Latest / ntv Wirtschaft / Wenn Rohstoffe teurer werden: Henkel stellt Kunden auf Preiserhöhungen ein
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- Die deutsche Industrie sendet ein Lebenszeichen, aber die Zweifel bleiben. Siemens Healthineers und Henkel zeigen, wie unterschiedlich Unternehmen durch dieses Umfeld kommen. Und beim Wohnen wird der Ton rauer. Die Bauindustrie sucht Lösungen, während immer mehr Menschen in Wohnarmut zu rutschen drohen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Also, der Blick auf die Industrie wirkt erstmal überraschend positiv. Im März steigen die Auslandsaufträge um 5,6 Prozent. Vor allem aus der Eurozone, da sind es über 10 Prozent. Und auch im Inland ziehen die Bestellungen an, plus 4 Prozent. Das klingt wie ein kurzes Aufatmen. Und tatsächlich betrifft das viele Branchen. Elektroausrüster legen besonders stark zu, mit mehr als 20 Prozent. Maschinenbau und Elektronik wachsen ebenfalls. Hier kommt der Haken. Aufs ganze erste Quartal geschaut, liegen die Aufträge immer noch unter dem vorherigen Niveau. Da steht ein Minus von gut 4 Prozent. Der Grund liegt im Vergleich. Ende 2025 gab es ungewöhnlich viele Großaufträge. Das verzerrt die Zahlen jetzt. Dazu passt auch folgendes Thema. Siemens Healthineers hat heute Zahlen vorgelegt. Hier zeigt sich die wachsende Unsicherheit in der Wirtschaft. Der Medizintechnik-Konzern muss seine Erwartungen nach unten korrigieren. Das hat mehrere Gründe, die uns gleich noch CEO Bernd Montag erläutert. Aber zuerst mal die Zahlen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nur noch ein Wachstum von 4,5 bis 5 Prozent. Weniger als bisher. Im vergangenen Quartal bleiben die Zahlen zudem unter den Erwartungen der Analysten. Umsatz und operatives Ergebnis verfehlen die Prognosen, die Marge geht zurück. An der Börse kommt das alles zunächst nicht gut an. Die Aktie verliert heute deutlich an Wert. Etienne Bell hat mit CEO Bernd Montag über die Zahlen gesprochen. Fragen wir nach beim Chef Bernd Montag. Schönen guten Tag. Sie kappen jetzt die Gewinn- und Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Die Aktie, dicke Minus heute als Reaktion. Welche Probleme gibt es konkret in China? Also erlauben Sie mir ein bisschen, das zu entdramatisieren. Wir haben uns bei der Umsatzprognose jetzt an die untere Grenze der bisherigen Prognose bewegt und liegen auch bei der Guidance für Gewinn pro Aktie sogar immer noch in dem ursprünglich kommunizierten Band, aber bewegen uns da auch nach unten. Also ich hoffe, das ist okay, wenn ich das kurz ein bisschen klarstelle. Sehr gerne. In China gibt es eine wirklich strukturelle Veränderung des Systems, wie für diagnostische Tests vom Staat bezahlt wird, wie die Beschaffung läuft, die letztendlich dazu führt, dass die Preise und auch die Erstattungssätze um bis zu 50 Prozent sinken. Und wenn so ein Markt, der bei uns in etwa 10 Prozent des Geschäftes ist, so einbricht, dann macht das natürlich auch was mit unserem Umsatz. Und damit auch mit dem Gewinn. Das ist ein Prozess, der in etwa vier bis sechs Quartale dauern wird, bis dann der Markt einen neuen, seinen Boden gefunden hat. Und ab dann werden wir auch wieder in einen Wachstumspfad zurückkehren. Aber etwas, was künftig entsprechend noch belasten wird? Ich sage mal, wenn man auf die Wachstumsraten schaut, passiert das natürlich nur einmal. Die Bedeutung des chinesischen Marktes wird natürlich dadurch für uns in dem Gesamtgeschäft auch dementsprechend geringer. Und dadurch bin ich sehr optimistisch, dass wir im nächsten Jahr wieder in Wachstum zurückkehren, auch in der Diagnostik-Sparte. Jetzt schauen wir vielleicht noch zum Ende der Montag auf ein Jahr Bundesregierung. Das haben wir ja auch schon erlebt. Wie zufrieden sind Sie mit dem, was aus Berlin kommt? Und ist Deutschland noch ein attraktiver Standort? Also ich habe da eine bisschen vielleicht eigene Position, dass ich sage, die Rolle von einem Unternehmen ist nicht, die Regierung zu kritisieren, sondern zu schauen, was man im Rahmen der Möglichkeiten erreichen kann. Wir sind ein globales Geschäft. Deutschland ist für uns übrigens 5 Prozent vom Umsatz, was auch heißt, wie erfolgreich wir uns global aufgestellt haben. Wir haben 20 Prozent unserer Mitarbeiter in Deutschland. Wir sind hier sehr zufrieden mit dem, wie wir arbeiten können. Ich glaube, die Branche, in der wir tätig sind, ist eine, die Deutschland auch sehr, sehr gut zu Gesicht steht. Es geht um Wissenschaft, es geht um Vertrauen, es geht um lokale Kompetenznetzwerke. Also ich reihe mich nicht in diejenigen ein, die als größte unternehmerische Aufgabe sehen, Kritik an der Bundesregierung zu äußern. Heute hat noch ein weiteres Unternehmen aus dem DAX Zahlen vorgelegt, Henkel. Der Konsumgüterkonzern hat dabei überrascht. Henkel startet solide ins Jahr und überrascht damit sogar positiv. In einem schwierigen Umfeld wächst der Konsumgüterkonzern stärker als erwartet. Der Umsatz legt im ersten Quartal um 1,7 Prozent zu. Das klingt zunächst überschaubar, ist aber mehr, als Analysten prognostiziert hatten. Und vor allem, das Wachstum kommt aus beiden großen Bereichen. Sowohl aus dem Konsumentengeschäft mit Marken wie Persil, Pfarr oder Sayos, als auch aus dem Klebstoffsegment. Gerade bei Haarpflegeprodukten bleibt die Nachfrage hoch. Und bei Klebstoffen profitiert Henkel von der Industrie, etwa aus der Mobilitäts- und Elektronikbranche. Wir hören wieder Etienne Bell, jetzt im Gespräch mit Henkel-CEO Carsten Knobel. Guten Tag, Herr Knobel. Ich habe ein Zitat von Ihnen gelesen. Da haben Sie gesagt, der Nahostkrieg ist nicht hilfreich. Wie stark schwächt er Ihr Geschäft? Ja, die Krise beeinflusst uns natürlich. Wir haben ein gutes Geschäft im Mittleren Osten. Aber wir sind als internationaler, weltweit aufgestellter Konzern natürlich auch gut positioniert, um bestimmte Themen zu kompensieren. Und das haben wir im ersten Quartal ganz gut hinbekommen. Was müssen Sie denn konkret kompensieren? Haben Sie Engpässe in der Produktion? Engpässe konkret haben wir noch nicht in der Produktion. Aber wir haben heute auch bekannt gegeben, dass unsere Materialpreise, die wir im Vorfeld, also am Anfang des Jahres, das noch im niedrigen einstelligen Bereich gesehen haben in seiner Entwicklung, jetzt im hohen einstelligen Bereich sehen in seiner Entwicklung. Und das wird unser Geschäft natürlich beeinflussen. Wenn man das insgesamt betrachtet, sind das zwischen 400 und 500 Millionen höhere Steigerungen, Bruttosteigerungen. Dagegen arbeiten wir dagegen mit Themen wie, wir verhandeln mit unseren Lieferanten über andere Preise, wir bringen Preisveränderungen in den Markt, speziell in unserem Klebstoffgeschäft. Und wir arbeiten auch an weiteren Kosteneinsparmaßnahmen, um diese Effekte abzumildern. Sie wollen die Effekte abmildern, aber heißt das im Umkehrschluss, Ihre Produkte werden für den Kunden teurer? Im Klebstoffbereich ist das bereits der Fall. Bereits im ersten Quartal haben wir Preiserhöhungen mit unseren Kunden umsetzen müssen. Im Konsumentengeschäft ist die Situation immer etwas schwieriger. Die Konsumenten stehen natürlich auch unter erheblichen Druck, was ihren Einkommen angeht. Und von der Seite geht es dort um selektive Preiserhöhungen, die vor allem damit verbunden sind, wenn wir Innovationen in den Markt bringen, die auch den Konsumenten davon überzeugen, gegebenenfalls auch mehr dafür zu bezahlen. Aber wenn die Preissteigerungen sich durchsetzen werden, was heutzutage im Moment sehr unsicher ist, weil die Lage sich ständig, wöchentlich ändert, wird es auch zu Preiserhöhungen auf der Konsumentenseite kommen müssen in 2026. Einschätzungen waren das von Carsten Knobel, CEO von Henkel. Schönen Dank für das Gespräch, Herr Knobel. Vom Konsum im Badezimmer geht es jetzt zu einer der größten Baustellen im Land. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bauindustrie trifft sich heute in Berlin. Und die Stimmung ist angespannt. Seit Monaten läuft es nicht rund. Hohe Kosten, wenig Nachfrage, viel Bürokratie. Eine echte Erholung? Erst einmal nicht in Sicht. Die IG Bau warnt dazu vor wachsender Wohnarmut. Rund 5,1 Millionen Babyboomer könnten später mit weniger als 800 Euro im Monat auskommen müssen. Zieht man die Miete ab, bleibt oft kaum etwas. Besonders betroffen, Nordrhein-Westfalen. Dort könnte es über eine Million Menschen treffen. Für IG-Bauschef Robert Feiger ist klar, bezahlbares Wohnen wird zur zentralen sozialen Frage. Seine Forderung? Mehr Neubau. Zu viele Vorschriften, zu viele Auflagen, Widerstand vor Ort, das bremst den Neubau. Neue Ansätze wie der Gebäudetyp E stehen im Raum, aber klare Regeln fehlen noch. Das bestätigt auch der neue Präsident der Bauindustrie, Olaf Demuth, im Gespräch mit Nadine Janz. Die vergangene Bundesregierung hatte ja noch ein jährliches Ziel von 400.000 Wohnungen, die gebaut werden soll. Davon hat sich die jetzige Regierung ja verabschiedet. Stattdessen hat man sich auf einen Bauturbo geeinigt. Willen Sie denn sagen, der kommt an? Ich glaube, der Bauturbo könnte ankommen. Die Baugenehmigungen können schneller erteilt werden. Aber von einer erteilten Baugenehmigung bis zur Ausführung der Wohnung ist ein langer Weg. Auf diesem Weg kann viel passieren. Wir merken ja, nach Ostkrieg, Inflation, Steigerung von Kosten, alles behindert am Ende dann doch die Bauentscheidung. Jetzt haben Sie nicht ganz auf meine Frage geantwortet. Kommt der denn an oder kommt der nicht an? Ich würde sagen, er kommt an. Man kann das Flänchen sehen. Man kann am Horizont sehen, es gibt mehr Baugenehmigungen, ja. Aber wie gesagt, ein Bauvorhaben braucht mehrere Phasen, eine der Genehmigung, möglichst schnell und eine der Umsetzung und da hapert es. Das heißt, was konkret könnte man da machen bei der Nachjustierung? Wir brauchen auf jeden Fall eine günstigere Wohnungsbauaktion und nicht so teure Wohnungen, wie wir uns das in den letzten 25 Jahren eingereignet haben. Wir brauchen also einen neuen Modus, eine neue Referenz für Wohnungsbau von Kiel bis nach München. Jetzt haben wir eben ja auch gehört von Personen aus der Baubranche, die sagen, naja, selbst wenn jetzt mehr Wohnungen gebaut werden, heißt es noch lange nicht, dass sie dann auch günstig sein werden. Und das ist ja letztlich der Schlüsselpunkt. Das stimmt. Und genau deswegen brauchen wir auch eine Rückbesinnung, eine Referenzstandards-Definition, wo wir sagen, der Schallschutz ist überbordend, der Wärmeschutz muss kontrolliert bleiben. Und natürlich die restlichen Komforts in der Technik, die müssen auch so sein, dass jeder sie bedienen kann und jeder sie auch bezahlen kann. Unabhängig von Wohnungen hat Deutschland ja auch mit der maroden Infrastruktur zu kämpfen. Da hat sich ja die Bundesregierung auch noch die vorige, das Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Sie profitieren davon ja maßgeblich in der Bauindustrie, beziehungsweise sollten Sie in der Theorie, kommt das Geld dann an? Wir merken im Moment vom Sondervermögen nicht, dass es ankommt. Mit einer Ausnahme, das Sondervermögen für die Bundeswehr, das kommt an. Und da sieht man auch, dass es tatsächlich funktioniert, dass man ganze Beschaffungsbücher über Bord werfen kann und mit schlanken Maßnahmen möglichst schnell dann Hafen und Flughäfen und Kasernenbau nach vorne bringt. Da merkt man das, aber in der Infrastruktur der Brücken und der Straßen und der Schiene und der Wasserhäfen, da merkt man es noch nicht. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.