Latest / Gin And Talk / Carla Reemtsma über Klima, Verantwortung und Gerechtigkeit
Transcript
- 0:00Speaker 0: Was wir erleben, also erlebt haben in der Wahl ist ja dass tatsächlich alle demokratischen Parteien sich zum Klimaschutz und der Einhaltung der Eins-Kima-Fünf-Grad-Grenze bekannt haben.
- 0:09Speaker 0: Gleichzeitig hätte keine Partei ein ausreichendes Programm für die Einhaltungen der Eins-, fünf Grad Grenze.
- 0:13Speaker 0: Genauso sieht es jetzt mit dieser Regierung aus.
- 0:15Speaker 0: das grundsätzliche Problem ist nicht Klimaschutz und Wirtschaft nicht miteinander vereinbar sind, sondern die Frage wie sieht das aus?
- 0:22Speaker 0: Und natürlich wenn man nur Lobbyvertreter hinzuhört dann sträuben sie sich gegen jede Auflage.
- 0:27Speaker 0: Und dann ist Wirtschaft ja vor allem auch immer bemessen irgendwie im Wachstum des Bruttoinlandsproduktes.
- 0:31Speaker 0: Obwohl wir sehen beispielsweise im Ahrtal ist es Brutto-Inlandsprodukt als Folge auf die Katastrophe gestiegen, auf die Flutkatastrophe weil plötzlich lokale ansässige Baufürme mehr Aufträge hatten Häuser zu reparieren und zu bauen.
- 0:42Speaker 0: Da sehen wir eher dass ein Brutto inlandsproduk überhaupt nichts mit der einem tatsächlichen Wohlstand irgendwie zu tun hat.
- 0:47Speaker 1: Herzlich willkommen.
- 0:49Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich, dass ihr heute bei einer weiteren Episode Genantog aus Berlin dabei seid!
- 0:55Speaker 1: Ich treffe mich hier mit Carla Rehmzmar.
- 0:58Speaker 1: Sie ist wohl eine der bekanntesten Klimaschutzaktivistinnen der Nation und hierzulande einer der prominentesten Köpfe von Fridays for Future.
- 1:06Speaker 1: Gerade in den vergangenen Wochen hat sie immer wieder lautstark darauf aufmerksam gemacht, das die Klimaziele der neuen Ampelkoalition nicht ausreichen und politisch immer noch nicht genug geschieht, um die Klimakatastrophe aufzuhalten.
- 1:20Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen warum es so schwierig zu vermitteln ist dass die Situation ernst ist, warum die Politik immer noch nichts handelt und was geschehen muss damit wir alle endlich aufwachen und etwas unternehmen.
- 1:33Speaker 1: Bevor wir aber gleich starten noch eine Bitte!
- 1:35Speaker 1: Wenn euch Genantalk gefällt folgt uns bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört und hinterlasst uns eine positive Bewertung.
- 1:46Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören.
- 1:48Speaker 1: Schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:14Speaker 1: Düstere
- 2:15Speaker 0: Atmosphäre
- 2:16Speaker 1: unserer Studio-Bahn.
- 2:25Speaker 1: Carla Rehmtsmeier, ich freu mich sehr dass wir uns heute hier in Berlin treffen können und so ein bisschen zum Jahresanfang über Themen sprechen können die uns die nächsten Jahre auf jeden Fall um Jahrzehnte sowieso beschäftigen werden.
- 2:39Speaker 1: Und ich freue mich sehr das es heute klappt, dass wir jetzt hier treffen können!
- 2:42Speaker 0: Ja ich bin auch Hi!
- 2:44Speaker 1: Wir haben ja jetzt irgendwie zwei Jahre Pandemiechaos hinter uns.
- 2:49Speaker 1: Ich weiß noch Kurz vor der Pandemie war ich in Hamburg und dann war da diese riesengroße Fridays for Future Demo.
- 2:58Speaker 1: Und unzählige Menschen auf den Straßen, und dann kam irgendwie die Pandemie so ein halbes Jahr später... ...und hat euch zumindest was die großen Demos und Öffentlichkeitswirksamen zusammenkünfte vieler Menschen sagen wir es mal so!
- 3:16Speaker 1: so ein bisschen ausgebremst.
- 3:18Speaker 1: Das heißt, ihr müsstet euch neue Dinge überlegen und innovative neue Wege überlegen wie ihr eure Botschaft auch auf platzieren könnt was euch also meiner Sicht auch ganz gut gelungen ist.
- 3:30Speaker 1: aber wie sehr hat denn die Pandemie für euch eigentlich die Arbeit am Ende des Tages verändert?
- 3:36Speaker 0: Also natürlich spielt die Pandemie bei uns wie bei ganz vielen anderen sozialen Kontexten eine große Rolle.
- 3:43Speaker 0: Einerseits weil sie natürlich ein unglaublicher Belastungsfaktor für alle Leute, die sich bei uns auch engagieren ist.
- 3:48Speaker 0: Gleichzeitig war wie du gerade auch gesagt hast wir nicht mehr einfach so große Versammlungen machen konnten bzw nur unter bestimmten Auflagen und dementsprechend unsere Hauptaktionsform eben umdenken mussten und gucken mussten.
- 4:00Speaker 0: okay wie kann man das machen?
- 4:01Speaker 0: Man musste sich mit ganz neuen Dingen auseinandersetzen plötzlich Hygienekonzepte schreiben gleichzeitig aber auch weil der Diskurs sich insofern verändert hat als dass plötzlich natürlich Corona einen ...medial, öffentlich total beherrschen das Thema ist und gleichzeitig jetzt auch der Diskurs.
- 4:14Speaker 0: die ganze Zeit ist ja... Jetzt gibt es weniger Geld.
- 4:16Speaker 0: Jetzt können wir nicht so viel Klima machen weil wir brauchen doch erst mal die Wirtschaft muss sich erholen.
- 4:20Speaker 0: Und all das hat natürlich daran gespielt in die Frage wie machen wir irgendwie weiter?
- 4:24Speaker 0: Was heißt das?
- 4:25Speaker 0: aber was wir auch erlebt haben ist dass durch die Proteste in der Zeit vor der Corona-Pandemie Klima jetzt einen ganz anderen Stellenwert hat.
- 4:31Speaker 0: Das braucht nicht mehr.
- 4:33Speaker 0: Da waren hunderttausende auf den Straßen, damit Menschen über Klima reden.
- 4:36Speaker 0: Sondern es ist in einem öffentlichen Bewusstsein angekommen.
- 4:38Speaker 0: die Notwendigkeit ernsthaften Klimaschutz zu betreiben ist auch angekommen und das sieht man im politischen Diskurs bei der Verabschiedung von Maßnahmen.
- 4:46Speaker 0: Das sieht man bei Unternehmen, die jetzt plötzlich überall Klima drauf schreiben.
- 4:49Speaker 0: wie viel dahinter steckt.
- 4:50Speaker 0: Das ist nochmal eine andere Frage.
- 4:52Speaker 0: aber dass sich die Ausgangslage eben geändert hat und das ist gar nicht mehr nur die Proteste die ganze Zeit braucht sondern eben jetzt auch die Frage wir uns umsetzen kommen müssen.
- 5:03Speaker 1: Du sprichst gerade schon die Politik an.
- 5:06Speaker 1: Es ist natürlich immer noch zu wenig was passiert, wie sehr ärgert dich und euch es eigentlich?
- 5:18Speaker 1: Dass wir in dieser Pandemie-Situation auf einmal in der Lage sind Dinge zu machen, die davor vollkommen undenkbar gewesen wären.
- 5:26Speaker 1: also wenn man sich diese ganzen Maßnahmen anschaut zur Bekämpfung der Pandemie.
- 5:31Speaker 1: Da sind wir auf einmal in der Lage, alles Mögliche umzusetzen innerhalb kürzester Zeit zu verändern und gleichzeitig laufen wir aber auch eine Katastrophe zu die gegen die die Pandemie irgendwie eine Kleinigkeit im Verhältnis ist.
- 5:45Speaker 1: Und Wir wissen dass es kommt!
- 5:46Speaker 1: Wir wissen das es ein Riesenproblem wird!
- 5:48Speaker 1: Wir Wissen dass es eine Menschheitsverändernde Herausforderungen wird.
- 5:53Speaker 1: Wir haben sogar noch Spielraum, irgendwie was daran zu verändern im positiven Sinne.
- 5:58Speaker 1: Aber wir sitzen irgendwie da und tun im Verhältnis zu dem, was wir tun müssten eigentlich viel zu wenig.
- 6:05Speaker 1: Wie ist da so deine Gemütslage?
- 6:08Speaker 1: Ich
- 6:09Speaker 0: glaube jetzt hier die eine Krise gegen andere auszuspielen.
- 6:11Speaker 0: das ist Grund falsch!
- 6:13Speaker 0: Wir haben mit der Corona-Pandemie gerade ne total akute humanitäre soziale gesellschaftliche gesundheitliche Krise Unzählige Menschen leben kostet und es ist erstmal primär furchtbar.
- 6:23Speaker 0: Es ist genau richtig, dass wir politische Maßnahmen haben die konsequent irgendwie ansetzen und wir erleben gleichzeitig das auch in der Corona-Politik der Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen eben oft nicht so eindeutig ist.
- 6:34Speaker 0: Und wir erleben auch ähnliche Mechanismen, beispielsweise das sogenannte Präventionsparadoxon.
- 6:38Speaker 0: Das heißt, dass irgendwas vorbeugend zu tun,
- 6:41Speaker 0: d.h.,
- 6:41Speaker 0: bevor die Inzidenzen ganz groß werden oder die Krankenhausauslastung ganz hoch ist.
- 6:46Speaker 0: Davor Maßnahmen zu ergreifen, ist gesellschaftlich total schwierig und dasselbe erleben wir ja viel größer in der Corona-Pandemie.
- 6:52Speaker 0: Gleichzeitig ist aber die Art der Maßnahmen, die wir brauchen, total unterschiedlich.
- 6:56Speaker 0: Während der Corona Pandemie ... sehr akut, schnell Dinge tun müssen die unglaublich eingreif einschneiden sind.
- 7:02Speaker 0: Das haben wir auf einer Meterebene in der Klimakrise.
- 7:05Speaker 0: auch hier wird es unglaublich starke Veränderungen geben und auch hier werden sich grundlegende Dinge unserer Gesellschaft ändern und das muss auch jetzt passieren.
- 7:12Speaker 0: Gleichzeitig sind es viel mehr ja auch transformative Prozesse.
- 7:15Speaker 0: Es wird nicht nach der Klima-Krise geben wie es vielleicht dann nach der Corona-Pandemie gibt wo plötzlich ganz viele Maßnahmen wieder aufgehoben werden sondern wir haben einen viel größeren Transformationsprozess Und der braucht natürlich auch länger, als es beispielsweise braucht eine Testpflicht einzuführen.
- 7:29Speaker 1: Vor der Pandemie hat zumindest gefühlt für mich war so ne Phase wo die Diskussion rund um Klima immer so ne sehr persönliche Note hatte.
- 7:39Speaker 1: Also ich muss mich selber einschränken Ich muss dies und jenes machen und anders machen und wer irgendwie so nen gesellschaftlichen Wandel ist vielleicht noch ein zu großes Wort aber zumindest ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür entwickelt haben.
- 7:53Speaker 1: Hey, ich muss mal irgendwie mein eigenes Verhalten überdenken und vielleicht mal Dinge anders machen als vorher.
- 8:00Speaker 1: Ich habe so ein bisschen das Gefühl der Diskurs rund um dieses Thema hat sich in den letzten zwei Jahren dahingehend so'n Stück weit verändert dass ein stärkeres Bewusstsein dafür gewachsen ist, dass es Problem ja am Ende vielleicht nicht zwingend in der Masse natürlich schon aber nicht zwingend das Verhalten jedes einzeln ist sondern wir viel größere systemische Probleme sozusagen haben, die überhaupt uns in diese Lage versetzt haben.
- 8:27Speaker 1: Also das ist normal geworden ist dass wir keine Ahnung unser Essen aus der ganzen Welt irgendwie beziehen.
- 8:33Speaker 1: Das ist normal worden ist, dass Produktionsstätten irgendwo in Ländern liegen wo man vielleicht nicht so sehr aufs Klima achtet weil es dort auch günstiger ist zu produzieren also all diese großen Probleme Am Ende ja zu dem Handeln eines jeden Einzelnen oder zu dem Footprint, den jeder einzelne hinterlässt auch führen.
- 8:53Speaker 1: Wie siehst du das?
- 8:54Speaker 1: Also diese wirklich individuelle persönliche Verantwortung versus quasi die systemische und damit auch die politische Verantwortung im Großen und Ganzen.
- 9:05Speaker 0: Die Klimakrise ist primär ein politisches und systemisches und beschäftliches Problem.
- 9:10Speaker 0: Denn was wir sehen, woher kommt die Klimakrisis?
- 9:13Speaker 0: Historisch liegen die Ursachen primär in einer Ausbeutung von Ressourcen und Menschen – insbesondere in Ländern des globalen Südens!
- 9:20Speaker 0: Ein riesiger Ausschuss von Emissionen und Zerstörung von Ökosystemen für einige wenige private Profite auf Kosten der Allgemeinheit.
- 9:29Speaker 0: Und stand heute, da haben wir hundert Unternehmen die für seventy-fünf Prozent aller weltweiten Emissionen zuständig sind.
- 9:33Speaker 0: Das heißt der Hebelsitz ist auf jeden Fall an dieser Stelle.
- 9:35Speaker 0: Die gesamte Erzählung von der persönlichen Verantwortung Du solltest weniger Fleisch essen, du solltest wenige Autofahren was natürlich in einem gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozess ein Ergebnis sein wird.
- 9:46Speaker 0: In einer klimagerechten Welt wird weniger Fleisch gegessen werden es wird weniger Plastik geben und Menschen werden weniger fliegen das ist klar.
- 9:53Speaker 0: Aber dass die Verantwortung auf jede und jeden einzelnen abzuschieben.
- 9:57Speaker 0: Erzählung, die ganz, ganz primär auch von der Ölindustrie aus den USA vorangetrieben wurde.
- 10:02Speaker 0: Da gab es eine riesige Kampagne vom Ölkonzern, die tatsächlich den Carbon Footprint-Rechner auf ihrer Website hatte und dann zehn Tipps was sie doch tun könnten um den Carbon footprint zu reduzieren.
- 10:13Speaker 0: Gleichzeitig war ihr Geschäftsmodell halt das Fördern und Verbrennen von Öl, was hundertausendmal klimaschädlicher ist als dass was einzelne Konsumentinnen und Konsumenten an ihrem Verhalten ändern können.
- 10:23Speaker 0: Und es ist ja gleichzeitig auch eine total entmächtigende Erzählung.
- 10:26Speaker 0: Es gibt Menschen das Gefühl, oh nein ich darf nicht für Klimaschutz auf die Straße gehen!
- 10:29Speaker 0: Ich darf das nicht einfordern solange ich nicht selber der oder die perfekte Bürgerin bin, die irgendwie vegan lebt und kein Auto hat.
- 10:38Speaker 0: Dabei ignorieren wir ja total auch die Fahrtabhängigkeiten und die strukturellen Gegebenheiten, die einen oft in diese Situation bringen.
- 10:45Speaker 0: Das heißt wer vielleicht auf dem Land wohnt ohne Anschluss an den ÖPNV kann sich gar nicht anders fortbewegen.
- 10:50Speaker 0: im Zweifelsfall Wer als Mieter oder Mieterin in der Wohnung mit einer Ölheizung wohnt, kann das auch nicht einfach so ändern.
- 11:04Speaker 1: verpennt haben am Ende des Tages.
- 11:06Speaker 1: Also ich habe mit Toni Hofreiter letztes Jahr mal lange über die Bahn gesprochen und was da eigentlich irgendwie verschlafen wurde, politisch auch verschlaffen wurde in den letzten Jahrzehnten um die Bahnen am Ende das Tages zu einer attraktiven auch Kosten vergleichbaren Alternative zum Flugzumachen.
- 11:25Speaker 1: weil wenn ich mir heute oft anschaue München Berlin kann man theoretisch sehr günstig immer noch fliegen und mit der Bahn zahlt man teilweise für die gleiche Strecke, mit mehr Zeitaufwand irgendwie das Doppelte.
- 11:40Speaker 1: Teilweise also wieso haben wir da so ein Riesenproblem Mobilität mal wirklich anders zu denken?
- 11:48Speaker 0: Da kommen gerade im Bereich Mobilität natürlich unglaublich viele Faktoren zusammen.
- 11:52Speaker 0: Wir haben einerseits irgendwie gerade aus unserer Nachkriegsperspektive Das Auto war irgendwie ersten Luxus gut, es wurde immer für immer mehr Leute zugänglich.
- 12:02Speaker 0: War natürlich ein ganz ganz wichtiger Bestandteil auch irgendwie von so einer deutschen Wiederaufbau-Wachstumskultur und dann hat sich alles rund ums Auto ausgerichtet.
- 12:09Speaker 0: unsere Städte sind einfach nun mal für Autos ausgelegt und auch irgendwie die Menge an Autobahnen und Bundesstraßennetze die wir in Deutschland haben zeigt eben die Priorisierung von eben Autoverkehr über einem öffentlichzugänglichen Verkehr.
- 12:21Speaker 0: also auch das beispielsweise eben Ja, Autobahnen aus Steuergeldern finanziert werden etc.
- 12:26Speaker 0: Also dann Infrastruktur bereitgestellt wird die dann jeder kostenlos nutzen kann zeigt ja irgendwie so eine ganz starken Fokus auf eben diese individuelle Mobilität die auch ja kulturhistorisch irgendwie so dieses Symbolkraft von einer bestimmten Freiheit und sowas mit sich trägt obwohl gleichzeitig klar ist wer irgendwie mal im Stau gestanden hat weiß genau wie unfreisig das anfühlt.
- 12:44Speaker 0: Gleichzeitig sind es natürlich politische Priorisierungsfragen wo wird Geld reingesteckt?
- 12:48Speaker 0: Wie bauen wir eine Bahn aus?
- 12:49Speaker 0: Wie viel wie viele Gelder gibt's dafür?
- 12:51Speaker 0: Wie sehr sieht man es auch als Aufgabe eines Staats und seiner Daseinsvorsorge an Mobilität bereitzustellen?
- 12:56Speaker 0: Als Grundgut, was irgendwie für alle Menschen verfügbar sein sollte.
- 12:59Speaker 0: Und das wurde jahrzehntelang eben nicht gemacht!
- 13:01Speaker 0: Und dann natürlich eine unglaublich starke Autoindustrie und Lobby mit sehr engen Verflechtungen an wichtige Stellen dieses Landes.
- 13:07Speaker 0: Das haben wir auch in der Corona-Pandemie gesehen wo es drei Autogipfel gab um zu gucken ob man vielleicht doch nochmal mit einer Abfragprämie jetzt hier diese Industrie die wirklich wirklich viel Geld irgendwie hat und an der natürlich Arbeitsplätze hängen.
- 13:20Speaker 0: Aber die Prima ist erst mal tatsächlich irgendwie in dieser Krise nicht die allerlei tragendsten Waren, wie man die dann noch fördern kann.
- 13:27Speaker 0: Da kommt ganz viel zusammen und deswegen ist es ja auch nicht... Es gibt nicht die eine Lösung!
- 13:34Speaker 0: Die autofreie Innenstadt wird nicht das Mobilitätsproblem auf dem Land lösen.
- 13:37Speaker 0: Genauso wie Rufbusse oder so was.
- 13:41Speaker 0: das Flächenproblem in Innenstädten lösen können?
- 13:43Speaker 1: Ja, gerade die Automobilindustrie.
- 13:46Speaker 1: Gerade die deutsche Automobilindustrie hört man auch immer das Gefühl, die haben irgendwie schon alle Pläne irgendwie so eine Schublade liegen.
- 13:51Speaker 1: aber rausziehen tun sie die immer erst dann wenn es wirklich gar nicht mehr anders geht.
- 13:56Speaker 1: also wenn auf einmal keine Ahnung Tesla groß in den Medien ist mit irgendwie Elektro Autos und dass gar nicht mal anders geht, dann fängt man auf einmal an über elektrisch fahrende Modelle nachzudenken.
- 14:11Speaker 1: Wir haben vor drei Jahren oder so mal eine Veranstaltung Hunde Mobilität gemacht und werden dann auch Leute von verschiedenen Automobilkonzernen auf der Bühne.
- 14:19Speaker 1: Und ich habe irgendwann mal gesagt, ich glaube das hab' ich auch in dem Podcast schon erzählt, dass ich irgendwie nicht einmal einen Führerschein gemacht habe weil irgendwie das für mich nie so ein Thema war.
- 14:30Speaker 1: Also irgendwie auch mit in der Stadt aufgewachsen ist natürlich ein Vorteil aber... dass dieses konzept ein auto zu verkaufen damit es jemand anderes besitzt und individuell nutzt einfach das unwirtschaftlichste also allein schon wirtschaftlich völlig schwachsinn ist.
- 14:46Speaker 1: Und was die umwelt angeht natürlich auch völliger quatsch ist weil wenn das auto irgendwie also ganze produktionen und dann fährt man in der früh irgendwie im stau in die arbeit und lässt es da einen ganzen tag stehen und dann fällt man wieder im staur am abend zurück, das macht einfach überhaupt gar keinen sinn.
- 15:03Speaker 1: Und damals meinten die dann alle so, ja dieses Konzept-Auto verkaufen.
- 15:08Speaker 1: Ja nee das funktioniert ja noch alles ganz gut und eigentlich müsste man ja mal auf ganz andere Konzepte kommen.
- 15:14Speaker 1: also eigentlich müsste Man ja sagen wie kann ich denn Mobilität als Konzept sehen?
- 15:19Speaker 1: Wie kann Ich Leute von A nach B bringen wo sie hin müssen ohne dass sich dabei Die Straßen maximal verstopfe weil jeder alleine in seinem Viersitzer sitzt das schneller hin bekomme, vielleicht auch noch umweltfreundlicher hinbekomme und irgendwie die Infrastruktur besser nutze.
- 15:35Speaker 1: Also wir machen irgendwie – und es ist ja nicht nur die Automobilbranche sondern alle anderen Branchen meiner Wahrnehmung – immer nur dann Mini-Schritte in die richtige Richtung wenn wir gar nicht mehr anders können
- 15:49Speaker 0: oder?
- 15:50Speaker 0: Ja, das ist ja glaube ich das Problem mit dem Aktivistinnen und Aktivisten.
- 15:54Speaker 0: Der Tag täglich zu kämpfen wenn man sich anguckt wir wissen seit Jahrzehnten von der Existenz der Klimakrise und was daran schuld es auch und welche Konzepte irgendwie sozusagen grundsätzlich funktional werden.
- 16:03Speaker 0: Wer im Jahr zweitens fünfzehn wurde sich auf das Pariser Klimaabkommen geeinigt nachdem auch schon über zwanzig Jahre vorher wie auch andere internationale Abkommen hatten zur Eindämmung der Klima Krise und dass darauf erst reagiert wurde mit irgendwie einem Aufkommen einer großen Klimabewegungen und allem Sehen wir ja auch überall als Activisten.
- 16:22Speaker 1: Du, als Aktivistin musst doch eigentlich auch an die Decke gehen wenn du irgendwie diese Klimagipfel dann verfolgst und du dir denkst hey es ist absolut offensichtlich und da sitzt ein ganzer Raum voll mit bestens informierten Leuten Die genau wissen was sie eigentlich tun müssten.
- 16:39Speaker 1: Und dann ist dieser Gipfel zu Ende.
- 16:42Speaker 1: Ja, hat man vielleicht hier einen Kompromiss gefunden und da irgendwie sich in die Hand versprochen dass man irgendwas ändert.
- 16:49Speaker 1: Und so richtig voran ist dann aber am Ende wieder nichts gegangen.
- 16:52Speaker 1: also das muss doch jemand wie dich eigentlich wahnsinnig machen oder?
- 16:56Speaker 0: Also ich glaube es ist halt die Frage der Randehensweise irgendwie wie sehr man das auch noch mitnimmt und wie sehr Manchen von vornherein irgendwie auch erwartet wird da jetzt was rauskommen gerade diese internationalen Klimagipfel ja auch bekannt sind, was wirklich erschreckend ist.
- 17:11Speaker 0: Es ist gerade also nicht nur die Frage, was der Outcome ist sondern auch der Umgang mit einer Zivilgesellschaft mit von der Klimakrise betroffenen Personen.
- 17:18Speaker 0: das haben wir grade erst bei der Klima-Konferenz in Glasgow erlebt wo Aktivisten eben keine Akkreditierungen bekommen haben, keine Visa gerade aus den Ländern des globalen Südens obwohl dort die Folgen der Klimarkrise am allerpräsentesten sind und eben die Stimmen derjenigen, die am meisten unter der Klimankrise leiden, die im Aller wenigstens dazu beigetragen haben und ganz ganz wenig zu ihrer Eindämmung leisten können weil einfach die Länder, über die wir sprechen viel weniger CO-Zweih ausstoßen.
- 17:41Speaker 0: Dass die nicht vor Ort sind und dass deren Stimmen kaum repräsentiert sind oder wenn sie da sehr wenig gehört werden – das ist eigentlich das erschreckendste!
- 17:49Speaker 1: Wie denkst du eigentlich, dass wir gesellschaftlich am Ende des Tages damit umgehen werden?
- 17:55Speaker 1: Wenn wir aus besonders betroffenen Ländern, die einfach durch den Klimawandel sind voll bewohnbar sein werden, wenn wir jetzt nicht radikal irgendwie was ändern und es irgendwie noch doch noch irgendwie hinbiegen.
- 18:11Speaker 1: Aber es ist ja irgendwie erwartbar dass viele Regionen dieser Welt einfach nicht mehr bewohnbare sein werden weil sie entweder unter Wasser stehen oder einfach so heiß und trocken sein werden das Leben dort nicht mehr attraktiv sein wird.
- 18:26Speaker 1: Das heißt diese Menschen die heute dort leben und ihre Lebensräume haben werden irgendwo hin wollen müssen.
- 18:34Speaker 1: Wenn Sie weiterleben möchten, müssen sie woanders hin.
- 18:36Speaker 1: Und wir werden Klimaflüchtlingsströme wenn man so dieses Wort quasi benutzen möchte haben und wir müssen uns irgendwann überlegen bauen wir irgendwie jetzt hohe Mauern rund um Europa und sagen wir lassen niemanden rein und macht mal irgendwie euer Ding irgendwo oder finden wir Lösungen wie wir dann am Ende des Tages diese Menschen in den verbleibenden bewohnbaren Teil dieser Erde irgendwie integrieren können.
- 19:04Speaker 1: Was aber bedeuten würde, dass wir irgendwann uns mal Gedanken darüber machen sollten ob diese Konstrukte von Staaten und Grenzen und Abgrenzung zu anderen Nationen so überhaupt noch funktionieren können?
- 19:20Speaker 1: Was denkst du?
- 19:21Speaker 1: wie werden wir dieses Thema irgendwie meistern können am Ende des Tages wenn es dazu kommt?
- 19:27Speaker 0: Also was man dazu jetzt als erstes sagen muss, ist dass die wenigsten also gerade was wir im Bereich von Migration und Flucht erleben.
- 19:33Speaker 0: Gerade rund um Klima-Naturkatastrophen sind in den wenigsten Fällen die Migration über Kontinentalgrenzen hinweg.
- 19:41Speaker 0: Wir haben in meisten Fällen das Binmigration innerhalb eines Landes von den ländlichen Regionen in die Städte oder in Nachbarstaaten.
- 19:50Speaker 0: Und da es natürlich eine allererste Aufgabe Natürlich die Frage, wir leben jetzt in einer Klimakrisenwelt mit eine Erhitzung.
- 19:56Speaker 0: Diese Erhizung wird steigen und die Folgen werden dramatischer werden.
- 20:00Speaker 0: Wir müssen Gelder haben wie wir uns auf die folgende Klimakrise anpassen Und vor allem müssen da die Staaten des globalen Nordens Die Hauptverantwortungen für die Klimakriese tragen massiv die Länder im Globalen Süden finanziell unterstützen Internationale Staatengemeinschaft hat das wieder nicht geschafft, jetzt auf der Klimakonferenz in Glasgow ihrem Versprechen jedes Jahr hundert Milliarden Dollar bereitzustellen.
- 20:22Speaker 0: In so einem Klimaerfolgenanpassungsfonds hat sie wieder nicht geschafft.
- 20:25Speaker 0: Obwohl eigentlich klar ist selbst das viel zu wenig Geld alleine die Flutkatastrophe im Ahrtal hätte große Anteile allein an diesen Kosten irgendwie gehabt und wir sprechen ja von viel mehr Klimaschäden perspektivisch.
- 20:38Speaker 0: Das heißt einerseits müssen wir das machen um Gerade den Ländern, die von dem Folgen der Klimakrise betroffen sind, Anpassungsmöglichkeiten zu geben.
- 20:46Speaker 0: Und andererseits natürlich da jetzt nach Verantwortung gerecht werden Migrationsrouten zu schaffen, Fluchtroutens zu schaffen... Dass es eben nicht so eine Situation kommt, dass die Feststellung Europa sich weiter abschottet und nur Menschenrechtsbrüche an ihren Außengrenzen begeht ist ein Skandal was gerade schon passiert.
- 21:02Speaker 0: und wenn die Situation schlimmer wird dann muss auch Europa als historisch verantwortliche Nationen Antwort doch finden Und die muss einerseits in der finanziellen Unterstützung von den betroffenen Staaten liegen, aber natürlich auch in dem Schaffen von Fluchthuten.
- 21:16Speaker 0: Die aber nur ein Bruchteil des Problems abbilden!
- 21:20Speaker 1: Jetzt haben wir ja seine paar Wochen eine neue Regierung und eine neue Koalition im Bundestag mit Beteiligung auch der Grünen.
- 21:29Speaker 1: Bist du denn optimistisch dass in dieser Legislaturperiode Schritte zumindest mal für Deutschland in die richtige Richtung gemacht werden?
- 21:40Speaker 1: wird es am Ende wieder so ein bisschen alles verwässert und das, was mal im Wahlkampf wichtig war gerade vielleicht auch bei den Grünen.
- 21:49Speaker 1: Dann sieht dann in der Realität wieder ganz anders aus?
- 21:52Speaker 0: Was wir erlebt haben in der Wahl ist ja... Alle demokratischen Parteien haben sich zum Klimaschutz und der Einhaltung der Eins-, fünf-Grad-Grenze bekannt.
- 22:01Speaker 0: Gleichzeitig hatte keine Partei ein ausreichendes Programm für die Einhaltungen der Eins, fünf Grad Grenze.
- 22:05Speaker 0: Genauso sieht es jetzt mit dieser Regierung aus.
- 22:08Speaker 0: auf der Vorstellung der Pressekonferenz zum Koalitionsvertrag Robert Habeck groß verkündet wir sind jetzt auf eins, fünf grad Fahrt.
- 22:13Speaker 0: man guckt sich das koalitionsprogramm an und das zeigt sich eindeutig dass ist nicht.
- 22:17Speaker 0: Es wird festgehalten an den alten Klimazielen der Bundesregierung als der vorläufer Bundesregierung.
- 22:22Speaker 0: Die sind eben nicht kompatibel mit der Einheit eines Pariser Klimaabkommens.
- 22:26Speaker 0: ein grundsätzliches Problem.
- 22:27Speaker 0: Denn tatsächlich müsste die Regierung primär Dinge beschließen, die über das hinausgehen was sie eigentlich irgendwie machen wollten wenn sie einen ernsthaften Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise leisten möchte und sie muss vor allen Dingen auch eine sozial gerechte Antwort darauf finden.
- 22:41Speaker 0: okay wie können wir diese Transformationen tatsächlich gestalten und nicht nur einzelne kleinsten Maßnahmen vorantreiben?
- 22:45Speaker 1: Also ist es am Ende des Tages auch immer so ein bisschen Wahlkampf, Werbung, Barolen und viel heiße Luft am Ende.
- 22:56Speaker 1: Weil vielleicht auch ich würde jetzt mal einen Stück weit unterstellen wollen Politiker wissen dass wenn sie denn wirklich sagen würden wir greifen radikal durch Sie dann letzten Endes an der Wirtschaft scheitern würden?
- 23:11Speaker 0: Das grundsätzliche Problem Klimaschutz und Wirtschaft nicht miteinander vereinbar sind, sondern die Frage wie sieht das aus?
- 23:18Speaker 0: Und natürlich wenn man nur Lobbyvertreter hinzuhört dann sträuben sie sich gegen jede Auflage.
- 23:23Speaker 0: Und dann ist Wirtschaft ja vor allem auch immer bemessen irgendwie im Wachstum des Bruttoinlandsproduktes obwohl wir sehen beispielsweise im Ahrtal ist es Brutto-Inlandsprodukt als Folge auf die Katastrophe gestiegen, auf die Flutkatastrophe weil plötzlich lokale ansässige Baufirmen mehr Aufträge hatten Häuser zu reparieren und zu bauen.
- 23:37Speaker 0: und da sehen wir eher dass ein Brutto inlandsproduk überhaupt nichts mit der einem tatsächlichen Wohlstand irgendwie zu tun hat.
- 23:43Speaker 0: Aber natürlich, wenn die Regierung sich nicht traut tatsächlich sozusagen diese Schritte zu gehen.
- 23:47Speaker 0: Dann werden wir es nicht schaffen ernst einen Schritt in Richtung Einhaltung der eins-klar fünf Grad Grenze zu schaffen und davon sind wir gerade jetzt noch relativ weit entfernt.
- 23:55Speaker 0: auch wenn man die Regierungsarbeit bisher kaum beurteilen kann dann ist das bisher ja noch nicht.
- 23:59Speaker 0: wie passiert?
- 24:00Speaker 0: Die Zeichen stehen allerdings darauf dass es ein bisschen weitergehen wird wie bisher wenn auch irgendwie mit einem bisschen grüneren Anstrich.
- 24:06Speaker 0: heute hat Robert Haveck vorgestellt dass er ein Klimasupportprogramm veröffentlichen möchte.
- 24:11Speaker 0: Das Programm ist ungefähr darauf ausgelegt, die Ziele im Bereich der Energiewende einzuhalten, die die Große Koalition vorher schon gesteckt hat.
- 24:19Speaker 0: Die lange nicht ausreichend sind für die Einhaltung der Eins, fünf Grad Grenze.
- 24:23Speaker 0: Es wird sich aber groß überall Klimasupportprogramm raufgeschrieben und jetzt getan, okay, die Regierung, das hier ist eine echte Klimaregierung.
- 24:29Speaker 0: Gleichzeitig wird festgehalten an Gas- als Brückentechnologie.
- 24:32Speaker 0: Der Autosektor wird überhaupt nicht betrachtet und ein CO² Preis, der eine grundsätzlich wichtige Maßnahme ist um Sektoren übergreifen, Klimaziele zu erhalten auch der wird nicht angefasst.
- 24:42Speaker 0: Sehen wir das weiter an einem relativ normalen Business-as-usual Klimapolitik festgehalten wird und durch die Hintertür, dass ausgeklammert wird.
- 24:49Speaker 0: Wo tatsächlich eine ernsthafte Transformation bevorstehen würde.
- 24:53Speaker 1: Wie geht es dir denn eigentlich mit der Idee?
- 24:55Speaker 1: Dass man jetzt einfach mal sagt hier Atomenergie ist ja eigentlich ne super tolle grüne Energie?
- 25:00Speaker 0: Jetzt im Rahmen der EU-Tag so nem... Also Atomenergie is keine Grünenergie Und atomenergy kann auch keinen relevanten Beitrag zur Energiewende leisten liegt an verschiedensten Gründen.
- 25:11Speaker 0: Es ist eine Hochrisiko-Technologie einfach, weswegen man sagen kann das geht schon mal gar nicht mehr.
- 25:17Speaker 0: Sie ist unwirtschaftlich sie ist nicht erneuerbar d.h.
- 25:20Speaker 0: sie ist auch nicht langfristig tatsächlich praktikabel.
- 25:22Speaker 0: weil auch da die Ressourcen irgendwann vorbei sind.
- 25:25Speaker 0: und gerade in Deutschland haben wir diese Situation dass es überhaupt keinen Platz mehr quasi für Atom in der Energiewende gibt denn Die Kraftwerke die noch laufen da die Laufzeiten zu verlängern ist fast nicht möglich.
- 25:34Speaker 0: Auch die Betreiber wollen das nicht.
- 25:36Speaker 0: neue Kraftwerken zu bauen dauert Jahrzehnte Ein Zeitraum, in dem wir schon den kompletten Umstieg auf eine erneuerbare schaffen können und auch schaffen müssen.
- 25:43Speaker 0: Wenn wir es ernst mal mit der Eindämmung der Klimakrise... Und dementsprechend ist für Atomenergie im Rahmen einer Energiewende hinter neuerbaren einfach kein Platz gerade auch weil das hier eine sehr zentrale Energieversorgung bedeutet mit großen Kraftwerken an wenigen Punkten wo aber eine Ernsthaftenergiewende viel dezentraler gestaltet werden muss.
- 26:00Speaker 1: Jetzt sind wir ja auch in einem Land hier in dem Bürokratie ein Riesenbremse ist ziemlich jeden Wandel, mich mal irgendwann damit beschäftigt wie lang eigentlich so ein Genehmigungsprozess dauert und wie viel da dran hängt bis man irgendwie mal einen Windkraftwerk irgendwo hinbauen kann.
- 26:19Speaker 1: Das sind Jahre die da ins Land ziehen bis mal irgendwo da was Neues gebaut werden darf überhaupt.
- 26:25Speaker 1: Bräuchten wir nicht erstmal so eine Entbürokratisierungsprogramm um Klimaschutz überhaupt politisch auch irgendwie möglich zu machen?
- 26:34Speaker 0: Natürlich, Klimaschutz muss ja... schneller gehen, es muss Priorität haben und darf nicht an irgendwelchen Antragsverfahren scheitern.
- 26:42Speaker 0: Das ist eine Aufgabe die geht eindeutig in Richtung Politik dafür die Umsetzung zu sorgen dass tatsächlich die Klimakrise mit der Dringlichkeit auch behandelt werden kann rein politisch gesehen wie es wissenschaftlich notwendig ist.
- 26:54Speaker 1: Wie ist das eigentlich bei dir?
- 26:56Speaker 1: Persönlich dazu gekommen, dass du überhaupt irgendwann mal gesagt hast dieses Thema ist eins was mir wichtig genug ist um am Ende des Tages auch mein Leben und meinen Alltag irgendwo danach auszurichten.
- 27:10Speaker 1: Und auch so viel Zeit zu investieren.
- 27:12Speaker 1: also gab es irgendwie so einen quasi in der im Vokabular zu bleiben so eine Art Kipp Punkt in deinem Leben, wo du gesagt hast das ist jetzt wirklich das Thema, wo ich mich jetzt mal mindestens die nächsten zehn Jahre irgendwie intensiv mit beschäftigen möchte und auch eine Veränderung vorantreiben will.
- 27:33Speaker 0: Ich glaube, es gab nicht den einen Moment.
- 27:34Speaker 0: So Thima war hat mich auf jeden Fall schon vorher interessiert und war relevant auch irgendwie politisch.
- 27:40Speaker 0: ich war aktivistisch aktiv vor Fridays for Future wenn natürlich auch in einem ganz anderen Umfang hab in Münster studiert da tatsächlich das erste mal dann auch ein Tagbau gesehen, ein Tagbauch Hamburg das Hambacher Forst sind was wir ja mitbekommen haben rund um die Proteste dort und das erste Mal irgendwie so gedacht okay wenn Leute sagen sie bohrt dem Planeten aus fand ich immer ein bisschen pathetisch Da zum ersten Mal gedacht, es ist wirklich so krass.
- 28:02Speaker 0: Dieses Loch geht dreihundert Meter nach unten und da sind diese riesen Bagger.
- 28:06Speaker 0: Alleine das Schaufelrad ist hoch wie ein fünf-sechsstöckiges Haus.
- 28:10Speaker 0: Man sieht das Ende von diesem Tagebau gar nicht.
- 28:11Speaker 0: Und dass alles für einen Energieträger, wo klar ist, wir hätten besser gestern als heute mit aufhören sollen?
- 28:15Speaker 0: Das war irgendwie so ein Moment, in dem ich dachte, okay, ist vielleicht doch noch krasser.
- 28:18Speaker 0: Dann kam Greta, hat gestreikt, war auf der Klimakonferenz in Katowice.
- 28:23Speaker 0: Plötzlich gab's Leute, die am Schulstreiks organisiert und ich war dabei.
- 28:26Speaker 0: Und dann ... ist das eine zum anderen gekommen!
- 28:28Speaker 1: Was würdest du dir denn von der Gesellschaft als Ganzes, also gerade wenn wir jetzt mal wirklich bei Deutschland auch bleiben?
- 28:35Speaker 1: Was würdest du dir dann wünschen was gesellschaftlich ein Stück weit sich verändern müsste.
- 28:40Speaker 1: Dass wir schneller werden das wir konsequenter werden dass auch am Ende des Tages der politische Druck oder der Druck auf die Politik größer wird auch von von der gesellschaft getrieben?
- 28:52Speaker 0: glaube dafür brauchst total so eine Auseinandersetzung von allen Leuten einerseits mit Klima, aber natürlich auch so.
- 28:59Speaker 0: was ist meine Rolle in der Demokratie als irgendwie Bürgerin.
- 29:02Speaker 0: Wenn ich die Privileg habe mich damit auseinandersetzen zu können weil ich irgendwie die Zeit, die Ressourcen finanziell materiell etc.
- 29:08Speaker 0: habe das auch wahrzunehmen dann auch mal zu hinterfragen.
- 29:12Speaker 0: diese ganzen Narrative die wir irgendwie immer hören so von wegen Klimaschutz kann nicht sozial gerecht sein stimmt einfach nicht.
- 29:18Speaker 0: es gibt hunderte Studien die das belegen dass eine Transformation zu mehr Sozialergerechtigkeit führen kann, wenn man es denn richtig angeht.
- 29:25Speaker 0: Dass wir als Gesellschaft irgendwie zusammenkommen und uns nicht mehr so als vereinzelte Individuen sondern irgendwo als kollektiv- und als große Gemeinschaft begreifen die auch anfängt gemeinsam Sachen zu machen oder das kann irgendwie in der Hausgemeinschaft anfangen.
- 29:40Speaker 0: Die globale Frage danach, hey wie kann es eigentlich sein dass wir unseren Lebensstandard hier aufbauen?
- 29:44Speaker 0: Auf der Ausbeutung von Menschen im globalen Süden.
- 29:47Speaker 0: Da dafür sorgen das die Ökosysteme zerstört werden, Tiere sterben, Menschen Hunger leiden... da sozusagen wieder ein kollektiveres Bewusstsein auch für die eigene Handlungsmacht, die dann kommt wenn man politisch agiert und nicht einfach sich irgendwie zurückzieht.
- 30:01Speaker 1: Da gehört natürlich auch so eine große Batzen Bildung und Aufklärungen am Ende des Tages dazu.
- 30:09Speaker 1: Warum sind wir da eigentlich noch so ja irgendwie schlechter aufgestellt?
- 30:14Speaker 1: Also zumindest habe ich das Gefühl, dass wenn wir jetzt hier vor die Tür gehen würden und auf die Straße gehen würden.
- 30:20Speaker 1: Wir würden eine Umfrage machen dann würde wahrscheinlich würden.
- 30:23Speaker 1: Für den Großteil der Leute würde zumindest sagen Ja Klimaschutz ist wichtig Ich glaube das Bewusstsein habt nicht zuletzt auch ihr mit euren Aktionen geschaffen in den letzten Jahren aber wirklich erklären, was da eigentlich passiert.
- 30:37Speaker 1: Warum es überhaupt dazu kommt das große Ganze irgendwie genauer zu verstehen und man muss jetzt nicht tief wissenschaftlich reingehen aber zumindest mal die Basics zu wissen wie kommt's dazu?
- 30:49Speaker 1: Was passiert eigentlich?
- 30:53Speaker 1: und diese ganzen Dinge?
- 30:54Speaker 1: also was könnten wir denn tun damit wir irgendwie Formate finden damit wir Wege finden wie auch immer unser vielleicht sogar Bildungssystem anpassen damit wir da mehr Aufklärung und mehr Wissen auch vermitteln können.
- 31:08Speaker 0: Es ist natürlich unglaublich vielschichtig, also so.
- 31:11Speaker 0: es bedeutet auf allen Ebenen eine andere Auseinhaltsetzung mit Fragen irgendwie von Klima.
- 31:15Speaker 0: aber die Klima ist ja auch ein so umfassendes Thema das ragt ja in alle Bereiche der Gesellschaft rein und es kann auf einer total technologischen Ebene von irgendwie Wasserstofft und Heizungen und etc.
- 31:25Speaker 0: stattfinden aber auch auf der totalen Frage was passiert denn wenn Sachen teurer werden und nicht total ungerecht?
- 31:32Speaker 0: bis hin zu okay und was das dann aber irgendwie, keine Ahnung kann ich noch Balkonpflanzen haben.
- 31:36Speaker 0: Das zieht sich ja durch alle Bereiche durch und natürlich braucht es mehr Raum für Bildung.
- 31:41Speaker 0: Es braucht auch eine ganz andere Art von Diskurs weil was wir gerade erleben ist dass viele Leute die den Diskurs voran bringen auf ein tatsächlich wissenschaftlicher Arsch, aber diffamiert werden als Aktivistinnen also sowohl Klima-Journalisten die sich mit dem Thema auseinandersetzen Irgendwann beschlossen haben, ich zitiere jetzt nicht mehr immer ein Klimawandel-Leugner plus einen Klimawissenschaftler.
- 32:01Speaker 0: Sondern ich leg irgendwie die wissenschaftlichen Fakten da und ordne das ein, dass die als Aktivistin diffamiert werden, dass selbst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die zusätzlich zu Klimafüßik auch zwischendurch mal über Politik reden, auch als AktifistInnen abgestempelt werden.
- 32:15Speaker 0: Das ist ein fundamentales Problem und da muss sich der Diskurs auf jeden Fall auch insgesamt
- 32:19Speaker 0: ändern.".
- 32:20Speaker 1: Das, was gerade gesellschaftlich passiert ist ja nicht nur wegen Klima sondern auch mit der Pandemie.
- 32:26Speaker 1: Ist ja irgendwie eine spannende Entwicklung die wir da in dieser Nachkriegszeit ging es ja immer irgendwie bergauf.
- 32:34Speaker 1: Die Wirtschaft ist gewachsen Es lief alles toll Wir haben neue Technologien bekommen Der technologische Wandel wurde immer schneller Der Wohlstand wurde immer größer hinaufgesteigert bis in die Jahr zweitausender Jahre und dann auch die zehner Jahre, in denen gefühlt alles möglich war.
- 32:56Speaker 1: Also jeder hatte in der westlichen Welt einen gewissen Wohlstand – jetzt natürlich auch Fälle, die keinen Wohlstand haben aber so gesamtgesellschaftlich gesehen hatten wir ein sehr hohes Wohlstanzeniveau.
- 33:13Speaker 1: Wir hatten eigentlich alles, was man sich an Freiheit vorstellen konnte.
- 33:18Speaker 1: Und wir sind so ein bisschen... Wir haben uns sehr daran gewöhnt, dass irgendwie alles möglich ist und es keine Grenzen gibt.
- 33:25Speaker 1: Dann kam auf einmal die Diskussion mit dem Klima auf, dann kamen die Pandemie und wir kamen in eine Situation wo jeder Einzelne auf einmal irgendwie die Grenzen seiner eigenen Freiheit in der Verantwortung für die Welt, für andere Menschen, für die Bevölkerung und so weiter wieder entdeckt hat.
- 33:49Speaker 1: Wir bekommen quasi eine Zeit rein oder sind in einer Zeit drin wo wir aus einer Periode der maximalen Freiheit kommen Zeit kommen, der bewussten Verantwortung und dadurch auch vielleicht eine Verhaltensänderung.
- 34:12Speaker 1: Auch für am Ende vielleicht auch jeden einzeln aber eben auch für die Gesellschaft an sich, für die Wirtschaft und alles was irgendwie dranhängt ist das vielleicht auch so ein bisschen die Herausforderung dass wir die Menschen aus diesem Alles es möglich denken.
- 34:25Speaker 1: und warum soll ich mich denn einschränken?
- 34:27Speaker 1: Ich kann ja machen was ich will herausziehen müssen Und damit meine jetzt bewusst nicht jedes jeden individuellen Menschen, sondern wirklich auch eine Gesellschaft an sich.
- 34:37Speaker 1: Also ist das vielleicht so ein bisschen die Challenge?
- 34:40Speaker 0: Ich glaube es sind Herausforderungen, die stellen sich aber nicht nur aufgrund der Klimakrise.
- 34:43Speaker 0: Das ist ja... Die Grunderzählung wo das herkommt, dass diese total neoliberale jeder kann es irgendwie schaffen wenn er oder sie sich nur da genug anstrengt.
- 34:52Speaker 0: und wir wissen also quasi jeder weiß, dass es nicht stimmt, dass natürlich was einem beruflich oder so möglich ist Bildungsmäßig, einkaufstechnisch.
- 35:03Speaker 0: Unglaublich stark davon abhängt.
- 35:05Speaker 0: so was haben deine Eltern für Möglichkeiten gehabt?
- 35:07Speaker 0: Und wie viel Geld gab es zu Hause etc.
- 35:09Speaker 0: und gleichzeitig zieht sich aber diese neoliberale jeder kannes erschaffen erzählen und du musst dich nur selber gut genug anstrengen total durch.
- 35:16Speaker 0: das erleben wir auch.
- 35:16Speaker 0: daher kommt ja auch dieser individual konsumkritik fokus irgendwie in der klimakrise wo man sagt Ja Du kannst das klima retten wenn du jetzt aber nur vegan und zero waste lebt.
- 35:25Speaker 0: Das muss sich als Gesamtgesellschaft natürlich, also so müssen wir wieder anfangen viel, viel kollektiver zu denken und irgendwie in Zusammenhängen anstatt jeden total individualisiert zu betrachten.
- 35:33Speaker 0: Weil das stimmt einfach nicht der Menschesteil einer Gesellschaft.
- 35:36Speaker 0: Und die anderen Teile der Gesellschaft prägen total das was für jeden einzelne möglich ist.
- 35:41Speaker 0: Und... ...das müssen wir aber auch diskursiv wieder schaffen weil ich glaube dass da leben wir ja auch in anderen Bereichen.
- 35:47Speaker 0: Total viel denn am Ende!
- 35:48Speaker 0: Also auch in der Corona-Politik es plötzlich um Eigenverantwortung gegenüber klar ist.
- 35:51Speaker 0: Wir brauchen einen kollektiven Umgang mit dieser Krise
- 35:54Speaker 1: Wo wir ja auch sehr selten drüber reden, also wir sehen den Klimawandel immer als große Bedrohung.
- 36:01Speaker 1: Auch am Ende des Tages... Also die Wirtschaft sieht dem Klimawandel aus ein Stück weit als große bedrohungen für ihren eigenen Erfolg sozusagen und für ihr eigenes Wachstum.
- 36:12Speaker 1: Worüber wir aber irgendwie gar nicht sprechen gesellschaftlich ist das alles was an dem Klimaschutz dran hängt, auch wiederum ganz neue Wirtschaftszweige.
- 36:22Speaker 1: Ganz neue Industrien, ganz neue Berufsbilder und so weiter und sofort hervorrufen kann ausbilden kann.
- 36:33Speaker 1: Frank Schetzing lange auch darüber gesprochen der auch gemeint hat wir müssten auch mal die Chancen sehen, die wir im Klimaschutz haben und die sich daraus ergeben können also gar nicht einmal nur um das Klima zu schützen, sondern am Ende des Tages auch alles was sich aus diesen Aktivitäten, aus diesem Bemühen heraus ergibt.
- 36:53Speaker 1: Sollten wir da vielleicht ein bisschen mehr Aufklärung schaffen dafür das es ja nicht nur bedeutet Wir schränken uns jetzt alle ein und dann geht's uns allen irgendwie schlechter als vorher Sondern dass wir daraus eine Chance ziehen können Und sagen können wir können daraus auch am ende des tages Ja vielleicht sogar ne gerechtere welt für alle schaffen.
- 37:13Speaker 1: und irgendwie auch Wir müssen gar nicht mal so sehr jetzt sagen, wir müssen alle in Zurückhaltung und Armut leben.
- 37:22Speaker 1: Sondern irgendwie geht es auch damit gut weiter aber halt anders?
- 37:26Speaker 0: Ich glaube genau diese ganze Erzählung rund um Verzicht ist ja unglaublich stark unter Leuten die Klimawandel oder Klimaschutz verlangsamen oder verhindern wollen weil sie eben sagen, ihr hast alles für Zicht und diese Ideologie.
- 37:38Speaker 0: Ich glaube, wir dürfen nicht verklären dass sozusagen es nicht irgendwie jetzt nur ist ja und dann werden alle tolle neue andere Job bei den Windrädern bekommen sondern das wird ein großer Herausforderung auch teilweise sein.
- 37:47Speaker 0: Es würden natürlich Menschen geben die auch einige der Maßnahmen irgendwie doof finden aber das ist auch Teil einer Demokratie und vor allen Dingen geht's hier um Krisenprävention wo die Krise die wir damit verhindern enorm viel fatale Revolgen hat als alles, was wir irgendwie tun um sie zu verhindern.
- 38:04Speaker 0: Und ich glaube da sozusagen auch ein realistisches Bewusstsein für ja es gibt Chancen oder es gibt gute Alternative in bestimmten Bereichen aber es werden sich auch Dinge fundamental ändern.
- 38:14Speaker 0: Also viele Arten von Wachstum wird es einfach in einer klimagerechten Zukunft nicht mehr geben können weil Sie eben in den allermeisten Fällen auf der Ausbeutung vollendlichen Ressourcen beruhen die wir einfach nicht mehr weiter ausbeuten können.
- 38:25Speaker 0: zu einem gewissen Zeitpunkt und Ich glaube da in Mittelmaß zu finden zwischen zu kommunizieren auf einer individuellen und persönlichen Ebene kann es total viele auch Vorteile geben, gerade wenn man sich zum Beispiel den Bereich Mobilität in Städten anguckt.
- 38:39Speaker 0: Wenn wir wirklich davon wegkommen zu sagen jeder braucht sein privates Auto.
- 38:43Speaker 0: ich kenne auch Leute die fahren alleine im Auto in der Stadt rum obwohl sie eigentlich lieber anders hätten.
- 38:47Speaker 0: aber das geht einfach irgendwie nicht.
- 38:49Speaker 0: Es gibt mehr Flächen, es gibt mehr Freiflächen, es funktioniert mit ÖPNV.
- 38:52Speaker 0: Total super!
- 38:54Speaker 0: Gleichzeitig wird sich natürlich für gerade Unternehmen manche Geschäftsmodelle wird es in der klimagerechten Zukunft einfach nicht geben, ein Konzern wie RWE.
- 39:01Speaker 0: Der einerseits riesige Anteil des deutschen Strommarkts beherrscht und andererseits vor allem auf fossile Technologien setzt dessen Geschäftsmodell hat einfach keine Zukunft mehr und das muss man auch ganz realistisch sagen.
- 39:11Speaker 1: Jetzt ist Klimaschutz ja eine Menschheitsaufgabe und eine globale Aufgabe.
- 39:17Speaker 1: Wie gehen wir denn damit um dass es Länder auf diesen Planeten gibt für die dieses Thema gefühlt überhaupt keine Relevanz hat und die einfach ihr Ding durchziehen.
- 39:30Speaker 1: Und einfach keine Rücksicht nehmen darauf, dass wir uns alle irgendwie mal verändern sollten und wir dann als kleines Deutschland im Verhältnis irgendwie dastehen und vielleicht irgendwann mal alles richtig machen aber dann halt irgendwie ein großes China daneben steht und das Zickwache von dem in die Luft hinausbläßt was all die anderen auf der Welt machen?
- 39:53Speaker 0: Wir haben, wenn wir uns angucken, internationales Klimaschutzabkommen ist.
- 39:56Speaker 0: Beispielsweise das Pariser Klimaschutzabkommen.
- 39:58Speaker 0: Davon ist auch Chinateil und so da hat sich die internationale Staatengemeinschaft geeinigt darauf dass wir die Klimakrise eben auf einzig mal fünf Grad begrenzen.
- 40:07Speaker 0: und es ist primär auch die Verantwortung unter anderem der historisch großen Emittenten und Deutschland ist das Land was Insgesamt weltweit, wenn man sich die Geschichte anguckt.
- 40:16Speaker 0: Die sechs meisten Emissionen ausgestoßen hat.
- 40:18Speaker 0: Das heißt unglaublich viel gerade für ein Land, in dem nur ein Prozent der Weltbevölkerung wohnt.
- 40:24Speaker 0: Wir sind verantwortlich für zwei Prozent der Emission und das ist primär unsere Pflicht natürlich erst mal unsere Emission im Einklang mit der Einheit, um die eins Komma fünf Grad Grenze zu reduzieren Und dann eben aber auch finanziell die Staaten zu unterstützen, die am stärksten von den folgenden Klimakrise betroffen sind.
- 40:39Speaker 0: Denn Stand heute gibt es kaum noch Länder Es sind alle Teil vom Pariser Klimaabkommen und die sich ernsthaft verweigern, Klimaschutz zu betreiben.
- 40:47Speaker 0: Natürlich geht das an vielen Stellen unzureichend genauso wie in Deutschland.
- 40:51Speaker 0: Das kann aber keine Ausrede dafür sein es nicht zu machen sondern viel mehr als ein großer Industriestaat ist es auch die Verantwortung von einem Land wie Deutschland voranzugehen alleine auch um den Vertrauensaufbau mit Ländern im globalen Süden, die am stärksten von den Folgen der Klimakrise betroffen sind überhaupt möglich zu machen.
- 41:06Speaker 0: Denn da erleben wir gerade dass diese Staaten kaum noch eine Gesprächsbasis sehen eben mit Vertretern aus Deutschland weil sie sagen so warum denn ihr habt irgendwie die letzten Jahrhunderte dafür gesorgt das unsere Lebensgrundlagen hier zerstört werden und jetzt macht ihr ein bisschen schieschi aber auch meins nicht ernst.
- 41:22Speaker 1: müssten wir aber eben Zuge dieser Verantwortung nicht auch es hinbekommen Abhängigkeiten von Ländern loswerden, die sich eben nicht an diese Abkommen halten.
- 41:35Speaker 1: Die vielleicht sich nicht ausreichend engagieren, dass wir davon im ersten Schritt mal unabhängig werden auch wirtschaftlich ein Stück weit unabhängig werden um dann auch wirklich rote Linien ziehen zu können und zu sagen hier Leute entweder ihr ändert jetzt auch was und tragt zu dieser globalen Aufgabe bei Oder wir kommen halt am Ende des Tages nicht mehr miteinander ins Geschäft und können ja auch dann über den Weg einen gewissen Druck ausüben.
- 42:03Speaker 0: Das kann sicherlich eines der Mittel sein, das ist aber sozusagen eine Frage von internationaler Klima-Diplomatie die gerade so unglaublich komplex Systemen fällt wo ganz viele Sachen zusammenkommen.
- 42:15Speaker 0: Wie genau das aussieht, hängt ja danach wieder von Land zu Land und von Wirtschafts- bzw.
- 42:18Speaker 0: zu Wirtschaftsbeziehung ab.
- 42:18Speaker 0: Aber natürlich ist es auch ne Aufgabe dafür zu sorgen, dass es ein Verantwortungsbewusstsein in der internationalen Staatengemeinschaft gibt.
- 42:25Speaker 0: Damit kann Deutschland sich aber keinesfalls aus seiner riesigen Verantwortung rausreden.
- 42:29Speaker 0: Denn bis heute baut eben der Wohlstand in Deutschland auf, auf die Ausbeutung von anderen Ländern.
- 42:33Speaker 0: und da jetzt zu sagen... Es müssen erst mal die Anderen anfangen, dass das einfach grundfalsch und verdreht total wäre eigentlich Ursache verursacher ist.
- 42:40Speaker 1: Genau, mir ging's auch gar nicht so sehr um die Reihenfolge sondern das auch ein Stück weit mitzudenken.
- 42:47Speaker 1: Zum einen, wir machen unsere Hausaufgaben im eigenen Land natürlich.
- 42:53Speaker 1: Aber wir üben auch den Druck auf andere aus, dass sie mitziehen und dass sie eben auch Teil dieser globalen Aufgabe sind und nicht einfach nur egoistisch weitermachen wie bisher.
- 43:10Speaker 1: Was würdest du dir denn ganz konkret wünschen?
- 43:16Speaker 1: Du hast vorhin schon dieses Klimasupportprogramm angesprochen.
- 43:20Speaker 1: Was wären denn, wenn du jetzt so ein Sofortprogramm schreiben könntest und dir sicher sein könntest dass dieses Sofort-Programm auch wirklich umgesetzt wird?
- 43:31Speaker 1: Was würdest du dann an drei Dingen in dieses Programm schreiben die du gerne sofort umgesetzt haben wollen würdest?
- 43:41Speaker 0: Frazier hat Forderungen aufgestellt für die ersten hundert Tage dieser Regierung.
- 43:46Speaker 0: Darin steht einerseits die Verabschiedung eines verbindlichen CO-Budgets, also tatsächlich zu benennen wie viel CO-Zweig kann Deutschland denn noch emittieren und welches Klimaziel resultiert da daraus?
- 43:55Speaker 0: Und das heißt auch dass Deutschland spätestens zwanzig fünfundreißig klimaneutral werden muss.
- 44:00Speaker 0: wir brauchen die komplette Umstellung der verneuerbare Energien auch bis spätestens zwanzich fünfund dreißig noch einen früheren Kohleausstieg auch den Gasausstieg, ein Verbot von Verbrennungsmotoren und natürlich auch einen Stopp von fossilen Subventionen.
- 44:13Speaker 0: Also Steuererleichterung für Kohle und Gas in solchen klimaschädlichen Energieträger weiter zu fördern mit Steuergeldern im Mittel- und Klimakrise ist einfach noch
- 44:22Speaker 0: absurd.".
- 44:22Speaker 1: Ich war jetzt vor ein paar Wochen auf einer großen Veranstaltung wo es viel um Startups und neue Technologien ging und vor allem auch Beziehungen zu Investoren bei den Startups.
- 44:36Speaker 1: Was sehr deutlich wurde ist, dass das Thema Nahhaltigkeit auf einmal zu einer wirklich relevanten Investmententscheidung gehört.
- 44:49Speaker 1: war der Tenor auf dieser Warnstaltung so, wenn ich jetzt als Start-up mir über Nachhaltigkeit überhaupt keine Gedanken mache und kein vernünftiges Konzept für die Nachhaltigkeiten meines eigenen Unternehmens habe.
- 45:00Speaker 1: Dann werde ich mir sehr schwer tun, überhaupt noch Investoren zu finden.
- 45:04Speaker 1: ist das auch was sich langs.
- 45:07Speaker 1: Also man sieht es ja nicht nur bei Startups sondern inzwischen auch wirklich in der Wirtschaft, Investoren geht die auf im großen Maßstab in Firmen investieren, dass Nachhaltigkeit auch einmal da ein Entscheidungskriterium für einen Investment ist.
- 45:24Speaker 1: Ist das vielleicht auch ein gutes Druckmittel auf die Wirtschaft am Ende des Tages?
- 45:29Speaker 1: Dass Investoren scheinbar langsam aber sicher dann Bewusstsein dafür haben, dass das Thema relevant ist und einfach auch da den Druck ausüben und sagen hey wenn ihr irgendwie Geld haben wollt macht erst mal eure Hausaufgaben.
- 45:44Speaker 0: Das ist natürlich so lange Wirtschaft organisiert, wie es gerade ist.
- 45:47Speaker 0: Es ist ein wichtiges... Druckmittel, um eben klar zu... also wobei gleichzeitig klar sein muss.
- 45:52Speaker 0: Das darf sich nicht auf irgendwelche greenwashing und schönen Worte belaufen sondern das sieht man immer und immer wieder dass dann die große Nachhaltigkeitsinitiative sind irgendwie die Zuckertüten in der Mensa obwohl eigentlich das Unternehmen ein Geschäftsmodell hat was auch irgendwie auf fossilen Energieträgern basiert.
- 46:08Speaker 0: Das kann nicht sein!
- 46:08Speaker 0: Also wer irgendwie sagt wir sind jetzt vw und wir sind nachhaltig weil wir haben jetzt mehr vegane Angebote in der Mensa gleichzeitig produzieren sie halt Verbränner, also das kommt von hinten nicht hin.
- 46:19Speaker 0: Gleichzeitig müssen wir aber perspektivisch uns ja fragen, wie kann es eigentlich sein dass Investoren und Investoren die viel Geld aus welchen Gründen noch immer haben faktisch über die Organisation unserer Gesellschaft entscheiden und darüber entscheiden ob wir Klimaziele einhalten oder nicht.
- 46:32Speaker 0: Und muss das nicht viel demokratischer organisiert sein?
- 46:34Speaker 0: Da müssen Vorgaben aus der Politik kommen und es darf sich nicht eben irgendwie einfach so am Markt regeln.
- 46:40Speaker 0: vielleicht oder vielleicht auch nicht weil Investoren können sich eben auch einen anderen Tag umentscheiden wenn sich plötzlich für sie rausstellt okay Nachhaltigkeit ist nicht mehr ein Wirtschaftlichkeitskriterium
- 46:49Speaker 1: Absolut, ja.
- 46:51Speaker 1: Damit bleibt viel zu tun für dich sowieso, für alle anderen eigentlich noch viel mehr.
- 46:57Speaker 1: aber sie wissen es vielleicht noch nicht so richtig.
- 46:59Speaker 1: Aber vielleicht nach dieser Podcast-Folge haben wir noch ein paar mehr Leute gewonnen die irgendwie sich für dieses Thema einsetzen.
- 47:06Speaker 1: Deshalb danke dir erstmal für deinen Engagement und für die Zeit auch heute hier für das Gespräch.
- 47:13Speaker 0: Ja, danke viel Einladung.
- 47:15Speaker 1: Das war's leider schon.
- 47:17Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 47:21Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!