Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / #36 Deeptalk mit Starfotograf Yannis aka Yung Eye
Transcript
- 0:01Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von «Du entscheidest». Dein Podcast für Business-Erfolg und persönliche Weiterentwicklung. Heute haben wir einen richtigen Meister der Fotografie bei uns im Studio. Wir waren schon ein bisschen aufgeregt. Jetzt kommt einfach der King von Beliebtung zu uns.
- 0:19Und er hat richtig viel Erfahrung, schon über 10 Jahre Erfahrung, hat sich spezialisiert auf Portraitfotografie und darum stehen bei ihm Menschen, Models, Künstler an von der ganzen Welt, um sich von ihm ableichten zu lassen. Er hat ein Studio in Zürich an der Allmannstrasse, kann man sogar mieten, wir verlinken natürlich alles. Und darum mit einem grossen Applaus, schön, dass du da bist, der Janis aka Young Eye.
- 0:46Danke vielmals. Kompliment für die Einleuchtung. Es war super. Super, okay. Das klingt mega professionell. Schon mal der erste... Gut. Ja, wirklich. Sollen wir dich fragen, sonst weiss die Irgendwo? Hey, ich bin ein wenig aufgeregt. Aber die wichtigste Frage als erstes. Wie geht es dir? Gut. Sehr gut. Der Sommer ist endlich ein bisschen zurück. Wir sind alle glücklich, glaube ich, über das. Ich auch. Ich habe wieder schönes Licht im Studio.
- 1:16Ah stimmt, wenn du so innen schien. Ja, das sieht super aus bei mir. Ich glaube, ich war schon zweimal, einmal waren wir zusammen dort. Da konnten wir uns das anschauen, es sieht mega nice aus. Ich sehe jetzt die Wand, die überall geschwungen ist. Im Weitwinkel, wo man im Networking-Event ist, ist das toll. Ja, lustig. Die haben einfach so etwas Schönes, da musst du gar nichts machen. Hey, ähm...
- 1:41Für die, die dich nicht kennen. Wir haben jetzt gehört, du bist ein Fotograf. Du bist nicht nur ein Fotograf, du bist der Fotograf. Also, wie gesagt, alle stehen bei dir erschlagen, um sich bei dir abliechten zu lassen. Wie bist du dann gekommen? Was machst du genau? Wieso bist du bekannt geworden durch das, was du machst? Ja.
- 2:01Was machst du genau? Du hast es schon richtig gesagt, ich bin Portraitfotograf. Ich fotografiere zwar auch in anderen Bereichen, aber wenn ich mir einen aussuchen müsste, dann sind es sicher Portraits. Wenn mich Leute fragen, was du fotografierst, dann sage ich immer, alles wo ein Mensch vor der Kamera steht. Das ist so mein Ding. Ich rede gerne mit Leuten, ich lerne gerne neue Leute kennen. Ich komme gerne in Bereiche, wo nicht jeder reinkommt. Weil es mich einfach interessiert, wie sieht es dort aus, wie läuft es dort ab.
- 2:31Und die Kamera ist halt voll mein Tool. Ich sage immer, Fotografie ist zwar eine Leidenschaft von mir, aber sie ist auch immer ein bisschen ein Mittel zum Zweck. Und das ist das, was ich mache, Menschen fotografieren. Wie meinst du, Mittel zum Zweck?
- 2:47Hey, ähm... Ich meine, zum Beispiel, wenn du jetzt mega gerne Auto fährst, dann kannst du ja mega gerne Auto fahren, aber im Endeffekt kommst du mit dem Ding nach B. Okay. Und für mich ist die Kamera genau das Gleiche. Ich komme... Früher noch zum Beispiel, als ich jung war, hatte ich irgendwelche Idole, die... Hehehe... Ich bin immer noch jung. Hehehe...
- 3:09Ich hatte so einen Idol. Ich wollte unbedingt mal einen Travis Scott fotografieren. Ich wusste, ich muss in den Backstage reinkommen. Mit einer Kamera ist das viel leichter. Natürlich hat das eine mit dem anderen mitgespielt. Ich wollte ihn treffen, also begann ich zu fotografieren. Es war schon so, ich möchte ein Bild machen.
- 3:31Die Leidenschaft kam schon vorher, aber ich bemerkte relativ schnell, dass eine Kamera ein Schlüssel ist, um an relativ vielen Orten... Wie ein Backstage-Pass. Ja, genau. Oder auch zum Beispiel Reisen. Ich konnte so viel reisen, nur wegen meiner Kamera. Du hast also 10 Jahre Erfahrung in diesem Bereich, aber wie lange fütterst du schon wirklich, wann hat das Ganze angefangen?
- 3:53Lustigerweise habe ich das erste Mal ein Bildbearbeitungsprogramm aufgemacht, da war ich ungefähr sieben Jahre alt. Ah ja? Ja, voll. Was? Krass. Also, ähm, meine Nachbarskinder und ich waren die ganze Zeit sehr begeistert am Skaten.
- 4:09Ich muss sagen, die anderen waren besser als ich. Irgendwann habe ich dann die DigiCam meiner Mutter genommen und habe mehr angefangen zu fotografieren, wie hoch die Olis der anderen sind. Da hat sich dann schon eine Tendenz angefangen heraus zu kristallisieren.
- 4:24Und dann ging es weiter in der Schule, dass sich die Leidenschaft wieder gezeigt hat. Es gab eine Schülerzeitung, alle wollten unbedingt schreiben und sich Geschichten ausdenken. Ich fand, man soll mir sagen, welche Bilder man haben will. Ich fing an, die Bilder für die Schülerzeitung zu fotografieren. Und dann hatte ich einen Unterbruch, weil eine Ausbildung als Fotograf nicht gerade das ist, wo man sich denkt, das wird easy zu finden.
- 4:54Und ähm... Meine Schulzeit war recht rough für mich. Und ich bin dort mit einem recht schlechten Selbstbewusstsein rausgekommen und habe dann so gefunden, okay gut, ich muss einfach irgendetwas finden, was ich überhaupt kann. Weil ich mir nicht so viel zugetraut habe. Und ähm...
- 5:10Dann hat es mich in den sozialen Bereich hinein gezogen, weil mit Menschen konnte ich immer. Und ich habe so gefunden, okay gut, dann mache ich so etwas. Nach einem Jahr habe ich gefunden, nein Mann. Warst du in diesem Bereich? Ich habe mit körperlichen und geistigen Beiträchtigten gearbeitet, ein Jahr lang. Was mir auch sehr viel beigebracht hat und das war auch voll cool. Aber mein Gott, die Teams in den sozialen Bereichen, das ist einmal echt ein bisschen...
- 5:32Sozi sind die grössten Assozi. Ja, es ist halt wirklich so. Ja, es kennt ein bisschen aus. Ja, es ist wahnsinnig krass. Und dann habe ich angefangen zu suchen und habe eine relativ schnelle Lehrstelle gefunden in einem Fotostudio und konnte dort eine Ausbildung machen. Und seither, und das würde ich jetzt sagen, zu deiner Frage zurückkommen, ich glaube jetzt alles in allem mit so ein bisschen Hobbymässig und so sind es wahrscheinlich schon ungefähr so 15 Jahre. Wow.
- 6:01Wie alt bist du jetzt? 28 geworden im Juni. Cool. Und was hast du für ein Jahr gemacht? 96. Ist mega spannend. Du hast vorhin gesagt, Studio und Skaten. Und du hast jetzt dein Studio wie so wie von einer Skatefahrt. Ja voll. Machst du das noch? Nein. Also das ist mega geil.
- 6:28Nein, das Ding ist, ich habe früher noch viel so, alles was Rädchen dran hatte, habe ich geliebt. Ja. Also ich bin immer so gute, ich weiss nicht wie viele Kilometer in die Schule gefahren mit den Rollerblades, jeden Tag und so. Ich fand es voll geil. Ja, nicht mehr. Aber das Problem ist, ich habe so angefangen so Knie-Luxationen zu haben, weil meine Bänder so voll überdehnbar sind.
- 6:47Nach 20 Mal Knie ausrennen hatte ich keine Lust mehr. Und jetzt bin ich so... Ich sehe ein Skateboard und nehme das Ding weg. Puri gefahren. Ja, wirklich. Mal etwas wollte ich sagen. Hast du Travis Scott jetzt fotografieren können?
- 7:03Ich konnte ihn leider nicht Backstage fotografieren, aber schon mehrmals am Open Air Frauenfeld. Das hat mir auch gereicht und inzwischen muss ich auch sagen... Ist das nicht mehr dein Goal? Ja, voll. Die Fotos, die du für ihn gemacht hast, sind das auch Fotos, die er dann bekommen hat von dir oder vom Management? Sie bekommen die Medienpools, er hat sie aber nicht verwendet. Aber es war mir dann auch egal, ich habe es dann mehr für mich gemacht.
- 7:27Du hast so viele Künstler, die zu dir kommen. Ich verfolge dich jetzt seit ein paar Jahren. Wie hat das Ganze angefangen? Wie ist man auf dich aufmerksam geworden? Auch mit dem Studio? Hey, ich habe mich von 0 auf 100 selbstständig gemacht. Einfach so praktisch aus dem Nichts. Gratuliere. Danke.
- 7:51Was wir aber gemacht haben, ist, wir waren mega in der Partyszene unterwegs und haben dort alles fotografiert, was uns vor die Linse gekommen ist. Das heisst wirklich jeder DJ, jeder Rapper, jeder, der einfach in der Szene gross war, sei es durch seinen Style oder durch, wo er überall rum war oder so.
- 8:07Aber schon in der Musikbranche? Ja, das war schon immer das, was mich am meisten interessiert hat. Ich finde, Musik ist eine der schönsten Kunstformen und auch eine der vielfältigsten und offensten Kunstformen, die man hat. Das ist etwas, was mich schon immer sehr angezogen hat. Also wäre es nicht Fotograf geworden, wäre es wahrscheinlich Musiker geworden, aber...
- 8:25Also, meine Mutter wollte mir nicht eine A2-Sekte. Ich dachte, mit deiner Stimme wärst du ein fixer Erfolg geworden. Das ist eine krasse Stimme. Aber das ist jetzt auch ein bisschen wegen dem Hals. Okay, okay. Aber ich beruhige mich eben auch selber mit dem. Ich habe das mega gemerkt. Es ist eben mega lustig, als er gesagt hat, «Hey, gehen wir noch schnell zum Young Eye vorbei, wo wir beim Nate waren.» Aber ich so, «Young Eye Studio», ich dachte, du bist irgendwie Produzent, Video, Musik.
- 8:52Aber nicht Fotograf. Eigentlich wärst du schon so vom Klischee her aus, voll Musik. Voll Producer oder so. Ja, darum habe ich auch meinen Namen. Das Young ist ja eigentlich ein Rapper-Kürzer. Eben, gell? Voll. Und ich habe aber gefunden, das ist das Umfeld, in dem ich mich bewege und arbeite.
- 9:11Und ich will, dass die auch einen Wiedererkennungswert haben. Und sich auch wohlfühlen in meinem Branding. Das überlegt alles. Ja. Aber war das ein Konzept oder hat sich das so ergeben? Nein, es war schon ein Konzept. Ich wusste schon, wo ich stattfinden will. Was mein Plan darin ist.
- 9:29Ich hatte immer wieder Phasen, in denen ich mir gedacht habe, inzwischen ist es viel mehr als nur das. Passt es noch oder nicht? Und ich habe aber gefunden, das ist mein Zuhause, da komme ich immer wieder dazu zurück. Deshalb plane ich es auch. Also jetzt war es genau das Fotografieren? Nein, nein, so das Branding, wie es ist. Ah, okay, okay.
- 9:50Spannend, hey. Hey, du hast vorhin angesprochen, ich möchte nochmal kurz zurückgehen, du hast dich von 0 auf 100 selbstständig gemacht. Ich glaube, das sind so Sachen, die vor allem für unser Publikum mega wertvoll sind. Du hattest eine Idee, oder wie hat das Ganze gestartet? Was heisst 0 auf 100 für dich?
- 10:06Ich war Ende zweites Lehrjahr, also ich hatte noch ein Lehrjahr vor mir. Und da mussten wir uns überlegen, was machen wir nachher.
- 10:22Optionen in der Schweiz als Fotograf angestellt. Die sind zwar schon da, aber nicht attraktiv. Für das Essen oder für die Beziehung? Ja, dann machst du Zeitungen. Schweizer Tourismus und so? Ja, oder du stehst im Mediamarkt und verkaufst dort Fotokameras. Fotoläden gibt es auch noch ein paar. Oder Vermietungen. Also verkaufst oder fotografierst angestellt im Auftrag von?
- 10:50Ja, genau. Und das ist... Ja, künstlerisch ausdrücklich nicht gerade... Ja, und vor allem, du entwickelst dich auch nicht wirklich weiter. Du kommst mit den Skills, die du ab der Lehre bekommst, und verwendest genau das. Weil mehr ist gar nicht gefragt. Und da musst du schon... Das Einzige, was du wirklich machen kannst, ist, du hängst dich an einen Fotografen, der schon stark ist, der sich selbstständig gemacht hat, und assistierst ihm. Das ist so etwas, was Geld gibt und Sinn macht.
- 11:19Für mich persönlich hat das damals keinen Sinn gegeben. Ich wusste, ich habe einen eigenen Stil, eine eigene Vision. Ich habe ein Autoritätsproblem des Todes. Deshalb ist es für mich mega wichtig, dass ich alleine bin. Ich will es auch anderen Leuten nicht antun. Ich glaube, in der Selbstständigkeit in Norwegen. Aber ich schwöre, es ist wirklich so. Es ist wirklich so. Ja, sorry. Ich sage niemandem, was er machen soll und zu tun hat. Also macht das bei mir auch nicht. Dann sind wir alle cool.
- 11:49Dann fandest du einfach, diese Optionen kommen nicht infrage, ich springe jetzt einfach mal ins kalte Wasser und ... ... nachtele. Ja, ich muss sagen, ich wusste gar nicht, worauf ich mich hier einlade. Das weiss, glaube ich, niemand. Ja, und deshalb muss ich sagen, ich bin ja auch froh, dass ich es nicht gewusst habe. Sonst hätte ich es wahrscheinlich nicht gemacht. Hundertprozentig. Das ist wirklich so. Ich glaube, wenn jemand, der sich jetzt selbstständig machen will,
- 12:15Und du würdest mir so eine Zeitraffer-Geführung geben. Du würdest sagen, hey, schau, das, das und das wird passieren. Die würden sagen, lass mich in Ruhe, ich gehe in den Mediamarkt. Und so fühlen. Ja, voll. Du wirst so viele Nächte nicht schlafen können, weil... Nein, lieber nicht. Aber ja, du...
- 12:33Aber der Preis ist Freiheit. Ja, genau. Es ist so viel mehr. Das ist genau der Punkt. Die Freiheit ist so extrem viel wert. Ich muss sagen, ich war lange in diesem Hamsterrad von Selbständigkeit. Ich habe die Freiheit noch nicht gelangen. Und ich geniesse jede einzelne Sekunde davon. Ich stehe jeden Morgen auf und denke mir einfach so, geil.
- 12:58Und zusätzlich kommt dazu, man macht jeden Tag das, was man liebt. Klar braucht es eben, jetzt sind wir hier bei 1 Sekunde, 1% Fotos und der Rest ist noch eine Post-Production und so, aber es ist halt ein Thema, wo du dich dankbar sein kannst, damit so Sachen befassen kannst, den ganzen Tag.
- 13:17Was sind denn die grössten Highs und Lows, die du gehabt hast, wo du sagst, wenn ich jetzt rückblickend sehe, ist das wahrscheinlich der Tiefpunkt gewesen, der mich aber das und das gelehrt hat? Also es hat natürlich, um auf Tiefpunkte einzugehen, es hat natürlich einen Haufen davon gegeben. Für mich waren die meisten nicht mit Geld verbunden. Was ich relativ oft höre, ist, dass es bei den Leuten mit Geld verbunden ist.
- 13:45Für mich waren es mehr so zwischenmenschliche Sachen, die man einfach lernen musste. Wo man halt enttäuscht wurde, wo man vielleicht auch jemand anderes enttäuscht hat. Wo man sich mega viel erhofft hat. Ich glaube mal so Vorstellungen und Hoffnungen, die nachher gecrashed wurden und man eines Besseren belehrt wurde. Ich glaube das waren die grössten Enttäuschungen.
- 14:07Wobei ich aber auch da wieder sagen muss, dass das Fehler waren, die man gemacht hat. Und ich bin um jeden Einzelnen so extrem dankbar, weil es immer richtig war. Es hat nie etwas... Ich schaue heute auf nichts zurück und bereue es. Und deswegen waren es temporäre Lows, von denen man extrem viel lernen konnte.
- 14:31Wenn ich mir denke, das wäre nicht passiert, ich will jetzt gerade in Stress kommen, denke ich mir, boah scheisse. Das ist etwas, was man jetzt aber schon noch lernen muss. Ja, ja. Ich glaube, das waren die Lows. Natürlich ist Cash halt... Zwischenmenschlich dann? Ja, ja, voll. So Sachen halt. Ich tendiere zum People Pleaser und so.
- 14:52Jetzt werden wir wieder beim Thema abgrenzen. Genau, voll, ja. Das ist aber etwas, wo ich nach jeder Furcht, die ich kassiere, will ich den Fehler machen, wieder ein Stückchen mehr lernen und dann auch merken, hey, du tust ja auch deinem Gegenüber mit dem nichts Gutes. Und ja, das sind so die Geschichten. Und geldmässig, ich habe, und da bin ich bis heute mega froh, dass ich es nie gemacht habe,
- 15:21Ich habe nie Geld von aussen genommen. Ich hatte nie den Druck von einem Investor. Ich habe mich nie krass überschätzt, sondern meistens sogar etwas unterschätzt. Besser, ja. Und ähm... Also zum Angebot machen, Kunden quasi, das kostet dich. Meinst du, dort hast du dich eher unterschätzt als überschätzt? Ja, dort auch. Für Investitionen oder wie meine ich das? Also bei Investitionen zum einen.
- 15:48Aber zum anderen auch, was das Angebot angeht. Das ist eher das Problem. Ich habe mir das Geld mehr selbst weggenommen. Und dann tut es auch nicht so weh, weil du rechnest nicht mit mehr. Man muss schon sehen, dein Beruf, den du gewählt hast, ist schon einer der, ich sage jetzt mal rein equipmenttechnisch, einer der teureren Berufe. Wenn man sich selbstständig machen will, in dem Bereich, wo du bist, dann musst du schon mal ein bisschen ein Eigenkapital mitbringen.
- 16:17Die Kameras... Ich meine, du kannst es besser. Was kostet eine Kamera? Ein... Basic Equipment. Also mein absolutes Basic Equipment kostet... Also wenn ich jetzt nur davor rede, dass ich jetzt zum Beispiel heute hier ankommen müsste und ich Bilder machen müsste und die sagen mir, nimm absolutes Minimum mit, dann sind das glaube ich schon 7'000 Franken. Eben, also ich meine, das ist... Ja. Und das ist wahrscheinlich ohne Computer. Nein, ja, ohne. Ja, definitiv nicht. Eben, genau. Ich meine, mein Computer kostet fast 7'000.
- 16:44Richtig, genau. Da sind wir schon fast bei 40. Eigentlich hast du schon fast mit dem Basic Equipment einen GmbH gegründet. Ja, voll. Das ist crazy. Ja, voll. Und das muss man sich auch mal bewusst werden. Das sind wahrscheinlich Sachen, die über die Zeit dann immer ein bisschen mehr akquiriert werden. Weil du kannst nicht alles von Anfang an kaufen. Nein. Die Investitionsgeschichte hört nie auf. Das ist einfach eine never ending story.
- 17:05Ich habe mich aber auch an das gewöhnt. Ich hatte von Anfang an keine krassen Vorstellungen, was ich zu verdienen habe. Mir hat es sehr geholfen. Ich komme mit sehr wenig Geld klar. Wenn es dann mehr ist, ist es umso besser. So geil. Wie ist das dann so passiert? Du hast dich selbstständig gemacht. Ich meine selbstständig. Du brauchst Aufträge, Kunden.
- 17:34Hast du dich schon vorher selbstständig gemacht, bevor du gewusst hast? Weisst du, was ich meine? Hat sich das so schleichender gemacht? «Ich habe jetzt meine Kundenbase, ich mache mich jetzt selbstständig.» Oder ist das so? Hey, nein. Ich hatte vielleicht drei, vier, fünf bezahlte Aufträge, bevor ich mich selbstständig gemacht habe.
- 17:54Ich hatte Geld auf der Seite, verdiente meiner Lehre gut, lebte zuhause und konnte dadurch Geld zurücklegen. Ich habe das alles in die GmbH gedrückt, das erste Equipment. Es waren vielleicht 30'000 Franken, das war nach 1-2 Minuten auch alles weg.
- 18:16Wo du Investitionen hast. Ja, voll. Und dann im Fall, einfach auf Instagram. Ich habe so viele Projekte for free gemacht, dass das einfach genug reingespült hat an bezahlten Sachen. Und das ist vielleicht noch ein kleiner Tipp. Und zwar, wenn man anfängt zu fotografieren, sind Versicherungs- und Beratungsunternehmen mega gut. Oh wirklich?
- 18:42Weil die haben ständig neue Mitarbeiter. Und die müssen alle ein Visitenkartchen haben. Und dann kommst du zum ÜB... Oder nein, geben die Geld? Ja, die geben Geld. Die geben Geld. Und wie gesagt, wenn ein Team von zehn Leuten kommt, dann siehst du die vielleicht im Jahr wieder. Im Versicherungs- und Beratungsunternehmen siehst du die alten zehn Leute jeden Monat. Weil das wechselt die ganze Zeit. Und es kommen immer mehr und mehr und mehr.
- 19:10Ein richtig grosser Gratis-Tipp. Ich schwöre, wie kam es auf dich? Oder hast du es dir angeschaut? Nein, ein Kollege war in einem Unternehmen. Er hat mich das Team shooten lassen. Und dann habe ich das gemerkt. Ich dachte so, hey, das kann doch nicht sein, dass sie die ganze Zeit neue Mitarbeiter haben. So gut.
- 19:28Dann bin ich in eine zweite Firma und habe gesehen, dass es bei denen genau gleich ist. Oh, marktlich. Ja, voll. Dann haben wir das immer mehr und mehr gemacht, weil ich gesehen habe, dass alle Visitor-Härtchen brauchen. Und alle brauchen ein Bild, ein LinkedIn-Profil und ein Whatsapp-Profil. Weil die sind ständig mit Kunden in Kontakt. Und dann warst du zu ihnen hauptsächlich?
- 19:49Nein, ich lasse die Leute zu mir kommen, weil sie sind meistens im Aussendienst. Ah, okay, super. Und dann können sie mich irgendwo zwischen dem und dem Termin zwischendurch bei mir vorbeifahren. Und vor allem kann ich es dann für den Kunden auch günstiger machen.
- 20:01Weil dann hast du halt keinen Aufwand wegen dem Weg. Ja, voll. Oh, mega cool. Und hast du dann dort gecheckt, Portrait ist voll mein Ding? Oder bist du auf Portrait gekommen? Wie hast du das... Das habe ich schon vorher gemerkt. Ich habe meine Kollegen und so fotografiert. Ich habe Kollegen fotografiert. Mit dem hat es eigentlich angefangen, wirklich irgendwelche Portraits zu machen. Weil Blümchen und Käferchen machst du vielleicht 2-3 Tage lang. Aber wenn du das dann irgendwann gemastert hast, dann wird es dir langweilig.
- 20:29Mein Kopf ist wie eine Waschmaschine, das musst du verstehen. Jetzt, als du gesagt hast, hast du für deinen Versicherungsberater eine Pordenfotografie gemacht. Und ich kenne dein Insta-Profil mit diesen Models von... So geil! Ich stelle mir jetzt alle Versicherungsberater mit dem Wiesenten-Kärtchen vor, mit dem härtesten Boden. Geil!
- 20:47Was haben sie uns auszeigen müssen? Ausstrahlen, Sicherheit, Vertrauen... Ja klar. Was war so... Du hast schon immer Portrait gemacht. Gibt es irgendein Gesicht, du hast irgendwie ein Lieblingsgesicht,
- 21:07Oder zum Beispiel Juhia erzählt, je gerader der Körper, desto besser, weil er ja massgeschneidert ist. Cerdan, Shakiri, er wäre ja ein Hasskunde für ihn gewesen wegen seiner Wadlung. Hast du auch so Hasskunde oder Traumkunde? Kann man das irgendwie kategorisieren?
- 21:28Ich glaube, das kommt sehr oft auf dein eigenes Gespür an. Kannst du das Gespür zu diesem Gesicht entwickeln oder nicht? Also es geht um Energie? Ja, voll. Oder stell dir vor, es ist wie ein Auto. Entweder ein Leittier zum Fahren oder nicht. Okay. Und dann gibt es halt den, der sagt, ich drücke gerne Maserati. Und dann gibt es den, der sagt, ich hätte lieber einen Royce. So zum Beispiel.
- 21:50Okay, und mit welchen schaffst du es lieber? Ich finde zum Beispiel asiatische Gesichter mega einfach. Die fallen mir ultra einfach zum Fotografieren. Und ich finde es auch einfach mega schön. Es ist eine Ästhetik, die mir mega gefällt. Weil ich allgemein asiatische Ästhetiken mega pretty finde. Ich möchte mich damit beschäftigen. Ja, schon mal gesetzt. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich das so explizit suche. Also wenn du zum Beispiel auf meinem Profil bist, dann siehst du vielleicht jemanden oder zwei.
- 22:20Du hast dich nicht spezialisiert auf die asiatische Kulisse. Ja, genau. Aber das ist etwas, was ich einfach ästhetisch finde. Und ich merke, das kann ich. Aber sonst muss ich sagen, es ist halt jedes Mal ein Umdenken. Ich glaube, es geht fast alles. Viel wichtiger ist für mich nicht, wie du aussehst, sondern wie ist der Vibe mit dir. Wenn ich die zwischenmenschliche Interaktion habe und ich jemanden sowieso schon mag,
- 22:47dann wird es für mich einfach, diese Person zu fotografieren. Je schlechter unsere Connection ist, desto schwieriger wird es, zu fotografieren. Das ist ja klar. Das ist wie beim Reiten. Wenn du paranoia schieben beginnst, mache ich das auch. Ich bin wie ein Ross, wenn es darum geht. Love of Attraction, die Pferde sind extrem auf Love of Attraction. Sie sind eigentlich dein Spiegel. Copy-Paste. Ja, voll. Kennst du auch das Human Design?
- 23:11Nein. Okay, das finden wir noch raus. Also es gibt ja so einen Dingstest, oder? Nur Geburtsdatum, Uhrzeit? Nein, das kann ich nicht. Was hast du gemeint? Du meinst das Insight? Ja. Die Farbe lernen? Ja, genau. Wahrscheinlich hast du viele Versicherungsberater und wahrscheinlich hat jeder von...
- 23:29Ein bisschen Ball. Genau, eins und eins zusammenzählen. Das heisst, eigentlich kommt es gar nicht auf das Model an, sondern auf den Vibe, den ihr habt. Was würdest du sagen, je besser, also wenn jetzt jemand dort ist, unsicher, verschlossen, keine Ahnung, ist es dein Job? Ja.
- 23:54Ist es ein Fotograf oder ein Model? Was würdest du sagen? Man muss unterscheiden zwischen Privatperson und Model. Wenn das Model unsicher ist, hat es ihren Job nicht gemacht. Das heisst, dort ist es dann wirklich nicht mein Job.
- 24:07Aber kannst du es als Fotograf wie noch retten in diesem Sinn? Absolut, ja. Aber man muss auch wollen. Man muss sich auch wollen helfen. Die Sicherheit, die man hat. So geil. Das muss man können. Es ist auch, wenn...
- 24:24Ich merke, wenn Leute unsicher sind und sie das auch zeigen und kommunizieren, dann ist es auch so ein Helfen. Man kann die Person wirklich unterstützen. Du kannst sie auffangen und dann auflockern. Was schwieriger ist, wenn die Leute keinen Bock haben. Dann fange ich auch an keinen Bock zu haben. Ich zwinge dich im Fall zu gar nichts.
- 24:46Du bist freiwillig hier. Genau. Aber wenn ich jemanden merke, hey, jemand leidet gerade. Okay. Oder jemand, ich weiss auch nicht, hat heute gerade einen schlechten Tag oder so, dann kann ich die Leute super abholen. Okay. Meistens. Aber es gibt sicher auch noch geile Fotos, sondern ich habe keinen Bock.
- 25:04Weisst du, die Attitude... Absolut, das ist das Erste, was ich mache, ist die Leute genau in ihren Mood reinlassen und sagen, gut, übertreiben wir halt das mal eine Runde. Und was dann passiert ist, wenn du ihnen die Erlaubnis gibst, so zu sein, wie sie gerade sind, dann wird es. Ja, aber es ist genau das Gefühl, wenn man Widerstand hat zu unseren Gefühlen und Emotionen, die wir nicht fühlen wollen, je mehr Widerstand, desto schlimmer fühlen wir uns. Aber komm, erlauben wir uns mal das Gefühl, einfach akzeptieren, hey, heute ist ein Fuck-You-Tag. Dann geht es auf. Ja, ich schwöre, es geht wirklich auf. So geil.
- 25:33So geil. Was wollte ich noch fragen? Wahrscheinlich ganz viel. Du warst jetzt am Open Air Frau-Fall, oder? Ja. Da war auch ein Hund, der dich angeschaut hat, um zu filmen. Ich habe das ja... Ich habe etwas gemacht, aber das ist freundschaftlich, weil wir kommen aus der gleichen Gegend. Aber sonst... Jamal, Winterthur.
- 25:54Ah, da musst du im Wind aufwachsen. Ja, voll. Mein kleiner Cousin ist Gabriele. Ja. Ja, also Verwandte. Wir spielen alle Jahre zusammen. Ah, was? Ah, okay, krass. Wir sind Familie, ja. Er hat noch meine Sonnenbrille. Okay. Hey, Gabriele, Sonnenbrille. Du kommst aus dem Ecken. Ja, voll, voll. Ah, so toll. Ah, genau. Du bist für ihn...
- 26:15Ja, für ihn habe ich das gemacht, aber sonst das Jahr gefunden, ich mache Pause ein Jahr. Okay, schön. So, Break, ich würde es wieder mal geniessen können, Zeit für mich haben. Sommer ist auch die Zeit, wo ich einfach viel Energie habe, um in mich selber investieren zu können.
- 26:31Scherer ist im Projektor, und ich muss auch rum in den Tisch. Und ja, ich wollte das einfach unbedingt geniessen und immer um meinen Geburtstag herum möchte ich einfach frei haben. Ich will dann nicht... Früher war es so, dass ich fand, immer bei wichtigen Wechseln bin ich am Arbeiten, damit ich sozusagen einen Wechsel über den Arbeiten mache.
- 26:50Jetzt nehme ich mir immer mehr Freizeit raus, weil ich so wichtige Daten habe. And you know what? When you rest, you get the best one. Ja, voll. Und Künstler, wir müssen leben. Wenn du nicht lebst, irgendwann fütterst. Ich habe das Letzte gehört.
- 27:06Bei den Komikern ist das ein Problem, wenn sie erfolgreich sind. Irgendwann machen sie nur noch Programme über Flughafen, Backstages und Promoevents. Weil sie nichts mehr vom echten Leben haben. Krass, stimmt. Das macht es dann irgendwann etwas langweilig. Alle haben ja das gleiche Leben.
- 27:23Sie fangen ja an und erzählen durch ihre Räubergeschichten. Jeder hat seine individuelle. Und dann durch das ganze Programm, überall Auftritte, haben sie ja keine Räubergeschichten mehr. Ja, voll. Spannend. Crazy, ja. Wo lässt er dich inspirieren?
- 27:41Was machst du, damit dich die Muse wieder... Ich habe mich das selber sehr lange gefreut. Früher habe ich immer geantwortet mit Musik. Und irgendwann habe ich gemerkt, ich belüge mich selber. Das stimmt nicht. Ich wünsche dir eben gerne, es wäre so.
- 27:58Aber ich habe gemerkt, es sind Menschen. Also wenn ich jemanden treffe, der mich inspiriert. Wenn jemand ins Studio reinkommt, ich mache ein Bild und merke plötzlich so «Damn, krass, das wird heftig, okay gut, machen wir mehr.» Und dann fängt es an und dann läuft die Person raus und ich merke, ich habe noch nicht genug und dann suche ich mir das Nächste.
- 28:18Und dann kommt das so rein. Es sind wirklich Leute, die mich inspirieren. Entweder weil sie so sind, wie sie sind, oder weil sie aussehen, wie sie aussehen. Und wenn beides sogar noch zusammenkommt, umso besser. Das ist das, was mich inspiriert. Die Posen, die wir am liebsten sehen auf deinem Insta-Profil, die wirklich sehr ausgefallen, kreativ sind, das sind Sachen, die bei dir entstehen. Oder kommt der Künstler oder das Model, wer auch immer, und sagt, «Hey, ich möchte gerne so ein Foto machen, wo ich so da bin.»
- 28:46Ist das mehr von dir? Eine Pause ist ein Mysterium in unserer Branche. Ich merke, jeder kommt zu mir ins Studio und fragt mich, ob ich mir helfen kann, zu pausen. Und das macht sehr viele Leute Angst, wenn ich das sage. Das ist unnatürlich. Aber das ist genau der Punkt. Ich helfe niemandem, zu pausen. Weil das Ding ist, ich erwarte von dir auch nicht wirklich eine Pause. Und das ist das Ding, jetzt könnte man sagen, mit dem kannst du ja so viel machen. Und ja, das stimmt.
- 29:12Aber ich fotografiere hauptsächlich Artists. Oder sehr viele Artists. Und keine Models und keine Fashion. Genau. Und ich sage den Leuten immer so, hey, schau mal, keiner will sehen, wie du posen kannst. Meiner Meinung nach. Die Leute wollen dich sehen.
- 29:27Das Interessante ist, dass viele Leute bei Models einen anderen Anspruch haben. Aber ich sehe bei den Models genauso den Menschen. Und nicht, das ist dein Job, du bist ein Model. Klar ist es cool, wenn du etwas von dir bringst. Aber wenn ich merke, du machst es nur wegen der Pose und nicht, weil du authentisch bist in dem, dann habe ich gerade einen Abfuck.
- 29:47Dann habe ich mir gedacht, ich mache lieber etwas anderes. Also für mich sind Posen natürlich etwas Cooles, aber nur dann, wenn es auch gerade passt. Und sonst bin ich eher der Typ, der gerne etwas ruhiges macht oder ich schalte eine Musik ein, die ich finde passt. Und dann passiert z.B. sehr viel in den Augen oder in der Mimik. Ich hasse es nicht gerne, wenn es so übertrieben ist. Deshalb bin ich wahrscheinlich auch kein Fashion-Fotograf.
- 30:13Weil die haben es gerne, wenn es explosiv ist. Und ich habe es eigentlich eher gerne, wenn es etwas ruhig ist und etwas tief drin ist. Du bist eh ein sehr deep, habe ich das Gefühl. Auch wenn ich dein Content anschauen gehe. Du bist eher ein tiefer Mensch, kein oberflächlicher in dem Sinne. Obwohl du eigentlich in einer sehr oberflächlichen Branche bist. Ich glaube aber, dass ich unter anderem wegen dem auch Erfolg habe.
- 30:37Weil ich den Leuten nicht das Gefühl gebe. Weil ich mag es selber nicht, weil es mich nicht erfüllt. Mich erfüllt die Tiefe. Das ist das, womit ich mich wirklich gerne beschäftige. Man sagt ja, du kannst andere Leute nicht so gut kennen, wie du dich selber kennst. Und ich habe das Gefühl, das Meer ist so... Ich bin jeden Tag am Schwimmen und entdecke neue Sachen.
- 31:03Und dann entdecke ich wieder neue Sachen in andere Leute. Und das ist das, was mich wirklich erfüllt und glaube ich als Fotograf am Ende des Tages auch ausmacht, wenn man mich kennt. Ist das so deine soziale Ader, die du vorhin gesagt hast? Heute hast du auch etwas gepostet mit «Übrigens dachte ich, dass du keinen guten Tag hattest mit dem Männchen hier».
- 31:25Du bist wertvoll, schön und all diese Sachen. Du spreadest diese Liebe aus. Ist das etwas, das von dir reinkommt? Hey, absolut. Zum einen ist das Ding so, ich habe halt meine Struggles, wie jeder andere auch. Manchmal mehr, manchmal weniger.
- 31:46Und ich bin eine Person, die zum Lovebombing tendiert. Und ich habe gelernt, das zu verschieben. Zwar nicht, weil es mega ungesund wird, wenn du das bei einem Partner machst oder bei jemandem, den du kennenlernst. Ich habe aber gemerkt, ich kann das bei allen Menschen machen. Und dann verteilt es sich. Und dann ist es nicht mehr Bombing, sondern du kannst jedem ein bisschen geben.
- 32:11Das ist etwas, das nicht in das Ungesunde hineinrutscht. Ich finde es heutzutage einfach mega wichtig, dass wir aufeinander schauen. Für mich ist Content etwas, wo ich sage, ich bin eine Personal Brand. Also zeige ich meine Persönlichkeit. Wenn ich das mit einer Reel kann,
- 32:35Mir hat eine Person dann heute Morgen geschrieben, ich habe es voll gebraucht, danke vielmals. Und ich weiss dann halt direkt so, okay gut, ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn du so etwas siehst bei jemand anderem und es dir gerade geholfen hat in dem Moment und dieser Person dann auch gerade noch schreibst, dann weisst du nämlich wirklich so, es hat wirklich etwas ausgemacht.
- 32:52Ja, ich meine, ich finde, mentale Gesundheit ist ein Thema, das mir am Herzen liegt, weil es macht halt mega viel kaputt und kann gleichzeitig aber auch mega viel schön machen, wenn es gut ist. Was machst du, wenn du solche Struggles hast? Musst du zuerst in dich selber reingehen oder hast du deine Person, deine Leute rund um dich?
- 33:17Ich würde sagen, inzwischen habe ich ein sehr gutes soziales Umfeld, das ich mir aber auch sehr aufbauen und aussortieren musste. Und darauf sehr schauen musste. Aber inzwischen habe ich wirklich meine Leute, die ich, egal wann, egal wie lange, egal wie oft man über das gleiche Scheissding redet, anrufen kann und ich weiss, die sind da.
- 33:41Das ist etwas, das mir extrem hilft. Zum anderen muss ich auch praktische Tools lernen, was funktioniert für mich. Sport zum Beispiel. Ich merke, wenn es mir wirklich schlecht geht und ich dazu keinen Sport mache, dann geht es mir nur noch schlechter. Es sind so Sachen wie Screen Time, das ist ein Thema in unseren Bereichen. Das ist so krass. Wie hoch ist es bei dir?
- 34:11Boah, ich weiss das... Ich habe leider mein Handy ausgemacht, ich muss es dir jetzt anschauen. Ja, aber er ist ja kein Konsument, er ist ja ein Produzent. Ja... Ah, okay. Geh du mal reden für ihn. Ja, gut. Ja, weisst du, bei uns ist es schwierig, Chris Green Time zu sagen. Weisst du, was ich meine? Wir sind eine Stammseite. Aber trotzdem, es sind ja immer Inputs. Auch wenn du selbst Sachen machst, es ist ja immer... Es ist ja immer das erste Video. Aber Gott sei Dank nur... Und vor allem, man muss auch sagen, ich bin auch mehr am Konsumieren als am Produzieren, wenn ich am Handy sitze.
- 34:40Ich meine... Es ist nicht auch überlegen. Ja, voll. Voll, voll, voll. Aber ja, ich würde sagen, mein Umfeld ist das, was mir wirklich hilft. Sich mit sich selbst beschäftigen und daraus lernen. Ich glaube, es ist eh... Ich sehe es ganz oft in meinem Umfeld, dass...
- 35:04gewisse Beziehungen ultraoberflächlich sind. Es ist alles gut, wenn es gut ist. Aber wenn es mal wirklich etwas nicht so gut ist und es geht dir scheisse oder du brauchst jetzt jemanden, dass dem auf einmal die Leute an einer Hand abzählen kannst. Wer wirklich da ist für dich. Du hast vorhin gesagt, du musstest aussortieren. Sind das solche Sachen, die du aussortieren musstest, weil sie sehr oberflächlich waren?
- 35:25Nein, ich habe mich immer so aussortieren müssen, weil ich gemerkt habe, ich mache Sachen mit, mit denen ich eigentlich gar nicht mitmachen möchte. Ich lache über Witze, die ich eigentlich gar nicht lustig finde. Und Einfluss einfach. Genau, ich höre Sachen, die du machst, die ich eigentlich nicht cool finde. Aber for the sake of the friendship, for the sake of peace, bin ich dann so, ja.
- 35:48Aber es ist halt ein sehr emotionales Thema, Freundschaften. Weisst du, wie viele Leute würden gerne... Sie motzen über ihre Freunde oder... Sie sind nicht wirklich committed, aber... Unbewusst gibt ihnen ja Freundschaft Sicherheit. Das ist ein soziales Netz. Wenn die Eltern nicht für dich da waren, wer hattest du? Du hast ja angefangen, deine Freundschaften aufzubauen. Oder deine Loyalität. Vor allem bei den Männern. Meine Jungs, meine Family und so. Obwohl dir die Family nicht gut tut, weil sie Interessen haben, die gar nicht...
- 36:15Deinem Wesen entsprechend. Aber du kannst trotzdem nicht loslassen, weil es viel tiefer ist, als dir das eigentlich bewusst ist. Und trotzdem sagen können, «Hey, fuck it, ich löse jetzt einfach alle Schnüre.» Hast du viel gegen den Wind gehabt, als du dich damals selbstständig gemacht hast?
- 36:33Nein. Nicht? Nein. Mehr Zuspruch? Ja. Cool. Schön. Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen und meine Mutter hat mich immer geholfen. Von Anfang bis heute. Egal was ich brauche, egal was ich habe, sie ist da. Hast du noch eine Schwester? Ich habe einen Halbbruder, aber wir sehen uns leider recht selten. Er lebt auf der anderen Seite der Schweiz. Was ist die andere Seite der Schweiz? Rheintal.
- 36:59Im Rind, ah, diese Seite, okay. Und, ähm, ja, aber... Was hast du für Wurzeln? Das ist genau da, ich habe sie jetzt. Was denkt er da?
- 37:12Ich habe keine Ahnung. Meine Mutter ist Schweizerin. Ich würde sagen, bis Südamerika. Ich habe auch gesagt. So Mitte... So Mittelamerika. Mein Vater ist Kubaner. Ah, wirklich? Nein, ich spreche kein Spanisch. Aber ich verstehe es. Und woher kommt der Name «Yung Ai»? Warum «Ai»?
- 37:34Hm, also ich glaube, das ist klar, warum ein. Ah, wegen Fotos? Ja, weil du halt schaust. Ich schwöre, ich habe mich das jetzt die ganze Zeit gefragt. Aber es ist mega spannend, du assoziierst es mit anderen Sachen. Total. Mit was dann?
- 37:52Also, ich weiss nicht, ich assoziiere einen mit tiefen Schocken. Ja, ja, ich dachte schon, dass du dich richtig gehst. Als wir bei dir gekommen sind, da fragte ich schon, wieso einen? Und dann so Musikszenen und dann so Deepness, Deepshit. Aber null mit Fösslern. Es ist schon etwas mehr dahinter als das. Ich habe auch etwas gesucht, wo das Y-Name drin ist. Wegen meinem Namen halt. Ich finde das Y eine sehr schöne Buchstabe.
- 38:17Ich habe etwas gesucht, das auch geiler ist, weil es mit dem gleichen Anfangsbuchstaben und Ende aufhört. Es ist etwas synchron. Und... Warte, mit dem Anfang und Schluss habe ich nicht verstanden. E-Y-E. Ah, okay. Das ist halt das Legastheniker-Halt. Okay, geil. Aber ich schaue noch.
- 38:41So spannend, Mann. Aber bist du dann auf diese Sachen gekommen, völlig verkrampft oder hast du plötzlich mal einen Puls gehabt, «Wow, das ist es!» Weisst du, was ich meine?
- 38:49Ich hatte 10 Minuten für den Namen. Aber du bist ja ein typischer Künstler, nicht? Du hast wahrscheinlich einen Impuls und dann... Ich bin die erste Zeit bei Young Lens und ich so, nein das ist stupid. Ich so, gut, was kommt vor der Lens? Auge. Ich so, okay. As easy as that. Ja, literally. Die Kamera setzt sich durch seit 10 Jahren. Okay, warte gut. So geil. Und wie bist du dann gekommen? Dann hast du die Versicherung angefangen abzufotten, so um einfach mal...
- 39:14Stabilität einkommen, einen Namen oder einfach so, hey, das ist ein Fotograf, dass es sich die Runde macht. Wie bist du dann auf die Künstler gekommen?
- 39:23Die Musikszene anfangen zu fotografieren. Und sich dort einfach anfangen zu arbeiten. Aufschlafen. Ja voll, mit dem Gesenppent. Okay, und dann hast du dort... Hey, wie gesagt, am Anfang machst du da was gratis, da bezahlt. Und dann geht es einfach immer weiter und du machst halt Kontakt. Immer höher, immer höher, immer höher. Wer war dein erster Künstler?
- 39:49Boah, das weiss ich einfach nicht mehr. Oder der erste, den du gefunden hast? Oh mein Gott! Also der erste... Du hast vorhin gesagt, Nervosität. Was ist der erste Künstliche, den du gesagt hast, da bin ich richtig nervös jetzt? Hmm... Boah... Das ist so schwierig. Ich glaube...
- 40:14Einer der ersten, die ich selber auch gelesen habe, die ich cool fand, war vielleicht Luke. Okay. Sich auch zu sehen, da war ich zwar nicht nervös, aber es war für mich eine Ehre. Vor allem das Bild, das wir gemacht haben, weil es eine Tupac-Allehnung war. Ich habe gewissen, das ist iconic. Ein Smokepurpp aus den USA, auch wenn er ein riesiger Pisser ist, aber egal.
- 40:40Der Stadtmast war voll im Hype. Für uns war es krass, dass wir den Fotografieren konnten. Dann ging es weiter auf Deutschland. Mit Arafat Abu-Jagam, Ali Boumaier und so. Sicher nicht! Oh mein Gott, woher die Szene? Ich kenne dir den Atlas, Karim.
- 41:01Nein. Der Filmer? Ja, ich bin mit ihm zusammen. Wir sind so ein paar Monate immer wieder zum Arafat und haben bei ihm gewohnt und so. Sicher nicht. Oh mein Gott, das will ich nachher bilateral mit. Sicher nicht.
- 41:16Von welcher Jahreszeit sprechen wir da? War das noch Bushido? Herbst. Nein, sorry. Jahreszeit Herbst. Nein, ich meine, wie sagt man? Welche Zeit so in der... Hey, das ist... Boah. Nein, es war nach Bushido. Und ich würde sagen, das ist vielleicht so... ...5 Jahre her. Okay. Krass. Wow, ich muss nachher alles wissen. Ich schätze. Ich kann dir viel über das erzählen. Das war eine wilde Zeit. Und ähm... Okay, dann zur Deutschrap. Aber was ist so ein Künstler, den du sagst...
- 41:48den möchte ich unbedingt in meinem Studio ableichten. Momentan muss ich sagen, meine Ziele liegen ganz woanders. Aber es gibt zwei Leute, die ich wirklich ums Verrecken wollen. Für mich ist es bei beiden zu spät. Ihre Karriere ist etwas done. Aber das eine wäre Scott Storch, der Produzent.
- 42:12Es ist einfach so ein abgefuckter «sich» und ich fühle das irgendwie. Kennt ihr «The Penguin» von Gotham? Nein. Ja, sicher. Das ist ein Serienfilm. Es ist das Batman-Universum. Und ich würde gerne so ein bisschen abgefuckter Scheiss mit dem machen. Vor einem Ohrklemmen oder so. Aber er hat genau das Gesicht.
- 42:37Und das andere ist 50 Cent. Ich würde ihn sehr gerne schultern. Er war der erste Rapper, den ich mit 7 oder so gehört habe. Aber möglich wäre es ja. Absolut. Also 50 wäre absolut möglich. Die Kontakte sind ja mega da. So geil. Aber eben, Alan Rush. Wenn er so ein Opa ist, weisst du, wer er auch ist. Ich habe das Gefühl, er ist wie wieder am Kommen.
- 42:58Aber alle von den 2000er Jahren sind so... Er ist voll wieder am Kommen. Er macht halt Szenen. Voll lustig, was er vorhin gesagt hat. Gestern sind wir von Italien zurückgefahren. Mit einer Mutter. Wir haben ein Hörbuch gehört. Und in diesem Hörbuch erzählt der Typ etwas von 50, von seiner Geschichte.
- 43:15Nach dem Hören, dachte ich mir, jetzt müssen wir 50 hören. Geil. Wenn wir 50 hören. Ich dachte mir, voll gefühlt diese Zeit. Mhm. Wie alt bin ich? Ich bin so 13, 14 vielleicht. Also es ist ja bei den Autos so, die Fiat Cinquecenta ist ja auch wieder gekommen. Ja, ja, voll. Es ist immer wieder so. Und damit spruchst du ein bisschen. Mit der Analogkamera ist es genau das gleiche. Ja.
- 43:33Und diese Bilder mit Analog-Kameras sind ganz anders. Das ist ein riesen Vibe. Und was willst du noch sagen? Dein Ziel ist nicht mehr Personen, sondern was wäre dein nächstes Ziel? Natürlich ist mein Ziel Personen. Aber ich habe inzwischen andere Business Goals. Für Lena war es viel darauf, sich einen Namen mit anderen Namen zu machen.
- 43:54Inzwischen habe ich ganz andere Ziele, wie z.B. nur noch 4 Stunden am Tag arbeiten. Er ist prägt, du. So meine Meetings beim Laufen draußen machen können. Wirklich viel mehr so ins Business investieren, damit es sich im Mai investiert.
- 44:16Das hängt unter anderem mit dem Bankenkonto zusammen. Ich bin momentan in einer Nische am Ausbau, wo ich sehr viel automatisieren und outsourcen kann. Wie meinst du das? Was kannst du automatisieren? Zum Beispiel den Edit. Ah, okay.
- 44:34Das ist zum Beispiel ein Punkt, den man automatisieren kann. Man kann zum Beispiel auch outsourcen. Man kann sich aber auch einfach Branchen aussuchen, wo so viel Geld drin liegt, in so kurzer Zeit, dass man halt Leute anstellen kann, die es für einen machen. Und das sind so Themen, die momentan bei mir recht aktuell sind, wo ich sehr viel oder nein, es geht eigentlich nicht einmal so viel Zeit drin investieren, aber meinen Fokus darauf legen. Und
- 45:04Ja, diese Sachen erlauben mir inzwischen, ein bisschen mehr zu leben. Einfach zu sein. Wann hast du dein Studio vermietet? Das ist schon seit Anfang, aber es lief am Anfang überhaupt nicht. Ich hätte das Studio selber nicht gemietet, sage ich dir ehrlich. Am Anfang, sorry. Das war ein Räumchen.
- 45:26Und dann ist es halt immer besser und mehr Equipment und es sieht besser aus und mehr System dahinter. Und jetzt so seit ungefähr eineinhalb, zwei Jahren läuft das richtig gut. Lie war schon bei dir, habe ich gesehen. Ja voll, voll. Ich war in Schottland dort leider. So ein geiles Tier. So ein geiler Vibe. Lie hat das Studio gekriegt? Ja. Ich habe ihn leider noch nie kennengelernt. Aber wir haben schon seit sicher fünf, sechs Jahren Kontakt. Er ist so ein geiler Tier.
- 45:55Er ist der erste Gast. Ah geil, er war der erste? Der Lie, ja. Er ist der erste Gast. Gegen Licht haben wir geshootet. Katastrophe. Wir wollten die Aussicht catchen. Aber es geht um uns, es geht um den Gast, es geht um die Inhalte, es geht nicht um die View. Darum ist komplett alles zu. Ja, es ist Hochsommer da draussen. Stimmt, klar. Da sind natürlich überall Fenster. Ja, nachher machen wir auf, dann siehst du es.
- 46:23Ja, nein, so lustig, hey. Und was wollte ich noch sagen? Hey, ich habe eine Frage. Du musst nachher noch die Frage suchen. Ja. Ein Advice, den du bekommen hast... Mhm. TikTok. Oder du willst weitergeben? Was findest du? Ein Advice, den du bekommen hast, der dir mega geholfen hat in deiner ganzen Selbstständigkeit, in deiner Karriere. Hm. Ähm...
- 46:51Boah, das ist mega schwierig. Ich mag mich jetzt so spontan einfach gerade an einen Moment erinnern, der vor ein paar Jahren, sicher vier Jahre her, plötzlich recht viel verändert hat für mich. Es ist nicht unbedingt ein Tipp, aber etwas, wo ich aufmerksam bin.
- 47:07darauf gemacht worden bin. Und zwar, ich habe immer gemeint, ich sei ein Handwerker. Ich habe immer gefunden, Fotografie ist ein Handwerk, ich behandle es auch relativ so, meine Kamera, ich habe keine emotionale Verbindung zu meiner Cam, sage ich dir ehrlich, das ist für mich ein Werkzeug.
- 47:26Dann hat irgendwann ein Kunde von mir gesagt, «Aber Janis, wenn du dir jetzt deine Bilder anschaust, siehst du als Handwerker oder siehst du Kunst?» Und dann habe ich plötzlich angefangen, das Ganze zu hinterfragen, wie ich an diese Sache herangehe. Und mich dann erst ab diesem Zeitpunkt auch angefangen, als Künstler zu identifizieren. Weil für mich war es vorhin, das Künstler-Sein hatte für mich immer etwas Bindes an sich.
- 47:52Weil es einfach zu viele Künstler gibt, die sich einfach scheissebenen. Und die haben das Gefühl, sie könnten es sich rausnehmen, weil sie Künstler sind. Und ich konnte mich nie mit dem identifizieren. Und dann plötzlich ging die Welt ein bisschen auf für mich, dass ich sagen konnte, hey doch, irgendwie durch bin ich schon Künstler. Das heisst aber weder, dass ich ein Arschloch sein muss, noch dass ich Bro sein muss. Und dann habe ich angefangen, diese Sachen zu verbinden.
- 48:14Und das andere, das hat mir glaube ich nicht jemand gesagt, aber darüber haben wir vorhin schon geredet, wirklich bis früh über jeden Fehler, den du machst. Am besten machst du jeden. Mhm, schön. Und hast du deine Kamera als Werkzeug gesehen? Wie siehst du es dann heute? Immer noch.
- 48:35Aber du bist ein Künstler, mit einem Werkzeug. Ja, aber es ist für mich... Das könnte man jetzt auch Faulheit nennen und wahrscheinlich ist es das auch.
- 48:49Aber ich scheisse auf Linsendeckel. Mhm. I don't give a fuck. Hast du ihm Vertrauen? Es passiert nichts? Ja. Und wenn, dann egal. Dann darfst du den nächsten annehmen. Ja, voll. Das Gute ist auch, ich bin Fotograf und nicht Videograf. Ich habe zum Beispiel Marlon, der immer seine Linsen putzen muss. Das ist berechtigt.
- 49:12Weil er kann das Zeug nicht aus dem Video retuschieren. Es ist fucking mühsam. Ah, ja klar. Ich kann das. Aber ich bin auch genau deswegen Fotograf und nicht Videograf. Weil ich kann ein bisschen mehr einfach machen und sagen, im schlimmsten Fall fixe ich den Post. Bei Videos... Ah, ist halt mühsam. In den Frame gehen. Genau, voll.
- 49:37Wolltest du sagen, bei dir vor vier Jahren, wo du die Erkenntnis hattest oder dir dessen bewusst geworden ist, was du wirklich machst, hast du auch im Business irgendeinen Umschwung gesehen?
- 49:53Nein, nicht wirklich. Aber die Identifikationsgeschichte ist für mich einfacher geworden. Ich konnte bei gewissen Sachen einfach bei mir bleiben und sagen, so sehe ich es, so fühle ich es. Wenn du das willst, dann ist das, was ich dir geben kann. Ich bin mehr daraus gekommen, dass ich das Gefühl habe, ich muss mich allem anpassen. Ein guter Handwerker kommt bei dir in die Hütte und egal wie deine Hütte aussieht, stricht er die Wand.
- 50:22Ich kann jetzt hin und sagen, hey, solche Wände streiche ich nicht. Geil. Voll geil. Also hast du aber auch ein bisschen, nicht mal deinen Value, aber du hast deinen Stil gefunden und du weisst, hey, das läuft, das mache ich gerne, so mache ich es gerne und etwas anderes wollte ich gar nicht. Ja, voll, ja. Und einfach meine Kommunikation. Das, was du sagst, hat mega viel mit deinem Innenleben zu tun. Das hat sich dann verändert und ich bin immer mehr zu dem geworden, wo ich heute bin. Stell dir mal vor,
- 50:51Wenn du mich jetzt so anschaust und wie du mich kennst, aber ich bin kein Künstler. Mhm. Hä? Was? Also es will ja heute jemand ganz anders da sitzen. Mhm. Und jetzt sitzt das hier unter anderem wegen dem, weil ich die Erkenntnis von aussen bekommen habe. Crazy. Ähm, Frage.
- 51:12Ja, wir haben ein Konzept und das ist, dass wir jedem Gast am nächsten Gast eine Frage stellen. Natürlich weisst du nicht, wer der Gast ist. Und darum, wir wollen dir deine Frage noch nicht stellen, damit du nicht euphorisch genommen bist. Darum, was ist deine Frage am nächsten Gast? Oh, was ist dein Warum? Was ist dein Warum? Was ist dein Warum? Freiheit. Freiheit. Ja, definitiv.
- 51:40Das ist eines der mächtigsten «Warum nicht?» Ja. Wir sind ja... Das ist unsere Essenz. Wenn ich sonst mit Leuten bin, die sagen, «Ich möchte einfach Geld.» Geld ist auch nur ein Tool. Jedes Kamera für dich ist ein Tool. Geld für alle anderen sollte ein Tool sein, um deine Freiheit finanzieren zu können, um Sachen kaufen zu können, um dir zu gefallen zu können, um helfen zu können, um etwas Gutes auf dieser Welt zu machen. Es ist ein Tool, es ist pure Energie. Du kannst Geld haben und nicht frei sein. Verstehst du? Nur so viel Geld auf dieser Welt.
- 52:07Ja, voll. Ich habe das gerade sehr fest gelernt. Ich habe ja vorhin gesagt, ich fahre kein Auto. Ich habe auch keine Autoprüfung. Und ich war sehr langsam so, ich brauche das nicht. Weil ich lebe jetzt in Zürich, wenn ich irgendetwas brauche, dann organisiere ich etwas. Wenn es Jobs sind, dann habe ich sogar Budget für das. Und so weiter und so fort. Also ich bin eigentlich gut ohne Auto.
- 52:30Jetzt habe ich aber plötzlich gemerkt, ein Auto gibt mir die Möglichkeit, meine Kollegen mehr zu sehen. Ein Auto gibt mir die Möglichkeit, jemanden zu besuchen, der vielleicht weiter weg ist. Und ein Auto gibt mir die Möglichkeit, jemandem zum Beispiel helfen, seinen Umzug zu machen oder so. Also, es gibt mir Freiheit und ich kann damit sogar noch jemandem helfen. Ich rufe beim nächsten Umzug an. Mach das.
- 52:52Wenn es im ersten Jahr meiner Autokarriere ist, mach das. Ich glaube, nachher machst du das nicht. Nein, irgendwann. Nachher kaufst du Autos mit kleinen Kuppern. Ja, lass mich mal auf dein Sofa zügeln. Zwei Plätze. Nein, nein, das muss schon ein grosses Auto werden, glaube ich. Also deine Frage, die du bekommen hast von Eubel... Oh. Deine Frage, die du bekommen hast, hört ihr mich? Kennst du eine Eubel-Art?
- 53:18Ist das er, der die Hauswände bemalte? Ja. Ich habe seine Sachen, ich sehe sie immer in Zürich. Jedes Mal mache ich Storys davon und fotografiere sie, weil ich es so geil finde. Das ist ja der letzte Gast. Er macht jetzt die Visuals von den Street Parade Official. Voll gut, ja. Voll, richtig geil. Ja, geil an sich. Auf jeden Fall, er hat gefragt, hast du jemals als Aufhörer gedacht?
- 53:42Oh ja. Oh ja. Also mega oft halt einfach, weil es hart war. Oder weil es einfach Enttäuschungen und so. Und man einfach so denkt, was macht das überhaupt? Oder man geht irgendwie nach... Ich muss euch vorstellen, ich bin vor drei Monaten oder so, bin ich an einem Punkt gewesen, wo ich so broke war.
- 54:10gleichzeitig so viel Geld offen war. Kunde, die nicht bezahlt haben. Ja, entweder Kunde, die nicht bezahlt haben. Und dann habe ich Anfang des Jahres noch etwas investiert, was sich überhaupt nicht gelohnt hat. Gut. Gibt es. Und
- 54:32Ich war so kurz an einem Punkt, wo ich mir gedacht habe, jetzt machst du das schon so lange. Und jetzt hast du da schon so etwas aufgebaut. Und trotzdem bist du gerade krass im Minus. Du kannst deine Miete nicht zahlen usw. Wo ich schon gedacht habe, irgendwann musst du vielleicht auch mal hören.
- 54:53Jedes Mal, wenn man aus der Musik kommt, lacht man wieder darüber und denkt sich so, Alter, hey. Alles Turning Points. Genau. Das ist das eine. Und das andere, und das ist etwas, was mich sehr geflasht hat. Ich habe ein crazy ADS. ADS, nicht ADHS.
- 55:09Was ist denn das? Das ist nur das Aufmerksamkeitsdefizit, ohne die Hyperaktivität. Okay. ADHS. Du hast alles, was man haben kann. Gut. Und ähm... Danke. Ich habe so ein wenig Ritalin genommen, als so in der Schulzeit und so, wenn man es einfach braucht hat. Ich habe es nie über längere Zeit genommen.
- 55:28Und dann vor ein paar Monaten habe ich es wieder genommen, weil stressige Zeiten und so, und habe angefangen, du weisst, wenn du es einmal so ein, zwei Tage nimmst, hilft es dir. Und es hat mir so brutal geholfen. Das ist wieder dein? Ja. Brutal geholfen. Einen Tag, zwei Tage. Ich habe so gefunden, Alter, wenn es so hilft, dann nimm es doch weiterhin. In-hour, intravenös. Hey, habe es weitergenommen. Also ich bekomme es verschrieben. Ähm, habe es weitergenommen.
- 55:56Und dann plötzlich wurde ich totes depressiv. Ich wollte alles fallen lassen. Das ist das erste Mal, dass mir das passiert ist, dass es von einem Ausseneinfluss kommt. Das Gefühl. Und so Kontrolle zu verlieren, bis ich dann irgendwann kapiert habe, ich nehme seit ein paar Tagen wieder Ritalin,
- 56:16einen Tag weggelassen und ich wieder gefunden, Alter, alles gut. Es sind voll deine Emotionen. Es killt dich komplett. Es killt deine Lows und deine Ablenkungen, aber es killt auch deine Highs. Und dann bist du einfach nur noch so, du bist einfach flach. Du hast keinen Ausschlag mehr in die eine oder andere. Es ist wie eine Antidepressiva. Das ist das, was die Lehrer ja wollen, dass die Kinder so sind. Aber es ist die grösste Katastrophe. Ich habe echt so gedacht,
- 56:43Ich war kurz davor, mein ganzes Team anzuläuten und zu sagen, wir machen zu.
- 56:51Aber weisst du, das frage ich mich jetzt gerade. Ganz ehrlich, haben wir Kinder wirklich ADHS, ADS und alles mögliche oder werden wir einfach falsch ernährt? Haben die Kinder Fernsehtablets? Und dann willst du mir sagen, dass wir Kinder normal sind? Habe ich auch nicht gehabt. Fernsehen? Tetris? Ja, aber nicht wirklich... Nintendo? Alles ist aufgestellt. Du hattest ein Umfeld. Und all diese Sachen sind ja Sachen ohne Symptome.
- 57:20Gut, was man vielleicht sagen könnte, ist ein bisschen in Anzug zu Depressivität oder so, die eine oder andere, je nachdem wie fest sie es im Griff haben und sich selber kennen oder nicht. Aber, mir läuft ja nicht die Nase. Mhm. Mein Problem ist ja erst ein Problem, wenn ich irgendwo reinkomme, wo es ein Problem ist. Ja, voll. Das heisst sozusagen, es ist egal, ob wir etwas haben oder nicht,
- 57:39Das Umfeld ist das, was ausschlaggebend ist. Der Spiegel. Genau. Voll. Und ADS ist halt etwas, wo... Wir hatten mal eine Frage. Pff. Es fällt überall auf. Ja, wir hatten mal eine Frage. Wer wärst du... Wow. ...gekommen? Stopp, der Leubel hat gefragt. Letztens meinte er so. Wer wären wir oder wüsstest du, wer du wärst, wenn du alleine auf dieser Welt wärst?
- 58:00Das ist genau das, wenn du keinen Spiegel hast... Weisst gar nicht, bin ich normal, bin ich lieb, bin ich... Was bin ich? Das ist voll krass. Das ist mir eigentlich mega wichtig. Ich habe mir auch so überlegt, okay gut, vielleicht gibt es irgendetwas, wo du in diesem Podcast loswerden willst. Und ich glaube, das ist jetzt so etwas, weil das hat mich jetzt mega daran erinnert. Bitte, ja. Wir kommen ja eigentlich alle so ein bisschen als Blankomansche auf die Welt. Mhm.
- 58:24dann wird einem ja sehr viel beigebracht. Und eigentlich alles, was wir machen könnten, ist das Ding mit Liebe fühlen, so fest wie es geht. Und alles andere ist dann halt so. Und ich habe gemerkt,
- 58:37in der Tendenz fühlen sich immer mehr Menschen ein bisschen schlecht. Immer mehr Menschen sind am strugglen, haben Probleme in der Psyche und so weiter und so fort. Und ich habe irgendwann gemerkt, natürlich, Social Media ist ein Riesenpunkt. Aber was genau? Wir sagen immer nur, ja, Social Media ist das Problem. Aber was ist genau das Problem? Und ich habe dann gemerkt, wir...
- 59:00werden oft aufmerksam gemacht auf etwas, das bei uns vielleicht nicht stimmen könnte. Und als Empath nimmst du das ja mega an. Da bist du dann direkt so, oh ja, shit, was will die vielleicht auch noch? Das sind Löcher, die gerappt werden, um im Endeffekt uns etwas zu verkaufen. Immer wenn du dich fühlst wie ein Hund, wenn du dich fühlst wie ein Schaf,
- 59:23Er versucht dir irgendetwas zu verdicken, weil er zuerst ein Loch in dir graben muss, um es nachher mit seiner Lösung zu füllen. Krass. Das ist etwas, was ich bemerkt habe, das einfach so oft so ist. Es ist die Frage, es ist so ein Huhn oder ein Ei. Fühle ich mich scheisse wegen Social Media oder habe ich mich scheisse gefühlt und sehe deshalb den Content?
- 59:41Aber ich merke, wenn du einen Blankomenscheit hinstellst, dann fühlt sich nach 10 Minuten Social Media scheisse. Und ich merke das mega fest, dass wir viele Probleme, vielleicht würden wir sie nicht so fest erkennen,
- 59:58Identifizieren. Benennen. Genau, benennen. Und ich glaube, wir würden in die Lösung ein bisschen mehr hineinwachsen, so oder so. Ohne dass wir uns vorher dafür kaputt machen. Das ist eben einfach so ein Grundsatz, den ich mir jetzt angefangen habe aufzubauen. Jedes Mal, wenn ich mich fühle wie ein Hund,
- 1:00:18Frage ich mich, okay, kommt es wirklich von dir oder hat irgendjemand dir gerade ein Loch gemacht, um es nachher mit seiner Lösung zu stopfen, weil Aufmerksamkeit einfach Geld bedeutet heutzutage? Wow. Hure, Hure. Aufmerksamkeit. Silicon Valley und all diese Milliarden für unsere Aufmerksamkeit. Und wie kriegst du die Aufmerksamkeit? Du kreierst ihm zuerst ein Problem und bietest ihm dann die Lösung an. Und das ist Social Media, basically.
- 1:00:43Wäre voll gefickt, Leute. Ich wusste, dass man mit dem Podcast so sprechen darf. Du kannst reden, wie du willst. Ja, geil, Mann. Das war ein richtig guter Abschluss für diese Folge. Danke vielmals. Schaut, was ihr konsumiert, Leute. Wenn du nichts für das Produkt zahlst, weisst du, dass du das Produkt bist. Von dem her, ja. Big time.
- 1:01:09Ja, crazy. Ich hatte eigentlich noch ganz viele andere Fragen. Nein, das können wir sonst nachher. Ich glaube, bilateral. Ja, wieder. Ja, geil. Hey, aber warte, zu deiner Frage, die du bekommen hast. Danke, dass du so offen warst, um das so zu beantworten. Dass du die Gedanken bekommst und dass es noch nicht mal so lange her ist. Und ich finde, das ist mega wichtig.
- 1:01:33Der Gedanke, aufzugeben... Äch... Sorry, ist mega normal. Einmal im Monat? Ja. Ist mega normal. Wenn die rote Welle kommt. Ist völlig normal, dass man das hat. Ich glaube, es ist wichtig, dass man dann aus dem rauskommt und dann eben einen Unfall hat, der einen bestärkt, und sagt «Hey, los!» Und dass du selbst so viel Selbstvertrauen hast,
- 1:01:54Feedback einholen ist so wichtig in dem Moment. Und ich habe so einen Leitsatz, das ist das, was mich durchheben lassen hat, all die Jahre, du kannst nicht gegen jemanden gewinnen, der nicht aufgibt. Ah voll! Wenn der immer wieder aufsteht, irgendwann hast du keinen Bock mehr und alle anderen haben irgendwann keinen Bock mehr und ich bin noch da. Ja, genau das ist es.
- 1:02:11Beständigkeit, ob du Lust hast oder nicht. Ich denke immer an Ronaldo, ob er Lust hat oder nicht. Er ist einfach verdammt noch mal trainiert, mal angeschissen, mal nicht. Aber er ist gegangen. Aber weisst du, wie ich angefangen habe? Ich habe das gerade gestern wieder gefunden. Ich habe so ein Glas, das ich mir...
- 1:02:29Jetzt mache ich eine Wochenreflexion anders oder eine Monatsreflexion. Einfach die Highlights vom Monat aufschreiben. Oder allgemein, passiert dir irgendetwas schönes, schreib es auf. Wir vergessen es so schnell. Und wenn wir down sind, haben wir das Gefühl, das Leben ist eh am Arsch. Und so ein Zettel kann dir in dem Moment einfach das Leben retten. Wir haben nichts erreicht. Oder in Aldi Komplimente, wo du immer Printscreen, Inspo und dann sehe ich dich wieder.
- 1:02:54Nein, weiter, weiter. Einmal akzeptieren, dass du einen Down hast, aber danach... Ja, voll. Das Leben geht weiter. Hey, Janis. Danke vielmals für deine Offenheit, Ehrlichkeit, dass du hierher gekommen bist, dass du dir diesen Weg auch ohne... Mit Kugel. ...eben ohne Auto hierher gekommen bist.
- 1:03:13Und ich glaube, du hast richtig viele wichtige Nuggets gegeben für die Zuhörer. Das freut mich. Merci vielmals für den Weg und alles. Auch euch, danke vielmals, dass ihr wieder zugesagt habt bei «Du entscheidest», deinem Podcast für Business, Erfolg und persönliche Weiterentwicklung. Persönliche Weiterentwicklung war in diesem Podcast heute sehr gross geschrieben. Und darum nochmal ein ganz, ganz grosses Dankeschön. Und vergesst nicht, euch zu abonnieren, euch zu supporten, mal etwas zu sharen, euch noch Freunde weiterzuleiten und...
- 1:03:42Ich gebe ihnen den Superlike. Wir haben natürlich alles vom Young Eye, aka Janis Verlink. Und geht mal ohne Witz auf seine Insta-Page. Ich glaube, er hat jeden Star. Es ist so crazy, Mann. Eigentlich wollte ich nur hier nachfragen. Er hat den Oss. Und dann sagen wir Ossi. Ich sage immer zusammen, warum Oss, Mann. Nein, es ist wirklich crazy, crazy, crazy. Gut. Ja, und den Stress habe ich auch gesehen. Danke.
- 1:04:11Tschüss miteinander. Danke nochmal. Merci, merci, merci. Ciao, ciao. It's a wrap.