Latest / Die Abschweifung / Die Abschweifung 72 Mistgabeln gegen Meteorologen
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- 0:31Hallo und willkommen zu einer neuen Ausgabe der Abspalfunk, da wo ich gelegentlich, so gut wie nie,
- 0:39vom Thema abweiche. Tja, abweichen, witzig. Mein Gott, die letzten Tage waren ja wohl auch ein
- 0:55absoluter Fiebertraum. Ich hatte überlegt,
- 1:02es gibt ja so ein, zwei
- 1:04Themen, über die ich reden möchte,
- 1:06aber das, was mir so am meisten
- 1:10aufgefallen ist, ist das Wetter.
- 1:13Nichts ist belangloser, als über das
- 1:16Wetter zu reden, denn jeder hat was zum
- 1:18Wetter zu sagen, ob gutes Wetter ist oder
- 1:18schlechtes Wetter. Nein, mal im Ernst. Wir hatten ja jetzt Wetterwarnungen gehabt, dass ganz Deutschland
- 1:27in einen Schneechaos versinkt und zumindestens hier in Nordrhein-Westfalen im Ruhrgebiet war es
- 1:35ja doch ein bisschen… es war gar nichts. Wenn wir hier irgendwie fünf Millimeter Schnee haben,
- 1:45dann ist das viel. Ich weiß, dass es Stellen gibt, die ein bisschen mehr geschnallt haben,
- 1:51ja, wo man dann auch rodeln kann, aber so im Großen und Ganzen war das nicht so. Es sieht
- 2:03in anderen Teilen Deutschlands anders aus. Also Schwarzwald 50 cm Neuschnee. Im Norden
- 2:14von Deutschland stellenweise fast ein Meter mit Schneeverwehungen und da war das ein bisschen
- 2:23heftiger. Da gab es ja auch Einschränkungen im Schienenverkehr oder der ist komplett ausgefallen,
- 2:30Straßen waren nicht mehr passierbar. Das, was mich irritiert hatte, war, dass die Leute jetzt
- 2:40mit Fackeln und Missgabeln auf die Metrologen losgehen. Denn es wurde ja riesen Tamtam gemacht,
- 2:50die Schulen sind ausgefallen und es ist ja nichts passiert. Ich habe Videos gesehen gehabt,
- 3:00wo Leute quasi aus dem Schneegestöber einen Bericht gemacht haben, wo sie dann halt einen
- 3:09Schneefall-Effekt und Windgeräusche drauf gemacht haben, weil das ja so ein Schneesturm ist und dann
- 3:16"haha" seht strahlender Sonnenschein und ein paar Zentimeter Schnee. Und das wäre auch der erste
- 3:24Schnee in diesem Jahr gewesen, also in diesem Winter. Dabei muss man bedenken, der Winter ist
- 3:29ja erst ein paar Tage alt, sondern der ist ja bekanntlich am 21. oder 23. Dezember ist der
- 3:39Winter angefangen. Ich glaube um 16 Uhr, weil das hat was damit zu tun, wie die Erde um die Sonne
- 3:45kreist und wenn sie dann halt einen bestimmten Punkt überschritten hat, dann ist Winter. Ja,
- 3:58mal nachdenken. Die Leute haben sich darüber lustig gemacht und haben dann das große "Mimimi" gemacht,
- 4:05weil ja so viel angesagt wurde und es ist nichts passiert. In der Vergangenheit gab es Momente,
- 4:14wo nicht gewarnt wurde oder wo die Metrologen überrascht wurden. Ich denke nur mal hier so
- 4:232010 in Münster, wo halt Strommasten umgeknickt sind, weil der nasse Schnee an den Leitungen
- 4:34gefroren ist und es eine große Last wurde, dass die Masten da weggeknickt sind. Und da wurde sich
- 4:43auch beschwert. Warum hat uns keiner gewarnt? Warum hat keiner was gesagt? Ich glaube, du kannst
- 4:50den Leuten das einfach nicht recht machen, egal was man tut. Wenn man dann jetzt auch noch so bedenkt,
- 4:56so das Ahrtal, wo gewarnt wurde, aber diese Warnungen nicht weitergegeben wurden, da wurde
- 5:04sich auch hingestellt. Warum wurde nicht gewarnt? Und daraufhin hat man ja auch das gesamte Management
- 5:11mit den Warnmeldungen in ganz Deutschland überdacht und hat auch wieder angefangen gehabt,
- 5:19den zivilen Katastrophenschutz ein bisschen um Auge zu behalten, hat mal geschaut,
- 5:26funktionieren eigentlich die Meldeanlagen noch, die Sirenen? Und seitdem gibt es auch in Dortmund,
- 5:32weil ich wohne ja aktuell in Dortmund, ja auch wieder Sirenentests. Also ich hatte das schon
- 5:39mal gesagt gehabt, damals in Datteln, jeden Samstag, 12 Uhr, wurden die Sirenen angeschmissen und das
- 5:48war total normal. Ich habe mich als Kindergartenkind quasi immer darauf gefreut, weil es war Samstag,
- 5:56ich war mit meiner geliebten Mutter zu Hause, mein Vater war irgendwie in der Garage immer was
- 6:04am Basteln oder er war auch da und dann hörte man halt die Sirenen und das war total normal.
- 6:12Und ich weiß noch, was das für ein Tamtam hier in Dortmund war, weil selbst die Pflegerin,
- 6:20die da war, hat sich erschrocken, weil sie überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Ich
- 6:25meine, es ist auch großartig angekündigt worden. Und wie sie dann das eingeführt haben,
- 6:31mit dem, dass auch noch die Warnmeldung auf den Handys kommt, mit dem, wie heißt das nochmal,
- 6:38"Civizen Broadcast" die hat ja fast ihr Handy weggeschmissen, als das anfing zu tröten. Und
- 6:51auch wie dann die Entwarnung kam, hat sie ihr Telefon auch wieder beinahe weggeschmissen,
- 6:56weil sie sich so dermaßen erschrocken hat. Weil man das halt hier nicht gewöhnt ist,
- 7:01das halt passiert. Ich denke mir immer, lieber einmal zu oft gewarnt und man liegt falsch,
- 7:09wie halt einmal nicht gewarnt. Man sieht ja, was im Ahrtal passiert ist, was für einen
- 7:17riesen Schaden es gab. Gut, den Gebäudeschaden hätte es so oder so gegeben, aber wie viele
- 7:21Menschen dabei halt auch ums Leben gekommen sind. Das wäre viel weniger gewesen, hätte man die
- 7:32Warnung durchgereicht. Aber nein, jetzt macht man sich darüber lustig oder regt sich darüber auf,
- 7:37dass halt Schule ausgefallen ist für nichts, dass man halt die Leute halt für nichts losgeschickt
- 7:45hat. Ich kann nur sagen, am Freitag ist meine Lebensgefährtin losgezogen und hat quasi anstatt
- 7:53den Wocheneinkauf am Samstag, hat sie den am Freitag gemacht. Damit man halt am Samstag,
- 8:01falls es wirklich so schlimm kommen sollte, nicht mehr raus muss. Weil sie arbeitet in der Pflege,
- 8:09Ich habe bis zu meinem Schlaganfall auch in der Pflege gearbeitet und ich habe im Rettungswesen
- 8:18gearbeitet. Und was ich im Winter bei Glatteis regelmäßig eingesammelt habe, waren Rentner oder
- 8:27alte Leute, die sich auf die Schnauze gelegt haben und dann halt klassischerweise Oberschenkelhalsbruch.
- 8:36Das war so das, was am meisten vertreten war. Und das ist halt eine Sache, die man vermeiden kann.
- 8:44Ich meine, ich verstehe sowieso nicht. Die Leute, die am meisten Zeit haben, müssen unbedingt dann
- 8:51auch einkaufen gehen, wenn es draußen katastrophal ist. Jeder andere bleibt zu Hause und gerade diese
- 8:59Gruppe an Menschen, die unbedingt einkaufen gehen oder zur Post oder sonst was. Und wenn
- 9:06sie sich dann auf die Schnitz legen, dann ist immer Holland in Not. Ich kenne das aus der Pflege,
- 9:13wenn dann jemand der vorher fit und mobil war, die Zeit überstanden hat und dann halt es ausgeheilt
- 9:22ist, sind die meisten teils danach im Pflegefall, weil die sich nie wieder so davon erholen und
- 9:28körperlich so fit werden, dass die quasi in der Lage sind oder quasi auf dem Stand sind,
- 9:34wie sie vorher waren. Das sind meistens irgendwelche Defizite, die dann da sind.
- 9:41Joa, wo waren wir? Meldungen bei Naturkatastrophen. Dann auch warum wir jetzt dieses Jahr auch mal,
- 9:51nach langer Zeit mal wieder kältere Phase haben. Naja, das ist halt Wetter. Und wenn man sich mal
- 10:00so die Zahlen mal anschaut, dieses kalte Wetter ist ja weniger geworden. Gefühlt fängt der Winter
- 10:08ja auch, was jetzt die Wachstumsperiode angeht bei Pflanzen, ach das ist ja auch schon beim Herbst,
- 10:15der fängt viel später an, der Winter viel später, der Winter hört eher auf und der Frühling kommt
- 10:22viel eher. Und das sind ja Sachen, die man einfach in der Natur selber beobachten kann,
- 10:27ohne dass man jetzt auf irgendwelche Statistiken von irgendwelchen Wetterleuten drauf gucken muss.
- 10:32Das sieht man doch einfach, wie lange die Bäume grün sind, wie lange oder wie schnell die Bäume
- 10:40wieder anfangen grün zu werden. Ich frage mich auch, warum es dann tatsächlich noch Menschen gibt,
- 10:49die daran glauben, dass irgendwelche Veränderungen stattfinden. Ob das menschengemacht ist oder ob
- 10:56das ein natürliches Phänomen ist. Ich verstehe einfach nicht, wie man dann halt sagen kann,
- 11:03"Nö, das ist nicht." Also wenn ich überlege, als Kind und ich bin 1977 geboren, in den 80ern,
- 11:11gab es auch Winter, die weniger Schnee hatten oder gar keinen Schnee hatten und dann gab es Winter,
- 11:18die extrem waren. Wir sind einmal auf einem Halterner Stausee rumgelaufen, weil da ein Meter
- 11:24dick zugefroren war, dass Fische im Eis eingefroren waren. Riesige Fische. Das fand ich natürlich
- 11:33total beeindruckend. Ich kann mich an Winter erinnern in den 90ern, die so heftig waren,
- 11:40dass auf den Kanälen – Deutschland ist die größte Kanalknoten in Europa, da kommen fünf Kanäle
- 11:47zusammen. Das war so heftig zugefroren, dass die Schiffe nicht mehr fahren konnten. Und wir auf
- 11:57der alten Fahrt, das ist so ein toter Arm so zwischen Datteln und Waldrop, wo man halt dann
- 12:04Schlittschuh laufen konnte und das auch freigegeben war. Die alte Fahrt hatte man das Wasser abgelassen,
- 12:11da ist höchstens noch ein knapper Meter Wasserstand dran. Das war freigegeben und dann gab es Winter,
- 12:21wir hatten weniger Schnee und wie gesagt 2010, wo es im Münsterland keinen Strom gab, wochenlang,
- 12:31weil die Strommasten weg waren, hatten wir auch extrem viel Schnee gehabt. So viel Schnee,
- 12:38dass bei uns auch keine Busse und auch keine Bahnen mehr gefahren sind. Das war immer wieder mal so,
- 12:49aber die Abstände, wo es auch mal Schnee gegeben hat, sind ja mal weniger geworden. Und ich weiß
- 12:53doch, wo ich wegen meinem Fuß, wo mein Löffel drauf gefallen war, ich so lange im Krankenhaus
- 13:02war und dann einen Tag bevor ich entlassen wurde, hat es ja so heftig im Januar geschneit.
- 13:07Und da war so viel Schnee gewesen, dass hier eine Woche lang auch keine Busse gefahren sind
- 13:17in den Stadtteil, wo ich wohne, weil die Straßen noch so heftig vereist waren und ich auch jedes
- 13:25Mal mit dem RTW, weil keine Taxis gefahren sind, mit Schneeketten – das habe ich schon
- 13:32ewig nicht mehr gesehen, zum Krankenhaus
- 13:37zur Nachkontrolle gefahren werden musste.
- 13:43Also die ersten drei Tage täglich und dann
- 13:48nur noch einmal alle zwei Wochen. Und wie
- 13:50dann das Wetter wieder besser war und
- 13:55Straßen befahrbarer waren, konnte ich
- 13:57dann auch zum niedergelassenen Chirurgen.
- 13:57Das muss man sich mal vorstellen. Ich bin dann 14 Tage lang, weil nichts gefahren ist,
- 14:06musste ich mit dem RTW transportiert werden. Ja, heftig. Und das hat halt das gesamte Gesundheitssystem
- 14:16natürlich vor ein riesen riesen Problem gestellt. Aber da sind wir auch nicht so wirklich großartig
- 14:21gewarnt worden, dass das passieren könnte. Es wurde zwar gesagt, es ist mit starkem Schnee,
- 14:26jedenfalls so rechnet. Aber hahaha bei uns starker Schneefall. Was ist da schon? Ja das Dumme war
- 14:34nämlich gewesen, der Boden war nämlich gar nicht mal so kalt gewesen und da ist der Schnee auf dem
- 14:41Boden gefallen, ist da flüssig geworden und dann sind die Temperaturen in der Nacht abgesunken.
- 14:48Unter dem Schnee war eine richtig dicke fette Eisschicht. Diese fette Eisschicht war ungefähr
- 14:53hier vor dem Haus auf den Gehwegen zwei Zentimeter dick und erst als die Wohnungsbaugesellschaft
- 15:04einen Trupp losgeschickt hat mit Leuten mit Brechstangen, so richtig Stangen, nicht hier
- 15:12so kleine, so kleinen Kuhfuß oder so und haben die Gehwege vom Eis befreit, konnte man sich dann
- 15:21auch hier halbwegs sicher bewegen. Aber auch die Eingänge und die Treppen aus dem Haus,
- 15:26da war überall so dick fett Eis drauf. Ja, das sind natürlich so Sachen, die bleiben mir in
- 15:35Erinnerung. Und ich weiß auch noch, mein Balkon war voller Schnee. Ich hatte auf dem Balkon ungefähr
- 15:4260 Zentimeter Schnee. Und das war so wie nicht gewesen, als hätte dann den ganzen Schnee da so
- 15:48reingedrückt. War irgendwie witzig gewesen, wie ich die Balkontür aufgemacht habe und
- 15:54Gott sei Dank ist da Schnee nicht reingekommen. Ja, aber da hat man die Metrologen nicht mit
- 16:03brennende Fackeln und Mistgabel durchs Dorf gejagt. Mich erinnert das immer so,
- 16:09das habe ich ja auch schon mal in der letzten Ausgabe von der Abschweifung erzählt, an die
- 16:15Folge von Simpsons, wo der Komet oder Asteroid auf die Erde einschlagen sollte. Es ist nicht so
- 16:23passiert, sondern es ist ein kleiner Stein gewesen, der unten noch angekommen ist. Und dann ist man
- 16:27halt hingegangen und hat das Observatorium abreißen wollen, weil die uns ja alle falsch gewarnt haben.
- 16:35Und genau das haben wir gerade auf YouTube, im Fernsehen, in den Mediatheken, überall bei den
- 16:44Nachrichtensender, alle Metrologen, selbst der Kachelmann. Oh da kommt was auf Deutschland zu,
- 16:50hier ist die Front und dahinter die Kaltfront und das Hoch und das Tief, hier die Alley. Und
- 16:59jetzt regt man sich darüber auf, dass gewarnt wurde. Morgen sind zum Beispiel hier die Schulen
- 17:05geschlossen, weil heute Nacht es anfangen könnte zu regnen. Und wir hatten also in der Nacht jetzt
- 17:15von Sonntag auf Montag und in der Nacht von Samstag auf Sonntag hatten wir hier minus 10 Grad und das
- 17:25ist heute auch nicht viel wärmer geworden als irgendwie 0 Grad. Das heißt, das ist alles noch
- 17:30richtig tief gefroren, der ganze Boden, alles mögliche. Und die gehen davon aus, dass es halt
- 17:36morgen ziemlich glatteis geben kann, weil es morgen früh so um 6 Uhr irgendwie aufhört zu regnen.
- 17:44Joa, das kann was werden. Das ist schon mal gut, wenn die Kinder nicht zur Schule müssen. Ich meine
- 17:52selbst wenn hier im Ruhrgebiet irgendwie gefühlt alle 500 Meter nach der Grundschule steht und
- 17:59jeder Stadtteil, der auf sich etwas hält, hier in Dortmund eine weiterführende Schule hat,
- 18:06muss man die Kinder ja nicht dieser Gefahr aussetzen, dass sie sich da weiß was tun.
- 18:13Schon schlimm genug, wenn er dann auf dem Weg zur Arbeit ist und diese Schlitter partiert.
- 18:19ich weiß noch wie ich zur Musterung
- 18:25gefahren bin und da bin ich das war
- 18:27im Winter gewesen ich bin mit dem Motorrad
- 18:30gefahren und es war arschkalt
- 18:32gewesen und es fing auf einmal an zu
- 18:35regnen an und dann hat sich die
- 18:38gesamte Bahn, ich bin Gott sei dank
- 18:40ich ist nicht Autobahn oder so gefahren
- 18:42aber trotzdem diese Straßen so zwischen
- 18:46Datteln und Ehrkenschwick und Rechtenkausen
- 18:46Kausen haben sich auf einmal in einer Ace-Bahn verwandelt. Und weil damals so
- 18:52Handys noch nicht so verbreitet waren und ich zwar eins hatte, aber mit 18 hatte ich
- 19:00halt eins gar mit Guthaben und das war natürlich irgendwie aufgebraucht, weil
- 19:05man damals ja auch für jede SMS bezahlen musste, konnte ich jetzt nicht da anrufen
- 19:10und mich erkundigen, ob ich den Termin verschieben kann aufgrund der
- 19:13wetterlage. Also bin ich dabei bei Glatteister
- 19:21hingejuckelt mit dem Motorrad. Ich kann euch
- 19:24nur eins sagen, wenn man auf dem Motorrad sitzt
- 19:28mit beide Beinen auf dem Boden und dann
- 19:31so ungefähr mit 15 km/h lang fährt.
- 19:34Ich hatte so einen Muskelkater in meiner
- 19:34Nacken und den Oberarm von dem Festhalten.
- 19:46Das war heftig gewesen.
- 19:48Ja, aber daher weiß ich, wie das ist, wenn
- 19:50du dann halt auf so einer spiegelglatten
- 19:52Straße fährst. Ich kann mich noch das eine
- 19:55Jahr erinnern, wo ich in Bochum im
- 19:58Altenheim gearbeitet habe. Das lag auf
- 20:00dem Berg in Bochum-Weidmar, das DERK-Haus.
- 20:00Haus und so eine halbe Stunde bevor meine Nachtschicht zu Ende war, gab es ein Regen und
- 20:08dann war alles gefroren gewesen. Auf den Autos war ungefähr so eine 5 bis 10 Millimeter dicke
- 20:17Eisschicht und es konnte keiner den Berg hochfahren. Die Leute, die auf dem Berg waren,
- 20:24sind quasi die Straße darunter geschlittert, aber es ist keiner hochgekommen. Und so konnte ich dann,
- 20:30bis dann irgendwie mal halbwegs da irgendwas ging, konnte ich dann quasi noch eine normale Schicht an
- 20:37meiner Nachtschicht dran hängen, um irgendwie eine Grund- und Notversorgung der Bewohner sicher
- 20:43zu stellen. Es ist natürlich alles ärgerlich und natürlich wurde das irgendwie nicht großartig
- 20:51gewarnt.
- 20:54Während der Nachtschicht hat man damals nicht ge-livestreamt, so wie das heute auf
- 21:00TikTok hier üblich ist, sondern hat mal ein bisschen Radio gehört, wenn man Tabletten
- 21:04gestellt hat oder so. Und da kam keine Meldung. Und ganz ehrlich, ich wäre froh
- 21:10gewesen, wenn da eine Meldung gekommen wäre, weil dann hätte man das irgendwie
- 21:14organisieren können, dass Leute eher antanzen.
- 21:17damit einfach mehr Leute da sind.
- 21:21Immer nur scheiß Wasser auf das Geld, mein Gott, ne.
- 21:24Aber wenn du vorher als Nachtchef für zwei Wohnbereiche verantwortlich bist
- 21:32und du kannst die dann auf einmal alle frisch machen für den Morgen
- 21:36und in der Küche ist ja auch noch nichts besonders wieder am Laufen,
- 21:39die Leute haben alle Kohldampf.
- 21:42Ja, das wird schwierig.
- 21:46In wieviel tausend Teile sollst du dich denn auflösen, zerreißen?
- 21:51Tja, ja, das war mal was gewesen.
- 21:57Und ich wäre dankbar gewesen, wenn es da eine Warnung gegeben hätte,
- 22:00weil dann hätte man telefonieren können und dann mal
- 22:02eine Kollegin aus dem Bett schmeißen und kommen vorbei, es wird später schlimm werden.
- 22:07Aber stattdessen regt man sich jetzt auf.
- 22:10Das ist ja gar nicht so schlimm geworden.
- 22:13Das ist genauso wie halt, wenn im Winter die ersten Modelle kommen, wie der Sommer wird.
- 22:18Und das sind ja noch etliche Monate hin.
- 22:21Und spätestens seit dem Butterfly-Effekt, dem Schmetterlingseffekt, sollte man ja wissen,
- 22:29dass solche Modelle ein komplett anderes Ergebnis haben können, wenn auch nur die
- 22:35die 11. oder die 12. oder die 15. Stelle hinterm Komma sich um 1 erhöht oder um 1 erniedrigt,
- 22:44anstatt eine 5, jetzt ist das eine 6 oder eine 4.
- 22:49Wenn das passiert, dann hat das Modell vielleicht nach 30 Tagen ein komplett anderes Ergebnis
- 22:56oder nach 60 oder nach 90 Tagen, wie halt, wenn der Wert halt plus 1 oder minus 1 ist.
- 23:04Aber da wird sich dann aufgeregt gehabt.
- 23:07Da wird sich so dermaßen aufgeregt, da hat man doch gesagt, Glutsommer.
- 23:12Im Probe-Podcast gibt es eine Folge, die heißt "Glutsommergespräche" und da wird das auch
- 23:18mal kurz thematisiert, weil der Sommer als relativ kühl empfunden wurde.
- 23:26waren aber trotzdem in der Statistik gesehen, sommerliche Temperaturen den ganzen Sommer über,
- 23:31die waren nur nicht so hoch gewesen wie die letzten Jahre. Daran hat man sich ja auch gewöhnt. Das ist
- 23:38genauso wie jetzt. Jetzt ist der Winter arschkalt, weil man sich an die milden Temperaturen im Sommer
- 23:44gewöhnt, im Winter gewöhnt hat und dass die Sommer einfach so heiß sind. Aber jedes Mal wird dann
- 23:52halt ja das ist aber doch man hat uns ein Glutsommer versprochen. Ja. Steinigt alle
- 24:00Betrologen. Macht die Supercomputer kaputt, die die Modelle ausrechnen. Steinigt die Mathematiker,
- 24:10die halt die Formeln und die Berechnungen anstellen dafür. Ich meine man könnte ja auch
- 24:17wieder anfangen daran zu glauben, dass Gott für uns das alles macht, dass Gott alles
- 24:23in der Natur erschafft, lenkt und erdenkt, dann ist das viel einfacher.
- 24:31Ich meine, dann gehst du einfach hin und sagst, ja der böse, böse, böse Gott, der hat das
- 24:37gemacht und dann ist das auch okay so.
- 24:39Oder halt der liebe Gott, der hat uns jetzt halt viel Sonne geschenkt.
- 24:43Heutzutage ist so viel abhängig von der präzisen Wettervorhersage, dass Bauern die Erntezeit ihrer
- 24:55Felder danach koordinieren. Und klar kann jetzt das Wetter auf kleinster Ebene, also sogenanntes
- 25:05Mikro-Klima, Mikro-Wetter abweichend sein wie halt das größere Modell. Es ist ja immer eine Frage,
- 25:13in wie viel Rasterpunkte teile ich die Welt ein? Und je mehr Punkte ich habe,
- 25:19umso proportional größer wird die Anzahl an Rechenoperationen, die gemacht werden müssen.
- 25:25Natürlich sind die Computer in den letzten Jahren wesentlich schneller geworden und das
- 25:29wird auch weiterhin passieren und spätestens mit der Einführung von Quantencomputern, wo jedes
- 25:39Qubit mehr eine Vertausendfachung der Rechenleistung bedeutet, wird bei solcher Rechenoperationen in
- 25:52Mengen und in riesen Ausmaßen alltäglich werden, dass man viel präziser das Wetter berechnen kann,
- 26:01weil man einfach viel mehr Datenpunkte haben kann. Ja, was soll ich dazu sagen? Ich mag Wetter
- 26:12vorhersagen. Ich habe früher, in meiner Zeit, wo ich sehr aktiv war, im Amateurfunk, mir die Rohdaten
- 26:20der NOAA-Satelliten selbst geholt. Dafür brauchst du nur eine einfache Dipol-Antenne,
- 26:26die du dir aus Dachpacks oder im Garten hinstellst. Und wenn dann ein NOAA-Satellit
- 26:32über einen drüberfliegt, also in Sichtweite ist, dann kannst du das Signal empfangen. Das ist frei
- 26:40empfänglich, das darf man. Und dann kann man die Rohdaten einfach in ein Bild umwandeln. Da gab es
- 26:45schon in der 90ern die tollsten Programme für. Und dann konntest du dir quasi so das Wettergeschehen
- 26:52in Echtzeit angucken. Manchmal musste man die Bilder umdrehen, weil es ist ein Unterschied,
- 26:57ob das Satellit von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord übereinfliegt, weil dann ist das Bild
- 27:03einfach im Spiegel verkehrt. Und dann konntest du quasi sehen, wie Wolkenstrukturen sich bewegen,
- 27:12und das hat einfach Spaß gemacht so zu gucken. Im Laufe des Tages könnte könnte was kommen.
- 27:21Natürlich war das keine präzise Vorhersage, aber es hat Spaß gemacht. Und es gibt auch genug Leute,
- 27:28die sich eine kleine Wetterstation dahin setzen zu Hause und sich einfach so anschauen,
- 27:32wie sich der Luftdruck verändert und Temperaturen sich verändern, Luftfeuchtigkeit und schließend
- 27:42dann auch auf Beobachtung und Erfahrung halt, ja da könnte was kommen oder es wird einfach ein
- 27:48schöner Tag heute. Ja und dann würde ich mal sagen, rennen wir nicht mit brennenden Fackeln
- 27:56und Mistgabeln zum Observatorium und sind froh, dass das Schneegestöber nicht ganz so schlimm war
- 28:05in Deutschland wie vermutet und sollten einfach dankbar sein, dass wir in einer Zeit leben,
- 28:16wo es möglich ist, so flächendeckend Menschen einfach vor einer Gefahr zu warnen. Weil es ist
- 28:24ja nicht eine Sage, dass es passiert, sondern es ist ja immer "es könnte sein". Und ich glaube,
- 28:31ich bin immer lieber gewappnet, dass etwas könnte sein, als blind, blauäugig in die Situation rein
- 28:39zu kommen. Vielen Dank fürs Zuhören und ich würde mich freuen, wenn ihr auch das nächste Mal dabei
- 28:46sind, wenn es heißt die Abschweifung. Tschüss, euer Sascha.
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