Latest / Holger ruft an / Holger ruft an … wegen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
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- 0:00Speaker 0: Dementsprechend gibt es dann auch Kollegen, die dann auch sagen also ich mache mir Sorgen was am sechsten September passiert.
- 0:05Speaker 0: Was mit einer möglichen AfD-Landesregierung und natürlich auch mit meinem eigenen Job passiert.
- 0:17Speaker 1: Hallo Lars, hier ist Holger.
- 0:19Speaker 1: Ich rufe an wegen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
- 0:23Speaker 1: Du bist freier Journalist du arbeitest auch für den Mitteldeutschen Rundfunk im Landesfunk aus Sachsen Anhalt Und du berichtest bei der Landtagswahl in Saxonyl vor allen Dingen über die AfD.
- 0:34Speaker 1: Hattest du das so geplant, als du mit dem Journalismus angefangen hast?
- 0:38Speaker 0: Nein eigentlich nicht.
- 0:39Speaker 0: Aber die Landtagswahlen am Ende ziehen sich sowieso eine rote Faden durch.
- 0:44Speaker 0: Ich glaube ich habe im Jahr zwei tausendsechs meine erste Landtagswahl gemacht noch mit einer Studenten-Zeitung hier an der Uni Magdeburg.
- 0:52Speaker 0: Das war damals noch wahnsinnig aufregend mit den ganzen vielen Kameras und mit den Fotoapparaten und dann selber als kleiner Student dazwischen zu sitzen Das noch mal eine ganz andere Baustelle gewesen, aber am Ende zog sich ja das wie so ein roter Faden durch.
- 1:05Speaker 0: Aber dass es jetzt die AfD wird, das könnte man da weiß ich noch nicht einmal gegründet worden und nicht mehr ahnen.
- 1:12Speaker 1: Wie bist du denn dazu gekommen überhaupt diesen Schwerpunkt AfD zu haben?
- 1:15Speaker 0: Das hat sich über die letzten Jahre so ein bisschen rauskristallisiert.
- 1:19Speaker 0: Ich habe die Berichterstattung im politischen Raum schon ganz lang gemacht auch zum Thema Rechtsextremismus beispielsweise ist auch so ein Schwer Punkt den ich so begleite und da hat sich das immer wieder mit Schnittpunkten auch in Sachsen-Anhalter geben.
- 1:33Speaker 0: Und jetzt bin ich in einem Team, dass sich schwerpunktmäßig in der Landtagswahl auch mit der Berichterstattung der AfD dann auch beschäftigt.
- 1:42Speaker 1: Warum extreme Rechte?
- 1:44Speaker 1: Es gibt doch so viele angenehmere Themen!
- 1:49Speaker 0: Sport ist genau nicht mein Thema und es wäre auch gut... Wenn das so bleiben würde, das würde auch für den Zuschauer und den Zuseher sicherlich kein Genuss sein.
- 1:57Speaker 0: Und dementsprechend habe ich mich dann doch in andere Themen versteift und vor allen Dingen aber auch weil es in Sachsen-Anhalt nötig ist.
- 2:03Speaker 0: Also wir haben schon über Jahrzehnte hinweg hier rechtsextreme Vernetzung und wir sehen ja dass es in den letzten Jahren zunimmt.
- 2:10Speaker 0: also ein Beispiel was ich jetzt an den letzten jahren als Rechercheschwerpunkt habe ist beispielsweise eine Neonazi Gruppe aus Dortmund die jetzt in den Harz gezogen sind rund um Alexander Diptolla.
- 2:21Speaker 0: Der Verfassungsschutz nennt den als einen der Hauptvernetzer in der rechtsextremen Szene.
- 2:27Speaker 0: Er läuft dort in Montagsdemonstrationen, die eigentlich mal bürgerlich gestartet sind seit wirklich zwei Jahren fast mit auch mit seinen Truppen und da sieht man jetzt mittlerweile auch so eine Unterwanderung und auch ne Umkehr dieser Szene vor Ort und das ist natürlich... Zum Teil auch mit Begleitung der AfD, die eben auch bei diesen Montagsdemonstrationen ab und an mit dabei sind.
- 2:51Speaker 0: Und damit gibt es dann auch da eine Überschneidung.
- 2:54Speaker 1: Du hast gerade gesagt du bist seit zwanzig Jahren dabei!
- 2:58Speaker 1: Wie hat sich das entwickelt über die Zeit des Arbeiten an der Landtagswahl?
- 3:03Speaker 1: Das arbeiten mit den Parteien?
- 3:05Speaker 0: Eigentlich muss man ja sagen, am Anfang war das... Ich habe sie schon ein bisschen mit meinem studentischen Hintergrund beschrieben war das ja so ein bisschen wie eine Olympiade im Grunde genommen oder wie so Fußball-Weltmeisterschaft.
- 3:18Speaker 0: Ich bin beim Sport jetzt nicht zu Hause, deswegen sind die Bilder auch
- 3:21Speaker 1: nicht
- 3:22Speaker 0: so zielfest.
- 3:23Speaker 0: Genau!
- 3:23Speaker 0: Aber das ist etwas wo man fast schon hingefiebert hat.
- 3:27Speaker 0: Das ist das Highlight für einen Politikreporter.
- 3:31Speaker 0: Darauf arbeitet man Wochen Monate hin und die Parteien werden nochmal aufgeregter.
- 3:36Speaker 0: Und der Wahlabend, das ist was ganz Besonderes... wartet man bis diese Zahlen dann, achtzehn Uhr auf den Monitoren erscheint und sieht die ersten Reaktionen der Politiker teilweise live.
- 3:46Speaker 0: Und auch wirklich dann auch ungefiltert wenn eine Partei hinten rausfällt oder jemand besonders viel Stimmen reingeholt hat.
- 3:54Speaker 0: das ist natürlich so ein emotionaler Moment der dann ganz besonderes ist.
- 3:59Speaker 0: So die letzten Landtagswahlen.
- 4:01Speaker 0: Sechzehn habe ich noch nicht so wahrgenommen.
- 4:03Speaker 0: da war ich kurzzeitig nicht im Journalismus tätig aber einundzwanzig wieder Die Landtagswahl, da war das auch schon besonders.
- 4:11Speaker 0: Aber jetzt habe ich so das Gefühl ... Ist das von der Grundstimmung herrscht?
- 4:17Speaker 0: Ist es nicht mehr so etwas wo die Parteien hinfiebern sondern was wirklich harte anstrengende Arbeit ist und wo mir mittlerweile auch die Wahlkämpfer vor Ort sagen also wir sind froh wenn's vorbei ist weil es wirklich kräftezehrend ist Und das merken wir im Journalismus genauso
- 4:32Speaker 1: Wo ich eigentlich hin wollte.
- 4:34Speaker 1: Das ist eine Frage, die ich bisher nur Korrespondentinnen gefragt habe, die irgendwo in Autokratien arbeiten.
- 4:41Speaker 1: Wie ist deine Arbeit persönlich?
- 4:43Speaker 1: Kannst du frei arbeiten?
- 4:46Speaker 0: Also ich persönlich kann frei arbeiten klar.
- 4:48Speaker 0: Ich bin in der guten Situation im Öffentlich-Rechtlichen unterwegs zu sein und dementsprechend die Themen auch so behandeln zu können wie wir sie wahrnehmen.
- 4:59Speaker 0: also die Tagessituation aber auch eine längerfristige Betrachtung.
- 5:04Speaker 0: Das ist jetzt, glaube ich Gott sei Dank kein Problem.
- 5:08Speaker 0: Die Frage ist wie sich es dann in der Perspektive gestaltet?
- 5:11Speaker 0: Dabei kommen wir bestimmt heute und auch drauf.
- 5:14Speaker 0: aber wenn ich mir jetzt so die Berichterstattung angucke natürlich können wir frei arbeiten Aber die Arbeitsqualität und ja die Art und Weise wie wir arbeiten teilweise vor Ort hat sich natürlich verändert.
- 5:24Speaker 0: also früher ist man zu Parteitagen gefahren.
- 5:27Speaker 0: Wenn ich mir so überlege Dann war das schon fast naja ein bisschen gelahntes Muster.
- 5:32Speaker 0: eine Partei stellt ihr Wahlprogramm vor und dann gibt es diese Veranstaltung dazu, wo darüber abgestimmt wird.
- 5:39Speaker 0: Und dann ist das eigentlich so ein bisschen langweilig im Grunde genommen weil es ja immer wieder der gleiche Ablauf ist und da passiert noch keine Überraschung und dann ist es auch für uns halt auch ohne irgendwie Stress-und Druck verbunden.
- 5:52Speaker 0: Aber wenn ich jetzt beispielsweise an die Veranstaltungen gerade mit AfD Beteiligung In der letzten Woche, eine Monate zurückblicke ist das schon eine ganz andere Arbeitsatmosphäre.
- 6:03Speaker 0: Man ist auch nicht so offen und locker im Umgang.
- 6:06Speaker 0: Man isst auch nicht gern gesehen, muss man einfach sagen.
- 6:10Speaker 0: Das ist jetzt nicht so, dass man das Gefühl hat ... Man würde da freundlich mit offenen Armen zur Berichterstattung eingeladen.
- 6:18Speaker 0: Sondern es sind ganz andere Medien, die dann doch den Vorrang bekommen, die eher AfD-nah oder ja doch AfD nah unterwegs sind.
- 6:27Speaker 0: Und die dann natürlich auch einen ganz anderen Stellenwert für die Partei haben als wir, wie man da sagen würde, etablierte Medien.
- 6:35Speaker 0: Die vielleicht auch mal kritisch auf die Partei und die Inhalte draufschauen.
- 6:43Speaker 0: Ganz unterschiedlich!
- 6:45Speaker 0: Der Spitzenkandidat beispielsweise ist immer freundlich, immer smart... Da wird man nie ein schlechtes Wort hören, der wird auch nie irgendwie aggressiv oder in irgendeiner Art und Weise so, dass man das Gefühl hat Da wird in der Zusammenarbeit nicht funktionieren.
- 6:59Speaker 0: Also wenn man den losgelöst betrachten würde, wäre es wahrscheinlich auch gar kein Problem, wenn man ja auf den Spiegelcover von letzter Woche schaut...
- 7:08Speaker 1: Der gefährlichste Mann Deutschlands stand da?
- 7:10Speaker 0: Da habe ich Fragen!
- 7:11Speaker 0: Da hab' ich auch Fragen wie das in der Redaktion zustande gekommen ist und wenn ich ganz ehrlich bin, der Text beantwortet's ja auch nicht wirklich.
- 7:18Speaker 0: Und aber da gibt es dann andere Personen im Hintergrund in einer zweiten Reihe oder Abgeordnete die einem dann schon nicht mehr so wohlgesonnen sind an bestimmten Stellen, die einen dann auch klar markieren.
- 7:32Speaker 0: Auch als Medium oder manchmal auch als Journalist markieren.
- 7:37Speaker 0: da gab es Vorfälle.
- 7:38Speaker 0: Da wurde mein Foto hochgehalten auf Veranstaltungen, die als Bürgerdialog von der AfD ausgegeben wurden und wo dann der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvize Oliver Kirchner dann auch mehrfach mein Namen ausspricht und sagt solche Leuten wie mir, da gehört's dann auch der Stecker gezogen.
- 8:02Speaker 0: Und da ging es halt um Berichterstattungen, um Anfragen die ich mache und manchmal ist das auch mal eine Anfrage zu viel glaube ich, die bei der AfD dann auch so ein bisschen naja... Ich würde fast sagen die Sicherung durchbrennen lässt.
- 8:15Speaker 1: Aber das sind doch letztlich Einschüchterungsversuche!
- 8:18Speaker 1: Warum gibst du diesen Scheiß überhaupt?
- 8:21Speaker 0: Ja nochmal, also wenn man Journalist ist, ist man glaube ich auch ein bisschen Überzeugungstäter von seiner Arbeit gesehen.
- 8:29Speaker 0: Also ich habe da in einem Magdeburger Podcast mal gehört wo auch einen Medienvertreter da war, man solle doch seine Haltung am besten an der Wache des Medienhauses abgeben.
- 8:39Speaker 0: Ich finde Journalismus ist die Haltung und kann nicht nicht abgeben.
- 8:45Speaker 0: Von meiner inneren Überzeugungen bin ich Journalist Dinge ans Tageslicht bringen und ich will auch für einen gesellschaftlichen Diskurs einstehen.
- 8:54Speaker 0: Ich will, dass das Menschen in der Lage sind die Lage versetzt werden über Themen adäquat diskutieren zu können oder das können sie nur wenn Sie beide Seiten bekommen und nicht nur ein eingefärbtes Bild so wie es jedoch sagen wir der AfD näher stehenden Medien sehr einfach machen.
- 9:10Speaker 0: nehmen sie das Wahlprogramm auf einen Sockel heben ohne es zu hinterfragen, indem sie die Kandidaten auf den Sockel hebe ohne sie zu hinter fragen.
- 9:19Speaker 0: Und das ist zum Beispiel nicht meine Aufgabe.
- 9:21Speaker 0: Meine Aufgabe ist da mit der Taschenlampe reinzuleuchten und auch die dunklen Ecken mehr anzugucken bei allen Parteien, nicht nur der AfD.
- 9:28Speaker 0: Und dementsprechend finde ich das auch der Auftrag und das mache ich dann auch aus Überzeugung
- 9:35Speaker 1: Solange du kannst, die AfD behauptet sie würde den Rundfunkstaatsvertrag kündigen sollten Sie an die Regierung kommen.
- 9:41Speaker 1: Die Kündigungsfrist ist zwei Jahre.
- 9:43Speaker 1: MDR würde vermutlich dann dagegen klagen die Sache dann vielleicht noch ein bisschen rauszuckeln.
- 9:46Speaker 1: aber grundsätzlich könnte sein dass der Mitteldeutsche Rundfunks seine Arbeit in Sachsen-Anhalt einstellen muss und zwar Ende.
- 9:56Speaker 0: Also wie in allen Dingen halt das Idealbild oder die Idealforstellung, also wenn man das alles so hinbekommen wollen würde.
- 10:07Speaker 0: Dann wäre das wahrscheinlich ein möglichst fiktives Enddatum.
- 10:11Speaker 0: und was ich dann mache?
- 10:13Speaker 0: weiter Journalismus?
- 10:14Speaker 1: Du persönlich, du sprichst ja nicht, müssen wir mal festhalten!
- 10:16Speaker 1: Du sprichste nicht für den Mitteldeutschen Rundfunk sondern du bist nur einer von was weiß ich mit vielen tausend Leuten, die zufälligerweise für den MDA auch arbeiten.
- 10:24Speaker 1: Hast du schon irgendwie einen Exit-Szenario im Kopf oder
- 10:27Speaker 1: sowas?!
- 10:28Speaker 0: Ja, wie gesagt.
- 10:29Speaker 0: Ich würde einfach Journalismus weitermachen weil ich glaube Journalismus wird weiterhin gebraucht und ich bin ja freier Journalist.
- 10:35Speaker 0: am Ende kann mich dann natürlich auch anderen Medienhäusern anbieten mache ich ja zum Teil jetzt schon.
- 10:40Speaker 0: es gibt immer mal wieder Möglichkeiten mit anderen Häusern zusammenzuarbeiten Kooperation zu machen.
- 10:46Speaker 0: bei einer größeren Recherche macht das total Sinn auch mal den eigenen Blickwinkel in Horizont zu erweitern nicht nur im eigenen Medienhaus zu arbeiten weil es gibt ja dann auch andere Zugänge und dementsprechend weitergehen.
- 10:58Speaker 0: Also wenn es dann das Landesfunkhaus nicht mehr gebe, stellt sich ja auch die Frage senden wir dann einfach aus Sachsen oder Thüringen weiter und gibt es dann die Möglichkeiten da auch Recherchen für Sachsen-Anhalt zu machen?
- 11:12Speaker 0: Das ist ja auch nicht auszuschließen.
- 11:14Speaker 0: und ansonsten wie gesagt gibt es hier als freier Journalist unzählige Möglichkeiten da Dinge zu
- 11:18Speaker 0: tun.".
- 11:19Speaker 1: Du klingst erstaunlich unbesorgt!
- 11:22Speaker 1: Jetzt bin ich natürlich auch weit weg, ne?
- 11:23Speaker 1: Ich sitze hier schön in der Bundeshauptstadt und kann mir das alles angucken was da in der Provenz passiert.
- 11:28Speaker 1: Und mir meine Meinung bilden mit viel zu wenig Information.
- 11:31Speaker 1: Warum bist du so unbesorgt?
- 11:33Speaker 0: Ich glaube weil... Da gibt's ja.
- 11:36Speaker 0: diesen Spruchbange machen gilt nicht, ne also man... Was bringt es mir jetzt wenn wir jetzt ein Panik verfallen und ich auf irgendeinen Tag hin arbeite wo man wie ich dann wie gesagt die Veranstaltung höre mir dann der Stecker gezogen wird?
- 11:49Speaker 0: Dann Kann ich an meiner eigenen Arbeit auch gar nicht mehr frei und ruhig machen?
- 11:54Speaker 0: Natürlich macht mir das auch Sorgen.
- 11:58Speaker 0: Wenn ich kein Mensch wäre, könnte ich keinen Journalismus machen.
- 12:01Speaker 0: Manchmal ist es so, dass ich schlecht einschlafe oder meine Nacht nicht so ruhig schlafen kann weil die ganzen Gedanken trotzdem im Kopf sind.
- 12:10Speaker 0: Was sind so Szenarien?
- 12:11Speaker 0: wie geht's weiter?
- 12:12Speaker 0: was bedeutet das für eine eigene berufliche Zukunft?
- 12:15Speaker 0: Das ist natürlich etwas was trotzdem im kopf ist Aber ich versuche, mich so gut es geht zu entspannen in das Thema.
- 12:23Speaker 1: Ist dein emotionaler Zustand normal für alle Kolleginnen und Kollegen oder bist du da eine Ausnahme?
- 12:29Speaker 0: Also ich würde nicht sagen, dass ich ne Ausnahme bin.
- 12:31Speaker 0: Es gibt glaube ich ganz unterschiedliche Herangehensweisen.
- 12:34Speaker 0: wie's bei allen Menschen auch ist, dass jeder sich mehr- oder weniger Sorgen macht.
- 12:38Speaker 0: Es gibts sicherlich Kollegen an denen nagt das.
- 12:41Speaker 0: also wir sprechen ja auch untereinander gerade im MDR mit Kollegen die dann entweder eine Festanstaltung haben oder nach freien Anstellungen sind.
- 12:50Speaker 0: Die treibt das ja alle um, das Thema.
- 12:53Speaker 0: und dann muss man natürlich die Frage stellen wie geht man damit um?
- 12:58Speaker 0: Und dementsprechend gibt es dann auch Kollegen, die einfach dieses Gespräch suchen und die dann auch sagen also ich mache mir Sorgen was in der nächsten... Also was am sechsten September passiert Was mit einer möglichen AfD-Landesregierung und dann natürlich auch mit meinem eigenen Job passiert.
- 13:13Speaker 0: Und da geht es manchmal aber auch nicht um den Job.
- 13:15Speaker 0: Da geht's auch manchmal um das Große und Ganze, um die Landesperspektive.
- 13:19Speaker 0: Menschen dir halt also Kollegen, die halt am Ende auch selbst Kinder vielleicht in Inklusion haben oder einen Partner der vielleicht auch migrantisch gelesen ist.
- 13:29Speaker 0: Also sowas gibt sie ja auch alles und wir haben auch migrantische Kolleginnen und Kollegen die sich natürlich auch die gleichen Fragen stellen.
- 13:36Speaker 0: Was passiert dann so am Jahresende?
- 13:39Speaker 0: Vielleicht mit uns?
- 13:41Speaker 0: Wie einfach wird das berichten dann in Sachsen-Anhalt?
- 13:44Speaker 0: Das sind Fragen, die treiben die Kollegen natürlich sicherlich auch um.
- 13:48Speaker 0: Das sind so die Flohrgespräche am Ende.
- 13:50Speaker 1: Jetzt ist nicht nur die AfD ein Problem für den mitteldeutschen Rundfunktionen und auch das Geld weil der Mitteldeutsche Rundfunk muss sparen müssen alle ansteigen.
- 13:57Speaker 1: drei Jahre kein Tatort Florian Silber Eisen gecancelt frei Mitarbeiter sollen weniger Aufträge bekommen.
- 14:01Speaker 1: merkst du davon eigentlich was von diesem Spardruck?
- 14:05Speaker 0: Na ja, also wenn ich die Tür so weit aufmache.
- 14:07Speaker 0: Aber ich bin auch Mitglied des Freien Rates hier beim MDR.
- 14:12Speaker 0: Sprechen wir natürlich auch für die Kollegen, die jetzt durch Abkündigung von Programmen... Also wir haben ja mindestens ein Produkt am Nachmittag was wir jetzt zum Jahresende dann verlieren werden und das ist natürlich auch Das Haus versucht, und das muss man ganz klar sagen natürlich Lösung zu finden.
- 14:35Speaker 0: Also dass hier keiner irgendwie hinten runterfällt.
- 14:39Speaker 0: aber der Spardruck ist natürlich immens und irgendwann weiß man natürlich nicht wo das Geld dann auch noch herkommen soll.
- 14:45Speaker 0: ja das wird uns zusätzlich jetzt auch noch in den nächsten Jahren noch für Vorprobleme stellen Und da sind natürlich dann auch meistens muss man sagen die jüngeren Kollegen auch die Leitdragenden in verschiedenen Einrichten.
- 15:00Speaker 0: Natürlich zählt der Bestandsschutz jemand, der schon so lange dabei ist.
- 15:04Speaker 0: Der ist natürlich auch schützenswerter muss man ja fairerweise sagen.
- 15:09Speaker 0: aber es wird natürlich dann auch irgendwann ein Thema werden dass die gerade jungen Kollegen die halt dann auch die Zukunft für einen Sender sind egal ob das jetzt Cutter sind oder ob das Jetzt Hörfunkollegen oder Fernsehkollegen sind oder Online Die sollten natürlich dann halt auch weiter mit, also an dem Thema und vor allem an den Projekten arbeiten können.
- 15:31Speaker 0: Und das wird vielleicht nicht so ganz dreher zu lösen.
- 15:34Speaker 1: Dann frage ich jetzt mal den freien Vertreter!
- 15:36Speaker 1: Wie redet der Sender als Firma mit euch darüber?
- 15:41Speaker 1: Fühlt ihr euch da gut aufgehoben?
- 15:43Speaker 0: Also ich glaube die Kommunikation ist schon sehr ehrlich und so ehrlich wie sie sein muss an den Stellen wenn es um Sparen geht... Da wird nichts beschönigt und da werden, glaube ich auch keine Perspektiven die unrealistisch sind aufgemacht.
- 15:59Speaker 0: Vielleicht an der einen oder anderen Stelle dann ein Szenario wo wir nicht glücklich sind mit und wo wir vielleicht auch uns fragen worum es manchmal so lange dauert oder warum man nicht schneller eine gute Lösung findet.
- 16:11Speaker 0: aber ich habe zumindest das Gefühl dass allen die da an den Runden mit beteiligt sind zumindest klar ist um was jetzt gerade geht wie schwierig das ist, auch für die Freien, die da am Ende des Tages unterwegs sind und dass man da gemeinschaftlich auch Analysung ziehen muss.
- 16:29Speaker 0: Und es ist manchmal für beide Seiten nicht einfach und braucht mit schlaflosen Nächten verbunden glaube ich.
- 16:36Speaker 1: Und wie redet der Sender?
- 16:38Speaker 1: Mit euch über das AfD-Problem?
- 16:40Speaker 0: Ich glaube wir haben da ganz unterschiedliche Fallhöhen.
- 16:46Speaker 0: Es gibt halt Reporter so wie ich oder andere Kollegen, die an dem Thema dicht dran sind.
- 16:52Speaker 0: Die haben natürlich ganz andere Bedürfnisse was diese Kommunikation angeht.
- 16:56Speaker 0: also viele kriegen ja zumindest diese direkte Kommunikations die wir dann manchmal aushalten müssen kriegt man im Sender vielleicht gar nicht mit weil man Nachricht redakteur ist oder man ist ein Moderator.
- 17:08Speaker 0: da ist man bisschen weiter weg von dem thema und die die da so dran sind.
- 17:12Speaker 0: Wir sind schon bemüht ehrlich gesagt uns auch eine Stimme zu verschaffen um immer wieder klarzumachen was das da draußen eigentlich bedeutet an manchen Tagen.
- 17:21Speaker 0: Also ich will jetzt nur das aktuellste Beispiel, was man vielleicht jetzt auch medial gesehen hat.
- 17:25Speaker 0: Da gibt es... Ich würde den Namen nicht nennen damit er noch mehr Reichweite bekommt aber einen YouTuber der im AfD umfällt unterwegs ist, der mittlerweile auch Kollegen bedrängt.
- 17:36Speaker 0: also da geht's jetzt nicht mehr darum dass mal ein Interview gestört wird oder dass man irgendwie jemand reinredet oder eine dumme Frage stellt oder so sondern dann gehts mittlerweile darum das hat man mit bei den Kollegen von SpiegelTV in der letzten Woche gesehen, dass man auch geschubst wird.
- 17:49Speaker 0: Dass es dann auch körperlich wird.
- 17:53Speaker 0: und da stelle ich mir schon die Frage ist das noch der Job den wir eigentlich machen wollten?
- 17:57Speaker 0: Oder geht's dann noch eine Eskalationsstufe weiter und was bedeutet das für mich?
- 18:02Speaker 0: also Ich möchte beispielsweise eigentlich nicht unter Security Begleitung irgendwie draußen reportieren müssen
- 18:09Speaker 1: Und uneigentlich machst du das schon?
- 18:11Speaker 0: Das gibt Punkte natürlich!
- 18:13Speaker 0: Und bei Demonstrationen situationsabhängig.
- 18:18Speaker 0: Also manchmal sage ich, es ist einfacher wenn wir wendig sind und eben nicht mit team von der security losziehen in anderen lagen wo ich so ein mulmiges bauchgefühl habe dann gehen wir schon mit security raus weil wird da nicht genau wissen was die situation vielleicht im laufe des tages vielleicht unter alkohol beteiligung noch mal brenzlicher und wir müssen dann doch ganz anders reagieren.
- 18:42Speaker 0: Das ist dann schon doch Realität, die bei uns vorhersterben.
- 18:47Speaker 1: Ist das immer so?
- 18:48Speaker 1: Also wie ist die Stimmung im ganzen Land?
- 18:52Speaker 1: Ich habe mir eben schon mal gesagt von Berlin aus... Wo ich hier sitze sieht es ein bisschen so aus als wären dreiviertel des Landes schon irgendwie damit fein wenn die Extreme Rechte regiert und ansonsten gucken wir uns die Provinz nicht weiter an.
- 19:03Speaker 1: Wie ist es wirklich im Land?
- 19:07Speaker 0: Es kommt darauf an, wo man hinkommt und es kommt drauf an welches Umfeld da jetzt gerade herrscht.
- 19:12Speaker 0: Also ich habe schon das Gefühl dass es so Regionen gibt ist natürlich schon gefestigter die AfD zu wählen und sich dann auch vielleicht mit bestimmten Problemen die diese Partei mitbringt auch abgefunden zu haben.
- 19:27Speaker 0: also dass man sagt naja gut sie sind jetzt vom Verfassungsschutz als gesichert recht extremistisch in Sachsen-Anhalt eingestuft Aber das hat ja mit uns nichts zu tun.
- 19:37Speaker 0: Die sollen unsere Probleme lösen bis hin zur Fragestellung, die ich dann bei solchen Veranstaltungen höre oder so antworte, dass man endlich wieder günstiger tanken kann beispielsweise, wo ich mir so denke, das ist keine Frage, die eine Landespartei lösen kann.
- 19:52Speaker 0: aber die Überzeugung herrscht halt, dass sich etwas ändern wird.
- 19:56Speaker 0: Und dann gibt es natürlich auch den zivilen Widerstand.
- 19:58Speaker 0: Wir haben das jetzt am Wochenende gesehen in Magdeburg, gab's den CSD eine Riesenveranstaltung bunt durch Magdeborg.
- 20:04Speaker 0: Das macht auch ein bisschen Hoffnung dass es halt Menschen gibt die sich dann auch solidarisieren können und dass wir dann auch ne bunte Außenwirkung weiter erhalten.
- 20:15Speaker 0: Sachsen Anne hat dich jetzt plötzlich du hast vorhin das Wort abgehangen und Provinz verwendet
- 20:21Speaker 1: Der Provinz ist alles, wenn du in Berlin lebst.
- 20:23Speaker 1: Ja natürlich!
- 20:24Speaker 0: Das ist die Angst, die ich dann habe dass wir dann halt so hinten runterfallen oder jetzt Werbung für einen anderen Podcast zu machen.
- 20:31Speaker 0: gestern auf dem Fahrrad die neuste Folge Streitgespräch von Paul Ronsheimer mit Jan Fleischauer gehört und er sagte solche Sätze die mich dann auch ein bisschen fassungslos zurücklassen das man volkswirtschaftlich auf zwei Komma zwei Millionen Menschen auch verzichten kann wenn es dann soweit ist wo ich denke, naja aber diese zwei Komma zwei Millionen verzichtbarer Menschen.
- 20:52Speaker 0: Das bin auch ich das ist meine Mutter das sind Freunde Verwandte die alle leben und außerdem
- 20:58Speaker 1: ist das prinzipiell schon mal ein vollkommen schwachsinniger Gedanke.
- 21:02Speaker 1: ja absolut
- 21:03Speaker 0: genau.
- 21:04Speaker 0: und dass es halt das ist halt.
- 21:05Speaker 0: aber Die angst die Ich so Ein bisschen habe Dass wir dann in Sofa Wasser hineingeraten Wo man sagt Na Ja Gut Lass sie jetzt Mal Machen die das Brühmte entzaubern Passiert Dann über Sachsen anhalt Dann gibt's da einfach ein Scherbenhaufen, aber der ist vielleicht gar nicht so groß weil es nur Sachsen-Anhalt ist.
- 21:22Speaker 0: Aber Moment mal, hier ohn wir ja das sind wir ja und das möchte ich halt eben nicht dass dieses Bild entsteht, dass man hier so'n bisschen mal testen können ob das wirklich so schlimm mit der AfD ist und vielleicht dann feststellen isst es schlimm?
- 21:35Speaker 0: oder feststellen ist es nicht schlimm was ich eher nicht so erwarte?
- 21:39Speaker 0: Und dann zu sagen naja es ist aber nur Sachsens Anhalt solange jetzt nicht Bayern ist oder Baden-Württemberg verkraftbar.
- 21:47Speaker 0: Das würde mich ungern sehen am
- 21:49Speaker 0: Ende.".
- 21:50Speaker 1: Lars Frommüller, vielen Dank!
- 21:51Speaker 0: Gerne Holger.
- 21:52Speaker 0: Holger
- 21:52Speaker 1: ruft an es ein Podcast von Übermedien dem unabhängigen werbefreien Magazin für Medienkritik ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 22:00Speaker 1: Ein Abo gibt's ab sechs Euro monatlich und dafür gibt's sofort Zugang zu allen Artikeln und obendrauf unseren wöchentlichen Newsletter.
- 22:07Speaker 1: Wer unabhängige Medienkritik ebenfalls unterstützen möchte, findet alle Infos auf übermedien.de und dort gibt es auch reichlich über Medien zu lesen bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden!
- 22:18Speaker 1: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.