Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Aktuelles aus der Redaktion und Haar-Influencer Dominik Tjumen im Gespräch
Transcript
- Music. Ihr stimmt mir doch sicher zu, ein bisschen Abwechslung tut irgendwie immer gut, oder? Also mir zumindest. Da gibt es ja so die Klassiker, mal woanders lang spazieren, morgens vorm Frühstück vielleicht erstmal eine Runde tanzen, auf den Wochenmarkt in einem anderen Viertel gehen, Bücher lesen, für die man sich sonst vielleicht nicht entschieden hätte. Ihr versteht schon, worauf ich hinaus will. Und mal die Podcast-Routine ändern, zumindest temporär. Und weil ja gerade eh alles so ein wenig sommermäßig entschleunigt ist, ich weiß, wir haben alle wirklich viel auf der Agenda, Aber zumindest hier und da haben wir und ich uns gedacht, der Rheinpegel bekommt jetzt auch mal ein bisschen Ferienflow. Ich liebe es ja, mich zu unterhalten, auszutauschen, unterschiedliche, interessante und tolle Menschen zu treffen aus der ganzen Stadt und aus vielen verschiedenen Bereichen und dann zu erfahren, was die eigentlich so machen. Ein paar davon stelle ich euch in den kommenden Wochen vor in etwas ausführlicheren Gesprächen. Damit ihr natürlich aber trotzdem in guter alter Rheinpegel-Manier immer auf dem Laufenden bleibt, was in Düsseldorf aktuell passiert, nehmen wir euch selbstverständlich auch da weiter mit. Ludwig Krause, Redaktionsleiter in Düsseldorf, erzählt uns die drei Themen, die die Stadt in den letzten Tagen ganz besonders bewegt haben. Das drohende Aus der Rheinfähre, die Entscheidung zum Badeverbot im Rhein und den langsam fahrtaufnehmenden Kommunalwahlkampf. Und dann habe ich Dominik Thium zu Gast. Er ist Friseur und Haarinfluencer. Wie das zusammen funktioniert, was er mit seinen Followern auf Social Media teilt und wie er überhaupt dazu gekommen ist, darüber habe ich mit ihm gesprochen. Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 381 und der Rhein steht bei 3,13 Meter. Music. Hallo zum Rheinpegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen, was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt, kurz und gut, was geht. Mein Name ist Tosja Kohlmann und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen. Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, könnt ihr das gerne tun unter rheinpegel.podcast at rheinische-post.de oder 0160 80 80 844 erreicht ihr uns. Das hat auch Tobi getan und uns einen Veranstaltungstipp dagelassen. Am 5. und 6. September steigt in Ratingen, ist ja fast Düsseldorf, das Jetzt-und-Immer-Festival. Tobi empfiehlt das Open-Air-Festival mit Liebe zum Detail, von dem er schon lange Fan ist. Wenn ihr das auch werden wollt, dann schaut doch mal auf deren Website vorbei. Da bekommt ihr alle Infos zum Line-Up, den Tickets und dem Ablauf. Jetztundimmer.de ist die Adresse. Und wenn ihr da wart, dann erzählt doch mal, wie es war. Und nicht nur mit Veranstaltungstipps könnt ihr euch bei uns melden, sondern auch, wenn ihr was gewinnen wollt. Schreibt an podcasts.reinische-post.de und mit ein bisschen Glück gewinnt ihr Tickets für Jurassic World, die Wiedergeburt. Das läuft am 23. August im Alturs Open Air Kino. Also meldet euch und gegebenenfalls bekommt ihr Nachricht von uns. Auch in den vergangenen Tagen haben wieder viele große und kleine Themen die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer beschäftigt, berührt und bewegt. Die Rheinfähre, die seit mehreren Jahrhunderten den Flussabschnitt zwischen Kaiserswerd und Meerbusch befährt, steht traurigerweise kurz vor dem Aus. Was die Gründe dafür sind, das weiß Ludwig Krause, genau wie die neuesten Entwicklungen beim Thema Badeverbot im Rhein. Nachdem in diesem Jahr schon erschreckend viele Menschen tragischerweise beim Schwimmen im Fluss tödlich verunglückt sind, ist dies nun auch Thema des aktuellen Wahlkampfes kurz vor der Kommunalwahl. Ludwig erklärt, welche Schritte jetzt die nächsten sind und was es für Alternativen geben kann. Das Thema Wahlkampf ist auch eins, was in den nächsten Wochen sicher immer präsenter wird. Seit einigen Tagen hängen die Wahlplakate und es hat nicht allzu lange gedauert, bis sich daran zu schaffen gemacht wurde. Was beschädigt ist und welche Konsequenzen das vielleicht hat, auch darüber haben wir gesprochen. In der, ich möchte sagen, Podcast-Zentrale Düsseldorf in der Lokalredaktion im Konferenzraum sitzt mir gegenüber Ludwig Krause, seines Zeichens Redaktionsleiter dieser ganzen Geschichte hier. Und du wirst mich und uns jetzt ein bisschen durch die Themen führen, die in den letzten Tagen aktuell waren, die irgendwie Düsseldorf bewegt haben, die hier passiert sind. Drei hast du dir ausgesucht. Genau, vielen Dank, dass ich hier sein darf. Drei habe ich dir mitgebracht von Dingen, die unsere Leser besonders emotionalisiert haben, besonders bewegt haben, aber auch von Dingen, über die wir reden sollten, weil sie derzeit jedem auffallen. Und die tatsächlich ja auch an Sachen anknüpfen, über die wir sowieso oft sprechen. Also es geht um Baden im Rhein, es geht um den Kommunalwahlkampf und es geht um die Rheinfähre, die ja auch immer mal, nicht nur zuletzt bei der Kirmes irgendwie ein Thema ist. Deswegen, let's go. Gerne genau mit der anfangen, nämlich die Rheinfähre. Man muss jetzt ein bisschen ... Aufpassen, über was man spricht, über welche Rheinfähre sprechen wir überhaupt. Wir sprechen über die Rheinfähre zwischen Kaiserswerth auf Düsseldorfer Seite und Merbusch auf der linken Rheinseite mit der für viele Menschen schockierenden Nachricht, dass diese Fähre wohl bald ein Ende finden wird nach mehreren hunderten Jahren an Traditionen, die damit verloren gehen würde. Und man merkt an den Kommentaren, an den Reaktionen auf unsere Berichterstattung, das ist nicht eine rein praktische Frage, das ist für die Menschen ein hochgradig emotionales Thema. Wir haben auch gestern mit dem Fährbetreiber nochmal im Nachgang zu unserer Berichterstattung gesprochen. Und der wirklich eindrücklich geschildert hat, dass er seit der Berichterstattung bei uns, aber auch in anderen Medien überhäuft wurde von Nachrichten von Menschen, die sich an ihn gewandt haben und die alle irgendwie helfen wollen. Aber kann man da helfen? Also was ist denn überhaupt, was ist passiert? Ehrlich gesagt, mich berührt das auch. Bist du schon mal mit der Fähre gefahren? Also war das eine Zeit lang oder ist das ein Mittel, was du benutzt, um irgendwie nach Merbisch zu kommen? Nur Freizeitgründe. Also wenn ich jetzt auf dem schnellsten Wege nach Merbisch kommen würde, würde ich... Fairerweise einen anderen Weg wählen. Aber ich finde, das hat schon was. Also nicht nur diese Fähre, sondern auch unten die Fähre, die die Urnbacher, Kempe mit Zons verbindet. Da kommen wir vielleicht gleich auch nochmal zu. Da so mit dem Fahrrad am Wochenende, wenn das Wetter schön ist, die Frau einsammeln und dann da hinfahren. Das hat schon was. Genau und deswegen, ich glaube, die ist ja fast 900 Jahre alt, diese Fähre. Also nicht die Fähre, die jetzt fährt, sondern dieser Weg oder die Tradition. Und wie wir ja auch hier schon öfter besprochen haben in diesem Podcast, wenn dann so Traditionssachen, also ich erinnere mich nur an das ganze Fortuna-Bütchen-Ding, wenn das dann plötzlich auf der Kippe steht, so Dinge, wo man eigentlich damit rechnet, die waren schon immer da, die bleiben für immer da. Wie kann sowas dann irgendwie passieren, dass das aufhören muss? Das knüpft genau an die Frage an, die du gerade hattest, wie kann man denn helfen? Der Betreiber antwortet dann immer mit, ja hast du zwei ausgebildete Schiffsleute, die ich mal kurz eben einsetzen kann, denn das ist tatsächlich der Kasus knacktos an der ganzen Sache. Es fehlt der Nachwuchs. Und der ist auch in dieser Fair-Verbindung sehr schlecht auszubilden. Das heißt, man müsste Kräfte von anderen Unternehmen übernehmen. Weil der Weg zu kurz ist? Genau. Also man kann, wenn ich das richtig verstehe, ich bin jetzt auch kein Experte, aber auf dieser Verbindung keine. Binnenschifffahrtsscheine machen. Und das war jetzt garantiert der falsche Begriff, aber das ist im Kern das Problem, dass ihm der Nachwuchs fehlt, den Fair-Mann oder die Fair-Frau, die aus diesem Problem herausführen könnten. Natürlich ist auch die Nachfrage ein anderes Thema. Es gibt, du hast es gerade selber gesagt, andere Wege über den Rhein, vielleicht auch schnellere Wege über den Rhein oder bequemere, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Und das alles führt aber dazu, dass Betreiber, die ja auch nicht jünger werden, Dann irgendwann sagen, es könnte bald vorbei sein. Und bislang, das ist ja ein Familienunternehmen, ne? Und bislang wurde quasi offenbar für Nachwuchs gesorgt oder für jemanden, der das weiterführt. Und das ist jetzt einfach auch nicht mehr drin. Genau, es gab ja aber auch bisher immer Personal. Und das ist übrigens, wenn wir auch mal auf die andere Fähre schauen wollen, nämlich die weiter südlich unterwegs ist, auch da ein Thema. Aber wir werden jetzt, wir berichten jetzt auch darüber, dass auch da der Betreiber schon in die Jahre gekommen ist, wenn man das so freundlich sagen darf. Und ja, wir werden sehen, wie es da weiter läuft. Ja, das heißt, es geht nicht um schwindendes Material, also es ist nicht so, dass die Fähre zu alt ist und irgendwie das Geld fehlt, die zu sanieren. Es geht nicht darum, dass der Rhein da jetzt plötzlich irgendwie, weiß ich nicht, abgelassen wird und woanders weitergeht, sondern es ist tatsächlich der Nachwuchs. Ist es eine Alternative oder ist die Idee da, dass man ja das irgendwie groß ausschreibt? Also klar, du sagst schon, durch Berichterstattung wird natürlich auch irgendwie was publik und erreicht vielleicht nochmal andere Menschen. Aber also machen die sich da Hoffnung, dass das jetzt ein bisschen breitere Wellen schlägt im wahrsten Sinne des Wortes und irgendwie Leute sich melden aus Holland? Genau, der Blick in die Niederlande ist gar nicht so blöd, denn da ist das Ganze, die Schifffahrt natürlich auch nochmal ein erhebliches Thema. Die Hoffnung stirbt zuletzt und bei den Schifffahrtsleuten vielleicht zu allerletzt. Das ist aber in der Branche insgesamt. Also nicht nur, wenn man auf die Fährbetriebe guckt, sondern auf die Schifffahrt insgesamt, ist Personal ein Riesenthema. Warum ist das da so? Es geht um Bezahlung, es geht um Arbeitszeiten und es ist wie überall anders auch. Man kann vielleicht an anderen Orten bequemer, besseres Geld verdienen. Das ist natürlich auch, du kannst halt kein Homeoffice machen und du bist halt weg. Genau. Also tatsächlich, physically, literally. Genau, das würde jetzt auch an dieser Stelle zu weit führen, aber man kann sich ja auch mal mit den ganzen Flusskapitänen unterhalten, was das eigentlich für ein Job ist. Da hat eine Branche insgesamt große Probleme. Und das sehen wir jetzt in diesem ganz speziellen Fall, während das Thema für die meisten Menschen normalerweise Flussschifffahrt jetzt kein wahnsinnig emotionales ist, wenn es dann an die Fähre vor ihrer Haustür geht, mit der vielleicht auch schon Oma und Uroma gefahren sind, dann sieht es anders aus. Ich bin regelmäßig auch mit dieser Fähre gefahren. Wir haben früher auf der anderen Rheinseite, also von hier aus auf der anderen Rheinseite in Ilberich gewohnt und da war das tatsächlich, das waren die 90er, mein Gott, und da war tatsächlich der Weg noch über die Fähre. Ja, darum, auch mich berührt das emotional. Der Rhein ist ja sowieso offenbar für viele ein emotionales Thema, auch wenn es darum geht, ob man jetzt seine Bahn da unbedingt jetzt drehen muss, wenn es heiß wird und man sich abkühlen will. Also das große Thema dieses Sommers fast in der Hinsicht Baden im Rhein und vor allem dann auch die Unglücke, die da drumherum wirklich zuhauf passiert sind, schon im Verlauf dieses Sommers. Da gibt es auch eine kleine Neuerung oder auf jeden Fall neue Bewegungen drin. Genau, die nicht so klein ist, sondern ehrlich gesagt riesengroß. Die Stadt Düsseldorf hat sich tatsächlich jetzt nach einigem bürokratischen Hin und Her dazu entschieden, das Badeverbot im Rhein zu veranlassen. Das ist ein Novum in dieser Stadt. Es wird noch abzuwarten sein, wie genau das ausgestaltet sein wird, denn diese Verfügung liegt noch nicht vor. Und es wird zu beobachten sein, wie die Menschen darauf reagieren. Denn es wird ja definitiv dazu führen, dass ein Verbot, wenn es denn erlassen wird, auch mal irgendwann kontrolliert werden muss. Wir haben 42 Kilometer ungefähr an Rheinuferlinie. Das Ganze dann auf beiden Seiten muss es natürlich kontrolliert werden. Das war auch so bisher das Hauptargument der Gegner so eines Verbots. Wer soll das denn kontrollieren? Das ist ja sicher auch eine personelle Frage, weil überall fehlen ja Leute. Die Befürworter vergleichen es dann immer mit dem Straßenverkehr. Es wird ja auch nicht, an jeder roten Ampel steht ja auch nicht eine Ordnungskraft und guckt, ob man da denn wirklich hält. Und trotzdem tut man es. Es ist so ein bisschen der Hintergrundgedanke. Punktuelle Kontrollen, um ein flächendeckendes Verbot durchzusetzen. Und das wird jetzt in Düsseldorf so kommen. Das steht fest. Wir wissen noch nicht genau wie, aber das wird spannend bleiben. Und der Hintergrund ist, wie du gerade selber gesagt hast, ein sehr ernster. Wir haben in diesem Jahr tatsächlich ein Rekordjahr und zwar ein Negativ-Rekordjahr. Noch nie hat es in so kurzer Zeit so viele Badetote im Rhein gegeben. Und jetzt sind Lösungen, auch kreative Lösungen gefragt, wie man das Ganze angeht. Denn diese Verbotsdebatte begleiten ja auch tatsächlich konstruktive, kreative Vorschläge, was man denn tun könnte. Zum Beispiel ein wie auch immer ausgestaltetes Badeschiff im Rhein oder einen reinen Nebenarm nutzen, um den anständig schwimmbar zu machen, sodass die Menschen nicht auf ihr Schwimmerlebnis verzichten müssen, aber sich da nicht in Lebensgefahr. Und ganz viele Menschen, und das zeigt ja auch einfach dieses Jahr, unterschätzen die Gefahr, die dieser Fluss einfach birgt. Die meisten denken, also es geht ja gar nicht so zwangsläufig um Bahnen ziehen, sondern um Menschen, die halt irgendwie da einfach so reingehen und total unterschätzen, wie sie dann in diesen Fluss gezogen werden. In diesem Jahr war ja auch noch das Besondere der niedrige Pegelstand, also dass man, wenn man ins Wasser gegangen ist, man schon so weit im Fluss drin war, dass es dann auch sehr schnell sehr ernst wurde. Das tat natürlich so ein bisschen das Übrige dazu, aber die Stadt hat sich jetzt entschieden, nachdem lange nicht klar war, ob der Bund zuständig ist oder das Land oder wer auch immer. Jetzt ist klar, die Stadt wird es tun und wir werden sehen, wie es ausgestaltet ist und wie die Menschen reagieren. Auch da sehr emotionales Thema. Uns hat eine ältere Dame beim Baden, die wir mal am Paradiesstand getroffen haben, gesagt, das hier sei so etwas wie ihre Badewanne. Solche Menschen werden da mutmaßlich, also es ist die Frage, werden die sich von einem Verbot aufhalten lassen? Ich finde, das war ja wirklich auch ein langer Weg jetzt zu diesem Verbot und da haben wir ja auch hier schon drüber gesprochen. Es gibt Fürs und Widers, Pro und Kontras und so. Und ich glaube, weil du gerade auch dieses Beispiel mit der Ampel angebracht hast, das ist ja, das haben wir ja schon so lange gelernt. Und wir bleiben ja auch nicht an jeder roten Ampel stehen, jetzt mal ganz, ganz, ganz ehrlich, mit dem Auto ist es vielleicht noch mal was anderes. Und wenn ich natürlich jetzt so in mir drin habe, ja, ja, das ist ja auch das Problem, dass es einfach ganz viele Leute gibt, die wissen vielleicht sogar um die Gefahren des Rheinschwimmens, aber denken halt, naja, ich kenne ja meinen Fluss und so. Also darum frage ich mich wirklich auch jetzt nicht so umkich, wie soll das gehen, weil ich schon glaube, dass das auch ein guter Weg ist. Aber also ich frage mich, wie erstens, wie lange das dauert, bis wir das so drin haben und zweitens, ja, und wenn ich mich da aber halt vertue, anders als vielleicht bei einer roten Ampel, geht es halt noch schneller, dass was Schlimmes passiert. Also ich finde zum Beispiel bei der Corona-Pandemie hat man relativ zügig gemerkt, wie schnell wir uns doch dann auch anpassen und alle drin hatten, wir gehen jetzt nur noch mit FFP2-Maske in den Supermarkt, das ging ja binnen Wochen und spannenderweise auch wieder genau den umgekehrten Fall, wie schnell dann auch wieder die Maske ab war. Ja, aber es gab ja auch so viel, verzeihung, wenn ich dir ins Wort falle, aber es gab ja auch so viel Berichterstattung über diese Gefahren im Rhein und das hat ja dann offenbar auch, also das meine ich, das ist ja immer die Frage, wie nah muss was an mich dran, bis ich checke, es ist wirklich. Also was man dazu wirklich sagen muss, ist, dass die Stadt bereits angekündigt hat, dass es empfindliche Strafen werden. Also es ist nicht so du, du, 20 Euro hier und dann kaum sind wir weg, geht da wieder rein. Und ich glaube, wenn man einmal mehrere hundert Euro bezahlt hat oder jemanden kennt, der mehrere hundert Euro dafür bezahlt hat, dann überlegt man sich das schon zweimal. Und es gibt genügend andere Angebote in Düsseldorf und Umgebung, bei denen man sich an heißen Tagen Abkühlung verschaffen sollte oder kann, wenn man möchte. Und die sollte man dann künftig ehren. Auf jeden Fall, ich denke das ja auch und ich bin gespannt, wie sich das umsetzen lässt. Einmal das Verbot und dann vielleicht auch diese Idee mit der Schaffung einer Alternative, weil was natürlich ist, der rein ist erstmal, also ich bezahle nichts. Alle anderen Sachen auch sehen mittlerweile, da muss ich Eintritt bezahlen, Freibäder sowieso und das jetzt auch vielleicht in manchen Situationen auch nicht zu wenig, auch wenn ich vielleicht eine Familie bin mit viel Mensch oder halt eine große Gruppe. Also wahrscheinlich ist dann, ich weiß nicht, wie das dann tatsächlich umsetzbar ist, aber schön wäre ja dann, wenn es dann ein Angebot gäbe, was sozusagen das auch mit abdeckt, dass es einfach ein bisschen niederschwelliger ist, was dann auch das attraktiver macht, das zu nutzen. Was ich nur wichtig finde und was auch eine klare Botschaft der Stadt ist, es geht jetzt nicht um ein Betretungsverbot der Ufer oder so. Das heißt, Leben am Wasser ist ja nach wie vor möglich. Und es ist auch eines der Dinge, die ich ganz toll finde in Düsseldorf, wie wir an diesem Fluss und mit diesem Fluss leben. Es geht nur wirklich halt darum, dieses tödliche Baden im Rhein zu unterlassen. Und ich weiß gar nicht, wie es dir geht, aber ich bin am Rhein groß geworden. Und also meine Eltern haben ja schon... Als Kleinkind gesagt, du gehst nicht in den Rhein. Mir auch, ich bin auch am Rhein groß geworden. Bei uns war es aber noch nicht mal dieses, wegen der Gefahr und der Strömung, das ist mir schon sehr, sehr bewusst, weil ich bin auch nicht unweit der Theodor-Holzbrücke aufgewachsen und da sind wirklich auch schon vor 10, 20, 30 Jahren, und an da kann ich mich noch erinnern, oft Krankenwagen und dann zur Messe und da sind dann die Leute meistens halt rausgefischt worden, so ganz doof gesagt. Als ich jung war oder noch kleiner, ich bin immer noch jung, war es eher auch dieses, dass der so dreckig ist. Also das war dann eh keine Alternative. Auf der anderen Seite, wenn wir mit dem Hund spazieren gehen, der ist da auch reingegangen. Da gibt es dann ja irgendwie schon so eine Schere zwischen, also ich meine so ein Hund wurde auch schneller geschliffschwemmt. So ist es nicht. Die positive Nachricht der Reihen ist deutlich sauberer geworden in den vergangenen Jahrzehnten. Genau, aber darum ist das bei mir eh drin, dass ich da nicht reingehe, weil ich es halt immer noch denke. Und das bleibt auf jeden Fall auch spannend Und es ist auch Thema des Wahlkampfs. Und dieser Wahlkampf neigt sich ja demnächst zu Ende, weil dann die Wahl ansteht. Es beginnt jetzt die heiße Phase. Es beginnt die heiße Phase. Und ja, wie immer, es rappelt irgendwie im Karton und es passieren Dinge. Genau. Also erstens, was ich ganz spannend finde, ist, dass es tatsächlich, um jetzt nochmal kurz den Bogen zu schlagen, beim Rhein eine sehr, sehr große, beim Badeverbot eine sehr, sehr große Mehrheit auch im Wahlkampf dafür gibt. Zuletzt hat die FDP sich zwar gegen so ein Verbot ausgesprochen, aber die wirklich übergroße Zahl der Parteien spricht sich für so ein Verbot aus. Das heißt, es ist Thema im Wahlkampf, aber die Entscheidung dürfte nicht davon beeinflusst werden, wer denn da jetzt neuer Oberbürgermeister oder neue Oberbürgermeisterin wird. Das ist zumindest meine Einschätzung. Aber das Wahlkampf überhaupt ist, dürfte vielen Menschen erst seit vergangenem Freitag auffallen. Oder aufgefallen seien seitdem, seit 18 Uhr, dürfen in der Stadt nämlich die Wahlplakate aufgehängt werden und sie wurden fleißig aufgehängt. Jeden Tag, wenn ich mit dem Pfarrer zur Arbeit fahre, komme ich an diversen ganz gut gelungenen und weniger gut gelungenen Plakaten vorbei. Welche jetzt zu welcher Kategorie gehören, das mag jeder für sich selber entscheiden. Auf jeden Fall finde ich sehr wichtig, dass die Plakate hängen, um den Menschen auch deutlich zu machen, es ist jetzt Kommunalwahl. Und das ist ja auch immer so eine Frage, in dem digitalen Zeitalter, in dem wir jetzt leben, wie sinnvoll sind solche Plakate überhaupt? Ich merke jetzt auch in den vergangenen Tagen, auch wie das Ganze jetzt an Fahrt aufnimmt, das ist schon noch für viele Menschen auch ein visuelles Zeichen, das geht los. Allerdings auch mit einigermaßen unschönen Effekten. Es hat keine 24 Stunden gedauert, da waren die ersten Plakate zerstört. Also wenn man das Ganze jetzt einem politischen Spektrum zuordnen möchte, dann geht das in die eine wie in die andere Richtung. Die SPD meldet Plakate, die mit Hakenkreuzen beschmiert worden sind. Die AfD meldet uns, dass die Hälfte aller ihrer Plakate nach nicht mal fünf Tagen heruntergeholt, abgerissen beschmiert worden sind. Also in die politisch eine wie in die andere Richtung sind da Menschen unterwegs, die offensichtlich Plakate zerstören, beschmieren, wie auch immer wollen. Zeigt natürlich auch einfach in was für einer polarisierenden Situation, in der wir uns befinden, zeigt auch, dass gerade mehr geschrien, denn gesprochen wird. Aber ja, der Wahlkampf in Düsseldorf, er nimmt an Fahrt auf. Themen sind garantiert nicht wenige und werden wir in den kommenden Wochen sicherlich auch an dieser Stelle noch mal, behandeln. Genau, wir bleiben dran, du bleibst dran, ihr bleibt dran und in den nächsten Wochen werden wir dann immer mal hören, was sich da ergibt. Vielen Dank für diesen kleinen Rundumschlag und ich sage mal bis zum nächsten Mal. Danke dir. Tschüss. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Music. Dominik Thium ist Friseur und Haarinfluencer. 128.000 Menschen folgen ihm auf Instagram, auf TikTok sind es 187.400. 5,2 Millionen Likes hat er auf der Plattform für seine Videos gesammelt, die er regelmäßig postet. Ob und wie das seinen Alltag verändert hat, warum Haare für manche ein durchaus emotionales Thema sind und was er für die Zukunft plant, das erzählt er mir und uns. Auf einem, naja, dunkel-aquamarinenfarbenen Samtsofa in einer Wohnung in der Düsseldorfer Allstadt sitze ich und mir gegenüber sitzt Dominik Thieumen. Hi. Hallo. Wie schön, dass ich bei dir sein darf und dass du bei mir bist. Das geht ja hier hin und her. Wir reden heute ein bisschen über dich und vor allem darüber, was du machst. Du hast nämlich, ich möchte fast sagen, in dir ruhen zwei Persönlichkeiten. Ja, mindestens. Aber zwei zumindest, die man von außen sehr gut erkennen kann. Du bist Friseurmeister, angehender Friseurmeister. Und du bist vor allem aber auch Influencer, Haarfluencer. Mit einer sehr, sehr, sehr großen Follower-Innenschaft auf TikTok und überhaupt in den sozialen Medien. Und bevor ich jetzt hier irgendwelche Sachen droppe und Geschichten erzähle, that's not my story to tell, erzähl doch mal, wer bist du und wie sind wir heute hier gelandet? Wie konnte das passieren? Ich bin Dominik. Ich bin 34 geworden. Ich bin Friseur. Ich wohne in Düsseldorf und aus irgendeinem mir nicht erklärlichen Grund habe ich auch eine Plattform auf TikTok und auf Instagram und da poste ich Haare. Manchmal auch meine und auch andere. Und ja, ich habe keine Ahnung, wie es dazu gekommen ist. Ehrlich gesagt, es war einfach so. Ja, aber es ist ja noch nicht allzu lange her. Also es ist jetzt nicht, du hast nicht vor irgendwie 17 Jahren mit YouTube angefangen und dann ist das immer weiter gewachsen. Hast du das Gefühl, das hat auch ein bisschen wie bei manchen natürlich mit dem Rise of TikTok, also das ist ja auch jetzt noch keine App, die es irgendwie schon tausend Jahre gibt oder zumindest nicht in der öffentlichen Wahrnehmung. Aber war das auch so ein bisschen Lockdown? Alle sind zu Hause und machen sich da irgendwie Gedanken drüber oder kommunizieren so mit der Außenwelt? Wie hat es angefangen? Also das war zumindest der Zeitpunkt, wo ich TikTok runtergeladen habe. Ich auch übrigens. Nice. Dass es da Haarkontent gibt, habe ich gar nicht gerafft. Bis mir dann jemand gesagt hat, übrigens es gibt so einen Friseur aus Hamburg Und der erzählt immer ganz viel aus der Drogerie und man kann jetzt auch Drogerieprodukte benutzen. Und das war natürlich super empörend für mich als Friseur, weil ich kannte natürlich als Mitarbeiter des Unternehmens L'Oreal. Auch bei Sasunia später, nur die Industriesicht. Uns wurde immer beigebracht, auf gar keinen Fall Drogerie, das ist minderwertig, das darf man auf gar keinen Fall benutzen. Warum? Also was ist da der große, große Unterschied? Frage ich dich als komplette Laien. Also vielleicht kannst du das mal in so zwei, drei Sätzen. Ja, können wir auf jeden Fall gleich nochmal drüber sprechen. Also dann gab es halt diesen Hamburger. Ich war ganz entsetzt und habe mir das irgendwie ein paar Jahre angeschaut. Irgendwann mal habe ich dann gedacht, weißt du was, ich vermisse irgendwie was. Es gibt irgendwie so eine Lücke und meine Gay Audacity hat mir dann halt gesagt, du kannst diese Lücke füllen. Mhm, also die hat im Content, den du konsumieren konntest, hat dir quasi gefehlt, dass jemand das sagt, was du gerne hören möchtest oder was dich interessiert, was du für relevant hältst. Korrekt, weil also so Hair und Beauty-Talk, also Beauty-Talk, so Make-Up-Content, den kannten wir natürlich alle von YouTube. Haare waren nicht so ein großes Ding irgendwie und deshalb war es auch so ein Riesending für viele, dass es A, dann einen Friseur gab auf Social Media, der halt Sachen gezeigt hat zum einen, aber zum anderen halt eben auch nicht die Drogerie verteufelt hat. Ich schon zu dem Zeitpunkt. Und ich dachte mir so, ich muss jetzt derjenige sein, der hier auf den Tisch schaut, ansonsten geht das ja, Gott weiß wohin. Und dann habe ich ein Video gepostet, da ging es um das Haare waschen oder so. Wo ich meinte so, ja, hier dieses ganze, nur Kopfhaut waschen, Shampoo über die Längen, jappa, jappa, ist halt nicht für jeden immer sinnvoll. Und ich merkte so, ja, okay, das nehmen mir die Leute irgendwie ab, da weil da sehe ich mich auch. Und dann habe ich ein zweites Video gepostet. Also ich war an meinem Geburtstag in Prag. Ich habe mir selber ein Geburtstagsgeschenk gemacht und bin nach Prag geflogen für ein paar Tage. Und saß da am Fenster, habe damals noch so das iPhone 11, weißt du, so richtig whack ohne Tripod, ohne Mikrofon einfach aufgestellt und habe den Satz gesagt, irgendwas wie, ich will jetzt keine Gefühle verletzen oder so, aber du musst deinen Conditioner nicht ausspülen. I remember. Und sechs Wochen später stand ich in der InStyle. Nee, das war im September, genau. Zuerst gab es so einen Riesenaufruhr und natürlich wurde dann auch dieser andere Creator dazu gefragt und der war total dagegen und so, aber das war nicht mehr aufzuhalten. Das hatte dann so eine große mediale Präsenz, dass es irgendwie gegen das Hair-Euling verloren in diesem Jahr. Der zweitbeste immerhin Beauty-Hack. 23 oder so wurde. Und da fing erst mein TikTok an. Also du hast das quasi fast ohne Plan, jetzt nicht mit dem Plan irgendwie, ich werde groß und ich mache jetzt was, sondern du hast einfach, du hast, wie es ja uns eingeht, also ich bin ja auch in den sozialen Medien irgendwie unterwegs, eher als konsumierende Person und denke auch manchmal, boah, da müsste man eigentlich nochmal, die Mitte da finden, oder man müsste nochmal was dazu sagen oder ergänzen oder einfach, ich finde keinen, der lustig genug ist und so, oder keine. Und dann mache ich das halt selber. Also das war so ein bisschen dein Impuls und dann hat es sich verselbstständigt. Sehr schnell sogar. Mit einem Video über Conditioner. Über Conditioner. Diesen Satz, ich möchte jetzt keine Gefühle verletzen, aber du musst deinen Conditioner nicht ausspülen, von dir ja relativ selbstbewusst gesagt werden kann, liegt ja daran, dass du schon seit sehr, sehr, sehr langer Zeit als Friseur arbeitest, auch in verschiedenen Umfeldern. Das heißt, diese ganze Profession, die du schon so lange machst, ist das für dich immer noch das Hauptding deines Tuns? Oder ich stelle mir die Verlockung groß vor, nach 15.000 zu sagen, ich schmeiße hier alles hin, ich mache jetzt nur noch Internet und so. Also wie sehr ist das für dich? Weil wir wollen ja auch heute ein bisschen darauf hinaus. Das dahinter zu erzählen, also wie diese Dualität sich verhält. Du bist auf der einen Seite eine Person des öffentlichen Lebens, ja mittlerweile auch in der tatsächlichen Welt. Also das vermischt sich ja dann alles. Du findest ja nicht mehr nur im Endgerät statt, sondern gibst ja auch Workshops und bist unterwegs. Und auf der anderen Seite machst du gerade deine Meisterschule und arbeitest als Friseur. Und das sind ja vielleicht zwei Lebenswelten, die man jetzt erstmal nicht so doll zusammenbekommt, weil das eine strahlt Glamour und Reisen und Privatjets meinetwegen, also jetzt mal so ganz übertrieben gesagt, aus oder? Kein einziger Privatjet ist involviert. Ich möchte das an dieser Stelle wirklich mal eindeutig und für alle hörbar so festhalten, es ist kein Privatjet involviert. Gelegentliche Uber-Fahrten sind so das absolute Maximum bis jetzt. Ja, aber da sind wir ja schon da dass du das vielleicht mal ein bisschen aufräumst weil ich kann mir schon vorstellen, dass das in der weiteren Rezeption irgendwie vielleicht oft so das Bild ist und auf der anderen Seite, wie gesagt arbeitest du ja, ich sag das jetzt mal in sehr großen Anführungszeichen und, ohne Wertung in einem ganz normalen Job tagtäglich sozusagen. Wie verbindet sich das, wie fühlt sich das für dich an wie ist so für dich die Gewichtung? Also ich bin wirklich unglaublich gerne Friseur ich bilde mir auch ein dass ich die ein oder andere Sache kann als Friseur. Der Punkt ist halt, dass dieses Arbeitsumfeld Friseur-Salon für mich irgendwann nicht mehr geeignet war. Und zu dem Zeitpunkt fing das halt an, dass ich eine Größe erreicht habe auf Social Media, wo sich ein Management für mich interessiert hat. Ich habe wirklich ein extrem geiles Management. Lindy Agency heißen die, die kommen aus. Ich will Würzburg sagen, aber das ist hier der Bums neben Düsseldorf, Wuppertal. Ja, Grüße nach Wuppertal an der Stelle. Wunderschöner Ort. Und dann kamen halt die ersten Werbekooperationen rein und ich war noch im Salon. Ich hatte einen Arbeitsvertrag, da stand drin, ich darf auf gar keinen Fall mit dem Unternehmen konkurrieren, ich darf auf gar keinen Fall für andere Leute arbeiten und ich musste ja dann ein Nebengewerbe anmelden und das fand halt die nette Firma Sassoon auch hier, ganz liebe Grüße an der Stelle, auch privat, gar nicht so geil. Im Sinne von, die haben es so lange geduldet, bis es denen halt convenient erschien, das halt anzumahnen. Und dann war das Arbeitsverhältnis auch vorbei. Das, also, weißt du, was ich meine? Das ist ja, ich bin halt letzten Endes so ein bisschen da reingeschmissen worden. Ja, verstehe. in dieses Influencer-Ding und ich habe es auch wirklich bis heute jeden einzelnen Tag genossen und es ist ein riesen Privileg. Ich arbeite jetzt in einer Branche, wo halt Milliarden investiert werden. Milliarden. Also unironisch. Und da kriegt natürlich jeder von uns auch ein Stück vom Kuchen ab. Je größer die Plattform, desto größer ist halt das Stück vom Kuchen. Also es gibt meine Friseurseite, es gibt diese Influencer-Seite. Aktuell mache ich nur die Influencer-Seite, aber ich mache auch meinen Friseur Meister, weil jetzt habe ich ja die Zeit und Social Media ist niemals für immer, alles geht irgendwann vorbei. Ja, das interessiert mich auch, ob das so ein bisschen auch ein sehr gesunder Realismus ist und quasi ein schon. Vorausschauendes Setting, dass du sagst, okay, ich nehme das hier mit solange es geht und so schön es geht und so gut es geht und genau und auf der anderen Seite halt dieses ist ja schon sehr, du gehst halt auch nochmal zur Schule und hast halt auch einen Alltag, der von Zeiten bestimmt ist, von Schulzeiten, von Prüfungsterminen und so und wie das dann unter einen Hut geht. Und ob du manchmal bei dem einen sitzt und irgendwie denkst, ach, wenn ihr, gestern habe ich noch irgendwie in die Kamera gesprochen und es haben drei Millionen Leute geliked und heute sitze ich hier und jemand erzählt mir, wie ich eine Tube zudrehe. Also ich sage das jetzt sehr bewusst, sehr, sehr, sehr übertrieben. Und auf der anderen Seite denkst du manchmal, Ich meine, du bist in dieser Welt, wo irgendwie so viel Aufmerksamkeit ist und dann sehnt man sich vielleicht danach auch mal wieder ein bisschen unerkannt, einfach in einer Klasse zu sitzen und was erzählt zu bekommen. Also in der Klasse war ich nicht ganz unerkannt. Mit einem Raum voller FriseurInnen in einem Raum zu sitzen, als deren Influencer sozusagen. Einer der kleinsten von deren Influencern. Ist witzig, aber die waren super süß. Die haben keinen Ton darüber verloren. Es hat mich keiner angesprochen, es war überhaupt nicht weird oder so. Es war einfach ganz normal. Ich finde das gut, das ist sehr gut. Jetzt gerade im Kaufmann sitzen wir ja mit allen zusammen in einem Raum. Also 27 Leute, zwei Mädels, ich und 24 hetero Männer. Da hatte ich tatsächlich kurz so... Das Gefühl, hier kennt mich wirklich gar keiner. Ich verstehe. Und das war gut. Das war wirklich gut. Weil viele haben immer den Eindruck, wenn man Influencer ist, wenn man eine Plattform ist, man wird überall erkannt und so. Das ist gar nicht so. Beziehungsweise oft gehe ich durch die Stadt und die Leute gucken mich an und ich checke, okay, die hat mich jetzt erkannt oder der hat mich jetzt erkannt. Aber das ist gar nicht so angenehm für mich. Ich will gar nicht so sehr beobachtet werden, weißt du. Ich will auch mal in Jogginghose und meine Haare in einen Dutt geknüddelt, in einen Sephora gehen und mich da durchs Regal wühlen wie ein Waschbär oder irgendwo mal sitzen und ein Bier trinken oder so. Gott sei Dank ist meine Plattform sehr bewusst darüber, wer ich bin. Und wenn mich Leute ansprechen, weil sie mich kennen, ist denen auch vollkommen klar, dass sie nicht schreiend auf mich zugerannt kommen. Sondern mich mit etwas Abstand erst mal ansprechen. Und das ist echt gut. Ich verstehe. Das ist richtig gut. Also da habe ich tatsächlich bei einem Kollegen auf der Top Hair, der eine wesentlich größere Plattform als ich, auch Friseur, ganz andere Dinge erlebt. Die Leute waren vollkommen distanzlos. Ja, das macht ja wirklich, da habe ich letztens auch drüber nachgedacht, dadurch, dass man das ja alles in einem Handy, also ich habe ja in meinem Handy meine Mutter, Beyoncé. Irgendeinen Journalisten aus Frankreich bei dem ich irgendwie den politischen Content interessant finde und weiß ich nicht meinen alten. Nachhilfelehrer, also es hat ja es ist ja alles auf einer Ebene und dadurch, dass ich natürlich auch durch diese ganzen Algorithmen Storys und so, das wird ja auch alles in der gleichen, Lautstärke, im gleichen also es wird ja auf der gleichen Ebene gezeigt, wenn ich mich da so durchswipe Ja, aber deshalb werden Influencer ja auch so zu einem Kult, weil die Leute das halt mit zu Hause verkuppeln. Genau, und darum kann ich mir aber vorstellen, dass es sehr schwierig ist, das dann in der richtigen Welt auf der einen Seite vielleicht auch zu steuern, weil ich denke ja, ich kenne dich. Ich denke ja, ich kenne dich, weil ich sehe ja, wenn du jetzt jemand bist, der auch sein Zuhause zeigt und so, ich war ja schon tausendmal mit dir irgendwie im Gym, aber natürlich kenne ich dich nicht. Und auf der anderen Seite stelle ich mir das auch schwierig vor, als erkannte Person da den richtigen Ton zu treffen, zu sagen, ja, danke, weil wegen dir mache ich das, Kann ich das machen, aber trotzdem, hier ist jetzt irgendwie mal Feierabend und meine Zeit. Und darum finde ich das halt so spannend, wie du diese beiden Alltage miteinander verbindest. Also auch ganz praktisch, weil Social Media ist ja auch zeitaufwendig. Aber ich bin ja Friseur. Also mein Job war ja, fremde Menschen jeden Tag zu kennen und mich relativ schnell auf deren Vibe und deren Energy einzulassen. Also das ist jetzt tatsächlich gar nicht so ein Riesending. Ich verstehe. Aber ja klar, ich meine, es ist natürlich was anderes, wenn die Person auf deinem Stuhl sitzt und dein Arbeitsauftrag ist vollkommen klar oder man ermittelt den unmittelbar dann. Oder da kommt jemand einfach nur auf dich zu, weil die dich toll findet. Ja, und schmeißt dir so ihren Ferdeschwanz so ins Gesicht und ist so, vielmehr, ich habe meinen Conditioner drin gelassen. Also klar, würde ich vielleicht auch, also den Impuls hätte ich, ich weiß nicht, also ich sage das hier jetzt nochmal in aller Klarheit, ich kann für nichts garantieren, wenn irgendwann Beyoncé Notes vor mir steht. Wahrscheinlich singe ich der ins Ohr und die denkt auch, warum bin ich eigentlich in Düsseldorf? Mich würde jetzt noch interessieren, wie du diesen Alltag stemmst, verbindest, wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass beide Seiten quasi gleich stark beansprucht sind. Also dass es im Moment vielleicht, wenn Prüfungsphase ist, da ein bisschen schwieriger ist oder wenn jetzt gerade keine Events sind, auf die du eingeladen bist. Aber wenn jetzt mal so ein ganz normaler, in Anführungszeichen, Arbeitsalltag für dich, wo beide Sachen gleich dran sind. Also da ich ja nicht mehr im Salon bin, habe ich sehr viel Freizeit. Ich verbringe sehr viel Zeit wirklich damit, einfach zu Hause zu sitzen und nichts zu tun. Das ist sowieso mein Lebensindex hier. Die beste Zeit meines Lebens war der Lockdown. Ich bin halt ein unfassbar introvertierter Mensch, auch wenn man das nicht glaubt. Ich kann halt sehr gut switchen zum Zirkuspony, aber danach bin ich halt auch wieder voll bei mir. Sehr viel Netflix und Apple TV aktuell. Und dann irgendwann setze ich mich halt an meinen Schreibtisch, überlege mir, was ich posten möchte oder gucke auf meine Liste, die ich mir gemacht habe, um Content zu produzieren und dann mache ich das. Also ich glaube, jeder Influencer, der dir erzählt, dass er einen harten Job hat, labert einfach scheiße. Es tut mir leid, das so sagen zu müssen. Du hast es selber in der Hand. Keiner zwingt dich fünfmal am Tag zu posten. Dein Erfolg ist nicht davon abhängig, dass du fünfmal am Tag postest, sondern dass du guten Content produzierst und den so produzierst, dass Leute sich das auch angucken wollen und dass Leute daran Interesse finden. Und das ist halt super stressfrei. Ich liebe es. Klar, jetzt mit der Schule, 7.30 Uhr im Klassenraum sitzen. Nicht meine Zeit, aber wir machen das jetzt, wir ziehen das durch. Und dann halt zurück zum Üblichen. Ja. Dann fahre ich halt nach Hause. Und zurück zum Üblichen, genau, ist ja in den meisten Fällen Haarkontent. Du hast ja auch ein bisschen Make-up dich da reingefuchst und dich da so ein bisschen ausgebreitet. Und du sprichst natürlich auch über tagesaktuelle Dinge, die dich beschäftigen auf deiner. Also du nutzt ja deine Plattform auch, um quasi eine Stimme zu haben oder eine Stimme zu geben. Wenn wir jetzt aber mal bei diesem Kernding Haarkontent bleiben, ist das irgendwann mal, also gibt es über Haare für immer was zu erzählen? Oder hast du das Gefühl, du musst wirklich auch auf die Suche gehen? Oder man wiederholt sich vielleicht, weil es einfach auch dann neuere Sachen gibt. Du hast das gerade schon, da wollten wir ja auch nochmal kurz hin zurück. Was jetzt auch der Unterschied ist mit den, also es gibt ja auch Millionen Produkte zu testen. Also allein damit kannst du dich wahrscheinlich schon jahrelang hochhalten, oder? Damit kann ich mich immer beschäftigen, neue Produkte zu testen. Das ist auch einer der Gründe, was mich überhaupt auf die Idee gebracht hat, Friseur zu sein, weil ich halt einfach Haarpflege richtig geil finde. Aber wir dürfen folgende Dinge nicht vergessen, wenn es um Social Media und um Content geht. Lernen läuft immer über Wiederholungen. Das heißt, nur weil ich einmal etwas gepostet habe, heißt das nicht, dass selbst wenn eine Person das gesehen hat, dass ich beim nächsten Mal schon davon ausgehen kann, dass sie das jetzt weiß. Das wäre ja vermessen. Weißt du, also wie viel Aufmerksamkeit kann ich von einer Person verlangen, die halt casual durch TikTok scrollt, dann kommt meine Fresse und erzählt ihr was über Haare und zehn Sekunden später ist sie schon drei Videos weiter. Also selbst wenn ich jedes Mal das Gleiche posten würde, würde das in irgendeiner Form irgendjemandem schon weiterhelfen. Mache ich aber nicht, weil ich bin ja eine kreative Maus. Und dann kommt noch dazu, dass sich vielleicht auch Dinge ändern. Also dann nochmal darauf einzugehen. Es gibt neue Erkenntnisse, das Ganze quasi abzudaten. Es ist eigentlich nie auserzählt in dem Sinne so und jeden Tag melden sich Leute von der App ab und wieder an ja das stimmt also da ist so eine Dynamik drin du hast nicht immer die gleiche Audience man denkt immer weil ich jetzt 128 glaube ich gerade aktuell auf Insta habe. Sind es immer die gleichen 128.000 Leute. Ich habe an manchen Tagen, dass mir 500 Leute entfolgen und 600 wieder neu folgen. Ich habe manchmal so eine hohe Fluktuation. Und das sind halt, also täglich entfolgen mindestens 100 Leute. Das ist vollkommen normal. Und es folgen aber dann halt einfach die Zahl mehr, um die du dann wächst. So, manchmal wächst du auch gar nicht. Auch damit muss man dann leben. Was dann dazu führt, es macht immer Sinn, die Grundlagen immer mal wieder zu wiederholen und immer alles aufzufrischen für die Neuen, für die Alten, für die, die es einfach noch mal hören müssen. Es gibt so viele verschiedene Lerntypen. Damit muss ich mich natürlich auch für die Qualität meines Contents auseinandersetzen. Also du hast schon auch das Gefühl, dass du einen, du hast im weitesten Sinne dir einen Bildungsauftrag aufgeschneit. Also du möchtest aufklären über gute Haarpflege. Am Ende des Tages geht es halt auch nur um Haare. Ja, naja, gut, aber. Schon klar. Aber für die Qualität meiner Plattform muss ich mich natürlich mit solchen Konzepten so ein bisschen beschäftigen. Ja, weil du gerade gesagt hast, Lerntypen und die Grundlagen nochmal wiederholen und so. Ja, das ist, weil ich jetzt ein Meister bin und mal das auch sagen kann. Ja, das ist ja auch ganz toll. Ich meine, du möchtest ja schon, dass ich von deiner Plattform am Ende im schönsten Falle auch noch was mitnehme. Und jetzt möchte ich tatsächlich vielleicht so ein bisschen abschließend darauf zurückkommen, auf ganz am Anfang. Also der Haar-Influencer, den du aus Hamburg da entdeckt hast, der irgendwie gesagt hat, das geht alles in Drogeriequalität, ist auch okay. Und vielleicht erst mal kann man mit diesem Missverständnis aufräumen, was du ja dann auch gelernt hast in deiner Zeit, dass auch Drogerieprodukte ganz gut sind. Was ist das Vorurteil quasi? Und wie hast du das für dich jetzt rausgefunden? Also hast du alle Shampoos, die es bei DM gibt, einmal probiert? Nein, nee, wirklich gar nicht. Also wenn du als Influencer in diese Branche gehst und erfolgreich bist, ist es ja klar, dass du irgendeine gesonderte Position hast, weil du wirst durch die Zusammenarbeit mit den Firmen in deren Kopf zu deren Sprachrohr. Das heißt, selbst wenn du in einem Salon arbeitest und Friseur bist, dann bist du auch schon deren Sprachrohr. Und deshalb wirst du da ganz, ganz viel mit Informationen gefüttert über die verschiedensten Dinge. Wie zum Beispiel die Qualität von Produkten, die Wirkweise von Produkten, was diese Dinger halt alles können sollen und so. Also wenn du dir mal einige Marketingclaims durchliest von einem Shampoo, denkst du, das kann dich therapieren und die so in deiner Vergangenheit wegwaschen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass das halt bis zu 90% aus Wasser besteht, je nachdem, was wir da kaufen. Verstehst du? Und. Diese Realisierung, dass ich einen sehr einseitigen Datenfluss bekommen habe als Friseur und auch so ein bisschen natürlich die Marken geben, die halt ihr Marketing wischen, das ist dann dein Briefing als Influencer, das musst du dir durchlesen. Und wenn du nicht das Selbstbewusstsein hast, zu sagen, hey, das ist meine Plattform und ich möchte das clean halten und meine Integrität wahren, dann quatsche das einfach nach. Das sehen wir jeden Tag von irgendwelchen Lifestyle-InfluencerInnen, die keine Ahnung von Haarpflege haben, aber auf jeden Fall in der neuen CyOS-Werbung sind, die dann einfach nur das aufsagen, weil sie dann glauben, ja, wenn die Firma das sagt, dann ist das halt so. Verstehe. Also das funktioniert im Großen wie im Kleinen. Und das überträgt sich auf Dinge, wie zum Beispiel H-Content. Es gibt dann ein paar große Influencer, die hauen ihre Glaubenssätze raus und Leute übernehmen das. Und dann werden die quasi das Sprachrober, die geben das ja weiter, der Content wird ja geteilt. Das ist ja ein Ding, was eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Und so entstehen diese Mythen und Missverständnisse. Unser Gehirn ist leider nicht so komplex oft, wie wir glauben. Wir halten uns für unfassbar schlau, aber wenn ich dir zehnmal etwas sage, auch wenn es komplett falsch ist, wirst du es beim zehnten Mal mehr glauben als beim ersten Mal. Music. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Das ist so diese Dynamik, wo es dann um den Kreis zu schließen, irgendwann dazu kam, dass ich dachte, Drogerieprodukte sind einfach nur Müll und andere dann durch diesen, sagen wir mal, gegensätzlichen, um nicht aufklärenden Content zu sagen, Weil auch der war natürlich geprägt von Werbeklaims und von, sagen wir mal, finanziell motivierten Aussagen, eher als differenzierten, kamen dann so zwei Wellen aufeinander und mittendrin stand ich. Und ich dachte mir halt irgendwann, aber die Leute können sich ja gar nicht alle high-end leisten. Also, da nicht alle komplett kaputte Haare haben und selbst wenn ich predige, kauft jetzt halt die und die Marken und bezahlt mindestens so und so viel dafür, die machen das ja nicht. Warum auch? Ich bin ja nicht deren Vater oder so. Und dann würde ich es ja kaufen. Also musste irgendwas dran sein. Und zu der Zeit habe ich einen Produktentwickler kennengelernt auf Social Media, der sich mit mir über Stunden unterhalten hat über dieses Thema und mir echt den Kopf gewaschen hat, haha, und mir mal so die Realität eröffnet hat von dem, was tatsächlich in der Produktproduktion. Produktproduktion passiert. Ich meine, es gibt ja Leute, die behalten wirklich ihren Glaubenssatz, dass High-End so das Ding ist, da ist flüssiges Gold drin und, das therapiert dich und staubsaugt deine Wohnung und manche Leute sagen ja, ob ich jetzt ein Balea-Shampoo kaufe oder ob ich ein High-End keine Ahnung was für 50 Euro kaufe, da muss ja irgendwie das Gleiche drin sein. Mhm. Und die Realität liegt sehr nah, sehr nah da dran. Der Punkt ist, dass Marketing echtes Ding ist. Und dass Produktkonzepte manchmal nach etwas aussehen, was sie nicht sind. Ich verstehe. Viele Käufe werden einfach emotional getätigt. Aber da ist ja, also Marketing ist ja auch für dich nicht unwichtig als Marke, als Person, oder? Also das ist ja sowieso eine Sache, wo man sich irgendwie mit auseinandersetzt und dann wahrscheinlich immer wieder auch abwägt oder wie nennt man das denn, ausbalanciert, genau, wie real bleibe ich, wo weiß ich aber auch, ich muss Sachen vielleicht ein bisschen verkürzt oder destilliert darstellen. Ja, 100 pro. Aber deshalb verstehe ich das auch. Um das mal abzuschließen, das ist eine sehr lange Herleitung. Der Unterschied zwischen Drogerie und High-End, wenn du dieses ganze Wissen von meinen letzten fünf Minuten absorbiert hast. Jedes dieser Produkte wird für eine gewisse Zielgruppe erschaffen. Da kann das Gleiche drin sein, aber Verpackung, Geruch und Konsistenz sind zwei vollkommen verschiedene Experiences. Heißt zum Beispiel, wenn wir ein Shampoo nehmen aus dem Friseurbereich und das vergleichen mit einem Produkt der gleichen Firma, dem gleichen Hersteller, aber in der Drogerie. Wenn wir oft feststellen, dass im High-End-Bereich die Konsistenz etwas cremiger und fester ist, die Düfte sind nicht so exotisch, aber dafür schwerer und wir haben etwas ansprechenderes Verpackungsdesign. Natürlich macht das ein bisschen was mit dem Preis, die Verpackungen sind tatsächlich ein Preispunkt, aber die größten, also die meisten großen Unternehmen…. Produzieren quasi eine Basis für alle Produkte. Verstehe. Und die werden dann dementsprechend so ein bisschen verfeinert oder auch nicht. Sagen wir verändert. Ja, verändert, das wollte ich sagen, ja. Weil der Punkt ist, nur weil ein Produkt fester ist, heißt das nicht, dass die Wirkstoffkonzentration höher ist, sondern du kannst einfach ein Bindemittel da reinmachen. Ja, verstehe. Also das ist dann so ein bisschen, genau, neue Audience und, ne, wer das... Das Ding ist, die Zielgruppe in der Drogerie kann diese Produkte gar nicht bedienen. Das Shampoo ist zu fest. Das kommt gar nicht aus der Flasche raus. Das lässt sich nicht aufschäumen. Das verteilt sich nicht so gut im Haar. Die Leute, Haar, es ist ja auch viel Angst mit Haaren verbunden, ne? Haare sind ja auch was sehr Persönliches. Ist es, ja, aber es ist auch nicht so deep. Sorry. Ja, ja, aber ich kann mir schon vorstellen, dass aller Content, den man halt macht, der ums Äußerliche geht, genau wie ums Innerliche und darum denke ich auch gerade, das führt ins Leere ein bisschen, aber nein, also das ist ja das Erste, was man sieht. Ich finde jetzt das auch, also ich möchte es auch nicht zu deep machen tatsächlich, aber es ist ja ein, wenn du mir irgendwie sagst, ja, du kannst deine Haare ruhig mit kochendem Wasser waschen und dann fallen die mir alle aus, dann bin ich wahrscheinlich angepisst von dir als Creator. Haare und Kopfhaut sind ja noch zwei verschiedene Dinge. Ich meine nur, weil ich dann irgendwie aussehe und dir das anlasten kann. Ja, mach das. Es ist immer noch deine Entscheidung, deine Haare und dem kochende Wasser zu waschen. Du weißt doch, was ich meine. Darum glaube ich schon, ja, nicht zu lieb machen, aber es ist schon eine, ich kann mir vorstellen, dass das auch ein emotional aufgeladenes Thema sein kann. Genau. Und deshalb müssen diese Produkte auch so speziell auf die Zielgruppen zugeschnitten sein, weil wenn du dir vorstellst, dass ja am Ende Millionen ein Produkt kaufen sollen und das ist halt zu schwer zu bedienen, Was es für ein Outrage geben könnte. Und heutzutage hat jeder ein Handy, jeder kann viral gehen und wenn sich heute irgendwie Annika oder Martin dafür entscheiden, hier das neue Shampoo im DM ist halt richtiger Schrott, guck mal, das ist viel zu dick. Oder Friseurin XY kippt eine Packung Shampoo aus und das ist halt wirklich so eine feine Konsistenz wie in der Drogerie, weil es halt so gerieren soll, irgendwie ist es besonders leicht. Nein, das macht deine Haare nicht schwer. Sibylle beruhigt dich, verstehst du? Auf einmal wird das halt komplett gecancelt. Naja, also du hast eine, und das jetzt wirklich mal abschließend, Also du hast ja eine Position, der eine gewisse Verantwortung inne liegt. Also du kannst ja, wie jeder andere auch, also wenn ich jetzt sage, die Creme ist Kernschrott, kauf die nicht, gut. Und wenn ich Glück habe, weil ich das mit einem coolen Song unterlege, dann gehe ich halt viral und dann glauben das vielleicht ein paar Leute. Aber du hast ja diese Plattform schon. Und ich möchte einfach nochmal zum Beginn den Bogen schließen, weil du bist ja, und das hast du selber auch gesagt, in erster Linie Friseur. Wie viel Trend nimmst du mit oder ist das einfach du gibst einfach immer dein Wissen weiter, also du wirst ja jetzt nicht irgendwie anfangen weiß ich nicht irgendwelche Shampoos gut oder schlecht zu reden weil du denkst, damit trendest du, sondern du bist dir deiner Verantwortung als Friseur bewusst das wollte ich sagen. Ich versuche die Produkte mittlerweile einfach als das zu bewerten, was sie sind und ich stelle Wirkung, über Formel, über Preis heißt, wenn ich ein Weil Leute sind ja ultraobsessed mit Inhaltsstoffen. Und wenn du irgendeinen Inhaltsstoff aufsagen kannst, dann werden die ja rösig. Wirklich, die liegen unterm Tisch. Das muss aber überhaupt nichts über die Performance des Produkts aussagen. Also es gibt vielleicht eine Handvoll Influencer und keiner von denen ist ein Haar-Influencer, die anhand einer Formel erkennen können, wie ein Produkt nachher performt. Die könnten noch nicht mal, wenn sie es nicht aus der Packung rausdrücken, entscheiden, wie dieses Produkt aussieht, weil die so viel darüber reden, aber so wenig Ahnung haben. Das ist einfach so. Also ich will niemanden bashen, so good for you für dein Selbstbewusstsein und good for you, dass du darüber redest, not good for anybody else, weil die denken halt, du hast da so viel Ahnung. Der Punkt ist, die Formeln sind teilweise einfach komplett identisch und deshalb habe ich einfach umgedacht, Drogerie versus High-End, probiere die Produkte einfach mal aus. Und für mich persönlich, sowohl als Friseur als auch jemand, der einfach gerne High-End mag, ist einfach die Experience, dass das Shampoo etwas cremiger ist, gewohnter, weil ich bin gewohnt, im Salon damit zu arbeiten. Flüssigere Shampoos aus der Drogerie bekomme ich teilweise einfach nicht verarbeitet in meinen Haaren. Deshalb ist das für mich schon mal ein entscheidender Faktor. Aber es gibt Haaröle in der Drogerie, die ich all day, every day immer bevorzuge gegenüber High-End-Produkten. Es gibt Haarsprächs- und Styling-Produkte. Ich meine, wir sitzen hier und ich habe literally einen Lockenschaum von Got2B drin, und habe mir vorher mit Shuumura, einem absoluten A-Class-High-End-Produkt aus dem L'Oreal-Konzern, die Haare gewaschen und, Also, deshalb verurteile ich das nicht mehr. Ich halte diese Produkte nicht für minderwertig. Es gibt minderwertige Produkte, das muss man leider sagen, aber die kommen auch aus dem High-End-Bereich und man muss ausprobieren, um zu entscheiden, ist es was Gutes. Nur Content gucken, nur Jappa-Jappa machen, wird dir nicht helfen. Am Ende des Tages entscheidest du, was du auf deinen Kopf machst, was du für gut befindest, was dir das Gefühl gibt für dein Leben oder für deine Haare, was du willst. Ein gutes Gefühl kann aber auch sein, 30 Euro auszugeben. Wir kennen diesen Dopaminrausch alle. gutes Gefühl kann auch sein, fünf Euro auszugeben und dafür drei Flaschen Schauma mit nach Hause zu nehmen oder so. Weiß ich nicht. Also das ist für jede Person anders. Also hast du quasi mit deinem Kanal und mit deiner. Entwicklung, seit du angefangen hast, selber gelernt, das höre ich da raus, du hast selber gelernt, dass es Produkte gibt, von denen du vorher nicht gedacht hättest. Also genau, ich möchte immer noch ein bisschen auf diese beiden Welten, die sich berühren. Also du hast als Friseur Dinge gelernt, die du als Haarinfluencer quasi erfahren und geteilt hast. Ja, ich glaube, du siehst das immer noch ein bisschen deeper als ich. Vielleicht. Vielleicht siehst du das ein bisschen deeper, weil ich liebe meine Haare. Ich bin kurz davor zu sagen, so ist das eh alles das Gleiche. Ist es aber nicht, weil aufgrund der eben genannten Faktoren. Experienced, Konsistenz, Verpackung, Duft, das gehört alles dazu. Man zahlt immer auch ein bisschen das Ambiente mit. Wie beim Essen, wie beim Wohnen, wie bei Klamotten, wie überall. Lieber Dominik, wenn du jetzt in die Zukunft gucken könntest, oder vielleicht kannst du es auch, dann weiß ich das noch nicht über dich, dann können wir da gleich nochmal eine extra Folge zu machen. Siehst du dich immer vor einer Kamera oder siehst du dich auch wieder hauptsächlich mit einer Schere in der Hand. Oder ist im Best Case das genau 50-50 aufgeteilt? Ich denke, wenn ich den Meister fertig habe, kann ich mir vorstellen, eventuell ein oder zwei Tage wieder im Salon zu arbeiten, das ein bisschen zu mischen. Ich habe jetzt anderthalb Jahre nicht im Salon gearbeitet und mir fehlt das halt so ein bisschen. Ich hatte eine lange Pause, ich hatte auch wirklich einiges zu verarbeiten aus zehn Jahren Friseurgeselle sein in verschiedenen Unternehmen, wo einige davon noch schlechter waren als das davor, ohne jetzt irgendwen bashen zu wollen. Obwohl eigentlich schon doch, ja, es war furchtbar, teilweise auch noch schlimmer. Und deshalb für mich geht es, wenn überhaupt, nur in die Selbstständigkeit, weil ich will mein eigener Chef sein, ich habe keinen Bock, das Ego von irgendjemand anderem zu befriedigen. Meins ist schon schwer genug zu befriedigen, da ich ja nie mit irgendwas zufrieden bin, was ich mache. Das tue ich mir nie wieder an. Aber für die Zukunft, denke ich, könnte ich mein Feld durchaus auch noch um ein paar andere Felder erweitern. Ja, verstehe. Darf man nicht vergessen, ich war halt nicht mein ganzes Leben Friseur. Ich habe noch Hobbys. Ich habe andere Dinge, die ich gerne mache. Jetzt habe ich die Zeit und die Möglichkeiten, mich mehr darum zu kümmern, als jemand, der halt einen 9-to-5-Job hat. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen. Ein paar Projekte sind natürlich auch geplant. Ja. Und ganz, ganz zum Ende die Frage, die wahrscheinlich allen Creatoren, Influencerinnen gestellt wird, wenn ich jetzt auch anfangen möchte, was ist dein Tipp? Alle sagen immer einfach loslegen, aber also kannst du das sein als Influencer, als Creator empfehlen? Also ist das was, wo du sagst, wenn du Bock drauf hast, mach das und dann gibt es halt ein paar Regeln, die kannst du dir überall zusammenlesen, also Kontinuität, Konsistenz und Qualität und immer dranbleiben, aber ist das was, wo du sagst, ja mach mal? So einfach ist es nicht, finde ich. Klar, du kannst Content posten und vielleicht hast du Glück, Vielleicht bist du der nächste Levi-Panel und deine Hirnergüsse kitzeln einfach die Gehirnzellen von anderen Menschen und alle lieben dich, alle finden dich toll. Vielleicht ist es aber auch nicht so. Social Media ist wie jeder andere Job auch irgendwie eine Begabung. Du brauchst ein analytisches Denken, du brauchst ein strategisches Denken und du kannst zufällig Erfolg haben. Aber wenn du langfristig Erfolg haben willst, musst du all diese Punkte erfüllen, die du gerade gesagt hast, aber auch bereit sein dafür, dich zu verändern und zu verbessern und kritisch mit dir selber zu sein. Naja, und auch Kritik ausgesetzt zu sein. Also das ist ja wirklich nochmal ein ganz großes Thema für sich selber. Das würde jetzt hier alle Rahmen sprengen. Aber natürlich, sobald du irgendwie in der Öffentlichkeit bist, als Person, erstmal egal als welche Person, und dann wahrscheinlich noch je nachdem noch mehr oder weniger, Bist du angreifbar, du wirst angegriffen. Ich kann mir vorstellen, dass selbst, und du hast das jetzt selber die ganze Zeit so gesagt, in einem nicht so deepen Themenkomplex wie Haarpflege durchaus mal im Karton rappeln kann, in Kommentarspalten und irgendwie Bezugnahmen und so. Also das ist ja nochmal wirklich ein ganz großes Ding für sich selber, dieses Thema, was soziale Medien natürlich auch mit den Menschen machen, die sie konsumieren und die sie auch produzieren. Ich sag dir eins. Wenn du heute Influencerin werden möchtest. Dann schnapp dir dein Handy und ChatGPT. Auf ChatGPT gibt es eine Unterkategorie, von der kaum jemand weiß, so ein Social Media Tool und du kannst... Bilder da rein posten von deinem Profil. Du kannst, glaube ich, keine Videos da reinladen oder so, aber es gibt so ein Social-Media-Analyse-Tool und du kannst alles da rausziehen. Das schreibt dir komplette Social-Media-Strategien. Also das, was wir Creator für uns selber machen, weil wir bereits die Erfahrung haben und sich diese Dynamik schon entwickelt hat mit unseren Communities und wir damit arbeiten, kannst du für dich einfach dir runterschreiben, lassen. Und dieses Ding wird dir zumindest einen Start geben gegenüber den Leuten, die komplett ohne Konzept da reingehen. Weil du musst einfach ein paar Dinge wissen. So viele Dinge sind auf Social Media unterhalb der Oberfläche, die wichtig sind, wo entweder der Algorithmus drauf reagiert oder wenn du auf lange Sicht halt mit Brains arbeiten willst, sind halt dafür für auch gewisse Faktoren wichtig. Das kann man alles super easy einfach rausfinden, indem man es nachliest. Wenn du nicht dazu bereit bist, deine Hausaufgaben zu machen, dann werd kein Influencer, dann ist es nicht für dich. Period. Wenn du das liest und du bist nicht in der Lage, das zu verstehen, es ist nicht schlimm. Such dir jemanden, der dir das erklärt. Wenn du das nicht tust, dann ist es nicht für dich. Verstehe es manchmal. Ich verstehe, ja, ich verstehe. Das ist hart zu hören und man will immer, dass jeder erfolgreich ist, will ich auch, ich gönne es jedem. Aber wenn das wirklich dein Ziel ist, dann tu doch bitte auch was dafür. Ja, und wenn das Ziel schöne Haare sind, dann kann man mal bei dir vorbeigucken. Das wäre sehr hilfreich. Ich danke dir sehr für dieses erhellende Gespräch, für dieses ausführliche Gespräch und genau, vielleicht wiederholen wir das irgendwann und dann reden wir darüber, was Social Media eigentlich mit uns macht. Bis bald. Sehr gerne. Tschüss. Tschüssi. Jetzt kommt das Wochenendwetter für Düsseldorf vom Wetterstruxie. Es tut sich ein bisschen was, zumindest in der Großwetterlage und dementsprechend kommen wir zu sommerlichem Wetter, was wir schon länger nicht mehr hatten. Grüße euch damit ganz herzlich zum Wochenendwetter. Ja, tatsächlich, der Sommer dreht jetzt noch mal auf und wir werden auch noch mal ein paar Hitzetage bekommen. Das Ganze aber nicht an diesem Wochenende. Das wird sich dann eher in die nächste Woche verschieben. Aber, das konnte der Zünder schon mal gesichert sagen, es wird wieder wärmer und trockener. Der Freitag bringt uns relativ viele Wolken. Es hängt so eine Mischfront über uns, die so ein bisschen Feuchtigkeit einschließt und dementsprechend haben wir relativ viele Wolken. Das Ganze aber bei trockenem Wetter und die Temperaturen liegen dann so bei 17, das machten dann 26. Der Samstag, der wird uns immer noch viele Wolken bringen. Zum Nachmittag reißen die dann häufiger auf und dann wird auch zündig und freundlicher. Und die Temperaturen liegen dann bei 20 bis 25 Gramm. Das Ganze dann bei einer Leitschmied-Somponente. Der Sonntag, der wird dann deutlich sonniger werden. Die Wolken ziehen ab und die Sonne wird sich dann mehr und mehr durch. Und die Temperaturen steigen dann auf 17 bis maximal 28 Grad. Jetzt werdet ihr denken, mit Wolken 29 Grad, mit Sonne 28 Grad. Ja, es ist deutlich kühlere und trocknere Luft, aber die Sonne, die erwärmt die Luft dann natürlich sofort wieder, sodass wir dann halt trotzdem sommerliche Temperaturen bekommen bei deutlich angenehmerer Luft. Und dann blicken wir noch auf die neue Woche. Die wird sich so fortsetzen, dass wir viel Sonne bekommen werden. Da sind noch wenige Wolken unterwegs und die Temperaturen steigen dann vor allem zur Wochenmitte dann deutlich an, sodass wir dann ab der Wochenmitte vermutlich mehrere Tage bekommen werden mit 30 bis maximal sogar 35 Grad. In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Wir gehören in der nächsten Woche wieder zum Wochenende. Also, bis dann. Ciao. Mehr Düsseldorf-Wetter gibt es im Wetterstruksi-Blog. Jens-Strucks.blog Das war der Rheinpegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir eine wirklich große Freude machen wollt, dann abonniert diesen Podcast überall, wo es ihn zu abonnieren gibt. Und wenn ihr schon dabei seid, dann bewertet ihn auch gleich mit Punkten, mit Sternen, mit Daumen, mit allem, was geht. Lasst uns Kommentare da, Schreibt uns Lob oder Kritik oder was euch gerade auf dem Herzen liegt. Und teilt diesen Podcast. Erzählt jemandem davon, der Düsseldorf liebt oder noch viel besser, der das gefälligst bald lernen soll. Ich danke euch fürs Zuhören. Mein Name ist Tosja Kormann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Den Rheinpegel gibt es jeden Donnerstag neu. Folgt dem Podcast jetzt in eurer Podcast-App, um keine Episode mehr zu verpassen. Bis zum nächsten Mal. Music.