Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / Bonus Folge: Geld, Verlangen & alte Dämonen: Die brutale Wahrheit über Tag 25 (Recovery Tagebuch)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen bei nielix Berlin.
- 0:03Ich freue mich riesig, dass du heute wieder eingeschaltet hast,
- 0:07um dir Zeit für dich und deine Themen zu nehmen.
- 0:10Hallo auch von mir. Wir tauchen heute tief ein in
- 0:15einen sehr persönlichen, aktuellen Tagebucheintrag von
- 0:19Gabriel. Er hat ihn am 7.
- 0:22September 2025 geschrieben, da war er genau 25 Tage clean.
- 0:27Und ja, der Eintrag hat wohl schon länger in ihm gearbeitet.
- 0:31Ja, das merkt man dem Text an, der ist wirklich intensiv.
- 0:34Gabriel nimmt uns da mit auf eine echte, ja emotionale
- 0:38Achterbahnfahrt. Total.
- 0:40Er spricht über massive Geldsorgen, was ja oft ein
- 0:43Riesenthema ist. Und was mich besonders
- 0:46aufhorchen lässt, diesen inneren Kampf mit aufkommenden
- 0:50kriminellen Gedanken. Puh, ja.
- 0:53Das sind halt Themen, die gerade so in der ersten Zeit in der
- 0:56frühen Recovery eine unglaubliche Wucht haben können.
- 1:00Und er schreibt das alles, während er schon seit 03:00 Uhr
- 1:03nachts wach ist. Wahnsinn.
- 1:05Ja, arbeitet an seiner Webseite Nielix Berlin, überarbeitet alte
- 1:10Sachen, plant schon wieder Neues.
- 1:12Die Serie Männer sucht und Emotionen er ist also voll drin,
- 1:16trotz allem. Bevor wir da jetzt aber tiefer
- 1:18reingehen, ist uns 1 ganz wichtig, damit du den Kontext
- 1:22verstehst. Gabriel, also der Kopf und ja,
- 1:25das Herz hinter nilix Berlin, der ist selbst betroffen.
- 1:29Genau. Erkennt, sucht, erkennt
- 1:31psychische Herausforderungen aus eigener, wirklich jahrelanger
- 1:35Erfahrung. Und das ist der Punkt.
- 1:37Und genau das teilt er hier. Seine ganz persönlichen Kämpfe,
- 1:41seine Erfolge oft total direkt, ungefiltert.
- 1:45Und das macht er nicht einfach so, dass es Absicht, er will
- 1:48damit eine ehrliche Verbindung zu dir aufbauen, dir zeigen,
- 1:52hey, wenn du was ähnliches durchmachst, du bist nicht
- 1:55allein damit. Diese Offenheit, das ist quasi
- 1:57Kern von nilix Berlin. Ja, diese radikale Offenheit.
- 2:01Absolut und vielleicht noch ne kurze Anmerkung, wie der Text
- 2:04überhaupt zu uns kommt, sozusagen.
- 2:06Ah gut, dass du es sagst. Das ist Gabriels
- 2:08Originaltagebucheintrag der wurde nur mit KI Unterstützung
- 2:12ein bisschen sprachlich geglättet, also Rechtschreibung,
- 2:15Grammatik, so was. Damit es besser lesbar ist.
- 2:18Genau und zur Übersichtlichkeit wurden halt Überschriften
- 2:21eingefügt. Und es gibt auch ein paar
- 2:24psychologische Einordnungen. Reflexionsfragen, die helfen
- 2:28sollen, das Ganze besser zu greifen.
- 2:29Aber der Kern, der Inhalt des Stil, die ganzen Emotionen, das
- 2:33ist alles 100% Gabriel. Da wurde nichts verändert.
- 2:36OK, super, dann lass uns mal reinschauen, was Gabriel da an
- 2:39Tag 25 so erlebt. Er nennt seine Gefühlswelt
- 2:43halben Wahnsinn. Eine echte Achterbahnfahrt, das
- 2:46Klang ja schon im letzten Artikel an mit dem Jobcenter
- 2:49Termin und der Selbsthilfegruppe.
- 2:51Ja, das stimmt. Er merkt, wie unfassbar schwer
- 2:54es ihm fällt, mit diesen krassen Hochs und Tiefs klarzukommen.
- 2:58Das ist was, was wir in der frühen Recyvery wirklich,
- 3:00wirklich oft sehen. Man nennt das ja auch emotionale
- 3:03Disregulation o. K.
- 3:05Stell dir vor, du hast jahrelang deine Gefühle ja quasi betäubt,
- 3:10weggedrückt mit Substanzen. Und wenn diese Betäubung dann
- 3:14wegfällt? Dann kommt alles hoch
- 3:16ungefiltert. Mit einer Wucht, die dich
- 3:19einfach umhauen kann. Total überwältigend.
- 3:22Das limbische System im Gehirn, also unsere Gefühlszentrale, die
- 3:26ist ja nicht mehr gedämpft und reagiert dann extrem sensibel,
- 3:30fast schon hypersensibel, könnte man sagen.
- 3:33Und die alte Lösung, der Griff zur Substanz, ist ja keine
- 3:36Option mehr, oder soll es nicht sein?
- 3:39Man steht diesen Gefühlen irgendwie nackt gegenüber.
- 3:43Genau das ist es. Die alten Bewältigungsstrategien
- 3:46sind weg oder man will sie ja bewusst nicht mehr und neue,
- 3:50gesunde Wege mit diesen intensiven Gefühlen umzugehen,
- 3:53die müssen ja erst mühsam gelernt werden.
- 3:56Wie ein Muskel, den man trainiert.
- 3:58Exakt das braucht Zeit, das braucht Geduld.
- 4:01Und manchmal, das darf man nicht vergessen, spielt auch das
- 4:04sogenannte Postakute Entzugssyndrom, kurz Paus, eine
- 4:08Rolle. Paus Ja.
- 4:10Das kann noch Wochen oder Monate nach dem eigentlichen
- 4:13körperlichen Entzug andauern. Und das äußert sich eben genau
- 4:16durch solche krassen Stimmungsschwankungen,
- 4:18plötzliche Reizbarkeit oder auch so depressive Phasen.
- 4:22Verstehe. Gabriel schreibt auch, dass ihm
- 4:25das Alleinsein gerade total zu schaffen macht.
- 4:28Und es wurmt ihn, weil er selbst mal geschrieben hat, dass dieses
- 4:31Gefühl vielleicht heißt, man ist noch nicht bereit für ne neue
- 4:34Beziehung. Ach.
- 4:35Dieser innere Konflikt, klassisch, ja.
- 4:37Wissen und Gefühl praller voll aufeinander ne.
- 4:40Total der Verstand sagt das eine, aber das Herz, das Gefühl
- 4:45schreit was ganz anderes. Und diese Spannung auszuhalten,
- 4:48das ist echt Teil des Prozesses. Schwierig.
- 4:51Interessant ist auch, was er beschreibt.
- 4:53Sein Gehirn läuft gleichzeitig auf Hochtouren, Ideen, Gedanken,
- 4:57Reflektionen, alles gleichzeitig.
- 4:59Er sagt Ja arbeiten an mehreren Bildschirmen.
- 5:02Kenne ich nur anders. Aber mitten in dieser Aktivität
- 5:05spürt er auch so ne Wut, so nen Ärger hochkommen, den er noch
- 5:08gar nicht richtig fassen kann. Und dann kommt der Punkt, der
- 5:11wohl alles noch schlimmer macht. Geld.
- 5:13Der Brandbeschleuniger. Ja.
- 5:15Er nennt es sogar ziemlich provokant, das größte
- 5:18Suchtmittel der Menschheit hat er ja schon mal drüber
- 5:20geschrieben und er beschreibt die harte Realität 2025 ohne
- 5:26Geld geht fast nichts und das macht ihn unglücklich depressiv.
- 5:30Nicht weil er shoppen will. Nein, nein, darum geht s ja.
- 5:32Nicht, sondern weil ihm grundlegende Dinge fehlen oder
- 5:35einfach unerreichbar scheinen. Er spricht ja auch die krassen
- 5:38Preissteigerungen an, die wir in den letzten Jahren hatten,
- 5:40während das Einkommen, wenn überhaupt, 1 da ist, ja
- 5:43stagniert. Und dann diese bittere Pointe.
- 5:46Ja, die ist hart. Dass die Preise für manche
- 5:49Drogen im selben Zeitraum teilweise sogar gesunken sind.
- 5:52Er nennt ja Kokain, die Schwämme und lobt im gleichen Atemzug
- 5:55Hendriks Träg für seine Ansätze in der Drogenpolitik.
- 5:57Das zeigt ja die ganze Absurdität der Situation, in der
- 6:00er steckt. Total.
- 6:01Man fühlt sich gefangen. Und diese Geldsorgen, die sind
- 6:04ja nicht abstrakt, die sind total konkret.
- 6:06Er wünscht sich n Hund als Begleiter gegen die Einsamkeit,
- 6:10für mehr Bewegung. Was ja super wäre in seiner
- 6:12Situation. Aber es scheitert am Geld.
- 6:14Die ganze Arbeit für Neelix Berlin ehrenamtlich kostet ihn
- 6:18sogar noch KI Tools zum Beispiel, die er jetzt
- 6:21einschränken muss. Und dann diese
- 6:23altersnackenschläge Internet abgestellt, Preiserhöhung im
- 6:26Kleingedruckten übersehen. Oh Mann, jetzt hangelt er sich
- 6:30mit dem Handy Hotspot durch die Serverkosten.
- 6:32Für die Webseite stehen an. Und selbst einfache Treffen mit
- 6:35anderen Clean Leuten. Sind oft zu teuer.
- 6:37Seine bittere Erkenntnis. Früher das Abgammeln in
- 6:41Drogenbuden, wie er es nennt, war paradoxerweise billiger.
- 6:44Das muss doch ein Schlag ins Gesicht sein, wenn du versuchst,
- 6:47ein neues, Cleanes Leben aufzubauen.
- 6:49Absolut. Das ist maximal frustrierend und
- 6:52demotivierend. Und genau diese Zuspitzung,
- 6:54dieser finanzielle Druck, führt dann zu dem Punkt, der
- 6:58vielleicht am meisten aufhorchen lässt in dem Eintrag.
- 7:00Ja, der Lockruf der Kriminalität.
- 7:02Er schreibt das so erschreckend offen.
- 7:06Dass er mit seinen alten Skills, er spricht von digitaler
- 7:09Kriminalität. Die er offenbar drauf hatte.
- 7:12Seine Geldprobleme quasi über Nacht lösen könnte.
- 7:14Er sagt, er könnte sich morgen 10 Huskys kaufen, das ist schon
- 7:19krass formuliert. Puh.
- 7:22Das zeigt einen tiefen Inneren Riss oder auf der einen Seite
- 7:25dieser Schwur vom Dezember, nie wieder kriminell werden und auf
- 7:29der anderen Seite dieser immense Druck durch die Not jetzt, er
- 7:32fängt ja sogar an, diesen alten Spruch, Kriminalität lohnt sich
- 7:36nicht anzuzweifeln. Wenn er Urteile sieht oder
- 7:39Täter, die seiner Meinung nach davonkommen und mehr scheffeln
- 7:42als ehrliche Leute. Da kommt natürlich auch viel
- 7:45Frust durch. Aber im Text gibt s ja auch
- 7:47diese psychologische Einordnung dazu, wie das Suchtgedächtnis da
- 7:51arbeitet. Stimmt, das war wichtig.
- 7:52Ja, ganz entscheidend. Das Suchtgedächtnis neigt halt
- 7:55dazu, die Vergangenheit zu glorifizieren.
- 7:58Zu romantisieren. Die schlechten Seiten
- 8:00ausblenden. Genau.
- 8:02Die Angst, die Gewalt, die Paranoia, die ständige Gefahr
- 8:06wird alles kleingeredet oder vergessen.
- 8:09Was bleibt, ist die Erinnerung an das vermeintlich schnelle
- 8:12Geld. Der Kick.
- 8:13Und wenn dann der Stress kommt, wie jetzt die Geldsorgen.
- 8:16Dann greift das Gehirn auf die alten, eingeübten Bahnen zurück.
- 8:20Wenn Kriminalität früher die Lösung für Geldnot war, dann ist
- 8:24dieser Gedanke jetzt wie eine Autobahn im Kopf, sofort.
- 8:27Da wieso ne konditionierte Reaktion?
- 8:30Reiz alte Lösung? Exakt, der Reizgeldmangel löst
- 8:34fast automatisch den Gedanken an die alte, destruktive Lösung
- 8:38aus. Die Euphorie wird erinnert, die
- 8:40Konsequenzen ausgeblendet. Und Recovery heißt dann, neue
- 8:44Wege zu bauen. Mühsam.
- 8:45Ja, neue, gesunde Wege bauen, neuronale Trampelpfade anlegen
- 8:50und die immer wieder gehen, bis sie stärker sind als die alte
- 8:54Autobahn, das ist verdammt harte Arbeit.
- 8:56Gabriel reflektiert ja auch über diese Externalisierung, also die
- 8:59Schuld nur außen zu suchen, bei der Gesellschaft, der Politik.
- 9:03Was ja menschlich total verständlich ist in seiner Lage.
- 9:06Aber es birgt die Gefahr, dass man sich ohnmächtig fühlt.
- 9:09Und dieses Ohnmachtsgefühl ist wieder ein Trigger.
- 9:12Ein Teufelskreis. Deswegen ist die Frage so
- 9:15wichtig. Wo ist trotz allem mein eigener
- 9:18kleiner Handlungsspielraum, welche winzigen, legalen
- 9:22Schritte kann ich selbst gehen, auch wenn es schwerfällt?
- 9:26Aber er verdrängt die Gefahren der Kriminalität ja nicht
- 9:28komplett. Das Suchtgedächtnis versucht es
- 9:31vielleicht, aber er erinnert sich ja auch.
- 9:33Zum Glück ja. Das ist ein wichtiger
- 9:36Realitätsanker. Er schreibt ja davon, wie er
- 9:38wegen Darknet Sachen fast erstochen wurde in seiner
- 9:42Wohnung. Überfälle wegen Kryptosits, die
- 9:45ständige Angst. Schreckliche Erlebnisse.
- 9:48Er wähnt ja sogar die One Coin Betrügerin und sagt, die hat
- 9:51bestimmt keine ruhige Nacht. Stimmt.
- 9:54Und diese Erinnerung an die brutale Realität hilft ihm dann
- 9:58doch, am Ende zu sagen, OK, ein ehrliches Leben ist besser.
- 10:02Das will ich. Trotz der Versuchung.
- 10:04Trotzdem, aber man spürt dieses innere Chaos, die Gefühle, der
- 10:09Suchtdruck, die kriminellen Ideen, die Geldsorgen,
- 10:12Zukunftsangst, dieser Frust über die Ungerechtigkeit der Welt,
- 10:16das ist n Cocktail. Aber trotz dieser Zerrissenheit,
- 10:19das betont er ja auch, er ist ein Kämpfer.
- 10:23Aufgeben ist keine Option. Schon gar nicht bei nelix
- 10:26Berlin, seinem Herzensprojekt. Absolut.
- 10:28Er erinnert sich ja, wie er sich aus der Obdachlosigkeit
- 10:31Rausgekämpft hat, auch indem er öffentlich auf Missstände
- 10:34aufmerksam gemacht hat. Und er hebt einen Erfolg hervor,
- 10:37der wirklich, wirklich riesig ist.
- 10:40Sein Ausstieg aus der jahrelangen polamidon
- 10:42Substitution vor etwa 3 Jahren. Kannst du das noch mal
- 10:45einordnen? Warum ist das so eine krasse
- 10:48Leistung? Polamidon das ist doch Methadon,
- 10:51oder? Genau.
- 10:52Polamidon oder Methadon. Das ist ein sehr starkes
- 10:56synthetisches Opioid. Der Entzug davon ist die Hölle,
- 11:00nicht nur körperlich extrem hart und langwierig, oft über Monate.
- 11:04Monate wow. Ja, sondern auch psychisch
- 11:06unglaublich zermürbend. Die Rückfallquoten nach so einem
- 11:09Entzug sind leider extrem hoch, die Statistik für einen
- 11:13dauerhaften kompletten Ausstieg ist, na ja, ernüchternd.
- 11:17Verstehe. Dass Gabriel das geschafft hat,
- 11:19nach 1314 Jahren Substitution, das zeugt von einer unfassbaren
- 11:25Willenskraft, Disziplin, Überlebensinstinkt.
- 11:28Das ist wieso n inneres Kraftreservoir, oder?
- 11:31Absolut. Das ist der Beweis für ihn
- 11:33selbst. Ich kann das, ich kann extreme
- 11:36Herausforderungen meistern, daraus kann er jetzt schöpfen.
- 11:39Diese Kraft will er jetzt offenbar wieder nutzen.
- 11:42Er ist entschlossen, weiterzumachen, einen Job zu
- 11:45finden, er würde sofort was annehmen, schreibt er.
- 11:48Aber es gibt eben reale Hürden, handwerklich unbegabt, sagt er.
- 11:532 Hüft OPS schränken ihn ein, und dann der Arbeitsort.
- 11:58Ja, das ist kritisch. Bestimmte Orte in Berlin er
- 12:01nennt explizit die u Bahnlinie u 8.
- 12:04Das sind für ihn absolute Hochrisikotrigger für einen
- 12:08Rückfall. Gerade jetzt so früh.
- 12:10Das ist absolut nachvollziehbar und eine wichtige
- 12:13Selbstschutzstrategie, solche bekannten Triggerorte zu meiden
- 12:17ist am Anfang oft überlebenswichtig.
- 12:19Warum ist das so? Also warum gerade ein Ort wie
- 12:21die U 8? Na ja, wenn du über Jahre an
- 12:24bestimmten Orten Drogen gekauft oder konsumiert hast, hat dein
- 12:28Gehirn gelernt, dieser Ort gleich Belohnung durch die
- 12:31Droge. Ah okay.
- 12:33Allein dort zu sein, die Gerüche, die Geräusche, das kann
- 12:37dann blitzartig massiven Suchtdruck auslösen.
- 12:40Craving nennt man das, eine unbewusste, konditionierte
- 12:43Reaktion. Da brauchst du echt stabile
- 12:46Skills, um dem zu widerstehen. Dir er gerade erst aufbaut.
- 12:48Eben deshalb ist meiden am Anfang oft die sicherste Wahl.
- 12:52Er bräuchte also eigentlich einen Job am PC, etwas, das ihm
- 12:55liegt und ihm nicht ständig diesen Gefahren aussetzt.
- 12:58Aber gleichzeitig bricht aus so viel Frust aus ihm raus über die
- 13:02Bedingungen generell. Ja, das spürt man deutlich.
- 13:05Mindestlohn, von dem man kaum leben kann, Rentensystem, dem
- 13:08man nicht traut, Politiker, Diäten.
- 13:10Er fühlt sich ungerecht behandelt, spricht von den
- 13:13oberen 2%. Das klingt teilweise echt
- 13:16sarkastisch. Dieser Frust über
- 13:17Ungerechtigkeit ist total verständlich.
- 13:19In seiner Situation kann extrem stark sein, die Kunst ist halt,
- 13:23und das deutet er ja auch an. Den Frust umzuwandeln.
- 13:27Genau, nicht destruktiv werden, sondern die Energie positiv
- 13:30nutzen. Als Motivation nach dem Motto
- 13:33Jetzt erst recht, auch wenn es schwer ist.
- 13:35Und das scheint er ja zu versuchen.
- 13:37Einen Job, sagt er, würde ihm helfen, nelix Berlin auszubauen
- 13:40und den Hauptgrund für Rückfallgedanken, die
- 13:42Geldsorgen, die zu Depressionen und Konsumwunsch führen, zu
- 13:46entschärfen. Das wäre ein wichtiger Schritt
- 13:48zur Stabilisierung. Paradox ist ja, er sieht die
- 13:51Hürden auch als anspornen, es allen zeigen, fast wie im
- 13:54amerikanischen Traum, den er aber für Deutschland
- 13:57gleichzeitig kritisiert. Diese Ambivalenz ist typisch.
- 14:00Er kritisiert auch die Politik. Sparmaßnahmen hier, Ausgaben
- 14:04woanders den Euro bremst sich dann aber selbst.
- 14:07Will sich wohl nicht noch mehr Ärger einhandeln.
- 14:08Man spürt dieses Ringen zwischen Opfergefühl und dem Wellen
- 14:13selbst, was zu tun, die Energie konstruktiv zu nutzen, das ist
- 14:17Can der Recovery. Im Ausblick wird er dann aber
- 14:20wieder positiver. Er freut sich auf die Arbeit
- 14:23einer neuen Serie Männer, sucht und Emotionen, das ist für ihn
- 14:27ja auch Selbstreflexion. Ja, das schreiben, das Projekt
- 14:31wird zur Bewältigungsstrategie. Und er hat diese Idee für ein
- 14:35neues Podcast Format. Ein persönlicher Wochenrückblick
- 14:38mit seiner eigenen Stimme, nicht KI gelesen.
- 14:41Ah, das klingt spannend. Kündigt er als Überraschung an
- 14:44und verspricht weiter ehrliche, tabufreie Inhalte.
- 14:48Das zeigt doch wieder diese kreative Kraft, diesen Willen,
- 14:51trotz allem weiterzumachen, was Sinnvolles zu schaffen.
- 14:55Das ist beeindruckend. Der Artikel endet ja dann mit
- 14:58diesem FAQ teil fragen, die sich aus Gabriels Erfahrungen
- 15:02ergeben. Ich finde die sollten wir uns
- 15:04auch noch genauer anschauen, die sind sicher für viele Hörer
- 15:07relevant. Unbedingt gut Idee.
- 15:10Die erste Frage, warum sind gerade Geldsorgen so ein krasser
- 15:15Trigger für einen Rückfall? Ja gute Frage, stell dir das wie
- 15:20ne Abwärtsspirale vor. OK, anhaltender finanzieller
- 15:24Stress, das erzeugt Hoffnungslosigkeit, Angst,
- 15:27Ohnmacht bis hinzu echt tiefen Depressionen.
- 15:31Man sieht keinen Ausweg mehr. Genau.
- 15:33Und in dieser Verzweiflung meldet sich das Suchtgedächtnis
- 15:36ganz laut. Es flüstert dir die vermeintlich
- 15:39schnelle Lösung ins Ohr, Konsum. Um die Qual zu betäuben.
- 15:43Ja, oder um der Realität zu entfliehen.
- 15:46Sich kurz stark zu fühlen und dann kommt dieser Gedanke ist
- 15:50doch eh alles scheiße, dann kann ich auch high werden, das wird
- 15:54zur Rechtfertigung im Kopf. Eine gefährliche Rechtfertigung.
- 15:57Extrem gefährlich. Deshalb sind Geldnöte einer der
- 16:01häufigsten und leider auch stärksten Rückfallauslöser.
- 16:04Es trifft dich an der Existenzgrundlage.
- 16:07Das ist fundamental. Verstehe.
- 16:09Die zweite Frage geht auf diese dunklen Gedanken ein.
- 16:12Ist das normal in der Recovery wieder an Kriminalität zu
- 16:15denken? Ja, leider ja.
- 16:18Das ist viel normaler, als viele vielleicht glauben, besonders
- 16:21wenn wie bei Gabriel eine Vorgeschichte da ist, wenn
- 16:24Kriminalität, sucht und Geldbeschaffung früher eng
- 16:27zusammenhängen. Das Gehirn kennt den Weg quasi.
- 16:29Das Gehirn hat diese Verknüpfung gelernt und greift unter Druck
- 16:33darauf zurück, wie ein alter Reflex.
- 16:35Aber, und das ist das absolut entscheidende.
- 16:38Man darf dem nicht nachheben. Man muss lernen, diese Gedanken
- 16:41als das zu erkennen, was sie sind, ein Symptom, ein Symptom
- 16:46des Suchtgedächtnisses und ein lautes Warnsignal, ein Signal
- 16:50für extrem hohen Stress, hohen Leidensdruck.
- 16:53Es ist keine Handlungsanweisung. Auf keinen Fall.
- 16:57Es ist absolut zentral, diesen Gedanken nicht zu folgen, sie
- 17:01als Alarmsignal zu werten und sich sofort Unterstützung zu
- 17:04suchen. Darüber reden Selbsthilfegruppe,
- 17:07Therapeut, Vertrauensperson. Nicht damit allein bleiben.
- 17:11Sehr wichtiger Punkt, nächste Frage.
- 17:14Die Gefühlsschwankungen, wie kann man lernen mit diesen
- 17:18extremen Wellen nach dem Entzug umzugehen?
- 17:21Puch. Ja, der allererste Schritt
- 17:24klingt vielleicht banal, ist aber wichtig.
- 17:27Akzeptanz okay sich immer wieder, sagen okay das ist jetzt
- 17:31Teil meiner frühen Recovery. Es fühlt sich furchtbar an, aber
- 17:35es ist normal und es geht wieder vorbei.
- 17:38Es bleibt nicht für immer so, das nimmt schon mal Druck raus.
- 17:41Und dann? Dann helfen oft ganz
- 17:44grundlegende Dinge, die Stabilität geben, eine feste
- 17:47Tagesstruktur, regelmäßige Mahlzeiten, genug Schlaf.
- 17:51Klingt simpel, ist aber Basis. Und aktiv was tun?
- 17:54Ja, dann braucht es aktive Skills, Fertigkeiten, die man
- 17:57trainieren muss, Achtsamkeitsübungen zum
- 17:59Beispiel, um im hier und jetzt zu bleiben, nicht von den
- 18:02Gefühlen weggerissen zu werden. Ablenkung.
- 18:05Bewusste Ablenkung durch positive Aktivitäten kann
- 18:07helfen, ja, aber auch, und das ist schwer, das gezielte Üben,
- 18:11unangenehme Gefühle einfach mal auszuhalten.
- 18:13Aushalten lernen. Genau, ohne sofort in alte
- 18:16Muster zu verfallen. Konsum, kriminelle Ideen, was
- 18:19auch immer. Das ist wie Muskeltraining für
- 18:21die Seele. Es braucht Zeit, Wiederholung,
- 18:24Geduld, es wird besser, aber nicht von heute auf morgen.
- 18:27Verstehe und die letzte Frage aus dem FAQ, warum ist es so
- 18:31wichtig Orte wie die U 8 in Berlin zu meiden?
- 18:33Du hast es vorhin schon angerissen.
- 18:35Ja, genau. Solche Orte sind eben starke
- 18:38externe Trigger. Wenn du an einem bestimmten Ort
- 18:41u. Bahn, Straßen, Ecke, Kneipe,
- 18:43egal jahrelang regelmäßig Drogen geholt oder genommen hast, dann
- 18:47hat dein Gehirn eine extrem starke Verknüpfung gebaut,
- 18:50dieser Ort gleich Belohnung durch Substanz.
- 18:53Automatisch. Eine unbewusste, konditionierte
- 18:56Reaktion. Allein der Anblick, die Gerüche,
- 18:58die Geräusche können dann blitzartig massiven Suchtdruck,
- 19:01also Craving, auslösen. Und in der frühen Phase?
- 19:04Wenn die neuen, gesunden Strategien noch nicht sitzen.
- 19:07Ist es oft einfacher, solche Hochrisikoorte konsequent zu
- 19:10meiden? Selbstschutz erst, wenn man viel
- 19:13stabiler ist, kann man sich dem vielleicht wieder stellen, aber
- 19:16am Anfang Abstand halten. OK, das ist klar.
- 19:19Im Fazit seiner 25 Tage zieht Gabriel dann auch klare
- 19:23Schlüsse. Finanzen sind der größte,
- 19:26gefährlichste Trigger für ihn gerade.
- 19:28Ja, das Suchtgedächtnis ist hellwach, versucht ihm
- 19:31Kriminalität als Lösung zu verkaufen.
- 19:33Und die Gefühle, die Einsamkeit verstärken den Druck.
- 19:36Aber er benennt auch klar seine Baustellen, seine Aufgaben.
- 19:39Stimm einen gesunden, legalen, realistischen Weg für die
- 19:43Geldsorgen finden. Ganz wichtig.
- 19:45Die Wut und den Frust konstruktiv nutzen.
- 19:49Motivation statt Opferrolle. Ja, diesen Switch schaffen.
- 19:52Und weiter an den Skills arbeiten, um die Gefühlswellen
- 19:55besser zu surfen. Genau das sind klare Ziele.
- 19:58Und der Blick nach vorne bleibt trotz allem konstruktiv.
- 20:02Die Projekte geben ihm Struktur, ein Ventil.
- 20:05Er will weiterkämpfen, einen ehrlichen Weg finden, auch wenn
- 20:08er steinig ist. Dieser Eintrag zeigt wirklich
- 20:10eindrücklich, Recovery ist kein Spaziergang, kein gerader Weg
- 20:14nach oben. Es ist ein ständiges Ringen,
- 20:16absolut ein Ringen mit alten Dämonen, mit äußeren
- 20:20Widrigkeiten, ja, aber eben auch ein Prozess des Lernens, des
- 20:26Wachsens, des sich neu erfindens.
- 20:29Und Gabriels Offenheit auch über diese dunklen Gedanken zu
- 20:32sprechen. Die kriminellen Impulse.
- 20:35Die ist unglaublich wertvoll, das Enttabuisiert diese
- 20:39Erfahrungen. Es zeigt anderen, Hey, ihr seid
- 20:42mit solchen Kämpfen nicht allein, das kann Teil des Weges
- 20:45sein, wichtig ist nur nicht nachgeben, es als Weckruf
- 20:49verstehen. Ein sehr wichtiger Punkt zum
- 20:51Schluss, bevor wir uns verabschieden, gibt es noch
- 20:54etwas. Gabriel steckt ja seine ganze
- 20:57Energie, sein Herzblut und auch seine knappen Finanzen in Nelix
- 21:01Berlin, um anderen zu helfen, aber auch um seine eigenen
- 21:04Erfahrungen zu verarbeiten. Ja, das ist spürbar.
- 21:07Deshalb möchten wir seinen Aufruf hier weitergeben.
- 21:11Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du die Arbeit von Nelix
- 21:13Berlin wertvoll findest, würde sich Gabriel riesig über deine
- 21:17Unterstützung freuen. Mhm, du kannst Wabien helfen,
- 21:20indem du diesen Beitrag auf Social Media teilst oder den
- 21:24Podcast auf Plattformen wie Spotify oder Apple Podcasts
- 21:27bewertest und Likest. Das hilft wirklich.
- 21:30Das Projekt Nelix Berlin wird komplett allein von Gabriel
- 21:33finanziert und erstellt. Jede Form der Unterstützung
- 21:36hilft Gabriel mit diesem Projekt, sich selbst und
- 21:39gleichzeitig anderen Betroffenen zu helfen.
- 21:42Und dann sein Motto. Genau Gabriels persönliches
- 21:45Motto, das ihn antreibt, lautet, aus allem schlechten in seinem
- 21:49Leben etwas Gutes zu machen. Ein starkes Motto.
- 21:53Und nach diesem ehrlichen Einblick bekommt es noch mehr
- 21:55Gewicht, finde ich. Es zeigt diese Entschlossenheit,
- 21:58selbst aus den tiefsten Tälern noch was Positives zu ziehen.
- 22:01Absolut ja. Dieser Einblick in Tag 25 von
- 22:05Gabriels Weg, der macht echt nachdenklich.
- 22:07Er zeigt die Zerbrechlichkeit, klar, aber auch die immense
- 22:11Kraft, die im Weiterkämpfen liegt.
- 22:13Vielleicht regt es dich ja auch an, mal darüber nachzudenken,
- 22:17welche inneren Kämpfe führst du gerade?
- 22:19Und welche Ressourcen kannst du vielleicht mobilisieren, um
- 22:22deinen Weg zu gehen? Eine gute Frage zum Mitnehmen.
- 22:25Ja, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und zugehört
- 22:29hast. Pass gut auf dich auf.
- 22:31Bleib sauber, oder wie Gabriel sagen würde, bis zum nächsten
- 22:33Mal. Bis bald.