Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM führen alle Menschen einen inneren Kampf, der uns nicht bewusst ist?
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- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zusammennerv. Finden wir es heraus. Der Warum-Podcast. Und heute in meiner morgendlichen Sendung, muss ich wirklich dazu sagen, habe ich wieder einen ganz besonderen Gast bei mir sitzen, und zwar die liebe Nicole Seifert. Und mit ihr werde ich heute eine sehr interessante Warum-Frage diskutieren, nämlich warum wir alle einen inneren Kampf austragen, der uns gar nicht wirklich bewusst ist. Diese Frage stammt von der Nicole selbst und da werden wir auch gleich darüber sprechen, wie sie jetzt überhaupt auf das kommt. Aber bevor wir starten, lieber Nicole, herzlich willkommen in meinem Podcast. Ich freue mich, dass du heute bei mir bist, auch in den Morgenstunden, weil ich habe schon gehört, du bist auch kein Morgenmensch, sondern eher die Nachtäule. Stell dich doch einmal ganz kurz vor unserem Zuhörern. Wer bist du, woher kommst du und was machst du? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Hallo liebe Sabine und alle die zu hören. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich heute hier zu sein, auch wenn es noch frühzeitig ist. Man gewöhnt sich ja dran, auch als Nachtäule. Ich bin Diplompsychologin und Psychotherapeutin, habe eine eigene Praxis in der Nähe von Bamberg und behandle da vor allem die ambulanten Probleme, die dort am meisten auftauchen, Angststörungen, Depressionen und Traumata, weil ich auch Traumtherapeutin bin und ich habe aufgrund der enorm hohen Anfrage nach Psychotherapieplätzen eine Online-Bekleidung entwickelt, die nennt sich SafeSoul, für Menschen in Lebenskrisen und Veränderungsphasen, die wieder mehr Ruhe und Klarheit im inneren Chaos finden wollen und das Ganze ohne noch mehr funktionieren oder sich noch mehr anstrengen zu müssen. Das ist ein Angebot außerhalb des Kassensystems, auch außerhalb jeglicher Diagnose für Menschen. die sagen, mir geht es nicht gut, ich wünsche mir eine Unterstützung, auch eine fachlich fundierte, aber ich brauche keine Psychotherapie. Ja, und das ist eine ganz schöne Ergänzung und Erweiterung meiner Arbeit. Sabine Osterauer: Das klingt sehr schön und ich glaube, dass das auch wirklich etwas ist, was wirklich gebraucht wird und vermehrt auch angeboten werden sollte. Ich denke, sind auch die Lebens- und Sozialberater oder die psychosozialen Berater, so wie ich eine bin, die würden auch in dieses Projekt ganz gut hineinpassen, weil wir ja auch dafür zuständig sind, Menschen aus bestimmten Lebenssituationen ihnen so bisschen die Hand zu reichen und zu wir gehen jetzt ein gemeinsames Stück des Weges, schauen wir mal. Vielleicht habe ich einen oder anderen Tipp für dich oder zumindest ich höre dir mal zu, wenn du Probleme hast. Finde ich ein ganz ganz tolles Angebot, dass du da hast. Jetzt zu unserer Frage, warum wir alle einen inneren Kampf austragen, der uns nicht bewusst ist. Das ist eine Frage, die stammt von dir persönlich. Was ist ein innerer Kampf? Warum tragen wir alle einen aus? erklären ein bisschen etwas dazu, damit wir mit dieser Frage Dipl.-Psych. Nicole Seifert: He he. Sabine Osterauer: auch gut in die Diskussion einsteigen können. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja, er ist uns wirklich nicht bewusst und wir kennen ihn alle. Ich würde es dir gerne und euch allen gerne mit einem Beispiel erklären. Wie geht es uns, wenn wir Gefühle haben wie Angst, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Ärger, Wut, Verzweiflung? Wie geht es uns mit den Gefühlen? Ist das so eine spontane Idee? Was machen wir spontan damit? Welche Empfindungen hast du spontan damit, wenn du die Gefühle hast? Sabine Osterauer: Meinst du mich jetzt gefragt, welche Gefühle ich habe, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Ja. Sabine Osterauer: wenn ich was genau jetzt? Die Frage noch einmal? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Also wenn du zum Beispiel Angst hast oder Hilflosigkeit empfindest, was ist dein intuitives erstes Tun damit? Sabine Osterauer: Ich glaube, das kommt ganz darauf an. Auf der einen Seite bin ich ein Mensch, der stehen bleibt und das Thema anschaut. Ich bin mittlerweile schon durch mein Alter wahrscheinlich Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mit, ja. Sabine Osterauer: auch sehr reflektiert geworden. Es gibt natürlich auch Momente in meinem Leben, wo ich wahrscheinlich hinter die Fluchter greifen würde. Also schnell Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau. Sabine Osterauer: weg von dieser Situation, der möchte ich mich jetzt gar nicht aussetzen. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja, und das ist genau dieser Teil des inneren Kampfes, der gemeint ist, wir wollen es nicht haben. Wir sind als Menschen, das hat Freud schon gesagt, wir sind als Menschen Unlustvermeider. Wir wollen unangenehmes Erleben, unangenehme Empfindungen, ob es Gedanken sind, Gefühle oder Körperempfindungen. Unangenehme Gedanken, die uns quälen oder eben verschiedene Gefühle oder aber auch Körperempfindungen, die unangenehm sind, Schmerzen in unterschiedlichen Körperbereichen. Wir wollen sie nicht haben. Das ist ein ganz intuitives Tun. Es ist menschlich. Und da ist es aber ein Teil und dieses Bild mit dem inneren Kampf, stammt ursprünglich für mich jetzt aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie, die fußt wiederum von vielen Ideen her im Buddhismus und in den alten menschlichen Weisheitslehren. ist eben dieser innere Kampf, den wir damit meinen, dieses Ich will etwas weghaben, was aber doch eigentlich zu mir dazu gehört. Und wenn wir uns weiterentwickeln und damit arbeiten, dann lernen wir ja, Wenn ich mir das anschaue, ist das erstmal oft die hilfreichere Möglichkeit. So wie du es gerade auch schon gesagt hast. Ich habe mich entwickelt und mittlerweile schaue ich eher und halte erstmal inne und gucke, was ist denn das eigentlich? Hat es vielleicht eine Botschaft für mich? Willst mir was sagen? Und im allerersten Schritt aber immer erst mal zu lernen statt in den Kampf zu gehen, der uns nicht klar ist, wir tun das auch nicht bewusst oder böswillig oder mutwillig, zu sagen, ich schau mir das erst mal an. Ich nehme das mal wahr, dass ich es überhaupt habe. Wie oft tun wir das im normalen Alltag, im Durchschnitt unserer Gesellschaft? Zu sagen, boah, ich hab Angst. Sabine Osterauer: Mhm. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Das macht mir Angst. habe jetzt Angst und die spüre ich hier und da in meinem Körper und es fühlt sich so und so an. Und ich versuche das so genau wie möglich zu beschreiben, was das ist und wo das ist. Und auch in diesem Tun wird sich dann schon was verändern und es ist genau das Gegenteil zu dem, was wir intuitiv tun, gerade bei Angst ist es oft so, auch wieder die Angst, wenn ich da reingehe und das da sein lasse, dann wird es ja noch größer. Dann halte ich es irgendwann gar nicht mehr aus. Und das passiert in der Regel nicht. Sabine Osterauer: Mhm. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Wenn wir hinschauen, passiert paradoxerweise genau das Gegenteil. Sabine Osterauer: Aber dazu müssten wir uns das auch trauen, hinzuschauen. Wir Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Okay, no. Ja. Sabine Osterauer: brauchen den Mut, der Angst sozusagen ins Auge zu blicken, zu erkennen, dass Angst ja grundsätzlich etwas ist, was in der Zukunft passieren könnte, möglicherweise, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: was oft gar nicht dann geschieht. Und dazu braucht es im Vorfeld Mut. Dieser innere Kampf ist also laut Deinen Aussagen jetzt gar nicht ein Kampf, sondern immer wiederkehrende unterschiedliche Kämpfe. Also situationsbezogene, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: See you. Sabine Osterauer: unterschiedliche. Also Menschen haben unterschiedliche innere Kämpfe. Also wir reden da jetzt nicht von dem inneren Schweinehund, sondern wirklich Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mh. Sabine Osterauer: von den inneren getriggerten Situationen, die uns einfach etwas auslösen. Wir sagen, das möchte ich nicht. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: Ich möchte mich jetzt nicht so fühlen, möchte jetzt nicht so denken, ich möchte jetzt diese körperlichen Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau. Sabine Osterauer: Symptome nicht haben und das ist das, was du meinst unter diesem innerlichen Kampf. Warum Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Okay, No. Sabine Osterauer: ist uns der nicht bewusst? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Darf ich noch kurz was zu dem Mut Sabine Osterauer: Auf jeden Fall. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: sagen? Wir brauchen genau auf der einen Seite den Mut und auf der anderen Seite die Idee, wie wir das tun. Und wenn wir die Idee haben, dann brauchen wir auch nicht mehr so viel Mut. Weil wir dann genau wissen, es gibt uns einen Teil Kontrolle zurück, Selbstwirksamkeit erleben zurück und dann wissen wir, was kann ich tun, damit umzugehen? Wie kann ich, wie gehe ich da genau vor? Wir lernen das ja nicht. Wir lernen ja nicht, was tue ich denn, wenn ich jetzt Angst kriege? Wenn ich hilflos bin, was tue ich damit? Und dann ändert sich das auch mit dem Mut. Der natürlich erstmal da sein muss, auf jeden Fall. Sabine Osterauer: Ja klar. Ja klar. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: überhaupt hinzuschauen, weil bevor ich was verändere, brauche ich ja erstmal so den Anstoß dafür. Und auch Sabine Osterauer: Mhm. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: dafür brauchen wir schon Mut. Sabine Osterauer: Ja, es stimmt, da möchte ich ganz kurz noch einhaken. Ja, du hast natürlich total recht. Der Mut ist ja das eine, aber ich vergleiche das gerne auch mit einer Bergtour oder so. Ich kann natürlich den Gipfel erklimmern, weil ich total mutig bin, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mh. Sabine Osterauer: aber es ist natürlich viel schlauer, wenn ich mich im Vorfeld darüber informiere, wie könnte ich das machen. Dann brauche ich vielleicht Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: gar nicht mehr so viel Mut, weil ich dann die Technik dazu habe, wie ich diesen Berggipfel steigen könnte. Und nicht nur vor dieser riesengroßen Wand stehen und denken, puh, jetzt muss ich meinen ganzen Mut zusammennehmen und dann komme ich schon irgendwie rauf. Das ist oft anstrengender als wirklich einen Plan zu haben, wie komme ich denn da am besten hin. Und dazu sind ja dann auch, genaue Strategien entwickeln, dazu sind ja dann Menschen Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau, eine Strategie. Sabine Osterauer: wie du und ich dann auch wieder hier, die Menschen eben mit Plänen anzufreunden. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: Ist nicht jeder Plan wahrscheinlich der richtige, aber dafür gibt es ja auch viele. Das ist auch das Schöne, diese Vielfalt am Plänen, würde ich jetzt einmal sagen. Ja, danke. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja, absolut. Ja, es ist ein schönes Bild mit dem Berg und der Bergtour. Sabine Osterauer: Und zurück zu meiner anderen Frage, warum ist uns das nicht bewusst? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: sind das nicht bewusst. Ich glaube, Thema überhaupt Bewusstseinsentwicklung und Bewusstseinsarbeit ist ja etwas, was wir grundsätzlich lernen im Verlauf unseres Lebens, wenn wir es denn tun. Manche Menschen sind ihr Leben lang unbewusst über vieles, was sie tun, über den Großteil. Sowieso ist ja der allergrößte Teil unbewusst in uns. Ungefähr 95 Prozent unbewusst, 5 Prozent nur bewusst. Und an dem können wir noch ein bisschen was verändern und bearbeiten. Ich glaube, ist uns einfach bewusst, weil uns vieles unbewusst ist von dem, was in uns passiert. Und weil wir es erst bewusster machen können, wenn wir aktiv hinschauen und wenn wir lernen, anders damit umzugehen. Das muss man ja auch sagen, das gibt es ja für die Kinder im Kindergarten und so. Wenn die ganz klein sind, wird ja mittlerweile viel gemacht und unterstützt, dass die sich auch ihrer Gefühle bewusster werden können. und die benennen können. Normalerweise haben uns und unser Inneres erleben. Und für viele fühlt sich das an wie so ein Wirrwarr, wie so ein Wollknäuel. gerade wenn es dann schwieriger wird und problematischer wird, wissen sie gar nicht mehr, wo fange ich an, wie kann ich das auswählen. Ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll. Weil wir eben nicht lernen, was haben wir denn alles in uns? Wie können wir das differenzieren, auseinanderhalten? Und wie können wir mit den einzelnen Aspekten, es in uns so gibt, umgehen? Sabine Osterauer: Diese ganzen unterschiedlichen Strategien und Menschen sind ja Gott sei Dank auch unterschiedlich. Und weil du jetzt gerade den Kindergarten ansprichst und auch vielleicht dann die Schule. Ich kann mich erinnern, speziell jetzt im Kindergarten, wie oft Kinder dann schublatiert werden. Im Sinne von, der ist jetzt aggressiv oder das Kind ist aggressiv oder das Kind ist total sensibel und das Kind ist das und das Kind ist das. Aber wir sind halt charakterlich unterschiedlich und auch in diesen Situationen, also wenn eben eine Situation kommt, die man als Mensch unterbewusst nicht haben möchte, dann reagieren Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: halt Kinder so wie sie halt sind. Indem sie, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: keine Ahnung, eben dann aggressiv werden oder dann zum Weinen anfangen oder, oder, oder. Die Erwachsenen können das öfter wahrscheinlich anders kompensieren. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mh. Sabine Osterauer: und können das wahrscheinlich auch besser kontrollieren. Jetzt ist meine Frage, macht es Sinn, überhaupt solche inneren Kämpfe, sei es einmal zu kontrollieren, oder wäre es besser, Ihnen doch in den Austausch zu gehen? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Absolut. Denn was wir eben am häufigsten tun, ist, wir versuchen es zu verdrängen, wir versuchen es wegzuschieben, wir versuchen es zu ignorieren, nicht hinzuschauen. Die allerwenigsten Menschen ... das vielleicht intuitiv oder haben es gelernt wirklich damit zu gehen. Das ist auch die Idee aus der buddhistischen Perspektive, auch aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Und es gibt noch viele andere Schulen, genauso dahinschauen. Ich kann hauptsächlich von dem reden, mit dem ich arbeite, wo ich tief drin bin, zu lernen mehr in die Akzeptanz zu gehen. und zu sagen, okay, das ist da, das gehört zu mir dazu, es ist menschlich, es will mir nichts Böses, es wird mich nicht umbringen, es wird mich auch nicht bedrohen, es ist einfach nur ein Gefühl, es ist einfach nur eine Empfindung, es ist einfach nur ein Gedanke, was auch immer gerade im Vordergrund steht, meistens ist eine Mischung aus allem. Sabine Osterauer: Wie entsteht das? Wir haben alle unterschiedliche innere Kämpfe, das heißt wir werden unterschiedlich getriggert. Wie entstehen solche Sachen? Und gibt es Menschen, die solche inneren Kämpfe nicht haben? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Solche Sachen, meinst dieser Kampf wieder entsteht oder? Sabine Osterauer: Genau, wie entsteht dieser Kampf überhaupt? Ich stelle mir das jetzt so vor. Es gibt gewisse Dinge, die mich einfach trickern oder vor denen ich Angst habe. Also Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: laufe mir mit einer Spinne in der Hand nach und dann werde ich quietschend und schreiend davon laufen. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: Bis ich mich selber so weit unter Kontrolle gebracht habe, sage ich, okay, mit Abstand kann ich jetzt dieser Spinner begegnen. Ich bin jetzt keine Vorbegerin. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: wenn mir jemand vor allem die Spinne so nachträgt, also, boah. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Würde ich jetzt auch nicht wollen. Sabine Osterauer: Genau, oder Schlangen. Also eine meiner Katzen liebt es, Blindschleichen mit nach Hause zu nehmen. Das sind jetzt ganz kleine, das sind ja gar keine Schlangen, sondern Ächzen. Und Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja, ja. Sabine Osterauer: die sind wirklich nicht groß. wenn du sie Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Okay. Sabine Osterauer: halt dann im Badezimmer liegen hast, lebend, und es wird herumgespielt, nein. Also das ist etwas, da habe ich Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: dann auch meinen inneren Kampf. Schrei ich Hilfe, hole ich mir Hilfe, dass jemand hinaus trägt, oder schaffe ich es mit Besal und Schaufel? Diese Blindschleiche wieder in die Natur rauszubringen, bevor sie dann endgültig gekillt wird von meiner Katze. Also wie mache ich das dann? So, das hat aber nicht ein jeder. Weil mein Mann zum Beispiel sagt, ne, ist eine Blindschleiche, hin, nimmt die Blindschleiche und tragt sie hinaus mit der Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mh. Sabine Osterauer: Hand. Genau. Für mich unverstellbar, für ihn ist das echt jetzt. Deswegen meine Frage ist, woher kommen solche Sachen, dass der eine mit gewissen Dingen getriggert wird und der andere eben nicht? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Also für mich sind das noch mal zwei unterschiedliche Themen, die wir da differenzieren und trennen müssen. Zum einen haben wir eine Art und Weise, wie wir grundsätzlich mit unangenehmem Erleben umgehen. Das ist das, worauf dieser innere Kampf mehr bezogen ist. Zum anderen ist das Thema, was triggert mich überhaupt zum Beispiel bei Angst. Das sind noch mal zwei unterschiedliche Töpfe. Die hängen natürlich miteinander zusammen. Klar, reagiere ich dann auch in der Situation so. Wenn gerade in der akuten Situation bist, das dich etwas ängstigt, ist deine Hauptfrage ja nicht, gehe ich oder führe ich jetzt einen inneren Kampf oder nicht, sondern du versuchst immer erstmal die Situation zu lösen. Das ist genau dieses Punkt von, ok, was mache ich jetzt damit? Gott, das macht mir Angst, ich will das weghaben, was mache ich damit? Da hast du das Weghaben ja im Außen. Da willst du ja dieses Objekt im Außen weghaben. Also du willst die Spinne weg haben oder du willst die Schlange weg haben. Dann bist du erst mal bestrebt zu gucken und wie kriege ich das weg. Da bist du noch gar nicht in dir mit der Frage, was braucht mein Inneres jetzt? Weil da will dein System erst mal wieder Sicherheit herstellen. autonomes Nervensystem sagt, mein Gott, mein Gott, es ist echt gefährlich, ich muss jetzt erst mal wieder Sicherheit herstellen. Und dann können wir uns erst mit der Frage beschäftigen und wie gehe ich mit meiner Angst Aber in dem Moment ist erst mal wieder... ist wie so ein innerer Überlebensmechanismus, der dann angeht. wenn wir aber, nimm mal das Beispiel, du sitzt jetzt vielleicht hier in dem Zimmer, in dem du jetzt aussitzt und sitzt auf deinem Sessel oder auf deinem Sofa und würdest dir Sorgen machen über die Zukunft. Und wir geben das weiter, das Thema Zukunftsängste kennen ja viele Menschen gerade im Moment auch, mit den Krisen und Katastrophen, die überall verbreitet sind und wären. Und in diesem Moment, wo du auf deinem Sofa sitzt, bist du ja keiner aktuellen Gefahr ausgesetzt. Das heißt, du musst eigentlich nicht gucken, wie kriege jetzt die Spinne weg, die Schlange weg oder irgendwas weg. Du inszenierst diese Angst rein in deinen Gedanken, in deinem Verstand. Und da ist die noch viel spannendere Frage oder entscheidendere Frage, und wie gehe ich jetzt mit meiner Angst Kann ich das mal da sein lassen, dass mir das vielleicht Angst macht, was da gerade überall passiert? Kann ich da. Das wären jetzt wieder Strategien, ja wie gehe ich damit Kann ich da mal hinatmen? Kann ich es da sein lassen? Oder drehe ich mich immer weiter an diesen angstvollen Gedanken und habe irgendwann so viel Angst, dass ich vielleicht sage, ich muss jetzt hier raus. Das machen wir dann meist auch intuitiv, wir lenken uns irgendwie ab. Gott, jetzt muss ich mal rausgehen. Irgendwann. Und das ist unterschiedlich. Manche Menschen können sich da sehr lang aufhalten, denen geht es dann sehr schlecht damit. Und andere Menschen sagen vielleicht nach zwei Minuten, okay, bringt mir nichts hier, wenn ich jetzt da weiterdenke. Na, ich woanders hin. Sabine Osterauer: Genau. Oder es gibt natürlich dann auch Menschen, sich etwas suchen, womit sie das Ganze betäuben. Da wären wir dann im Suchtverhalten drinnen. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Ja. Okay, na. Sabine Osterauer: Das heißt auch Menschen, die eben diesen inneren Kampf nicht führen wollen oder können aus den unterschiedlichsten Gründen, tendieren dann schon auch dazu, dass sie dann eben in verschiedene Suchtverhalten einsteigen. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Das ist ja auch ein Teil des inneren Kampfs, wenn wir so bezeichnen. der Kampf ist so ein bisschen, es ist ja kein... Also nicht so sehr aggressiv, sondern der innere Kampf ist auch dieses, ich gehe etwas aus dem Weg. Und indem ich mit meinem Suchtverhalten meine Angst vielleicht betäube, meine Unsicherheit, meine Hilflosigkeit betäube, dass ich die nicht mehr so spüren muss, habe ich es auch weggemacht. Sabine Osterauer: Du hast es jetzt gerade so schön gesagt, der Kampf ist ja jetzt nicht, wo es Aggressivität in dem Sinn geht. Ist das Wort vielleicht eigentlich ganz falsch gewählt? Also ich habe mir das jetzt gerade so durchgefühlt und immer gedacht, der innere Kampf, das klingt für mich so brutal und irgendwie schmerzhaft und irgendwie Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: aggressiv. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: Wenn man sagt, warum Warum haben wir alle eine innere Herausforderung, die uns oft nicht bewusst ist? Oder ist das zu wenig? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Also ich finde die Idee schon gut. Grundsätzlich kann man ja immer mal drüber nachdenken. Gibt es da noch bessere Worte dafür. Aber ja, Herausforderungen, wir haben permanent Herausforderungen. Ich glaube der Kampf ist zwar, der ist vielleicht ein bisschen überzogen oder wir verbinden oft was Heftigeres damit. Aber er macht uns halt schön aufmerksam. Er macht uns aufmerksam auf eine Problematik im Hintergrund. die man durchaus damit sehr gut verbinden kann. Und für manche ist es manchmal auch ein wirklicher Kampf. Also das ist nicht immer nur, okay, ich gehe hier raus. Dieses, boah, ich will das weghaben, ich will es nicht haben. Und gerade mit Gedanken wird es oft noch klarer, wie viele Menschen kämpfen mit ihren Gedanken. Und dann ist es ja oft wirklich ein Kampf. Ich will das weg haben. Das musst du doch jetzt mal aufhören. Kann dann jetzt sein, dass sich die gleiche Spirale schon wieder dreht. Na, was soll der Scheiß? Und die ärgern sich dann auch und wehren aggressiv und dann spürst du den Kampf deutlicher. Man kann dann unterschiedliche Ausprägungen haben. Sabine Osterauer: Ja, stimmt, da hast du natürlich recht. Was mir jetzt so eingefallen ist, wenn wir so auf unsere Kinder schauen. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: Kinder haben das auch, wie wir festgestellt haben. Also die haben auch ihren inneren Kampf und ganz viele Herausforderungen außen. Meine erste Frage ist erst einmal, wie fällt mir das jetzt auf als wirklich als Mama oder vielleicht auch in der Kindergartenpädagogik, auch immer, wie fällt das auf, dass ein Kind in gewissen Situationen, also im Außen, aber auch im Inneren, wie du gesagt hast, dass sie diese Unterschiede etwas weg haben wollen im Außen oder im Inneren mit etwas beschäftigt sein. Wie zum Beispiel, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mmh. Sabine Osterauer: keine Ahnung, Kinder haben, machen sich Gedanken darüber, dass sie heute nicht in den Turnsaal gehen wollen, weil das letzte Mal haben sie sich verletzt, zum Beispiel. Das ist ja auch so Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: ein Thema, dass sie dann sagen, na, Ich möchte nicht in den Turnsaal gehen und kann das aber gar nicht so sagen. Meine erste Frage ist, wie finde ich überhaupt heraus, dass da gerade dieser innere Kampf stattfindet? Und das zweite ist, das ist wahrscheinlich länger auch für dich jetzt zum Ausführen, wie kann ich Kindern denn beibringen oder sie mit Strategien vertraut machen, dass sie erstens überhaupt wissen, dass das ein innere Kampf ist und was sie dann damit anfangen, wie sie damit umgehen können? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Also Kinder sind tatsächlich noch nicht so viel in diesem inneren Kampf. Weil Kinder noch sehr, noch sehr, sehr natürlich sind. Ein Kind denkt nicht oder denkt noch nicht, ich muss die Angst wegmachen. Ich muss was gegen die Angst machen oder ich muss die Wut wegmachen. Das ist ja gerade das, was uns als Erwachsenen oft so schwer fällt, dann gerade Wutausbrüche von Kindern auszuhalten. Da merken wir dann wieder unsere innere Ablehnung dieser extremen Emotionen. Wir wollen sie eigentlich weg haben. Die Erwachsenen wollen, dass die Kinder dann wieder still sind, dass sie wieder ruhig sind, sie wieder brav sind und angepasst sind oder was auch immer Erwachsene dann manchmal wollen. Das Kind ist dann noch sehr nah an seiner Natur. Das lässt seinen Gefühlen den Lauf und lernt dann mehr über die Sozialisierung. das darf ich nicht machen. Wenn ich zu ängstlich bin, Und da kannst du die unterschiedlichen Ausprägungen haben. Wenn ich zu ängstlich bin, hat die Mama auch zu viel Angst. Ich glaube, da muss ich lieber bisschen aufpassen. Darf ich mir nicht zu viel zeigen? Und das macht das Kind alles nicht bewusst. Das alles unbewusste Prozesse. Oder wenn ich zu wütend bin, dann krieg ich eine Strafe. Und da geht es ja schon los. Da lernen wir, das ist ja schon ein Teil dieser Problematik, die dann entsteht, dass wir eben Gefühle nicht natürlicherweise da sein lassen können, sondern wir lernen wirklich oft nicht hilfreiche Strategien mit ihnen umzugehen, nämlich sie wegzuschieben. uns, wenn es heißt, also reiß dich jetzt mal zusammen, das ist nicht anständig hier so wütend zu sein, du kannst jetzt hier nicht einfach rumschreien. Was macht das Kind dann damit? Ihm wird ja verboten, zu tun, was es aber spürt. Es ist aber in mir, irgendwie muss es doch raus. Und dann kommen wir in dieser Erklärung auch schon mit zu der Idee, wie kann ich denn dann mit meinem Kind umgehen? Also was ja das gesündere und psychisch hilfreichere fürs Kind ist, ist ihm zu lernen, wie kannst du mit diesen Emotionen umgehen? Wie kannst du die trotzdem ausdrücken? Kanal dafür finden, weil sie sind da und sie dürfen da sein. Ich bin dir nicht böse, weil du wütend bist. Ich könnte mal noch den anderen Aspekt mit dazu nehmen. Es gibt ein Verhalten und es gibt einen Menschen. Ich finde dich nicht gut, sondern ich finde das Verhalten gerade nicht gut. Also wenn wir jetzt hier im Supermarkt unterwegs sind und du schreist rum wie verrückt, weil du das gerade nicht kriegst, du willst, bin ich nicht dir böse, du bist kein böser Mensch deswegen. Aber ich mag nicht, dass du jetzt hier rumschreist, lass uns mal gucken, wie deine Wut einen anderen Weg finden kann. Und das geht natürlich immer, die Art und Weise, wie man das mit dem Kind macht und mit ihm spricht, ist natürlich dann ans Alter angemessen. Klar kann man da nicht so diskutieren wie mit einem Erwachsenen, wenn das Kind erst zwei oder drei Jahre alt ist. Sabine Osterauer: Mhm. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Aber da geht im Prinzip, schon ein Grundstein gelegt für den Kampf, den wir dann später führen. Weil wir lernen, wir dürfen es nicht so ausdrücken, wie es aber unser tiefstes Inneres eigentlich braucht. Sabine Osterauer: Wir lernen ja auch dazu praktisch. Als Kind lernst du dann auch dazu, wie du dann eben, also wenn du richtig aufgefangen wirst in deinen Emotionen, lernst du ja auch als Kind dann dazu, wie kann ich mich denn das nächste Mal ausdrücken, ohne dass ich jetzt den ganzen Supermarkt zusammenschreien muss. Ja, genau. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau. Ja. Und das heißt aber nicht, du darfst das Gefühl nicht haben, oder bist jetzt, ich bin dir jetzt böse oder so. Da ja so viele Beziehungsverstrickungen nie dann entstehen können. Sondern wie kann deine Emotion da sein dürfen? Es ist okay, wenn du wütend bist und wenn dich das ärgert, dass du das jetzt nicht kriegst. Aber wie können wir einen anderen Weg, wie kannst du einen anderen Weg finden, dem Ausdruck zu verleihen? Sabine Osterauer: Wenn das jetzt Mütter hören, die kleine Kinder haben, ich höre sie, ich spüre sie richtig. Wie sie jetzt sagen, ja, okay Nicole, aber wie mache ich, wie tue ich? Also ich habe selbst eine ganz liebe Nachbarin und die hat mich das letzte Mal auch gefragt, geplärt am Parkplatz, im Supermarkt, wie gehe ich damit was mache ich jetzt damit? Ich habe Schweißausbrüche bekommen. Wie gehe ich mit so einer Situation Also bitte, lieber Nicole, so als kleiner am Rande Tipp. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Also zum einen würde ich gerne noch mal dazu sagen, in erster Linie arbeite ich mit Erwachsenen. Bei einer Arbeit ist nicht die Kinderarbeit, aber ich bin natürlich auch Mama und habe auch Kinder. Wir sind ja auch Kinder als Erwachsene. Wir haben ja auch irgendwo unser inneres Kind noch in uns. Das ist ein schönes Beispiel, du gerade genannt hast, mit dem das Kind schreit rum und das schreit am Parkplatz und die Mama kriegt Schweißausbrüche und denkt sich, Gott, Gott, wie gehe ich denn jetzt damit Weil, was ist das Hauptanliegen der Mama in dem Moment? Sabine Osterauer: Das Hauptanliegen ist, dass das Kind wieder ruhig ist, weil wahrscheinlich auch eine Fremdschämung entsteht, weil natürlich Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja! Sabine Osterauer: auch das Umfeld dementsprechend reagiert mit Blicken, die möglicherweise aussagen können, du eine schlechte Mutter und dein Kind ist furchtbar und du kannst Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Kino. Sabine Osterauer: dein Kind nicht erzielen, du bist nicht fähig, Kind zu erziehen und unter Kontrolle zu halten. Das ist ja auch etwas, was ich oft höre, jetzt kontrollieren sie das Verhalten ihres Kindes. Ganz genau. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau! Schrecklich! Ja, ja, Sabine Osterauer: Und dann kriegst du natürlich Dipl.-Psych. Nicole Seifert: ja. Sabine Osterauer: als Mutter Schweißausbrüche, weil du natürlich auch nicht auffallen möchtest, du möchtest da auch nicht die Blicke auf dich ziehen. Du kriegst dann mehr oder weniger einen gratis roten Teppich und den möchtest du aber in dem Moment gar nicht haben. Und Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau. Sabine Osterauer: dann ist eben immer die Frage, wie geht man in so einer Situation Also ich kenne das natürlich, ich bin ja auch Mama und ich habe eine Zeit lang auch mit Kindern sehr viel gearbeitet. Aber muss ganz ehrlich sagen, ich glaube, ist auch total unterschiedlich, wie du mit solchen Situationen umgehst. Und ich glaube, ein Mensch, der in Rage ist, ganz egal, wie alt der jetzt ist, ob der jetzt wirklich ein kleines Kind ist oder ein Erwachsener ist, den kannst du mit, komm, pst, jetzt beruhige dich einmal, jetzt passt schon, kriegst du nicht hin. Aber auch nicht mit Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Nein! Sabine Osterauer: Schreien und schon gar nicht mit Gewalt. Also ich zumindest habe es immer so gelöst, ich habe gewartet. Ich habe gewartet und gesagt, okay. Dann schreie ich jetzt einmal, die Zeit nehmen wir uns jetzt. Und dann schauen wir, ob es besser wird. Ja, genau. Ich habe es gemacht. Genau, ich habe trotzdem geschwitzt. Also für alle Mütter da draußen, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja, super. Und was hast du damit gemacht? Du bist in die Akzeptanz gegangen. Sabine Osterauer: ich habe trotzdem eine Schweißausbrüche bekommen. Ich Scheiße, warum? Ja, und natürlich. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ich auch! Es ist uns trotzdem unangenehm, weil wir die ganzen Normen und Regeln eben abgespeichert haben. Weil dann Schamgefühle kommen und weil wir dann denken, Gott, Gott, und was denken die anderen. Das ist dann wieder unser Inneres tun zu lernen, davon mehr Abstand zu nehmen. Uns klarzumachen, Sabine Osterauer: Ja. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: okay, das ist das Außen. Die dürfen doch denken, was die wollen. Sabine Osterauer: Ja. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Was hat das mit mir zu tun? Was ändert das für mein Leben und für mein Inneres Erleben? Sabine Osterauer: Ganz genau. denke mir auch speziell diese Situation mit dem Supermarkt. Ich ich schreif das jetzt ein bisschen ab, aber ich höre das einfach immer wieder. Diese Situation im Supermarkt, dass Kinder dann wirklich schreien und wütend sind, weil sie etwas nicht bekommen. ist aber schon der Grundstein dafür, glaube ich schon. Aber meine Meinung ist auch schon zu Hause gelegt. Weil wenn das Kind zu Hause alles bekommt, nämlich gleich wenn es einmal einen Mucks macht. dann ist es natürlich klar, dass es dann überall woanders, oder da macht es ja keinen Unterschied, natürlich auch Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: alles haben möchte. Da ist vielleicht auch der Rat, zu Hause oder auch woanders dem Kind nicht immer alles sofort zur Verfügung stellen, aufbiegen und brechen, denn diese Verhaltensweisen nehmen sie überall mit, weil sie diesen Unterschied ja nicht erkennen. Zu Hause darf ich es und dort darf ich es halt eben nicht. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Da merken wir auch schon, wie riesig komplex das Thema ist. Sabine Osterauer: Genau. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Wir können nicht einfach nur die eine Situation. Man Sabine Osterauer: Nein. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: muss das ganze Konstrukt dann mal anschauen. Aber natürlich kann man Ideen haben, wie man mit der einen Situation umgeht und gleichzeitig zu wissen, man darf aber auch mal im Hintergrund noch schauen, warum entsteht denn das Ganze oder hat das Kind vielleicht auch grundsätzlich wo braucht das Kind Hilfe und Unterstützung dabei mit seinen Emotionen insgesamt anders umgehen zu können. Wo ist im Kind vielleicht grundsätzlich ganz viel Stress angestaut. wo hat es vielleicht ist es im Kind aus dem Kindergarten total gestresst weil es ihm dazu viele andere Kinder sind und weil es da immer wieder Probleme gibt und es gibt Kinder die sind da sensibler die stauen dann ganz viel Stress an und dann entlädt sich sowas auch mal in Situationen die vielleicht damit gar nichts zu tun haben anders also das können so viele unterschiedliche Konstellationen und Varianten sein muss man einfach wirklich auch auch Sabine Osterauer: Ja. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: im Einzelfall gucken aber was uns auf jeden Fall als Eltern hilft ist uns mit uns zu verbinden, unsere erst mal, na erst mal in uns zu atmen, in unsere Ruhe zu gehen, raus aus diesen Außen, was denken die ganzen anderen jetzt, Gott, Gott, und jetzt wer hier beobachtet und, na, und wahrzunehmen, was ist in mir, uns, gerade wenn es unsere Kinder geht, einmal kurz, und ich finde das wirklich so hilfreich, einmal kurz mit dem einfachen Wort Liebe zu verbinden. Was passiert, wenn ich mich mit Liebe verbinde in dem Moment? Wie reagiere ich dann auf mein Kind? Wie würde die Liebe antworten aus dieser Situation heraus? Und Liebe ist nicht immer nur... Das Kind darf alles und das ist alles hutsche dutsche. Liebe ist auch konsequent. Und Konsequenz ist nicht gleich Härte, das wird ja auch oft verwechselt. Viele denken ja Konsequenz sein, musst du hart sein und dumm dumm dumm dumm. Nee, ich kann ganz liebevoll konsequent sein. Konsequent heißt einfach nur, es gibt diese Regel. Und Sabine Osterauer: Mh. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: die muss ich überhaupt nicht hart durchsetzen, kann ich sehr liebevoll umsetzen. Sabine Osterauer: Ich glaube auch, dass das ganz wichtig ist und so ein bisschen in die Erwachsenenwelt einzutauchen. Wir Erwachsene sind ja auch nicht anders, weil du gerade gesagt hast, wir wissen ja oft gar nicht, woher das von den Kindern auch kommt. Gestresst im Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mh. Sabine Osterauer: Kindergarten, vielleicht auch überfordert im Supermarkt. Es gibt auch Kinder, die sind im Supermarkt überfordert, weil es viel zu viele Angebote kriegt. Weil wenn es zu Hause, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Ja. Sabine Osterauer: sage ich jetzt einmal, in der Naschlade vielleicht, weiß ich nicht, ein Backeleckchen drinnen liegt und vielleicht ein Stück Schokolade. und dann sind sie im Supermarkt und da sehen sie keine Ahnung oder Spielsachen wie auch immer. Kinder sind dann Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: oft überfordert und wissen dann gar nicht und können mit dem nicht umgehen und zucken deshalb dann oft auch so aus. Also man muss da wirklich Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: auf die verschiedensten Sachen hinschauen und manchmal ist es dann das I-Tüpfelchen, weil sich im Vorfeld schon was angestaut hat und das geht uns Erwachsenen in Wahrheit genauso. Wenn wir uns anschauen, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: wie Menschen oft in gewissen Situationen reagieren, wo du dir denkst, Wieso schreit der neben mir jetzt die Verkäuferin im Supermarkt an, die gar Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: nichts irgendwie gemacht hat, außer dass sie vielleicht Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: gerade dort, wo dieser Mensch irgendein Produkt aus dem Regal ziehen wollte, vielleicht gerade gestanden hat, etwas Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: nachzuschlichten und die fürchterlich oder den fürchterlich anmaunst mit den Worten, gehen Sie mir aus dem Weg, ich muss da jetzt hin. Wenn man denkt, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Hm. Sabine Osterauer: Okay, und ich krieg solche Sachen ja immer wieder auch mit. Ich bin auch die, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: die was oft Partei ergreift, muss ich auch sagen. Ich bin dann oft gleich einmal mitverstrickt, das ist mir dann wurscht. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: Aber auch hier, wir wissen es halt nicht. Ich weiß, ich hab das auch meinem Sohn immer gesagt, der ist jetzt schon 22, aber den hab ich zum Beispiel Konfliktmanagement wirklich auch so versucht beizubringen, dass sag, wenn dich jemand angeht, nein, das ist nicht richtig und nein, das ist natürlich nicht okay. Und versuche es nicht auf dich zu beziehen, sondern Versuche dahinter zu schauen. Vielleicht hat der gerade Zoff zu Hause. Vielleicht musste der gerade beim Polizisten die Ecke Strafe bezahlen, weil er zu schnell gefahren ist. Vielleicht sind seine Kinder krank. Vielleicht lebt er gerade Entscheidung. Vielleicht hat er gerade finanzielle Probleme. Das ist keine Entschuldigung, aber es ist immer eine mögliche Erklärung dafür, dass mit Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau. Sabine Osterauer: dieser Mensch gerade so bescheuert begegnet und seinen ganzen Frust auf mich ablädt. Und das ist ja in Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: Wahrheit auch. Das hat ja auch etwas mit dem inneren Kampf zu tun. Das heißt, wir Menschen befinden uns in solchen Situationen. Da geht es ganz stark natürlich auch das Thema Sicherheit im Inneren. Und wir wollen diesen Zustandssicherheit ja wieder herbeiführen. Das ist ja unser Grundprinzip Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: und unser Grundwertsicherheit im Innen und Außen. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: Genau. Und da kann es natürlich dann schon sein, dass auch Menschen dann wirklich eben wo es Hefal dann übergeht, wir bei uns in Österreich, genau, und wo der halt dann voll auszuckt, sagen wir auch bei uns. Genau. Aber es gibt auch die andere Variante, Menschen, die dann schweigen. Das gibt es ja auch, die dann gar nichts mehr sagen. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja, die nehmen sich eher zurück. Die haben gelernt, ich gehe lieber raus, ich setze mich diesem Konflikt nicht aus. Das, was du jetzt beschrieben hast, ist ein ganz schönes Bild, wie du das deinem Sohn erklärt hast und beigebracht hast. Was habt ihr da getan und was hat er da gelernt? Beobachte mal, was löst es in dir aus. Boah, finde ich unmöglich, dass der sich jetzt hier so aufführt. Und nehmt ihr andere Perspektiven dazu. Die erste ist vielleicht, was ist denn das für ein blöd Mann. Und dann mal zu überlegen, okay, ich könnte mich ja mal versuchen in den Reihen zu versetzen, seine Perspektive einzunehmen und zu gucken, der könnte heute einen schlechten Tag gehabt haben, so wie du es gerade beschrieben hast. Und dann entstehen nämlich neue Gedanken. Und jetzt stellt ihr vor, das würde jeder einzelne Mensch lernen, dieses bewusst mit seinen Gedanken umzugehen, bewusst mit dem umzugehen, was wir an Gedankengefühlen und Körperempfindungen haben. Was das ändern würde? Weil dann hätte nämlich auch der Mann, der die Verkäuferin angeschrien hat, vorher gemerkt, boah das macht mich gerade total wütend, dass die jetzt mir hier im Weg steht. Aber gut, sie kann eigentlich nichts dafür, sie macht nur ihre Arbeit. Hätte er das auch bemerkt, hätte er überhaupt nicht schreien müssen. Also es würde so wahnsinnig viel Konfliktpotenzial auflösen. Ich finde es irre, wenn uns das vorstellen, wenn das jeder könnte. Mir läuft ja immer die Gänsehaut. Da denke wie toll, wir haben Sabine Osterauer: Ja. Ja. Ja. Ja. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: solche wunderbaren Fähigkeiten als Menschen und nutzen sie so wenig. Sabine Osterauer: Ja, würde uns wahrscheinlich auch ganz viel Krieg auf dieser Welt ersparen, sage ich jetzt einmal. Genau, wenn Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Absolut absolut. Sabine Osterauer: nicht jeder nur auf sich schaut und das Gegenüber. Ich glaube, das Thema dahinter ist das Interesse an anderen Menschen. Also ich Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: bin jetzt nicht falsch verstehen. Ich arbeite natürlich im psychosozialen Bereich, das ist Thema. Ich bin ja auch Trauerrednerin, also ich habe immer mit Menschen zu tun. Ich bin aber jetzt nicht Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mh. Sabine Osterauer: der größte... Menschenfreund. Also ich bin auch gern für mich oder im kleinen Kreis, also so Massenansammlungen, das packe ich ja gar nicht. Aber und mich interessieren trotzdem Menschen, vor allem Menschen, die in meinen energetischen Kreis, sage ich jetzt einmal, eindringen oder hereinkommen. Die interessieren mich natürlich schon, weil erstens einmal bin ich mir selber wichtig geworden. Das war auch ein langer Lernprozess, dass ich sage, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Ja. Sabine Osterauer: mir ist das wichtig und nein. Nicht jeder kann mit seiner Laune da jetzt in meine Energie hineingehen und dann seine Problematik, seinen inneren Kampf mit mir da möglicherweise austragen. Das geht Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: natürlich nicht. Aber du und ich habe, wie du gesagt hast, ich versuche dann wirklich zu sagen oder zu schauen, was ist denn da jetzt im Hintergrund? Was rennt denn da jetzt gerade? Warum ist mir Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: der gegenüber so? Hat das etwas mit mir zu tun? Ich hinterfrag das dann auch und sage, du pass auf. Mir taugt das jetzt gerade gar nicht, dass du mich da jetzt zu blöd angehst oder mich anschreist oder wie auch immer. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: Worum geht's denn jetzt wirklich? Also wirklich zu hinterfragen, was ist wirklich der Grund dahinter, dass du gerade mit mir deinen inneren Kampf austrägst. Das ist so das eine. Und das zweite ist eben auch, warum passiert mir das gerade jetzt und warum triggert es mich gerade? Weil es gibt ja auch Menschen, die ich kann mich anschreien, ist mir so wurscht. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Ja. Sabine Osterauer: Geh deiner Wege, geh mit Gott, aber geh ganz weit weg von mir. Warum kann ich das in dem Moment nicht? Dass ich sage, ist mir jetzt gerade wurscht, ob du mich anschreist oder nicht, dreh mich und geh und lass es auch dort. Sondern warum nimmt es mich auch emotional mit, also auch das zu hinterfragen? Denn es gibt ja Aktion, Reaktion. Und ich glaube, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: dass das auch ganz wichtig ist, darüber nachzudenken, warum zipft mich das denn jetzt geradezu an? Warum löst das in mir gerade? auch das aus, oder? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau, ja. Es hilft, sich das zu fragen, weil dann erkennen wir nämlich und da kommen wir wieder zu dem, was letztendlich immer der Kern und die Essenz ist. Wir dürfen und sollten lernen, gut mit uns selbst umzugehen. Alles fängt in uns an. Und wenn ich mich frage, warum triggert mich das, dann werde ich meistens herausfinden, es hat mich in irgendeiner Art Weise verletzt. Oder an was Schwieriges erinnert. was oft auch wieder eine Form von Verletzung ist. Wenn wir lernen, uns selbst gut umzugehen, dann können wir auch mit anderen gut umgehen. Wenn wir eine gute Beziehung zu uns, ich finde immer so dieses Bild dieser Beziehung zu uns selbst so hilfreich. Wir haben eine Beziehung zu uns selbst, auch derer sind wir uns nicht bewusst in den meisten Fällen. Und wir können die sehr gut modulieren und es gibt viele Möglichkeiten da anders mit uns umzugehen. Und dann... wird sich auch unsere Art und Weise mit unserem Umfeld umzugehen verändern. Sabine Osterauer: Ja, diese Partnerschaft zu uns selbst. das ist ja genau, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: das ist etwas ganz, was wichtig ist. Ich gebe das auch immer gerne mit, so wirklich im Sinne von wenn jemand zu mir kommt und eine gute Beziehung auch führt mit einem anderen Partnersag und genau so eine Beziehung, so eine Partnerschaft darfst dir auch mit dir selber wünschen. Und da gehören Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Genau. Sabine Osterauer: natürlich auch Tage dazu, wo man sich nicht mag und wo man mit sich selber Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Hier! Sabine Osterauer: streitet. Natürlich gehören die auch dazu und das ist ja auch wichtig. Wenn ich mich nur den ganzen Tag liebe und hochlobe, dann bin ich ein Narzisst, Ja, möglicherweise. Das ist dann auch Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Das wäre nicht gesund. Sabine Osterauer: nicht ganz so gesund. Ich darf mir kritisch sein, das hast du nicht so toll gemacht. Da gibt es Verbesserungsvorschläge, Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: die du jeden Fall einhalten kannst. Oder da bist du zu weit gegangen. Ich glaube, es macht einen Unterschied, wenn man sagt, kritisch oder reflektiert. Wie würdest du das, speziell jetzt mit deinem Fachwissen auch als Diplompsychologin, wie würdest du das sagen, wirklich der Unterschied zwischen dieser Selbstreflexion und dieser Selbstkritik? Was ist da der Unterschied? Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Du hast ja in der Wortbedeutung und der Art und Weise dieses Tuns schon den großen Unterschied, dass Kritik eher, wenn wir auch das Wort Kritik hören und jeder das mal für sich fragt, was löst es in uns aus, das ist eher negativ besetzt. Also ich kritisiere was, wenn ich etwas kritisiere, dann bin ich aufs Defizit orientiert. Also ich schaue aus einer Defizit orientierten Brille und gucke, was mir nicht gefällt. Kritik verbinden wir zumindest eher mit was Negativen. Die wenigsten von uns denken bei Kritik an, da kriege ich eine positive Rückmeldung. dürfte es eigentlich auch sein, aber wir verbinden es eher mit was Negativen. Und Reflexion lässt das Bild vollkommen offen. Reflexion bewertet nicht. Sie schaut einfach, sie reflektiert, sie schaut zurück, was war da, was ist da, ohne es zu bewerten. Dann kann in der Reflexion natürlich grundsätzlich auch eine Bewertung drin sein, aber selbst Reflexion oder überhaupt Reflexion ist nicht defizit orientiert. Ist nicht orientiert auf etwas, was wir nicht wollen oder nicht haben. Sondern es lässt alles offen und alles darf sein. Sabine Osterauer: Das wäre ja, glaube ich, wirklich was sehr Wertvolles und Wunderschönes, wenn der Mensch nicht nur in die Kritik geht, sondern auch in die Reflexion und auch zu sehen, was ist denn Gutes an mir, was ist denn Schönes an mir, was ist denn Wertvolles an mir. auch Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: diese Erkenntnis immer wieder zu bekommen, was zeichnet mich aus, also diese positiven Dinge. Der Mensch ist ja mehr auf dieses Negative hingetrimmt worden. Oder ich weiß nicht, da kann ich dich gleich als Fachfrau wieder mal fragen. Ist Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: das etwas, wo wir hingetrimmt werden, dieses Negative zu sehen, was wir alles nicht können oder was wir nicht sind oder was schlecht Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm. Sabine Osterauer: ist? Oder ist es etwas, was von der Natur aus uns so gegeben ist, dass wir eher auf die negativen Sachen reflektieren, drauf schauen, sie mehr einlassen und vor allem sie uns auch viel, viel länger merken. Und sie uns Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mhm, ja. Sabine Osterauer: emotional auch viel mehr aufwühlen als Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: die positiven Dinge. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: verschiedene Aspekte, da drin stecken. Zum einen, wie werden wir geprägt und ja, werden sehr defizitorientiert geprägt, die Allermeisten. Wir brauchen nur die Schulsysteme anschauen, in den Allermeisten. Genau, da müssen wir jetzt nicht weiter ausführen, aber Schulsysteme sind einfach defizitorientiert. Das wird immer geschaut, in den meisten Fällen. Es gibt auch tolle Schulen, wir reden mal vom Großteil. In den meisten Fällen wird geschaut, was kannst du noch nicht. Und es wird wenig geguckt, wo ist die individuelle Stärke dieses Kindes, dieses Menschen. Und das trägt uns natürlich. Und auch unsere Eltern sind schon so aufgewachsen und die geben uns das auch schon mit. Außer sie haben sich aus irgendeinem eigenen Grund damit mal beschäftigt und geändert. Aber grundsätzlich ist es ein Thema, das sehr, weit verbreitet ist in unserer Gesellschaft und damit natürlich auch die Generationen prägt. Es verändert sich ja. Also es verändert sich von Generation zu Generation. Unsere jetzige Elterngeneration, wir als Eltern, gehen schon ganz anders damit als unsere Großeltern zum Beispiel noch getan haben. Auch anders als unsere Eltern. Es ist immer so ein Teil, der sich verändert in jeder Generation. denke, gerade davon sind wir alle noch relativ stark geprägt. Sabine Osterauer: Mhm. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Und warum das so lang bleibt und ob wir da mehr Fokus haben auf das Negative, das ja, weil unser Nervensystem, vor allem das autonome Nervensystem, hat ja die Hauptaufgabe, Sicherheit für unser System herzustellen. Und damit ist es natürlich stärker ausgerichtet auf das, irgendwie negativ unangenehm, eventuell gefährlich ist, das zu beseitigen. Das heißt, das erklärt uns, warum der Fokus da auf das Negative oft höher ist, weil es ja wichtiger ist. das wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wieder einen Zustand von Sicherheit für das System herzustellen. Und es ist auch ein Teil der Erklärung, warum wir uns das mehr merken. Weil es Sabine Osterauer: Mhm. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: überlebensnotwendiger ist für unser System. Sabine Osterauer: Mhm. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Und weil natürlich auch Emotionen tiefer abgespeichert sind in unserem Gehirn, in unserem ganzen System. Sabine Osterauer: Weil wir eben auf Sicherheit gepolt sind, weil das ja Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: das wichtigste ist, unser Überleben. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Okay. Sabine Osterauer: Wenn wir das ganz runterbrechen, geht es immer ums Überleben. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Das ist der Hauptimpuls der Natur, der Evolution, dass das Leben überlebt. man gesundes Leben so lange wie möglich erhält, beziehungsweise die Möglichkeit hat sich weiterzuentwickeln, sich fortzupflanzen. Sabine Osterauer: Das heißt, es wäre eigentlich ganz gut, speziell in der heutigen Zeit, auch bei gewissen negativen Erfahrungen oder so, darauf zu schauen und zu sagen, na aber das hat eigentlich mit Überleben gar nichts zu tun, das kann ich eigentlich loslassen. Das braucht mein System eigentlich so gar nicht. Und Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Genau, Ja. Ja. Ja. Sabine Osterauer: kann das eigentlich gut loslassen. Ja, das mit den Generationen, das mit der Schule, ist dann interessant, dass du das mit der Schule ansprichst, mit den Bewertungen. Ich habe heute Abend nämlich auch noch einmal einen Podcast. mit einem ganz besonderen Gast und da geht es genau dieses Thema mit dem Schulsystem und warum Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Mmh. Sabine Osterauer: uns, warum das eigentlich jetzt endlich einmal wirklich geändert werden sollte, könnte, Genau, da Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja, ja, ja. Sabine Osterauer: freue ich mich schon sehr darauf. Liebe Nicole, so gegen Ende unseres Podcasts hin, was würdest du... den Menschen da draußen, die uns jetzt zugehört haben und sich gedacht haben, okay, also das mit dem Kinderparkplatz nehme ich mir jetzt einmal fix mit und dass ich eine Verkäuferin nicht anschreien soll, nehme ich mir jetzt auch mit und dass halt der Mensch unterschiedlich sind und die Sicherheit für uns ganz wichtig ist. Aber Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Ja. Sabine Osterauer: was würdest du unseren Zuhörern sonst noch da draußen mitgeben wollen, wo du sagst, Hey, ist ein Tipp, den schenke ich euch, weil mit dem habe ich schon meine eigenen Erfahrungen gemacht. Nicht nur jetzt, was du gelernt hast, sondern auch als Mensch eigene Erfahrungen gemacht, wie man mit dem inneren Kampf gut oder besser zurechtkommen kann. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Also zum einen würde ich gern allen mitgeben, macht euch immer wieder bewusst, ihr habt eine Beziehung zu euch selbst. Wir haben eine Beziehung zu uns selbst und wir können die modulieren und verändern und wir können lernen liebevoller und mitfühlender mit uns umzugehen, auch und gerade wenn es uns nicht gut geht. Aber dann ist es ja entscheidend, da gehe ich dann in die Härte, ich in die Selbstabwertung, dass das nicht sein darf, dass ich mich wieder zusammenreißen muss und so weiter. Oder kann ich erstmal hinfühlen, hinschauen, hinspüren, dass für den Moment, und es geht immer Momente, nicht alle Ewigkeit, für den Moment mal da sein zu lassen, dieses Unangenehme, was da in mir ist. Aber mit dem Angenehmen haben wir nicht die Probleme. Probleme bereitet uns das, unangenehm ist. Kann ich es für den Moment mal da sein lassen? dann weitergehen. Also viel mehr sich mal mit der Frage zu beschäftigen, wie geht es mehr zu akzeptieren, was in mir ist, ohne davon mein Handeln lenken lassen zu müssen. Sabine Osterauer: Ja, sehr, sehr schönes Schlusswort, würde ich auch sagen. ja, in diesem Sinne kann ich auch wieder oder wir können das wieder behaupten, dass wir es zusammen herausgefunden haben, warum wir alle einen inneren Kampf austragen, der uns eigentlich meist gar nicht so bewusst ist. Und in diesem Sinne herzlichen Dank liebe Nicole, dass du heute mein Gast warst in dieser Folge. total kurzweilig schon wieder. Also meine Gäste sind immer alles so kurzweilig. Ich freue mich sehr, wenn sich diese Folge natürlich wieder ganz ganz viele Menschen anhören. Bitte abonniert auch meinen Kanal auf YouTube und Spotify, das wird mir echt weiterhelfen und ich sorge auch dafür, dass ich immer weitere besondere interessante Gäste dann zu mir einlade. Liebe Nicole, in diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank, dass du bei mir warst. Dipl.-Psych. Nicole Seifert: Danke dir!