Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #25 Folge 4: Der Domino-Effekt: Wie die Glamour-Lüge dein Gehirn hackt
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen bei uns.
- 0:01Schön, dass du da bist und dir heute wieder die Zeit nimmst,
- 0:05tiefer in ein Thema einzutauchen.
- 0:07Ein Thema, das uns ja alle angeht, aber ganz besonders
- 0:10vielleicht junge Menschen und ihre Eltern.
- 0:13Es geht darum, wie Medien oft ja, ohne dass wir es richtig
- 0:17merken, unsere Sicht auf Drogen prägen können, wir schauen uns
- 0:21dazu heute einen sehr, sehr eindrücklichen Artikel an von
- 0:24Gabriel, dem Macher von Neelix, Berlin.
- 0:27Die Frage, die Gabriel da aufwirft und die uns heute
- 0:29beschäftigen wird, ist ziemlich brisant, finde ich.
- 0:33Was passiert wirklich im Kopf eines Jugendlichen, der ständig
- 0:36mit glorifizierenden Bildern von Drogenkonsum konfrontiert wird,
- 0:40also egal ob in der Musik, in Film oder auf Social Media, tik
- 0:44tok, Instagram, was weiß ich, was macht das mit der Seele, ja,
- 0:47wenn Idole Drogen als harmlos hinstellen, als cool oder sogar
- 0:52als ne Art Medizin. Genau das ist der Kern.
- 0:56Wir beleuchten heute mal diesen Mechanismus, den Gabriel sehr
- 0:59treffend den Dominoeffekt nennt. Er beschreibt halt, wie die
- 1:03Medienindustrie manchmal bewusst, manchmal vielleicht
- 1:06auch unbewusst den ersten Stein anstößt und diese Kette, die
- 1:10kann eben dazu führen, dass am Ende ein Mensch und seine
- 1:13Gesundheit ja Schaden nehmen, Zufall kommen, wie er sagt, es
- 1:18geht um eine Art psychologische Vorbereitung, sozusagen einen
- 1:21Hack. Der das Gehirn beeinflusst,
- 1:23lange bevor überhaupt ein Kontakt zur Substanz
- 1:26stattfindet. Bevor wir da jetzt richtig tief
- 1:28reingehen, ist eine Sache, glaube ich, ganz wichtig zu
- 1:31verstehen. Und das ist Gabriel selbst, also
- 1:34der Autor hinter Nielix Berlin. Er schreibt ja nicht aus einer
- 1:37rein theoretischen Perspektive, oder?
- 1:39Überhaupt nicht. Nein, Gabriel selbst von sucht
- 1:43und psychischen Themen betroffen, das ist ganz zentral.
- 1:46Und er teilt auf seiner Webseite sehr offen seine persönlichen
- 1:50Kämpfe und Erfahrungen. Und das tut er ganz bewusst, um
- 1:54ne echte, authentische Verbindung zu dir aufzubauen,
- 1:57zum Zuhörer und um zu signalisieren, Ey, du bist mit
- 2:00solchen Herausforderungen nicht allein.
- 2:02Ja, diese Authentizität, die ist das Fundament seiner Arbeit,
- 2:06kann man sagen. Sie verleiht seinen Analysen
- 2:08auch ne besondere Tiefe und ja, Glaubwürdigkeit OK, dann lass
- 2:13uns jetzt diesen Dominoeffekt mal genauer anschauen.
- 2:16Gabriel gibt dem Phänomen ja auch einen Namen.
- 2:19Die Glamour lyte, und er wird da sehr konkret.
- 2:21Er nennt Beispiele, also Streaming Giganten wie Netflix,
- 2:24TV Sender, aber auch Musikgenres, speziell Deutsch
- 2:27Rap, da wird Drogenkonsum ja teils extrem gefeiert.
- 2:31Ja, er nennt da auch Namen, Rapper wie Haftbefehl oder
- 2:35bestimmte Dokus, die seiner Meinung nach echt problematisch
- 2:38sind, eben weil sie ein total falsches Bild zeichnen.
- 2:42Und was ist der entscheidende Punkt seiner Analyse dabei?
- 2:44Der Kern ist. Wenn ein Idol Drogenkonsum
- 2:47verherrlicht, dann ist das mehr als nur künstlerische Freiheit.
- 2:52Gabriel sieht darin wirklich ne Form der psychologischen
- 2:55Programmierung, ein Priming nennt er das.
- 2:59Priming. Ja, also eine Vorbereitung, das
- 3:02senkt die Hemmschwelle und pflanzt die Idee ins Gehirn,
- 3:05dass Drogenkonsum ne valide Option ist, vielleicht sogar ne
- 3:09Lösung für Probleme oder Schwärz.
- 3:12Er nennt das ja bewusst provokant.
- 3:14Den ersten kostenlosen Schuss direkt ins Gehirn.
- 3:17OK, das ist ne harte Formulierung, die schüttelt erst
- 3:20mal auf. Ist das jetzt ne zugespitzte
- 3:23These von ihm oder steckt da auch wissenschaftlich was
- 3:25dahinter? Nein, er stützt sich da durchaus
- 3:28auf etablierte psychologische Konzepte.
- 3:30Er, er findet das Rad nicht neu, sozusagen, er wendet halt
- 3:34bekanntes Wissen auf dieses spezifische Problem an.
- 3:38Zum Beispiel? Na ja, da ist zum Beispiel die
- 3:40soziale Lerntheorie von Albert. Bandura, das ist ein Klassiker
- 3:45in der Psychologie, die besagt, ja, wir lernen durch Beobachtung
- 3:49und Nachahmung besonders von Vorbildern, von Idolen, und wenn
- 3:54das Idol für Drogenkonsum scheinbar belohnt wird, mit
- 3:58Erfolg, Coolness, Geld, Aufmerksamkeit, dann wird das
- 4:02Verhalten natürlich attraktiver, logisch, dann gibt es unzählige
- 4:05Studien, wirklich. Die einen klaren Zusammenhang
- 4:08zeigen zwischen dem Konsum bestimmter Medieninhalte und
- 4:12Risikoverhalten bei Jugendlichen.
- 4:14Das ist gut belegt. Also Drogen, Alkohol, rauchen.
- 4:17Genau, es ist keine 11 Kausalität, also nicht Video
- 4:21gesehen, Droge genommen. So einfach ist es nicht.
- 4:24Aber es ist eine signifikante Korrelation.
- 4:27Das Risiko steigt und dann, ganz wichtig, die Neurobiologie des
- 4:32Jugendlichen Gehirns. Ah ja, bis etwa Mitte 20 ist das
- 4:37Gehirn ja noch eine ziemliche Baustelle, der prächantale
- 4:40Cortex, der ist für die Impulskontrolle zuständig, fürs
- 4:43Abwägen, die Bremse quasi, der ist noch nicht voll ausgereift,
- 4:47Mhm. Gleichzeitig ist aber das
- 4:49Belohnungssystem, das Gaspedal hyperaktiv.
- 4:52OK, das heißt, Jugendliche sind von Natur aus empfänglicher für
- 4:55Reize, die schnelle Belohnung oder ein Kickversprechen.
- 4:57Und genau da setzt diese Glamour Lüge an.
- 5:00Exakt. Und schließlich das Priming, von
- 5:02dem wir sprachen. Stell dir das so vor.
- 5:05Im Gehirn werden durch ständige Wiederholungen von Botschaften
- 5:08so was wie Koks ist Erfolg oder Tilidin ist Stärke bestimmte
- 5:12Nervenbahnen angelegt wie ne Art Datenautobahn.
- 5:16Wenn der Jugendliche dann real vor der Droge steht, ist die
- 5:20Wahrscheinlichkeit einfach höher, dass das Gehirn diese
- 5:23vorgebahnte Verbindung nutzt. Und signalisiert kenne ich
- 5:27scheint OK zu sein, machen die coolen ja auch.
- 5:29Gabriel beschreibt das ja als einen regelrechten 3 Stufen Heck
- 5:34des Gehirns. Das klingt ja fast nach einer
- 5:36Anleitung zur Manipulation. Wie funktionieren diese 3 Stufen
- 5:40laut ihm? Genau, er zerlegt das in 3
- 5:42psychologische Prozesse, die da ablaufen, wenn ein Idol Drogen
- 5:45verherrlicht. Stufe 1, die Normalisierung, die
- 5:49Hemmschwelle sinkt massiv, das Gehirn lernt OK, das machen ja
- 5:54nicht nur gestrandete, sondern auch erfolgreiche, bewunderte
- 5:56Leute, kann also nicht so schlimm sein.
- 5:59Die natürliche Skepsis wird ausgehebelt.
- 6:01Genau. Dann Stufe 2 die
- 6:03Spiegelneuronen. Oh ja, das ist faszinierend.
- 6:06Absolut. Wenn wir ein bewundertes Idol
- 6:09beobachten, feuern in unserem Gehirn Neuronen, als würden wir
- 6:13es selbst erleben. Der Jugendliche fühlt quasi
- 6:16unbewusst den vermeintlichen Glamour, die Stärke oder die
- 6:20Entspannung mit, die das Idol da inszeniert.
- 6:24Eine Art stellvertretendes erleben.
- 6:26Ja und Stufe 3. Das Priming, die Vorbereitung,
- 6:30das ist die wiederholte Verknüpfung der Droge mit
- 6:33positiven Dingen, Erfolg, Kreativität, Luxus, Sexappeal,
- 6:37was auch immer diese ständige Kopplung schafft, eine positive
- 6:42Grundstimmung gegenüber der Droge im Gehirn, lange bevor man
- 6:46ihr überhaupt begegnet. Das Hirn wird quasi auf ja
- 6:49vorkonditioniert. So kann man es.
- 6:51Sagen. Es ist also nicht nur eine
- 6:53Sache, sondern das Zusammenspiel dieser 3 Stufen, dass die
- 6:55Wirkung laut Gabriel so potent macht.
- 6:58Er spricht ja sogar von Propagandatechniken.
- 7:01Welche Muster erkennt er denn da in den Darstellungen?
- 7:03Ja, er hat da so wiederkehrende Muster identifiziert, die wirken
- 7:08echt wie aus einem Drehbuch. Erstens Romantisierung, die
- 7:12Droge wird emotional aufgeladen, fast vermenschlicht.
- 7:16Sie ist nicht einfach ne Substanz, sondern Medizin,
- 7:19kreativer Treibstoff, Belohnung, eine Umarmung.
- 7:23Das klingt harmloser, attraktiver, ja klar, zweitens
- 7:26die Verknüpfung mit Erfolg, Drogenkonsum wird fast immer im
- 7:30Kontext von Reichtum gezeigt, Luxus, Partys, schöne Menschen.
- 7:35Teure Autos. Genau, die unterschwellige
- 7:37Botschaft ist, Drogen sind irgendwie Teil des Erfolgs.
- 7:40Lifestyles gehören dazu, drittens, und das finde ich
- 7:44besonders perfide. Die toxische Männlichkeitsfalle.
- 7:47OK, was meint er damit? Na ja, negative Folgen wie
- 7:51Paranoia oder körperliche Schäden werden manchmal kurz
- 7:54gezeigt, vielleicht angedeutet, aber sie werden sofort wieder
- 7:57entkräftet. Das Idol steckt es scheinbar
- 8:00locker weg, lacht drüber, macht weiter als harter Mann.
- 8:03Ah OK. Die Botschaft ist nur
- 8:06Schwächlinge. Scheitern daran.
- 8:08Echte Kerle halten das aus. Puh, das ist übel.
- 8:11Und viertens das Weglassen der Realität.
- 8:15Was systematisch fehlt, ist die ungeschönte Wahrheit der sucht,
- 8:19die Schulden, die kaputten Beziehungen, die Panikattacken,
- 8:23der Entzug, die Scham. Der ganze Dreck halt, ja.
- 8:28Es wird eine sehr selektive, geschönte Realität präsentiert.
- 8:32Das ist wirklich ne ziemlich ja ernüchternde Analyse dessen, was
- 8:36da teilweise in den Medien passiert.
- 8:38Aber Gabriel belässt es ja nicht bei der Kritik, er sucht ja nach
- 8:41wegen sich zu schützen. Er schlägt ne Art mentalen
- 8:45Schutzschild vor oder bullshitfilter, wie er es nennt.
- 8:48Was können wir da konkret tun? Sein Ansatz ist klar.
- 8:52Medienkompetenz stärken, also die Fähigkeit entwickeln,
- 8:56kritisch hinzuschauen und die Botschaften hinter der Fassade
- 9:00zu entschlüsseln. Seine Hacks sind da sehr
- 9:03praktisch. OK, schieß los.
- 9:05Hack 1 für dich selbst. Frage dich immer aktiv, was wird
- 9:10hier gerade nicht erzählt? Konzentriere dich bewusst auf
- 9:14die Lücken. Die negativen folgenden grauen
- 9:17Alltag der sucht. OK, guter Punkt.
- 9:19Hack 2 auch für dich selbst. Übersetze die beschönigende
- 9:24Sprache, wenn jemand sagt, ich brauch das zum Kreativsein,
- 9:29übersetze es innerlich in meine Abhängigkeit, hindert mein
- 9:32Gehirn, ohne die Droge normal zu funktionieren.
- 9:35Oder wenn es heißt, Kokain ist wie eine Umarmung.
- 9:38Übersetze ich bin emotional so verarmt, dass ich eine harte
- 9:43Droge brauche, um überhaupt etwas ähnliches wie Wärme zu
- 9:46spüren. Das entlarvt die Romantisierung
- 9:49Hack 3 speziell für Eltern wenn das Kind alt genug ist, schaut
- 9:54solche Inhalte bewusst zusammen, sei der kritische Kommentar, den
- 9:58die Doku nicht liefert. Also nicht verbieten, sondern
- 10:01begleiten. Genau, drück auf Pause und
- 10:03sprich über die Realität hinter der Inszenierung.
- 10:06Sag zum Beispiel krass, was er sagt, klingt toll oder soll ich
- 10:10dir mal erzählen wie sich echter Suchtdruck oder Paranoia
- 10:13anfühlen? Das öffnet den Dialog.
- 10:15Ja, das ist wahrscheinlich sinnvoller als Konfrontation.
- 10:18Und Heck 4 für alle Suche aktiv das Gegengift konsumiere bewusst
- 10:23Inhalte, die die unzensierte Wahrheit zeigen.
- 10:26Kanäle wie Nilix Berlin klar, Bücher von Experten.
- 10:29Wie Gabor Maté ehrliche Berichte von Betroffenen.
- 10:32Das ist die Impfung gegen die Glemmolüge.
- 10:34So nennt er es ja das. Sind sehr konkrete Tipps.
- 10:38Gabriel geht ja in dem Artikel auch auf Fragen ein, die ihm oft
- 10:40gestellt werden, so eine Art FAQ.
- 10:44Lass uns die mal durchgehen, als hätte sie uns ein guter Freund
- 10:46gestellt. Gerne.
- 10:47Die erste Frage ist sicher die nach der Kunstfreiheit, also
- 10:50wenn Rapper über Drogen rappen oder Filmemacher das
- 10:53Thematisieren, ist das nicht einfach Kunst?
- 10:55Darf man das nicht? Ja, wichtige Frage.
- 10:58Und Gabriel Differentiert da sehr klar.
- 11:01Bei einem reinen Songtext, sagt er, kann man das Argument der
- 11:04Kunstfreiheit eher gelten lassen, obwohl auch das
- 11:07natürlich wirkt. Aber bei einer Dokumentation,
- 11:10gerade wenn sie von großen Plattformen kommt, Netflix oder
- 11:13die ARD, da sieht er eine journalistische Verantwortung,
- 11:17wenn Cytate die Drogen verherrlichen, Kokain als
- 11:20Medizin zum Beispiel unkommentiert bleiben, ohne
- 11:24Einordnung, ohne Gegenstimmen. Dann ist es für ihn kein
- 11:28künstlerischer Ausdruck mehr, sondern redaktionelles versagen.
- 11:31Da wird der Auftrag zur Wahrhaftigkeit verletzt.
- 11:34Verstehe ein anderes Argument, das oft kommt, aber Christiane
- 11:38F. Hat doch früher auch viele
- 11:40abgeschreckt, zeigt es nicht, dass auch negative Darstellungen
- 11:43ihre Wirkung haben können. Ja, das hat sicher einige
- 11:46abgeschreckt, stimmt, aber Gabriel gibt zu bedenken, und er
- 11:50bezieht sich da auch auf seine eigene Jugend.
- 11:52Dass der Film damals eben viele auch fasziniert hat.
- 11:55Ah OK. Man sah nicht nur das Elend,
- 11:58sondern auch die Rebellion, die Zugehörigkeit zur Szene, die
- 12:01Intensität, das Gefühl, echt zu sein.
- 12:04Und er argumentiert, dass moderne Hochglanzdokus wie die
- 12:07über Haftbefehl quasi Christiane F.
- 12:10Auf Steroiden sind. Was meint er damit?
- 12:13Na ja, mit riesigem Budget und globaler Reichweite produziert.
- 12:17Aber oft ohne das offensichtlich abstoßende von damals.
- 12:20Die Verführung ist subtiler, professioneller gemacht.
- 12:24Und dadurch potenziell gefährlicher.
- 12:25Genau, weil die Faszination vielleicht eher überwiegt und
- 12:29das abschreckende weniger stark ist.
- 12:31Und was ist mit Menschen, die schon clean sind, also trocken
- 12:34oder clean? Beeinflusst sie dieser
- 12:36Medienkonsum überhaupt noch? Gabriels Antwort ist ein ganz
- 12:40klares Ja. Definitiv, echt, ja.
- 12:44Solche Inhalte können das Suchtgedächtnis triggern, also
- 12:48alte Verhaltensmuster und vor allem das Verlangen, den Craving
- 12:52reaktivieren. Sie können den sogenannten
- 12:56Euphoric Recall anstoßen. Die verklärte Erinnerung.
- 12:59Es sagt die verklärte positive Erinnerung an die Wirkung der
- 13:03Droge, die vermeintlich guten Zeiten, damit das Gehirn wird
- 13:07erinnert, wie es damals war, und das kann massiven Suchtdruck
- 13:11auslösen. Also auch für Genesende
- 13:14gefährlich. Absolut sein Rat, deshalb
- 13:17radikaler Selbstschutz. Solche Inhalte bewusst meiden,
- 13:21wenn man gefährdet ist oder merkt, es tut einem nicht gut.
- 13:24Zum Glück gibt es ja auch Künstler, die nicht nur über den
- 13:27Konsum, sondern auch über ihre Recovery sprechen oder rappen,
- 13:30also über den Weg aus der Sucht. Wie sieht Gabriel das?
- 13:34Das ist für ihn der entscheidende Unterschied.
- 13:37Und extrem positiv. Künstler, die ehrlich über den
- 13:40Kampf sprechen, über den Schmerz und über die Heilung, ernennt
- 13:44Macklemore als Beispiel mit Otherside, das ist das genaue
- 13:48Gegenteil der Glamour Lüge, sie zeigen den ganzen Film, nicht
- 13:52nur die geschönten Highlights. Sie sind Teil der Lösung, nicht
- 13:56des Problems. Genauso sieht er das.
- 13:58Das ist unglaublich wichtig, diese Stimmen.
- 14:01Eine sehr praxisnahe Frage zum Schluss aus dem FAQ, die sicher
- 14:05viele Eltern umtreibt. Mein fünfzehnjähriger Sohn
- 14:08verehrt Rapper X, der Drogen verherrlicht.
- 14:12Was soll ich tun? Ja, die Horrorvorstellung für
- 14:15viele Eltern. Gabriels Rat ist hier sehr
- 14:17pragmatisch und deeskalierend, Verbote machen das Idol oft nur
- 14:23noch spannender, das ist meist kontraproduktiv.
- 14:26Klassiker. Eben.
- 14:28Besser akzeptieren, dass das Kind die Musik oder den Künstler
- 14:32vielleicht aus anderen Gründen mag.
- 14:34Die Energie, der Sound, was auch immer, aber den Drogenkonsum
- 14:39klar benennen und kritisch hinterfragen, Dialog statt
- 14:42Konfrontation. Und wie konkret?
- 14:45Zum Beispiel sagen, ich verstehe, dass du die Energie
- 14:48magst, die hat er ja, aber lass uns mal über den Teil mit den
- 14:52Drogen reden, das ist Show, das ist Inszenierung, die Realität
- 14:56dahinter sieht anders aus. Ich kenne die Realität, die in
- 14:59den Videos nicht vorkommt. Wollen wir die Doku vielleicht
- 15:02mal zusammen anschauen und ich drücke auf Pause, wenn ich dir
- 15:05was aus dem echten Leben dazu erzählen will?
- 15:07Ah, das ist gut, das öffnet die Tür.
- 15:10Ja, es geht darum, ne kritische Perspektive anzubieten, ohne das
- 15:15Kind oder das Idol komplett abzuwerten und damit die Tür
- 15:19zuzuschlagen. Interessant ist auch sein
- 15:21Lesetipp am Ende die Smartphone Epidemie von Manfred Spitzer.
- 15:25Wie passt das denn hier rein? Ja, Spitzer ist umstritten, das
- 15:28muss man sagen. Aber seine Analyse, wie
- 15:31intensiver digitaler Medienkonsum das Gehirn von
- 15:34Jugendlichen verändert. Stichwort Dopamin System
- 15:37Aufmerksamkeit. Genau das liefert laut Gabriel
- 15:40eine wichtige Grundlage. Es hilft zu verstehen, warum die
- 15:43Glamourlüge in unserer heutigen Hyperdigitalen Welt mit
- 15:47ständiger Reizüberflutung, der Jagd nach dem nächsten Kick
- 15:51vielleicht noch viel effektiver und gefährlicher ist als früher.
- 15:55Es trifft auf ein vorbereitetes Gehirn sozusagen.
- 15:58Macht Sinn. Gabriel passt ja am Ende seiner
- 16:00Gedanken noch mal zusammen. Er zieht den Vergleich zu seiner
- 16:03eigenen Jugend mit Christiane F. Ne und betont wie heute die
- 16:09Verführung durch professionelle Produktion, wie diese Haftbefehl
- 16:12Doku auf Netflix einfach noch subtiler und massiver ist.
- 16:16Ja, sein Kernfazit bleibt die Glamour Lüge ist oft der erste
- 16:20Schritt. Sie hackt das Gehirn,
- 16:21normalisiert Drogen, Romantisiert den Konsum, und das
- 16:25perfide ist ja, wenn man dann abhängig ist, kommt oft vom
- 16:28selben System aus der Gesellschaft die Botschaft
- 16:31selbst Schuld, dein Wille war zu schwach, ja, und Gabriel will
- 16:35genau diesen Kreislauf durchbrechen, indem er aufklärt,
- 16:38die Mechanismen benennt und die unzensierte Wahrheit ausspricht.
- 16:41Wenn dir diese Analyse jetzt gefallen hat und du die Arbeit
- 16:45von Nelix Berlin und Gabriel. Gabriel wertvoll findest, dann
- 16:48würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung freuen.
- 16:51Wirklich? Du kannst Gabriel helfen, indem
- 16:53du diesen Beitrag oder den Originalartikel auf seiner
- 16:56Webseite teilst oder diesen Podcast hier auf Plattformen wie
- 17:00Spotify oder Apple Podcast bewertest und Likest das hilft
- 17:03enorm bei der Sichtbarkeit. Und es ist wichtig zu wissen,
- 17:07das Projekt Nelix Berlin wird komplett allein von Gabriel
- 17:10finanziert und erstellt. Da steckt kein großes Team
- 17:13dahinter. Jede Form der Unterstützung
- 17:15hilft Gabriel dabei, mit diesem Projekt nicht nur sich selbst
- 17:18auf seinem Weg zu helfen, das ist ja auch Teil davon, sondern
- 17:21gleichzeitig auch anderen Betroffenen eine Stütze zu sein,
- 17:24eine Stimme zu geben. Gabriels persönliches Motto, das
- 17:27ihn dabei antreibt, lautet, aus allem schlechten in seinem Leben
- 17:31etwas Gutes zu machen. Und das spürt man, finde ich, in
- 17:35seinen Texten und seiner Arbeit. Das war unser heutiger.
- 17:39Ja, tieferer Blick auf die Glamour Lüge basierend auf
- 17:42Gabriels wichtige Analyse bei nelix Berlin, vielen Dank, dass
- 17:46du dir die Zeit genommen und zugehört hast.
- 17:49Denk vielleicht noch mal über Gabriels Hex nach.
- 17:52Wie kannst du selbst aber vielleicht auch junge Menschen
- 17:54in deinem Umfeld für einen kritischeren Blick auf Medien
- 17:56sensibilisieren? Bleib wachsam, bleib kritisch
- 17:59und pass gut auf dich auf. Genau, pass gut auf dich auf und
- 18:03bis zum nächsten Mal hier bei uns.