Latest / ntv Wirtschaft / Später in Rente und keine Minijobs? Massive Kritik an Vorschlägen der Rentenkommission
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- Die Vorschläge der Rentenkommission sickern durch und sorgen bei Gewerkschaften und im Handel für Entsetzen. Wir erklären euch warum. Außerdem, die Lage in der Straße von Hormuz bleibt unsicher und das spüren wir auch an den Märkten. Und, hochtief schmeißt die Porsche Holding aus dem DAX. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Musik. Bevor wir über Rente und Minijobs sprechen müssen, schauen wir erst mal auf die Märkte. Der DAX hat sich auch zum Start der neuen Woche schwergetan. Okay, die Börsen können nach dem vorläufigen Abkommen zwischen den USA und dem Iran zwar ein bisschen aufatmen, und die Ölpreise sind ja auch deutlich gefallen, und trotzdem bleibt die Lage verzwickt. Und gerade mit Blick auf die Straße von Hormuz unsicher. Und viele Anleger hier bei uns bleiben lieber vorsichtig nach dem ganzen Hin und Her der vergangenen Monate. Was zeichnet sich jetzt ab an Irans neuralgischer Meerenge und an den Märkten? Corinna Wohlfeil hat darüber mit dem Finanzmarktexperten Askan Iredi von der Plutos-Vermögensverwaltung gesprochen. Wird das jetzt stabil werden in den Verhandlungen? Also erstmal haben wir die 60-Tage-Frist, in der ja verhandelt werden kann und wir noch so manche Überraschung erleben werden. Das ist die eine Seite. Die andere ist, es gibt keine andere wirklich sinnvolle Lösung, als dass diese Straße von Hamus frei befahrbar ist für den internationalen Schiffsverkehr. Das sagt auch das See- und Völkerrecht. So gesehen, es darf eigentlich keine andere Lösung geben, auch wenn der Iran natürlich nach Geldquellen sucht, um am Wiederaufbau zu arbeiten. Das ist aber nicht unsere Verantwortung. Da ist das Stichwort hier auch Maut. Also selbst wenn die Straße wieder befahrbar ist, wird es vielleicht schwieriger. Auch jetzt gibt es wohl schon Restriktionen. Dass Schiffe zwei Tage vorher angemeldet werden müssen. Also es wird doch nicht mehr so wie früher, oder? Ja, es muss wieder so wie früher werden. Dafür ist die Straße von Humus zu wichtig. Und noch mal, dem Iran steht das einfach nicht zu. Der Iran hat natürlich das Interesse, die eigene Regierung zu festigen und wieder sozusagen das Vermögen, Staatsvermögen zu mehren. Aber das ist noch mal nicht die internationale Aufgabe. Und deswegen glaube ich, sollten wir auch weiterhin strikt verhandeln und nicht den kleinen Finger geben, wonach es aktuell aussieht. Ja, jetzt in den 60 Tagen soll ja gerade noch mal über das Atomprogramm auch verhandelt werden. Aber wenn man sich das aktuell anguckt, stellt man sich schon die Frage, was hat es alles gebracht, oder? Es hat überhaupt nichts gebracht, das muss man ganz klar sagen. Insbesondere völkerrechtlich ist es eben ein Problem, weil eben das Terrorregime die eigene Bevölkerung unterdrückt, zig Tausende ermorden lässt. Und da muss man natürlich sagen, das alles ist jetzt eine Farce, dass wir von Frieden sprechen. Und dabei ist im Land ja überhaupt kein Frieden. Und außenpolitisch hat sich auch hinterher nichts geändert, wenn die Straße von Hormuz wieder offen ist. Aber darum muss es jetzt in erster Linie gehen. Und wenn dann noch unterstützt dann soll beim Wiederaufbau, dann wird es noch teurer, als es bislang schon war. Die Sanktionen aufzuheben und sozusagen Reparationszahlungen sogar zu leisten, das kommt wirklich aus meiner Sicht überhaupt nicht in Frage. Wir werden sehen, wie die Verhandlungen seitens der USA geführt werden. Der US-Präsident ist ja wahrscheinlich einen Schritt zu weit gegangen, weil er jetzt ganz schnell Lösungen wollte, weil er merkt, wie stark er doch mit diesem Thema selber unter Druck geraten ist. Gut, für die Weltwirtschaft wäre es dennoch wichtig, dass das Ganze jetzt mal endet. Die Ölpreise gehen ja schon wieder in Richtung der Niveaus von Vorkriegsausbruch. Wir sind bei Brand Oil immer noch 15 Prozent über dem Niveau Vorkriegsausbruch. Dennoch ist das natürlich jetzt nicht mehr das dramatische Level. Wir werden mal sehen, wie weit sich Dinge stabilisieren, weil natürlich sind auch die Lagerbestände zum Beispiel in den USA deutlich heruntergefahren, niedrigster Stand seit vielen Jahrzehnten. Da gilt es natürlich auch, diese Lagerbestände wieder aufzufüllen. Das alles spricht eher dafür, dass der Preis nicht nachhaltig unter Druck kommen kann. Aber dennoch, wenn viele so sagen, naja, das wird ewig dauern, bis sich das alles wieder einpendelt, wenn die Preise jetzt, ich sag mal, nur noch 10 bis 15 Dollar drüber liegen, sieht es ja doch aus, als wenn es schneller sich wieder einpendelt, als manche denken, oder? Nein, also natürlich ist der Preis immer variabel und kann steigen und fallen. Aber wir haben auf der anderen Seite jetzt einfach die höhere Nachfrage nochmal. Die Lagerbestände müssen eben aufgefüllt werden. Und man hat eben ja erkannt, wie schnell eine solche Krisensituation eintritt. Deswegen muss dagegen gelenkt werden. Deswegen kann ich einfach nicht dafür sprechen, dass wir nachhaltig tiefere Preise als das Ausgangsniveau haben werden. Damit haben wir natürlich weiter Inflationssorgen. Wie ist es zu erklären, dass der Dollar zuletzt eine Stärke gezeigt hat? Die US-Notenbank hat erstmal die Zinsen nicht erhöht. Das hat leider Gottes die EZB getan. Aus meiner Sicht ein sehr großer Fehler. Er war nicht notwendig, dieser Zinsschritt. Wir werden sehen, die Preisdynamik wird sich wieder verlangsamen. Deswegen bin ich sehr optimistisch, dass insgesamt auch Zinserhöhungen nicht notwendig sind. Gleiches wird die US-Notenbank auch feststellen. Aber das alles braucht jetzt etwas Zeit, weil die Normalisierung braucht Monate. Wir werden es dann in der Datenlage aber sehen, dass völlig klar ist, dass weitere Zinserhöhungen nicht notwendig sind bei unserem doch eher übersichtlichen konjunkturellen Gesamtbild. Wie sollten sich Anleger aktuell in Sachen Aktien aufstellen? Optimistisch bleiben, nicht zu sehr auf das Thema KI, Raumfahrt und die anderen Technologiebereiche setzen. Die Welt ist groß, Emerging Markets sind interessant und irgendwann wird der Dollar auch wieder schwächer werden, weil das gehört nämlich eben auch dazu. Aktuell haben wir eine kleine Dollarstärke, die ist aber nur temporärer Art und dann danach sind Emerging Markets aber auch Europa wieder spannend und es wird sicherlich dauerhaft eine Erholung geben, auch der Gesamtkonjunkturlage. Also ein ganz positiver Ausblick zumindest zwischenzeitlich jetzt mal für den Dollar, kann sich wieder abkühlen, aber für Aktien spricht auf jeden Fall die Einschätzung und ja, hoffentlich auf einen baldigen Frieden und dann auch Beruhigung an den Ölmärkten. Kommen wir jetzt direkt zum DAX selbst. Da gibt es nämlich einen Wechsel. Der Essener Baukonzern Hochtief steigt erstmals in den deutschen Leitindex auf. Seit heute gehört Hochtief also zu den 40 wichtigsten Börsenunternehmen in Deutschland. Dafür musste die Porsche SE den DAX verlassen und in den MDAX absteigen. Das klingt erstmal rein technisch, hat aber Folgen. Fonds, die den DAX real nachbilden, müssen umschichten. Und das kann noch zusätzliche Bewegung in die Kurse bringen. Der Aufstieg von Hoch-Tief kommt aber nicht überraschend. Unsere Börsenkorrespondentin Corinna erklärt uns, womit die Essener gerade Kasse machen und wie Analysten die weitere Entwicklung der Aktie einschätzen. Die Geschäfte von Hochtief haben sich hervorragend entwickelt. Hochtief profitiert von dem Boom beim Rechenzentren, die man für das Thema künstliche Intelligenz benötigt und baut diese Rechenzentren insbesondere in den USA. Aber nicht nur Rechenzentren, auch Solarparks, also für die Energiewende der Zukunft, sind ein Thema. Genauso wie natürlich das herkömmliche Geschäft mit Straßen, mit Brücken, mit Tunneln, mit Flughäfen. Aber auch in Sachen militärische Infrastruktur ist hoch, tief, stark und profitiert dementsprechend auch von den steigenden Ausgaben für Infrastruktur und auch in Verteidigung. Die Aktie spiegelt diese guten Geschäfte schon seit geraumer Zeit wieder. Sie hatte sich schon im Kurs fast verdreifacht. Jetzt zum Schluss ging es ein Stück weit wieder zurück. Wenn eine Aktie jetzt in einen Index aufsteigt, dann sind insbesondere passive Indexfonds gezwungen, auch diesen Tausch nachzuvollziehen, sprich Porsche-Aktien zu verkaufen und in Hochtief zu investieren. Das gibt nach Aufnahme in den Index immer nochmal einen Push. Aber dann zeigen auch Studien, dass dieser Effekt danach auch etwas wieder verpufft. Wenn man sich Analystenstimmen anguckt, dann sind die momentan etwas vorsichtig, gerade weil sich die Aktie schon so gut entwickelt hat. Und der überwiegende Teil setzt die Aktie auf Halten. Und jetzt von der Börse zur Sozialpolitik. Die durchgesickerten Pläne der Rentenkommission sorgen schon vor der offiziellen Vorstellung am Dienstag für massig Kritik. Im Raum stehen mehrere heikle Ideen. Die Kommission empfiehlt offenbar, den Renteneintritt stärker an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Außerdem soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren abgeschafft werden. Verdi und die IG Metall lehnen beides entschieden ab. Und Kritik gibt es auch an Plänen zu Minijobs. Die nämlich könnten zu großen Teilen wegfallen. Sie sollen nach den Plänen bald nur noch für Schülerinnen und Schüler möglich sein. Das Ziel dahinter, mehr Menschen in reguläre Beschäftigung bringen. Aber kaum ist das bekannt, spricht der Handel auch schon von einem gefährlichen Irrweg. Immerhin arbeiten laut Branchenverband HDE rund 800.000 Minijobber im Einzelhandel. Darunter viele Studierende, Rentner oder Menschen mit Betreuungsaufgaben. Die heftigen Reaktionen zeigen einmal mehr, wie schwierig es für die Koalition wird, wirklich Anfang Juli ihr geplantes, großes Reformpaket zu schnüren, in Sachen Rente, Gesundheitssystem und Wettbewerbsfähigkeit. Apropos, um ihre Wettbewerbsfähigkeit macht sich ja vor allem unsere Industrie viele Sorgen. Made in Germany steht unter Druck. Hohe Kosten treiben viele Unternehmen ins Ausland. Vor ein paar Tagen erst haben wir hier ja berichtet, dass die Branche in Deutschland geschrumpft ist. Jetzt soll es in Berlin endlich mal um Lösungen gehen, um Reformen und Investitionen. Beim Tag der Industrie des Branchenverbands BDI. Der Präsident Peter Leibinger hat mit uns gesprochen. Morgen wird ja auch Bundeskanzler Friedrich Merz vor Ort sein im letzten Jahr. Da war er ganz frisch im Amt, da haben Sie noch in Ihrer Rede gesagt, naja, wenn all das, was er jetzt angekündigt hat, umsetzen wird, dann sind Sie zuversichtlich, dass der Aufschwung kommt. Das heißt, was werden Sie ihm mitgeben? Die Rahmenbedingungen sind schlechter geworden. Ein Teil ist natürlich von außen der Iran-Krieg als ein Beispiel, der Handelsstreit mit den Amerikanern als ein zweites Beispiel. Aber natürlich hat die Regierung bis jetzt nicht geliefert, was sie versprochen hat. Es wurde versprochen, dass ein Gesamtreformpaket verabschiedet wird, das unsere Gesellschaft und unser Land und unsere Wettbewerbsfähigkeit breit nach vorne bringt. Das ist nicht passiert. Jetzt sehen wir aber doch eine zunehmende Geschwindigkeit bei Reformen und auch einen höheren Ambitionslevel. Ich muss die Balance treffen. Ich muss den, wie man so sagt, den Benefit of the Doubt geben. Ich muss weiter zutrauen in meiner Rolle, dass diese Regierung das macht. Gleichzeitig muss ich schon auch ab und zu einen Finger in die Wunde legen. Aber vor allem, und ich glaube, das ist das Entscheidende, wir müssen im Gespräch sein. Wir müssen anschlussfähig sein. Wir müssen als konstruktiver Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Weil am Ende ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir alle miteinander stemmen müssen. Was muss da genau die Industrie vielleicht auch zu beitragen? Ich denke zum Beispiel, dass wir als Industrie, wir leiden ja heute daran, dass in Deutschland nicht mehr investiert wird durch deutsche Firmen. Wir investieren im Ausland, weil die Wettbewerbsbedingungen hier nicht gut sind. Wenn jetzt Reformen auf den Weg kommen, die Wettbewerbsbedingungen, die Steuerlast zum Beispiel, die Arbeitszeitflexibilisierung, Wenn diese Dinge auf den Weg kommen. Dann müssen wir auch wieder investieren, selbst wenn die Wirkung noch nicht da ist. Die Reform muss da sein, es dürfen nicht nur Worte sein. Aber wenn wir warten, bis die Wirkung voll eintritt und erst dann wieder investieren, dann ist es zu spät. Großes Thema ist ja auch immer wieder der Umgang mit China. Letzte Woche gab es ja auch den EU-Gipfel, so richtige klare Vorschläge kamen dabei nicht raus. Im Vorfeld waren ja auch höhere Zölle oder Zölle auch auf andere Bereiche im Gespräch. Wie sehen Sie das? Ich sehe, dass es auf der einen Seite tatsächlich eine Berechtigung gibt zu sagen, hier passiert was mit China in Bezug auf eine Verschiebung. Der Währungsrelation, die einen bis zu 40-50%igen Vorteil in den letzten Jahren, was Kosten angeht, für China gebracht hat. Das ist unfair, da müssen wir uns wehren. Ich sehe aber auch, China ist unser wichtigster Innovationspartner neben den USA. China ist ein wichtiger Markt. China ist ein Partner. Das heißt, wir müssen... Unbedingt verhindern, dass pauschale, breite Gegenmaßnahmen, die langsam und nicht punktgenau sind, hochgezogen werden. Das würde uns massiv schaden, sondern wir müssen viel agiler werden mit Gegenmaßnahmen. Ich bin nicht gegen Gegenmaßnahmen, aber sie müssen schnell sein, punktgenau sein, schnell rein und bestrafen und wieder raus, wenn wir sehen, das Verhalten ändert sich. Was für Maßnahmen könnten das sein, ganz knapp in einem Satz? Wir haben die Instrumente, die wir brauchen. Die müssen nur schneller sein. Wir müssen auf einzelne Zollwarengruppen gehen können in Wochenzeit, um reagieren zu können. Und das war es mit unserem Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.