellt er denn jetzt? Das ist ja super unangenehm. Und genau, das steigert sich ganz oft. meiner Erfahrung nach. auch der Weg, da wieder rauszukommen, ist ein bisschen schwer, denn meistens ist die erste Lösung, die Leine kurz zu nehmen, sobald ein Hund gesichtet wird und vielleicht dem Hund aus dem Weg zu gehen. Denn beim letzten Mal ging es ja nicht mehr so gut. Da hat er den angebellt, da wollte der dahin, da konnte man den vielleicht kaum halten. Ja, und dann ist das irgendwie so ein bisschen so ein Selbstläufer, der immer schlechter wird und auch das Bellen wird stärker und vielleicht... macht der eigene Hund das dann sogar, wenn der andere Hund auf der anderen Straßenseite läuft. Und ab da wird es natürlich vor allem in der Stadt stressig. Hundebegegnungen sind ein Riesenthema in der Stadt, denn in der Stadt ist es oft, oft eng. natürlich oft dann und schnell in Stress und ins Schwitzen. Felix Tierwelt: Bedeutet, wenn ich das jetzt so richtig verstehe, mich runtergebrochen, es entsteht meistens aus schlechten Begegnungen, also aus negativen Situationsthematiken, wenn man das mal so ansprechen darf, oder teilweise auch aus Frust oder der Vierbeiner möchte ja wohin, aber kann nicht, dieses zurückgehalten werden. Also so darf ich mir das vorstellen. Das ist so, ich sag mal, einer der Hauptgründe wahrscheinlich, warum da so Eskalationen Eskalation entstehen könnte. Luisa: Ich würde sagen, Anfang fehlen die Regeln. Am Anfang dürfen die Hunde alles, der Hund gibt die Richtung vor und irgendwann möchte man auch mal, dass der Hund selber sich vielleicht orientiert. Aber da ist dann schon so bisschen die Abbiegung verpasst worden und dann muss man ja da ansetzen, dass das überhaupt erst mal auftrainiert wird. Eine Orientierung an der Leine muss trainiert werden. genau, durch keine Orientierung am Menschen, sondern nur in Richtung anderer Hunde, dass die miteinander Kontakt aufnehmen dürfen als junger Hund, bis es dann irgendwie mal nicht mehr gewünschtes Formen gegenüber, ist es dann irgendwie immer okay gewesen. Fehlen halt die Grenzen bis zu dem Punkt und ab da hat der eigene Hund dann Frust, weil er dann gar nicht mehr hin darf oder super selten. Und das Gefühl, mit dem Gefühl umzugehen, das muss gelernt werden. Und das wird meistens dann zu genau dem falschen Zeitpunkt gelernt. zwar mitten in der Pubertät, in der wir das ja auch selber aus unserer Pubertät kennen, das Grenzen akzeptieren, in der es halt sehr schwierig ist. Felix Tierwelt: Jetzt habe ich es verstanden. Bedeutet im Endeffekt, dass es eine fehlende Erziehung da ist, wo man eigentlich gar nichts macht und jegliche Freiheiten lässt. Man könnte es ja vergleichen wie beim Kind. Wenn man das Kind komplett jegliche Freiheiten lässt, dann wird es halt auch irgendwann der Dick-Schädel, sagt auch, fickt euch, ich mache was ich möchte gefühlt. Und so ist es denke ich mal auch beim Vierbeiner. Jetzt habe ich es verstanden. Finde ich auf jeden Fall sehr interessant und das beschreibt es ja auch, weil... Luisa: Hahaha! Felix Tierwelt: viele Leute, wenn der Vierbeiner so süß und so schön ist, jegliche Freiheiten lässt und dann passiert das übel, wenn dementsprechend noch viele andere Sachen eintreten, dass es nicht mehr so einfach wieder zurückzulenken ist. Das ist schon mal für mich auch ein gutes Learning, also vielen Dank da schon mal. Man kann ja heutzutage nur dazu lernen. Wenn wir mal ein bisschen auch tiefer gehen, nämlich was passiert denn überhaupt im Kopf vom Hund? Klar, Hunde können nicht reden, man kann auch nicht in den Kopf reingucken. Aber was passiert denn da gerade in dem Moment? Du hast von Frust gesprochen. Ich weiß nicht, wollen wir mal näher auf das Thema eingehen. Also was passiert da eigentlich beim Vierbeiner? Hat er da keinen Bock mehr? Ist er dann dickköpfig oder was passiert da überhaupt? Luisa: Nee, also kein Bock und dickköpfig nicht. Aber eine Emotion wird oft durchs Bellen geäußert. Und zwar ist es halt wie bei uns, dass man die Emotion, etwas nicht zu dürfen, also Frust auszuhalten, das muss erlernt werden. Und wenn man das Gefühl, vielleicht kennt man das auch noch aus seiner eigenen Kindheit, gar nicht so stückweise erlernt, sondern die volle Dosis bekommt, dann ist das erst mal ziemlich frustrierend auszuhalten. Hey, ich bekomme etwas gar nicht. Das ist das, was Frust bedeutet. Also ich laufe heute an dem Hund vorbei. Und das Gefühl auszuhalten und dann vielleicht auch in einer Dosis auszuhalten, ich laufe nicht nur an einem Hund vorbei, sondern an 20 und ich bekomme auch keine Alternative. Also ich bekomme keinen Lob und ich bekomme keine, kein Leckerchen vielleicht stattdessen, sondern von mir wird einfach nur erwartet, daran vorbei zu laufen. Genau und das wurde vorher vielleicht gar nicht erwartet und auch nicht peu à peu erlernt. dann ist natürlich so ein Gefühl der Ernüchterung und die Frustration sehr stark. Und das wird bei vielen Hunden durchs Bellen geäußert. Genau. Das ist das, was da passiert. Weshalb auch viele Hunde bellen. Also für viele Hunde ist Bellen einfach das Ventil, auch diesen Stress dann loszuwerden. Und auch das in die Leine ziehen ist eher dann, ich will da rüber. Und ziehen lohnt sich ja bei vielen Hunden auch. Also der Abstand zum anderen Hund wird geringer, weil wir vielleicht doch noch mal fünf Schritte weitergehen, bevor wir wirklich stehen bleiben. Und auch in anderen Situationen lohnt sich ziehen ganz oft. Und das ist dann eine Mischung daraus, dass gezogen wird und gebellt wird und damit geäußert wird, hey, das passt mir gerade überhaupt nicht, dass ich das nicht darf. Felix Tierwelt: Das bedeutet vom Verhalten her schon mal Sachen zu erkennen, ist wichtig. Bellen vor allem dann ziehen. Darauf sollte man dann achten, dass da gerade was nicht passt oder dementsprechend der Dickkopf woanders hin möchte sozusagen. Luisa: Genau, also man kann da im besten Fall frühzeitig dran ansetzen, dass man auch schon im Welpenalter übt, dass der Hundenorientierung erlernt oder auch Situationen erlernt, die nicht den gewünschten Erfolg bringen, also dass da peu à peu schon Frust, Aushalten erlernt wird. Anfangs kann man auch gut mit einem Belohnungsaufschub arbeiten, also dass man sagt, hey, du wartest zum Beispiel einen Moment, bis du das Leckerli bekommst oder du wartest erst mal, bis du zu dem Hund hin darfst und ziehst mich da nicht hin. Also mit so kleinen Übungen kann man da ganz gut sich vorarbeiten, sodass man dann in der Pubertät, in der die Zündschnur auszulasten, doch noch mal kürzer wird, dass man den Hund vorher gut darauf vorbereitet und dann auch gut durch diese Zeit kommt. Felix Tierwelt: Es ist schon mal ein paar coole Tipps auf jeden Fall. Wir wollen nicht zu viel wegnehmen. Wir gehen näher noch darauf ein, man so für konkrete Lösungen und Vorschläge oder Tipps in dem Falle hat, was man besser machen kann. Das schon mal ein bisschen zum großen Thema oder ich sage mal zum Kapitel, warum überhaupt Hunde sozusagen an der Leine eskalieren. Lass uns mal ein bisschen jetzt direkt weitergehen, nämlich in Bezug auf Fehler. Weil ich finde immer Fehler sind sehr, sehr wichtig, weil man daraus viel lernen kann oder lernen sollte. Man sollte ja Fehler nicht zwei-mal oder dreimal machen. Gut, kann man auch machen, aber man sollte irgendwann daraus lernen. Das ist, denke ich, mal sehr, wichtig. Wenn wir über das Thema Fehler sprechen, welche Fehler machen denn überhaupt Hundebesitzer an der Leine am häufigsten, was du regelrecht häufiger immer mal wieder siehst? Luisa: Da würde ich den Hauptpunkt, die Leine kurz zu nehmen, als ersten Fehler benennen. Denn eine kurze Leine bedeutet sehr viel Anspannung. Also ich sage mal, Anspannung auf der Leine bedeutet auch eine angespannte Situation. Und dadurch eskalieren viele Hunde noch schneller. Denn der Freiraum nach vorne oder auch nach hinten ist dadurch so stark begrenzt, dass der Frust sofort da ist, also ich komme gar nicht weiter oder auch darüber haben wir noch gar nicht gesprochen, wenn es aus Unsicherheit ist, ich möchte irgendwie weg aus der Situation, ist auch da kein Freiraum gegeben. Also die Leine locker lassen ist da ganz ganz wichtig. Locker heißt aber nicht so lang wie möglich, sondern locker bedeutet nur nicht auf Zug. Felix Tierwelt: bedeutet jetzt Luisa: Genau, da würde ich sagen, ist so der Hauptfehler. Felix Tierwelt: bedeutet für mich jetzt nicht herangehen, wenn man zum Beispiel Angst hat gerade wegen einer gewissen Situation oder irgendwas ist, dass man die Leine extra noch kürzer hält und dann sogar den Vierbein noch zieht. Das ist so einer der Hauptfehler sozusagen für mich, dass ich das normal verstehen kann. Luisa: Genau, also dieses sich selber zusammenziehen und da die Leine mitziehen, das bringt Spannung in die Situation und lässt den Hund schneller auslösen. Die Leine kurz zu nehmen kann total helfen, ⁓ auch mehr Einwirkung auf den Hund zu haben, also ⁓ ihn zum Beispiel besser halten zu können. Es kommt ja immer darauf an, wie groß ist der Hund und wie stark ist der Hund. Aber im besten Fall nicht so, dass die Leine auf Zug ist, sondern so, dass man einfach nur im Zweifel näher am Halsband ist, aber nicht schon dran zieht, sondern darauf achtet, dass der Karabiner trotzdem erstmal runterhängt. Also insgesamt ist die Leine locker und wenn sie nur 5 cm lang ist, dann ist die Leine und der Karabiner trotzdem locker und hängt nach unten und nicht von vorne rein auf Zug. Das ist ganz wichtig. Felix Tierwelt: wichtig zu wissen, gibt es nämlich oder gibt es neben diesen Hauptfehler, den du ja so nennst, noch andere Fehler, den viele Hundebesitzer machen, vielleicht auch total unbewusst, gibt es da noch andere Sachen? Luisa: Ja, ich würde auf jeden Fall sagen, oft in solchen Situationen, wenn dann schwere Situationen aufkommen, vergessen wird zu loben und auch vergessen wird, eine Anleitung zu geben. Also wir warten ganz oft darauf, dass der Hund dann den Fehler macht, den er immer macht oder dass er jetzt gleich auslöst und wir warten nur darauf, dass es irgendwie so läuft, wie es ja sonst auch läuft und vergessen, drauf zu schauen, was schon gut läuft und auch das zu verstärken, was schon gut läuft. und im Voraus auch mit dem Hund ins Gespräch zu gehen, zu sagen, bleib mal bei mir und das machst du gut. Und dann auch zu schauen, welcher Abstand funktioniert vielleicht schon gut. Also wo können wir überhaupt noch mit dem Hund dran arbeiten und wo ist der Moment schon völlig überschritten und der Hund dann schon in einem Stresslevel, in dem er nichts mehr lernt. Felix Tierwelt: Ich verstehe dich. Was ich auch denke, ich weiß es nicht, da musst du mich mal aufklären oder deine Meinung einbringen. Ich glaube auch, vielen fängt es bei einem selber an. Zweibeiner sozusagen. Nämlich wenn man sich selber reinsteigert und getriggert wird ohne Ende. Der Vierbeiner ist ja auch irgendwo ein Spiegel von einem selbst. Ist es aus deiner Wahrnehmung auch so oder was denkst du darüber? Luisa: Absolut. die Angst, irgendwie jetzt passiert das gleich wieder, das ist das, wo der Fokus drauf liegt. Der macht es ja sowieso immer so und das kann der ja nicht. Und dann auch das Enger neben der Leine, das zeigt halt auch, dass viele Leute schon vorher überfordert sind und vorher gestresst sind und deswegen die Kontrolle über die Leine herstellen möchten. Ja und da selber total in den Schleiß geraten und das merkt ein Hund auf jeden Fall und spiegelt das ja voll und ganz. Felix Tierwelt: bin ich gar nicht mal so falsch, weil das hatte ich auch ... häufiger mal bei Klienten, die ich immer ... ernährungstechnisch begleite, die dann sagen, ja ... ... bei einer Futterumstellung mein Hund frisst nie. Nie, wenn ich im Raum bin und zugucke, isst er nicht. Oder möchte nie essen, zu einer bestimmten Uhrzeit. Und dann denke ich mir, das kann doch nicht sein. Manchmal denke ich auch, ich bin ein bisschen durch. Und dann gibt es dann die Anleitung und dann sagt man, ... mach du mal nicht das Futter, sondern dein Mann zum Beispiel oder der andere Partner sozusagen. Und schwuppdiwupp ist es wieder ganz anders. Und das liegt halt wirklich daran, das muss man einfach sagen, der Vierbeiner ist das Ebenbild zu uns. Wenn wir uns selber verrückt machen, der nächste Verrückte ist eine Station weiter unten, nämlich unsere Fellrakete. Und das ist immer so das größte Problem an der Geschichte. Ich sehe schon du nix mehr. Luisa: Total Emotionen und... Ja, total. Also Emotionen werden so stark übertragen. Also ich hab die Situation jetzt auch gerade vor wenigen Tagen bei mir zu Hause gehabt, dass ich den Gedanken hatte, was ist, wenn mein Pflegehund mal irgendwie sich das nicht mehr von meiner Hündin gefallen lässt, dass sie ihn hier die ganze Zeit durch die Wohnung schickt und sagt, das ist mein Futter, das ist mein Liegeplatz, das darfst du nicht und das darfst du auch nicht und ich finde dich übrigens scheiße. Was ist, wenn er sich das nicht mehr gefallen lässt und im nächsten Moment... hat er ihr eine Ansage gemacht und ich war so. Ja, das habe ich übertragen, denn da war bei mir schon eine Anspannung drin und die Sorge, dass es passieren kann. Also auf Grunde sind super feinfühlig und riechen ja auch das geringste Stresslevel. Genau, also das müssen wir uns gar nicht einbilden, dass sie das nicht mitbekommen. Felix Tierwelt: ist auf jeden Fall schon krass, wenn man sich manchmal vorstellt, wie geht das überhaupt? Aber da sind halt Hunde uns weit überlegen, sage ich mal so, vom Empathie nennt man das, vom Verständnis, wie der andere gerade so tickt. Und das ist schon krass, was bei uns Menschen meistens so doll fehlt, haben die Hunde genüge und das ist schon verrückt, also total interessant finde ich zumindest. Das mal zum Thema Fehler en Co. Also wir hatten es ja schon gehabt, zu eng die Leine halten, dann dementsprechend gar nicht loben teilweise, ... sie selbst auch verrückt machen, ... das sind einfach so Fehler, ... daraus kann man lernen, ... ... vor allem an sich auch selbst mal so ein bisschen zu arbeiten. Lass uns mal ... nächstes Thema einfach aufmachen, ... ... nämlich es geht ja auch ⁓ das Verhalten. Ich bin jetzt kein Hundetrainer, ... das bist ja in dem Falle du, ... ... bist ja Profi darin. Gibt es jetzt ... Unterschiede überhaupt, also im Verhalten von dem Vierbeiner? zwischen normalem ziehen und dem eskalieren. Hat man da gewisse Unterschiede oder ist das Gefühl gleich? Luisa: Also eskalieren ist oft so die nächste Stufe. Ziehen ist ja oft eher... Entweder wurde die Leine gar nicht trainiert, also dass die Orientierung am Menschen total fehlt, dass keine Impulskontrolle an der Leine geübt wurde und die Leine einfach dran gemacht wird und dann geht der Spaziergang irgendwie los und da keine Basis hergestellt wurde. Aber die Eskalation ist oft so ein Zusammenspiel aus... Zug auf der Leine und emotionalem Zustand. Und da hatten wir ja auch schon drüber gesprochen, also dem Frust oder auch einer gewissen Unsicherheit. Das kann auch sein. Allerdings eskalieren weniger Hunde aus Unsicherheit als aus Frust, würde ich behaupten. Genau. Aber das Ziehen ist oft so die Vorstufe und eigentlich nur ein Verhalten, was nicht gelernt wurde. was man als Mensch dem Hund nicht beigebracht hat, dass er es nicht zeigen soll. Das kann man gut abtrainieren, genauso wie das Eskalieren. Felix Tierwelt: mal gut zu wissen bedeutet, das Ziehen ist schon mal so ein kleiner Anfangspunkt und das Eskalieren ist halt dann wirklich, wenn der Vierbeiner dickköpfig ist und gar keinen Bock mehr hat auf alles mögliche und da muss man halt dann knallhart arbeiten, denke ich mal, sonst wird es umso schwieriger irgendwann, weil ich denke mir dann schon, wenn der Vierbeiner dann völlig eskaliert, dann braucht es Geduld. Luisa: Ja, absolut braucht es Geduld und es braucht auch wieder einen neuen Ansatz und auch kleine Erfolge für Mensch und Hund und auch Ansätze, die halt Erfolge zeigen und funktionieren. Da geht man nicht sofort in die direkte Begegnung mit einem Hund, sondern vielleicht erstmal arbeitet man einfach an einer allgemeinen Impulskontrolle, vielleicht an einer allgemeinen Frustrationstoleranz oder arbeitet überhaupt wieder an der Basis zwischen Mensch und Hund, wenn es sich schon so eingespielt hat, dass der Hund nur noch woanders hinguckt an der Leine als auf den Menschen. Und dann schaut man auch, gibt es überhaupt eine Orientierung vielleicht ohne Leine? Denn ohne Leine sieht man auch ganz oft, wie die Basis zwischen Mensch und Hund ist und ob es wirklich nur ein Problem der Leine ist. Denn eine Leinenaggression zum Beispiel, die gibt es nur an der Leine. Ja, und auch das Gesamtspiel zwischen Mensch und Hund muss man sich dann anschauen. Genau. Felix Tierwelt: Ich wollte mal auf ein Fallbeispiel eingehen, was wirklich passiert ist bei einer Klientin von mir. Es geht darum ihr Vierbeiner, ich glaube zwei Jahre alt ist er, heißt Caramello. Vielleicht sieht die Maria auch dieses Video. Dann kann sie ja gerne mal oder den Podcast hier, kann sie gerne mal einen Kommentar schreiben. Die Thematik ist die, wenn sie rausgeht mit ihrem Vierbeiner, dann geht das fünf Minuten gut. Luisa: Mhm. Felix Tierwelt: Und dann zieht der ohne Ende und will die ganze Zeit nach Hause. Woran liegt das? Also ist das Frust oder hat der Angst vielleicht, dass er unbedingt wieder nach Hause will? Was ist das aus deiner Sicht? Luisa: Also das ist super schwierig zu beantworten, ohne den Hund jemals gesehen zu haben. Aber nach Hause zu wollen, würde ich behaupten, ist kein Frust. Denn der Weg nach Hause bedeutet oft Sicherheit und auch, dass es nach fünf Minuten, so wie du gesagt hast, erst so ist, zeigt er, dass der Hund draußen Stress hat. Was den Stress auslöst, das muss man schauen. Also ob es einfach zu viel ist da, wo sie vielleicht wohnen oder zu viele Begegnungen dann... mit irgendwas, was ihn beängstigt, in der Zeit aufgekommen ist. Auf jeden Fall kann man sich das so vorstellen, dass viele Hunde mit einem leeren Glas nach draußen gehen. Mit einem leeren Glas nach draußen gehen. Also wenn man sich vorstellt, Stress füllt man in ein Glas, dann ist es anfangs leer. Und alles, was draußen auf einen zukommt, füllt dieses Glas. Und bei diesem Hund ist das Glas vielleicht nach fünf Minuten voll. Und der zeigt dann damit an, hey, ich kann nicht mehr, ich muss nach Hause. Da ist das Ziehen natürlich ein ganz anderer Grund, wenn er vorher ordentlich an der Leine läuft, als bei einem Hund, der einfach zu dem nächsten Duft möchte und dem nächsten Duft und dem nächsten Hund und dem übernächsten Duft. Da ist der Grund wahrscheinlich eher Stress und die Sicherheit, die er zu Hause erfährt. Felix Tierwelt: Find ich schon mal richtig spannend auf jeden Fall oder sehr interessant, vor allem für alle Zuschauer und Zürcher, denke ich mal, weil man kennt das ja immer mal, dass der Vierbeiner direkt wieder nach Hause will und dann hat es ja eigentlich gar nicht so, wie du gesagt hast, mit Frust zu tun, sondern wirklich in dem Falle mit Unsicherheit einfach dementsprechend auch eine gewisse Überbelastung zu tun und das ist, ich mal, auch wichtig zu verstehen, dass es dann auch andere Hintergründe hat. Anderes Fallbeispiel, pass auf, ich habe eine andere Dame, eine ältere Dame mit ihrem Vierbeiner. Da passiert es häufig, dass der Hund sich einfach hinsetzt und nicht mehr weiter will. Also auch nicht nach Hause, aber auch nicht weiter. Woran liegt das jetzt? Luisa: Also Hunde sind so individuell wie wir Menschen. Und natürlich müsste ich mir das genauer anschauen. Aber aus der ganzen Zeit, die ich das schon mache, kann ich natürlich immer so bisschen die Erfahrungen mit reinbringen und einfach sagen, so okay, in den meisten Fällen, in denen ich sowas beobachtet habe, liegt es da und daran. Aber ob es jetzt bei dem Hund wirklich daran liegt, müsste man dann noch mal schauen. Je nachdem, wie alt der Hund ist, kann sowas auch eine Überforderung sein. Also viele Welpen, habe ich vorhin ja auch schon mal gesagt, setzen sich anfangs ganz viel hin und wollen an der Leine gar nicht laufen. Das liegt nicht daran, dass sie wirklich nicht laufen wollen, sondern dass vielleicht alles gerade zu viel ist und dass sie sich erstmal im Sitzen die Welt anschauen und dass sie überwältigt davon sind, was alles ⁓ sie herum passiert. Und die Zeit kann man dem Hund dann auch geben. Dann ist es kein Spaziergang, sondern ein Spazierstehen. Das ist dann auch nicht schlimm. Wenn das aber so bleibt oder sich so entwickelt, dann kann es auch sein, dass der Hund mit einer gewissen Richtung, in die dann nicht gegangen wird, verbindet, da ist die Hundewiese und wenn wir da nicht lang gehen, dann laufe ich nicht weiter. Hab ich auch schon erlebt, das Hunde einfach dann die Strategie, ich setz mich hin und dann geht mein Mensch doch mit mir Richtung Hundewiese, für sich verstanden haben. und die Strategie dann nutzen, ⁓ trotzdem dahin zu kommen, wo sie dann eigentlich hinwollten. Felix Tierwelt: Ich glaube auch, klar, man kann es nie pauschalisieren, aber ich finde das immer sehr interessant, solchen Fallbeispielen ein bisschen Einblick und Erfahrung sammeln zu können, weil das ist gar nicht so ohne heutzutage. Du wurdest mir auch für diese Podcast-Folge hier weiterempfohlen von der lieben Sophie Sydo, sie ist ja Tierphysio. Und man muss ja auch sagen, viele Hunde sind ja übertrieben empfindlich geworden oder haben sehr viel auch schnell mal Gelenkbeschwerden. Dann hat man ja das gleiche Phänomen, dass der Hund entweder humpelt. oder gar nicht mehr laufen möchte. Und das sind so viele Faktoren, die da einspielen und das ist heutzutage gar nicht mehr so ohne. Das aber mal ein bisschen zum Verhalten. Und lass uns mal richtig in den Grußen. Luisa: absolut. Absolut, also das muss man immer mit im Auge behalten. Felix Tierwelt: Lass uns da gerne mal einen großen Hauptpunkt eingehen, glaube ich darauf warten schon ganz ganz viele, nämlich konkrete Lösungen und auch Tipps. Ich weiß, du hast es vorhin schon vorweggenommen, man kann nie pauschal sagen, mach das, mach das und alles wird toll und gut. Das kommt immer individuell auf jeden Vierbeiner an, das ist wie bei uns Menschen auch. Aber was ist denn aus deiner Sicht der erste Schritt ⁓ das Problem von dem Ziehen an der Leine? ein bisschen in Griff zu bekommen. Was könnte man da machen an Übungen? Ich weiß nicht, was hast du da für Tipps auf Lage? Luisa: Also die Orientierung am Menschen, sowohl mit als auch ohne Leine, ist super wichtig. Blick einfangen, also wenn der Hund einen anschaut, den dafür zu loben, ist so die erste, einfachste Übung, die schon super große Erfolge erzielt, denn Ja, unsere Hunde gucken uns so oft auf dem Spaziergang an und so oft ignorieren wir das und erwarten dann aber, dass sie sich eigentlich die ganze Zeit auf uns konzentrieren und zwar freiwillig, ohne Lob und ohne Leckerli. Aber das mal einzufangen, wenn eure Hunde euch anschauen, kann so viel ändern, denn dann entsteht der erste Moment, in dem dein Hund versteht, hey angucken lohnt sich, das mache ich öfter. weil mein Mensch mich dann gut findet und mir auch äußert, dass er mich gut findet. Das ist so eine total einfache, super wirkungsvolle Übung. Felix Tierwelt: Also Blickkontakt sozusagen, pflegen und hiegen, auf gut Deutsch sozusagen. Was direkt da in meinem Kopf herumschwirrt, weil du es angesprochen hast mit dem Loben, wie machst du denn das? Macht man das ständig damit Leckerlies oder mit dem Klicker? Trinieren ja auch viele. Oder tut man den Vierbeiner streicheln? Oder was ist eigentlich eine gute Form? Weil dauerhaft Leckerlies zu geben macht natürlich auch nicht so viel Sinn. Irgendwann ist der Vierbeiner auch dick. Oder man muss gefühlt das Futter reduzieren ohne Ende. macht aber auch keinen Sinn. Da hast du ja totales Ungleichverhältnis von den Nährstoffen. Was ist denn da deine Empfehlung? Luisa: Also die passende Belohnung für den Hund muss man auch immer individuell betrachten. Viele Hunde finden Futter super. Ich persönlich erkläre es immer so wie beim Sitz. Wir geben solange ein Leckerli, bis der Hund die Übung verstanden hat und dann gehen wir in die nächste schwächere Belohnungsform. Zum Beispiel sagen wir einfach nur fein und super und loben unsere Hunde damit stimmlich. Genau, also... Futter gibt es nur, wenn die Übung noch überhaupt nicht verstanden wurde, wenn der Hund überhaupt Futter mag und Futter nimmt. In vielen Stresssituationen nehmen Hunde gar kein Futter und dann muss man schauen, was ist die Alternative und da gibt es natürlich von bis. Also sowohl loben als auch ein kleines Rennspiel oder streicheln. Beim Streicheln muss man auch immer schauen, mag das der eigene Hund überhaupt oder zieht er vielleicht immer den Kopf weg. Wenn gestreichelt wird, dann lösen wir immer ein unangenehmes Gefühl aus. Das sollte natürlich nicht Sinn und Zweck der Belohnung sein, denn wenn der Hund es nicht als Belohnung empfindet, ist es keine Belohnung. Genau, und da gibt es ja noch einiges mehr, was wir mit unserem Hund machen können, was er toll findet. Auch Zergeln oder was Verstecken oder Ballspielen sind ja gute Belohnungen. Natürlich muss man auch immer situativ gucken, ob es für den Moment geeignet ist. Klicker oder ein Markerwort finde ich auch super. Ich nutze eher das Markerwort als den Klicker. Im Prinzip ist es dasselbe, nur braucht man für das Markerwort kein Gerät, keinen Klicker dabei haben. Man nutzt einfach seine Stimme und trainiert ein Wort auf, auf das der Hund versteht, das was du gemacht hast war besonders gut. Für meine Hündin Winnie und mich ist das das Wort Yes. Und darauf reagiert sie draußen wunderbar und weiß auch ganz genau, jetzt habe ich was besonders gut gemacht. Dafür bekommt Winnie dann immer eine Belohnung und das ist auch der Unterschied zu dem Lobwort. Wenn ich ihr sage super oder fein, dann weiß sie auch, dass sie was gut gemacht hat. Aber beim Markerwort weiß sie, dass es besonders gut war, herausragend gut und dass danach eine tolle Belohnung folgt. Das nutze ich zum Beispiel für besonders schwere Momente oder neue Momente. Felix Tierwelt: Find ich total interessant. Das mit dem Markerwort kannte ich gar nicht. Also mit dem Trigger, das kennt man ja für gewöhnlich. Da gibt es ja auch ganz viele Anbieter da draußen, die machen auch Werbung wie ohne Ende. Meine andere Sache, was ich auch mitbekommen habe, ich weiß nicht, was deine Meinung ist. Ich habe zumindest gelernt, auch über so ein Podcast oder über so eine Podcastfolge von einer Tieraugenerzen, dass Hunde ja gar nicht so gut sehen können. Bedeutet, das meiste nehmen sie auf durch das Gehör. Das ist ja das Interessante mit dem Markerwort. und durch die Nase. Und was ich mal letztens gesehen habe, glaube ich bei der Bundespolizei oder so was, bei den Hunden oder so was, die werden sehr gut trainiert aufgrund von Gerüchen. Also die werden gelobt mit Gerüchen, die total gut riechen, weil ja Hunde werden ja verzaubert von Gerüchen teilweise, wenn sie rausgehen. Kann man damit auch den Vierbeiner dann loben aus deiner Erfahrung heraus oder eher weniger? Luisa: Ja, das muss man auch immer situativ schauen, ob Schnuppern was ist, was sich in der Situation wirklich eignet. Beim Thema Leine würde ich sagen, verfällt der Hund sehr schnell, wenn man ihn dann schnuppern lässt, wieder ins Ziehen, weil er die Spur, dann da ist, eventuell wieder verfolgt und auch gedanklich sehr schnell wieder in die Hormonwelt und Duftwelt abschweift. Denn das, was du sagst, dass sich viele Hunde verzaubern lassen von Düften, liegt ja oft auch daran, dass an vielen Stellen markiert wird. Und in diesen markierten Stellen sind Pheromone, die beim Hund viel schneller verarbeitet werden als ein rationaler Gedanke. Die werden übers Maul, vielleicht habt ihr das auch schon mal gesehen, wenn Hunde so was auflecken oder besonders intensiv an etwas schnuppern, dass die so klappern, das nennt man Flehmen. Und dabei werden die Pheromone aus der Duftstelle direkt im Hirn verarbeitet und dann merkt... man auch, dass der Hund danach nicht mehr ganz so anwesend ist für die nächste Zeit und total gerne direkt zum nächsten und zum nächsten und zum nächsten Duft gehen möchte. Und das eignet sich natürlich nicht so gut, wenn man jetzt gerade die Leinenführigkeit oder ein Beifuß üben möchte. Was tatsächlich auch eine super Übung ist. Also ein Beifuß würde ich auch immer erst empfehlen, bevor man dann wirklich an die Leinenführigkeit geht, wenn man jetzt dem Hund das Ziehen abgewöhnen möchte. Denn auch da gibt es natürlich einen Unterschied. Bei Fuß ist so was wie ein Trick für den Hund. Also situativ ein Signal, was für einen gewissen Zeitraum genutzt wird und dann wieder freigegeben wird. Und die Leinenführigkeit bedeutet, dass der eigene Hund dauerhaft auf die Leinenlänge achtet und gar nicht mehr zieht. Und das ist das Schwerste für die meisten Hunde, denn dabei muss eine dauerhafte Impulskontrolle gezeigt werden und die muss auf jeden Fall... aufgebaut werden und erlernt werden. Deswegen würde ich immer empfehlen, auch mit einem Beifuß zu starten. Felix Tierwelt: Also das ist sozusagen eine Übung, man machen kann, die wahrscheinlich auch schon sehr herausfordernd ist, bevor man dann irgendwas Komplexes oder irgendwas Verrücktes macht. Bedeutet erstmal bei Fuß üben, dass der Firmhörner wirklich an der Seite von einem ist und nicht weiß Gott wo herum guckt sozusagen. Luisa: Genau, auch da würde man mit einem Blick starten. wenn eure Hunde euch anschauen, dann sagt ihr, dass das genau das Richtige ist. Da lohnt es sich, das Markerwort zu nehmen, denn darauf reagieren Hunde dann viel deutlicher. Das Markerwort aufzutrainieren ist super einfach, da wird einfach nur Futter mit einem Wort konditioniert und dann werdet ihr merken, dass eure Hunde super gut darauf reagieren. Wenn ihr dazu genau eure Fragen habt, könnt ihr mir im Nachgang auch super gerne schreiben. Allerdings genau. Würdet ihr damit den Blick einfangen und wenn eure Hunde verstanden haben, gucken lohnt sich, dann nehmen sie ganz oft automatisch schon die Position neben euch ein. Denn von hinter euch an zu gucken, lohnt sich nicht, denn da werdet ihr das selber nicht sehen. Dann verstärkt ihr wiederum nicht das Verhalten. Heißt, eure Hunde werden gucken, wo sieht mich mein Hunde ... Wo sieht mich mein Mensch am besten? Und wo bekomme ich am ehesten die Belohnung? Das Verhalten zeigen sie dann öfter. Die Position ist meist neben euch. Dann seid ihr schon ganz nah am Beifuß dran. Dann fehlt gar nicht mehr viel und dann haben sie das schon verstanden. Felix Tierwelt: finde ich schon mal richtig gut bedeutet. Ganz einfach runtergebrochen, erstmal Fokus legen, ein Markerwort zu trainieren, ob das Yes oder Weiß Gott was sein soll, das ist ja wurscht. Hauptsache man hat glaube ich ein aussagekräftiges Wort. Nicht zu lang, man kennt es, manche wollen gleich mehrere Wörter haben, das ist natürlich auch quatschig. Und das finde ich schon mal sehr, gut, weil ich habe gerade nachgedacht, ich glaube du siehst das genauso, vor allem bei läufigen Hündinnen oder wenn der Rüde raus, außen ist. Und es sind läufige Hündinnen unterwegs, also für beide, egal ob Weillein oder Männlein, die sind ja in dieser Zeit völlig durch und dann bringt irgendein Geruchstraining gar nichts mehr. Da braucht man wirklich so ein genaues Signal und so ein Signalwort ist ja dann schon sehr, sehr wichtig, weil die Hunde sind ja dann völlig durch den Wind und wissen gar nicht mehr teilweise wo oben und unten ist. Und das ist schon, denke ich mal, dann richtig hart in dem Falle. Luisa: Genau, so je mehr wir unsere Hunde dann auch schnuppern lassen an Stellen, vielleicht gerade eine läufige Hündin markiert hat, desto weniger ist der Fokus dann auch bei uns. Und das ist natürlich eine super starke Ablenkung. Da ist Training dann eventuell gar nicht mehr möglich, sondern nur noch ein Management. nur noch, also schaut man dann nur noch, wie kommt man aus der Situation einigermaßen gut wieder raus und wie holt man den Hund dann auch wieder zu sich. Genau, aber das... ist eine super starke Ablenkung und auch ganz natürlich, dass Hunde sich dann nicht mehr auf uns konzentrieren, sondern vielleicht auf die Fortpflanzung. Denn das ist genetisch und naturbedingt ja auch viel wichtiger in dem Moment. Felix Tierwelt: Ich dich gerade sagen. Du hast es schon vorhin mal angesprochen gehabt. Wir packen alle Infos zu dir. Wir bequatschen das noch. Oder du schickst mir die wahrscheinlich zu. Packen wir alle in die Videobeschreibung oder grundlegend überall in die Beschreibung rein. Wenn man sich gerade in der Situation fühlt, man braucht Hilfe oder dein Rat, einfach denke ich mal melden. Ich glaube, das ist das Schlauste. Da die direkte Frage an dich. Wie läuft denn das eigentlich bei dir ab? Kommen die Leute dann normalerweise bei dir vorbei oder? Wie ist das? Du hast ja gesagt, du bist in Hamburg. Nimmst du auch Leute an, die zum Beispiel aus München sind? Oder wie läuft das grundsätzlich bei dir überhaupt ab als Hundetrainerin, wenn jemand sagt, ey, ich hab jetzt da ein Problemchen mit meinen Vierbeiner? Luisa: Ja, ganz oft gehen wir erstmal ins Gespräch. Also, ihr könnt mir auch gerne bei Instagram dann schreiben. Ich höre mir erstmal das Thema an und stelle auch ein paar Rückfragen. Je nach Thema ist es auch möglich, ein Online-Einzel-Training zu vereinbaren. Manchmal empfehle ich auch eine Gruppe. Also, ich biete auch Gruppenkurse an. Aber wenn ihr aus Hamburg kommt, dann ist es natürlich das einfachste, das Einzel-Training vor Ort zu machen. Entweder komme ich zu euch nach Hause oder da, wo das Problem besteht hin. Und dann Besprechen wir auch bei euch einmal die Thematik und starten dann schon mit den ersten Schritten in die richtige Richtung. Felix Tierwelt: Doki Doki bedeutet du bist in Hamburg ansässig und tätig, also jetzt nicht noch in München oder weiß Gott wo, sondern im Norden von Deutschland. Also wenn man deine Hilfe benötigt, dann muss man eben mal, wenn man weiter weg wohnt, vorbeikommen, denke ich mal. Luisa: Genau, einige Themen kann man aber auch online lösen. Also Online-Einzel-Training ist effektiver, als man denkt. Gerade häusliche Themen sind super gut online zu lösen. Also wenn ihr da aus München oder sonst woher kommt, können wir auch das besprechen, ob es Sinn macht. Aber da gebe ich euch, bevor wir dann ins Training einsteigen, auch eine realistische Einschätzung, ob das über Online-Training machbar und sinnvoll ist. Felix Tierwelt: Das ist ja schon mal ein cooles Angebot. Wie gesagt, wir verpacken alle Infos mal, egal ob es Instagram, wahrscheinlich Website, E-Mail oder weiß Gott was, alles mögliche, packen wir mal rein. Ich verlinke es auch mal als Kommentar, wenn ich es nicht ganz vergesse, hier auf YouTube und dann kann man dich einfach kontaktieren. Wie sieht denn überhaupt deine Zukunft jetzt aus, wenn ich mal so rotzfrech fragen darf, Luisa? Hast du da irgendwelche geheimen Projekte? Gibt es irgendwas ganz anderes noch zusätzlich für die Hundebesitzer was ganz Interessantes oder bleibt alles beim Alten? Luisa: Ich habe immer wieder neue Ideen und habe total Lust, Hundsharmen weiterzuentwickeln. Mein größter Wunsch wäre ein Hundetherapiezentrum und da bin ich auch lange schon auf der Suche nach einer geeigneten Fläche. Da dürft ihr mir gerne sagen, wenn jemand kennt, der eine hat, dürft ihr euch gerne an mich wenden. Genau, das Hundetherapiezentrum würde dann aus einem Tierarzt nach Physio, einem Tierheilpraktiker, Ernährungsberatung und Hundetraining bestehen und im besten Fall auch der Hundetagesbetreuung. Alles für den Hund unter einem Dach. Genau, das ist das Projekt, ich am allerliebsten umsetzen würde und wo ich schon lange dran arbeite. Und dann gibt es noch so ein paar kleinere Projekte, wozu auch die hundecrew.online-Hundeschule gehört. Wie ihr raus hört, ist es eine online-Hundeschule und da könnt ihr auch dann einige eurer Themen angehen. Und zwar selber über Videos und bei Rückfragen stehe ich euch da aber auch zur Verfügung dann. Felix Tierwelt: Die ist auf jeden Fall spannend. Ich würde sagen, bei dir wird es nicht langweilig. Vor allem mit so einem Tiertherapiezentrum, das ist schon heftig. Also was brauchst du da genau für eine Fläche? Also wenn gerade jemand zuhört und sich so denkt, ich habe da was, was sind so Grundvoraussetzungen? Luisa: Ja, also super ist natürlich eine Fläche, der so bisschen grün im Anschluss oder in unmittelbarer Nähe oder direkt dran liegt, sodass man mit den Hunden natürlich auch rausgehen kann. Ich suche vielleicht ein Ab 800 Quadratmeter, sodass wir auch alles dann unter ein Dach bekommen. Genau, und gerne stadtnah, beziehungsweise recht zentral. Ja, nicht ganz so einfach, aber ich bin da dran. Felix Tierwelt: bedeutet, dass ich das auch checke. Vielleicht kenne ich ja jemanden, der da reinpassen könnte. Du brauchst eine Grundstücksfläche und baust dann selber darauf oder wie passiert das dann? Luisa: Es wäre eine Gewerbefläche und die würde dann umgebaut werden in einen Teil Trainingsfläche und einen anderen Teil Tierarztpraxis. Und innerhalb der Räumlichkeiten würde dann auch Physiotherapie stattfinden und Tierheilpraktik. Felix Tierwelt: Das interessant. Ich halte auch mal meine Ohren auf und ich frage mal die eine oder andere Person, weil es ist ja eine schöne Sache, weil es geht ja darum, den Fellraketen da draußen zu helfen und in dem Falle explizit nicht nur Hunden, sondern auch dementsprechend anderen Tieren und ich glaube, das ist gar nicht so verkehrt, so war es einfach zu fördern, weil heutzutage wird so viel Blödsinn gefördert aus meiner Sicht und wichtige Sachen bleiben einfach auf der Strecke. Das ist schon echt verrückt. Das erstmal dazu. Erstmal vielen herzlichen Dank, dass du die Zeit genommen hast. Wie ich immer so mitbekomme, hast du ja echt sau viel ⁓ die Ohren. Und deswegen vielen, vielen herzlichen Dank. Vielleicht hast es mal mitbekommen oder nicht. Bei meinem Podcast ist es so, mein Gast hat immer das Schlusswort. Und in dem Falle nicht ich, sondern du. Ist ja logisch. Wenn du jetzt einem Zuhörer, also einem Hundebesitzer nur einen einzigen Tipp sozusagen mitgeben dürftest, damit der Vierbeiner an der Leine ein bisschen entspannter wäre oder wird, besser gesagt, welcher Tipp Wir rennen das. Luisa: ⁓ durch und lass die Leine locker. Felix Tierwelt: Kurz und knapp und auf den Punkt gebracht, finde ich klasse. Deswegen vielen herzlichen Dank nochmal an alle, die gerade noch zuschauen oder zuhören. Ich wünsche euch weiterhin ganz, ganz viel Spaß mit den anderen Folgen und ich würde sagen, bis bald mal wieder. Tschüss! Luisa: Vielen, vielen Dank!