Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #4 Folge 156: FLOATING - Der Trip in die Stille (Sensorische Deprivation)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich willkommen zu dieser ja besonderen
- 0:04Erkundungsreise nach innen. Ich freue mich riesig, dass du
- 0:06dir heute wieder Zeit nimmst. Zeit nur für dich und für ein
- 0:09Thema, das vielleicht gerade jetzt genau richtig kommt.
- 0:14Wir tauchen heute gemeinsam einen eine Methode, die
- 0:17verspricht, ja der Kakophonie unserer modernen Welt zu
- 0:21entfliehen, du kennst das sicher auch, oder?
- 0:23Dieses Gefühl manchmal einfach n Stecker ziehen zu wollen.
- 0:26Ständig blinkt das Handy Lärm von allen Seiten, die to do
- 0:30Listen werden länger, man sehnt sich nach Stille, nach einer
- 0:33Pause für den Kopf. Genau hier setzt unser heutiges
- 0:37Thema an, sensorische Deprivation, manche beschreiben
- 0:41es sogar als einen Trip ohne Drogen klingt spannend, oder?
- 0:45Die Einblicke und Informationen dazu stammen heute von nelix
- 0:49Berlin und bevor wir richtig loslegen, ist es wichtig zu
- 0:52verstehen, wer dahinter steckt. Gabriel Gabriel ist nicht nur
- 0:56der Kopf hinter nelix Berlin, sondern erteilt dort auch sehr
- 1:00offen seine ganz persönlichen Erfahrungen mit Sucht und
- 1:03psychischen Herausforderungen. Das ist kein theoretisches
- 1:07Gerede, sondern basiert auf echtem Erleben.
- 1:09Er macht das, um eine ehrliche Verbindung zu dir aufzubauen, um
- 1:13dir zu zeigen, hey, wenn du mit ähnlichen Dingen kämpfst, du
- 1:16bist nicht allein, sein Antrieb ist es, aus den eigenen, oft
- 1:20schweren Erfahrungen etwas Positives zu schaffen, etwas,
- 1:23das anderen helfen kann und mit diesem Wissen im Hinterkopf wird
- 1:27unsere heutige Reise sicher noch tiefgehender.
- 1:29Lass uns starten. Im Kern geht es darum, ganz
- 1:32bewusst die Sinneseindrücke von außen drastisch zu reduzieren
- 1:36oder sogar komplett zu entziehen.
- 1:39Stell dir vor, du drückst die Mute Taste für die Welt, um
- 1:42deinem Gehirn eine Pause von der ständigen Informationsflut zu
- 1:45gönnen. OK, also quasi n kompletter
- 1:47Stopp für die Sinne. Genau.
- 1:49Und welche Sinne betrifft das im Grunde alle Hauptkanäle, über
- 1:54die wir die Welt wahrnehmen, das sehen wird durch absolute
- 1:57Dunkelheit ausgeschaltet, das Hören durch Stille oder
- 2:01zumindest extrem gedämpfte Geräusche.
- 2:03Das fühlen wird gleich mehrfach beeinflusst durch das Gefühl von
- 2:06Schwerelosigkeit und eine Wassertemperatur, die genau
- 2:10deiner Hauttemperatur entspricht, sodass du kaum noch
- 2:12spürst, wo dein Körper aufhört. Auch schmecken und riechen
- 2:16treten in den Hintergrund und sogar die Propriozeption das ist
- 2:20dein innerer Sinn dafür, wie dein Körper im Raum positioniert
- 2:23ist, wird stark heruntergefahren.
- 2:25Das klingt wirklich nach einem kompletten Reset für die Sinne.
- 2:28Aber wie schafft man das in der Praxis?
- 2:30Ich meine absolute Stille und Dunkelheit sind ja schon im
- 2:33Alltag schwer zu finden, die bekannteste Methode ist
- 2:36wahrscheinlich dieser Floating Tank, stimmt es?
- 2:38Richtig, der Floating Tank, auch Isolationstank oder Samadi Tank
- 2:43genannt, ist die am weitesten verbreitete Methode, um diesen
- 2:46Zustand gezielt herbeizuführen. Die Technik dahinter ist
- 2:49faszinierend und zielt darauf ab, alle äußeren Reize
- 2:52gleichzeitig zu minimieren. Fürs Hören ist der Tank extrem
- 2:56gut gegen Schall und Vibrationen isoliert.
- 2:59Du hörst quasi nichts von außen. Oft ist es so still, dass du
- 3:03vielleicht zum ersten Mal bewusst deinen eigenen
- 3:05Herzschlag wahrnimmst. Wow, OK.
- 3:07Fürs Sehen im Inneren herrscht absolute Finsternis, kein
- 3:12Lichtstrahl dringt ein und beim Fühlen kommen 2 entscheidende
- 3:15Dinge zusammen. Erstens die Temperatur.
- 3:18Das Wasser hat exakt die Temperatur deiner
- 3:20Hautoberfläche, also etwa 34,8 Grad Celsius.
- 3:23Aha, das führt dazu, dass nach kurzer Zeit die taktilen Grenzen
- 3:27verschwimmen, du spürst kaum noch, was Wasser und was Körper
- 3:30ist. Ein Gefühl des Verschmelzens
- 3:32kann entstehen, krass zweitens, und das ist vielleicht das
- 3:36Verblüffendste, die Schwerkraft, das Wasser ist eine
- 3:40hochkonzentrierte Lösung aus ebsum Salz, also
- 3:43Magnesiumsulfat. Das kennst du vielleicht vom
- 3:46Toten Meer. Der Auftrieb ist enorm, du
- 3:49liegst im Tank und dein Körper treibt völlig mühelos an der
- 3:52Oberfläche, ohne dass du etwas tun musst.
- 3:55Wie ein Korken quasi. Genau das Gefühl, von der
- 3:59Schwerkraft befreit zu sein, ist für die meisten Menschen eine
- 4:02völlig neue Erfahrung. Wenn all diese Reize
- 4:05gleichzeitig wegfallen, passiert im Gehirn etwas Ungewöhnliches.
- 4:09Okay jetzt kann ich mir das sensorische Erlebnis besser
- 4:12vorstellen oder eben das Nichterlebnis aber was geht dann
- 4:16im Kopf vor sich, wenn die Außenwelt schweigt?
- 4:19Du sagtest vorhin, das Gehirn agiert dann, statt nur zu
- 4:22reagieren, was meinst du damit? Genau das ist der Kernpunkt,
- 4:27wenn der ständige Strom externer Reize abbricht, schaltet das
- 4:31System erst mal um. Der Körper fährt in einen
- 4:33Zustand tiefer Entspannung. Der Parasympathikus unser Ruhe
- 4:38und Verdauungsnerv wird aktiviert.
- 4:41Das merkst du daran, dass Stresshormone wie Cortisol und
- 4:44Adrenalin nachweislich sinken und sich die Muskeln bis in die
- 4:47Tiefe entspannen können, etwas, das im Alltag durch die ständige
- 4:51Anspannung oft schwerfällt. Mhm gleichzeitig verändert sich
- 4:55die subjektive Wahrnehmung, das Gefühl für Zeit kann sich
- 4:58komplett auflösen. Minuten fühlen sich an wie
- 5:01Stunden oder umgekehrt. Und wie gesagt, die Grenzen
- 5:05zwischen dir und dem Wasser können verschwimmen.
- 5:07Okay. Neurobiologisch wird es richtig
- 5:10spannend. Das Gehirn fängt an, verstärkt
- 5:13Thetawellen zu produzieren. Ah thetawellen.
- 5:16Genau das sind Gehirnwellenmuster, die wir
- 5:19normalerweise vor allem in tiefer Meditation messen, in der
- 5:23Einschlafphase oder während des rem Schlafs.
- 5:26Also wenn wir träumen. Man schwebt sozusagen in einem
- 5:29Dämmerzustand zwischen Wachsein und schlafen, ist aber bei
- 5:33vollem Bewusstsein. Und das löst dann diese
- 5:37tripartigen Zustände aus. Genau, und hier öffnet sich die
- 5:40Tür zu diesen manchmal als drogenähnlich beschriebenen
- 5:43Zuständen, weil von außen nichts mehr reinkommt, fängt das Gehirn
- 5:47an, sich selbst zu beschäftigen, eigene Inhalte zu generieren.
- 5:51Das können intensive, traumartige Bilder sein,
- 5:54plötzliche kreative Geistesblitze, Einsichten in
- 5:57persönliche Themen. Es kann aber auch zu
- 6:00dissoziativen Zuständen kommen, dem Gefühl vom eigenen Körper
- 6:04oder der unmittelbaren Realität losgelöst zu sein.
- 6:06OK, manchmal treten sogar richtige Halluzinationen auf.
- 6:11Die Art der Erfahrung erinnert dabei oft weniger an klassische
- 6:14Psychedelika wie LSD, sondern eher an Dissoziativer wie
- 6:19Ketamin. Weil eben dieses Körpergefühl so
- 6:21stark verändert wird. Ein Trip ohne Drogen, das ist
- 6:25wirklich ne faszinierende Beschreibung.
- 6:27Aber warum macht das Gehirn das? Gibt es eine tiefere
- 6:29Neurobiologische Erklärung dafür, dass der Entzug von
- 6:33Reizen solche inneren Erlebnisse auslöst?
- 6:36Es ist ja keine Substanz im Spiel.
- 6:38Das ist die große Frage. Neurobiologisch gesehen schaltet
- 6:42das Gehirn von diesem reaktiven Modus, der ständig Außenreize
- 6:46verarbeitet, in einen Introspektiven, nach innen
- 6:49gerichteten Modus um. Das führt, wie gesagt, messbar
- 6:52zum Abbau von Stresshormonen und zur Ausschüttung von
- 6:55Endorphinen, unseren körpereigenen Wohlfühl und
- 6:58Schmerzmittelsubstanzen. Mhm, der Schlüssel scheint aber
- 7:02wirklich die Zunahme der Täterwellen im Wachzustand zu
- 7:05sein. OK, normalerweise ist dieser
- 7:07Zustand dem Schlaf oder sehr geübten Meditierenden
- 7:10vorbehalten, wenn wir aber wach in diesen Täterzustand gleiten,
- 7:15verschwimmt die klare Grenze zwischen unserer inneren Welt
- 7:18und der nicht mehr vorhandenen äußeren Realität.
- 7:22Das Gehirn beginnt interne Bilder erinnerungsfragmente
- 7:25Gedankenmuster nach außen zu projizieren.
- 7:28Sie fast wie Real wahrzunehmen, das erklärt die Halluzinationen
- 7:32und das Gefühl der Dissoziation. Ah, verstehe.
- 7:36Es ist, als würde das Gehirn anfangen, seinen eigenen Film zu
- 7:39spielen, weil der externe Input fehlt.
- 7:42Der Mechanismus ist ein anderer als bei chemischen Drogen, die
- 7:45Rezeptoren blockieren oder aktivieren.
- 7:47Aber das Ergebnis, das subjektive Erleben, kann
- 7:50durchaus Parallelen aufweisen, nur eben auf natürliche Weise
- 7:54erzeugt. Verstanden.
- 7:55Man ist also wirklich komplett auf sich selbst zurückgeworfen,
- 7:59allein mit dem eigenen Kopf. Das klingt einerseits
- 8:02unglaublich entspannend und meditativ, andererseits kann ich
- 8:06mir vorstellen, dass es auch herausfordernd sein kann, wenn
- 8:10da plötzlich unerwartete Gedanken, Ängste oder eben diese
- 8:13Bilder auftauchen. Hat diese Methode denn auch
- 8:17einen nachgewiesenen therapeutischen Nutzen?
- 8:19Ja, definitiv kontrollierte Freiwillige und kurzzeitige
- 8:24sensorische Deprivation. Also genau das, was beim Flöten
- 8:27passiert, wird zunehmend wissenschaftlich untersucht.
- 8:30Und zeigt vielversprechende Ergebnisse, vor allem im Bereich
- 8:34Stressbewältigung und Angstreduktion gibt es gute
- 8:36Belege, die Senkung des Cortisolspiegels ist messbar und
- 8:40viele Nutzer berichten von einer deutlichen Linderung bei
- 8:43Angstsymptomen, innerer Unruhe oder auch depressiven
- 8:46Verstimmungen. Dazu gibt es inzwischen einige
- 8:49Studien. Das ist ja gut zu wissen.
- 8:51Auch bei chronischen Schmerzzuständen wie
- 8:54Fibromyalgie oder bestimmten Formen von Rückenschmerzen kann
- 8:57Floating helfen. Die Schwerelosigkeit entlastet
- 9:01die Gelenke und die Tiefe Muskelentspannung kann
- 9:04Schmerzkreisläufe durchbrechen. Und nicht zu vergessen viele
- 9:08kreative, Künstler, Musiker, aber auch Sportler nutzen
- 9:11Floating gezielt, um in einen Flowzustand zu kommen, ihre
- 9:15Konzentration zu schärfen oder neue Ideen zu finden.
- 9:19Das klingt nach einem breiten Spektrum an positiven Wirkungen.
- 9:23Aber wie bei vielen gibt es doch sicher auch Schattenseiten oder
- 9:27Risiken, die man kennen sollte, bevor man sich in so einen Tank
- 9:30legt. Absolut.
- 9:32Und es ist wichtig, da ehrlich zu sein, obwohl es für die
- 9:34meisten Menschen eine positive Erfahrung ist, kann der
- 9:37komplette Reizentzug und die Dunkelheit bei manchen auch
- 9:40Angst oder sogar Panik auslösen, gerade wenn man dazu neigt, sich
- 9:43schnell in Gedanken zu verlieren oder eine latente Klaustrophobie
- 9:47hat die Konfrontation mit sich selbst kann eben auch mal
- 9:50unangenehm sein. OK, das leuchtet ein.
- 9:53Die Halluzinationen, die auftreten können, das passiert
- 9:55nicht jeden, sind meist harmlos und eher wie intensive
- 9:58Tagträume. Sie können aber, wenn man nicht
- 10:01darauf vorbereitet ist, durchaus beängstigend wirken, man könnte
- 10:04es einen Bad Trip ohne Droge nennen, auch wenn das meist viel
- 10:08milder ist. Bei Menschen mit einer bekannten
- 10:10Veranlagung zu Psychosen oder die gerade eine akute
- 10:13psychotische Phase durchmachen, raten Experten zur Vorsicht, da
- 10:17theoretisch die Gefahr besteht, dass so ein Zustand eine Episode
- 10:20triggern könnte. Mhm, hier ist Rücksprache mit
- 10:23dem Arzt oder Therapeuten wichtig und ein ganz wichtiger
- 10:27Punkt zur Einordnung. Man muss unterscheiden zwischen
- 10:30dieser freiwilligen, kurzen Anwendung zum Wohlfühlen und der
- 10:34erzwungenen langanhaltenden sensorischen Deprivation,
- 10:38Dunkelhaft, soziale Isolation über lange Zeit, das sind
- 10:42grausame Foltermethoden, die darauf abzielen, die Psyche zu
- 10:46brechen. Das hat absolut nichts damit zu
- 10:49tun, was in einem Floating Center angeboten wird.
- 10:53Das ist extrem wichtig zu betonen, ja.
- 10:55Diese Unterscheidung ist essentiell.
- 10:57Du sprachst vom möglichen Bad Trip, aber Gabriel in der Quelle
- 11:01erwähnt ja auch das positive Gegenstück, diesen sogenannten
- 11:04Floating Glow. Was verbirgt sich dahinter?
- 11:06Wie fühlt man sich denn typischerweise nach einer
- 11:08Session? Ist ein sehr schönes Phänomen,
- 11:10das viele beschreiben. Im Gegensatz zum Kater nach
- 11:13Substanzen ist das Nachgefühl beim Floaten meistens extrem
- 11:17angenehm und kann oft 24 bis 48 Stunden anhalten.
- 11:21Es ist eine Art tiefes Gefühl von innerer Ruhe, Gelassenheit
- 11:25und Entschleunigung, viele fühlen sich danach
- 11:27widerstandsfähiger gegen den Alltagsstress, präsenter im
- 11:30Moment. Das klingt toll.
- 11:32Interessanterweise gibt es Studien, die zeigen, dass die
- 11:35angstlösende Wirkung auch am nächsten Tag noch messbar ist.
- 11:38Viele berichten auch von einem deutlich besseren Schlaf in der
- 11:41Nacht danach. Tiefer, erholsamer und oft
- 11:44stellt sich so ein Gefühl von mentaler Klarheit ein, als hätte
- 11:47man den Kopf einmal richtig durchgelüftet und aufgeräumt.
- 11:50Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten können
- 11:53dadurch auch angeregt werden. Das klingt wirklich nach einem
- 11:56nachhaltig positiven Effekt. Jetzt mal ganz praktisch
- 12:00gedacht. Angenommen jemand aus deinem
- 12:02Umfeld, ein Freund, dein Partner erzählt begeistert vom Floating
- 12:06und benutzt dabei vielleicht auch Worte wie Trip, das kann ja
- 12:10schnell Verunsicherung oder Sorgen auslösen.
- 12:13Was rät Gabriel Angehörigen für den Umgang damit?
- 12:17Ein sehr relevanter Punkt, denn die Wortwahl kann
- 12:20missverständlich sein. Gabriels Rat dazu ist ziemlich
- 12:24klar und zielt auf Verständnis ab, die Dose also.
- 12:29Was man tun sollte, sei offen und neugierig, begreife, dass es
- 12:33eine etablierte Entspannungstechnik ist, die
- 12:36nichts mit illegalen Drogen zu tun hat.
- 12:38Frag interessiert nach, wie die Erfahrung war, was die Person
- 12:41erlebt hat, wenn du dir vielleicht sorgen machst, dass
- 12:44jemand Drogen nimmt, könntest du Floating sogar als gesunde,
- 12:47legale Alternative vorschlagen, um eine Brücke zu bauen und ins
- 12:50Gespräch zu kommen. Okay gute Idee.
- 12:54Die Donts also was man vermeiden sollte.
- 12:57Bitte nicht sofort in Panik verfallen und es mit
- 13:00gefährlichem Drogenkonsum gleichsetzen.
- 13:02Das wird der Sache absolut nicht gerecht und genauso wichtig die
- 13:07Erfahrung nicht abwerten mit Sprüchen wie das ist doch nur
- 13:10esoterischer Hokuspokus. Damit ignoriert man die realen,
- 13:14wissenschaftlich beobachteten neurobiologischen Vorgänge und
- 13:17tut der Person Unrecht, die vielleicht gerade eine
- 13:19tiefgreifende Erfahrung gemacht. Hat das sind wirklich gute
- 13:22Leitlinien für Gespräche. Jetzt ist so n Floating Tank
- 13:25vielleicht nicht für jeden sofort um die Ecke oder das
- 13:28Richtige gibt es denn auch andere, vielleicht zugänglichere
- 13:31Methoden um eine ähnliche Reizreduktion oder diesen
- 13:35Zustand der inneren Einkehr zu fördern?
- 13:37Ja, die gibt es auf jeden Fall. Wobei man fairerweise sagen
- 13:41muss, dass Floating selbst ja schon ne sehr effektive und
- 13:44gesunde Strategie ist. Aber wenn man nach Alternativen
- 13:47sucht, die man leichter in den Alltag integrieren kann, an
- 13:50erster Stelle steht da sicher die Achtsamkeitsmeditation, zum
- 13:54Beispiel Vipassana hier trainierst du ja genau das, die
- 13:57Aufmerksamkeit nach innen zu lenken, Gedanken und
- 14:00Empfindungen wahrzunehmen, ohne dich darin zu verstricken.
- 14:04Mhm Meditation kennt man ja. Bestimmte Atemtechniken können
- 14:08ebenfalls intensive Zustände der Entspannung und veränderten
- 14:12Wahrnehmungen hervorrufen. Denkmal an Holotropes atmen oder
- 14:15auch die wimhof Methode durch die bewusste Steuerung des Atems
- 14:19kann man das Nervensystem stark beeinflussen, Yoga und Body
- 14:23Scans sind auch wunderbare Werkzeuge, um die Verbindung zum
- 14:26Körper diese Propriozeption zu stärken, Verspannungen
- 14:30aufzuspüren und loszulassen. Auch gute Tipps.
- 14:34Und dann die ganz praktischen Dinge im Alltag.
- 14:36Ein bewusster Digital Detox, einfach mal für ein paar Stunden
- 14:40oder einen Tag das Smartphone, den Computer, den Fernseher
- 14:43ausschalten und diese ständige Flut an digitalen Reizen
- 14:46unterbrechen oder auch bewusste Zeit in der Natur verbringen.
- 14:51Allein im Wald Spazierengehen, am Meer sitzen, nur den
- 14:54Geräuschen lauschen, das ist auch eine Form der heilsamen
- 14:57Reizreduktion. Das sind tolle, alltagstaugliche
- 15:00Anregungen. OK, lass uns mal ein paar
- 15:02konkrete Fragen durchgehen, die dir als Zuhörer vielleicht jetzt
- 15:06im Kopf herumschwirren. Wir greifen mal die auf, die
- 15:09Gabriel in seiner Quelle auch beantwortet.
- 15:12Eine zentrale Frage ist sicher, ist diese sensorische
- 15:15Deprivation generell gefährlich? Das ist oft die erste Sorge.
- 15:18Verständlicherweise. Die klare Antwort lautet für die
- 15:22allermeisten gesunden Menschen ist eine freiwillige,
- 15:24kurzzeitige, also die üblichen 6090 Minuten im Tank.
- 15:29Sensorische Deprivation sehr sicher und hat überwiegend
- 15:32positive Wirkungen. Gefährlich wird es unter den
- 15:35schon genannten Extrembedingungen bei Zwang und
- 15:38langer Dauer, also Folter oder potentiell für Menschen mit
- 15:41akuten unbehandelten Psychosen oder extrem starker panischer
- 15:45Klaustrophobie, wenn sie es ohne jede Begleitung versuchen.
- 15:48Okay. Für den normalen Besuch im
- 15:50Floating Studio ist das Risiko aber wirklich minimal.
- 15:53Das ist eine wichtige Einordnung, eine andere, sehr
- 15:56praktische Sorge, die viele haben.
- 15:58Man treibt da ja im Wasser, vielleicht schläft man sogar
- 16:01ein, kann man da nicht ertrinken?
- 16:03Diese Frage hört man ganz oft vor dem ersten Floating
- 16:06Erlebnis. Aber da kann ich dich wirklich
- 16:08beruhigen. Nein, es ist praktisch
- 16:10unmöglich, die Salzkonzentration im Wasser ist so extrem hoch,
- 16:14höher als im Toten Meer, dass dein Körper einen massiven
- 16:18Auftrieb erfährt. Du liegst oben auf wie ein
- 16:20Korken. Wirklich OK.
- 16:24Selbst wenn du tief einschläfst, was übrigens oft passiert und
- 16:28als sehr erholsam empfunden wird, bleiben dein Gesicht, also
- 16:31Mund und Nase, immer sicher über der Wasseroberfläche.
- 16:35Physikalisch ist es fast ausgeschlossen, sich im Schlaf
- 16:39unbemerkt so auf den Bauch zu drehen, dass man unter Wasser
- 16:42gerät. Dein Körper wird von der
- 16:44Salzlösung stabilisiert. Das nimmt sich ja vielen die
- 16:46Angst. Nächster Punkt, Du hast die
- 16:51Ähnlichkeiten zu bestimmten Rauschzuständen erwähnt.
- 16:54Der Begriff Trip fällt immer wieder.
- 16:57Ist das Erleben im Tank denn wirklich vergleichbar mit dem
- 17:00Effekt von Drogen wie Ketamin oder LSD?
- 17:03Es kann, wie gesagt, Ähnlichkeiten im Erleben geben,
- 17:06aber es ist fundamental anders. Die Erfahrung wird oft als
- 17:10Dissoziativ beschrieben, ähnlich wie bei Ketamin, weil dieses
- 17:13Gefühl für Körpergrenzen verschwimmen kann und durch den
- 17:16Täterzustand können auch sehr lebendige, traumartige Bilder
- 17:19auftauchen, die manche vage an psychedelische Erfahrungen
- 17:22erinnern mögen. Der riesige Unterschied ist
- 17:25aber. Der Zustand im Tank ist meist
- 17:27viel sanfter, er entwickelt sich langsam und vor allem du hast
- 17:32die Kontrolle. Ja, das ist wichtig.
- 17:34Du kannst jederzeit das Licht anmachen, die Tür öffnen,
- 17:37aufstehen. Es ist keine chemische Substanz
- 17:40im Spiel, die dich auf einen bestimmten Kurs zwingt.
- 17:42Es ist ein eigenes Gehirn, das diese faszinierenden Zustände
- 17:46auf natürliche Weise erzeugt, wenn es zur Ruhe kommt.
- 17:48Ja. Aspekt der Kontrollierbarkeit
- 17:50ist entscheidend das stimmt. Dann taucht in der Quelle noch
- 17:54der Begriff Touch Stavation auf, also berührungshunger.
- 17:58Was ist damit gemeint und wie passt das zum Floating?
- 18:01Touch Savation ist ein Begriff, der das psychische und manchmal
- 18:05auch körperliche Leiden beschreibt, das entsteht.
- 18:08Wenn wir Menschen über längere Zeit zu wenig oder gar keine
- 18:12positive körperliche Berührung erfahren, das war ja während der
- 18:15Corona Pandemie für viele Alleinlebende ein riesiges
- 18:18Thema. Die Verbindung zum Floating ist
- 18:19spannend, dieses Gefühl im Körperwarmen, samtigen
- 18:23Salzwasser schwerelos zu schweben, getragen zu werden,
- 18:27kann auf einer sehr tiefen, fast schon pränatalen Ebene das
- 18:32Bedürfnis nach gehalten werden und Geborgenheit stillen.
- 18:37Es ist keine Berührung durch eine andere Person, aber dieses
- 18:41Gefühl des sanften Umschlossenseins vom Wasser kann
- 18:45eine unglaublich beruhigende und nährende Wirkung haben und so
- 18:48diesen Berührungshunger lindern. Eine wirklich schöne Perspektive
- 18:53darauf. Letzte Frage aus der Runde, was
- 18:56mache ich denn ganz konkret, wenn ich im Tank liege und wider
- 18:59Erwarten doch Angst oder Panik hochkommt oder wenn die Bilder
- 19:03unangenehm werden? Das Allerwichtigste ist, sich
- 19:06immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.
- 19:08Du hast jederzeit die volle Kontrolle, du bist nicht
- 19:11gefangen, OK, in jedem seriösen Floating Tank gibt es einen
- 19:14Knopf, mit dem du selbst das Licht im Inneren anmachen
- 19:17kannst. Oft gibt es auch die Option,
- 19:20Leise Entspannungsmusik einzuschalten und vor allem die
- 19:24Tour des Tanks ist in der Regel nicht verriegelt, du kannst sie
- 19:27jederzeit einfach aufdrücken und dich aufsetzen oder ganz
- 19:29aussteigen. Das ist gut zu wissen.
- 19:32Allein das Wissen um diese ständige Ausstiegsmöglichkeit
- 19:34reicht für die allermeisten Menschen aus, um sich sicher zu
- 19:37fühlen und sich auf die Erfahrung einzulassen.
- 19:39Auch wenn mal kurz ein mulmiges Gefühl aufkommt.
- 19:42Zu wissen, dass man die Kontrolle behält, ist also der
- 19:45Schlüssel zur Entspannung. Boah, das waren jetzt wirklich
- 19:49viele tiefe Einblicke und Erklärungen und all das basiert,
- 19:53wie eingangs gesagt, auf der Arbeit von Gabriel und seiner
- 19:56Plattform Niehlix Berlin. Wenn dir diese Aufbereitung,
- 20:00diese ausführliche Betrachtung des Themas gefallen hat und du
- 20:03die Arbeit dahinter wertvoll findest.
- 20:05Dann würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung freuen.
- 20:09Du kannst Gabriel helfen, indem du diesen Beitrag vielleicht auf
- 20:12Social Media teilst oder diesen Podcast auf Plattformen wie
- 20:15Spotify oder Apple Podcasts positiv bewertest und vielleicht
- 20:19sogar ein Like da lässt. Man muss wissen, das Projekt
- 20:22Nilix Berlin wird komplett allein von Gabriel finanziert
- 20:25und mit viel Herzblut erstellt. Jede Form der Unterstützung, sei
- 20:28sie noch so klein, hilft Gabriel dabei, mit diesem Projekt nicht
- 20:32nur sich selbst auf seinem Weg zu helfen, sondern gleichzeitig
- 20:35auch anderen Betroffenen eine Stütze und Informationsquelle zu
- 20:38sein. Mhm Gabriels persönliches Motto,
- 20:41das ihn dabei antreibt, lautet, aus allem schlechten in seinem
- 20:44Leben etwas Gutes zu machen. Ein starkes und inspirierendes
- 20:48Motto. Gabriel beschreibt in seinem
- 20:51Fazit die sensorische Deprivation, speziell das
- 20:54Flöten, ja als faszinierend und nennt es den ultimativen
- 20:58Safetrip. Genau und die Essenz seiner
- 21:02Erklärung ist, du bist die Droge.
- 21:05Es ist keine externe Substanz nötig, du erlebst das pure
- 21:09Potential deines eigenen Geistes, wenn er von der
- 21:12ständigen äußeren Reizüberflutung befreit wird.
- 21:16Er sieht es als eine der besten gesunden Alternativen, um tiefen
- 21:19Stress abzubauen, die eigene Kreativität zu entfachen oder
- 21:23eben auch diese ungewöhnlichen dissoziativen Zustände auf eine
- 21:27sichere und kontrollierte Art zu erforschen.
- 21:30Sehr spannend. Natürlich immer mit dem
- 21:33wichtigen Hinweis verbunden, Menschen mit akuten Psychosen
- 21:37oder sehr starker panischer Klaustrophobie sollten
- 21:40vorsichtig sein oder es nur in Absprache mit Profis angehen.
- 21:44Aber für die große Mehrheit der Menschen.
- 21:46Ist es vielleicht tatsächlich, wie Gabriel es formuliert, die
- 21:50Entspannste und gleichzeitig aufregendste Stunde, die man im
- 21:54wachen Zustand erleben kann? Was löst dieser Gedanke bei dir
- 21:57aus, ist es Neugier, Skepsis, Sehnsucht, vielleicht eine
- 22:03Frage, die du einfach mal mitnimmst und in Ruhe für dich
- 22:05bewegst? Damit sind wir für heute am Ende
- 22:08unserer gemeinsamen Erkundung. Ich danke dir von Herzen, dass
- 22:13du dir die Zeit genommen und zugehört hast, sich mit solchen
- 22:16Wegen zur inneren Ruhe und Selbsterfahrung zu beschäftigen,
- 22:18ist unglaublich wertvoll. Pass gut auf dich auf, bleib
- 22:22neugierig und bis zum nächsten Mal.